Wallraff kritisiert Krafts «Hartz-IV»-Vorstoß
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Wallraff kritisiert Krafts «Hartz-IV»-Vorstoß
von redaktion am 09.03.2010 13:09
Wallraff kritisiert Krafts «Hartz-IV»-Vorstoß

Günter Wallraff
Berlin (fhp/ddp). Der Autor Günter Wallraff hat Unverständnis über den Vorschlag der nordrhein-westfälischen SPD-Spitzenkandidatin Hannelore Kraft zur Beschäftigung von «Hartz IV»-Empfängern in Altenheimen oder Sportvereinen geäußert. Er habe den Eindruck, das seien «Sprüche, die dem jetzigen härter werdenden Wahlkampf geschuldet» seien, sagte Wallraff der Nachrichtenagentur ddp am Dienstag in Berlin. Kraft wolle eine bestimmte Klientel, auf die sie angewiesen sei, nicht verlieren. Es seien offenbar Berater am Werk, die Kraft «wahrscheinlich falsche Ratschläge» erteilten.
Die Debatte über die Zukunft des Sozialstaats bezeichnete Wallraff als «sehr wohl richtig». Zugleich kritisierte er, dies geschehe zulasten derer, die ohnehin immer weniger Möglichkeiten hätten, ihr Leben in die Hand zu nehmen und gleichzeitig nicht die gleiche Lobby hätten wie Großverdiener. «Auf deren Kosten wird jetzt Wahlkampf gemacht und das finde ich schändlich», sagte Wallraff. Stattdessen müsse darüber diskutiert werden, «wo die großen Gelder hinfließen, welche Steuergeschenke in Wirklichkeit gemacht werden». Zugleich kritisierte er, dass es keine Vermögenssteuer gibt.
Auch an FDP-Chef Guido Westerwelle übte Wallraff deutliche Kritik: «Wer weiß, wie das Römische Reich untergegangen ist, der weiß, dass es da die Spitzen der Gesellschaft waren, die nachher nur noch geprasst haben und geschlemmt haben», nicht die Sklaven und die Bauern. Wallraff kritisierte das mangelnde Geschichtsverständnis Westerwelles und bezeichnete den FDP-Politiker als «Dummbeutel».


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