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Let's Swift again - polis-Presseschau

von redaktion am 09.07.2010 08:31




Presseschau vom 09.07.2010



484 Stimmen dafür, 109 dagegen, 12 Enthaltungen: Ja zur Observation durch die USA


Let's Swift again

Trotz massiver Bedenken europäischer Datenschützer hat das Europaparlament das umstrittene Swiftabkommen mit den USA verabschiedet. Kosmetische Korrekturen machten es möglich. Die Regelung gilt zunächst für 5 Jahre.




fr-online.de

Europaparlament segnet Swift ab

… Damit haben die USA nun ab 1. August wieder Zugriff auf Millionen von Bankdaten europäischer Kunden. Deren Überprüfung soll im Rahmen des US-Programms zur Bekämpfung des internationalen Terrorismus erfolgen. Ein erster Entwurf des Abkommens war vom Parlament noch abgelehnt worden. …




faz.net

EU-Parlament billigt Swift-Abkommen

… EU-Kommissionspräsident Barroso sagte, das Abkommen stärke die transatlantischen Beziehungen und sei ein Schlüssel für die Terrorismusbekämpfung auf beiden Seiten des Atlantiks. Das sogenannte Swift-Abkommen wurde mit 484 gegen 109 Stimmen bei 12 Enthaltungen gebilligt. Dafür stimmten vor allem die Fraktionen der Christlichen Demokraten, der Sozialdemokraten, der Liberalen und der Konservativen (Torys); dagegen waren die Grünen, die Linke und Teile der Euroskeptiker. …




spiegel.de

Freibrief für die Datensauger aus den USA

… Im Grunde stellt der Swift-Vertrag jeden grenzüberschreitenden Geldverkehr unter Generalverdacht. Wenn Geld fließt, über die Grenzen hinweg, dann ist das ein Vorgang, der registriert und archiviert wird. Swift selbst erledigt für die Fahnder dann den Rest, betreibt eine fünfjährige Vorratsdatenspeicherung über die Überweisungen und ihre Details, gibt diese auf Anforderung weiter. Für die Sicherheit der Bürger Europas soll sorgen, dass ein Beobachter von Swift in den USA nach dem rechten Umgang mit den Daten schauen soll. Klingt nach einer Vollzeitstelle, bei der kaum Langeweile aufkommt. Es ist sehr schwer vorstellbar, dass jede Anfrage auf ihre Legitimität und Verwendung geprüft werden könnte. …




taz.de

Im Namen der Terrorbekämpfung

Das umstrittene SWIFT-Abkommen ist unter Dach und Fach. Eine parteiübergreifende Mehrheit von Konservativen, Sozialdemokraten und Liberalen hat am Donnerstag für das neue Antiterrorabkommen mit den USA gestimmt, das die Übertragung von Bankdaten in großem Stil an die US-Behörden erlaubt. Linke und Grüne sind weiterhin dagegen. "Die massenhafte Weitergabe von Daten europäischer Bankkunden ist durch EU-Recht nicht gedeckt", glaubt der grüne EU-Abgeordnete Jan Philipp Albrecht. Die grüne Fraktionsvorsitzende Rebecca Harms kündigte für den 12. Juli ein Rechtsgutachten an. Sollte es zum gleichen Ergebnis kommen, wollen die Grünen den Europäischen Gerichtshof anrufen. ...

Foto: spiele.de/reuters

Antworten Zuletzt bearbeitet am 09.07.2010 08:32.

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DJV: Selbständige nicht übermäßig belasten!

von redaktion am 08.07.2010 18:51




DJV: Selbständige nicht übermäßig belasten!



Berlin (rdp/ots) - Der Deutsche Journalisten-Verband hat sich dagegen ausgesprochen, dass die Beiträge zur freiwilligen Arbeitslosenversicherung um das Vierfache erhöht werden, wie von der Bundesregierung mit dem "Gesetz für bessere Beschäftigungschancen am Arbeitsmarkt" geplant. Gerade bei den freien Journalisten könne das dazu führen, dass viele spätestens ab 2012, wenn die zweite Stufe der Betragserhöhung greift, ihre Arbeitslosenversicherung aus Kostengründen beenden müssen.

"Die in zwei Stufen im Jahr 2011 und 2012 vorgesehene Kostensteigerung verkennt die wirtschaftlichen Realitäten von selbständigen Journalisten", betonte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken. Es sei traurige Wahrheit, dass ein Großteil der Selbständigen weniger verdiene als die Arbeitnehmer.

Konken wies gleichzeitig darauf hin, dass der DJV die grundsätzliche Bereitschaft der Bundesregierung zur Verlängerung der freiwilligen Arbeitslosenversicherung begrüße. Ebenso positiv sei, dass bereits Versicherte auch ab 2011 im System verbleiben können. Nicht zielführend sei allerdings die erhebliche Steigerung der Beiträge. Die Politik müsse Selbständige angesichts der allgemein schwierigen wirtschaftlichen Lage auch weiterhin fördern. Zumindest in einer Existenzgründungsphase von mindestens drei Jahren müssten die Beiträge niedriger ausgestaltet sein. In dem Zusammenhang erinnerte er auch daran, dass Selbständige vor dem Jahr 2006 durch die Regelungen zur Erweiterung von Rahmenfristen sogar bis zu vier Jahre lang kostenlos versichert waren. "Es ist nicht nachvollziehbar, dass die Politik Selbständige in Krisenzeiten mit massiven Kostensteigerungen konfrontiert."

Antworten Zuletzt bearbeitet am 08.07.2010 18:51.

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Der EAD ist ein militärisch durchsetzter Auswärtiger Dienst der EU

von redaktion am 08.07.2010 13:54




Der EAD ist ein militärisch durchsetzter Auswärtiger Dienst der EU


Pflüger

Das Europäische Parlament hat heute in einer Abstimmung einer Vorlage der Aussenbeauftragten Catherine Ashton zum "Europäischen Auswärtigen Dienst" (EAD) zugestimmt. Damit kann dieser militärisch durchsetzte Auswärtige Dienst der EU starten. Dazu erklärt Tobias Pflüger, zuständig für Friedens- und Europapolitik im Parteivorstand der LINKEN:

DIE LINKE lehnt auf allen Ebenen diesen militärisch durchsetzten Europäischen Auswärtigen Dienst (EAD) ab. Dies hat gute Gründe. Erstens: Im EAD werden Auswärtige Politik, Entwicklungspolitik und Militärpolitik direkt vermischt. Dies führt zu einer weiteren entscheidenden Militarisierung der Aussen- und Entwicklungspolitik der EU und ihrer Mitgliedsstaaten. Es ist in etwa so, als ob es in der Bundesrepublik nur ein einziges Ministerium für Auswärtiges, Entwicklungspolitik und Verteidigungspolitik gäbe. Mit dem EAD sollen außenpolitische und militärische Interessen der EU und der EU-Mitgliedsstaaten weltweit durchgesetzt werden. Zweitens: Eine demokratische Kontrolle des EAD ist überhaupt nicht gewährleistet, weder durch das Europäische Parlament noch durch die einzelstaatlichen Parlamente. Die nun erfolgte gemischte Zuständigkeit bei Entwicklungs- und Nachbarschaftspolitik schafft nur neues Kompetenzchaos auf EU-Ebene. Drittens: Die Kritik innerhalb der bundesdeutschen Regierungsfraktionen am Kompromiss zum EAD ist total unglaubwürdig. Den Konservativen und Liberalen geht es nur um das Platzieren weiterer deutscher Beamter im EAD. Dabei gerät die problematische politisch-militärische Ausrichtung des EAD völlig aus dem Blick. Der EAD ist das Rückgrat des Lissabonner Vertrages, mit dem die Europäische Union auch zu einem Militärbündnis wird. Die Kritik am Lissabonner Vertrag bestätigt sich durch die Etablierung und insbesondere die konkrete Umsetzung dieses neuen militärisch durchsetzten Europäischen Auswärtigen Dienstes."

Antworten Zuletzt bearbeitet am 08.07.2010 13:57.

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Besseres BAföG statt elitäres Stipendienmodell

von redaktion am 08.07.2010 11:29




Hirsch

Besseres BAföG statt elitäres Stipendienmodell

Berlin (rdp). Besseres BAföG statt elitäres StipendienmodellLaut Medienberichten hat das Nationale Stipendienprogramm der Bundesregierung im Bundesrat bei einer Probeabstimmung keine Mehrheit erhalten. Nele Hirsch, Mitglied im Geschäftsführenden Parteivorstand der Partei DIE LINKE erklärt dazu:

Annette Schavan ist mit ihrem unsozialen Stipendienprogramm auf ganzer Linie gescheitert. Die Probeabstimmung im Bundesrat ist eine schallende Ohrfeige für sie. Anstatt die Initiative nun zu verschlimmbessern und damit öffentliche Gelder zur Privilegierung von ohnehin Privilegierten zu verschwenden, fordern wir eine umfassende Reform des BAföG.

Es reicht nicht aus nur Kleckerbeträge auf die Bedarfssätze aufzuschlagen, sondern diese müssen noch in diesem Jahr um mindestens zehn Prozent angehoben werden. Nur dann ist mit dem BAföG ein gutes Studium ohne die Notwendigkeit nebenher zu Jobben möglich. Auch die Freibeträge müssen steigen, damit mehr Studierende in den Genuss einer BAföG Förderung kommen.

Die Hochschulen müssen endlich sozial geöffnet werden. Das Studium darf nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen."

Antworten Zuletzt bearbeitet am 08.07.2010 12:13.

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Hungersnot in Westafrika: Hilfsorganisationen fordern stärkere Unterstützung für über 10 Millionen Betroffene

von redaktion am 08.07.2010 11:19




Hungersnot in Westafrika: Hilfsorganisationen fordern stärkere Unterstützung für über 10 Millionen Betroffene



Bonn/Berlin (rdp/ots) - Zehn führende Hilfsorganisationen fordern eine deutlich stärkere humanitäre Unterstützung für die schwer von der Nahrungsmittelkrise betroffenen Bewohner der Sahelzone. Neben CARE beteiligen sich unter anderem Save the Children, ACF und Tearfund an dem Appell.

Im Zentrum der Krise steht der Niger, wo sieben Millionen Menschen, nahezu die Hälfte der Bevölkerung, nicht ausreichend zu essen hat. Weitere zwei Millionen Menschen im Tschad, und Hunderttausende in Mali, Mauretanien, in Teilen von Burkina Faso und im äußersten Norden von Nigeria leiden an Hunger. Jüngste Auswertungen zeigen, dass im Niger 17 Prozent der Kinder unter fünf Jahren akut unterernährt sind. Diese Zahl ist mehr als ein Drittel höher als im vergangenen Jahr.

Die Organisationen fordern ein politisches Engagement auf höchster Ebene, damit umgehend mehr finanzielle Mittel zur Linderung der größten Not bereitgestellt werden. Insbesondere fordern die Organisationen die Vereinten Nationen (UN) auf, einen Beauftragten für die Krise zu ernennen, damit die Hilfsmaßnahmen aller beteiligten Länder beschleunigt werden. Zusätzlich solle mit den Regierungen der betroffenen Länder und der Geberstaaten verhandelt werden.

Obwohl seit sechs Monaten gewarnt wird, sind die bereitgestellten finanziellen Mittel bis jetzt nur dürftig und liegen knapp 107 Millionen US-Dollar hinter dem Ziel der UN. Die Hilfsorganisationen fordern daher die Industrienationen auf, ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen. Verzögerungen bei der Finanzierung haben dazu geführt, dass Nahrungsmittel erst spät gekauft und in den betroffenen Gebieten verteilt werden konnten. Im Niger beispielsweise starteten die Nahrungsmittelverteilungen des Welternährungsprogramms (WFP) zu spät und weniger Menschen erhielten dadurch Hilfe.

"Wir fanden eine Gruppe von fast 200 Familien in der Mitte der Wüste. Sie saßen fest, waren von ihrer sterbenden Rinderherde umgeben, und hatten nur noch Nahrungsmittel für weniger als drei Wochen", sagte Stéphane Petitprez, Nothilfekoordinator von CARE im Niger. "Eine andere Familie hatte einen Konvoi mit fünf Kamelen auf einem Dreitagesmarsch zum Markt geschickt, um Hilfe zu holen. Sie schafften es nicht. Die Kamele starben auf dem Rückweg." Petiprez weiter: "Die Tiere sterben, und damit stirbt auch die Zukunft dieser Familien. Wir haben gewarnt, dass dies passieren würde. Die internationale Gemeinschaft muss jetzt handeln, damit die Situation sich nicht noch weiter verschärft."

Dürre, Missernten, Schädlingsbefall, steigende Nahrungsmittelpreise und die chronische Armut in der Region haben dazu geführt, dass Nahrungsmittel knapp werden und das Weideland austrocknet. Die Menschen müssen ihre Heimat und ihre hungernden Tiere zurücklassen und ihre Habseligkeiten aufzugeben. Solche verzweifelten Maßnahmen zeigen nicht nur das Ausmaß der Krise, sondern untergraben auch die Bemühungen um langfristige Entwicklung, warnen die Hilfsorganisationen.

Der Niger, das ärmste Land der Welt, ist mit mehr als 7,1 Millionen Hilfsbedürftigen am schwersten betroffen. Fast eine halbe Millionen Kinder unter fünf Jahren sind akut mangelernährt. Ihnen drohen irreversible Gesundheitsschäden oder der Tod, wenn sie nicht schnell behandelt werden. Die Getreideernte ist um 30 Prozent gesunken, und das verfügbare Weideland, das besonders für die Viehzucht wichtig ist, liegt zu 60 Prozent unter den Bedürfnissen.

Im Tschad, einem Land, das zusätzlich von einem lang andauerndem Konflikt betroffen ist, leiden rund zwei Millionen Menschen unter der Nahrungsmittelknappheit. Es gibt Berichte von Frauen, die Samen von Ameisenhaufen essen. In einigen Gegenden sind 27 Prozent der Bevölkerung mangelernährt. Zudem sind Hunderttausende in Mali, Burkina Faso und im nördlichen Nigeria von der Krise betroffen.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 08.07.2010 11:20.

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Linken Vorsitzende Lötzsch: Wir unterstützen Rot-Grün in NRW verlässlich

von redaktion am 08.07.2010 11:04




Linken Vorsitzende Lötzsch: Wir unterstützen Rot-Grün in NRW verlässlich

Köln/Berlin (rdp/ots) - Die Vorsitzende der Linkspartei, Gesine Lötzsch, hat der geplanten rot-grünen Minderheitsregierung in Nordrhein-Westfalen verlässliche Unterstützung zugesichert. "Wir sind da ganz berechenbar", sagte sie dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Donnerstag-Ausgabe). "Wir haben von vornherein gesagt, dass wir Rüttgers ablösen und einen Politikwechsel wollen. Wir werden nicht verhindern, dass Frau Kraft ins Amt kommt. Danach werden wir jeweils der Sache nach entscheiden." Allerdings sei eine regelrechte Koalition "natürlich klarer" als der jetzt angestrebte Zustand. Lötzsch fügte hinzu: "Erst einmal deutet nichts auf Neuwahlen hin. Im Übrigen würde dann die Wahlbeteiligung erneut abnehmen. Die Bürger akzeptieren nicht, dass ständig Neuwahlen ausgerufen werden, bloß weil den Parteien die Wahlergebnisse nicht passen." Die Parteichefin sieht in NRW "zwischen der SPD, den Grünen und der Linkspartei 80 Prozent Übereinstimmung. Dabei stehen die Bildungspolitik im Mittelpunkt und der gemeinsame Wille, im Bundesrat gegen soziale Einschnitte vorzugehen. Das ist ja schon mal eine wichtige Gemeinsamkeit. Auf Bundesebene sehe ich eine Gemeinsamkeit zum Beispiel bei der Finanztransaktionssteuer." Für die Bürger müssten "Schritt für Schritt Gemeinsamkeiten deutlich werden". Die Leute wollten auch bei Linksbündnissen "wissen, was dabei für ihr persönliches Leben rüberkommt".

Antworten Zuletzt bearbeitet am 08.07.2010 11:06.

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Linkspartei Fraktion entzweit sich wegen Verlauf der Bundespräsidentenwahl

von redaktion am 08.07.2010 10:53




Linkspartei Fraktion entzweit sich wegen Verlauf der Bundespräsidentenwahl

Halle/Berlin (rdp/ots) - In der Fraktionssitzung der Linkspartei am Dienstagabend hat es Streit um die Kür des Bundespräsidenten gegeben. Das berichtet die in Halle erscheinende "Mitteldeutsche Zeitung" (Donnerstag-Ausgabe) unter Berufung auf Teilnehmer. Der Streit galt demnach weniger der Entscheidung, mit Luc Jochimsen eine eigene Kandidatin aufzustellen, sie vor dem dritten Wahlgang zurückzuziehen und sich zu enthalten. Er galt vielmehr dem Verlauf der Versammlung aufseiten der Partei. Dabei wurde dem Vernehmen nach "Klartext geredet". Moniert wurde unter anderem ein "Klima der Denunziation" denjenigen gegenüber, die vor der Bundesversammlung gewisse Sympathien für den Kandidaten von SPD und Grünen, den früheren DDR-Bürgerrechtler Joachim Gauck, hatten erkennen lassen.
Ein weiterer Kritikpunkt waren Äußerungen des Fraktionsmitglieds Dieter Dehm, der Gauck und den neuen Bundespräsidenten Christian Wulff (CDU) mit Hitler und Stalin verglichen hatte. Missmut wurde schließlich wegen der Rolle Oskar Lafontaines laut. Der frühere Parteichef hat offiziell keine herausgehobene Funktion mehr, war aber an den Verhandlungen mit SPD und Grünen vor dem dritten Wahlgang maßgeblich beteiligt.
Der ehemalige Fraktionsvorsitzende Roland Claus sagte der MZ: "Meine Führung hatte keinen Plan." Dies gelte für Partei- und Fraktionsführung gleichermaßen. Sie hätten vorher "keine Wenn-Dann-Situation durchgespielt" und nicht überlegt, was sie tun würden, wenn Wulff im ersten und zweiten Wahlgang die notwendigen Stimmen fehlen sollten. "Das war das Problem."
Die Fraktionssitzung dauerte viereinhalb Stunden. In der Regel ist sie nur halb so lang. Die Vorsitzende der Linkspartei, Gesine Lötzsch, stellte sich unterdessen gegenüber der "Mitteldeutschen Zeitung" vor Lafontaine: "Oskar Lafontaine ist ein prominentes Mitglied unserer Partei. Es wäre albern, wenn wir so tun würden, als wäre er bei uns ein Hinterbänkler. Natürlich hat Herr Lafontaine seine Position zum Ausdruck gebracht, als wir in die Gespräche mit den Spitzen der anderen Parteien gegangen sind. Doch er hatte keine Zügel in der Hand, weil wir gar keine Zügel brauchten: Wir waren uns einig."

Antworten Zuletzt bearbeitet am 08.07.2010 10:54.

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Zum Integrationsbericht der Bundesregierung

von redaktion am 08.07.2010 09:13




Neues Deutschland: zum Integrationsbericht der Bundesregierung

Berlin (rdp/ots) - Schwarz auf Weiß liegt er nun vor, der Bericht zur Lage der Ausländer in Deutschland. Durch ihn wird der gesamten Integrationspolitik der vergangenen Jahre ein miserables Zeugnis ausgestellt. Denn: Migrantenkinder erreichen deutlich schlechtere Schulabschlüsse als ihre gleichaltrigen Mitschüler.
Laut Bericht beendet ein Großteil der Migranten die Schule mit einem Hauptschulabschluss. Durch fehlende Bildungsabschlüsse haben Migranten auf dem Arbeitsmarkt einen schweren Stand. Entweder sie landen - falls Fortuna gnädig ist - im Niedriglohnsektor oder - mit etwas weniger Glück - auf einem Stuhl und mit einer Nummer in der Hand in der Arbeitsagentur.
Die Armut unter Migranten wächst, ihre Frustration auch. Das birgt Konfliktpotenzial, das sich früher oder später entladen wird. Zum Beispiel in zunehmender Gewalt und Kriminalität in sogenannten Migrationsvierteln der Großstädte. Die in Deutschland lebenden Ausländer können in der Regel nichts für ihre miese Lage. Denn die Politik schafft keine Rahmenbedingungen für Integration und Chancengleichheit. Kindertagesstätten und Schulen sind kaum auf diese Bevölkerungsgruppe zugeschnitten. Und Integrations- und Sprachkurse kosten einen Haufen Geld, das Migranten nur schwerlich aufbringen können. Das weiß auch Integrationsbeauftragte Böhmer.
Nur die nötigen Konsequenzen, die zieht sie nicht.

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We take two - polis-Presseschau

von redaktion am 08.07.2010 08:29




Presseschau vom 08.07.2010



Sollte längst geschlossen sein: US-Lager auf Kuba.


We take two

Die USA hatte Deutschland gebeten, drei Guantanamohäftlinge aufzunehmen und sie dadurch bei Schließung des berüchtigten Lagers zu unterstützen. Nach monatelangem Verhandeln und Taktieren werden nun zwei Gefangene einen Neuanfang in Deutschland versuchen dürfen.





fr-online.de

Zwei Ex-Häftlinge - und basta

… Seit Ende vergangenen Jahres prüften deutsche Ermittler und Anti-Terror-Experten die Unbedenklichkeit der beiden Männer - zunächst beim Studium der US-Akten, die ihnen vorgelegt wurden, später mit Anfragen bei europäischen Sicherheitsdiensten und schließlich Ende März während eines persönlichen Gesprächs mit den Häftlingen im Lager Guantánamo. "Wir werden keine Terroristen ins Land holen", sagte de Maizière. …




faz.net

Deutschland nimmt zwei Guantánamo-Häftlinge auf

… De Maizière sagte, die Bundesregierung werde die Vereinigten Staaten bei ihren Bemühungen um Schließung des Lagers weiter unterstützen. Das Lager wurde stets kritisiert, „deshalb sehen wir auch eine Verantwortung dafür, bei der Auflösung des Lagers zu helfen“. Für sich persönlich erklärte de Maizière: „Ich in nicht nur Bundesminister des Inneren, sondern ich bin auch Mensch und Christ“. …




spiegel.de

Deutschland nimmt Obama zwei Problemfälle ab

Ein heftiger Streit über die innere Sicherheit ist beendet: Hamburg und Rheinland-Pfalz werden je einen Guantanamo-Gefangenen aufnehmen. Damit hat sich Innenminister de Maizière auch gegen eigene Parteifreunde durchgesetzt - und tut der US-Regierung einen Gefallen. …




taz.de

Neuanfang in Deutschland

… Bundesinnenminister Thomas de Maizière will nun die restlichen Fragen - etwa die einer möglichen Beschränkung der Bewegungsfreiheit außerhalb der Aufnahmeländer - mit allen Bundesländern klären. Diese Fragen ließen sich aber lösen, sagte er. Nun gehe es darum, den beiden arabischsprachigen Männern bei der Wiedereingliederung zu helfen. Sie bräuchten Betreuung, auch von Ärzten. Die lange Haft habe zu Persönlichkeitsveränderungen geführt. Gleichzeitig appellierte der Innenminister auch indirekt an die Medien, den beiden einen "ungestörten Neuanfang" zu ermöglichen.

Foto: fr-online.de/getty Images

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DGB sieht Kampfansage an Bürger - Belastungswelle durch verkappte Kopfpauschale

von redaktion am 07.07.2010 16:48




Gesundheit: DGB sieht Kampfansage an Bürger - Belastungswelle durch verkappte Kopfpauschale


Buntenbach

Berlin (rdp). Zum neuen Modell der Koalition zur Finanzierung der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) erklärte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach am Mittwoch in Berlin:

Das neue schwarz-gelbe Modell zur Finanzierung der GKV ist eine Kampfansage an die 70 Millionen versicherten Bürgerinnen und Bürger. Es ist absolut inakzeptabel, dass ausschließlich die Versicherten alle Kostensteigerungen mit nach oben offenen Kopfpauschalen zahlen müssen. Mit einem solchen Modell droht eine unverantwortliche Belastungswelle für die Bürgerinnen und Bürger, die jede Form der Solidarität sprengt.

Es ist skandalös, dass der Koalition offenbar jedes Mittel recht ist, um die Arbeitgeber auf Biegen und Brechen aus der Verantwortung für die mittel- und langfristige Finanzierung der GKV zu entlassen. Daran ändert auch die einmalige Beitragserhöhung für 2011 nichts.

Der DGB lehnt insbesondere das Einfrieren der Arbeitgeberbeiträge als auch die Umwandlung der Zusatzbeiträge in eine Kopfpauschale als extrem unsozial ab.

Die Zusatzbeiträge sind nichts anderes sind als verkappte Kopfpauschalen, um den Versicherten das Geld aus der Tasche zu ziehen. Wenn zusätzlich der Arbeitgeberbeitrag eingefroren werden sollte, wird es Kopfpauschalen in Form von Zusatzbeiträgen nur so hageln. Dies ist völlig inakzeptabel, ungerecht und eine Gefahr für die Versorgung.


Wir fordern insbesondere die Union auf, diese einseitige und unsolidarische Belastungswelle im weiteren Verfahren zu stoppen. Wer, wie vor allem die CSU, die Kopfpauschale ernsthaft bekämpfen will, darf einer Umwandlung der Zusatzbeiträge in Richtung Kopfpauschale nicht zustimmen."

Antworten Zuletzt bearbeitet am 07.07.2010 16:49.
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