Dresden tritt Aufmarsch Tausender Neonazis entgegen

[ Nach unten  |  Zum letzten Beitrag  |  Thema abonnieren  |  Neueste Beiträge zuerst ]


redaktion
Administrator

46, Männlich

Beiträge: 2408

Dresden tritt Aufmarsch Tausender Neonazis entgegen

von redaktion am 12.02.2010 13:09






Dresden tritt Aufmarsch Tausender Neonazis entgegen

Dresden (fhp/ddp). Dresden will am Samstag mit zahlreichen Veranstaltungen, Aktionen und Demonstrationen dem geplanten Aufmarsch Tausender Neonazis aus ganz Europa entgegentreten. Am Jahrestag der Zerstörung der Stadt durch Bombenangriffe der Alliierten vor 65 Jahren findet auf dem Heidefriedhof (11.00 Uhr) die traditionelle Kranzniederlegung statt, zu der unter anderem Ministerpräsident Stanislaw Tillich und Oberbürgermeisterin Helma Orosz (beide CDU) erwartet werden.

Anlässlich des Jahrestages werden am Samstag zudem Tausende Demonstranten aus allen Teilen des Landes in der Stadt erwartet. Auf dem Postplatz beginnt um 11.30 Uhr ein Friedensgebet mit 100 Bläsern der Sächsischen Posaunenchöre. Die Teilnehmer wollen sich anschließend auf dem Altmarkt in eine Menschenkette einreihen, zu der unter anderen die Oberbürgermeisterin aufgerufen hat. Die Dresdner wollen sich damit gegen den Missbrauch des Gedenktages durch Rechtsextremisten wehren.

Die rechtsextreme «Junge Landsmannschaft Ostdeutschland» (JLO) hat einen «Trauerzug» durch Dresden angemeldet. Erwartet werden zwischen 6500 und 8000 Neonazis aus ganz Europa, darunter auch eine hohe Zahl gewaltbereiter Personen. Das Sächsische Oberverwaltungsgericht in Bautzen hatte am Donnerstag ein Urteil der Vorinstanz weitgehend bestätigt, wonach die JLO am Samstag wie geplant durch die Stadt marschieren darf. Die Richter erklärten ein Verbot des Demonstrationszuges der JLO durch die Stadtverwaltung für unzulässig.

Das Bündnis «Dresden Nazifrei» hat dazu aufgerufen, den Aufmarsch der Rechtsextremisten zu blockieren. Es rechnet nach eigenen Angaben mit mehr als 10 000 Teilnehmern. Ein Großaufgebot der Polizei aus mehreren Bundesländern wird die Veranstaltungen absichern.

Vor der Frauenkirche hält am Abend (19.00 Uhr) der ehemalige Bundesinnenminister und gebürtige Dresdner Gerhart Baum die Gedenkrede. Bei den Bombenangriffen im Februar 1945 waren nach den Ergebnissen einer von der Stadt eingesetzten Historikerkommission bis zu 25 000 Menschen ums Leben gekommen.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 12.02.2010 13:15.

« zurück zum Forum