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Re: Sarrazynismus - voll im Trend?
von phantadu am 09.09.2010 12:57Dieser Artikel bringt es auf den Punkt!
Sorge um den Hering
von phantadu am 09.09.2010 10:25
"Fischen bis die Heide wackelt, das ist Idiotie"
Die gute Nachricht vorab: Der Hering stirbt nicht aus. Obwohl Landwirtschaftministerin Ilse Aigner diese Woche in Rostock kundtat, sie mache sich Sorgen um die Heringe in der Ostsee, können die Deutschen weiterhin unbesorgt Grünen Hering, Brathering, Bückling und Hering in Dosen genießen. Denn die Heringe, die auf diese Weisen zubereitet werden, stammen größtenteils aus der Norwegensee und der Barentssee. Dort lebt die größte Heringspopulation der Welt, einer der größten Fischbestände überhaupt. Sie ist in gutem Zustand. Ihr Gesamtgewicht wird derzeit auf über zwölf Millionen Tonnen geschätzt.

Rollmops und Kronsild dagegen könnten teurer werden. Denn für diese Verarbeitungsformen sind die Heringe aus dem Europäischen Nordmeer zu groß. Sie erreichen dort bis zu 45 Zentimeter Länge. Als Mops gerollt würden sie in keinen Mund passen. Dafür benötigt man die kleinwüchsigen Heringe aus der Ostsee, die es oft nur auf 20 Zentimeter bringen. Und die sind derzeit knapp und teuer. Woran es liegt, weiß niemand so recht.
Doch um wenigstens eine weitere Verminderung der Bestände durch die Fischerei zu bremsen, sollen die Fangquoten gedrosselt werden. Christoph Zimmermann vom Institut für Ostseefischerei in Rostock hält eine Kürzung um über 20 Prozent für erforderlich. Das Institut fahndet unterdessen nach den Ursachen. Ob und wann man sie findet ist völlig offen. Bisher können die Wissenschaftler nur ausschließen, dass Nahrungsmangel dahinter steckt. Und dass im wichtigsten Laichgebiet, dem Greifswalder Bodden, die Umweltbedingungen gut sind.
Aus den alten Chroniken der Hanse weiß man, dass Mitte des 16. Jahrhunderts die Heringsschwärme schon einmal aus der Ostsee verschwanden. Biologen vermuten, dass minimale Veränderungen des Salzgehalts oder der Meeresströmungen solche dramatischen Bestandseinbrüche auslösen können. Das Verschwinden der Fische hatte große geopolitische Auswirkungen: Es verlagerte das Hauptfanggebiet in die Nordsee, minderte die Bedeutung der Hanse und führte zum Aufstieg der Niederlande.
Denn wer die Heringsgründe beherrschte, besaß einen der wichtigsten strategischen Rohstoffe der damaligen Zeit. Nord- und Mitteleuropa waren Jahrhunderte lang eine Heringszivilisation. „Der Hering,“ schrieb der große französische Biologe Bernard Germain de Lacépède, „ist eines der Erzeugnisse, dessen Verwendung über das Schicksal ganzer Reiche entscheidet.“
Besonders in der Fastenzeit, die damals wesentlich länger als heute dauerte, wurde er zum wichtigsten Grundnahrungsmittel. „Es ist ein bekannter Fisch und kommt denen wohl, so von dem Bapst mit dem Fasten belestigt werden,“ schrieb der Schweizer Naturforscher Conrad Gesner im 16. Jahrhundert. Außerdem waren Heringe leicht zu fangen. Die Fischer fanden sie „bisweilen in solchen Mengen, dass sie nicht mögen zu Land gezogen werden, sondern dass man muss die Seyl abschneiden“, schrieb Gesner. Für ihn war Hering die typische Deutschenspeise: „Diese Fisch werden allein in dem teutschen Meer und sonst in keinem anderen gefangen.“ 1804 berichtete das populäre „Bilderbuch zum Nutzen und Vergnügen der Jugend“, über die auch heute noch so ertragreichen Fanggründe im Nordmeer, dass dort „ein Drittel des Meeres ganz mit Häringen bedeckt“ sei.
Ihren Aufstieg zur Weltheringsmacht verdankten die Niederländer nicht allein dem Verschwinden der Schwärme aus der Ostsee, sondern auch ihrem Erfindergeist. Zwei Innovationen waren es, mit denen sich die Holländer wichtige Marktvorteile verschafften. Eine war das Kaakmesser. Bis dahin hatte man die Fische mitsamt Köpfen in die Fässer gepackt. Mit den Kaakmessern wurden sie gleich nach dem Fang gekehlt, Kiemen, Leber, Galle und Darm entfernt. Dadurch bluteten sie besser aus, es passten mehr in ein Fass und zum Konservieren war weniger Salz nötig.
Denn anders als man im Binnenland einst glaubte, haben Heringe durchaus Innereien. Bei der schmackhaftesten aller Heringsspezialitäten, dem Matjes, sind die Innereien sogar der entscheidende Geschmackskatalysator. Als Matjes werden Heringe bezeichnet, die im Frühling vor der Fortpflanzungszeit gefangen werden. Sie sind besonders fett und haben noch keinen Rogen und keinen Samen gebildet (was später ihre Fettreserven aufzehrt). Teile des Darms und der Bauchspeicheldrüse werden vor der fünftägigen Lagerung in Salzlake nicht entfernt. Die Enzyme der Bauchspeicheldrüse fermentieren den Fisch und lassen ihn reifen.
Auf niederländische Heringshändler geht auch das System zurück, Heringe in einem Fass zu stapeln und zu salzen, mit dem das Volumen der Holzgefäße optimal ausgenützt wurde. Niederländische Tonnen galten lange als Maß im Heringshandel. Die Produktion dieser Fässer fraß damals ganze Wälder. Zusätzlich wurden viele Tausend Buchen und Eichen beim Räuchern verheizt, um aus Heringen Bücklinge zu machen. Auch wenn die Niederländer mit ihren „Büsen“ und „Jager“ genannten Fangschiffen und ihren großen Handelshäusern den Markt beherrschten, so machten doch auch die Deutschen ein gutes Geschäft. Aus Lüneburg kam das Salz, in Lübeck stellten die Küfer Heringstonnen her und Köln wurde zum wichtigsten Umschlagplatz für den süd- und westdeutschen Binnenraum. Um den Brotfisch vieler Völker wurden in der Geschichte Europas gar Kriege geführt. Die Nahrungsversorgung der Truppen war Anlass der „Heringsschlacht“ von 1429, bei der die auf Fisch erpichten Engländer die Franzosen unter Karl VII. schlugen. Während des Spanischen Erbfolgekrieges (1701–1714) versenkten die Franzosen einen Großteil der niederländischen Fangflotte und leiteten damit einen Niedergang der Heringsfischerei ein, von dem sich Holland erst im 19. Jahrhundert wieder erholte. Nicht zuletzt um den Hering im Nordatlantik ging es in den genannten „Kabeljaukriegen“ zwischen Island und England, die zwischen 1958 und 1975 immer wieder ausbrachen.
In den 70er-Jahren kam es zu einem Zusammenbruch der Bestände in der Nordsee. Hatten die Fischereiflotten dort und im nordöstlichen Atlantik 1972 noch 500.000 Tonnen gefangen, so waren es 1980 in den gleichen Fanggründen nur noch 65.000 Tonnen. Und dies, obwohl zur gleichen Zeit auch viele natürliche Feinde des Herings durch Überfischung drastisch dezimiert wurden. Der Schreck saß tief und die Fischereinationen einigten sich auf Quoten. Erst nach fünf Jahren wuchsen die Schwärme wieder an.
Auch in der Ostsee kann es dauern, bis die beliebten baltischen Heringe wieder ihre alten Bestandszahlen erreicht haben. Vor ein paar Tagen meldete der Landesverband der Kutter- und Küstenfischer die schlechteste Jahresbilanz seit 1990. Die Fangmenge hat sich seit 2007 halbiert.
Dennoch forderte der Vorsitzende Norbert Kahlfuß die Bundeslandwirtschaftministerin auf, den Empfehlungen der Wissenschaftler nicht zu folgen. Denn die Fischer melden, dass sie seit einiger Zeit wieder mehr Heringe in den Netzen haben, die Erholung sei im Gange sei. Mecklenburg-Vorpommerns Agrarminister Till Backhaus mahnt zur Vorsicht: „Fischen bis die Heide wackelt, das ist Idiotie.“
Re: Etwas mehr Integration, bitte - polis-Presseschau
von phantadu am 09.09.2010 10:16Was jetzt gerade abgeht, nennt man Agieren. Sarrazin hat wirklich einiges erreicht. Als Maulwurf bei der SPD hat er dieser gerade wieder "aufstrebenden" Partei jetzt den Rest gegeben und die Regierung kann sich wieder bei den Konservativen profilieren. Toll!
US Soldat, sagt, er sei der Terrorist
von phantadu am 08.09.2010 20:00Hier hab ich ein Video von YOUTUBE, das sollte man sich wirklich mal anschauen...
US Sodat sei der Terroristhttp://unzensiertinformiert.de/2010/09/us-soldat-sagt-ich-bin-der-terrorist/
Zur Erinnerung: Das sagte Heiner Geißler über Sarrazin Anfang 2008
von phantadu am 08.09.2010 15:52'Darf Sarrazin Arbeitslose folgenlos verhöhnen?''
Heiner Geissler. Der CDU-Politiker sieht bei Sarrazin eine "Geiz-ist-geil-Mentalität".
Die Kritik an Thilo Sarrazins "Hartz-IV-Menu" reißt nicht ab. CDU-Politiker Heiner Geissler sieht den Finanzsenator als Provokateur, der verantwortlich ist, falls Massenarmut in Wut und Aggression umschlägt.

Bei Finanzministern und Senatoren sind naturgemäß die Zeitgenossen am meisten geachtet, die viel arbeiten und das große Geld verdienen. Nicht minder werden diejenigen respektiert, die nichts arbeiten, aber so viel Kapital angehäuft haben, dass sie von den Erträgen ordentlich Steuern bezahlen können. Wenig Achtung genießen die Landsleute, die auch nicht arbeiten, aber kein Kapital und keinen Job besitzen und deshalb für den Staat zur fiskalischen Belastung und zum reinen Kostenfaktor, den es zu minimieren gilt, geworden sind.
Das herausragendste Exemplar dieser „nichtsnutzigen Gattung“ ist in Deutschland der Hartz-IV-Empfänger. Der Finanzsenator der Berliner Koalition – von den Enkeln August Bebels und Karl Liebknechts getragen –, der Sozialdemokrat Thilo Sarrazin, hat dementsprechend die Konsequenz gezogen und diesen miserablen Stadtbürgern einen Speiseplan erstellt, der zeigen soll, wie man als Arbeitsloser von 4,25 Euro am Tag leben kann – das ist der Regelsatz für die Ernährung. Sogar „schon für 3,76 Euro am Tag gibt es drei volle Mahlzeiten“, meint der Senator, der 10 000 Euro Monatsgehalt bezieht. Davon kann er jeden Tag mühelos beim Italiener essen und abends einen halben Liter Rotwein trinken. Das ist auch nicht zu beanstanden. Aber seine Tagesrationen für Arbeitslose sind eine beispiellose Frechheit. Die Sarrazin’sche Tagesportion Nr. 1 (Frühstück: 2 Brötchen, 25 g Marmelade, 20 g Butter, 1 Scheibe Käse, 1 Apfel; Mittag: 100 g Hack, 125 g Spaghetti, 200 g Tomatensoße; Abendessen: 130 g Leberkäse, 200 g Kartoffelsalat) hat, großzügig berechnet nach dem klassischen GU-Klevers-Kalorienkompass, 1710 Kalorien, 1357 kcal hat das von Sarrazin empfohlene Tagesmenü Nr. 2 und 1594 kcal die Nr. 3.
Mit dieser vom Finanzsenator als ausreichend befundenen Kalorienmenge von durchschnittlich 1550 kcal täglich leiden selbst die untätigsten Arbeitslosen nach vier Wochen an Unterernährung. Nach den Referenzwerten der Deutschen Gesellschaft für Ernährung beträgt die notwendige Energiezufuhr für Männer zwischen 25 und 50 Jahren bei ausschließlich sitzender Tätigkeit schon 2400 kcal; läuft der betreffende Mensch noch herum, z. B. zur Jobagentur, braucht er leicht über 3000 kcal. Im Übrigen verschweigt der Senator souverän, dass Kinder nur für 2,28 Euro etwas zum Essen bekommen dürfen. Das Deutsche Forschungsinstitut für Kinderernährung hat aber ausgerechnet, dass für einen Jugendlichen 4,70 Euro das Minimum sind. Die Fehler, Irreführungen und defizitären Argumente des Senators schreien zum Himmel und werfen ein schlechtes Licht auf die Berliner Finanzverwaltung. Man darf auch fragen, ob ein Berliner Regierungsmitglied mit „Geiz ist geil“-Parolen arme Leute folgenlos verhöhnen darf. Nach Angaben des Deutschen Landkreistages sind 7,4 Millionen Menschen von Hartz IV betroffen. Wenn Massenarmut in Wut und Aggression umschlägt, tragen auch politische Provokateure wie Sarrazin dafür die Verantwortung.
Der Autor ist CDU-Politiker und war von 1982 bis 1985 Bundesminister für Jugend, Familie und Gesundheit.
Das sagte Geißler über Sarrazin
Geschlechterkrieg im Internet?
von phantadu am 08.09.2010 15:44Die größte Gefahr für die Gleichberechtigung ist die Annahme, wir hätten sie schon erreicht“, sagt Rena Tangens. Die Internet-Pionierin und Datenschutzexpertin von FoeBuD sitzt zwischen einem Dutzend anderer Frauen (und einem Mann) auf einer großen Wiese vor dem DGB-Bildungszentrum in Hattingen an der Ruhr. „Frauenim.Net“ heißt das Treffen, ein Stelldichein von NetzexpertInnen, die am ersten Juni-Wochenende Bilanz ziehen. Frauen, Feminismus und Netzkultur – wie steht es um die Geschlechtergerechtigkeit im Internet?

In ihrem Vortrag „Androzentrismus im Netz 2.0“ erzählt Tangens folgende Anekdote: Ihr erster Besuch auf einem Chaos-Computer-Club-Kongress (CCC) in Hamburg anno 1988. Hunderte Männer sind da – und zwei Frauen. Nämlich: Rena Tangens und die Freundin eines Hackers, die sich um Kaffee und Vollkornbrötchen kümmert. Tangens tut zwei Dinge. Sie schwört sich, sich auf künftigen CCC-Kongressen niemals für Cafeteria-Dienste zu melden. Und sie gründet die „Haecksen“, ein Zusammenschluss weiblicher Hacker des Clubs. Fortan gab es auf den CCC-Kongressen einen Raum für Frauen – ein Projekt, das im Hamburg der 80er Jahre auch Hacker-Kollegen begrüßten und unterstützten. „Aber als dann die New-Economy-Blase aufpoppte und der Kongress nach Berlin umzog, begannen die Diskussionen mit Männern, die dem Projekt mit Unverständnis begegneten“, sagt Tangens.
Geschlechterkrieg im Netz?
stevia
von phantadu am 08.09.2010 10:29Stevia
25.06.10 14:00 - Öko-Test
News: EFSA - Freispruch für Stevia
Die EFSA hat Süßungsmittel aus Stevia neu bewertet. Und damit die Tür für den europäischen Markt geöffnet.

24.06.10 20:01 - GOYAX
Das Global Stevia Institute präsentiert sich der Öffentlichkeit mit renommiertem Beirat, Expertengruppe und Informationswebsite
26.05.10 14:02 - Focus Online
Stevia - Pflanzliche Süße ohne Kalorien
In Frankreich kommt ein Joghurt auf den Markt, der mit dem Pflanzenstoff Stevia gesüßt ist. Die umstrittene Substanz könnte den Süßstoffmarkt revolutionieren. Von FOCUS-Online-Autorin M. Preuk
25.05.10 13:06 - Spiegel Online
Honigkraut: Danone setzt auf Zuckerersatz Stevia
Er ist dreihundertmal süßer als Zucker und hat kaum Kalorien: Für Lebensmittelkonzerne ist der Süßstoff Stevia ein Wundermittel - Danone führt ihn nun als erstes Unternehmen in Europa ein. In Holland ...
25.05.10 12:30 - n-tv.de
Süßkraut statt Zucker: Danone süßt mit Stevia
Schon bald könnten statt Zucker oder Süßstoff Blätter-Extrakte der Süßpflanze Stevia rebaudiana auch Lebensmittel in der EU versüßen. Frankreich macht die Vorhut und führt den natürlichen Süßstoff in ...
Vergessene Katastrophen
von phantadu am 07.09.2010 22:27Aktion Deutschland hilft berichtet über Katastrophen, über die in den Medien kaum berichtet wird.
vergessene Katastrophen
Alle Hartz IV-Betroffenen werden wie Betrüger behandelt
von phantadu am 07.09.2010 14:24Alle Hartz IV-Betroffenen werden wie Betrüger behandelt
07.09.2010 10:16:18
[Alle Hartz IV-Betroffenen werden wie Betrüger behandelt]
Brigitte Vallenthin schildert in ihrem Buch, was in Hartz IV-Behörden geschieht
(PA) Hartz IV-Verwaltungen stellen ihre "Kunden" unter den Generalverdacht des Betruges: „Da kontrollieren wir doch lieber gleich alle", erwähnt Brigitte Vallenthin einen Hartz IV-Amts-Chef in ihrem soeben erschienenen Buch. Sie prüft die bittere Hartz IV-Wirklichkeit am Maßstab von Zitaten Prominenter wie u.a. Angela Merkel, Heiner Geißler, Peter Schaar, Gertrud Höhler, Peter Ustinov.
„Die private Wohnung ist geschützt – ganz offensichtlich aber nicht die von Hartz IV-Betroffenen,“ erklärt die Hartz4-Plattform Sprecherin gegenüber dem Sozialticker. „Die sehen sich nämlich dem grundsätzlichen Verdacht des Betruges seitens der Sozialverwaltung ausgesetzt.“ Und sie fährt fort: „Die Hartz IV-Armutsverwaltung kennt keine Chance auf „alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich“ des Grundgesetz-Artikels 3 und ebenso wenig auf „die Wohnung ist unverletzlich“ des Artikel 13.“
In ihrem soeben im VSA-Verlag Hamburg erschienenen Buch „Ich bin dann mal Hartz IV“ zitiert sie unter anderem aus Behördenschreiben, in denen es beispielsweise heißt: „Wir möchten Sie darüber in Kenntnis setzen, dass wir grundsätzlich bei allen Bürgern, die bei uns einen Antrag auf Leistungen nach dem SGB II stellen, einen Hausbesuch durchführen, um klären zu können, ob die Angaben aus dem Antrag korrekt sind.“ Und weiter geht es in dem Amtsschreiben darum, Dass „solchen Betrugsfällen“ durch den „Einsatz eines Außendienstmitarbeiters“ vorgebeugt werden müsse, „der einen Hausbesuch durchführen soll“. Und dann berichtet Brigitte Vallenthins Buch noch: Als allerdings das „darum bitten wir Sie“ der Behörde nicht in die Wohnung verhilft, wird sogleich die harte Keule wochenlangen Hungerns geschwungen. Mit erschütternden Details berichtet die Autorin, wie es schließlich zu einem höchstrichterlichen Urteil gegen diese Verwaltungs-Praxis kommt und welche juristischen Tricks wiederum angewandt werden, um auch dieses Urteil zu umgehen.
Ihren erschütternden Berichten aus der Hartz IV-Welt stellt die Autorin zahlreiche Zitate voran, u.a. von Bundeskanzlerin Angela Merkel, CDU-Mitglied Heiner Geißler, dem Bundesdatenschutz-beauftragten Peter Schaar, der Unternehmensberaterin Gertrud Höhler, dem Psychiater C.G. Jung und Peter Ustinov. Unkommentiert überlässt sie es den Leserinnen und Lesern, diese an ihren Berichten aus der Realität zu messen.
„Wer nicht prozessiert – verliert, lautet nicht nur eines meiner Kapitel von „Ich bin dann mal Hartz IV“,“ fasst Brigitte Vallenthin gegenüber dem Sozialticker zusammen „es ist gleichzeitig meine bittere Erfahrung aus fünf Jahren unter Hartz IV – wo man - wie dort nachzulesen – existenziell nötiges Geld und die Wohnung verlieren kann und sogar ein Vorstrafe-freies Führungszeugnis.“
http://irrsinnarge.wordpress.com
Pflegenotstand muss jetzt behoben werden!
von phantadu am 07.09.2010 14:0906.09.2010 10:13:44
(PA) Neuss, den 06.09.2010 n- Zu wenig Pflegekräfte müssen sich um immer mehr pflegebedürftige Menschen kümmern - vorrangig Pflegenotstand abbauen
Der Panoramabericht (ARD-Fernsehen) vom 02.09.2010 sollte wieder einmal aufrütteln. Wichtig war, dass der von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk seit Jahren angesprochene Pflegenotstand als die maßgebliche Ursache für die vielfach beklagten Pflegemängel herausgestellt wurde.
Zu wenig Pflegekräfte müssen sich um mehr pflegebedürftige Menschen kümmern. Und die Anforderungen steigen, u.a. auch deshalb, weil immer mehr schwerstpflegebedürftige Menschen (Stufe 3) in den Heimen versorgt werden müssen. Die Zeiten, wo in den Heimen viele noch einigermaßen fitte alte Menschen lebten, sind offensichtlich endgültig vorbei.
Es muss daher vorrangig darum gehen, den tatsächlich vorhandenen – und nicht etwa nur drohenden - Pflegenotstand abzubauen.
Wir brauchen deutlich mehr Pflegepersonal und nicht eine Überprüfungs- und Benotungsorgie. Transparenz bezüglich der Heimqualität ist sicherlich hilfreich, allerdings müssen die insoweit aufgewendeten Gelder auch sinnvoll angelegt sein. Das ist zur Zeit eindeutig nicht der Fall.
Daher sollten die sächlichen und personellen Aufwendungen in allen Prüfinstitutionen eingekürzt und für die direkte Pflege und Versorgung der HeimbewohnerInnen eingesetzt werden. Es kann und darf nicht sein, dass zum Beispiel der MDK zahlreiche gute Pflegefachkräfte für seinen Prüfdienst vom Markt förmlich "absaugt" und die personelle Besetzung in den Einrichtungen unzureichend bleibt.
Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk hat übrigens seit Ende 2008 immer wieder darauf aufmerksam gemacht, dass die Transparenzvereinbarungen und Bewertungskriterien für die Pflegenoten nicht den Bedürfnissen der pflegebedürftigen Menschen bzw. der Angehörigen gerecht werden, sondern eher kontraproduktiv wirken. Es wurde dabei immer wieder verdeutlicht, dass im Wesentlichen auf die Lebens- und Ergebnisqualität abzustellen ist.
Es wurde von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk nicht nur eine grundlegende Überarbeitung der Prüfvorschriften verlangt, sondern auch eine überfällige Beteiligung der Betroffenenseite angemahnt bzw. beantragt. Entgegen den insoweit geltenden gesetzlichen Geboten hat der GKV-Spitzenverband Bund eine Beteiligung von Pro Pflege - Selbsthilfenetzwerk in der fälligen Überarbeitung aufgrund unsachlicher Erwägungen abgelehnt. Er nennt insoweit Bedingungen, die er sich selbst zurecht gelegt hat und mit den Bedürfnissen des Pflegemarktes nicht in Einklang stehen.
Die Forderungen von Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk sind im Übrigen auf der Internetseite dargestellt und damit gut belegt!
Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk steht weiterhin für eine Mitarbeit bei der Überarbeitung der Transparenzvereinbarungen und Bewertungskriterien zur Verfügung. Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk ist als Interessenvertretung für die pflegebedürftigen Menschen zur Beteiligung legitimiert.
Werner Schell
Dozent für Pflegerecht und Vorstand von Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk
Pflegenotstand


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