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CSU regt Austritt Griechenlands aus Währungsunion an

von redaktion am 24.04.2010 11:45




CSU regt Austritt Griechenlands aus Währungsunion an

Berlin/Athen (rdp/dts) - In der Debatte um die Griechenland-Hilfen der Bundesregierung fordert die CSU, einen Ausstieg des Landes aus der Europäischen Währungsunion zu prüfen. "Griechenland hat nicht nur ein Liquiditäts-, sondern auch ein grundsätzliches Wachstums- und Strukturproblem", sagte CSU-Landesgruppenchef Hans-Peter Friedrich dem Nachrichten-Magazin "Der Spiegel". Deshalb solle das Land "ernsthaft erwägen, aus dem Euro-Raum auszutreten". Ein solcher Schritt, sagte Friedrich, dürfe "nicht zum Tabu erklärt werden". Zugleich stellte SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier klar, dass die Sozialdemokraten auf ein geordnetes Gesetzgebungsverfahren für das geplante Griechenland-Gesetz bestehen. "Die Entscheidungen über mögliche Finanzhilfen für Griechenland sind von grundsätzlicher Bedeutung für die Zukunft der Europäischen Union", heißt es in einem Schreiben von Steinmeier an Kanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Wolfgang Schäuble. Deshalb müsse das V
orhaben
"im Parlament gründlich diskutiert und verantwortlich entschieden werden". Schäuble solle das entsprechende Gesetz deshalb umgehend auf den Weg bringen. Werner Langen, der Chef der CDU/CSU-Gruppe im Europaparlament, forderte einen Ausstieg Griechenlands aus der Währungsunion, so dass das Land "mit harten Strukturreformen wieder wettbewerbsfähig" werden könne.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 24.04.2010 11:46.

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Rie ne va plus - polis-Presseschau

von redaktion am 24.04.2010 09:29




Presseschau vom 24.04.2010



Die Griechenland-Krise kommt für die Kanzlerin äußerst ungelegen. Foto: spiegel.de/ddp


Rie ne va plus

Es ist soweit – Griechenland bittet die Eu und den IWF um Hilfe. Das mit 300 Milliarden Euro verschuldete Land steht vor dem Bankrott. Die Hilfe wird wohl gewährt. Skeptiker fürchten einen gefährlichen Ansteckungseffekt.





fr-online.de

Athen zieht die Notbremse

… "Es ist eine extreme Notwendigkeit, eine nationale Notwendigkeit", sagte Regierungschef Giorgos Papandreou in einer Fernsehansprache. Ursprünglich war die konkrete Hilfsanfrage erst für Mitte Mai erwartet worden. Doch nachdem die EU-Statistikbehörde das Defizit Griechenlands am Donnerstag erneut nach oben korrigiert hatte, stiegen die Risikoaufschläge für Staatsanleihen auf neue Rekorde. Damit werden Schulden für Athen immer teurer. …




faz.net

Ökonomen sehen Verstoß gegen Maastricht-Vertrag

… Die Finanzhilfe für das überschuldete Griechenland stößt auf Kritik von deutschen Ökonomen. Viele sehen darin einen Verstoß gegen das im Maastricht-Vertrag festgelegte Verbot der Haftungsübernahme für Schulden (No-bailout-Klausel) eines Euro-Mitgliedstaates. „Das alles ist nicht gut für die Währungsunion, denn das Vertrauen in ihr Funktionieren muss zwangsläufig Schaden nehmen, wenn so offensichtlich die selbst gesetzten Regeln des No-bailout umgangen werden“, sagt Christoph Schmidt, Mitglied im Sachverständigenrat und Präsident des RWI-Instituts in Essen. …




spiegel.de

Merkel steckt in der Griechenland-Falle

… Damit ist der Plan von Kanzlerin Angela Merkel und ihrer schwarz-gelben Bundesregierung dahin: Sie hofften, dass die Griechen vielleicht doch noch ein paar Wochen durchhalten, bevor sie um Hilfe bitten. Hauptsache, die so wichtige Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen am 9. Mai ist vorüber, bei der CDU und FDP auf die Fortführung ihrer Koalition hinarbeiten. Merkel und ihr Koalitionspartner Guido Westerwelle wissen genau: Die Zahlung von deutschen Steuermilliarden an die Griechen ist beim Wahlvolk äußerst unpopulär. Nach dem 9. Mai ließe sich über die ungeliebten Milliarden für Athen leichter reden. …




welt.de

Bundesbank-Chef warnt EU vor Ansteckungsgefahr

… Nach dem Hilferuf der griechischen Regierung an die EU und an den Internationalen Währungsfonds (IWF) sieht Bundesbank-Präsident Axel Weber ein Ansteckungsrisiko für andere Staaten. Er warnte davor, dass die Schwierigkeiten Griechenlands, seine Verschuldung in den Griff zu bekommen, auf andere Länder übergreifen könnten.
In Europa kursiert seit einiger Zeit die Sorge, dass die Schuldenkrise Griechenlands auch andere Euro-Länder wie Portugal oder Spanien in Mitleidenschaft zieht. Die Gefahr einer Ansteckung war einer der wichtigsten Gründe, warum sich die EU schließlich dafür entschieden hat, Griechenland trotz aller Zahlentricks mit Krediten zu unterstützen. ...

Antworten Zuletzt bearbeitet am 24.04.2010 09:44.

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ZDF-Forum am Freitag zum Thema "Militärfalle Afghanistan?"

von redaktion am 23.04.2010 15:33




ZDF-Forum am Freitag zum Thema "Militärfalle Afghanistan?"
Aiman Mazyek fordert Abzug der deutschen Truppen




MainzBerlin (rdp/ots) - Aus aktuellem Anlass widmet sich das ZDF-"Forum am Freitag" am 23. April 2010 dem Thema "Militärfalle Afghanistan". Zu Gast sind die beiden Gründer des internationalen Friedenskorps Grünhelme e.V., Aiman Mazyek und Rupert Neudeck. "Forum"-Moderator Kamran Safiarian spricht mit ihnen über die derzeitige Situation und die Rolle der Bundeswehr in dem Land am Hindukusch.

Aiman Mazyek, zugleich Generalsekretär des Zentralrats der Muslime in Deutschland, fordert den Abzug der deutschen Truppen: "Afghanistan, das ist nicht unser Krieg. Wir müssen die Soldaten so schnell wie möglich nach Hause holen", sagte er im "Forum am Freitag". Der Mitbegründer des christlich-muslimischen Friedenskorps zeigte sich "tief bestürzt" von den erneuten Todesfällen unter deutschen Soldaten und sprach den Angehörigen sein Mitgefühl aus. Zur Begründung seiner Forderung nach dem Truppenabzug aus Afghanistan sagte Mayzek: "Wir dürfen das Vermächtnis unserer Toten aus dem Zweiten Weltkrieg nicht vergessen, das da heißt: Nie wieder Krieg. Das gehört auch zu den deutschen Werten." Die Deutschen sollten den Afghanen ausschließlich mit zivilen Mitteln wieder auf die Beine helfen: "Das ist patriotisch und wird nachhaltig die Taliban in die Knie zwingen und den Terrorismus austrocknen."

Der jetzige Vorsitzende der Grünhelme e.V. Rupert Neudeck fordert einen Abzug der deutschen Soldaten und warnt im "Forum am Freitag": "Wir dürfen jetzt nicht in die Militärfalle tappen. Ich höre bereits Stimmen wie im Vietnamkrieg - es sollen noch mehr Soldaten dahin - das bringt nichts. Militärs können keine zivile Aufbauhilfe leisten. Das war der große Irrtum. Die Einzigen, die dort Hilfe leisten können, sind Afghanen."

Das komplette Interview ist am Freitag, 23. April 2010, ab 9.00 Uhr unter www.forumamfreitag.zdf.de abrufbar.

Darüber hinaus wird der Beitrag am Freitag, 23. April, 16.15 Uhr im digitalen ZDFinfokanal ausgestrahlt.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 23.04.2010 15:34.

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Patent auf Züchtung von Schweinen gestoppt

von redaktion am 23.04.2010 15:20




Patent auf Züchtung von Schweinen gestoppt
Greenpeace: Wichtiger Erfolg für Verbraucher und Landwirte in Europa




Hamburg/München/Berlin (rdp/ots) - Das umstrittene "Schweine-Patent" ist am Dienstag vom Europäischen Patentamt (EPA) nach einem Einspruch von Greenpeace und weiteren Organisationen widerrufen worden. Damit verlieren die Ansprüche eines US-Konzerns auf Schweine-Rassen, die besonders viel Fleisch produzieren, ihre Gültigkeit. Über 50 Verbände, 5000 Privatpersonen, sowie die hessische Landesregierung hatten im April 2009 einen Sammeleinspruch gegen das ursprünglich vom Agrarkonzern Monsanto angemeldete Patent beim EPA eingereicht. Greenpeace fordert die Bundesregierung auf, dem im Koalitionsvertrag beschlossenen Verbot von Patenten auf Nutztiere- und pflanzen gesetzliche Regelungen folgen zu lassen.

"Die Rücknahme des Schweine-Patentes ist ein wichtiger Erfolg für Verbraucher und Landwirte in Europa", sagt Christoph Then, Patent-Berater für Greenpeace. "Dieser Erfolg zeigt, dass auch große Konzerne dem Druck der Öffentlichkeit nachgeben müssen. Nun sollten klare Gesetze gegen derartige Patente folgen."

Monsanto hatte das Patent 2004 angemeldet und nach heftigen Protesten 2007 an den US-Schweinezuchtkonzern Newsham Choice Genetics verkauft, der mit Monsanto kooperiert. 2008 wurde das Patent in Europa erteilt, im April 2009 legte das Bündnis Einspruch ein. Das Patent EP 1651777 bezog sich auf einen Gentest, der die Zucht von besonders ertragreichen Schweinen ermöglichen soll. Der Test spürt ein Leptin-Rezeptor-Gen im Erbgut der Tiere auf, über das die Mastleistung erhöht werden kann.

Allerdings erstreckt sich das Patent nicht nur auf den Test, sondern auch auf die Schweine selbst. Die einsprechenden Verbände - unter anderem die Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall, Misereor, die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft und Kein Patent auf Leben! - machten geltend, dass das fragliche Gen in allen Schweinerassen vorkommt.

"Das Problem ist aber noch nicht vom Tisch. Es werden immer neue Patente auf Tiere, Pflanzen und Lebensmittel angemeldet und genehmigt", sagt Then. Bereits nächste Woche will eine internationale Koalition gegen Patente, die von Greenpeace mit begründet wurde, neue Zahlen über aktuelle Patentanmeldungen veröffentlichen.

Da die europäischen Patentgesetze von 1998 bis heute in wesentlichen Fragen schwammig gefasst sind, ist die Patentvergabe Auslegungssache der Patentämter. Seit Jahren erteilt zum Beispiel das EPA in München Monopolrechte auf Tiere und Pflanzen, die nur durch Einsprüche neu verhandelt und zum Teil rückgängig gemacht werden können. Auch Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) hat sich für ein Verbot derartiger Patente ausgesprochen. Nach Auffassung von Greenpeace müssen den Absichtserklärungen des Koalitionsvertrages nun auf EU-Ebene Neuverhandlungen der Patentgesetze folgen.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 23.04.2010 16:17.

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Bei der Diskussion um den Mindestlohn geht es um die Würde der Arbeit

von redaktion am 23.04.2010 15:14




Nahles: Bei der Diskussion um den Mindestlohn geht es um die Würde der Arbeit.


Nahles

Berlin (rdp). Zur heutigen Bundestagsdebatte zum Thema Mindestlohn erklärt SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles:

Unsere Gesellschaft gründet zu einem erheblichen Teil auf Arbeit. Arbeit ist die Quelle gesellschaftlichen Reichtums. Und weil das so ist, müssen die Menschen, die den Reichtum dieser Gesellschaft erarbeiten, geachtet werden und einen Lohn bekommen, der zum Leben reicht. Bei der Diskussion um den Mindestlohn geht es zuallererst um die Würde der Arbeit.

Wir Sozialdemokraten sagen deshalb seit langem: Wir wollen Mindestlöhne. Wir sagen auch: Tariflich vereinbarte Mindestlöhne haben Vorrang. Deshalb haben wir durchgesetzt, dass das Arbeitnehmer-Entsendegesetz grundsätzlich für alle Branchen geöffnet wird. Wir haben in unserer Regierungszeit dafür gesorgt, dass Schritt für Schritt mehr Branchen in das Entsendegesetz aufgenommen wurden. Das Ergebnis ist: Heute können Millionen Menschen von tariflich vereinbarten Mindestlöhnen profitieren.

Wir wissen aber auch: Das reicht nicht. Unser Land braucht zusätzlich einen gesetzlichen Mindestlohn. Denn es gibt Bereiche, in denen Tarifverträge nicht greifen oder im Armutslohnbereich liegen. Wir müssen feststellen, dass sich immer mehr Arbeitgeber der Tarifbindung entziehen und Lohndumping betreiben. Deshalb sind die Erstreckung von tariflichen Mindestlöhnen über das Entsendegesetz und ein ergänzender gesetzlicher Mindestlohn eben kein Eingriff in die Tarifautonomie; sie sind eine notwendige
Ergänzung des Tarifvertragssystems.

Die Regierungsparteien wissen, dass mit Lohndumping gerade die tariftreuen Unternehmen, die anständige Löhne zahlen, benachteiligt werden. Das ist ein Bruch mit dem Prinzip fairen Wettbewerbs.

Und sie wissen, dass die Staatskassen mit dieser Art von Schmutzkonkurrenz massiv geplündert werden. Rund 9 Milliarden Euro kostet die Steuerzahler die Tatsache, dass immer mehr Menschen ergänzendes Arbeitslosengeld II beantragen müssen, weil für Ihre Arbeit nur Armutslöhne gezahlt werden. Alles das nehmen sie mindestens nicht zur Kenntnis, wahrscheinlicher ist: Sie wollen das so. Sie verabschieden sich damit von den Grundprinzipien der sozialen Marktwirtschaft. Das ist weder liberal noch christlich."

Antworten Zuletzt bearbeitet am 23.04.2010 15:14.

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Das Gegenteil ist richtig - polis-Presseschau

von redaktion am 23.04.2010 08:59




Presseschau vom 23.04.2010



Der Verteidigungsminister vor dem Untersuchungsausschuss:
"Mein Vertrauen war erschüttert." Foto: taz.de/dpa


Das Gegenteil ist richtig

Der Verteidigungsminister ist noch nicht durch. Der Auftritt Karl-Theodor zu Guttenbergs vor dem Kundus-Untersuchungsausschuss hat ein Nachspiel. Die Opposotion verlangt eine Gegenüberstellung mit Schneiderhan und Wichert.





fr-online.de

Welpenschutz für den Herrn Minister

… Irgendwie muss es damit zu tun haben, dass sich Guttenberg, als er Franz Josef Jungs Nachfolger im Verteidigungsministerium wurde, blind auf die Angaben Schneiderhans und Wicherts verlassen hat. So behauptet es Guttenberg jedenfalls. Er reklamiert Welpenschutz für sich. Er habe sich in den ersten Tagen im Amt auf den Ratschlag der militärischen und zivilen Leitung des Hauses verlassen: "Ich sah keinen Anlass, an dieser Expertise zu zweifeln." Die Meinung der Experten sei gewesen: Der Angriff war militärisch angemessen. …




faz.net

„Der Angriff hätte nicht erfolgen dürfen“

… Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hat sein Vorgehen in der Kundus-Affäre gerechtfertigt, den umstrittenen Luftangriff aber rückblickend als falsch bezeichnet. „So unmittelbar war die Bedrohungslage nicht, um bewusst oder gezielt zivile Opfer in Kauf zu nehmen“, sagte er am Donnerstag in seiner Aussage vor dem Kundus-Untersuchungsausschuss. Mit den heutigen Kenntnissen hätte auch Oberst Georg Klein das Bombardement nicht angeordnet. …




spiegel.de

Guttenberg kämpft um seine Wahrheit

Er war gut vorbereitet - und punktete mit dem Eingeständnis eigener Fehler: Verteidigungsminister Guttenberg hat vor dem Bundestagsausschuss sein Handeln in der Kunduz-Affäre gerechtfertigt. Die Opposition rügte Widersprüche in seinen Aussagen, doch die Rücktrittsforderungen klingen schon leiser. …




taz.de

Guttenberg: Wurde falsch beraten

… Nach Guttenbergs Darstellung wurde er von Schneiderhan und Wichert falsch beraten. Als er am 6. November, knapp eine Woche erst im Amt, erklärte, der Luftangriff sei nicht anders denn als "militärisch angemessen" zu beurteilen und überdies unvermeidlich gewesen, habe Ersteres der einvernehmlichen Beratung der militärischen und zivilen Führung seines Hauses entsprochen. Der zweite Punkt sei mit Schneiderhan immerhin telefonisch abgesprochen gewesen. Erst später aber sei ihm bewusst geworden, dass eine rein militärisch-operative Bewertung nicht ausreiche, sondern von einem Minister eine politische, ganzheitliche Bewertung verlangt werde. ...

Antworten Zuletzt bearbeitet am 23.04.2010 09:01.

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Der Debattenmann

von redaktion am 22.04.2010 20:14




Der Debattenmann


von Frank Happel

Berlin. Als Chefredakteur von The European, dem „Debattenmagazin“ im Netz, weiß Dr.Dr. Alexander Görlach um die Tiefen und Gefahren des Mediendschungels an sich. Sollte man meinen. Zumal er vor seiner, noch recht frischen, jeztigen Aufgabe, einige weitere Stationen medialer Flüchtigkeit durchlaufen hat. Seine Vorletzte war die des Online-Chefredakteurs beim Politmagazin Cicero. Ganz offensichtlich hängt der promovierte Theologe und Germanist genau diesem Job doch noch mit leidender Leidenschaft nach. So vehement, dass der neue Cicero-Chefredakteur, Michael Naumann, sich fragt, warum er denn das Magazin überhaupt verlassen habe.

Und hier beginnt nun die eigentliche Story. Die Tatsache, dass der Schweizer Verleger Ringier besagten Michael Naumann als Nachfolger des zum Focus gewechselten Wolfgang Weimer bestimmte, treibt den Ex-Ciceroianer um. Dermaßen, dass er in seiner Mittwochskolumne beim The European es nicht mehr schaffte, vorm Munde schaumfrei, an sich zu halten. Sich auf ausgeschiedene ehemalige KollegInnen berufend, lässt er ein Tiradenfeuerwerk angeblich „interner“
Informationen auf dem renommierten Medienmann und ehemaligen Staatsminister für Kultur ab, auf das es einem Angst und Bange werden könnte. Um die Zukunft des Magazins, die Integrität Naumanns, den Aufrechterhalt hauptstädtischer Medienkultur und den Fortbestand des Wertkonservatismus schlechthin. Gipfelnd in der Feststellung: Der Cicero verkomme zum neuen linken Kursbuch.

Daraufhin schreibt der eher ruhige und souveräne Naumann dem Herrn Görlach einen Brief. Dort widerspricht und zerlegt er im Detail die Behauptungen Görlachs und nennt sie inzwischen verleumderisch. Diverse Behauptungen, des sich um die Debattenkultur im Netz bemühten, benennt er als „reiner Quatsch“ oder auch „völlig blöd“. Zu recht verärgert ist der ehemalige ZEIT-Herausgeber und -Chefredakteur darüber, dass Görlach es nicht für nötig befand, ihn vor seinen Anwürfen anzurufen und mit seinen Behauptungen zu konfrontieren. Eine, ob der Vehemenz der Unterstellungen dringliche, weil dadurch journalistisch übliche und notwendig-saubere Vorgehensweise. In einem Telefongespräch mit dem Mediendienst Meedia und dem Autor dieses Artikels bestätigte Naumann die Tatsache des Briefes und beschrieb den Inhalt des Briefes an Görlach.

Görlach setzt dem Ganzen nun die Krone auf. In einer Video-Besprechung seiner Cicero-Kolumne setzt er sich mit dem Brief Naumanns „auseinander“. Mit keinem Wort erwähnt er die harsche Kritik des Angegriffenen. Er rudert zurück, indem er seine Kritik plötzlich nicht mehr auf Naumann bezieht, sondern in die Schweiz an den Verleger phantasievoll umadressiert. Nichtsdestotrotz wirft er Naumann dessen Vita und SPD-Nähe vor. Ebenso behauptet er, dass Michael Naumann ihm ein Treffen angeboten hat. Das wiederum stimmt auch nicht.
Kein Wunder, dass Naumann den Herrn der Netz-Debatte als „verlogen“ bezeichnet.

Das Angebot miteinander zu telefonieren hält Naumann aufrecht. Wenn er sich traut, hätte Görlach dann die Chance Versäumtes nachzuholen.

Zum Görlach-Artikel auf The European

=23&cHash=ab52f625b2]Zum Artikel auf Meedia


Zum Video-Kommentar von Alexander Görlach



Die European-Links sind außer Funktion. Siehe hier: Der Debattenmann - aktuelle Ergänzung

Antworten Zuletzt bearbeitet am 28.11.2010 14:56.

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Für viele Jugendliche sind Tabuverletzungen in Medien kein Problem

von redaktion am 22.04.2010 14:53




Für viele Jugendliche sind Tabuverletzungen in Medien kein Problem
Ergebnisse einer Grundlagenstudie des ZDF

Mainz/Berlin (rdp/ots) - Viele Jugendliche in Deutschland haben mit Tabuverletzungen im Fernsehen und Internet offensichtlich keine Probleme. 16 Prozent der 16- bis 20-Jährigen finden es "gut, dass es im Internet keine Tabus mehr gibt". Ebenso viele sagen dies auch hinsichtlich des Fernsehens. Bei Computerspielen betrachten es sogar 22 Prozent als richtig, "dass es bei den Spielangeboten so gut wie keine Tabus mehr gibt". Dies geht aus einer aktuellen Studie der ZDF-Medienforschung mit dem Titel "Medien und Tabus" hervor, die in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut mindline media durchgeführt wurde.

Fast jeder Fünfte (18 Prozent) der Befragten kennt laut Studie Internetseiten mit Gewaltverherrlichung, Folter oder Hinrichtungen. Weitere 18 Prozent kennen andere Jugendliche, die solche Seiten nutzen. Auch kinderpornografische Darstellungen (9 Prozent) oder Seiten, die sich über Behinderte lustig machen (16 Prozent), sind einem Teil der jüngeren Bevölkerung bekannt. Beinahe jeder Vierte (23 Prozent) hat im Internet "schon mal" rassistische Inhalte gesehen.

Die Ergebnisse der ZDF-Untersuchung werden bei der Jugendmedienschutz-Tagung am 26. April in Hamburg vorgestellt: Die Tagung "Tabubruch, Medienexhibitionismus und Jugendkultur - Herausforderungen für den Jugendmedienschutz" wird von den Jugendschutzbeauftragten des ZDF, der ARD und den Medienressorts der Evangelischen und der Katholischen Kirchen veranstaltet. Ziel der Studie war es herauszufinden, welche Tabus es für Jugendliche und junge Erwachsene heute noch gibt, welche Einstellungen sie zu Tabus und Tabuverletzungen haben und welche Rolle die Medien, insbesondere das Fernsehen und das Internet, aus ihrer Sicht bei Tabus und Tabuverletzungen spielen. Die Untersuchung kombiniert ausführliche Gruppendiskussionen mit einer bevölkerungsrepräsentativen Befragung von 800 16- bis 39-Jährigen. Sie versteht sich als Grundlagenstudie, die sich sowohl mit Tabus im zwischenmenschlichen als auch im medialen Bereich beschäftigt. Miteinbezogen wurden Computer- und Online-Spiele ebenso wie das Internet, das Fernsehen und die Kommunikation per Handy.

"Die vielfältigen und erstmals repräsentativ erhobenen Ergebnisse werden sicherlich wichtige Impulse für Wissenschaft und Praxis setzen", sagte ZDF-Intendant Markus Schächter. "Das ZDF gibt damit abermals einen wichtigen Anstoß für den öffentlichen Diskurs über einen effektiven, modernen, vor allem den technischen und gesellschaftlichen Entwicklungen Rechnung tragenden Jugendmedienschutz."

Antworten Zuletzt bearbeitet am 22.04.2010 14:54.

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Merkel verteidigt Afghanistan-Einsatz in Regierungserklärung

von redaktion am 22.04.2010 10:58




Merkel verteidigt Afghanistan-Einsatz in Regierungserklärung


Angela Merkel

Berlin (rdp/dts) - In ihrer Regierungserklärung vor dem Bundestag hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) heute den Afghanistan-Einsatz verteidigt. Wer den sofortigen Rückzug der Bundeswehr aus Afghanistan fordert, handele "unverantwortlich", sagte die Kanzlerin. Das Mandat für den Einsatz im Krisengebiet sei "über jeden Zweifel erhaben". "Wir müssen uns zu dem bekennen, was wir beschlossen haben," so Merkel weiter. Der Einsatz sei allerdings als "Ultima Ratio" zu sehen. Die Bundeswehr brauche für diesen Einsatz einen sichtbaren Rückhalt in der Gesellschaft. In jüngster Vergangenheit waren innerhalb weniger Tage in Afghanistan sieben deutsche Soldaten bei Anschlägen auf Bundeswehreinheiten getötet worden. Infolgedessen wurde von mehreren Seiten der Rückzug der Bundeswehr aus dem Krisengebiet gefordert.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 22.04.2010 10:59.

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Bundesregierung muss sich von ihren Wirtschaftsberatern trennen

von redaktion am 22.04.2010 10:48





"Bundesregierung muss sich von ihren Wirtschaftsberatern trennen"

Berlin (rdp). Ulrich Maurer, Mitglied im geschäftsführenden Vorstand der LINKEN, fordert von der Bundesregierung eine Beendigung der Zusammenarbeit mit den Beratern Issing und Dibelius wegen deren Verbindung zur Investmentbank Goldman Sachs. Maurer erklärt:


Maurer

Die Bundesregierung muss ihre Abhängigkeit von Goldman Sachs lösen und sich schleunigst von ihren Beratern zur Finanz- und Wirtschaftspolitik Issing und Dibelius trennen. Ottmar Issing, heute Vorsitzender der Expertengruppe ,Neue Finanzmarktarchitektur' der Bundesregierung, ist als ,International Advisor' bei Goldman im Sold. Alexander Dibelius ist einer der wichtigsten Wirtschaftsberater der Bundesregierung und zugleich Deutschland-Chef von Goldman. Dies ist politisch brisant. Goldman Sachs steht nicht nur im Verdacht, hochriskante Anleihen verkauft und zugleich auf deren Kurssturz gewettet zu haben. Die Bank, die in Fachkreisen als der weltweit größte Hedgefonds bezeichnet wird, hat nicht nur Griechenland bei der Manipulation seiner Staatsschulden geholfen. Sie war auch in Deutschland in unseriöse Praktiken verwickelt: Goldman hatte beim Verkauf der Depfa in einem Gutachten deren Bilanzvermögen schön gerechnet und den Verkauf der faktisch insolventen Pfandbriefbank an die HRE vermittelt - mit verheerenden Folgen für den Steuersäckel. Die Bundesregierung versucht nun, die hochpeinliche Lage schönzureden und erklärt, man "überlege", die Zusammenarbeit mit der Bank zu beenden. Zu dem nahe liegenden äußert sie sich nicht: Sie muss ihre Verstrickung mit der Zockerbank lösen, indem sie ihren Beraterpool auffrischt.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 22.04.2010 10:49.
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