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Forschungsministerin Schavan: "Wir wollen den Ausstieg aus der Kernenergie"

von redaktion am 15.03.2011 11:18




Forschungsministerin Schavan: "Wir wollen den Ausstieg aus der Kernenergie"


Schavan

Düsseldorf/Berlin (rdp/ots) - Forschungsministerin Annette Schavan (CDU) hat sich für einen kompletten Ausstieg aus der Kernenergie ausgesprochen. "Unser Ziel ist klar: Wir wollen den Ausstieg aus der Kernenergie zugunsten der erneuerbaren Energien", sagte Schavan der in Düsseldorf erscheinenden Rheinischen Post (Dienstagausgabe). Schavan setzt dabei auf Unterstützung durch die Wissenschaft: "Wir wollen alle wissenschaftliche Kompetenz einsetzen, um diesen Prozess zu beschleunigen. Die drei Monate Moratorium können genutzt werden, um aus dem Kreis der Wissenschaft dazu Vorschläge für die weitere Forschung und Entwicklung zu bekommen", sagte Schavan. Sie habe die Nationale Akademie Leopoldina beauftragt, einen Stab an Wissenschaftlern zusammenzustellen. "Ich werde mich mit den Wissenschaftlern noch in diesem Monat treffen, um ihre Expertise über die Bewertung der uns alle bewegenden Ereignisse in Japan und zu möglichen Konsequenzen für Deutschland einzuholen", erklärte die Ministerin.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 15.03.2011 11:19.

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SPD-Vize Schwesig wirbt für neuen Anlauf zum NPD-Verbot

von redaktion am 15.03.2011 10:59




SPD-Vize Schwesig wirbt für neuen Anlauf zum NPD-Verbot: "Die NPD im Parlament frisst Steuergelder, pöbelt rum und macht keine Sacharbeit"

Leipzig/Berlin (rdp/ots) - SPD-Vize Manuela Schwesig hat einen neuen Anlauf zum NPD-Parteienverbot gefordert und zugleich die Bürger in Sachsen-Anhalt vor der Unterstützung dieser Partei am kommenden Sonntag bei der Landtagswahl gewarnt. In einem Interview mit der "Leipziger Volkszeitung" (Dienstag-Ausgabe) sagte Manuela Schwesig: "Es sind alle aufgefordert, zur Wahl zu gehen und demokratisch zu wählen. Ich weiß aus der Erfahrung in Mecklenburg-Vorpommern: Die NPD im Parlament frisst Steuergelder, pöbelt rum und macht keine Sacharbeit. Die haben die Stimme nicht verdient." Davon abgesehen, so Schwesig, "brauchen wir das NPD-Verbot, weil man den Menschen nicht erklären kann, warum eine Partei, die die Demokratie abschaffen will, die auch menschenverachtend ist, überhaupt im Parlament sitzen darf."

Antworten Zuletzt bearbeitet am 15.03.2011 11:02.

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SPD warnt Merkel vor erneuter Brüskierung des Bundestages

von redaktion am 15.03.2011 10:54




SPD warnt Merkel vor erneuter Brüskierung des Bundestages
Atom-Laufzeitverlängerung müsse durch Gesetz rückgängig gemacht werden


Leipzig/Berlin (rdp/ots) - Die SPD hat im Zusammenhang mit dem Atom-Moratorium der Bundesregierung vor einer neuerlichen Brüskierung des Bundestages gewarnt. Thomas Oppermann, Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, sagte der "Leipziger Volkszeitung" (Dienstag-Ausgabe): "Das Moratorium ist ein durchsichtiges Wahlkampfmanöver und die wiederholte Missachtung des Deutschen Bundestages. Die von Schwarz-Gelb durchgedrückte Laufzeitverlängerung muss per Gesetz rückgängig gemacht werden", verlangte Oppermann. "Es ist nicht hinzunehmen, dass Merkel schon wieder beschließt, ein bestehendes Gesetz einfach nicht anzuwenden. Das stellt unsere Verfassungsordnung grundsätzlich in Frage."

Die SPD verlange die Rückkehr zum rot-grünen Atomausstieg und keine Übergangslösungen, "die allein im Hinblick auf bevorstehende Wahltermine" verkündet werde. "Als Sofortmaßnahme müssen die acht ältesten Atomkraftwerke schnell und endgültig stillgelegt werden", ergänzte Oppermann.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 15.03.2011 10:55.

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Stasibeauftragter SPD-Innenpolitiker Wiefelspütz kritisiert Antrittsrede von Roland Jahn

von redaktion am 15.03.2011 10:46




Stasibeauftragter SPD-Innenpolitiker Wiefelspütz kritisiert Antrittsrede von Roland Jahn


Wiefelspütz

Halle/Berlin (rdp/ots). Der innenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Dieter Wiefelspütz, hat den neuen Leiter der Stasi-Unterlagen-Behörde, Roland Jahn, wegen seiner Antrittsrede kritisiert. "Mir ist da - bei allem Respekt vor seiner Biografie - zu viel Eifer dabei", sagte er der in Halle erscheinenden "Mitteldeutschen Zeitung" (Online). "Ich glaube nicht, dass er sich mit dieser Rede einen Gefallen getan hat. Es ist nicht die Hauptaufgabe von Herrn Jahn, die wenigen Mitarbeiter der Behörde, die früher mal bei der Stasi waren, loszuwerden. Mir fehlt die nötige Gelassenheit im Amt." Wiefelspütz bezog seine Kritik vor allem auf die Absichtserklärung Jahns, die zirka 50 ehemaligen Stasi-Mitarbeiter aus der Behörde zu entfernen. Der Vorsitzende des Beirates der Stasi-Unterlagen-Behörde, Richard Schröder, äußerte sich ebenfalls kritisch. "Ich unterschreibe das Ziel", erklärte er der "Mitteldeutschen Zeitung". "Aber das kann man nur durch Umsetzung erreichen." Schon zu Zeiten des ersten Behörden-Leiters Joachim Gauck seien Prozesse geführt worden, betonte Schröder. "Und die Behörde hat verloren. So wird es auch jetzt kommen. Das ist nicht gut. Ich hätte mir für Roland Jahn zu Anfang keine Niederlage gewünscht, sondern einen schönen Erfolg." Dieser stehe jetzt in Frage. Der Liedermacher Wolf Biermann nahm Jahn hingegen in Schutz. Er sagte dem Blatt aus Halle: "Ich fand seine Rede genau richtig." Gesetze, die dessen Ziel entgegenstünden, könne man ändern. Sie müssten notfalls neuen Gegebenheiten angepasst werden.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 15.03.2011 10:47.

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Lafontaine fordert Mappus wegen Atompolitik zum Rückzug auf

von redaktion am 15.03.2011 10:37




Lafontaine fordert Mappus wegen Atompolitik zum Rückzug auf - Rot-Rot-Grün realistisch


Lafontaine

Saarbrücken/Berlin (rdp/ots) - Der ehemalige Vorsitzende der Linken, Oskar Lafontaine, hat im Zusammenhang mit der aktuellen Atomdiskussion den politischen Rückzug von Baden-Württembergs Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) gefordert. "Wenn Mappus ein Kerl wäre, würde er nach der Atom-Katastrophe in Japan nicht mehr antreten", sagte Lafontaine der Saarbrücker Zeitung (Dienstag-Ausgabe).

Als jetziger CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahlen in Baden-Württemberg habe Mappus zu den Politikern gehört, die eine Verlängerung der Atomlaufzeiten am lautesten gefordert hätten, kritisierte Lafontaine. "Er ist jetzt wie auch andere dafür, die Atomkraft aus dem Wahlkampf heraus zu halten, weil er ein schlechtes Gewissen hat".

Nach Lafontaines Auffassung hat die Linke bei der baden-württembergischen Landtagswahl am 27. März eine Schlüsselbedeutung. Ein Regierungswechsel sei nur mit dem Einzug seiner Partei in den Landtag sicher. Die bereits angedeutete Offerte der SPD für eine rot-rot-grüne Koalition sei deshalb glaubwürdig, "weil die Sozialdemokraten - siehe Hessen und Nordrhein-Westfalen - keine guten Erfahrungen gemacht haben, vor Wahlen eine Zusammenarbeit mit der Linken auszuschließen", meinte Lafontaine. " Gerade für eine neue Energiepolitik wird die Linke in Baden-Württemberg gebraucht, weil sie nicht mit der Atomlobby im Bett liegt."

Antworten Zuletzt bearbeitet am 15.03.2011 10:39.

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Gewalt gebiert nur Gewalt

von redaktion am 15.03.2011 10:24




Gewalt gebiert nur Gewalt


Gehrke

Berlin (rdp). „Der Mord an einer jüdischen Siedlerfamilie ist furchtbar. Ich verurteile diese Tat wie ich alle Gewalt zur Lösung politischer Probleme ablehne. Gewalt gebiert immer wieder Gewalt, das ist die einfache Wahrheit der Konflikte in Palästina. Auch die Toleranz der Hamas für Anschläge gegen Siedler trägt nicht zur Entspannung der Situation bei, sondern verschärft die Konflikte. Wer solche Mordtaten verhindern will, muss Gewalt verhindern“ so Wolfgang Gehrcke anlässlich der Morde an einer jüdischen Siedlerfamilie im Westjordanland. Der außenpolitische Sprecher der Fraktion DIE LINKE weiter:

Fassungslos steht man vor den Opfern, sowohl den Angehörigen der jüdischen Siedlerfamilie wie auch vor den Angehörigen der palästinensischen Familie in Bi´lin, die ich persönlich besucht habe. Die Hoffnungen, dass aus den Umwälzungen in der arabischen Region richtige politische Schlussfolgerungen gezogen werden und es endlich zu tatsächlichen Friedensverhandlungen für eine Zwei-Staaten-Lösung zwischen Israel und den Palästinensern kommt, sind schneller verflogen, als sie aufflammen konnten.

Der israelische Ministerpräsident Netanjahu nutzte die abscheuliche Mordtat sofort, um dem Bau von vier weiteren Siedlungen zuzustimmen. Statt die Situation zu entspannen und Gewalt zurückzunehmen, wird erneut eskaliert und neue Gewalt provoziert. Die große Mehrheit auch in Deutschland und einstimmig der Bundestag lehnt die israelische Siedlungspolitik ab. Einstimmig ist die Verurteilung von Gewalt, aber ebenso klar und einstimmig und konsequent muss Netanjahu gesagt werden, dass die Politik Israels, der Siedlungsbau, allen völkerrechtlichen Bestimmungen widerspricht, also rechtswidrig und provokant ist. Netanjahu provoziert Gewalt. Die angemessene Antwort auf die Provokationen wäre aus meiner Sicht, nicht mit Gewalt zu antworten. Das wird leichter, wenn die deutsche und europäische Politik endlich auch Klarheit gegenüber Israel schafft: zwei Staaten mit den Grenzen von 1967, Ost-Jerusalem als Hauptstadt eines palästinensischen Staates, Freilassung palästinensischer politischer Häftlinge, sofortige Einstellung und Rücknahme des Siedlungsbaus. Eine solche deutsche und europäische Politik hilft, weitere Opfer im Nahen Osten zu vermeiden. Statt die Besatzungspolitik fortzusetzen, muss eine Neubestimmung der Nahostpolitik stattfinden. Dazu ist die Netanjahu-Regierung offensichtlich nicht in der Lage. Neubestimmung der Nahostpolitik ist die aktuelle Herausforderung für die Vereinten Nationen, für die EU und für die deutsche Außenpolitik.“


Mehr Infos zum Gehrke-Statement:
http://www.sueddeutsche.de/politik/westjordanland-abbas-verurteilt-mord-an-siedlern-1.1071949

Antworten Zuletzt bearbeitet am 15.03.2011 10:50.

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Schwarz-gelb knickt weg - polis-Presseschau

von redaktion am 15.03.2011 08:56




Presseschau vom 15.03.2011



Studenten in Friedensburg protestieren gegen Atomkraft.


Schwarz-gelb knickt weg

Angesichts der japanischen Tragödien ändert die Regierungskoalition ihre Atomenergiehaltung. Mittels eines dreimonatigen Moratoriums sollen alle relevanten Sicherheitsvorkehrungen in deutschen AKWs überprüft werden und die Verlängerung der Laufzeiten wird ausgesetzt. Die Opposition bleibt skeptisch.





Fr-online.de

Moratorium in den Zeiten des Wahlkampfs

… Die Welt ist nach der Katastrophe in Japan nicht mehr, wie sie war. Diesen Satz sagen viele schwarz-gelbe Spitzenpolitiker an diesem denkwürdigen Montag in Berlin. Und tatsächlich zieht die Bundesregierung daraus eine erstaunliche Konsequenz: Sie rückt von ihrer Laufzeitverlängerung für deutsche Atomkraftwerke ab. Für drei Monate wird das erst im Herbst beschlossene Gesetz „ausgesetzt“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel. …




faz.net

Alte Atomkraftwerke werden abgeschaltet

… Es solle ein „Moratorium“ von einer Dauer von drei Monaten gelten. Damit gab Frau Merkel auch die Abschaltung jener deutscher Kernkraftwerke bekannt, deren Laufzeiten nach dem „Energie-Konsens“ der rot-grünen Bundesregierung abgelaufen wären und die nur wegen der Laufzeitverlängerung am Netz geblieben sind. „Das wäre die Konsequenz, sonst wäre es ja kein Moratorium“, sagte Frau Merkel. …




spiegel.de

Deutsche Atomlobby sieht schwarz-gelb

… Die Statements deutscher Energiemanager klingen derzeit schwer nach Durchhalteparolen: "Unsere Anlagen werden nach höchsten Sicherheitsstandards betrieben", beteuerte ein Sprecher von Eon. "Wichtig ist, dass es keinen deutschen Alleingang gibt", sagte RWE-Chef Jürgen Großmann der "Bild"-Zeitung - mit Blick auf einen Atomausstieg. Das Atomforum versucht, das Vertrauen der Bürger zu gewinnen, indem es den Betrieb der deutschen Kernkraftwerke als "gefahrlos" bezeichnet. …




taz.de

Reste einer Atomregierung

… Und tatsächlich muss das AKW Neckarwestheim 1 angesichts des Moratoriums vom Netz genommen werden. Das machte Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) am Montag nach der Regierungserklärung von Merkel deutlich. Neckarwestheim 1 läuft schon seit Januar nur noch wegen des schwarz-gelben Laufzeitplus.
Und auch der bayerische Umweltminister Markus Söder (CSU) soll in einer Telefonschalte des CSU-Präsidiums am Montagabend erklärt haben, das er das umstrittene Kernkraftwerk Isar I abschalten wolle. Dafür soll er laut der Nachrichtenagentur dpa von seinen CSU-Kollegen in der Konferenz Beifall erhalten haben. ...

Foto: fr-online.de/reuters

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Der Berliner Tagesspiegel meint zu der deutschen Atompolitik:

von polis am 14.03.2011 18:53




Der Berliner Tagesspiegel meint zu der deutschen Atompolitik:

Berlin (rdp/ots) - Das kann bei uns nicht passieren, wurde die besorgte deutsche Öffentlichkeit bei kritischen Rückfragen immer beruhigt. Auch jetzt heißt es wieder, nur eine Naturkatastrophe ungeahnten Ausmaßes habe die japanischen Kernkraftwerke so gefährden können. Dass in Deutschland die Erde bebt, 1978 auf der Schwäbischen Alp zum Beispiel mit der Stärke von 5,7 auf der Richterskala - ohne Belang? Dass es in Deutschland ebenfalls Kernkraftwerke gibt, deren Kühlsysteme nicht unabhängig geschaltet oder die überhaupt nicht redundant ausgelegt sind? All das hielt die Bundesregierung im Herbst nicht ab, die Laufzeitverlängerung zu beschließen. Es war ein Geschenk an die Energieversorger, ohne Notwendigkeit für die Versorgungssicherheit, sondern reine Klientelpolitik, sonst nichts. Die Denkpause, die sich die Regierung nun verordnet, ist der Beweis, dass sie zuvor eben nicht nachgedacht hat.

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Beschluss des SPD-Präsidiums: Der demokratische Aufbruch in Nordafrika braucht unsere Unterstützung

von polis am 14.03.2011 16:24




Beschluss des SPD-Präsidiums: Der demokratische Aufbruch in Nordafrika braucht unsere Unterstützung



Das SPD-Präsidium hat in seiner heutigen Sitzung in Mainz folgenden Beschluss gefasst:

Der demokratische Aufbruch in Nordafrika braucht unsere Unterstützung

In Nordafrika vollziehen sich Umwälzungen, wie wir sie seit dem Fall der Mauer nicht mehr erlebt haben. Frauen und Männer, Junge und Alte, Muslime und Christen revoltieren gemeinsam, um die Regime abzuwerfen, die sie unterdrückt und die sie erniedrigt haben. Mit dem arabischen Frühling beweisen die Völker des Nahen Ostens eindrucksvoll ihr Streben nach Freiheit, Gerechtigkeit und sozialem Fortschritt – ihr Streben nach universellen Menschenrechten. Die Freiheitsbewegungen sind nicht religiös
motiviert und die jungen Menschen in Kairo und Tunis wissen, dass Fundamentalisten ihnen nicht die Freiheiten bringen werden, für die sie unter Einsatz ihres Lebens kämpfen. Mit ihren Protesten wehren sich die Demonstranten auch dagegen, Teil eines geostrategischen Kalküls der internationalen Gemeinschaft zu sein.

Der Kampf um demokratischen und sozialen Fortschritt ist noch nicht entschieden: Während in Tunesien und Ägypten ein konstitutioneller Neuanfang begonnen hat, der noch in der Entwicklung begriffen ist, ist das Ergebnis des Freiheitskampfes der Libyer noch völlig offen. Auch in anderen Ländern des Nahen Osten brodelt es, ohne dass abzusehen ist, was das Ergebnis dieses Aufbruchs sein wird.

Die Entschlossenheit der EU wird mit darüber entscheiden, ob es gelingt, die Chancen des Aufbruches zu nutzen oder ob enttäuschte Hoffnungen von Millionen junger Menschen in Extremismus, Instabilität und massenhafte Flucht umschlagen. Wir brauchen nicht weniger als einen Marshallplan für die arabische Welt, eine umfassende, gesamteuropäische Förderung von Demokratisierung, Modernisierung und wirtschaftlicher Entwicklung in der Mittelmeerregion:

1. Europa muss den Freiheitsbewegungen zügig und unbürokratisch Hilfe anbieten, damit die Menschen in der
Region merken, dass ihr Aufbruch in eine bessere Zukunft führen wird. Die Mitgliedsstaaten der
Europäischen Union müssen aufhören, nationale Sonderinteressen zu vertreten.
2. Europa muss seine Märkte für Produkte aus der Region öffnen, Zölle abbauen und eine engere
Wirtschafts- und Energiekooperation eingehen. Unabdingbar hierfür ist ein regionaler Entwicklungsfonds
der EU, der mit ausreichenden Mitteln ausgestattet sein muss. Die bislang vorgesehenen Mittel für die
Europäische Nachbarschaftspolitik reichen dafür nicht aus.
3. Es wäre grotesk, wenn für die Transformationsstaaten die Kredite auf den internationalen Märkten nun
teuer werden. Im Gegenteil: Europa muss durch entsprechende Garantien dabei helfen, dass die Staaten
einen „Demokratie-Bonus“ bekommen.
4. Um den Austausch zwischen jungen Menschen zu fördern und um den Migrationsdruck in den
Transformationsstaaten zu verringern, sollten die europäischen Staaten kurzfristig eine großzügige
Visaerteilung für Studierende und Fachkräfte forcieren. Junge Menschen aus Arabien können ihre
Ausbildung in Europa ergänzen und gleichzeitig dabei helfen, unseren Fachkräftemangel zu beseitigen.
5. Beim Aufbau zivilgesellschaftlicher Strukturen, von Parteien und bei freien Gewerkschaften verfügt
Deutschland über große Erfahrungen. Gerade die Friedrich-Ebert-Stiftung hat in vielen Ländern
bewiesen, dass sie beim Demokratieaufbau entscheidende Hilfe geben kann. Auch die SPD wird weiterhin
intensiv dabei mithelfen, solche demokratischen Strukturen zu schaffen, wann und wo immer diese Hilfe
erwünscht ist.
6. Der Umbruch in Nordafrika und im Nahen Osten bietet eine Chance, einen Neustart beim Nahost-
Friedensprozess zu unternehmen. Israelis und Palästinenser müssen - unter Mithilfe der internationalen
Gemeinschaft - jetzt handeln. Um den Weg dafür frei zu machen, muss die israelische Regierung ihre
Siedlungspolitik beenden. Die Dynamik der Transformation muss in Nordafrika und im Nahen Osten genutzt
werden, um regionale Konflikte wie zwischen Israel und Syrien und beim Streitpunkt Wasser neu zu
verhandeln.
7. Gegenüber den Diktatoren, die mit Gewalt gegen ihre eigenen Bevölkerungen vorgehen, muss die Botschaft
Europas und der internationalen Gemeinschaft klar sein: Jene, die Verbrechen begehen, werden
strafrechtlich zur Verantwortung gezogen – die Zeit der Straflosigkeit bei systematischen Verletzung
von Menschenrechten ist vorbei.
8. Wo immer sich humanitäre Katastrophen anbahnen, zum Beispiel durch Flüchtlingsströme oder bei der
medizinischen Versorgung von Verletzten, muss Europa schnell und entschlossen handeln. Jeder Staat,
der besonders durch den Umbruch in Nordafrika betroffen ist, muss die Solidarität der Europäischen
Union und ihrer Mitgliedsstaaten genießen.


In der arabischen Welt vollzieht sich eine Zeitenwende, von der Europa profitieren kann, wenn wir beherzt beim Neuanfang mithelfen. Der Elan der jungen Revolutionäre auf dem Tahir-Platz ist eine Bereicherung für die gesamte Welt.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 14.03.2011 16:25.

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Bundesregierung muss klarstellen: Keine militärischen Aktionen gegen Libyen

von polis am 14.03.2011 14:56




Bundesregierung muss klarstellen: Keine militärischen Aktionen gegen Libyen



Berlin (rdp). „Die Regierungserklärung, die der Außenminister im Deutschen Bundestag abgeben wird, muss noch einmal klarstellen, dass sich Deutschland an keinerlei militärischen Aktionen gegen Libyen beteiligen wird, völlig unabhängig von Entscheidungen des Weltsicherheitsrates der UNO oder der Arabischen Liga“, so Wolfgang Gehrcke zu den aktuellen Beratungen in New York und anderen arabischen Ländern über die Einrichtung einer Flugverbotszone über Libyen und anderen militärischen Aktionen. Der außenpolitische Sprecher der Fraktion DIE LINKE weiter:

Die Errichtung einer Flugverbotszone kann rasch zu militärischen Auseinandersetzungen führen. Deshalb erwarte ich von Bundesaußenminister Westerwelle eine verbindliche Aussage gegen militärische Aktionen und zudem eine verbindliche Aussage über die Bereitschaft, sofort und unbürokratisch Flüchtlinge aus der Region aufzunehmen und sich dafür in der EU einzusetzen.

Doch damit nicht genug. Kein Wort hat die Bundesregierung bisher zum Export von Rüstungsgütern nach Libyen und in andere arabische Länder verloren. Erst im Jahre 2009 genehmigte sie Exporte nach Libyen in Höhe von 53 Millionen Euro. Ein deutlicher Anstieg gegenüber den Vorjahren. Diese militärischen Kommunikationsmittel ermöglichen Gaddafi, den Bürgerkrieg gegen das eigene Volk zu führen. Die Bundesregierung drückt sich vor dieser Erkenntnis und erst recht vor entsprechenden Konsequenzen. DIE LINKE wird in dieser Woche im Bundestag die Beendigung aller Rüstungsexporte fordern.“

Antworten Zuletzt bearbeitet am 14.03.2011 14:57.
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