Ungebrochener Widerstand im Wendland
[ Nach unten | Zum letzten Beitrag | Thema abonnieren | Neueste Beiträge zuerst ]
Ungebrochener Widerstand im Wendland
von redaktion am 04.06.2010 20:55
Ungebrochener Widerstand im Wendland
Berlin (rdp).

Im Sommer 1980 besetzten hunderte von Atomkraftgegnern den Bauplatz für die geplante
Tiefbohrung 1004 bei Trebel / Lüchow-Dannenberg. Innerhalb weniger Tage entstand
ein "Hüttendorf" mit allen notwendigen kommunalen Einrichtungen:
Öffentliche Küche, Sauna, Freundschaftshaus, Duschhaus, Solaranlagen, Gewächshäuser,
Toiletten, mit Windenergie betriebener Tiefbrunnen Kirche, Bäckerei, Klinikum, Einreisebe-
hörde mit Passamt, Ponyreitanlage für Touristen sowie der Freie Wendländische Frisiersalon
Zum ersten Mal wurde eine autonome, selbstverwaltete Gemeinschaft aufgebaut.
Für viele war es ein wichtiges Erlebnis, daß ein Leben ohne Staat organisierbar ist.
Quelle:www.hinifoto.de/akw/gorleben
Zum 30. Jahrestag der Ausrufung der Freien Republik Wendland erklärt
Claudia Roth, Bundesvorsitzende von BÜNDNIS 90 /DIE GRÜNEN:

vor Augen führen, welche Ausdauer und Widerstandskraft sie besitzt. Der
Widerstand im Wendland ist ein Markstein der Geschichte der
Anti-Atom-Bewegung. Vor 30 Jahren riefen die Atomgegner die Freie
Republik Wendland aus, um ein nicht verantwortbares Endlager in Gorleben
zu verhindern.
Es ist ein gesellschaftspolitischer Affront, dass zeitgleich zum
Jubiläum die Bundesregierung das Moratorium aufheben will und einen
aberwitzigen Versuch startet, Gorleben als Atommüllendlager auf Teufel
komm raus durchzudrücken. Dagegen werden im Wendland engagierte
Atomkraftgegner auf die Straße gehen. Denn der Widerstand ist
ungebrochen – und wird heute von einem breiten Bündnis bis weit hinein
in die Mitte der Gesellschaft unterstützt, an dem sich auch besonders
viele junge Menschen beteiligen. Das zeigte auch die beeindruckende
Menschenkette zwischen den Atomkraftwerken Krümmel und Brunsbüttel im
April. Die Mehrheit der Menschen in diesem Land will raus aus der
Atomkraft.
Die Laufzeitverlängerungspläne der Atomlobby und ihrer eilfertigen
schwarz-gelben Vasallen haben keine Zukunft, dafür wird die
Anti-Atom-Bewegung ein deutliches Signal nach Berlin schicken. Versehen
mit den besten Grüßen aus der Freien Republik Wendland.“


Antworten