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Endlich Konsequenzen ziehen
von redaktion am 03.08.2010 13:46
Endlich Konsequenzen ziehen

Roth
Berlin (rdp). Zum Ausmaß der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko erklärt Claudia Roth,
Bundesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:
größte Ölunfall in der Geschichte. Schon jetzt sind sechzehn Mal so viel
Öl ausgetreten wie bei der Verpestung des Pazifiks durch die Exxon
Valdez. Die Katastrophe hat die ganze Hybris einer Ideologie
unbegrenzter technischer Machbarkeit verdeutlicht, die glaubt, auf der
Jagd nach dem Superprofit auch noch den letzten Tropfen Öl aus diesem
Planeten herausquetschen zu können.
Es wäre sträflich, jetzt einfach zur Tagesordnung überzugehen. Die
geplante Bohrung von BP im Mittelmeer muss gestoppt werden. Es darf
keine hochriskanten Off-Shore-Bohrungen mehr geben. Wir brauchen ein
internationales Sicherheitsmonitoring und eine schlagkräftige
UN-Umweltorganisation mit weitreichenden Fähigkeiten und Kompetenzen bei
der Prävention und Bekämpfung von Umweltkatastrophen wie der im Golf von
Mexiko.
Und vor allem: Wir brauchen eine entschiedene Politik weg vom Öl und hin
zu den Erneuerbaren Energien, sonst wird der Druck, bei der Ölgewinnung
immer höhere Risiken einzugehen, immer gefährlichere Ausmaße annehmen.“
Die Lage ist Ernst - polis-Presseschau
von redaktion am 03.08.2010 08:45
Presseschau vom 03.08.2010

Linken-Chef Klaus Ernst: Ärger mit den eigenen Genossen
Die Lage ist Ernst
Klaus Ernst gerät unter Beschuß. Insbesonders die Parteibasis empört sich über den Co-Vorsitzenden der DIE LINKE. Seine Zusatzbezüge von Partei und Fraktion stoßen dort bitter auf. Die Parteiführung steht hinter ihm. Noch.

fr-online.de
Reichtum begrenzen
Die Poststelle des Berliner Karl-Liebknecht-Hauses hat derzeit mehr zu tun als üblich. In der Zentrale der Linken werden seit Tagen erboste Briefeschreiber vorstellig, die Zweifel am gesunden Menschenverstand der Parteiführung hegen. Darunter etliche einfache Mitglieder, aber auch der Landesrat Sachsen. Dessen Groll gilt, wie jener der anderen Genossen, dem Bundesvorsitzenden Klaus Ernst. Die Frage steht im Raum, ob der wirklich verdient hat, was er verdient. Derzeit sind das im Monat etwa 17000 Euro – in einer Partei, die einen Gutteil ihrer Existenz Hartz-IV-Empfängern verdankt, halten das viele für übertrieben. …

spiegel.de
Linke will Ernsts Einkommen prüfen
Für Klaus Ernst wird es ungemütlich. Der Linken-Chef steht wegen mutmaßlich falscher Flugabrechnungen ohnehin unter Druck - und wird jetzt wegen seines 17.000-Euro-Monatsgehalts massiv in den eigenen Reihen kritisiert. Der Parteivorstand kündigt an, sich mit den Einkünften zu beschäftigen. …

taz.de
Parteichef Ernst empört Linken-Basis
… Ernst bekommt neben seinen Bundestagsdiäten von 7.668 Euro noch 3.500 Euro als Parteichef und 1.913 Euro von der Fraktion. Das ist formal völlig korrekt. Doch Co-Parteichefin Gesine Lötzsch hatte auf die 3.500 Euro von der Partei verzichtet. Nun kommt vor allem aus dem Osten Kritik. Sachsen-Anhalts Fraktionschef Wulf Gallert meint, dass es "schwierig wird, wenn sich solche Zulagen doppeln." Der sächsische Linke Rico Gebhardt will, dass die Parteichefs nur noch Aufwandsentschädigungen bekommen. Von Westlern hört man Kritik an Ernst eher hinter vorgehaltener Hand. Denn wer Ernst angreift, beschädigt dessen Ziehvater Oskar Lafontaine. …

welt.de
Spitze der Linkspartei vertraut Parteichef Ernst
Die Linke-Spitze hat ihrem Vorsitzenden Klaus Ernst angesichts der Ermittlungen wegen des Verdachts der Untreue und des Betrugs den Rücken gestärkt. Der Parteivorstand habe Ernst seine Solidarität ausgesprochen und setze auf eine möglichst zügige Klärung der Vorwürfe, sagte Co-Parteichefin Gesine Lötzsch. ...
Foto: spiegel.de/ddp
Gerichtsurteil: NDR gewinnt gegen "KiK" Neue Doku zeigt erstmals urteilsrelevante Beweise
von redaktion am 02.08.2010 18:23
Gerichtsurteil: NDR gewinnt gegen "KiK" Neue Doku zeigt erstmals urteilsrelevante Beweise

Hamburg/Berlin (rdp/ots) - Der Norddeutsche Rundfunk hat sich im Rechtsstreit mit dem Textildiscounter KiK vor dem Hamburger Landgericht im Wesentlichen durchgesetzt. Der NDR darf laut Gerichtsbeschluss vier Arbeiterinnen aus Bangladesch auch weiterhin als "KiK-Näherinnen" bezeichnen. Diese Näherinnen nehmen eine zentrale Rolle in der Beweisführung des Films "Die KiK-Story" ein. Der NDR strahlte diese Folge von "Panorama - die Reporter" am 7. April aus.
In der TV-Reportage zeigte Reporter Christoph Lütgert KiK-Näherinnen in Bangladesch, die unter menschenunwürdigen Bedingungen für den Textildiscounter arbeiteten. KiK reagierte auf die damalige Ausstrahlung mit verschiedenen Unterlassungsbegehren und versuchte so, die weitere Verbreitung des Filmes zu stoppen. Dies gelang schon damals in vielen Punkten nicht, an einer wichtigen Stelle jedoch konnte sich KiK zunächst durchsetzen: Das Landgericht Hamburg entschied am 21. Mai, der NDR dürfe nicht weiter behaupten, die vier Näherinnen seien aktuell für die KiK GmbH oder ihre Zulieferfirmen tätig oder tätig gewesen. Entscheidend für die Gerichtsentscheidung waren eidesstattliche Versicherungen von KiK-Mitarbeiterinnen aus Deutschland, wonach die fraglichen Näherinnen in Bangladesch angeblich nicht mehr für KiK arbeiteten. Diese eidesstattlichen Versicherungen beruhten im Wesentlichen auf Hörensagen, doch vor Gericht reichte das vorerst aus. KiK hatte sich nach dem Sieg in diesem Punkt (sowie zwei weiteren nachgeordneten Randaspekten) in einer Pressemitteilung gebrüstet, man sei "froh, dass derartige fehlerhafte journalistische Behauptungen und Recherchen in Deutschland ge-ahndet und untersagt werden".
KiK löste mit diesem Etappensieg weitere Recherchen von "Panorama - die Reporter" aus, die letztendlich zur Umkehr der Entscheidung führten. Reporter Christoph Lütgert reiste erneut nach Dhaka, um weitere Beweise dafür zu finden, dass die vier Frauen Näherinnen für KiK waren oder sogar noch sind. Dies gelang eindrucksvoll: Alle Details ließen sich vor Ort verifizieren, die Näherinnen gaben eidesstattliche Versicherungen ab. Schließlich gelang es Reporter Lütgert sogar, an den Arbeitsplatz einer der Näherinnen - eine Fertigungshalle in Dhaka - zu gelangen. Dort konnte er zahlreiche Produkte mit KiK-Label filmen. Das Landgericht Hamburg würdigte die vorgelegten weiteren Beweise des NDR und nahm daraufhin das Ausstrahlungsverbot per Urteil zurück.
Auch eine Reihe anderer von KiK vor Gericht bestrittener Rechercheergebnisse darf der NDR weiter verbreiten, etwa die Aussage, in einer Filiale habe sechs Winter lang die Heizung nicht funktioniert, oder das Rechercheergebnis aus dem Film, wonach KiK mit dem Ergee-Label Billigsocken aus Billigländern zu Markenware veredele. Erfolgreich war KiK dagegen etwa in dem Punkt, der NDR dürfe aus Gründen des Urheberrechts ein bestimmtes Foto des KiK-Chefs Stefan Heinig nicht verbreiten, das einer KiK-Mitarbeiterzeitschrift entnommen war.
Die neuen Beweise präsentiert das NDR Fernsehen am Mittwoch, 4. August, um 22:30 Uhr in einer neuen Folge von "Panorama - die Reporter". Zuvor läuft am selben Abend die umfassende "KiK-Story" im Ersten in der Reihe "ARD-exclusiv" um 21:45 Uhr.
Militärschlag gegen Iran ist Option
von redaktion am 02.08.2010 09:53
MIlitärschlag gegen Iran ist Option

Mullen
Berlin (rdp). Ein Militärschlag gegen den Iran bleibt nach den Worten von Generalstabschef Mike Mullen für die USA „eine Option“, sollte Teheran Atomwaffen entwickeln. Der Admiral machte in einem Interview des Senders NBC aber zugleich erneut klar, dass die USA wegen der enormen Konseuqenzen alles tun würden, um einen solchen Schritt zu vermeiden.
Mullen sprach von einer Art Gratwanderung zwischen den destabilisierenden Folgen eines iranischen Atomwaffenbesitzes und denen eines Militärschlags in einem ohnehin „unglaublich instabilen“ Teil der Welt. „Ich bin äußerst besorgt über die möglichen Folgen in beiden Fällen“, sagte Mullen. Er hoffe, dass Diplomatie, die jüngsten verschärften Sanktionen gegen Teheran und der internationale Druck auf die iranische Führung Wirkung zeigten.
Dennoch, so bekräftigte der Admiral, blieben Militäraktionen als Möglichkeit auf dem Tisch, und die USA hätten auch einen entsprechenden Plan parat. „Es ist sicherlich eine Option, die der Präsident hat...Ich hoffe, dass es nicht dazu kommt“, sagte Mullen.
Hartz IV steigt - polis-Presseschau
von redaktion am 02.08.2010 09:03
Presseschau vom 02.08.2010

Der Richtsspruch aus Karlsruhe hat teure Konsequenzen.
Hartz IV steigt
Das Hartz-IV-Urteil des Bundesverfassungsgerichtes wird wohl doch zu steigenden Regelsätzen führen. Zur Besserversorgung von Kindern plant Ursula von der Leyen die Einführung von Gutscheinen für Sachleistungen.

fr-online.de
Grundgesetz wird zum Haushaltsrisiko
… Im Haushaltsentwurf 2011 hat das Kabinett für die Umsetzung des Hartz IV-Urteils Mehrausgaben von einer halben Milliarde Euro einkalkuliert. Der Paritätische Wohlfahrtsverband dagegen schätzt die Kosten auf etwa acht Milliarden Euro. Dabei unterstellt er, dass der Regelsatz von 359 auf 420 Euro steigen muss, um den Anforderungen des Grundgesetzes zu erfüllen. …

spiegel.de
Koalitionspolitiker fürchten höhere Hartz-IV-Sätze
… Gute Nachrichten für Empfänger von Hartz IV: Ihre Bezüge könnten künftig steigen - wenn es nach Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) geht. Weil das Bundesverfassungsgericht eine Neuberechnung der staatlichen Fürsorgesätze verlangt hat, muss die Ministerin die Reform der Bezüge bis zum Jahreswechsel umsetzen. Doch ihre Pläne haben eine Debatte innerhalb der schwarz-gelben Koalition ausgelöst - und irritieren so manchen Parteifreund. …

welt.de
Wohlfahrtsverband fordert 420 Euro monatlich
… Auch der stellvertretende Unions-Fraktionschef Michael Fuchs (CDU) warnte, dass Hartz IV nicht attraktiver werden dürfe als Arbeit. „Die Konsolidierung des Staatshaushalts darf nicht durch Hartz IV gefährdet werden“, sagte er der „Bild“-Zeitung (Montag). Ähnliche Bedenken äußerte der stellvertretende Vorsitzende der FDP- Bundestagsfraktion, Heinrich Kolb: „Sollte die Neugestaltung der Hartz-IV-Sätze zu Mehrausgaben führen, muss das Ministerium Vorschläge für Einsparungen an anderer Stelle machen.“ …

tagesspiegel.de
Hartz-Gesetze vor grundlegender Korrektur
… Der Ministeriumssprecher bestätigte aber, dass „die zusätzlichen Leistungen für Bildung und Teilhabe von Kindern in der Grundsicherung, die bisher nicht in den Regelsätzen eingerechnet waren“, künftig „als Sach- oder Dienstleistung zum Kind kommen“ sollen. Dazu könnten, so der Sprecher weiter, „Lernförderungsleistungen“ für schwächere Schüler, ein „Schulbasispaket zur Sicherung der materiellen Voraussetzungen des Schulbesuchs“, ein direkt von den Behörden bezahltes Mittagessen in der Schule oder Kita sowie „Leistungen zur soziokulturellen Teilhabe“ etwa für Sport-, Kultur- und andere Freizeitangebote gehören. ...
Foto: fr-online.de/dpa
Er will Geld - polis-Presseschau
von redaktion am 31.07.2010 09:57
Presseschau vom 31.07.2010

Unter Dauerkritik: Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland
Er will Geld
Kein Rücktritt aber Abwahl. Thats the Deal. Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland will sich dem Druck beugen und gehen. Aber nur unter Sicherung seiner Pensionsansprüche. Heute findet in Duisburg die Trauerfeier für 21 Tote der Love-Parade-Katastrophe statt.

faz.net
Sauerland mit Abwahl einverstanden
… Der Druck auf Sauerland war in den zurückliegenden Tagen gestiegen. Nach SPD-Landespolitikern forderte ihn auch der Parteifreund und Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses, Bosbach, dazu auf, „politische Verantwortung“ zu übernehmen und damit auch für mögliche Fehler seiner Mitarbeiter einzutreten. Ob Sauerland selbst eine Verfügung unterschrieben habe oder nicht, sei dabei zweitrangig, sagte Bosbach im ZDF-Fernsehen. …

spiegel.de
Rüttgers' CDU fürchtet den Sauerland-Effekt
… Kein Wort von Jürgen Rüttgers, dem Noch-Landesvorsitzenden, aber auch nicht von anderen Spitzenvertretern. Es schien, als sei die CDU einverstanden mit dem Kurs des Kommunalpolitikers, nach der Love-Parade-Katastrophe mit bislang 21 Toten und Hunderten von Verletzten weiter im Amt verbleiben zu wollen. …

sueddeutsche.de
Sauerland bereit zum Rückzug
… Für Sauerland hätte dieses Abwahl-Verfahren einen enormen finanziellen Vorteil: Bis zum Ende der regulären Amtszeit 2014 würde er einen Teil seiner heutigen Bezüge erhalten; danach hätte er Anspruch auf eine Pension. Bei einem schnellen Rücktritt bliebe ihm erheblich weniger Geld: Würde Sauerland sofort die Entlassung aus dem Staatsdienst beantragen, gälte für ihn ein Passus des Landesbeamtengesetzes: "Nach der Entlassung hat der frühere Beamte keinen Anspruch auf Leistungen des Dienstherrn." Wer geht, wird lediglich zum Mindestsatz bei der Rentenversicherung nachversichert. …

zeit.de
Spekulationen um Abwahl von OB Sauerland
… Eine Abstimmung über die Abwahl des Oberbürgermeisters muss nach der Kommunalverfassung von der absoluten Mehrheit im Rat beantragt werden. Für die Abwahl selbst wäre eine Zwei-Drittel-Mehrheit notwendig. Zumindest für die erste Abstimmung gebe es gute Erfolgsaussichten, sagte Bies. Für die Zwei-Drittel-Mehrheit zur eigentlichen Abwahl seien nach seiner Berechnung aber auch CDU-Stimmen erforderlich. Auch das sei denkbar, wahrscheinlich sei für den Wahlgang eine geheime Wahl möglich. Die juristischen Details müssten noch geklärt werden. ...
Foto: zeit.de/dpa
Neues Deutschland: Bisky verteidigt Ernst
von redaktion am 30.07.2010 20:01
Neues Deutschland: Bisky verteidigt Ernst

Bisky
Berlin (rdp/ots) - Der langjährige Vorsitzende der Linkspartei Lothar Bisky hat den wegen angeblich unkorrekt abgerechneter Flüge und unangemessen hoher Einkünfte in der Kritik stehenden Parteichef Klaus Ernst verteidigt. Im Gespräch mit der Tageszeitung "Neues Deutschland" (Samstagausgabe) meinte Bisky mit Blick auf Ernsts Parteigehalt, das dieser neben den Einkünften als Bundestagsabgeordneter bezieht, es gebe keinen Grund, warum Parteivorsitzende weniger Einkünfte haben sollten als Fraktionsvorsitzende. Diese erhielten in der Regel doppelt so hohe Diäten wie andere Abgeordnete, »ohne dass ein Hahn danach kräht«, so Bisky. Der Vorsitzende der Linksfraktion im EU-Parlament und der Partei der Europäischen Linken begründete seine Auffassung mit den zusätzlichen Aufwendungen eines Parteichefs. Zudem wirke dessen gleichwertige Bezahlung Tendenzen entgegen, die Vorstände der Partei als nachrangig gegenüber den Fraktionen im Bund und in den Ländern anzusehen. Anderenfalls könnte der Vorsitz zudem nur von Personen übernommen werden, die es »sich leisten können«. Zu den von Ernst angeblich falsch abgerechneten Reisekosten sagte Bisky, das Ergebnis der Untersuchungen müsse abgewartet werden. Er zeigte sich überzeugt, dass Ernst korrekt gehandelt habe. Rechtliche Grauzonen, welche Abrechnung wo zu erfolgen hat, gebe es in allen Abgeordnetengesetzen. Diese störten sonst niemanden. Es sei absurd zu glauben, dass Ernst hier »irgendwo fünf Euro hätte gewinnen wollen«.
Steinbach: Volker Beck hat sich als Menschenrechtspolitiker disqualifiziert
von redaktion am 30.07.2010 16:37Steinbach: Volker Beck hat sich als Menschenrechtspolitiker disqualifiziert

Steinbach
Berlin (rdp/ots) - Anlässlich der Presseerklärung des Abgeordneten Volker Beck zur Zwangsarbeit Deutscher nach dem Zweiten Weltkrieg erklärt die Sprecherin für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Erika Steinbach MdB:
Seine Fraktion sollte diesen Mann schleunigst aus dem Menschenrechtsausschuss des Deutschen Bundestages zurückziehen, wenn sie als politische Kraft, der Menschenrechte etwas bedeuten, glaubwürdig bleiben will.
Wenn Volker Beck, wie geschehen, auf der einen Seite Deportation und Zwangsarbeit für die Opfer des Nationalsozialismus zu Recht verurteilt, auf der anderen Seite aber die Deportation und Zwangsarbeit, zu der deutsche Zivilisten bis viele Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg missbraucht wurden, rechtfertigt und billigt, dann hat er sich damit als Menschenrechtspolitiker disqualifiziert.
Menschenrechte sind unteilbar. Sie gelten gleichermaßen für alle, natürlich auch für Deutsche. Wer das ignoriert, hat im Menschenrechtsausschuss des Deutschen Bundestages nichts verloren."
Millionen-Betrug in Arztpraxen - Staatsanwaltschaft Verden ermittelt
von redaktion am 30.07.2010 10:50
Millionen-Betrug in Arztpraxen - Staatsanwaltschaft Verden ermittelt gegen Mediziner aus Niedersachsen
Hippokratischer Eid
Hamburg/Berlin (rdp/ots) - Die Staatsanwaltschaft Verden ermittelt gegen rund 50 Ärzte u. a. aus Celle, Hannover und Hameln sowie gegen einen Pharmagroßhändler wegen des Verdachts der Bestechlichkeit und Bestechung sowie gewerbsmäßigen Betrugs. Entsprechende Recherchen von NDR Info bestätigte die Staatsanwaltschaft. Die Mediziner sollen gemeinsam mit dem Großhändler aus der Nähe von Hannover deutlich mehr Rezepte für Sprechstundenbedarf ausgestellt und abgerechnet haben als geliefert. Den Krankenkassen soll so ein Schaden in Höhe von mehr als 1,2 Millionen Euro entstanden sein.
Zum Sprechstundenbedarf zählen Mittel, die der Arzt dem Patienten direkt in der Praxis verabreicht. Dazu gehören u. a. Salben, Verbände und Spritzen. Die so entstehenden Kosten rechnen Großhändler, die die Ärzte beliefern, mit sogenannten Rezeptprüfstellen ab. Diese Kosten werden anschließend allen gesetzlichen Krankenkassen in Rechnung gestellt. In dem konkreten Fall stellten die Ärzte nach Recherchen von NDR Info Blankorezepte aus, die der Großhändler ausfüllte und abrechnete. Tatsächlich wurden die Produkte aber nie geliefert. Da die Rezepte für Sprechstundenbedarf nicht auf einen bestimmten Patienten ausgestellt werden, haben die Krankenkassen keinerlei Möglichkeit, den tatsächlichen Bedarf zu überprüfen. Allein in Niedersachsen liegen die jährlichen Gesamtausgaben für Sprechstundenbedarf nach Krankenkassenangaben bei 200 Millionen Euro.
Der in den Arztpraxen verwendete Sprechstundenbedarf ist umso teurer, je spezialisierter der Arzt ist. Im Fokus der Verdener Ermittlungen stehen offenbar hauptsächlich Orthopäden. Insider gehen davon aus, dass diese Art des Betrugs über mehrere Jahre gelaufen ist. Die Staatsanwaltschaft Verden verfolgt den Fall seit 2007.
Deutsche Jugendliche schreiben über Streubomben in Laos
von redaktion am 30.07.2010 10:37
Zum Inkrafttreten des Streubombenverbots: Deutsche Jugendliche schreiben über Streubomben in Laos
München/Berlin (rdp/ots) - "Wie sieht die tägliche Bedrohung der Menschen in Laos durch Streubomben aus? Wer tut etwas dagegen? Was wird aus den Opfern?" 52 junge Leute zwischen 15 und 19 Jahren stellten sich diesen Fragen im journalistischen Wettbewerb von Handicap International und der Berliner tageszeitung. Kurz bevor am 1. August das internationale Verbot von Streubomben in Kraft tritt, schilderten sie mit beeindruckendem Engagement die bedrohliche Situation, der ihre Altersgenossen in Laos noch Jahrzehnte nach dem Krieg in Südostasien durch die zahlreichen Blindgänger dieser Bomben ausgesetzt sind.
"Ursprünglich wollten die USA damit Infrastruktur und Militäreinrichtungen zerstören bzw. unzugänglich machen - heute sind sie gefährliche Spielgefährten für Kinder wie Dam." So schreibt Jan-Hendrik Mautsch aus Fredenbeck, der mit seiner eindringlichen Schilderung des schrecklichen Unfalls des siebenjährigen Dam den ersten Platz im Wettbewerb errang. Er wird gemeinsam mit Handicap International und dem taz-Journalisten Andreas Zumach im Herbst nach Laos reisen, um dort noch mehr über das vergessene Unrecht durch die Millionen Blindgänger zu erfahren und darüber zu berichten.
Schauspielerin Ulrike Folkerts, die seit vielen Jahren die Kampagne gegen Streubomben unterstützt, begrüßt diese Initiative: "Endlich tritt das Streubombenverbot in Kraft. Was bleibt, sind unendlich viele verminte Gebiete wie Laos und Opfer, zivile Opfer dieser mörderischen Waffen. Deshalb ist es so wichtig, ein Bewusstsein zu schaffen bei Jugendlichen und in der gesamten Öffentlichkeit, dass wir etwas erreichen können, wenn wir weiterhin die Aufmerksamkeit auf diese Langzeitproblematik lenken und uns um intensive Opferhilfe kümmern."
Wenn am 1. August das Streubombenverbot in Kraft tritt, wird es in Laos große Feierlichkeiten geben. Denn seit das südostasiatische Land im Vietnamkrieg massiver bombardiert wurde als je ein anderes Land der Welt, wurden die Menschen dort mit den Millionen explosiven Kriegsresten allein gelassen. Nur wenige Hilfsorganisationen, unter ihnen Handicap International, kümmern sich um die Beseitigung der Kriegslasten und die Versorgung der Opfer. Das sollte ab dem 1. August anders werden. Denn der Verbotsvertrag fordert von allen beteiligten Staaten - also auch von Deutschland - eine wirkungsvolle Unterstützung der betroffenen Menschen und Regionen.
Der Artikel von Jan-Hendrik Mautsch wird am 31. Juli in der tageszeitung veröffentlicht. Sie finden ihn und die weiteren drei Siegerbeiträge außerdem auf www.taz.de und auf unserer Seite www.handicap-international.de .
Fakten, Geschichten und Bilder über Streubomben und die Aktionen zum 1. August in Deutschland und weltweit: www.streubomben.de
Filme zum 1. August von einer Gruppe von Streubombenopfern "Ban Advocates": http://www.vimeo.com/album/263082


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