Sieg dem Stammtisch
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Sieg dem Stammtisch
from polis on 11/30/2009 09:45 AM
polis-ffd.de
Presseschau vom 30.11.2009

In Genf spaziert ein Mann an den Plakaten der Initiative gegen den Minarettbau vorbei. Foto: welt.de/dpa
Sieg dem Stammtisch
Die Schweizer stimmen in Mehrheit für ein künftiges Bauverbot islamischer Minarette. Die Initiative der nationalkonservativen SVP rückt die Schweiz nach rechts. Muslime sind entsetzt.

fr-online.de
Eidgenossen schocken Muslime
Die Schweiz ist das erste Land der Welt, das die Errichtung von neuen Minaretten untersagen will. Nach einer aggressiven Kampagne verbuchten die Gegner der Moscheetürme einen durchschlagenden Erfolg: Rund 58 Prozent der Bürger sagten am Sonntag "Ja" zu einem Bauverbot. Die Initiative erreichte nach den Hochrechnungen auch eine Mehrheit in den Kantonen. Vertreter der 400.000 Muslime in dem Land mit seinen fast acht Millionen Einwohnern waren geschockt. "Die Moslems fühlen sich als Glaubensgemeinschaft in der Schweiz nicht akzeptiert", kommentierte Farhad Afshar, Präsident der Koordination islamischer Organisationen Schweiz, das Resultat…..

faz.net
Vier Minarette und ein Verbot
…..Bisher gibt es in der Schweiz nur vier Minarette, doch haben sich in mehreren Orten an Anträgen muslimischer Gemeinschaften auf den Bau von Minaretten heftige Streitigkeiten entzündet. Die SVP war das Bollwerk der Anti-Minarett-Kampagne. Mit dem Parlamentsabgeordneten Walter Wobmann stellte sie auch den Präsidenten des Initiativkomitees. Jetzt fühlt sie sich in ihrer fremdenfeindlichen Politik bestätigt, die sie vor allem unter ihrem Wahlmatador Christoph Blocher seit Beginn der neunziger Jahre forcierte…..

taz.de
Schweizer für Minarett-Verbot
…..Beobachter bezeichneten das Votum für das Bauverbot als überraschend, weil die meisten Umfragen bis zuletzt eine Ablehnung der Initiative vorausgesagt hatten. Der Politikwissenschaftler Claude Longchamp nannte im Radiosender DRS in erster Linie die Entscheidung parteiunabhängiger Wähler als ausschlaggebend für den Ausgang des Referendums.
Der in Genf lebende Islamwissenschaftler Tariq Ramadan bezeichnete das Votum als "katastrophal". Auf die größte Schweizer Moschee in der UNO-Stadt Genf, die von MuslimInnen aus zahlreichen Ländern besucht wird, waren in den letzten zehn Tage zwei Anschläge verübt worden. Die Schweizer Grünen kündigten an, eine Anrufung des Europäischen Menschenrechtsgerichtshofs in Straßburg zu prüfen. Sie sehen durch das Votum die in der Europäischen Menschenrechtskonvention verankerte Religionsfreiheit verletzt…..

welt.de
Islamkritiker setzen sich in der Schweiz durch
…..Den Rechtspopulisten ist es nun einmal mehr gelungen, Ängste der Bevölkerung in politische Vorlagen umzumünzen und mit umstrittenen Plakaten und gezielten Provokationen, etwa einem Online-Videospiel namens „Minarett Attack“, Unterstützer in großer Zahl zu mobilisieren. Die Wahlbeteiligung sei ungewöhnlich hoch gewesen, sagte der Meinungsforscher Claude Longchamp, den Ausschlag hätten schließlich parteiunabhängige Wähler gegeben. Es sei am Ende auch nicht mehr um Minarette gegangen, sondern um die Rolle des Islams in der Schweiz…..


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