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"Ernstfall für die Opposition im Parlament und auf der Straße"
von redaktion am 07.07.2010 13:00
Ernstfall für die Opposition im Parlament und auf der Straße

Ernst
Berlin (rdp). Der Vorsitzende der LINKEN, Klaus Ernst wirft der schwarz-gelben
Bundesregierung wegen der gestern vorgelegten Pläne für eine
Gesundheitsreform "Betrug an den eigenen Wählern vor" und ruft zur
Bildung eines "Bündnisses für soziale Gerechtigkeit im
Gesundheitswesen" auf. Er erklärt:
mittleren Einkommen. Die größte Verlierergruppe werden die Rentner
sein. Sie bekommen keine Rentenerhöhungen und müssen dennoch die
höheren Beiträge tragen. Schwarz-Gelb hat die eigenen Wähler
verraten. Ein Durchschnittsverdiener verliert pro Monat netto mindestens
acht Euro durch die Beitragserhöhung. Die nach oben offenen
Zusatzbeiträge sind eine Kopfpauschale durch die Hintertür. Der
versprochene Sozialausgleich ist ein Bürokratiemonster, das Millionen
unverschuldet zu Bittstellern beim Staat macht. Das ist Hartz IV im
Gesundheitswesen. Die schwarz-gelben Pläne sind der Ernstfall für die
Opposition im Parlament und auf der Straße. Wir müssen jetzt
geschlossen Widerstand leisten und ein Bündnis für soziale
Gerechtigkeit im Gesundheitswesen organisieren. Der einzig soziale Weg
für die Finanzierung der Defizite wäre die Wiederherstellung der
paritätischen Finanzierung der Krankenkassenbeiträge. Eine alleinige
Anhebung des Arbeitgeberbeitrags um 0,9 Prozentpunkte brächte dauerhaft
pro Jahr rund zehn Milliarden Mehreinnahmen."
Dammbruch? - polis-Presseschau
von redaktion am 07.07.2010 08:38
Presseschau vom 07.07.2010

Direkt danach darf künftig auf Gendefekte getestet werden:
künstliche Befruchtung einer menschlichen Eizelle im Labor.
Dammbruch?
Mit seinem Urteil zur Präimplantationsdiagnostik (PID) entfacht der Bundesgerichtshof eine neue, weitreichende Bioethik-Diskussion in Deutschland. PID-Befürworter atmen auf, Kritiker befürchten einen Dammbruch, hin zur Selektion von lebenswertem und nicht lebenswertem Leben.

fr-online.de
Auswahl mit Risiko
Die Präimplantationsdiagnostik birgt Chancen. Erbkrankheiten können erkannt werden. Kritiker warnen vor Missbrauch. Die FR sagt, worum es geht. …

faz.net
Mit dem Embryonenschutzgesetz vereinbar
Die Präimplantationsdiagnostik wird von den bestehenden Gesetzen nicht erfasst. Das hat den Bundesgerichtshof veranlasst, einen Arzt freizusprechen. Die Untersuchung von Embryonen auf Erbkrankheiten außerhalb des Mutterleibs verstoße nicht gegen das Embryonenschutzgesetz. …

taz.de
Selektion ist zulässig
Künstlich gezeugte Embryonen dürfen auf Erbkrankheiten untersucht werden, bevor sie in die Gebärmutter eingepflanzt werden. Dies hat am Dienstag der Bundesgerichtshof entschieden. Der Berliner Arzt Matthias B., der eine Kinderwunschklinik betreibt, wurde freigesprochen.
In der Klinik von B. werden jährlich hunderte von Kindern künstlich gezeugt. Zumindest bei drei Ehepaaren hat er 2005 und 2006 die im Reagenzglas entstandenen Embryonen auf Gendefekte untersucht, bevor er sie der jeweiligen Mutter einpflanzte. Die Paare hatten zuvor bereits Fehlgeburten erlitten oder schwer behinderte Kinder bekommen. Bei insgesamt vier der acht untersuchten Embryonen stellt B. gravierende genetische Auffälligkeiten fest. Die Eltern entschieden sich dann gegen eine Einpflanzung und der Mediz - Embryonen absterben. …

welt.de
BGH-Urteil startet neue Debatte um Embryonenschutz
… Die Entscheidung hat Folgen: Das Embryonenschutzgesetz muss gründlich überarbeitet oder durch ein – von vielen Experten gefordertes – Fortpflanzungsmedizingesetz ergänzt werden, das klare Regeln setzt. Reproduktionsmediziner und Paare mit genetischer Vorbelastung fordern seit Langem, dass die PID auch in Deutschland in Grenzen erlaubt werden soll. ...
Foto: taz.de/dpa
Die Risiken sind messbar: Glücksspiele auf dem Prüfstand
von redaktion am 06.07.2010 16:39
Die Risiken sind messbar: Glücksspiele auf dem Prüfstand
Interdisziplinäres Forscherteam stellt Bewertungsinstrument vor, das Politik und Verbrauchern Orientierung bietet

Bonn (rdp/ots) - Macht jedes Glücksspiel süchtig? Oder lassen sich Kriterien aufstellen, um unterschiedliche Angebote objektiv zu bewerten? Welche Faktoren sind dabei wesentlich? Mit diesen Fragen beschäftigt sich das "Wissenschaftliche Forum Glücksspiel". Ein interdisziplinäres Forscherteam der Hochschulen Bonn-Rhein-Sieg, Konstanz, Bremen und Berlin stellte in der heutigen Pressekonferenz ein Instrument vor, mit dem sich das Gefährdungspotenzial verschiedener Glücksspielangebote messen lässt.
Die Experten der Fachrichtungen Ökonomie, Recht, Psychologie und Soziologie haben seit Anfang 2007 daran gearbeitet, ein Mess- und Bewertungsinstrument zu entwickeln. Mit Erfolg: Im Februar 2009 stellten die Wissenschaftler in Bonn den theoretischen Rahmen eines ersten Modells vor. Inzwischen ist es gelungen, diesen Ansatz weiterzuentwickeln. Das Ergebnis ist ein Tool, das auf Basis empirischer Daten eine differenzierte Beurteilung erlaubt. "Wir können auf wissenschaftlich fundierter Grundlage ein quantitativ messbares Profil einzelner Glücksspielprodukte erstellen", erklärt Professor Franz W. Peren vom Fachbereich Wirtschaft der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg.
Umfassend geprüfte Methodik
Das Messinstrument basiert auf strukturellen und situativen Merkmalen. Unter strukturellen Merkmalen verstehen die Wissenschaftler alle Faktoren, die das Suchtpotenzial beeinflussen - beispielsweise häufige Ziehungen und sehr hohe Gewinne. Situative Merkmale haben Auswirkungen darauf, wie viele Spieler teilnehmen - dazu gehört etwa die Verfügbarkeit eines Glücksspielproduktes. Um sicherzustellen, inwieweit die identifizierten Faktoren für die Ermittlung des Gefährdungspotenzials relevant sind, haben die Wissenschaftler unter anderem eine in dieser Form einmalige Expertenbefragung zur Methodik des Instruments durchgeführt. Außerdem wurden bei einer weiteren empirischen Untersuchung Normalspieler, Problemspieler, pathologische Spieler sowie Anbieter von Glücksspielprodukten mit einbezogen.
Zehn Kriterien, fünf Gefährdungsklassen
Auf Basis der Untersuchungsergebnisse identifizierten die Forscher zehn Kriterien, die das Gefährdungspotenzial von Glücksspielprodukten angemessen beschreiben. Die Kriterien ermöglichen es, ein quantitativ messbares Profil einzelner Angebote zu erstellen und diese einer von fünf Gefährdungsklassen zuzuordnen. Projektleiter Peren berichtet: "Unser Instrument kann helfen, weniger suchtgefährdende Produkte auf den Markt zu bringen. Gleichzeitig bietet es die Möglichkeit, den ordnungsrechtlichen Rahmen für Glücksspielprodukte in Deutschland neu zu gestalten." Praktisches Ziel sollte sein, eine wissenschaftlich begleitete Zertifizierung von Glücksspielprodukten durch eine unabhängige Prüfstelle zu schaffen. Dieses gäbe der Gesetzgebung, der Rechtsprechung sowie der Verwaltungspraxis die dringend gebotene Rechtssicherheit, den Glücksspielstaatsvertrag angemessen umzusetzen, und wäre für den Verbraucher ein wichtiges Orientierungsmerkmal. Peren: "Das auf dieser Grundlage entwickelte Instrument ist in seiner Qualität weltweit führend. Jetzt ist es wichtig, dass wir das Tool in Zukunft kontinuierlich anpassen. Schließlich entwickelt sich gerade dieser Markt global sehr dynamisch."
Die Initiative zu der Studie ging von den beiden Soziallotterien der
Aktion Mensch-Lotterie und der ARD Fernsehlotterie "Ein Platz an der
Sonne" im Kontext ihres Engagements zur Suchtprävention aus.
http://www.aktion-mensch.de
http://www.einplatzandersonne.de
Das Wissenschaftliche Forum Glücksspiel
Das "Wissenschaftliche Forum Glücksspiel" ist 2007 entstanden. Das Gremium beschäftigt sich mit dem Gefährdungspotenzial von Glücksspielen. Dafür setzt es sich aus Experten unterschiedlicher Disziplinen zusammen. Zurzeit sind folgende Mitglieder beteiligt:
Prof. Dr. Reiner Clement, Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, Ökonomie
Prof. Dr. Jörg Ennuschat, Universität Konstanz, Rechtswissenschaft
Prof. Jörg Häfeli, Hochschule Luzern Soziologie,
Sozialwissenschaften
Prof. Dr. Gerhard Meyer, Universität Bremen, Psychologie
Dipl.-Psychologin Chantal Mörsen, Universitätsklinikum Charité
Berlin, Medizinische Psychologie
Prof. Dr. Dr. Franz W. Peren, Hochschule Bonn-Rhein-Sieg,
Ökonomie, Wissenschaftlicher Projektleiter
Prof. Dr. Wiltrud Terlau, Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, Ökonomie
"Schluss mit den Tricks! Die Energiewende ist machbar!"
von redaktion am 06.07.2010 16:24
Kampagnenstart der Klima-Allianz: "Schluss mit den Tricks! Die Energiewende ist machbar!"
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Berlin (rdp/ots) - Unter diesem Motto startete die Klima-Allianz heute ihre Kampagne, in der sie die Bundesregierung als Hütchenspieler entlarvt.
Die Bundesregierung hat zu Beginn des Jahres ein ideologiefreies Energiekonzept angekündigt, auf dessen Basis die künftige Energiepolitik Deutschlands ausgerichtet werden soll. Während offiziell versprochen wird, den Weg ins "regenerative Zeitalter" ebnen zu wollen, sickert seit Wochen auf verschiedenen Ebenen durch, dass Laufzeitverlängerungen für Atomkraftwerke bereits beschlossene Sache sind.
Große Teile der Gesellschaft fühlen sich von der Bundesregierung durch diese energiepolitischen Tricksereien zum Narren gehalten. Aus diesem Grund startet die Klima-Allianz, in der sich Kirchen, Gewerkschaften, Umwelt-, Entwicklungs-, Jugend- und Verbraucherschutzorganisationen zusammengeschlossen haben, heute ihre Kampagne "Schluss mit den Tricks". Auf dem Kampagnenmotiv wird die Bundesregierung als Hütchenspieler dargestellt, um den Unterschied zwischen Worten und Taten zu verdeutlichen: Auf den Hütchen sind Symbole der Erneuerbare Energien zu sehen, doch unter den Hütchen befinden sich ausschließlich Atom- und Kohlemeiler.
"Die Glaubwürdigkeit der Bundesregierung steht mehr denn je auf dem Spiel. In den kommenden Wochen und Monaten stellt die Koalition die energie- und klimapolitischen Weichen für die nächsten Jahrzehnte. Dabei sollte sie dem breiten Wunsch der Bevölkerung nach einer Energiewende endlich Rechnung tragen und Entscheidungen nur auf Basis eines schlüssigen Konzepts und nicht aufgrund von Druck aus der Energiewirtschaft treffen. 100 Prozent Erneuerbare bis 2050 sind machbar, wirtschaftlich, sozial und zukunftsfähig", so Christina Hering, Koordinatorin der Klima-Allianz.
Im Rahmen ihrer Kampagne wird die Klima-Allianz unter anderem folgende Aktivitäten durchführen:
- Protest sichtbar machen! Das Motiv der Kampagne wird in den
nächsten Wochen als Großflächenplakat an öffentlichen Plätzen in
Berlin sowie in verschiedenen Orten in der Bundesrepublik
geschaltet.
- Einmischen vor Ort! Ab Spätsommer wird die Klima-Allianz
ausgewählte Städte und Gemeinden besuchen, in denen bereits
heute ein politischer und wirtschaftlicher Konflikt um die
zukünftige Energieversorgung begonnen hat und sich in die
Debatte einmischen.
- Alternativen aufzeigen! Am 15. September werden unter dem Dach
der Klima-Allianz verschiedene NGOs und Institutionen auf einem
"Alternativen Energiegipfel" Szenarien vorstellen, die zeigen,
dass 100 Prozent Erneuerbare realisierbar und bezahlbar sind.
- Konzertierte Aktion vor Kabinettsberatung zum Energiekonzept!
Die Mitglieder der Klima-Allianz werden mit ihrer gesamten
Breite in einer konzertierten Aktion von der Regierung eine
zukunftsfähige Energiepolitk fordern.
Hintergrundinformationen sowie das druckfähige Motiv und Logo der Kampagne stehen zum Download auf der Internetseite der Klima-Allianz zur Verfügung: www.klima-allianz.de
Der Murkser - polis-Presseschau
von redaktion am 06.07.2010 08:50
Presseschau vom 06.07.2010

Gesundheitsminister Rösler: Koalitionsgezerre um Zusatzbeiträge
Der Murkser
Die Opposition wirft Gesundheitsminister Philipp Rösler schweres Versagen vor und fordert seinen Rücktritt. Tatsächlich ist aus seiner versprochenen Gesundheitsreform nichts geworden und mit erneuten Beitragserhöhungen steht der Minister vor einem Scherbenhaufen.

fr-online.de
SPD und Grüne fordern Rücktritt Röslers
Grünen-Chefin Claudia Roth hat Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) zum Rücktritt aufgefordert. "Wenn er sich selbst ernst nimmt, dann muss er jetzt den Hut nehmen", sagte Roth am Montag in Berlin.
Der Minister habe die Bedingungen für einen Rücktritt in einem Interview selbst formuliert und gesagt: "Wenn es mir nicht gelingt, ein vernünftiges Gesundheitssystem auf den Weg zu bringen, dann will mich keiner mehr als Gesundheitsminister haben." …

faz.net
Die Regierung verschont die Apotheker
Die Finanzen der Krankenkassen sollen saniert werden. Fachpolitiker von Union und FDP hatten dafür plädiert, auch die Apotheker daran zu beteiligen. Doch die Spitzen der Koalition wollen sie im Gegensatz zu Ärzten und Krankenhäusern von direkten Sparbeiträgen ausnehmen. Feigheit vor der Lobby? …

spiegel.de
Union erwägt Verdopplung des Zusatzbeitrages
Neuer Dissens in der Koalition: Nach einem Zeitungsbericht zankt Schwarz-Gelb über den Zusatzbeitrag zur Krankenversicherung. Die FDP verlangt demnach, die einkommensabhängige Begrenzung komplett aufzuheben. Dagegen sperrt sich die Union - sie will das Oberlimit lediglich anheben. …

sueddeutsche.de
Rösler, setzen, sechs!
… Der Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Frank-Walter Steinmeier, hat Gesundheitsminister Philipp Rösler in der Bild am Sonntag Versagen vorgeworfen: "Weil Rösler seine Arbeit nicht macht, sollen jetzt Arbeitnehmer und Arbeitgeber mehr zahlen." Steinmeier beschuldigt die FDP zudem, ihr zentrales Wahlkampfversprechen zu brechen: "Mehr Netto vom Brutto - das war die Wahllüge der FDP. Denn geblieben ist davon nichts." ...
Foto: spiegel.de/ddp
Stange: Gebührenfreie Bildungsinfrastruktur statt warmer Worte und bürokratischem Monster
von redaktion am 05.07.2010 16:21
Stange: Gebührenfreie Bildungsinfrastruktur statt warmer Worte und bürokratischem Monster
Berlin (rdp). Zu den Äußerungen von Bundessozialministerin von der Leyen erklärt die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft für Bildung in der SPD, Dr. Eva-Maria Stange:
Gebührenfreie Bildung von Anfang an in jeder Kommune in Deutschland ist der erste Schritt in Richtung Bildungsgerechtigkeit für alle Kinder. Der freie Zugang zu Bildungs- und Kultureinrichtungen darf nicht von der Höhe des Hartz IV-Regelsatzes oder vom Einkommen der Eltern abhängig sein. Auch für Kinder aus der Mittelschicht stellen privater Nachhilfeunterricht, Museumseintritt oder Studiengebühren unüberwindbare finanzielle Hürden dar. Auch sie haben aber ein Recht auf Bildung.
So lange Politiker von Union und FDP in Bund, Ländern und Kommunen mit ihrer verfehlten Finanz- und Bildungspolitik verhindern, dass eine gute Infrastruktur gebührenfrei zur Verfügung gestellt wird, bleiben alle Versprechungen der Bundesregierung unglaubwürdig. Über den Bund bürokratische Monstergutscheine zu verteilen und gleichzeitig in den Ländern und Kommunen von der Kita bis zur Uni Gebühren kassieren, ist der Versuch, Menschen für dumm zu verkaufen und Bildung zu privatisieren. Dieser Plan
sollte möglichst schnell wieder in der Schublade verschwinden."
Finanzminister spart Kinder in Armut
von redaktion am 05.07.2010 14:56
Finanzminister spart Kinder in Armut: Paritätischer verurteilt Etatansatz zu Kinderregelsätzen - Umsetzung des Bundesverfassungsgerichtsurteils kostet mindestens 1,5 Milliarden

Schneider
Berlin (rdp/ots) - Als neuerliche Attacke gegen Hartz IV-Bezieher verurteilt der Paritätische Wohlfahrtsverband den heute bekannt gewordenen Etatansatz zur Neugestaltung der Kinderregelsätze. Nach Modellrechnungen des Verbandes bedarf es mindestens 1,5 Milliarden Euro, um dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom Februar 2010 gerecht zu werden.
"Wenn Finanzminister Schäuble lediglich 480 Millionen Euro Mehrkosten für die Verbesserung der Hartz IV-Leistungen für Kinder einplant, hat er offensichtlich gar nicht die Absicht, das Bundesverfassungsgerichtsurteil vom Februar dieses Jahres sachgerecht umzusetzen. Lieber scheint er einen neuerlichen Verfassungsbruch in Kauf zu nehmen", kritisiert Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Verbandes. Nach Berechnungen des Verbandes würden 390 Millionen der 480 Millionen Euro allein dafür benötigt, um die Steigerung der Lebenshaltungskosten seit der letzten Regelsatzberechnung auszugleichen. Durch die im Sparpaket zudem geplante Anrechnung des Elterngeldes bei Hartz IV-Beziehern, die 400 Millionen Euro einbringen soll, stehen die Kinder im Ergebnis sogar schlechter da, als vor dem Verfassungsgerichtsurteil. "Das Bundesverfassungsgericht fordert die Bundesregierung auf, mehr für Kinder in Armut zu tun und der Finanzminister spart unbeirrt weiter. Das ist eine extreme Respektlosigkeit gegenüber dem Bundesverfassungsgericht", so Schneider.
Nach Modellrechnungen des Paritätischen wird eine verfassungskonforme Ausgestaltung des Existenzminimums für Kinder mindestens 1,5 Milliarden Euro Mehrkosten verursachen. Das Bundesverfassungsgericht hatte insbesondere fehlende Leistungen für Bildung und zur Entwicklungsförderung von Kindern beanstandet. "Man kann dies sicherlich mit Gutscheinen oder konkreten Förderangeboten regeln, aber auch diese kosten Geld", so der Hauptgeschäftsführer.
Der Verband fordert die Bundesregierung zur vorbehaltlosen Umsetzung des Bundesverfassungsgerichtsurteils auf. Im Mittelpunkt stehe allein das Wohl der Kinder. "Die Arbeitsministerin darf nicht zulassen, dass der Finanzminister die Zukunft unseres Landes kaputt spart", mahnt Schneider.
AIDS-Stiftung warnt vor weiterer Verschlechterung der Situation HIV-infizierter Menschen
von redaktion am 05.07.2010 14:47
AIDS-Stiftung warnt vor weiterer Verschlechterung der materiellen Situation bedürftiger HIV-infizierter Menschen/Stiftung stellt Jahresbericht 2009 vor

Bonn/Berlin (rdp/ots) - Bonn/Düsseldorf, 5. Juli 2010. Während die Fortschritte in der medizinischen Thera-pie für viele Betroffene zu einer Verbesserung ihrer gesundheitlichen Situation geführt haben, gibt es eine wachsende Gruppe derjenigen, die mit Nebenwirkungen, Begleiterkrankungen oder Resistenzbildungen zu kämpfen haben. Diese Menschen mit HIV und AIDS sind häufig aufgrund verminderter Erwerbsfähigkeit in einer soziomateriell schwierigen Situation. Viele von ihnen wenden sich in Notlagen mit der Bitte um Hilfe an die Deutsche AIDS-Stiftung - im Jahr 2009 waren es mehr als 2.500 Anträge, die die Stiftung erreichten.
Die meisten Antragsteller baten um Hilfen in den Bereichen Wohnen, Bekleidung und medizinische Hilfsmittel. "Es ist zu befürchten, dass sich die Einkommens-situation der auf Transferleistungen angewiesenen Menschen mit HIV und AIDS weiter verschlechtern wird", sagte Dr. Ulrich Heide, geschäftsführender Vorstand der Stiftung anlässlich der Jahrespressekonferenz bei der Landespressekonferenz NRW im Düsseldorfer Landtag.
Daher seien für arbeitsunfähige und leistungsge-minderte Betroffene die im Rahmen des Sparpaketes der Bundesregierung geplanten Kürzungen etwa bei Langzeitarbeitslosen oder Hartz IV-Empfängern nicht akzeptabel. Diese Gruppe macht rund 60 Prozent der Antragsteller aus. Das Sparpaket würde die finanzielle Situation vieler Betroffener weiter verschärfen und zu Lasten der Bedürftigs-ten gehen.
Von der Stiftung geförderte Beschäftigungsprojekte, die auf Zuschüsse der ARGEn angewiesen sind, könnten gefährdet sein. Trotz der wirtschaftlich problematischen Rahmenbedingungen gelang es der Stiftung im Jahr 2009, die Spendeneinnahmen mit rund 2,6 Millionen Euro (Brutto) relativ stabil zu halten. Die Stiftung konnte in ähnlichem Umfang wie im Vorjahr auf die privaten Spender bauen, Zurückhaltung bei Spenden und Sponsoring übten allerdings die Unternehmen. Es gelang der Stiftung dennoch, den Kernbestand der Hilfen im Bereich existentielle Notlagen aufrechtzuerhalten.
Einen Förderschwerpunkt bildeten die Wohnprojekte in Köln und Berlin: "Wir sehen in diesem Bereich einen steigenden Bedarf. Die Stiftung hat sich daher bereits vor Jahren zur Beteiligung an Immobilien zur langfristigen Sicherung notwendiger Wohn- und Pflegeprojekte entschieden", erläuterte der Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Dr. Christoph Uleer. Auch im Bereich der internationalen Hilfsprojekte habe man den Hilfeumfang Dank zweckbestimmter Spenden ausbauen können.
Das ursprüngliche Ziel der Stiftung, Betroffenen ein Mehr an Lebensqualität zu ermöglichen, musste jedoch in den Hintergrund treten.
Stuttgarter Linienbusse verheizen Heimat der Orang-Utans
von redaktion am 05.07.2010 10:11
Stuttgarter Linienbusse verheizen Heimat der Orang-Utans
Greenpeace-Aktivisten demonstrieren gegen klimaschädliches Projekt mit Palmöl-Diesel

Stuttgart/Berlin (rdp/ots) - Gegen den Einsatz von Palmöl in Stuttgarter Linienbussen demonstrieren Greenpeace-Aktivisten heute anlässlich des internationalen Kongresses "Cities for Mobility" vor dem Rathaus der Stadt. Der Grund: In Indonesien werden für den wachsenden Bedarf an Palmöl riesige Flächen wertvoller Regenwälder gerodet. Dabei wird die Heimat von bedrohten Arten wie dem Orang-Utan vernichtet und gigantische Mengen CO2 werden freigesetzt. Das Stuttgarter Pilotprojekt mit Palmöl-Diesel läuft seit zwei Jahren und könnte in Deutschland die Tür für ähnlich umweltschädliche Versuche öffnen. Deshalb informieren die Greenpeace-Aktivisten die Teilnehmer des Kongresses, der heute vom Suttgarter Oberbürgermeister, Dr. Wolfgang Schuster (CDU), eröffnet wird.
"Palmöl gehört nicht in den Tank! Wir können nicht akzeptieren, dass die Heimat des Orang-Utan in Stuttgarter Linienbussen verheizt wird", sagt Corinna Hölzel, Wald-Expertin von Greenpeace. Greenpeace fordert erneut den sofortigen Stopp des Stuttgarter Pilotprojektes mit Palmöl-Diesel. Nur so lassen sich Folgeprojekte in anderen Städten verhindern.
Auf Anfrage von Greenpeace hat sich der Stuttgarter Oberbürgermeister zum Urwald- und Klimaschutz bekannt. Auch aus seiner Sicht sei es der falsche Ansatz, lokale Umwelt- und Klimaziele durch Maßnahmen zu erreichen, die global kontraproduktiv seien. Das Roden der Regenwälder zur Kraftstoffgewinnung sei mit Ansprüchen, die Stuttgart an Nachhaltigkeit stellen, nicht in Einklang zu bringen, heißt es in einem Brief an Greenpeace. Dennoch soll das Pilotprojekt wie geplant ein weiteres Jahr fortgeführt werden, um Erkenntnisse zur Verträglichkeit von Palmöl in Motoren zu sammeln.
Palmöl im Tank ist ein europaweites Thema
Diese Erkenntnisse gibt es bereits in Helsinki. Dort fahren zu Testzwecken seit drei Jahren 300 Linienbusse mit Palmöl-Diesel des finnischen Konzerns Neste Oil. Damit liegen genügend technische Daten vor. "Das Interesse der Stadt Stuttgart an Klima- und Urwaldschutz ist vorgetäuscht. Wer Diesel aus Urwaldzerstörung einsetzt und Nachhaltigkeit predigt, ist komplett unglaubwürdig", erklärt Hölzel.
Der Palmöl-Diesel für das Stuttgarter Pilotprojekt stammt aus der Raffinerie des finnischen Mineralölkonzerns Neste Oil. Der Konzern expandiert und baut derzeit zwei weitere Großanlagen in Rotterdam und Singapur. Sind alle Anlagen in Betrieb, wird Neste Oil mit einem Bedarf von 2,5 Millionen Tonnen der weltweit größte Einzelabnehmer von Palmöl sein. Ein steigender Verbrauch von Palmöl führt dann zu weiteren Rodungen von Urwald.
In Indonesien wird in jeder Minute eine Urwaldfläche so groß wie fünf Fußballfelder für Plantagen zerstört. Besonders dramatisch für das globale Klima ist die Vernichtung der Torfwälder in Indonesien. Diese Wälder mit meterdicken Torfböden speichern große Mengen an Kohlenstoff. Wenn die Wälder gerodet sind, beschleunigt der zu CO2 zersetzte Kohlenstoff den Klimawandel.
Wohngeldkürzung wirkt wie Treibsand in Richtung Hartz IV
von redaktion am 05.07.2010 09:48
Wohngeldkürzung wirkt wie Treibsand in Richtung Hartz IV

Kipping
Berlin (rdp). Die stellvertretende Vorsitzende der LINKEN, Katja Kipping, übt scharfe
Kritik an der geplanten Kürzung des Wohngelds durch die schwarz-gelbe
Bundesregierung. Kipping fordert einen sofortigen Stopp der Pläne und
eine Anpassung des Wohngelds an die tatsächlichen Wohnkosten. Sie
erklärt:
Rücken von Menschen mit geringen Einkommen sowie Rentnerinnen und
Rentnern unverändert fort. Mit der beabsichtigten Kürzung des
Wohngeldes um 40 Prozent wird der Sozialkahlschlag weiter ungebremst
betrieben. Zahlreiche Haushalte werden nach Umsetzung der Pläne
überhaupt keinen Zuschuss mehr erhalten, andere müssen sich auf
deutlich reduzierte Zahlungen einrichten. Die Folge ist, dass noch mehr
Menschen Mietschulden haben werden. Viele der heutigen
Wohngeldbeziehenden werden so in das Repressionssystem Hartz IV
abgeschoben. Dieser Angriff auf das Wohngeld wirkt wie Treibsand in
Richtung Hartz IV. Bund und Länder reichen diese Menschen an die
ohnehin hoffnungslos klammen Kommunen weiter, die dann für die
Wohnkosten aufkommen müssen. DIE LINKE fordert die Bundesregierung auf,
diese Pläne sofort zu stoppen und eine Anpassung des Wohngeldes an die
Wohnkostenentwicklung sowie die Berücksichtigung der Heiz-, Energie-
und Nebenkosten in voller Höhe vorzunehmen."


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