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Re: Verfrühter politischer Nachruf auf Oskar Lafontaine
von Pedegar am 27.03.2010 21:18Dein Onkel war nicht wütend auf Oskar, weil der ihn verraten hat - sondern, weil man ihm gesagt hat, Oskar hätte ihn und alle anderen verraten.
Aber sorry - ich kenne deinen Onkel nicht...
Gabriel plant in NRW Wahlbetrug
von redaktion am 27.03.2010 15:53
Gabriel plant in NRW Wahlbetrug

Klaus Ernst
Berlin (rdp). Der stellvertretende Vorsitzende der Linken, Klaus Ernst, wirft SPD-Chef
Sigmar Gabriel nach dessen jüngsten ablehnenden Äußerungen über ein
rot-rot-grünes Bündnis nach der NRW-Wahl vor, nicht ernsthaft an einem
Politikwechsel im größten Bundesland interessiert zu sein. Gabriel
plane einen "gigantischen Wahlbetrug", weil er mit sozialen Sprüchen
Wahlkampf mache, die SPD aber faktisch auf ein ein Bündnis mit der CDU
festlege.
Ernst erklärt:
Fünfparteiensystem nicht abgefunden und hat von seinen Vorgängern die
destruktive Frontstellung gegen die Linke geerbt. Gabriel plant in NRW
einen gigantischen Wahlbetrug. Er macht mit sozialen Sprüchen Wahlkampf
und legt gleichzeitig seine SPD faktisch auf ein Bündnis mit der CDU
fest. Alle Umfragen zeigen, dass SPD und Grüne keine Chance auf eine
eigene Mehrheit gegen Rüttgers haben. Wenn Gabriel schon jetzt ohne
jede Verhandlung ein Bündnis mit der Linken ausschließt, dann bleibt
ihm nur der Gang in eine schwarz-rote Koaliton. Hannelore Kraft ist ab
sofort nur noch Vize-Ministerpräsidentin-Kandidatin. Das ist kein
Wahlkampf, sondern eine Farce. Am Ende wird die Linke den Unterschied
machen. Die NRW-Wahl ist eine Schlüsselwahl. Wir wollen den Sozialabbau
von Schwarz-Gelb wirklich stoppen. Verhandlungen über ein
Regierungsbündnis werden wir uns nicht verweigern, wenn die
inhaltlichen Bedingungen stimmen."
Petra Pau, Mitglied im Vorstand der Fraktion DIE LINKE ergänzt: "Auf
die SPD-Spitze bleibt Verlass: Ob Hessen, ob Thüringen, ob
Nordrhein-Westfalen, im Zweifelsfall stärkt sie (noch) immer die CDU."
Nahles: Rösler ist ein verkappter Pharmalobbyist
von redaktion am 27.03.2010 14:20
Nahles: Rösler ist ein verkappter Pharmalobbyist

Berlin (rdp). Zum vorgestellten Arzneimittelpaket der Bundesregierung erklärt die SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles:
Die SPD hatte gefordert, dass eine Kosten-Nutzenbewertung vor der Zulassung stattfindet, damit die Medikamente mit Preisen in den Markt kommen, die ihrem Nutzen für die Patienten entsprechen.
Die Proteste der Pharmalobbyisten sind nichts weiter als Krokodilstränen. Aber für die Versicherten ist Röslers Politik eine reine Mogelpackung.
Ein weiterer Vorschlag Röslers ist der Einstieg in die Grundversorgung: Rösler will für bestimmte Medikamente eine Mehrkostenregelung einführen. Herr Rösler will damit in der Krankenversicherung das Prinzip einführen, dass die Krankenkassen nur noch Grundkosten übernehmen. Wenn die Versicherten eine bessere Versorgung wollen, müssen sie die Medikamente selbst zahlen.
Damit fängt Herr Rösler an, die gesetzliche Krankenversicherung als Vollversicherung zu zerstören. Er spaltet unsere Gesellschaft in diejenigen, die sich eine volle Krankenversicherung leisten können und diejenigen, die nur noch Grundversorgung bekommen. Wer Schwarz-Gelb in NRW abwählt kann das verhindern.
netzwerk recherche fordert "Fakten-TÜV" in allen Medien
von redaktion am 27.03.2010 10:52
netzwerk recherche fordert "Fakten-TÜV" in allen Medien

Hamburg/Berlin (rdp/ots) - Einen "Fakten-TÜV" in allen Medien hat die Journalisten-Vereinigung netzwerk recherche (nr) zum Auftakt ihrer Fachkonferenz "Fact-Checking - Fakten finden, Fehler vermeiden" heute in Hamburg gefordert: "Ein Fakten-TÜV durch eigenständige Dokumentations- und Recherche-Spezialisten in allen Medien wäre ein Quantensprung für die Steigerung der journalistischen Qualität", sagte der Vorsitzende von netzwerk recherche, Thomas Leif, bei der Eröffnung der zweitägigen internationalen Fachkonferenz.
Auf der Konferenz, die netzwerk recherche in Kooperation mit dem Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL veranstaltet, vermitteln mehr als 40 Dokumentationsjournalisten, Rechercheure und Medienforscher ihr Wissen über die in Deutschland weitgehend vernachlässigte Faktenkontrolle. Rund 150 Journalistinnen und Journalisten beschäftigen sich in mehr als 30 Vorträgen, Workshops und Diskussionen mit dem Handwerk des "Fact-Checkings".
"Im Schatten eines hysterisierten politischen Betriebs und einer extremen Tempospirale beim Umschlag von Meinungen und Informationen kann eine professionelle Faktenkontrolle eine sinnvolle Entschleunigung des Medienbetriebs bewirken", ergänzte Leif. "Eine systematische Überprüfung aller Medieninhalte vermeidet nicht nur Fehler, sondern ist auch ein Werkzeug, den Trend zum Herdentrieb und zur Wiederholung der immer gleichen Inhalte zu stoppen." Die Verzahnung der Arbeit von Journalisten und Dokumentaren fördere zudem die Verschmelzung verschiedener Disziplinen und sei damit "ein Werttreiber für die immer noch unterentwickelte Recherche-Kultur in Deutschland".
Während der Konferenz vermitteln zahlreiche Referenten ihr Expertenwissen in der Faktenkontrolle, darunter Sarah Smith (Managing Editor, The New York Times Magazine) Peter Canby (Senior Editor, The New Yorker), Craig Silverman (RegretTheError.com), Prof. Scott Maier (School of Journalism and Communication, University of Oregon) und die Dokumentationsjournalisten des SPIEGEL um Dr. Hauke Janssen und Peter Wahle. Unterstützt wird die Tagung von Gruner+Jahr sowie von "Message - Internationale Zeitschrift für Journalismus".
Die Ergebnisse der Fachkonferenz werden in der Publikationsreihe "nr-Werkstatt" publiziert, siehe www.netzwerkrecherche.de
"Freunde" sind nicht unbedingt Freunde
von redaktion am 27.03.2010 10:11
"Freunde" sind nicht unbedingt Freunde

Berlin (rdp/ots) - Mark Zuckerberg ist US-Amerikaner, 25 Jahre alt, zumindest auf dem Papier Milliardär und jemand, der gern öffentlich in Badelatschen auftritt. Zuckerberg findet, dass der Wunsch nach Privatsphäre hier und heute keine soziale Norm mehr ist - und führt zum Beweis die eigene Firma an: Facebook, das größte soziale Netzwerk der Welt. Können sich 400 Millionen Nutzer irren? Nun, die 400 Millionen Nutzer wissen zumindest nicht unbedingt, auf was sie sich da eingelassen haben. Von zehn untersuchten sozialen Netzwerken - sieben deutschen, drei amerikanischen - ist laut Stiftung Warentest keines ohne Mängel. Das Verdienst der Untersuchung ist, dass vor allem technische und rechtliche Gefahrenquellen detailliert aufgeschlüsselt wurden. Die soziale Komponente aber - Netzwerke als gesellschaftliches Phänomen und die tief greifenden Veränderungen der Kommunikation - können nur gestreift werden. Das lässt sich nicht testen wie ein Passwortschutz. Und doch ist genau das ein Problem. Im Netz braucht es spezifische soziale Fähigkeiten, und die sind teils noch unterentwickelt. Es fehlt mitunter die Einsicht: Man ist in sozialen Netzwerken nicht unter sich. Im Gegenteil. "Freunde" sind nicht unbedingt Freunde, sondern unter Umständen einfach Menschen, die auch bei einem sozialen Netzwerk angemeldet sind und das Profilbild interessant fanden. Das kann, muss aber nicht harmlos sein. Trotzdem kann die Konsequenz weder eine massive Regulierung sein noch Kulturpessimismus, mit dem alles im Zusammenhang mit digitalen Medien und Internet seit je reichlich bedacht wurde und wird. Die Möglichkeiten sozialer Netzwerke, ob Facebook, Twitter, StudiVZ oder andere, sind riesig. Niemand kann sie in ihren Konsequenzen heute wirklich übersehen, denn die Entwicklung steht noch ganz am Anfang. Außerdem sind es vor allem Erwachsene, die sich da tummeln. Und von denen sollte man eine gewisse Umsicht verlangen dürfen. Unter den deutschen Nutzern von Facebook etwa hat die Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen den größten Anteil. Und in den ersten beiden Monaten des Jahres 2010 ist die Zahl der Facebook-Nutzer, die älter sind als 35 Jahre, besonders stark gestiegen. Dennoch: Nach Angaben von Facebook sind fast eine Million Nutzer Jugendliche im Alter zwischen 13 und 17 Jahren. Aber für deren Wohlergehen, auch im Internet, sind letztlich die Eltern mit verantwortlich. So wie wir gelernt haben, vorsichtig beim Kauf von Gebrauchtwagen zu sein, der Werbung zu misstrauen und Lebensmittel nicht allein nach der Gestaltung ihrer Verpackung zu beurteilen, müssen wir lernen, online vorsichtig zu sein - nicht paranoid, aber mit Bedacht zu agieren. Dazu gehört auch, sich bewusst zu machen, dass die sozialen Netzwerke zusehends mehr gesellschaftliche Lebensbereiche berühren werden, dass sich Unternehmen einer Interaktion mit Kunden über Netzwerke werden öffnen müssen. Je schneller wir lernen, selbst zu überblicken und zu entscheiden, was wir als Teil eines Netzwerks tun und was nicht, desto besser.
FDP schließt Steuersenkungen schon 2011 aus
von redaktion am 27.03.2010 10:04
FDP schließt Steuersenkungen schon 2011 aus
Düsseldorf/Berlin (rdp/ots) - Die FDP hat Steuersenkungen schon im Jahr 2011 endgültig ausgeschlossen. "Wir sind immer vom Jahr 2012 ausgegangen", sagte FDP-Generalsekretär Christian Lindner der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post" (Samstagsausgabe). "Jeder weiß, dass wir unterschiedliche Ziele sortieren müssen, von der Stabilisierung der Kommunalfinanzen über den Schuldenabbau bis zur Sicherstellung der Qualität der Gesundheitsversorgung", so Lindner. Es sei entscheidend, dass es bald ein einfacheres Steuersystem gebe. Ein entsprechendes Gesetz sollte schon dieses Jahr erarbeitet werden. "Das fände ich sinnvoll, weil es den Bürgern eine klare Entlastungsperspektive gibt", sagte Lindner.
Rüttgers: Atomausstieg nicht über die Köpfe der Bürger hinweg verlängern
von redaktion am 27.03.2010 09:59
Rüttgers: Atomausstieg nicht über die Köpfe der Bürger hinweg verlängern
Essen/Berlin (rdp/ots) - NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) hat die Berliner Koalition ermahnt, nicht über die Köpfe der Bürger hinweg den Atom-Ausstieg zeitlich zu strecken. "Wir müssen uns alle um gesellschaftliche Akzeptanz bemühen, auch die Wirtschaft", sagte er den Zeitungen der in Essen erscheinenden WAZ-Mediengruppe (Samstag-Ausgabe). "Es kann nicht sein, dass die Wirtschaft sich um die Gewinne kümmert und die Politik allein für die Akzeptanz zuständig ist", fügte er hinzu. Er reagierte damit auf Planspiele der Koalition in Berlin, die Laufzeiten von 32 auf bis zu 60 Jahre zu verlängern. Die Entscheidung darüber dürfe keine Verhandlungssache oder eine Frage des Geldes sein. "Wir sind nicht auf einem Bazar", sagte Rüttgers, Für ihn komme es auf zwei Kriterien an: Ist es sicherheitstechnisch vertretbar, die Meiler länger laufen zu lassen und wann können erneuerbaren Energien die Atomkraft ersetzen? Die Menschen würden dann eine Entscheidung akzeptieren, "wenn die Grunddaten klar und transparent sind und sich aus der Sache ableiten lassen." Rüttgers machte klar, dass er über den Bundesrat Einfluss ausüben will. Eine Verlängerung der Restlaufzeiten setze ein neues Gesetz voraus, das der Zustimmung der Länderammer bedürfe. Rüttgers forderte einen Energiemix, der neben den erneuerbaren Energien die Kohle berücksichtige. Davon hänge die Modernisierung vieler Kohlekraftwerke ab.
Ein Verbot der NPD ist fällig
von redaktion am 27.03.2010 09:16
Ein Verbot der NPD ist fällig
Kommentar von Walter Bau/WAZ

Essen/Berlin (rdp/ots) - Duisburg droht an diesem Wochenende der
Ausnahmezustand. Die rechtsextremen Provokateure von Pro NRW und NPD
marschieren auf. Linksautonome gehen ebenfalls in Stellung. Dazu
versammeln sich Tausende Demonstranten zum friedlichen Protest. Der
Staat ist mit einem Riesenaufgebot an Polizisten vor Ort. Zu viel
Aufwand für einige hundert Wirrköpfe? Mitnichten.
Die Gefahr von rechts außen ist enorm. Denn während auf den
Straßen Glatzköpfe in Springerstiefeln rechte Parolen grölen, gehen
als Biedermann verkleidete braune Brandstifter auf Nachwuchssuche.
Dies zeigt aktuell der perfide Versuch der NPD, mit einem Brief an
die Schülervertretungen im Lande die Schulen zu unterwandern.
In Städten wie Duisburg und Dortmund, die regelmäßig von
Aufmärschen und Krawallen rechtsextremer Gruppen wie der NPD
heimgesucht werden, verstehen viele Menschen längst nicht mehr, warum
sie den braunen Spuk ertragen müssen. Ihre Wut ist verständlich.
Dass die NPD, die offen gegen Ausländer, Andersdenkende und
Moslems hetzt, einen anderen Staat will, ist offensichtlich. Warum
müssen die Institution Staat und ihre Bürger das ertragen? Es ist
Zeit für ein gut vorbereitetes Verbotsverfahren gegen die NPD. Dies
wäre kein Zeichen von Schwäche - sondern ein klares Signal der Absage
an rechts außen.
„Historische Leistung“
von redaktion am 27.03.2010 08:20
Presseschau vom 27.03.2010

Foto: spiegel.de/reuters
„Historische Leistung“
Am 8. April werden die USA und Rußland in Prag ein neues Abrüstungsprogramm besiegeln. Die beiden wollen ihre Atomarsenale um ein Drittel verkleinern. Wesentlicher noch dürfte die Signalwirkung sein.

fr.-online.de
USA und Russland wollen abrüsten
… Ein Telefonat zwischen dem Weißen Haus und dem Kreml besiegelte den Durchbruch. Jahrelang hatte es bei der atomaren Abrüstung keine Bewegung gegeben, ehe US-Präsident
Barack Obama und sein russischer Kollege Dmitri Medwedew am Freitag in einem Telefongespräch eine neue Runde einleiteten. …

faz.net
Obama und Medwedjew einig über Atomabrüstung
… Obama kündigte nach dem Gespräch mit Medwedjew an, der neue Vertrag werde am 8. April in Prag unterzeichnet. Dort hatte der amerikanische Präsident ein Jahr zuvor in einer programmatischen Rede seine Vision einer „Welt ohne Atomwaffen“ vorgetragen. …

spiegel.de
Bei Anruf Abrüstung
… Nach übereinstimmenden Erklärungen aus dem Weißen Haus in Washington und dem Kreml haben sich die USA und Russland auf die Unterzeichnung einer neuen nuklearen Abrüstungsvereinbarung geeinigt. Es sei das "weitreichendste Abrüstungsabkommen seit fast zwei Jahrzehnten", schwärmte US-Präsident Barack Obama. "Heute haben wir einen weiteren Schritt unternommen, um das Erbe des 20. Jahrhunderts hinter uns zu lassen. Wenn die USA und Russland effektiv zusammenarbeiten können, ist das im Interesse beider Staaten und der Sicherheit weltweit." …

sueddeutsche.de
Obamas Comeback
Für den amerikanischen Präsidenten ist dies eine bedeutende Woche, wohl die beste seiner bisherigen Amtszeit. Am Dienstag konnte Barack Obama die Gesundheitsreform, sein wichtigstes innenpolitisches Vorhaben, nach erschöpfendem Ringen unterzeichnen.
Zum Wochenende nun kann er seinen ersten wirklich großen außenpolitischen Erfolg verbuchen: die Einigung mit Russland auf die weitere Verringerung der Atom-Arsenale beider Mächte - ebenfalls nach ermüdendem Verhandlungsmarathon.
Merkel riskiert Europa
von redaktion am 26.03.2010 16:57
Merkel riskiert Europa
Özdemir
Berlin (rdp). Zum Notplan der Euro-Länder für Griechenland erklärt Cem Özdemir,
Bundesvorsitzender von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:
Karlspreis 2008 kam für die Kanzlerin offenbar zu früh. Als Europäerin
hat sie in den letzten Wochen versagt. Lange hat sie sich im Dickicht
einer dumpfen Anti-Griechenland-Kampagne im Vorfeld des NRW-Wahlkampfes
einerseits und der Gefahr für die Stabilität des Euro andererseits
verfangen. Dabei hat sie die Gefährten der Währungsunion brüskiert und
diese aufs Spiel gesetzt.
Das Bild von der eisernen Kanzlerin, die bettelnden, korrupten Griechen
die Leviten liest und mit der deutschen Rolle des nachsichtigen
Zahlmeisters aufräumt, ist obszön und kurzsichtig. Der Flurschaden, den
die Kanzlerin in Brüssel angerichtet hat, ist größer als die
möglicherweise eingesparten Milliarden. Natürlich wäre es falsch, dass
Deutschland und andere unkonditioniert Gelder nach Griechenland, oder
zukünftig auch nach Portugal, Spanien oder Italien überweisen. Aber
selten hat eine deutsche Regierung gezielt so viel populistisches Öl in
spalterische Feuer gegossen wie zuerst Westerwelle und jetzt auch
Merkel. Es wird schwer sein, diese Geister wieder los zu werden.
Angela Merkel hat den Kurs Helmut Kohls verlassen, für den ein stärkeres
Europa Deutschlands erste nationale Priorität war. Auch wirtschaftlich
hat kein Land von der Währungsunion so profitiert wie Deutschland. Der
Euro hat allen Ländern der Währungsunion in der Krise Stabilität
gegeben, auch Deutschland. Niemals darf Deutschland Europa in Frage
stellen und deshalb ist es fatal, durch die Andeutung von nationalen
Alleingängen, wirtschaftlich angeschlagene Mitgliedsstaaten den
internationalen Finanzmärkten zum Fraß vorzuwerfen.
Europa kann nur gemeinsam als Solidar- und Schicksalsgemeinschaft in der
globalisierten Welt bestehen und erfolgreich sein.“


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