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Gorleben: Salzstock erfüllt Barrierefunktion nicht

von polis am 07.02.2011 12:45




Gorleben: Salzstock erfüllt Barrierefunktion nicht/ Greenpeace-Studie zeigt, Gas durchzieht geplanten Endlagerbereich



Hamburg/Berlin (rdp/ots) - Der für die Endlagerung hochradioaktiven Atommülls vorgesehene Bereich im Salzstock Gorleben ist offenbar komplett von Gaseinschlüssen durchzogen. Dies geht aus bisher unveröffentlichten Untersuchungsberichten der "Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe" (BGR) hervor, die jetzt im Auftrag von Greenpeace ausgewertet wurden. So hat die BGR Gas und flüssige Kohlenwasserstoffe in sämtlichen Gesteinsproben des Erkundungsbereiches 1 gefunden. Sie wies dabei auch Gasanteile (bis zu 45 Prozent) nach, die von außen in den Salzstock eingedrungen sind. Der von Greenpeace beauftragte Wissenschaftler kommt in seiner Studie zu dem Schluss, dass eine sichere Lagerung hochradioaktiven Atommülls in Gorleben unmöglich ist, da der Salzstock seine notwendige Barrierefunktion gegenüber der Umwelt nicht erfüllt. Greenpeace fordert Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) deshalb erneut auf, die Endlagerpläne in Gorleben aufzugeben und das Endlagerkonzept in Salz grundsätzlich zu überprüfen.

"Welche Beweise braucht Röttgen noch, um zu erkennen, dass er Gorleben als Endlager aufgeben muss?", sagt Mathias Edler, Atomexperte bei Greenpeace. "Die internen Analysen belegen: Es gab in der Vergangenheit Wege für das Gas in den Salzstock und damit kann es auch in Zukunft über diese Risse und Klüfte zu Wanderungen von Gas, Wasser oder Radionukliden kommen."

Der BGR waren die entscheidenden wissenschaftlichen Befunde spätestens seit dem Jahr 2002 bekannt. Konsequenzen blieben jedoch aus. Noch heute berichtet die Bundesanstalt in ihren Standortbeschreibungen nur unvollständig über die Herkunft der Gase und spielt mögliche Folgen herunter. Die BGR-Berichte dienen aber als Grundlage für eine vom Bundesumweltministerium in Auftrag gegebene "Vorläufige Sicherheitsanalyse", mit der die Eignung des Salzstocks nachgewiesen werden soll. Sie sollen den aktuellen Forschungsstand abbilden.

Zwischenbericht von 1983 hat Gasfunde falsch interpretiert

Diplom-Geologe Ulrich Schneider führt in seiner Studie aus, dass sich bei der Einlagerung wärmeentwickelnden hochradioaktiven Mülls das Salzgestein auf bis zu 200 Grad aufheizt. Dadurch dehnen sich Gase, aber auch an das Salz gebundenes Wasser aus. Im scheinbar dichten Salz führen die Spannungen zu Aufsprengungen des Gesteins, so genannten "mikrocracks". "Die weit verbreitete Behauptung, dass es im Salz wegen dessen plastischer Eigenschaften nicht zu offenen Klüften und Spalten kommen kann, kann heute als widerlegt gelten", erklärt Geologe Schneider.

Der Salzstock Gorleben befindet sich über dem größten, zusammenhängenden Erdgasvorkommen Deutschlands. Die "Physikalisch-Technische Bundesanstalt" (PTB) hatte 1983 in ihrem Zwischenbericht behauptet, es handele sich bei den Gasfunden um isolierte Gase aus organischen Prozessen innerhalb des Salzes. Nach dem PTB-Bericht wurde anschließend die untertägige Erkundung des Salzstocks beschlossen.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 07.02.2011 12:46.

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Oskar Lafontaine: "Die Agenda 2010 hat die Familie zerstört"

von polis am 07.02.2011 12:35




Der frühere Vorsitzende der Linkspartei, Oskar Lafontaine, mischt sich wieder ein: "Die Agenda 2010 hat die Familie zerstört"


Lafontaine

Stuttgart (ots) - Mit scharfen Attacken auf die SPD meldet sich der frühere Chef der Linkspartei, Oskar Lafontaine, neun Monate nach seinem Abgang in der Bundespolitik zurück. "Bei den entscheidenden Themen wie Afghanistan hat die SPD ihre Position überhaupt nicht korrigiert", sagte er im Interview der "Stuttgarter Zeitung" (Montagausgabe). Sie stimme im Bundestag weiterhin für den Krieg. Auch sei die SPD "für die Zerstörung der Arbeitslosen-, Renten und Krankenversicherung wesentlich mitverantwortlich". Bis heute hätte sich die Führung unter Sigmar Gabriel und Frank-Walter Steinmeier nicht von der Agenda-Politik verabschiedet. "Dass ab und zu anders geredet wird, mag sein - aber die Wahrheit ist konkret und die Wähler durchschauen das", sagte Lafontaine.

Den derzeitigen Aufschwung nannte er einen "Aufschwung für die Minderheit". "Wir erleben ein Auseinanderfallen der Gesellschaft", sagte er. Es gebe immer mehr Menschen in ungesicherten Jobs, von denen man keine Familie ernähren könne. Insofern stehe die rot-grüne Agenda 2010 auch "für die Zerstörung der Familie". Einer Koalition mit der SPD nach der Bundestagswahl 2013 verschließt sich Lafontaine dennoch nicht "Wenn wir die Chance haben, dass Deutschland zu einer friedlichen Außenpolitik zurückkehrt und dass der Sozialstaat wieder aufgebaut wird, wird es an uns nicht scheitern.", betonte der Saarländer.

Zu Forderungen von Fraktionschef Gregor Gysi, sich wieder stärker in der Partei einzumischen, sagte er: "Das tue ich doch. Mir geht es gesundheitlich wieder gut, ich bin jetzt in allen sieben Landtagswahlkämpfen aktiv." Angesichts der anhaltenden internen Kritik am Führungsduo Gesine Lötzsch und Klaus Ernst räumte Lafontaine ein: "Querelen und Rivalitäten gibt es nicht nur bei uns - da sind wir von der Krankheit aller Parteien befallen." Er forderte die innerparteilichen Gegner aber auf, sich auf die Kernfragen zu konzentrieren. "Vor den Landtagswahlen weiß jeder, dass es jetzt um die Wurst geht und dass wir mit unseren Inhalten punkten müssen", sagte er. "Das Publikum wendet sich sonst gelangweilt ab."

Bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg sei die Linkspartei das Zünglein an der Waage und könne mit Fug und Recht sagen: Ein Politikwechsel sei nur möglich, wenn die Hartz-IV-Parteien CDU, SPD, FDP und Grüne im Stuttgarter Landtag nicht unter sich blieben. "Insbesondere für die Wiederherstellung des Sozialstaates und die Steuergerechtigkeit ist es wichtig, dass die Linke im Landtag vertreten ist", sagte Lafontaine der "Stuttgarter Zeitung".

Antworten Zuletzt bearbeitet am 07.02.2011 12:36.

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Merkel rollt über Europa

von polis am 07.02.2011 11:29




Merkel rollt über Europa


Schlecht

Mit der Debatte um die Wirtschaftsregierung ist das zentrale Problem der
aktuellen Krise Europas endlich auf dem Tisch. Es sind die
außenwirtschaftlichen Ungleichgewichte!

Nach langer Verweigerung will Merkel jetzt gemeinsam mit Sarkozy eine
europäische Wirtschaftsregierung. Es sollen die nationalen Wirtschaften
miteinander abgestimmt und die außenwirtschaftlichen Ungleichgewichte
abgebaut werden. Diese bestehen jedoch vor allem in einem Ungleichgewicht
Deutschlands gegenüber den meisten anderen europäischen Staaten, vor allem
den Südstaaten.

Der seit 2000 aufsummierte deutsche Außenhandelsüberschuss beläuft sich
auf 1,4 Billionen Euro. Ein erheblicher Teil wurde in der Eurozone
aufgehäuft. Zentrale Ursache ist die Stagnation der Löhne in Deutschland;
seit 2000 sind sie preisbereinigt nicht gestiegen. Wegen der Agenda 2010.
Dies führte nach innen zu einer deutlichen Verschlechterung der Lebenslage.
Nach außen wirkt dies wie eine Streitaxt in der Hand der Exportunternehmer.
Gleichzeitig wurde die binnenwirtschaftliche Entwicklung eingeschnürt und
damit die Absatzchancen ausländischer Unternehmen auf dem deutschen Markt.
Seit 2000 sind die Lohnstückkosten hierzulande um sechs Prozent gestiegen,
in den anderen Ländern der Eurozone um 30 Prozent.

Der Außenhandelsüberschuss führte das Ausland spiegelbildlich in eine
immer größere Verschuldung der privaten Haushalte, der Unternehmen, der
Banken und letztlich des jeweiligen Staates. Dies ist die zentrale
Grundlage der Krise. Die Finanzmarkt- und Bankenkrise inklusive ihrer
eigenen Dynamik sind ernste Probleme, auch die daraus resultierende
Schuldenkrise der Staaten. Aber ohne die Überwindung der
außenwirtschaftlichen Ungleichgewichte können die Probleme der europäischen
Wirtschaft nicht überwunden werden.

Eine Wirtschaftsregierung müsste darauf hinwirken, dass Deutschland seinen
Weg korrigiert. Dass Löhne und Sozialleistungen sich im Gleichschritt mit
den anderen europäischen Ländern entwickeln.

Aber weit gefehlt. Genau das will Merkel nicht. Sie will die europäische
Wirtschaftsregierung nutzen um den anderen Ländern den "deutschen Weg", die
deutsche Hegemonie aufzuzwingen. Sie will die Agenda 2010 exportieren! Sie
will Löhne und Sozialleistungen in Griechenland, Portugal und anderen
Ländern absenken. Bislang hat sie dies zum Teil schon erreicht. Bei
Griechenland hat sie bewusst Hilfen solange blockiert, bis die griechische
Regierung in ihrer Not sich dem deutschen Diktat beugen musste. Jetzt soll
mit dem Instrument der Wirtschaftsregierung Europa deutscher werden.
Länder, die die Lohnentwicklung automatisch an die Inflationsentwicklung
gekoppelt haben, sollen diesen sozialen Schutzmechanismus aufgeben. Die
Rente mit 67 soll überall in Europa eingeführt werden. Und schließlich will
Merkel die deutsche Schuldenbremse europaweit exportieren.

Alles nach dem Motto: Am deutschen Wesen soll die Welt genesen! Früher
kamen sie mit Panzern, heute rollt Merkel über den Kontinent.

Michael Schlecht, MdB - Chefvolkswirt Fraktion DIE LINKE -
Gewerkschaftspolitischer Sprecher im Parteivorstand DIE LINKE

Antworten Zuletzt bearbeitet am 07.02.2011 11:29.

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Afghanistan: "Hoffnung auf dünnem Eis"/ EKD-Delegation zieht erste Bilanz

von polis am 06.02.2011 16:20




Afghanistan: "Hoffnung auf dünnem Eis"/ EKD-Delegation zieht erste Bilanz

Hannover/Berlin (rdp/ots) - Vom 1. bis 5. Februar 2011 hat eine Delegation der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) Soldatinnen und Soldaten der Deutschen Bundeswehr sowie zivile Aufbauprojekte in Masar-i-Sharif (Afghanistan) besucht. Der Delegation gehörten neben dem Vorsitzenden des Rates der EKD, Präses Nikolaus Schneider, der Friedensbeauftragte des Rates der EKD, Pastor Renke Brahms, sowie der evangelische Militärbischof, Landessuperintendent Martin Dutzmann, an.

Nach der Rückkehr sagte der Ratsvorsitzende heute in Düsseldorf: "Wahrzunehmen und zuzuhören - das war der wichtigste Zweck unserer Reise. Zudem gilt: Viele Soldatinnen und Soldaten sind unsere Gemeindeglieder, und gute Pfarrer besuchen ihre Leute!" Die Gespräche hätten ihn sehr beeindruckt, so Schneider weiter. Er sei angetan davon, "wie intensiv Angehörige der Bundeswehr ihren Einsatz und ihre persönliche Situation reflektierten." Allerdings hätten die Soldatinnen und Soldaten den Eindruck, dass häufig "auf ihrem Rücken" politische Streitigkeiten ausgetragen würden, "die nichts mit ihnen zu tun haben." Schneider bekräftigte, dass die Angehörigen der Bundeswehr gerade angesichts der besonderen Situation in Afghanistan der "aufmerksamen und umfassenden seelsorglichen Begleitung" bedürften.

Schneider sagte, im Gespräch mit Vertretern ziviler Organisationen in Afghanistan habe ihn positiv überrascht "wie viel dort geschieht". Auch habe er eine "neue Sicht" auf das Thema Sicherheit gewonnen. Schneider: "Die Mehrzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der zivilen Organisationen sagten uns, dass es zurzeit noch nötig ist, dass die Bundeswehr mithilft, Sicherheit in der Fläche zu gewährleisten. So kann die zivile Aufbauarbeit beginnen. Aber auf Dauer, so der Ratsvorsitzende, könne nur eine andere Art von Sicherheit "nachhaltig" wirken, nämlich, dass die Aufbauarbeit von der afghanischen Bevölkerung gewollt und mitgetragen wird. Diese nachhaltige, langfristige Art von Sicherheit könne von der Bundeswehr nur "vorbereitet", aber nicht "erzeugt und garantiert" werden. Deswegen sei es wichtig, so Schneider weiter, dass die "vollständige Übergabe der militärischen und polizeilichen Sicherheitsaufgaben von der Bundeswehr an die afghanischen Kräfte" bald vollzogen werden könne, denn die Bundeswehr sei schon fast zehn Jahre im Land und deutsche Soldaten dürften nicht zu "Besatzern" werden.

In einer ersten Bilanz fasste der Ratsvorsitzende seine Eindrücke so zusammen: "Es gibt Hoffnung in Afghanistan - aber es ist Hoffnung auf dünnem Eis. Das heißt: Allen Hoffnungszeichen zum Trotz kann die Mission auch scheitern. Das haben wir bei allen Gesprächspartnern - den militärischen und zivilen - deutlich gehört. Deswegen kommen wir nicht ohne Hoffnung zurück, aber keineswegs sorgenfrei, denn das Eis kann brechen."

Der Friedensbeauftragte der EKD und leitende Geistliche der Bremischen Evangelischen Kirche, Renke Brahms, erinnerte daran, dass die EKD bereits vor einem Jahr in ihrem Wort "Aus Gottes Frieden leben - für gerechten Frieden sorgen" ein stärkeres Augenmerk für die zivile Aufbauarbeit gefordert habe. Er bedaure sehr, dass die Mandatsverlängerung im Deutschen Bundestag am 28. Januar 2011 wieder eine "rein militärische" gewesen sei. Es wäre angemessen gewesen, wenn es neben der offiziellen militärischen auch eine offizielle zivile Mandatierung gegeben hätte. Der öffentliche Blick, so Brahms, sei leider sehr auf das "rein militärische" fokussiert, dabei sei auch auf dem Sektor des zivilen Aufbaus schon längst vieles "in Gang gekommen".

Im Blick auf den Fortgang der zivilen Projekte forderte Brahms eine "bessere Kommunikation und Koordination der am Afghanistaneinsatz beteiligten Bundesministerien" Hier gebe es, so hätten Gesprächspartner in Afghanistan bestätigt, "noch viele Entwicklungsmöglichkeiten", die für den Erfolg der zivilen Mission von großer Bedeutung seien. Positiv wertete Brahms hingegen, dass es im vergangenen Jahr 2010 nahezu eine Verdoppelung der zivilen Aufbaumittel für Afghanistan durch die Bundesregierung gegeben habe.

Der Friedensbeauftragte beurteilte die neue offensive Strategie der Bundeswehr kritisch, und äußerte "große Zweifel", ob die neue, deutlich offensivere Strategie der ISAF-Truppen in Afghanistan mit der bisherigen friedensethischen Ausrichtung der evangelischen Kirche in Einklang zu bringen sei. Schließlich forderte Brahms, dass finanzielle Mittel, die frei würden, wenn die deutschen Soldaten und Soldatinnen sich aus Afghanistan zurückzögen, in der Form von Entwicklungshilfe den Menschen in Afghanistan zugutekommen solle. Brahms: "Nur wenn es eine Übergabedividende gibt, die dem im Aufbau befindlichen Land zugutekommt, kann die Exit-Strategie zum Erfolg führen."

Der evangelische Militärbischof Martin Dutzmann wertete positiv, dass im jüngsten Bericht der Bundesregierung erstmals eine "ehrliche Zwischenbilanz" zu lesen sei. Er hob hervor, dass die Mandatsverlängerung vom 28. Januar erstmals "die Reduktion bzw. das Ende des militärischen Engagements" in den Blick genommen habe. Allerdings warnte Dutzmann ausdrücklich vor Euphorie, denn: "Mit der neuen Strategie ist der Einsatz erheblich gefährlicher geworden!" Mehr denn je bräuchten Soldatinnen und Soldaten deswegen seelsorgliche Begleitung, denn neben den Problemen, die die lange Trennung von ihren Angehörigen bereiteten, werfe die neue Einsatzstrategie "grundlegende ethische Fragen" auf.

Deshalb hätten "unsere Soldatinnen und Soldaten" einen Anspruch darauf zu erfahren, für welche Zwecke die Bundesrepublik Deutschland ihre Streitkräfte einsetze - und für welche nicht. Diese Frage, so Dutzmann, sei nach dem Ende des Kalten Krieges "bis heute" nicht beantwortet. Dutzmann: "Erst seit der Bombardierung zweier gestohlener Tanklastzüge nahe Kunduz im September 2009 ist in der Öffentlichkeit klar, dass deutsche Soldaten in Ausführung ihres Auftrages kämpfen und töten." Angesichts der damit verbundenen ethischen und seelsorglichen Fragen, so der Militärbischof, müsse es ein "sicherheitspolitisches Gesamtkonzept" geben.

Abschließend sagte Dutzmann, dass im vergangenen Jahr 2010 im Blick auf das deutsche Engagement in Afghanistan "einiges geschafft" worden sei. Das gebe Anlass zu vorsichtigem Optimismus. Gleichzeitig aber sei beim Besuch in Afghanistan klar geworden, dass "neue Herausforderungen" zu bewältigen seien.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 06.02.2011 16:22.

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SPD und Grüne: Keine Einigung über Hartz IV ohne Zugeständnisse der Koalition

von polis am 05.02.2011 16:00




SPD und Grüne: Keine Einigung über Hartz IV ohne Zugeständnisse der Koalition

Berlin (rdp/ots) - Unmittelbar vor der entscheidenden Verhandlungsrunde über die Hartz-IV-Reform an diesem Sonntag haben SPD und Grüne den Druck auf die Bundesregierung verstärkt. Der stellvertretende SPD-Bundesvorsitzende und ehemalige Arbeitsminister Olaf Scholz verlangte im Berliner "Tagesspiegel am Sonntag" ein schnelles Ende der "Hängepartie", Grünen-Fraktionsvize Fritz Kuhn warnte die schwarz-gelbe Koalition vor "weiterer Blockade" . Beide Politiker machten deutlich, dass es ohne Zugeständnisse von Union und FDP keine Einigung im Vermittlungsverfahren zwischen Bundestag und Bundesrat geben werde. "Jeder weiß, dass eine Verständigung möglich ist, wenn es Fortschritte bei den Regelsätzen und dem Mindestlohn gibt und ein unbürokratisches Bildungspaket zustande kommt. Union und FDP sollten sich einen Ruck geben und nicht länger zaudern", sagte Scholz. Kuhn erklärte, Union und FDP müssten "in den Verhandlungen endlich etwas auf den Tisch legen, sonst können sie im Bundesrat keine Mehrheit für die Reform bekommen."

Antworten Zuletzt bearbeitet am 05.02.2011 16:00.

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Sozialabbau als deutscher Exportschlager

von polis am 04.02.2011 14:45




Sozialabbau als deutscher Exportschlager


Lötzsch

Berlin (rdp). Sozialabbau als deutscher Exportschlager"Die Kanzlerin will jetzt Hartz IV und die Rente erst ab 67 nach Europa exportieren ", erklärt die Vorsitzende der Partei DIE LINKE, Gesine Lötzsch zum heutigen EU-Gipfeltreffen. Lötzsch weiter:

Die Kanzlerin will mit einer Wirtschaftsregierung den deutschen Sozialabbau nach Europa exportieren. Nachdem SPD und Grüne mit der Agenda 2010 den Arbeitsmarkt zerstört sowie den größten Niedriglohnsektor Europas geschaffen und die CDU/CSU-SPD-Regierung die Rente erst ab 67 Jahren eingeführt hat, sieht sich jetzt die Kanzlerin in der Pflicht, alle anderen europäischen Länder mit ihrer unsozialen Politik – am Europaparlament vorbei - zu beglücken. Damit wird sie Schiffbruch erleiden. Das kann man schon heute prognostizieren. Wir sehen bereits in Griechenland, wie die Politik der Kanzlerin wirkt. Das Land wurde mit Hilfe der EU und IWF in die schwerste Wirtschaftskrise nach dem Zweiten Weltkrieg gestürzt.

DIE LINKE fordert eine abgestimmte Wirtschaftspolitik, die eine Mindestbesteuerung von Unternehmen einführt, eine Regulierung des Bankensektors und der Finanzmärkte endlich beschließt und soziale Mindeststandards in der EU durchsetzt. Gegen eine Angleichung der Sozialstandards auf niedrigstem Niveau werden wir kämpfen. Eine Wirtschaftsregierung, die das demokratisch gewählte Europaparlament ausschaltet und nur den Empfehlungen der Banken- und Hedgefonds-Manager folgt, werden wir nie akzeptieren. Eine Wirtschaftsregierung muss dem sozialen Ausgleich verpflichtet sein."

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Pakt der sozialen Kälte und der ökonomischen Unvernunft

von polis am 04.02.2011 12:08




Pakt der sozialen Kälte und der ökonomischen Unvernunft


Sommer

Berlin (rdp). Zur aktuellen Debatte um eine Wirtschaftsregierung in der EU erklärte Michael Sommer, DGB-Vorsitzender, am Donnerstag in Madrid:

Mit ihrem ‚Pakt für Wettbewerbsfähigkeit’ startet die deutsche Bundesregierung einen ideologischen Frontalangriff auf die Arbeitnehmerrechte in Europa. Dieser ‚Pakt’ ist kein Pakt der ökonomischen Vernunft - ein Pakt der sozialen Verantwortung für Europa ist er schon gar nicht. Vielmehr gefährdet dieser Vorschlag den europäischen Zusammenhalt und ginge wieder einmal zu Lasten der Menschen und Beschäftigten in Europa. Dies werden die deutschen und europäischen Gewerkschaften nicht stillschweigend hinnehmen. Deutschland darf seine Politik der sozialen Kälte nicht den anderen europäischen Ländern überstülpen.

Pläne, dass Brüssel der Lohnpolitik politische Vorgaben macht, lehnen wir ab. Mit diesem Vorschlag bricht die Bundesregierung ein Tabu und stellt die Tarifautonomie auch in Deutschland in Frage. Es ist eine doppelzüngige Politik, dass die Kanzlerin in Deutschland das Hohelied auf die Tarifautonomie singt, während sie sie über Europa in Frage stellt. Vor diesem Schritt kann ich die Kanzlerin nur warnen - wir werden uns das im Grundgesetz festgeschriebene Recht auf Tarifautonomie nicht nehmen lassen.

Auch die Europäisierung der deutschen Schuldenbremse ist angesichts der Erfahrungen in den entwicklungsschwachen Regionen in Deutschland - trotz Länderfinanzausgleich und trotz kräftigen Wachstums - völlig inakzeptabel. Eine Schuldenbremse in Europa ohne Finanzausgleichsmechanismen würde das ohnehin sehr schwache Wachstum vor allem in den Krisenländern massiv beeinträchtigen. Sie wäre dort wohl nur zu einem hohen Preis umzusetzen: dem Zusammenbruch des öffentlichen Lebens. Damit wird Europa insgesamt weiter destabilisiert.

Europa befindet sich am Scheideweg. Was Europa jetzt dringender denn je braucht, ist ein radikaler Kurswechsel. Der ‚Pakt für Wettbewerbsfähigkeit’ aber ist die Fortsetzung der neoliberalen Ideologie des Standortwettbewerbs und des blinden, naiven Glaubens an Effizienz und an die Kraft der Märkte. Die Krise hat uns aber gerade schmerzhaft gelehrt, wohin ein solcher Irrglaube führt.“

Antworten Zuletzt bearbeitet am 04.02.2011 12:08.

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„Tag des Abgangs“ - polis-Presseschau

von polis am 04.02.2011 10:25




Presseschau vom 04.02.2011



Abschiedsgrüsse ohne Trauer


„Tag des Abgangs“

Während am heutigen Freitag Hunderttausende in Kairo zu weiteren Demonstrationen erwartet werden, arbeitet die US-Regierung im Hintergrund an einer Lösung des Konfliktes. Mubarak soll sofort abtreten und eine Übergangsregierung installiert werden. Die Opposition stellt den Tag unter das Motto: „Tag des Abgangs“.





fr-online.de

USA drängen auf Mubarak-Rücktritt

… Die Regierung von US-Präsident Barack Obama arbeitet nach Angaben der "New York Times" mit ägyptischen Regierungsbeamten an einem Vorschlag für einen sofortigen Rücktritt von Präsident Husni Mubarak. Die Macht solle eine Übergangsregierung unter Vizepräsident Omar Suleiman an der Spitze übernehmen. …




faz.net

Amerika will Übergangsregierung

… Vize Omar Suleiman bot der Opposition einschließlich der Muslimbruderschaft umfassende Verhandlungen an. Der neue ägyptische Regierungschef Ahmed Schafik kündigte eine Bestrafung der Verantwortlichen für die Angriffe auf Regimegegner und eine Untersuchung der Vorgänge auf dem Tahrir-Platz in Kairo an. Dabei wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums in den vergangenen Tagen 13 Menschen getötet. …




spiegel.de

Regimegegner rüsten sich für "Tag des Abgangs"

Hunderttausende Ägypter werden heute zu neuen Massenprotesten gegen das Regime von Husni Mubarak erwartet. Bringt der "Tag des Abgangs" die Entscheidung? Tausende harrten in der Nacht auf dem Tahrir-Platz in Kairo aus. Die wichtigsten Ereignisse im Liveticker.




taz.de

Blogger und Journalisten bedroht

… Sandmonkey ist einer der berühmtesten Blogger Ägyptens, sein letzter Tweet am Donnerstag vormittag lautete: "Gehe jetzt zum Tahrir-Platz und bringe medizinische Hilfe". Sein letzter Blogeintrag an diesem Vormittag, in dem er seine Erlebnisse in den letzten Tagen auf Kairos Straßen beschrieb, endete mit den Worten: "Das Ende ist nah. Ich habe keine Illusionen über dieses Regime oder seine Führer und dass sie uns rupfen und jagen werden, jeden einzelnen." ...

Foto: spiegel.de/afp

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Harsche Kritik an Westerwelle und deutscher Ägypten-Politik

von polis am 03.02.2011 19:02




Harsche Kritik an Westerwelle und deutscher Ägypten-Politik

Hamburg/Berlin (rdp/ots) - Prominente Oppositionspolitiker haben die Reaktionen der Bundesregierung auf die Unruhen in Ägypten scharf kritisiert. Außenminister Guido Westerwelle müsse "in Richtung Ägypten endlich eindeutig Stellung beziehen: Und zwar für die Protestierenden auf den Straßen Kairos und gegen das Mubarak-Regime, das auch von Deutschland jahrzehntelang hofiert wurde", sagte Claudia Roth, die Parteichefin der Grünen zu ZEIT ONLINE. Merkel und Westerwelle würden "täglich windelweiche Erklärungen verlesen und sich dabei um eine Abkehr von Mubarak herum drücken", sagte Roth. Die Bundesregierung müsse den Druck "gegenüber Mubarak deutlich erhöhen und ihn zur Aufgabe drängen".

Konkret forderte die Grünen-Chefin, dass Berlin den ägyptischen Botschafter einberufen solle, was einer öffentlichen diplomatischen Rüge gleichkommt. Auf internationaler Ebene hätte Deutschland darauf drängen sollen, "dass die Militärhilfen gegenüber Ägypten gestoppt, die Auslandskonten Mubaraks und seines Clans eingefroren sowie Reisebeschränkungen für die Mitglieder des Regimes verhängt werden", sagte Roth.

Auch der außenpolitische Sprecher der SPD, Rolf Mützenich, fordert im Gespräch mit ZEIT ONLINE eine Vorladung des ägyptischen Botschafters. Spätestens gestern seien in Kairo "rote Linien" überschritten worden, die eine demonstrative Reaktion von Deutschland und Europa erforderlich machen würden. Man dürfe "nicht nur stille Diplomatie" betreiben. Nun sei eine öffentliche "Debatte über die Konsequenzen" nötig, um den Druck auf Kairo zu erhöhen.

Von Deutschland erwartet Mützenich eine Vorreiterrolle. Westerwelle könnte nach Ansicht Mützenichs viel an Profil gewinnen, national wie international, wenn er versuchen würde, die europäischen Stimmen zu vereinheitlichen. "Nur Besorgnis zum Ausdruck bringen, reicht nicht", sagt der Sozialdemokrat. Man müsste an die Demonstranten in Ägypten ein unmissverständliches Zeichen senden, dass das europäische Ausland auf ihrer Seite steht.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 03.02.2011 19:03.

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Chronik eines angekündigten Verfassungsbruchs

von polis am 03.02.2011 14:34




Chronik eines angekündigten Verfassungsbruchs


Golze

"Das Vermittlungsverfahren zur Hartz IV-Reform wird immer mehr zur Chronik eines angekündigten Verfassungsbruchs", sagt Diana Golze, Mitglied im Vorstand der Fraktion DIE LINKE, zu Forderungen aus der Union, dass es beim Regelsatz keine Veränderung geben soll. "Nachdem die Union heute deutlich gemacht hat, dass die mickrige Fünf-Euro-Erhöhung für sie nicht verhandelbar ist, müssen SPD und Grüne endlich die Karten auf den Tisch legen. Ansonsten wird das Spitzentreffen am Sonntag von vornherein eine Verabredung zum Verfassungsbruch." Golze weiter:

Die CDU sieht sich am längeren Hebel und schließt nun auch längere Verhandlungen nicht mehr aus. SPD und Grüne sind mit ihrer Maulhelden-Strategie gescheitert. Wer die eigene Kritik an der Regelsatzermittlung nicht ernst nimmt und sich um konkrete Aussagen drückt, wie hoch der Regelsatz für Erwachsene und Kinder ausfallen soll, spielt das perfide Spiel zu Lasten von knapp 7,8 Millionen Menschen mit. Die Ermittlung eines menschenwürdigen Existenzminimums nach den Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts wird absehbar keine größere Rolle mehr spielen. Die Bundesregierung wird dazu kein Angebot vorlegen. Das Bundesverfassungsgericht wird dann zu prüfen haben, ob das Existenzminimum durch die Reform gewahrt wird oder nicht.

Aus Sicht der LINKEN kann kein Zugeständnis der Regierung an anderer Stelle eine Zustimmung rechtfertigen. Substanzielle Angebote der Union sind aber ohnehin nicht zu erwarten. Auch künftig wird es massenweise Dumpinglöhne geben, die einen ergänzenden Hartz IV-Bezug notwendig machen. Ein allgemeiner gesetzlicher Mindestlohn ist vom Tisch. Das Bildungspaket verschleiert, dass die Regelleistungen für Kinder von Hartz IV-Beziehenden beschämend niedrig sind und keine Teilhabe – nicht einmal eine gesunde Ernährung – ermöglichen, geschweige denn absichern. Auch die zu erwartenden Ergebnisse bei der Leiharbeit werden für einen großen Teil der Leiharbeiter keinen gleichen Lohn für gleiche Arbeit bringen. SPD und Grüne sind in der Hartz IV-Logik von Entwürdigung und Repression gefangen. Den Ausweg wird wohl am Ende wieder das Bundesverfassungsgericht weisen müssen."

Antworten Zuletzt bearbeitet am 03.02.2011 14:37.
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