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Gelbe Dekadenz
von redaktion am 16.02.2010 09:27
polis-ffd.de
Presseschau vom 16.02.2010

Der Neo-Historiker Foto: spiegel.de/getty
Gelbe Dekadenz
Mit seinen Ausfällen gegen Hartz4-Empfänger macht der FDP-Chef und Außenminister, Guido Westerwelle, Furore. Nur Keine Punkte. Seine Anwürfe fallen ihm und seiner Partei auf die Füße.

fr-online.de
"Sozialpolitischer Brandstifter"
Siegmar Gabriel zu fr-online:
… Damit wolle Westerwelle nur von den eigentlichen Sozialbetrügern ablenken: "Das sind jene, die die Finanzskandale bei den großen Banken und auf dem Investmentsektor verursacht haben. Und jene, die ihr Geld illegal in die Schweiz schaffen. Das sind die wirklichen Sozialbetrüger - und das Klientel von Herrn Westerwelle", sagt Gabriel. …

faz.net
Tolle Tage
… m Grunde handelt es sich um den Auftakt zu den Wahlen in Nordrhein-Westfalen am 9. Mai. Die FDP muss alles versuchen, um dort einen Absturz zu vermeiden, der so tief werden könnte, dass die Partei zur Regierungsbildung nicht mehr gebraucht wird. Es geht auch um die Regierungsfähigkeit in Berlin im Blick auf den Bundesrat, und es geht um die Deutungs- und Bestimmungsmacht der FDP in der Koalition. Die Frage ist nur, ob Westerwelle mit seiner Kampagne seinem Düsseldorfer Parteifreund Pinkwart wirklich einen Gefallen tut. …

spiegel.de
Westerwelle verzockt FDP-Bonus
Schonungslos und schrill führt FDP-Chef Westerwelle die Debatte um Hartz IV. Doch beim Wähler dürfte er damit kaum punkten, warnen Meinungsforscher. Für die Hau-Drauf-Taktik stellen sie dem Liberalen ein verheerendes Zeugnis aus: Die Partei sei völlig von der Rolle. …

taz.de
Die Wonnen der Dekadenz
… Westerwelles Suggestion, dieser Problemkomplex habe den Untergang Roms herbeigeführt, ist allerdings schon aus zeitlichen Gründen falsch. Schließlich hat das Imperium die Einführung der öffentlichen Getreideversorgung um mehr als ein halbes Jahrtausend überlebt. Im Übrigen zeigen gerade die Parallelen zwischen Antike und Jetztzeit, dass sich manche Phänomene der Sozial- und Wirtschaftsgeschichte kurzfristig gar nicht steuern lassen, jedenfalls nicht durch einen Gastkommentar in der Welt. …

sueddeutsche.de
''Haider der deutschen Politik''
… Und wenn das alles noch nicht genug wäre: meldete sich auch noch Ex-Erotik-Star Dolly Buster zu Wort: Sie verteidigt die Äußerungen Westerwelle. "Er sagt die Wahrheit", erklärte Buster der ddp. ...
Siehe auch:

Kritik an Westerwelle dauert an - CSU wirft FDP-Chef «Hilflosigkeit» vor - Widerspruch auch aus der eigenen Reihe - SPD verstärkt Angriff
Maurer fordert Westerwelle zum Rücktritt auf
von redaktion am 15.02.2010 11:28
Maurer fordert Westerwelle zum Rücktritt auf

Ulrich Maurer
Berlin (fhp/ddp). Linksfraktionsvize Ulrich Maurer hat FDP-Chef Guido Westerwelle in der «Hartz IV»-Debatte wegen Volksverhetzung zum Rücktritt als Außenminister aufgefordert. «Westerwelle nähert sich der Volksverhetzung», sagte Maurer am Montag in Berlin. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) müsse dem endlich Einhalt gebieten. «Westerwelle ist in seinem Amt nicht mehr tragbar.»
Wenn der Vizekanzler das vom Verfassungsgericht bestätigte Grundrecht auf ein menschenwürdiges Existenzminimum als «anstrengungslosen Wohlstand» diffamiere, vergehe er sich an der verfassungsmäßigen Ordnung, sagte Maurer. Westerwelles Äußerungen hätten «längst den Tatbestand der üblen Nachrede gegenüber den Millionen 'Hartz IV'-Beziehenden erreicht».
Der stellvertretende Fraktionschef bezeichnete Westerwelle als «Chef der Partei der Gierigen und leistungslosen Absahner». «Die Leistungsverweigerer leben in Deutschland nicht von 'Hartz IV', sondern von Zinserträgen und Spekulationsgewinnen.» Wer einen Mindestlohn verweigere und gegen die Verfolgung von Steuerhinterziehung Front mache, solle keine großen Töne über Gerechtigkeit und Leistungsgedanken spucken.
Westerwelle Äußerungen belasten Klima in der Koalition
von redaktion am 15.02.2010 10:24
Westerwelle Äußerungen belasten Klima in der Koalition - FDP-Politiker kritisieren Merkel - Bosbach fordert Besonnenheit
Von Nicole Scharfschwerdt
Berlin (fhp/ddp). Die umstrittenen Äußerungen von FDP-Chef Guido Westerwelle zur Sozialpolitik belasten das Klima in der schwarz-gelben Koalition. Mehrere FDP-Politiker übten zu Wochenbeginn scharfe Kritik an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). «Wenn Frau Merkel sich von Westerwelles Äußerungen jetzt distanziert, dann hat sie offensichtlich noch nicht verstanden, dass sie nicht mehr in der großen Koalition mit der SPD regiert», sagte Hessens FDP-Chef Jörg-Uwe Hahn. Der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion in NRW, Gerhard Papke, spottete: «Seit wann ist die Kanzlerin die Oberlehrerin der Nation?» Westerwelle selbst ging unterdessen in die Offensive und forderte eine Generaldebatte im Bundestag.
Westerwelle warf seinen Kritikern «Beleidigungen» vor und bemängelte, sie versuchten damit zu verbergen, «dass es ihnen an Wahrheit und Argumenten fehlt«. Sie sollten sich daher im Bundestag einer Debatte über soziale Gerechtigkeit stellen. Indirekt übte der FDP-Chef auch Kritik an Merkel: «Jeder hat seinen eigenen Stil. Ich will gestalten, und deswegen will ich unserem Volk auch die Wahrheit sagen. Das Herumreden um den heißen Brei führt doch nur zu noch mehr Politikverdrossenheit.»
Zugleich bekräftigte Westerwelle seine umstrittenen Äußerungen: «Wir wollen den Bedürftigen helfen, aber nicht den Findigen. Und wir dürfen nicht zulassen, dass der, der arbeitet, immer mehr der Dumme ist, weil ihm immer weniger bleibt.» Die Vorsitzende der FDP-Bundestagfraktion, Birgit Homburger stärkte ihm den Rücken. In Deutschland müsse man «noch mal sagen dürfen, dass Wohlstand nicht nur verteilt werden» könne, sondern dass er zunächst von den Steuerzahlern hart zu erarbeiten sei.
Auch in den Ländern wächst die Kritik an der Kanzlerin: Hahn forderte Merkel auf, ihren Vize gegen Anwürfe aus der CDU zu verteidigen. »Ich erwarte ein Machtwort von Angela Merkel«, sagte Hahn. Die Bundeskanzlerin müsse »ihren Stellvertreter vor unmöglichen Beschimpfungen aus der Union in Schutz nehmen«. Bayerns FDP-Chef Martin Zeil kritisierte, die Kanzlerin ergehe sich in «machttaktischen Spielchen» und flirte zusammen mit NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) mit den Grünen. «Keine fünf Monate nach einer dank der FDP fulminant gewonnenen Bundestagswahl empfinde ich das als Unverschämtheit», sagte er.
Unterdessen gingen weitere Unions-Politiker auf Distanz zu Westerwelle. CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt sagte, Fordern und Fördern gehöre zwar immer zusammen. Doch sei Solidarität ein Grundpfeiler der sozialen Marktwirtschaft. Er betonte zugleich: «Das ist in keinster Weise sozialistisch.» Als Bundesminister müsse man sich immer bewusst sein, »dass man alle Deutschen vertritt und nicht nur bestimmte Gruppen.»
Auch Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Wolfgang Böhmer (CDU) wies die Äußerungen Westerwelles zurück. Dass diese Debatte sozialistische Züge trage, sei nicht nachvollziehbar. Zugleich machte er deutlich, dass er keinen Bedarf für höhere «Hartz-IV»-Regelsätze bei Erwachsenen sehe. Er halte diese für aktuell »durchaus auskömmlich«. Veränderungen bei den Sätzen für Kinder hingegen seien angemessen.
Der CDU-Innenpolitiker Wolfgang Bosbach mahnte zu mehr Besonnenheit. »Ich mache mir schon Sorgen über das Erscheinungsbild der Koalition - gerade in den letzten Tagen nicht nur wegen der umstrittenen Äußerungen von Guido Westerwelle», sagte Bosbach. «Wenn die Menschen das Gefühl bekommen, die Regierungsparteien beschäftigen sich mehr mit sich selber, mit Strategie und Taktik als mit unseren Sorgen, mit den Problemen des Landes, dann wird die Zustimmung zur Koalition nicht größer«, fügte er hinzu.
(Quellen: Hahn, Papke und Zeil in der »Financial Times Deutschland«; Hahn auch in der »Frankfurter Rundschau«; Westerwelle in der »Bild«-Zeitung; Homburger im SWR; Dobrindt in der »Passauer Neuen Presse»; Böhmer im Deutschlandfunk; Bosbach im ARD-«Morgenmagazin»)
Fehlgeleitet
von redaktion am 15.02.2010 08:59
polis-ffd.de
Presseschau vom 15.02.2010

Kämpfe starben am Sonntag zwölf Zivilisten durch Raketen. Foto: sz.de/Getty
Fehlgeleitet
15.000 ausländische und afghanische Soldaten führen im Süden Afghanistans die Groß-Offensive Muschtarak gegen starke Talibanverbände. Zum Auftakt töten zwei „fehlgeleitete“ Nato-Raketen 12 Zivilisten.

fr-online.de
Zahlreiche zivile Opfer
Bei einer der größten Nato-Offensiven gegen die Taliban seit Beginn des Afghanistan-Krieges sind US-Soldaten in teils schwere Kämpfe verwickelt worden. Marineinfanteristen, die die Speerspitze des Angriffs von 15.000 afghanischen und alliierten Soldaten bildeten, lieferten sich am Wochenende in der Rebellen-Hochburg Mardscha stundenlange Gefechte mit Aufständischen. Dabei wurden nach Nato-Angaben zwölf Zivilisten getötet. …

faz.net
Zwölf Zivilisten bei Offensive getötet
… Isaf-General Stanley McChrystal habe sich dafür beim afghanischen Präsidenten Hamid Karzai entschuldigt. Die alliierten Truppen würden alles daran setzen, ähnliche Todesfälle in Zukunft zu vermeiden, sagte McChrystal.
Karzai äußerte ebenfalls sein Bedauern und ordnete eine Untersuchung des Vorfalls in der Provinz Helmand an. …

spiegel.de
Clinton verspricht Afghanen langfristige Hilfe
… Nach offiziellen afghanischen Angaben wurden bislang mindestens 27 Aufständische getötet. Die Isaf teilte am Sonntag mit, einer ihrer Soldaten sei bei einem Anschlag in Südafghanistan getötet worden. Es wurden weder Angaben zur Nationalität des Toten gemacht noch darüber, ob der Anschlag mit der laufenden Offensive in Verbindung steht. Am ersten Tag der Offensive waren schon zwei Isaf-Soldaten getötet worden. Ein britischer Soldat geriet bei einer Patrouille in eine Sprengfalle. Ein amerikanischer Marineinfanterist kam in einem Feuergefecht ums Leben. …

sueddeutsche.de
Desaströser Start
… Für die Taliban - die alles dafür geben, die ausländischen Soldaten als Besatzer darzustellen - ist der erneute Vorfall Wasser auf ihre Mühlen. Karsai hatte die Streitkräfte zu Beginn der Operation, bei der vor allem Afghanen, Amerikaner und Briten kämpfen, unmissverständlich aufgefordert, keine Zivilisten zu gefährden. Auch die Vereinten Nationen appellierten noch am Sonntag an die Konfliktparteien, Unbeteiligte zu schützen. Ohne Erfolg. ...
Dresden zeigt Gesicht
von redaktion am 14.02.2010 10:56
Dresden zeigt Gesicht - Tausende bilden am Jahrestag der Bombardierung Menschenkette gegen Neonazi-Aufmarsch
Dresden (fhp/ddp). Die Dresdner zeigen Zivilcourage: Viel mehr Menschen als erwartet haben sich am Samstag in der Stadt zum friedlichen Protest versammelt und ein Zeichen gegen Rechtsextremismus gesetzt. Am 65. Jahrestag der Zerstörung Dresdens bei alliierten Bombenangriffen fassten sich etwa 15 000 Menschen an den Händen und bildeten eine lange Kette, die vom Altmarkt entlang der Elbe bis zur Semperoper reichte. Mit ihrem stillen und friedlichen Protest schützten sie die Altstadt symbolisch vor dem Aufmarsch der nach Polizeiangaben rund 5000 Neonazis, die sich wenige Kilometer entfernt am Neustädter Bahnhof zu einer Kundgebung versammelt hatten.
Dresden war an diesem 13. Februar eine Stadt im Ausnahmezustand: Tausende Polizisten schirmten die genehmigte Kundgebung der Rechtsextremisten vor Gegendemonstranten ab. Letztere blockierten Zufahrtsstraßen und auch die Gleise zwischen Haupt- und Neustädter Bahnhof, um den Neonazis den Weg in die Stadt zu versperren. Über der Stadt kreisten den ganzen Tag Polizeihubschrauber.
Das Aktionsbündnis «Dresden Nazifrei» hatte seine Anhänger aus ganz Deutschland zum zivilen Ungehorsam aufgerufen - mit Erfolg: Die «Junge Landsmannschaft Ostdeutschland» (JLO), die den größten Neonazi-Aufmarsch mit 8000 erwarteten Teilnehmern angemeldet hatte, konnte letztlich deutlich weniger Anhänger mobilisieren. Aufgrund der Blockaden der Gegendemonstranten gestattete ihnen die Polizei aus Sicherheitsgründen nicht, durch die Stadt zu marschieren. Die JLO-Anhänger mussten sich auf die Kundgebung am Neustädter Bahnhof beschränken.
Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) zeigte sich überwältigt von der Resonanz, die ihr Aufruf zu der Menschenkette bewirkt hatte. «Alt- und Neunazis versuchen, unseren Tag der Trauer zu missbrauchen. Wir stellen uns deutlich und eindrucksvoll dagegen», sagte Orosz. Tatsächlich standen die Dresdner und ihre Gäste teilweise in Dreierreihen vom Neumarkt bis zum Altmarkt. Als die Kette geschlossen war, läuteten zum Gedenken an die vielen Toten jener Bombennächte am 13. und 14. Februar 1945 die Kirchenglocken in der Innenstadt.
Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU), der mit Orosz die Menschenkette eröffnet hatte, freute sich über die große Protestwelle gegen den Aufmarsch der Rechtsextremisten. Die Dresdner hätten an diesem Samstag Gesicht gezeigt und den Nazis die Stirn geboten, sagte Tillich. Grünen-Chefin Claudia Roth betonte: "Heute ist ein Tag der Trauer und der Demokratie, der nicht nur die Menschen in Dresden angeht, sondern die ganze Bundesrepublik Deutschland.»
Tausende Polizisten, die unter anderem mit Wasserwerfern und Räumpanzern im Einsatz waren, hatten die Situation in Dresden bis zum späten Nachmittag unter Kontrolle. Vereinzelt kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Rechten und Gegendemonstranten. Die befürchteten Ausschreitungen blieben jedoch zunächst aus.
In der Altstadt sollte auch der Abend im Zeichen friedlichen Gedenkens stehen: Vor der Frauenkirche wollte der ehemalige Bundesinnenminister und gebürtige Dresdner Gerhart Baum eine Gedenkrede halten.
Der Spalter
von redaktion am 13.02.2010 08:57
Presseschau vom 13.02.2010

Guido Westerwelle Foto:ddp
Der Spalter
Mit seinen Äußerungen zum Hartz4-Urteil löst Guido Westerwelle Entrüstungsstürme aus. Sein rücksichtsloses Ausspielen von Arbeitnehmern gegen Empfänger von Sozialleistungen trägt manische Züge.

Fr-online.de
Spätrömischer Steuersozialismus
… "Wenn man in Deutschland schon dafür angegriffen wird, wenn man sagt, dass derjenige, der arbeitet, mehr haben muss als derjenige, der nicht arbeitet, dann ist das geistiger Sozialismus."
Westerwelle kommt offenbar nicht auf den Gedanken, dass sich seine Forderung auch erfüllen ließe, wenn die Einkommen von Geringerverdienern höher wären. Er zielt nicht auf Lohnuntergrenzen oder das Verhindern von Tarifflucht, sondern will den Lohnabstand durch geringere Hartz-IV-Sätze gewährleisten. …

faz.net
Empörung über Westerwelle - „Millionen Menschen verhöhnt“
Mit seiner scharfen Kritik an der Hartz-IV-Debatte hat der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle Empörung ausgelöst. Aus der SPD kam die Forderung nach einer Entschuldigung, die Westerwelle aber ablehnte. Grüne und Linkspartei warfen dem Außenminister vor, den sozialen Frieden zu gefährden. Gewerkschaften und Sozialverbände sehen durch seine Äußerungen Millionen Langzeitarbeitslose diffamiert. …

spiegel.de
Westerwelle wütet sich in die Isolation
Von wegen Entschuldigung: FDP-Chef Westerwelle legt bei seiner Hartz-IV-Kritik sogar noch nach. Jede andere Position als seine eigene brandmarkt er als "Sozialismus". Angela Merkel distanziert sich vom Ton ihres Vizekanzlers - und auch die Liberalen halten sich mit Solidaritätsadressen zurück. …

taz.de
Merkel auf Distanz zu Westerwelle
… Grünen-Chef Cem Özdemir sagte dazu: "Die FDP spielt gnadenlos Geringverdiener gegen Arbeitslose aus und zündelt so am sozialen Frieden im Land." Westerwelle schwebe auf einer wattigen Luxuswolke. Der Bundesgeschäftsführer der Linken, Dietmar Bartsch, kritisierte: "Kaum brechen die Umfragewerte zu Recht ein, keilt und tritt Westerwelle nach den Schwächsten in der Gesellschaft." ...
Kraft: Westerwelle ist ein politischer Brandstifter
von redaktion am 12.02.2010 14:30
Kraft: Westerwelle ist ein politischer Brandstifter

Hannelore Kraft
Zu den Hartz IV-Äußerungen von Guido Westerwelle erklärt die stellvertretende SPD-Parteivorsitzende Hannelore Kraft:
FDP-Chef Westerwelle verliert in seiner Panik über den Umfrageabsturz den Verstand und den Anstand. Wer so wie Herr Westerwelle über die Schwächsten der Gesellschaft herzieht, ist ein politischer Brandstifter. Das Bundesverfassungsgericht hat angemahnt, dass auch Hartz IV-Beziehern, insbesondere Kindern, eine Teilhabe an der Gesellschaft möglich sein muss. Wenn dies für Herrn Westerwelle Sozialismus ist, zeigt er eine erschreckende menschliche Kälte und politische Einfältigkeit. Die Wahrheit ist: Die
FDP betreibt eiskalt den schwarz-gelben Weg in die Dumpinglohn-Gesellschaft ohne flächendeckende Mindestlöhne, immer mehr prekäre Beschäftigungsverhältnisse und die wachsende Ausbeutung in der Leih- und Zeitarbeit. Die Mövenpick-Partei FDP ist eben die Klientelpartei der Bestverdienenden. Für Herrn Westerwelle sind nur diejenigen mit den dicken Bankkonten Leistungsträger, die Armen sollen sich mit Almosen zufriedengeben. Wer so redet, ist geistiger Wegbereiter für reiche Steuerbetrüger, die ihr
Geld ins Ausland schaffen anstatt in Deutschland ehrlich Steuern zu zahlen.
Dresden tritt Aufmarsch Tausender Neonazis entgegen
von redaktion am 12.02.2010 13:09

Dresden tritt Aufmarsch Tausender Neonazis entgegen
Dresden (fhp/ddp). Dresden will am Samstag mit zahlreichen Veranstaltungen, Aktionen und Demonstrationen dem geplanten Aufmarsch Tausender Neonazis aus ganz Europa entgegentreten. Am Jahrestag der Zerstörung der Stadt durch Bombenangriffe der Alliierten vor 65 Jahren findet auf dem Heidefriedhof (11.00 Uhr) die traditionelle Kranzniederlegung statt, zu der unter anderem Ministerpräsident Stanislaw Tillich und Oberbürgermeisterin Helma Orosz (beide CDU) erwartet werden.
Anlässlich des Jahrestages werden am Samstag zudem Tausende Demonstranten aus allen Teilen des Landes in der Stadt erwartet. Auf dem Postplatz beginnt um 11.30 Uhr ein Friedensgebet mit 100 Bläsern der Sächsischen Posaunenchöre. Die Teilnehmer wollen sich anschließend auf dem Altmarkt in eine Menschenkette einreihen, zu der unter anderen die Oberbürgermeisterin aufgerufen hat. Die Dresdner wollen sich damit gegen den Missbrauch des Gedenktages durch Rechtsextremisten wehren.
Die rechtsextreme «Junge Landsmannschaft Ostdeutschland» (JLO) hat einen «Trauerzug» durch Dresden angemeldet. Erwartet werden zwischen 6500 und 8000 Neonazis aus ganz Europa, darunter auch eine hohe Zahl gewaltbereiter Personen. Das Sächsische Oberverwaltungsgericht in Bautzen hatte am Donnerstag ein Urteil der Vorinstanz weitgehend bestätigt, wonach die JLO am Samstag wie geplant durch die Stadt marschieren darf. Die Richter erklärten ein Verbot des Demonstrationszuges der JLO durch die Stadtverwaltung für unzulässig.
Das Bündnis «Dresden Nazifrei» hat dazu aufgerufen, den Aufmarsch der Rechtsextremisten zu blockieren. Es rechnet nach eigenen Angaben mit mehr als 10 000 Teilnehmern. Ein Großaufgebot der Polizei aus mehreren Bundesländern wird die Veranstaltungen absichern.
Vor der Frauenkirche hält am Abend (19.00 Uhr) der ehemalige Bundesinnenminister und gebürtige Dresdner Gerhart Baum die Gedenkrede. Bei den Bombenangriffen im Februar 1945 waren nach den Ergebnissen einer von der Stadt eingesetzten Historikerkommission bis zu 25 000 Menschen ums Leben gekommen.
Schösser wirft Westerwelle «Hinterhältigkeit» vor
von redaktion am 12.02.2010 12:55
Schösser wirft Westerwelle «Hinterhältigkeit» vor
München (fhp/ddp). Der scheidende bayerische DGB-Vorsitzende Fritz Schösser wirft der FDP unsoziale Politik vor. Parteichef Guido Westerwelle solle sich seine «Sprüche», dass sich Leistung wieder lohnen müsse und mehr Netto vom Brutto bleiben müsse, sparen, forderte Schösser am Freitag auf der DGB-Wahlbezirkskonferenz in München. Westerwelles Umgang mit sozial Schwachen sei geprägt von «Hinterhältigkeit» und Zumutungen. Schösser beschrieb das Verhalten der Liberalen drastisch so: «Wir kacken euch auf den Tisch, damit bei unseren FDP-Wählern der Boden sauber bleibt.»
Der bayerische DGB wählt am Freitagnachmittag nach 20 Jahren einen Nachfolger für Schösser, der auf eine Wiederwahl verzichtet hat. Dabei kommt e zu einer Kampfkandidatur zwischen dem IG-Metall-Pressesprecher Matthias Jena und dem Gesundheitsexperten der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, Dominik Schirmer. Es ist das erste Mal in der Geschichte des DGB im Freistaat, dass zwei Bewerber gegeneinander um den Spitzenposten antreten. Schösser hat keine Empfehlung für seine Nachfolge abgegeben.
Klappe, Action
von redaktion am 12.02.2010 09:14
polis-ffd.de
Presseschau vom 12.02.2010

Klappe, Action
Wie politisch sind die Berliner Filmfestspiele? Wenn man Dieter Kosslick, dem Festivalleiter glauben mag: sehr politisch. Gestern wurde die 60. Berlinale eröffnet. Man darf gespannt sein.

Fr-online.de
Die 60. Berlinale ist eröffnet
… Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) sagte auf der von Anke Engelke moderierten und von 3sat live übertragenen Gala: "Die Berlinale ist aus dem kulturellen Leben dieser Stadt und unseres Landes nicht mehr wegzudenken." Für ihn gehöre das Festival "zu den Gründungsmythen der Bundesrepublik". Nirgendwo seien Kino, Politik und Weltoffenheit derart vereint. …

faz.net
Vorhang auf
… Der Frost ist also genauso Teil der Festivalgeschichte wie der Kalte Krieg, dem sich die Entstehung der Berlinale ja auch verdankt. Wenn man die zum Jubiläum entstandene Dokumentation „Spur der Bären“ von Alfred Holighaus und Hans-Christoph Blumenberg sieht, die am Wochenende Premiere hat, dann begreift man erst wieder, wie sehr sich das Festival über politische Zwänge definiert hat. …

spiegel.de
Filme futtern gegen die Kälte
… So werden zwar am Wochenende internationale Stars wie Pierce Brosnan, Ewan McGregor und Leonardo DiCaprio über den roten Teppich flanieren - und das ist auch gut so, denn zum Filmgeschäft gehört immer auch ein bisschen Flitter. Aber im Mittelpunkt dieses Winterfestivals, das sich in diesem Jahr mit Schneeschauern und glatten Bürgersteigen von seiner grimmigsten Seite zeigt, stehen die unbequemen, in ihrer Verkopftheit und Nachdenklichkeit manchmal auch quälenden, meistens aber interessanten Filme, die über der conditio humana brüten und den Zustand der Gesellschaft reflektieren. ...

taz.de
Filme kurbeln die Wirtschaft an
… Gregor weiß die gewisse Verschwendungssucht zu schätzen, die die Jagd nach Glamour mit sich bringt. Der Drogenhändler erklärt: "Koks geht während der Berlinale super. Da kommen immer die Filmstudenten, die auf dicke Hose machen wollen." Der Hang zum Lotterleben beschert auch den Callgirls satte Einnahmen. Aus der Agentur My Escort Berlin heißt es: "Zur Berlinale haben wir 50 Prozent mehr Buchungen." ...


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