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Verschiebung der Rentenkürzung bis 2022 wäre das Minimum
von redaktion am 10.08.2010 13:56
Verschiebung der Rentenkürzung bis 2022 wäre das Minimum

Gysi
Berlin (rdp). Zur Diskussion über die Rente mit 67 erklärt der Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE, Gregor Gysi:
Wenn dieses Vorhaben nicht gelingen sollte, dann haben wir es mit einer bekannten Situation zu tun: Die SPD richtet in der Regierung einen Schaden an, während ihr Versuch, aus der Opposition heraus diesen zu begrenzen, scheitert."
"Öl wird sehr viel teurer": Internationale Energie Agentur warnt vor Ölknappheit
von redaktion am 10.08.2010 10:24
"Öl wird sehr viel teurer": Internationale Energie Agentur warnt in ZDF-Magazin "Frontal 21" vor Ölknappheit

Mainz/Berlin (rdp/ots) - "In den kommenden Jahren werden wir nicht genügend Öl haben, um die Nachfrage zu decken", erklärt der Chefökonom der Internationalen Energie-Agentur IEA, Fatih Birol, gegenüber dem ZDF-Magazin "Frontal 21" (Sendung am 10. August, 21.00 Uhr). Grund dafür sei, dass ein großer Teil der Ölfelder immer weniger Öl produziere. "Jedes Fass Öl, das in den nächsten Jahren auf den Markt kommt, wird sehr viel schwieriger zu fördern und sehr viel teurer sein", so Birol. "Die Zeiten des billigen Öls sind vorbei."
Auch Robert Falkner von der London School of Economics rechnet mit stark steigenden Ölpreisen schon in den kommenden Jahren: "Uns geht das Öl nicht aus, aber wir werden eine Lücke zwischen Angebot und Nachfrage sehen", so Falkner. Die Folge wäre "höchstwahrscheinlich ein dramatischer Anstieg des Ölpreises".
Fatih Birol, Chefökonom der Internationalen Energieagentur, fordert Konsequenzen: "Alle müssen sich darauf vorbereiten: Regierungen, Industrieunternehmen, und sogar die Verbraucher sollten sich gut überlegen, was für ein Auto sie sich kaufen", so Birol. Seine Behörde berät die westlichen Industrienationen. Die müssten jetzt schnell handeln. "Heute stammen 95 Prozent des Nachfragewachstums aus dem Transportsektor - Autos, LKW und Flugzeuge. Hier müssen wir Alternativen zum Öl finden. Wir müssen das Öl verlassen, bevor es uns verlässt."
Haushalte mit niedrigem Einkommen seien von steigenden Ölpreisen besonders schwer betroffen, erklärt Dr. Wolfgang Schade vom Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung. Für sie würden Heizung und Sprit zukünftig zum unverhältnismäßig großen Kostenfaktor. Nach Berechnungen des Instituts im Auftrag der EU-Kommission hätte ein hoher Ölpreis außerdem stark sinkende Wirtschaftsraten und steigende Arbeitslosigkeit zur Folge. Bis zu zehn Prozent weniger Beschäftigung wäre die Folge, so Schade gegenüber "Frontal 21".
Brände bedrohen russische Atomanlagen/Greenpeace warnt vor erneutem radioaktiven Fall-Out
von redaktion am 10.08.2010 10:14
Brände bedrohen russische Atomanlagen/Greenpeace warnt vor erneutem radioaktiven Fall-Out

Hannover /Berlin (rdp/ots) - Die Brände in der Nähe von russischen Atomanlagen könnten schwere Folgen haben, warnt die Umweltschutzorganisation Greenpeace. Vor allem die Feuer vor der atomaren Wiederaufarbeitungsanlage Majak bei Tscheljabinsk, das 1957 Schauplatz der größten Atomkatastrophe vor Tschernobyl im Jahr 1986 gewesen war, sind gefährlich. Der Atomexperte von Greenpeace, Christop von Lieven, sagte der "Neuen Presse" (Dienstagsausgabe) aus Hannover: "Es liegt viel radioaktives Material in der Umgebung, viel Material wurde damals einfach in einem See versenkt." Er fügte hinzu: "Majak gilt als der größte radioaktiv belastete Ort und damit als eines der gefährlichsten Gebiete der Welt." Wenn die Brände auf die Region übergreifen, könnte das radioaktive Material mitverbrennen: "Das sind Partikel und Kleinstmaterialien, die bisher im Boden, im Torf, in den Pflanzen gebunden sind." Wenn das freigesetzt werde, könnte es beim Löschen mit ins Grundwasser gespült oder bei Bränden mit dem Rauch hochgetrieben werden: "Woanders kann es dann zu einem erneuten radioaktiven Fall-out kommen." Wo was herunterkomme, werde man nicht erfahren. "Es ist einfach zu viel, die Gebiete sind zu groß", so der Greenpeace-Aktivist. Seine Organisation würde zwar regelmäßig Untersuchungen an vermutlich stark kontaminierten Orten machen und Messungen durchführen, "aber bei dieser Häufung von Bränden, die jetzt in und um Moskau, im Süden und im Ural sind, können wir gar nicht überall sein".
Jagdsaison - polis-Presseschau
von redaktion am 10.08.2010 09:02
Presseschau vom 10.08.2010

Unruhige Zeiten für Linken-Chef Klaus Ernst
Jagdsaison
Die bundesdeutsche Medienlandschaft macht Jagd auf Klaus Ernst, den Co-Vorsitzenden der Partei DIE LINKE. Allen voran: der rechts-konservative Focus. Ernst wird vor allem mit seinen Bezügen, seinem Lebensstil und Flugabrechnungen konfrontiert.

fr-online.de
Nicht unser Ernst
13081 Euro im Monat verdient der Parteichef der Linken, Klaus Ernst und steht dafür in der Kritik. In Schwaben hat er sich der Basis gestellt. …

spiegel.de
Gebeutelter Linke-Chef Ernst taucht ab
… Wo ist Klaus Ernst? Diese Frage muss man sich normalerweise nicht stellen. Denn Linken-Chef Ernst gilt als einer, der keine Kamera, kein Mikrofon auslässt und sich fröhlich polternd in jede Talkshow setzt. Doch an diesem Montag ist er plötzlich von der Berliner Bildfläche verschwunden - wegen "unaufschiebbarer Termine", wie eine Sprecherin der Linkspartei erklärt. Statt wie angekündigt Parteichef Ernst steht zur Mittagszeit sein Stellvertreter Heinz Bierbaum vor der roten Medienwand im Karl-Liebknecht-Haus. …

welt.de
Linke-Chef Ernst geht plötzlich auf Tauchstation
… Ernst hatte alle Vorwürfe in verschiedenen Interviews zurückgewiesen. Doch große öffentliche Auftritte mied er zuletzt. Parteisprecherin Heinrich betonte, Ernst habe sich „umfänglich“ in den Parteigremien und gegenüber dem Bundestag geäußert. Darüber hinaus gebe es „erstmal nichts zu sagen“. …

sueddeutsche.de
Falscher Hüttenzauber mit Porsche-Klaus
… Mein Porsche, meine Alm, mein ... Halt! Meine Alm? Linken-Chef Klaus Ernst steht seit Wochen in der Kritik. Er wettert gegen die Reichen - und kassiert gleichzeitig 13.000 Euro brutto im Monat, so lautet der Hauptvorwurf, mit dem ihn die linke Basis konfrontiert. ...
Foto: welt.de/dpa
Bsirske: Vorwurf der "Verteilungsgier" ist makaber und inakzeptabel
von redaktion am 09.08.2010 20:02
Der Tagesspiegel: Verdi-Chef Bsirske: Vorwurf der "Verteilungsgier" ist makaber und inakzeptabel

Bsirske
Berlin (rdp/ots) - Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat den Vorwurf der Arbeitgeber scharf zurückgewiesen, sie fordere aus "Verteilungsgier" höhere Löhne. Diesen Begriff hatte Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser im Tagesspiegel-Interview benutzt und darauf verwiesen, dass Gewinne gebraucht würden, um die "Betriebe stabil und überlegensfähig" zu halten. "Es war doch eine von Maßlosigkeit getriebene Ökonomie, die die Wirtschaft in die Krise getrieben hat", sagte dazu Verdi-Chef Frank Bsirske am Montag dem Tagesspiegel. Vor Ausbruch der Krise seien die Gewinne explodiert und die Reallöhne trotzdem gesunken. Dann hätten Beschäftigte und Steuerzahler das Finanz- und Wirtschaftssystem mit ihrem Geld vor dem Zusammenbruch gerettet. "Dass Kannegießer es wagt, vor diesem Hintergrund von 'Verteilungsgier' zu sprechen, ist makaber und unakzeptabel", sagte Bsirske. "Der Begriff taugt allenfalls zum Unwort des Jahres."
Mit Sicherheit länger laufen - polis-Presseschau
von redaktion am 09.08.2010 09:04
Presseschau vom 09.08.2010

Atomkraftwerk Biblis: Neue Vorschriften könnten zur Abschaltung führen
Mit Sicherheit länger laufen
Die Laufzeitendebatte für AKW's soll durch neue Sicherheitsvorschriften beendet werden. Demnach würden schon 2011 erste Meiler vom Netz genommen, für weitere sollen die Laufzeiten um bis zu 14 Jahre verlängert werden. Unterdessen geht den Betreibern der Brennstoff aus.

fr-online.de
AKW geht der Treibstoff aus
… Das Uran, der Brennstoff für die Atomkraftwerke in aller Welt, wird sich in den nächsten Jahren rasant verknappen und verteuern. Wie der Jahresbericht der zuständigen EU-Kontrollbehörde ESA zeigt, würde spätestens ab 2020 das Uran aus den erschlossenen Minen nicht mehr ausreichen, um den heutigen Verbrauch von knapp 70 Kilotonnen Uran durch die 435 bestehenden Kraftwerke zu decken. …

spiegel.de
Regierung will Laufzeit-Streit mit Vorschriften lösen
… Die deutsche Bürokratie könnte in der Debatte um die Laufzeiten von Atomkraftwerken in Zukunft eine größere Rolle spielen als bisher. Einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" zufolge plant die Bundesregierung neue Sicherheitsauflagen für Reaktoren. Dieser Trick soll einen Kompromiss ermöglichen: Meiler, die den neuen Vorschriften nicht genügen, sollen dann schon 2011 vom Netz gehen. Im Gegenzug könnten modernere Anlagen weitaus länger laufen, berichtet die Zeitung unter Berufung auf Regierungskreise. …

sueddeutsche.de
Atomkraftwerke sollen 14 Jahre länger laufen
… Im Streit über längere Laufzeiten von Atomkraftwerken verhärten sich die Fronten innerhalb der Regierungskoalition. Das Magazin Spiegel berichtete vorab über ein angebliches Bündnis aus schwarz-gelben Bundestagsabgeordneten, süddeutschen Ländern und dem Bundeswirtschaftsministerium, das die Reaktoren im Schnitt um 14 Jahre länger laufen lassen wolle. Dagegen unterstützten mehrere Unions-Ministerpräsidenten Bundesumweltminister Norbert Röttgen, der kürzere Fristen anstrebt. …

welt.de
Kompromiss bei längeren AKW-Laufzeiten absehbar
… Schon im kommenden Jahr könnten ihnen die ersten „zwei oder drei" Atomkraftwerke zum Opfer fallen, andere dagegen würden im Gegenzug länger laufen. Welche das sein könnten, und wie viel länger die übrigen Reaktoren laufen könnten, sei aber noch offen. Ungeklärt sei auch noch, ob überhaupt ein fester Zeitpunkt für das Abschalten der letzten Reaktoren genannt werde. Dies hänge letztlich auch mit der Sicherheit der Anlagen zusammen, hieß es in den Regierungskreisen.
Foto: spiegel.de/ddp
"Wirtschaftsweiser" Franz fordert Arbeitspflicht für Hartz-IV-Bezieher, sonst Kürzungen
von redaktion am 08.08.2010 11:21
LVZ: Wirtschaftsweiser Franz fordert Arbeitspflicht für Hartz-IV-Bezieher, sonst Kürzungen

Franz
Leipzig/Berlin (rdp/ots) - Der Chef der Wirtschaftsweisen, Wolfgang Franz, hat in der Hartz-IV-Debatte Forderungen nach höheren Regelsätzen kritisiert und zugleich eine Arbeitspflicht für Hilfsempfänger gefordert. "Mit höheren Unterstützungszahlungen vermindern sich insbesondere für Geringqualifizierte mit Kindern die Anreize, sich auf dem ersten Arbeitsmarkt intensiv um einen Arbeitsplatz zu bemühen und gegebenenfalls auch weniger attraktive Jobs anzunehmen", sagte Franz der "Leipziger Volkszeitung" (Montag-Ausgabe). Auch eine Koppelung der Hartz-IV-Sätze an die Inflationsrate sei falsch. "Eine inflationsbedingte Erhöhung dieser Sozialleistungen muss über Steuern finanziert werden. Dann muss der Staat an anderer Stelle Ausgaben kürzen oder Steuern erhöhen."
Der Präsident des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung in Mannheim (ZEW) fordert statt einer Leistungserhöhung die Flexibilisierung der Hartz-IV-Sätze verbunden mit einer Arbeitspflicht. Wer nicht arbeiten will, müsste dann auch Hartz-IV-Kürzungen hinnehmen. "Jeder Hilfebedürftige kann den ungekürzten Regelsatz bekommen, aber er muss dafür arbeiten. Vorzugsweise auf dem ersten Arbeitsmarkt oder falls dort nicht genügend Arbeitsplätze vorhanden sind, in einer Arbeitsgelegenheit bei einer kommunalen Einrichtung oder bei Wohlfahrtsverbänden", so Franz. Arbeitswillige Hilfsempfänger sollten dann auch mehr als bisher von ihrem Verdienst behalten dürfen. "Er stellt sich also besser als bisher." Andernfalls müsse der Regelsatz gekürzt werden, "so dass derjenige, der nicht arbeiten will, finanzielle Einbußen erleidet." Es gelte das Fördern und Fordern.
Franz rechnet mit einem ausreichenden Jobangebot für Geringqualifizierte. "Es werden auch im Bereich geringqualifizierter Arbeit sehr viel mehr Arbeitsplätze entstehen als viele Skeptiker glauben. Früher wurden an der Tankstelle die Scheiben gewischt oder es wurden morgens Brötchen ausgetragen". Vereinzelt gebe es auch hierzulande schon Schuhputzer oder wie in den USA Tütenpacker im Supermarkt. "Wichtig ist: Jede ehrliche Arbeit verdient Respekt und wenn das dort erzielte Einkommen nicht zum Lebensunterhalt reicht, dann wird es mit Hilfe des Arbeitslosengelds II aufgestockt. Das ist doch wesentlich besser als diese Betroffenen das harte Schicksal einer Arbeitslosigkeit erleiden zu lassen."
Reformbedarf sieht der Chef der Wirtschaftsweisen auch beim Arbeitslosengeld I, die Bezugsdauer sollte künftig nach der konjunkturellen Lage richten. Es sei richtig, darüber nachzudenken, "die Bezugsdauer, aber nicht die Höhe, des Arbeitslosengelds I konjunkturabhängig zu machen. Im Vergleich zu den jetzigen Regelungen wird sie in einer Rezession verlängert, in einer zufriedenstellenden Arbeitsmarktsituation gekürzt." Einem flächendeckenden Mindestlohn erteilte Franz eine klare Absage. "Studien zeigen, dass Mindestlöhne je nach ihrer Höhe Hunderttausende Arbeitsplätze vernichten und zwar gerade im Bereich geringqualifizierter Arbeit, also bei den Problemgruppen auf dem Arbeitsmarkt. Dann können wir die Bekämpfung dieser Arbeitslosigkeit vergessen."
Das von Sozialministerin von der Leyen geplante Gutschein-Modell für Kinder von Hartz-IV-Beziehern sei dagegen richtig. Es gehe nicht darum, betroffene Eltern unter den Generalverdacht zu stellen, ihren Kindern Sozialleistungen zu verwehren, so Franz. "Jedoch besteht der Vorteil einer Gutscheinlösung darin, dass die Förderung direkt den Kindern zugute kommt und zwar denjenigen, die unserer Hilfe wirklich bedürfen."
Spenden macht frei - polis-Presseschau
von redaktion am 07.08.2010 09:28
Presseschau vom 07.08.2010

Könnte auch mal ein paar Euro abdrücken: Josef Ackermann.
Spenden macht frei
Die Gates/Buffet-Initiative schlägt weltweit höchste Wellen. Warum tun die das? Sollten/werden Deutschlands Milliardäre dem Beispiel folgen? Wollen die Deutschen überhaupt bespendet werden?

fr-online de.
Reiche zur Kasse, bitte
... Deutschland ist Schlusslicht. In kaum einem anderen Industriestaat haben die Vermögenssteuern gemessen an der Wirtschaftsleistung einen so geringen Anteil wie hierzulande. Während es nach den Daten der Wirtschaftsorganisation OECD in Großbritannien vier Prozent sind, liegt der Wert in Deutschland bei nicht einmal einem Prozent. SPD und Grüne, die nach letzten Umfragen erstmals seit 2002 wieder eine Regierungsmehrheit hätten, wollen das ändern. Ungeachtet der Spendenbereitschaft vieler Reicher streben sie an, Besserverdienende und Vermögende stärker zur Kasse zu bitten. ...

Faz.net
Spendenoffensive schlägt Wellen
… Die Wohltätigkeitsoffensive von 40 amerikanischen Milliardären hat in Deutschland eine Debatte über das Spenden und die Vermögensverteilung ausgelöst. In Amerika war eine Gruppe reicher Bürger einem Aufruf von Microsoft-Gründer Bill Gates und Investor Warren Buffett gefolgt. Sie versprachen, mindestens die Hälfte ihres Vermögens für wohltätige Zwecke zu geben. 600 Milliarden Euro könnten auf diese Weise zusammenkommen, in der Regel wohl über Stiftungen …

taz.de
Kohle her!
… Politiker von SPD und Grünen wünschen sich auch in Deutschland eine höhere Spendenbereitschaft reicher Bürger. Nachdem rund vierzig gut betuchte US-Amerikaner auf Initiative von Bill Gates und Warren Buffet angekündigt hatten, die Hälfte ihres Vermögens spenden zu wollen, meldeten sich gleich mehrere Politiker der beiden Oppositionsparteien zu Wort. …

zeit.de
Geld sucht Sinn
… Das Thema Spenden von Reichen ist soziologisch und psychologisch höchst interessant. Der Obulus, den der Nicht-Vermögende sonntags in der Kirche in den Klingelbeutel wirft, ist es weniger. Denn da anerkennen wir unmittelbar die Geste der Mildtätigkeit und Freigebigkeit. Jemand, der etwas abgibt, obwohl er es selbst nicht dicke hat, ist ein klarer Fall für ein moralisches Lob. Die Großspende eines Superreichen hingegen ruft interessanterweise eine andere Reaktion hervor: „Na endlich“, hört man es grummeln, „wurde aber auch Zeit. Was soll der sonst mit seinem ganzen Haufen Geld anfangen? Warum nur ist er nicht früher drauf gekommen? Soviel Milliarden braucht doch kein Mensch!“ ...
Foto: taz.de/apn
Neues Deutschland: zur Ausweitung der Stasi-Überprüfungen
von redaktion am 06.08.2010 19:01
Neues Deutschland: zur Ausweitung der Stasi-Überprüfungen
Berlin (rdp/ots) - Tätigkeit für den einstigen DDR-Geheimdienst wird wohl ein Grund misstrauischer Überprüfung bleiben, so lange irgendein Selbstgerechter mit dem nötigen Einfluss den Hauch eines Vorteils darin erkennen kann. Nun womöglich bis ins Jahr 2019 - es spielt keine Rolle, dass ein dann 50-Jähriger zum Ende der DDR ein junger Mensch von 20 Jahren war, nach heutigem Strafrecht noch als Heranwachsender gilt. Nachvollziehbare Begründungen für diese Strenge, die nun sogar zu einer erneuten Ausweitung der Überprüfungen im Öffentlichen Dienst führen soll, sucht man vergebens. Sie sind so vage wie die Vorstellung der Antragsteller vom System der DDR. Auch der sachsen-anhaltische Ministerpräsident Wolfgang Böhmer, der als einstiger DDR-Bürger immerhin weiß, wovon er spricht, stimmt der fortgesetzten Stigmatisierungsabsicht ausweichend zu. Es könnte in Einzelfällen »hilfreich sein, wenn die Möglichkeit zur Überprüfung bestehen bliebe«. So klingt eine anonyme Drohung. Die Stasi-Überprüfung findet ihren Sinn allein als Gesinnungstest. Doch weder ist Gesinnung ein gültiges Beschäftigungskriterium im Öffentlichen Dienst, noch lässt eine ehemalige Mitarbeit für die Stasi irgendeinen Schluss auf Gesinnung zu. Nutzen ist allein für die Urheber des geplanten Antrags zu erkennen - Union und FDP. Die Hoffnung gilt einer delegitimierten LINKEN, die zunehmend zum Machtfaktor wird. Bei der letzten MfS-Test-Befristung auf 2011 war das noch nicht abzusehen.
Ende der Ölpest absehbar - Folgen unabsehbar
von redaktion am 06.08.2010 15:55
Ende der Ölpest absehbar - Folgen unabsehbar

Berlin/Washington (rdp) - Das endgültige Versiegeln des Öllecks im Golf von Mexiko rückt in greifbare Nähe - aber die Folgen der Ölpest sind unabsehbar. Experten kritisieren den Bericht der US-Regierung zum Stand der Ölkatastrophe als «außerordentlich optimistisch».
Naturschützer warnen, die Gefahr für die Umwelt sei noch längst nicht gebannt. Vögel und Fische seien weiter in Gefahr.
Der Ölkonzern BP hat unterdessen das Loch im Meeresboden von oben mit Zement verschlossen. Das Manöver am Donnerstag dauerte nur wenige Stunden, und die als «Static Kill» bezeichnete Operation ist damit abgeschlossen. Zuvor hatten Ingenieure das Steigrohr in 1500 Meter Tiefe von oben mit 300 Tonnen Schlamm verstopft.
Bis zum «Finale» wird es noch mehrere Tage dauern. BP bohrt noch einen Nebenzugang zum Hauptbohrloch, durch den ebenfalls Schlamm und danach Zement gepumpt werden sollen. Das soll die Quelle von unten in 4000 Meter Tiefe direkt versiegeln. So will man ganz sichergehen, dass Öl und Gas hier niemals mehr nach oben drängen.
Nach Schätzungen von BP wird es noch fünf bis sieben Tage dauern, bis der Nebenzugang auf das Hauptbohrloch trifft und das endgültige Versiegeln von unten beginnen kann. Dieses Manöver könnte Tage oder sogar Wochen dauern, abhängig davon, ob die BP-Ingenieure Öllecks finden, sagte der Einsatzleiter der Regierung, Thad Allen. Außerdem könnte schlechtes Wetter die Arbeiten noch verzögern.
Skeptisch beurteilten Umweltschützer und Wissenschaftler einen Bericht der US-Regierung, wonach drei Viertel des ausgeströmten Öls bereits abgebaut oder beseitigt worden sind. «Zumindest die Hälfte der 660 000 Tonnen sind immer noch im Meer», sagte der Geochemiker Jürgen Rullkötter dem Sender Deutschlandradio Kultur.
Die Einschätzung beruhe auf vielen optimistischen Annahmen und Vermutungen, sagte der Professor für organische Geochemie an der Universität Oldenburg am Freitag. Zudem sei der Teil des Öls, der nach dem Bericht in sehr kleine Tröpfchen zerteilt wurde, trotzdem noch im Meer - und nach wie vor giftig und schädlich.
Rullkötter bezweifelt auch die Mengenangaben zum bereits verdunsteten Öl: «Ich weiß nicht, wie man auf diese 25 Prozent gekommen ist.» Bei dem von Bakterien abgebauten Öl stelle sich die Frage, ob der Sauerstoffgehalt im Meer für die angenommenen Abbaumengen überhaupt ausgereicht haben kann.
Generell sei die Situation aber durchaus vorsichtig optimistisch zu beurteilen, sagte der Wissenschaftler weiter. Es sei gelungen, einen großen Teil des Öls von der Küste fernzuhalten. Viel Öl sei zudem mit Chemikalien fein zerstäubt worden. «Es besteht die Chance, dass vielleicht innerhalb von ein, zwei Jahren das Öl im Wasser des Golfs weitgehend von Bakterien aufgearbeitet worden ist.»
Die deutsche Umweltorganisation Nabu meint hingegen, die Erholung des Ökosystems in der Region werde Jahrzehnte dauern. «Die Entwarnung der US-Regierung kommt zu früh», rügte Nabu-Präsident Olaf Tschimpke in Berlin. Mehr als 1000 Kilometer Küstenlinie seien verschmutzt, über 40 000 Menschen hätten ihre Lebensgrundlage verloren.
Der Nabu verwies auch auf unbekannte Nebenwirkungen der Chemikalien. «Das hat Tiergruppen in Mitleidenschaft gezogen, die sonst eventuell glimpflicher davongekommen wären: Phyto- und Zooplankton, aber auch die großen Planktonfresser wie Walhaie», sagte der Nabu-Meeresschutzexperte Kim Detloff. «Das abgesunkene Öl gefährdet jetzt die Lebensgemeinschaft am Meeresboden, also festsitzende Tiere wie Korallen, Nesseltiere, Muscheln, aber auch am Boden lebende Fische und Krebse.»


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