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Der arabische Frühling ist kein Triumph des islamistischen Extremismus

von redaktion am 29.01.2011 14:46




Der arabische Frühling ist kein Triumph des islamistischen Extremismus
von polis-Gastautor Philipp Freiherr von Brandenstein


von Brandenstein

"He is a bastard, but he is our bastard!". Gemäß diesem zynischen Leitsatz wurde über mehr als 30 Jahre die westliche Außenpolitik gegenüber dem arabischen Raum gestaltet. Auch die deutsche Außenpolitik und Entwicklungshilfe und zwar über alle Parteigrenzen hinweg. Warnungen, etwa von Kulturraumexperten, dass diese Logik schon in Lateinamerika versagt habe, wurden achselzuckend ignoriert.

Die direkten Profiteure dieser westlichen Ignoranz, die "Bastarde", schlafen dieser Tage sicher ziemlich schlecht. Doch auch die indirekten Profiteure der arabischen Diktaturen, die islamistischen Extremisten, wirken angesichts der Bürgerproteste paralysiert. Nach dem Verständnis des Westens, aber auch nach eigenem Selbstverständnis der Islamistischen, sahen sich diese als die logische, ja die einzig denkbare, Alternative zu den korrupten Potentaten der Region.

Diese Sicht der arabischen Welt scheint sich nun innerhalb weniger Tage aufzulösen. Die sonst so mitteilungsfreudige Al-Qaida und ihr wortmächtiger Führer Osama Bin Laden schweigen entsetzt und irritiert. Die ganze arabische Welt empört sich, erhebt sich, ist in Aufruhr, aber ausgerechnet auf sie scheint niemand gewartet zu haben.

Hierfür sollte der Westen den Arabern danken und sich für seine Fehleinschätzungen entschuldigen, die so viele Menschen Freiheit und Leben kosteten. Er sollte dies im eigenen wohlverstandenen Interesse tun. Der arabische Frühling ist bisher kein Triumph des extremistischen Islamismus. Das ist nicht selbstverständlich. Der Westen kann und muss nun seinen Teil dazu beitragen, damit sich diese erfreuliche Entwicklung verstetigt. Ohne Demut, konkrete umfassende Hilfsangebote und einen tiefgreifenden politischen Paradigmenwandel wird das nicht möglich sein. Vielleicht entsteht aus diesem Prozess eine neue "Realpolitik", die weniger zynisch und menschenverachtend ist, jedoch den sich gerade herausbildenden neuen arabischen Realitäten Rechnung trägt.

Quelle: Brandenstein Blog

Antworten Zuletzt bearbeitet am 29.01.2011 14:47.

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… denn sie wissen was sie tun - polis-Presseschau

von redaktion am 29.01.2011 09:55




Presseschau vom 29.01.2011



Bundeswehr am Hindukusch


… denn sie wissen was sie tun

Der Bundestag hat das Afghanistan-Kriegsmandat der Bundeswehr verlängert. Mit 420 Ja-Stimmen stimmen die Bundestagsabgeordneten für die weitere Kriegsbeteiligung und gegen die große Mehrheit der deutschen Bevölkerung. Nun ist auch der Weg frei für eine in Kürze beginnende Großoffensive unter Führung der Amerikaner.





fr-online.de

Parlament verlängert Mandat

… Es gibt da eine Ankündigung der schwarz-gelben Bundesregierung, die den Abgeordneten besonders gefällt. Die derzeit bis zu 5000 Mann starke deutsche Truppe soll Ende des Jahres erstmals verkleinert werden − wenn es denn die Sicherheitslage zulässt. Außenminister Guido Westerwelle nennt den Plan eine Zäsur. Das soll heißen: Das Ende des deutschen Afghanistan-Einsatzes ist nahe. Von 2015 an soll es keine deutschen Kampftruppen mehr in in dem zerrissenen Land geben, sollen die Afghanen selbst für die Sicherheit sorgen. Das ist die Vorstellung von der Zukunft. …




faz.net

Lagebilder von der Heimatfront

… Da der Frontenverlauf seit längerem klar war und auch die rhetorischen Scharmützel im Bundestag keine Landgewinne mehr brachten, ergab am Ende das Getümmel im Plenum während der namentlichen Abstimmung über das neue Afghanistanmandat am Freitag ein Lagebild von der Heimatfront: Da begab sich der Außenminister in die Reihen der SPD und plauderte mit seinem Vorgänger Frank-Walter Steinmeier und Sigmar Gabriel demonstrativ freundlich, um der größten Oppositionsfraktion noch einmal symbolisch für ihre Standfestigkeit zu danken. …




spiegel.de

Ja zum Afghanistan-Einsatz, Nein zu Guttenberg

Die Sozialdemokraten verlängern gemeinsam mit den Regierungsfraktionen das Afghanistan-Mandat der Bundeswehr - knöpfen sich aber Verteidigungsminister Guttenberg wegen eines Wurscht-Statements recht rabiat vor. SPD-Chef Gabriel nennt ihn "fehl auf seinem Platz". …




taz.de

Chefsache Krieg

… Die wahre Prüfung des Jahres 2011 wird aber nicht im Bundestag gelöst. Sie vollzieht sich in einigen Wochen in Afghanistan selbst - wenn die Frühjahrsoffensive der Taliban bevorsteht. Aufständische werden möglicherweise nach Gefechten aus jetzt umkämpften Regionen zurückgedrängt und setzen sich in heute noch ruhigere Gebiete ab. …




p-ffd.de

Kein guter Tag - Afghanistan-Mandat verlängert

ein Kommentar von polis-Gastautor Ulrich Kasparick.

Foto: obs/swr

Antworten Zuletzt bearbeitet am 29.01.2011 10:00.

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Wowereit gegen Sarrazin: Berlins Regierungschef veröffentlicht eigenes Buch zur Integration

von redaktion am 28.01.2011 11:32




Wowereit gegen Sarrazin: Berlins Regierungschef veröffentlicht eigenes Buch zur Integration


Wowereit

Berlin (rdp/ots) - Nachdem der frühere Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin mit seinem Buch zur Integrationspolitik eine bundesweiten Debatte ausgelöst hat, will nun auch sein einstiger Vorgesetzter, Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), ein Buch zur Debatte über Einwanderung und Integration veröffentlichen.
Wie der Tagesspiegel (Freitagausgabe) exklusiv meldet, trägt Wowereits Buch den Titel "Mut zur Integration: Für ein neues Miteinander" und soll im Mai erscheinen. Es soll 120 Seiten haben und im SPD-nahen Berliner Verlag "Vorwärts Buch" erscheinen. Nach Angaben seines Verlegers wird Wowereit in dem Buch argumentieren, warum es sich lohne, "für eine integrative, sozial gerechte Gesellschaft in Deutschland zu kämpfen". Der Regierende wolle herausarbeiten, dass es "mit Hilfe einer klaren politischen Prioritätensetzung auf Bildung, Qualifizierung und Arbeit möglich ist, mehr Menschen eine Perspektive zu geben und den Grundstein für sozialen Aufstieg zu legen - egal bei welcher Herkunft."

Die Inhaltsangabe legt nahe, dass Wowereit in dem Buch eine deutliche Gegenposition zu den umstrittenen Thesen Thilo Sarrazins aus dessen Bestseller "Deutschland schafft sich ab" beziehen wird. Bereits im September hatte der Regierende Bürgermeister seinen ehemaligen Finanzsenator aufgefordert, die SPD zu verlassen, da dieser nicht den Grundkonsens der Partei teile. Außerdem werfe Sarrazin nur Fragen auf, ohne Antworten zu präsentieren. Letzteres will Wowereit nun selbst übernehmen. Doch auch wenn das Buch nicht als expliziter "Anti-Sarrazin" verstanden werden soll, werde sich der Regierende deutlich von einer öffentlichen Diskussion distanzieren, die Ausländer und Deutsche mit Migrationshintergrund ausgrenzt, heißt es aus seinem Umfeld.

Es soll eine persönlich eingefärbte Streitschrift sein, angereichert mit anschaulichen Beispielen, wie Integration trotz aller Probleme funktionieren kann. Laut Verlag setze Wowereit dabei "auf Motivation statt auf Sanktion, auf Anreize, auf Angebote, auf Aktivierung statt Alimentierung".

"Mut zur Integration" soll nicht die einzige Veröffentlichung Wowereits zu diesem Thema sein. Bereits im März bringt er im Bonner Dietz-Verlag ein weiteres Buch heraus, diesmal nicht als Autor, sondern Herausgeber.
In "Ich wär' gern einer von uns: Geschichten übers Ein- und Aufsteigen" porträtieren Autoren wie Tanja Dückers den Alltag von Menschen, die in Deutschland leben, aber eine andere Herkunft haben. Zu den Beschriebenen gehören etwa zwei jugendliche Rapper libanesischer Herkunft und ein türkischer Kioskbetreiber. Das Buch soll rechtzeitig zur Leipziger Buchmesse fertig sein.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 28.01.2011 11:33.

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Der Protest geht weiter - polis-Presseschau

von redaktion am 28.01.2011 09:25




Presseschau vom 28.01.2011



El Baradei bei seiner Ankunft in Ägypten.


Der Protest geht weiter

Für den heutigen Freitag werden in Ägypten weitere Massendemonstrationen gegen das herrschende Regime erwartet. Trotz Drohungen der Regierung, Ausgangssperren und Internet-Abschaltungen werden sich die Demonstranten nach dem Freitagsgebet formieren. Der ägyptische Nobelpreisträger Mohamed El ­Baradei ist inzwischen in Ägypten eingetroffen und unterstützt die Proteste.






fr-online.de

El Baradei bietet sich als Alternative an

… Die Unruhen in Ägypten gehen weiter: In mehreren Städten kam es zu blutigen Auseinandersetzungen mit der Polizei. Zu den Demonstrationen hat sich jetzt erstmals auch Friedensnobelpreisträger Mohammad el Baradei angekündigt. Vor Journalisten erklärte er sich bereit, eine eventuelle Übergangsregierung zu führen. …




faz.net

Regierung schränkt Internet massiv ein

… Im Vorfeld der sich abzeichnenden Demonstrationen gegen die Regierung von Präsident Husni Mubarak ist das Internet in Teilen des Landes massiv gestört worden. Wie der amerikanische Nachrichtensender CNN unter Berufung auf Webdienste, die das Funktionieren des Internets überprüfen, berichtete, waren die Server des Hauptanbieters in Ägypten am Freitagmorgen nicht erreichbar. Auch die Server für Webseiten der ägyptischen Regierung und der amerikanischen Botschaft in Kairo waren offenkundig unterbrochen. Auch Textnachrichten konnten nicht mehr mit Blackberry versendet werden. Webseiten wie Twitter, Facebook und der Email-Dienst von Google waren vollständig blockiert. …




spiegel.de

Mubaraks Widersacher mischt sich ein

Er ist Friedensnobelpreisträger, Demokrat, Hoffnungsträger für viele - nun ist er zurück in Ägypten. Mohammed ElBaradei ist am Abend in Kairo eingetroffen und will sich an die Spitze der Protestbewegung setzen. Die erste Machtprobe plant er schon für Freitag. …




taz.de

Viele Festnahmen, Internet gekappt

… Die Regierung hatte angekündigt, am Freitag würden keine Proteste geduldet. Jedoch seien Menschen in Kairo von Tür zu Tür gegangen, um ihre Mitbürger zur Teilnahme zu ermutigen. Die Opposition rief für Freitag zu Massenkundgebungen in Kairo und anderen Städten auf. Mehrere Gruppen forderten die Bürger auf, nach dem Freitagsgebet von den Moscheen aus loszumarschieren. Auch die Christen sollten nach dem Kirchgang auf die Straße gehen. Sicherheitskräfte sollen für Freitagmittag Gebete in den meisten Moscheen im Zentrum von Kairo sowie in größeren Moscheen im Land verboten haben, um Versammlungen von Demonstranten zu verhindern, berichtete die Website Akher al-Akhbar. ...

Foto: spiegel.de/afp

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Fusion von DVU und NPD unwirksam

von redaktion am 27.01.2011 19:53




Fusion von DVU und NPD unwirksam

Hamburg/Berlin (rdp/ots) - Die Ende vergangenen Jahres beschlossene Fusion der beiden rechtsextremen Parteien NPD und DVU ist rechtlich unwirksam. Das entschied am Donnerstag das Landgericht München (AZ:20 O 25065/10). In dem NDR Info vorliegenden Beschluss heißt es wörtlich: "Der Antragsgegnerin (der DVU) wird untersagt, den Verschmelzungsvertrag mit der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NPD) vor einer erneuten Urabstimmung ... zu unterzeichnen."

Auslöser der Gerichtsentscheidung sind die DVU-Landesverbände Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen und Berlin. Sie hatten Zweifel an der Rechtmäßigkeit der "Urabstimmung", die die DVU im Dezember unter ihren rund 4000 Mitgliedern hatte durchführen lassen. Diese Zweifel hat das Landgericht München bestätigt. Der Vereinigungsvertrag dürfe deshalb nicht unterzeichnet werden.

Damit liegt die von den beiden rechtsextremen Parteien Ende vergangenen Jahres verkündete Vereinigung beider Gruppierungen vorerst auf Eis. Die Mitgliederzahl der NPD wird von Verfassungsschutzbehörden mit rund 6500 angegeben.

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Guttenberg-Versagen ist nicht das eigentliche Problem

von redaktion am 27.01.2011 14:07




Guttenberg-Versagen ist nicht das eigentliche Problem


van Aken

Berlin (rdp). „Die Debatte um das Versagen von zu Guttenberg verstellt den Blick auf das eigentliche Problem: die Zustände in der Bundeswehr in Zeiten des Krieges“, kommentiert der stellvertretende Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE Jan van Aken die derzeitige Debatte um die Informationspolitik des Verteidigungsministers. Van Aken weiter:

Die aktuell bekannten Vorfälle bei der Bundeswehr haben ihre Ursachen in der „Armee im Einsatz“. Vom Konzept der Staatsbürger in Uniform bleibt in Kriegszeiten immer weniger übrig. Die Verschärfung der Ausbildung, die Verrohung und Traumatisierung von einzelnen Soldaten unter realen Kriegsbedingungen, die Ausrichtung der Personalführung an harten Einsatzbedingungen – darin liegen die zentralen Ursachen für die aktuellen Skandale.

Natürlich hat zu Guttenberg Fehler gemacht, natürlich gibt er vor allem den kernigen Minister, der ab und an jemanden feuert, wenn die BILD-Zeitung es ihm nahelegt, und natürlich sollte er lieber heute als morgen zurücktreten. Aber die Verengung auf diesen einen Minister verhindert eine Debatte um das zugrunde liegende Problem und vernünftige Lösungsansätze – an deren Anfang vor allem ein Rückzug der Bundeswehr aus ihren aktiven Kriegsbeteiligungen stehen muss.

Zur Aufklärung der aktuellen Vorfälle ist eine unabhängige Kommission notwendig. Zudem müssen die Zustände in der Bundeswehr dauerhaft auf dem Prüfstand stehen, zum einen durch eine Stärkung der Position des Wehrbeauftragten und zum anderen durch die Einrichtung eines ständigen Unterausschusses „Bundeswehr und Innere Führung“ des Bundestages".

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„Gebot der Fürsorgepflicht“ - polis-Presseschau

von redaktion am 27.01.2011 09:30




Presseschau vom 27.0.2011



Der Minister muss viele Fragen beantworten


„Gebot der Fürsorgepflicht“

Im Verteidigungsausschuss und vor dem Bundestag verteidigte der Verteidigungsminister sein Informationsverhalten und seine Entscheidungen der letzten Wochen. Er selbst kann keine Fehler erkennen, die Entbindung des Kommandanten der Gorch Fock von seinen Aufgaben war “ein Gebot der Fürsorgepflicht“. Die Opposition bezeichnet zu ­Guttenbergs Verhalten als „­Rumgeeiere“.





fr-online.de

Der Minister ist gereizt

Karl-Theodor zu Guttenberg reagiert dünnhäutig auf Fragen im Verteidigungsausschuss. Warum er den Kommandanten der „Gorch Fock“ entgegen erster Ausführungen doch ablöste, bleibt offen. „Das Rumgeeiere geht weiter“, schnaubt Grünen-Politiker Koenigs. …




faz.net

Tag des Donners

… Guttenberg musste sich im Bundestag mit solchen Details nicht befassen. Er ging sozusagen mit gezogenem Säbel in den Verteidigungsausschuss. Dort kam es am Vormittag zu mehrstündigen Wortgefechten zwischen dem Minister und der Opposition. Die fühlt sich immer noch schlecht und falsch informiert und glaubt, dem Minister nachweisen zu können, zwischen seiner Forderung nach vorurteilsfreier Sachaufklärung und der spätabendlichen „Absetzung“ des „Gorch-Fock“-Kapitäns klaffe eine Glaubwürdigkeitslücke. „Die Geister des Boulevards, die sie gerufen haben, diese Geister werden sie nun nicht mehr los“, ruft ihm der SPD-Verteidigungspolitiker Arnold im Bundestag zu. …




spiegel.de

Defensiv-Minister Guttenberg reizt die Opposition

… So langsam geht man sich auf die Nerven. Guttenberg reizt die Opposition, weil sie Volkes Liebling einfach nicht packen kann - sie wirkt hilflos. SPD, Grüne und Linke nerven den Minister, weil er die Angriffe gegen sich als Beleidigung aufzufassen scheint. Auch Ernst-Reinhard Beck, verteidigungspolitischer Sprecher der Unionsfraktion, weiß zwar Guttenbergs Auftritt vorm Ausschuss zu loben ("sachlich, gründlich, ausführlich"), gibt aber zu, dass Guttenberg in einigen Situationen den Eindruck gewisser Dünnhäutigkeit hinterlassen habe. …




sueddeutsche.de

Was soll Guttenberg mehr machen?

… Drei örtlich und zeitlich getrennte Vorfälle in den letzten drei Monaten - zwei tödliche Unfälle und eine Verletzung des Briefgeheimnisses - haben zu einer heftigen Diskussion über den Verteidigungsminister, seine Informationspolitik, über die Ausbildung in der Bundeswehr, insbesondere auf dem Segelschulschiff Gorch Fock, und über die Zukunft dieses Schiffes geführt. ...

Foto: spiegel.de/reuters

Antworten Zuletzt bearbeitet am 27.01.2011 09:33.

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Koalition stellt Erfolg der Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft infrage

von redaktion am 26.01.2011 17:43




Koalition stellt Erfolg der Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft infrage

Berlin (rdp). Anlässlich des heutigen Beschlusses der IuK-Kommission des Ältestenrates des Deutschen Bundestages erklären die netzpolitische Sprecherin und die netzpolitischen Sprecher der Fraktionen der SPD, DIE LINKE und von BÜNDNIS 90/DIE Grünen, Lars Klingbeil, Halina Wawzyniak und Dr. Konstantin von Notz:

Mit der heutigen Ablehnung der Einsetzung der Online-Beteiligungsplattform Adhocracy für eine Bürgerbeteiligung bei der Arbeit der Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft stellt die schwarzgelbe Koalition einen wesentlichen Teil der Aufgabe und des Zwecks der Kommission und den netzpolitischen Neustart des Parlamentes infrage. Die Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft hatte beschlossen, die Bürgerinnen und Bürger, den so genannten 18. Sachverständigen, mithilfe einer Online-Beteiligungsplattform zur Mitarbeit einzuladen. Diese sollte als Angebot an die Öffentlichkeit dienen, Sachverstand, Meinungen und Vorschläge zu den einzelnen Arbeitsfeldern einzubringen, Texte zu erstellen, zu bearbeiten und zu kommentieren, Vorschläge zu bewerten und an Abstimmungen teilzunehmen. Damit wollte die Enquete-Kommission ihrem im Einsetzungsantrag formulierten Anspruch gerecht werden, die Öffentlichkeit in einem besonderen Maße mit in die Arbeit der Kommission einzubeziehen.

Von diesem Schritt hat sich die Union offensichtlich schon vor dem Start dieses wichtigen Projektes verabschiedet. Zwar werden als Begründung haushalterische Argumente vorgeschoben. Im Kern geht es der Union aber darum, neue Formen der Beteiligung an politischen Prozessen zu verhindern. Und die FDP muss sich fragen lassen, welche Durchsetzungsfähigkeit sie in der Netzpolitik an der Seite einer so rückständigen Unionsfraktion eigentlich noch hat.

Nachdem sich nach über einem Jahr Verhandlungen alle Fraktionen einig waren und die Enquete-Kommission einstimmig das Online-Beteiligungskonzept beschlossen hatte, wurde dieser Konsens nun von Schwarzgelb aufgekündigt. Noch bei der Einsetzung der Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft hatte der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion erklärt: Es gilt, den Kreis der 17 Sachverständigen um einen weiteren Experten zu erweitern:
„Der Bürger soll als 18. Sachverständiger eine zentrale Rolle in der Arbeit dieser Kommission einnehmen. Ziel ist nicht, über die Nutzer des Internets zu reden, sondern mit ihnen. Dies soll auf breiter Ebene geschehen in Blogs, Foren und sozialen Netzwerken. Bis zur Konstituierung der Kommission ist daher der Deutsche Bundestag aufgefordert, diese Bürgerbeteiligung sicherzustellen und zu organisieren.“ Davon will die Union nun nichts mehr wissen und die FDP akzeptiert diese Kehrtwende offensichtlich, um den Koalitionsfrieden nicht zu gefährden.

Der heutige Beschluss bedeutet, dass nicht nur der für Ostern vorgesehene Zwischenbericht voraussichtlich nicht mit der angestrebten Beteiligung der Öffentlichkeit erstellt werden kann. Vermutlich wird mit diesem Beschluss eine solche Beteiligungsplattform für die gesamte Laufzeit der Enquete-Kommission nicht zur Verfügung stehen. Damit verfehlt sie die fraktionsübergreifend selbst gesetzten Ziele. Dies wirft ein schlechtes Licht auf die Arbeit des Parlaments und gefährdet die Arbeit der Enquete-Kommission, weil sie ihrem eigenen Anspruch durch die schwarzgelbe „Dagegen-Haltung“ nicht gerecht werden kann.“

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Mubarak-Regime ist am Ende

von redaktion am 26.01.2011 15:30




Mubarak-Regime ist am Ende


Gehrke

Berlin (rdp). „Das Regime Mubarak, das sich mittels Repressionen, Wahlfälschungen und maßloser Selbstbereicherung bislang am Ruder gehalten hat, ist am Ende. Seine letzte Chance, aus den Umwälzungen in Tunesien eigene Konsequenzen zu ziehen und friedlich abzutreten, hat es verspielt“, so Wolfgang Gehrcke, außenpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE, anlässlich der aktuellen Protestkundgebungen in Ägypten. Gehrcke weiter:

Nicht nur die ägyptische Politik muss sich grundlegend ändern, auch die deutsche und EU-Außenpolitik gegenüber Ägypten kann so nicht fortgeführt werden. Die Bundesregierung jedoch hält bis fünf Minuten nach Zwölf an Mubarak fest und schlägt alle Warnungen in den Wind. Auf die offenkundigen Wahlfälschungen, die außer vom Mubarak-Regime von niemandem bestritten werden, gab es keine entschiedenen deutschen oder europäischen Reaktionen. Was bei anderen Staaten selbstverständlich ist, wurde hier vermeintlicher Stabilität geopfert. Die Partnerschaft mit dem Westen rangiert vor Demokratie und sozialer Verantwortung.

Mubarak will mit 83 Jahren bei den Präsidentschaftswahlen entweder selbst wieder antreten oder seinen Sohn als Nachfolger präsentieren. Selbst im Militär findet diese Variante keine Unterstützung mehr. Neben den Auseinandersetzungen mit einer immer unzufriedeneren Bevölkerung droht zusätzlich eine Auseinandersetzung in den Machtapparaten. Eine grundsätzliche Kurswende in der ägyptischen Politik steht auf der Tagesordnung. Dazu müssen Deutschland und die EU beitragen.“

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Suspendierter Kapitän räumt Ausdruck "minderwertiges Menschenmaterial" ein

von redaktion am 26.01.2011 10:22




Suspendierter Kapitän räumt Ausdruck "minderwertiges Menschenmaterial" vor Teilen der Mannschaft bei Befragung vor seiner Suspendierung ein

Leipzig/Berlin (rdp/ots) - Der suspendierte Kapitän des Bundeswehr-Segelschulschiffs "Gorch Fock", Norbert Schatz, ist unmittelbar vor seiner Suspendierung vom Marine-Inspekteur zu einzelnen gegen ihn erhobenen neuen Vorwürfen ausgiebig befragt worden. Dabei räumte, nach einem Bericht der "Leipziger Volkszeitung" (Mittwoch-Ausgabe), Kapitän Schatz in dem Telefonat mit Marineinspekteur Axel Schimpf unter anderem ein, Offiziersanwärter an Deck unmittelbar nach dem Todessturz einer Kadettin im November 2010 als "minderwertiges Menschenmaterial" bezeichnet zu haben.

Vor dem Telefonat war die Führung des Ministeriums auch durch die Bild-Zeitung über weitere alkoholische, disziplinarische und mögliche sexuelle Übergriffe an Bord informiert worden.

Ausweichend reagierte der Kapitän bei der Befragung offenkundig auf Fragen zu seinem Wissen über das "Eulen stechen" oder auch "Elster-Spiel", das darin bestand, eine "Kameradschaftskasse" für denjenigen zu füllen, dem es am schnellsten gelänge, die nach den Kriterien der Stammbesatzung als am hässlichsten geltende Offiziersanwärterin ins Bett zu bekommen. Zurückgewiesen habe Schatz, dass es unmittelbar nach dem Todesfall eine "Karnevalsfeier" an Bord gegeben habe. In Beschwerden beim Wehrbeauftragten ist zudem davon die Rede, dass die Kadetten Erbrochenes der Offiziere nach Saufgelagen beseitigen oder Hilfsdienste in der Dusche verrichten sollten. Am Freitag trifft eine siebenköpfige Untersuchungskommission an Bord des Schiffes ein.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 26.01.2011 10:23.
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