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Grüner Rückenwind für Merkel - polis-Presseschau

von polis am 26.06.2011 09:56




Presseschau vom 26.06.2011



Das war knapp. Die Parteispitze warb mit Nachdruck für die Zustimmung zum Atomausstieg von Schwarz-Gelb


Grüner Rückenwind für Merkel

Die Grünen werden am kommenden Donnerstag der schwarz-gelben Atomgesetz-Novelle für einen schrittweisen Atomausstieg bis 2022 zustimmen. Auf ihrem gestrigen Sonderparteitag stimmten die Delegierten mit knapper Mehrheit für den Antrag des Bundesvorstandes. Die ursprüngliche Grünen-Forderung eines Ausstieges bis 2017 ist damit vom Tisch. Umweltverbände reagieren enttäuscht und empört.





fr-online.de

Regierungstauglichkeit sticht reine Lehre


... Der deutsche Atomausstieg kommt endgültig und unumkehrbar in den nächsten elf Jahren. Und nicht, wie die Regierung im Herbst beschloss, erst 2040. Dafür werden die Grünen am Donnerstag im Bundestag sorgen. Das ist die Botschaft, die vom Sonderparteitag der Ökopartei ausgeht - jedenfalls nach Lesart ihrer Spitzenfunktionäre. ...




faz.net

Grüne für schwarz-gelbes Atomgesetz

... Zuvor hatte die Parteispitze mit Nachdruck für die Zustimmung zum Atomausstieg von Schwarz-Gelb geworben. Das Gesetz sei auch ein Erfolg der Grünen, sagte Parteichefin Claudia Roth am Samstag unter starkem Beifall der Delegierten. Die Partei sei trotz aller Unterschiede vereint in dem Wunsch „raus aus der Atomkraft - rein ins solare Zeitalter“, rief Roth den Delegierten zu. ...




spiegel.de

Die Dafür-Partei folgt ihrer Führung

Die Debatte war hitzig, die Emotionen schlugen hoch - und am Ende siegte die Parteiräson. Willkommen bei den neuen Grünen, die bei einem Sonderparteitag den Atomausstieg der Merkel-Regierung billigten. Der Führung gelang es, mit einer Doppelstrategie den Aufstand der Basis abzuwenden. ...




taz.de

Stimmen für und gegen "Merkel-Murks"

... Der Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag, Gregor Gysi, warf dagegen den Grünen Verrat an ihren eigenen Zielen vor. Technisch machbar wäre die Abschaltung schon 2014 oder, wie die Grünen meinen, 2017, sagte Gysi. Indem die Grünen dem von der Regierung geplanten Ausstieg bis 2022 zustimmen, wollten sie sich als koalitionsfähig für die Union erweisen, nähmen damit aber eine längere Laufzeit in Kauf. Außerdem hätten die Grünen auf die Aufnahme des Verbots der Nutzung des Atomstroms ins Grundgesetz bestehen müssen, sagte Gysi. Ein "sinnloses darum Bitten" bringe nichts. ...


Foto: faz.net/dpa

Antworten Zuletzt bearbeitet am 26.06.2011 09:59.

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SPD-Vize Kelber bezeichnet den Gesetzentwurf zu den Erneuerbaren Energien als eine "Katastrophe"

von polis am 25.06.2011 19:17




SPD-Vize Kelber bezeichnet den Gesetzentwurf zu den Erneuerbaren Energien als eine "Katastrophe"


Kelber

Berlin (ots) - Berlin - Der SPD-Fraktionsvize Ulrich Kelber hält den Regierungsentwurf für das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) "für eine Katastrophe". Das Argument von Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU), dass eine längere Beratungszeit für das Gesetzeswerk lediglich die Lobbyisten auf den Plan rufen würde und nun das "Momentum genutzt werden müsse", hält Kelber für abwegig: "Selbstmord aus Angst vor dem Tod ist keine gute Strategie." Kelber sagte dem Berliner "Tagesspiegel am Sonntag": "Der EEG-Entwurf ist ein ebenso großer Fehler wie die Laufzeitverlängerung im vergangenen Herbst." Seine Hauptkritik richtet sich dagegen, dass der Regierungsentwurf "die Macht an die großen Energiekonzerne abtritt". Denn eine höhere Förderung sei lediglich für Offshore-Windparks vorgesehen.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 25.06.2011 19:18.

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SPD-Abgeordnete wollen Papst-Rede boykottieren

von polis am 25.06.2011 14:13




SPD-Abgeordnete wollen Papst-Rede boykottieren und geben Papst Mitschuld an Unterdrückung und Ausbeutung von Millionen Menschen



Düsseldorf / Berlin (rdp/ots) - Mehrere Bundestagsabgeordnete der SPD wollen offenbar die Rede von Papst Benedikt XVI. am 22. September im Bundestag boykottieren und eine Erklärung veröffentlichen, in der sie dem Oberhaupt der Katholischen Kirche "Missionierung" und eine Mitschuld an der Unterdrückung von Millionen Menschen vorwerfen. Das geht aus dem Textentwurf des SPD-Bundestagsabgeordneten Rolf Schwanitz hervor, der der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post" (Samstagausgabe) vorliegt. "Wir lehnen die dem Papst eröffnete Möglichkeit einer Rede vor dem Bundestag ab und werden uns an diesem Ereignis nicht beteiligen", heißt es darin. Die Rede des Papstes sei mit dem "Grundsatz der religiösen Neutralität des Staates unvereinbar". Der Bundestag werde als "schmückendes Beiwerk" missbraucht. Das Parlament sei aber kein Ort der "religiösen Missionierung", schreibt Schwanitz in der Erklärung, die an 146 Abgeordnete mit der Bitte um Unterzeichnung verschickt wurde. In dem Anschreiben betont der Sprecher der Arbeitsgruppe "Laizisten in der SPD", dass "weitere Mitglieder der SPD-Bundestagsfraktion nicht bereit sein werden, als Auditorium für die Plenarrede des Papstes zur Verfügung zu stehen". Mit dem Papst trete zum ersten Mal ein Gast an das Rednerpult, der die "Mehrheit der Deutschen für verdammungswürdig hält". Mehr als zwei Drittel der Deutschen, die sich gegen den katholischen Glauben entschieden hätten, würden "stigmatisiert". Der Papst sei der "letzte absolute Monarch" in Europa und trage mit seinen Auffassungen, etwa zu Frauenrechten und Empfängnisverhütung, die Mitschuld "an der bisher global nicht gestoppten Aids-Epidemie sowie an der Unterdrückung, Ausbeutung und Stigmatisierung von Millionen Menschen".

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Das schreckliche Ende

von polis am 25.06.2011 12:40




Westdeutsche Zeitung: Das Aus für die WestLB und die Folgen - Das schreckliche Ende
Ein Kommentar von Frank Uferkamp

Düsseldorf / Berlin (rdp/ots) - Ein Schrecken ohne Ende oder ein Ende mit Schrecken - diese Wahl hatten die Eigentümer der WestLB. Herausgekommen ist ein schreckliches Ende. Denn viele tausend Arbeitsplätze sind in Gefahr. Vor allem aber wird der Steuerzahler in eine milliardenschwere Geiselhaft für die verfehlte Unternehmenspolitik und die völlig unzulängliche Kontrolle durch die Eigentümer genommen. Denn es ist noch lange nicht vorbei: Auch im Jahr 2030 könnten die Folgekosten aus den Fehlentscheidungen von 2001 bis 2005 den Landesetat massiv belasten. Mit den vielen Milliarden werden Altlasten bezahlt. Für die Investitionen in die Zukunft fehlen sie.

Immerhin ist es den Eigentümern gelungen, sich auf ein Ausstiegsszenario zu einigen. Das ist aber weniger der eigenen Erkenntnis geschuldet, sondern auf den immensen Druck aus Brüssel zurückzuführen. Dort hat man bereits vor Jahren erkannt, was die WestLB war: Ein tönerner Riese, eine Landesbank ohne Geschäftsmodell, subventioniert vom Staat, in Teilen zu einer Zockerbude verkommen. In Düsseldorf wollten das lange Zeit weder die Politik noch die Sparkassen wahrhaben. Lieber sonnte man sich im Glanze, Mitbesitzer eines Instituts zu sein, das zeitweise gleich hinter der Deutschen Bank rangierte. Das gab die Bilanzsumme her, nicht aber das Geschäftsmodell.

Wetten auf VW-Aktien, Finanzierung von britischen TV-Verleihern oder Ölpipelines in Südamerika - kein Rad schien zu groß für die Landesbanker, die sich gerne an den Finanzplätzen in London und Hongkong tummelten. Finanziert haben das die Sparer und Steuerzahler unter anderem aus Castrop-Rauxel und Wuppertal, gebilligt haben das die Politiker und Sparkassenvorstände in den Aufsichtsgremien. Dieser Skandal währte mehr als sieben Jahre, einen richtigen Schlussstrich zog erst die Bankenkrise. Da flog alles auf.

Nun gibt es nur Verlierer. Und dazu zählen auch all jene Mitarbeiter, die in den vergangenen Jahren treu und loyal ihre Arbeit gemacht und angesichts der Turbulenzen an der Spitze nur die Faust in der Tasche geballt haben. Die Geschichte einer einstmals stolzen Bank wird nun zu Ende gehen. Es ist eine besonders traurige. Und sie ist peinlich: für die Politik, aber auch für die NRW-Sparkassen.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 25.06.2011 12:42.

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Mit Angie marschieren? - polis-Presseschau

von polis am 25.06.2011 10:43




Presseschau vom 25.06.2011



Atomkraft? Jein danke: Sind die Grünen im Ausstieg zu inkonsequent?


Mit Angie marschieren?

Der heutige Sonderparteitag der Grünen verspricht Hochspannung. Die grüne Basis soll entscheiden, ob die Partei der Atomgesetz-Novelle von Angela Merkel zustimmt oder eben nicht. Die Parteiführung ist dafür. Viele Delegierte und auch Abgeordnete sind dagegen. Greenpeace und andere Umweltverbände sehen die Glaubwürdigkeit der Grünen auf dem Spiel. Mit Angie marschieren, oder ausschwenken?





fr-online.de

Argumente von Bescheuerten für Bescheuerte

Claudia Roth beschwört die Basis auf ein erfolgreiches Atom-Ausstiegskonzept: „Wir wären doch bescheuert, wenn wir uns diesen Erfolg wegdefinieren würden“. Stephan Hebel liefert Argumente von Bescheuerten für Bescheuerte. ...




faz.net

Die Grenzen des Ehrgeizes

... Die Forderungen könnten gegensätzlicher kaum sein, die vor dem Sonderparteitag der Grünen sowohl innerhalb der Partei als auch aus den Umweltschutzverbänden in ihrer Umgebung erhoben werden: Zustimmung oder Nichtzustimmung zu der Atomgesetz-Novelle der Bundesregierung. In einem merkwürdigen Kontrast dazu stehen die allseitigen Bekundungen, man sei sich in der Beurteilung der Lage weitestgehend einig – von 80, 90, gar 95 Prozent Übereinstimmung ist die Rede. ...




spiegel.de

Stunde der Wahrheit für die Dagegen-Partei


Die einen wollen Merkels Atomgesetz zustimmen, die anderen fordern einen radikaleren Kurs: Der Streit über das grüne Ja zum schwarz-gelben Ausstieg stört die Euphorie über das Umfragehoch. Kurz vor dem Sonderparteitag wirbt die Parteiführung für einen Konsens - aber die Basis ist unberechenbar. ...




taz.de

Greenpeace-Chefin gegen Grüne


... Unmittelbar vor der Entscheidung der Grünen zur Atompolitik haben Umweltverbände die Partei heftig attackiert. "Fukushima hat die Sicherheitsbewertung der Kanzlerin verändert, aber offenbar nicht die der Grünen", schreibt Greenpeace-Geschäftsführerin Brigitte Behrens im "Streit der Woche" der sonntaz. Es gebe keinen Grund, "diesem unverantwortlich langsamen Ausstieg zuzustimmen". Auch der BUND sieht die Glaubwürdigkeit der Partei gefährdet. ...

Foto: taz.de/dpa

Antworten Zuletzt bearbeitet am 25.06.2011 10:44.

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... weitreichenden Schaden genommen

von polis am 24.06.2011 19:09




Neues Deutschland: zum Parteitag der Grünen

Berlin (rdp/ots) - Ganz gleich, wie die Grünen auf ihrem Sonderparteitag am Samstag über ihre Haltung zum schwarz-gelben Atomgesetz entscheiden werden, die Beziehung zur Anti-AKW-Bewegung hat in jedem Fall weitreichenden Schaden genommen. Der Leitantrag des Bundesvorstandes, der sich für die Zustimmung zu den Ausstiegsplänen bis zum Jahr 2022 ausspricht, ohne den Atomausstieg im Grundgesetz zu verankern, hat den Atomkraftgegnern vor Augen geführt, dass die Grünen-Spitze im Kampf für eine schnelle und rechtssichere Energiewende kein verlässlicher Bündnispartner ist. AKW-Gegner hatten den Grünen Verrat an den bisherigen Positionen, etwa dem Atomausstieg bis zum Jahr 2017, vorgeworfen. Zurecht, denn der Parteivorstand hat bisher nur fadenscheinige Argumente für seinen Kurswechsel vorgebracht. Kanzlerin Angela Merkel dürfe sich den Ausstieg nicht allein auf die Fahnen schreiben, es müsse einen breiten Konsens im Bundestag geben und für einen Antrag, den Atomausstieg im Grundgesetz festzuschreiben, sei nicht genügend Zeit, meinen Spitzenpolitiker der Grünen. Der Ausstieg bis 2017 sei wünschenswert, aber mit der jetzigen Bundesregierung nicht verhandelbar. Der Opportunismus der Parteiführung macht deutlich: Die Grünen wollen um jeden Preis nach der Bundestagswahl 2013 zurück an die Macht. Auf die Unterstützung von Anti-AKW-Organisationen soll dabei offenbar verzichtet werden. Auch mit seiner Atompolitik bemüht sich der Grünen-Vorstand vielmehr um Wähler aus dem bürgerlichen Lager. Wenn ihr Stimmungshoch anhält, könnten sich die Grünen 2013 sogar aussuchen, mit wem sie regieren wollen. Entweder mit der SPD oder mit der Union.

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Sie liefern

von polis am 19.06.2011 19:57




Die Berliner Zeitung zu den Steuervorschlägen der FDP:

Berlin (rdp). Neue Themen wollte der jungdynamische Rösler anpacken, die Bildungspolitik beispielsweise. Schrittmacher der schwarz-gelben Koalition wollte die FDP ab sein, die Freien Demokraten werden jetzt "liefern", so versprach es der Parteichef. Stattdessen erlebt man in diesen Woche eine Partei, die angesichts dramatisch sinkender Umfragewerte erneut auf die klassischen FDP-Themen setzt, um wenigstens die liberale Stammklientel als Wähler zu retten. Dabei geht es nicht nur um die Forderung nach raschen Steuersenkungen noch in dieser Wahlperiode. Rösler versuchte zudem im Interesse der Industrie, den Atomausstieg zu strecken. Auch war er es, der ein Atomkraftwerk als "Kaltreserve" ins Gespräch brachte. Gesundheitsminister Daniel Bahr umschmeichelt derweil die Ärzte und schafft gegenwärtig die gesetzliche Basis dafür, dass die niedergelassenen Mediziner und die Zahnärzte in den kommenden Jahren deutliche Honorarsteigerungen bekommen können. So sieht also die neue FDP aus - genauso wie die alte.

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Deutsche Burschenschaft nimmt Stellung zu Vorwürfen

von polis am 15.06.2011 20:46




Deutsche Burschenschaft nimmt Stellung zu Vorwürfen


Burschenschafter: Sind chinesische Eltern ein Makel?

Eisenach/Berlin (rdp/ots) - Zu dem rufschädigenden Artikel auf "Spiegel Online" und in anderen Medien über die Deutsche Burschenschaft, nimmt die Vorsitzende Burschenschaft, die Münchener Burschenschaft Arminia-Rhenania, wie folgt Stellung. Der Sprecher der Deutschen Burschenschaft, Stefan Dobner, erklärt dazu:

Die heute auf "Spiegel Online" aufgetauchten Vorwürfe gegen die Deutsche Burschenschaft und das interne Rechtsgutachten bezüglich der Aufnahmebedingungen von Neumitgliedern sind ideologisch überzogen. Innerhalb des Verbands werden das Gutachten und darauf begründete Anträge zum Burschentag kritisch gesehen und bereits im Vorfeld des Burschentages kontrovers diskutiert. Jedoch ist der Vorwurf, es handele sich gleichsam um die Einführung eines "Arierparagraphen" überzogen, faktisch falsch und kommt Rufmord gleich. Das Gutachten orientiert sich an dem in der Bundesrepublik über Jahrzehnte geltenden Abstammungsprinzip - dem ius sanguinis. Dieses Prinzip gilt heute noch der Schweiz, in Israel sowie in den meisten EU-Staaten wie Österreich. Das Rechtsgutachten trägt somit auch den Mitgliedsvereinigungen in der Republik Österreich und der dortigen Rechtsauslegung Rechnung.

Die Deutsche Burschenschaft mit Rassismus in Verbindung zu bringen entbehrt jeder Grundlage. Die Prinzipien der Deutschen Burschenschaft verpflichten jeden Burschenschafter zur Achtung der Würde jedes Menschen als Grundlage unserer Verfassung. Die Deutsche Burschenschaft steht unverbrüchlich in der freiheitlich-demokratischen Tradition der Revolution von 1848 und wird sich weiterhin für Meinungsfreiheit, Demokratie und Selbstbestimmung einsetzen, wie es ihre Verfassung von jedem Mitglied fordert."


Hier gehts zum spiegel-onlie-Artikel auf den sich die Erklärung bezieht:
zum Artikel

Foto: spiegel-de/ap

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Entwicklungszusammenarbeit wird neoliberaler Marktlogik geopfert

von polis am 15.06.2011 16:18




Entwicklungszusammenarbeit wird neoliberaler Marktlogik geopfert


Movassat

Berlin (rdp). „Indem sie die Entwicklungszusammenarbeit einer Privatisierungs- und Marktlogik unterwirft und ihre Verantwortung gegenüber Afrika an die deutsche Privatwirtschaft überträgt, stiehlt sich die Bundesregierung aus der Verantwortung. Die Bedürfnisse der Menschen in Afrika spielen nur dann eine Rolle, wenn sie den Interessen der deutschen Privatwirtschaft dienlich sind“, so Niema Movassat, Mitglied im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, anlässlich der Verabschiedung des Gesamtkonzepts für Afrika durch das Bundeskabinett. Movassat weiter:

Allein die Verschiebung der Schwerpunkte weg von der bis dato zentralen Armutsbekämpfung hin zu Sicherheit, Energie, Rohstoffen und Wirtschaft zeigt, dass nicht die Entwicklung des afrikanischen Kontinents im Sinne der Afrikanerinnen und Afrikaner im Vordergrund steht, sondern Afrika nach wie vor als Rohstofflager gesehen wird. Alles soll sich dem Ziel der Schaffung von möglichst optimalen Investitionsbedingungen für die deutsche Wirtschaft unterordnen. Zu Zwecken einer längst überholten neoliberalen Privatisierungs- und Marktlogik opfert die Bundesregierung die Ziele der Entwicklungszusammenarbeit bis hin zur Selbstabschaffung des Instruments.

Wenn die Bundesregierung ihre entwicklungspolitische Glaubwürdigkeit nicht endgültig verlieren möchte, muss sie sich wieder auf einzelne wichtige Beiträge - wie den Gesundheitsbereich - konzentrieren. Kohärenz deutscher Afrikapolitik darf nicht bedeuten, dass sich die Entwicklungspolitik der deutschen Außen-, Wirtschafts- und Sicherheitspolitik und den wirtschaftlichen Interessen deutscher Großkonzerne unterordnet. Armutsbekämpfung und Friedensförderung müssen vorrangige Aufgaben deutscher Entwicklungspolitik bleiben. Ergänzt werden sollten sie durch die Förderung eigenständiger Entwicklungswege. Auf diese Ziele müssen sich in einer kohärenten Strategie alle anderen Politikfelder verpflichten.

Skandalös ist auch die höchst umstrittene Verknüpfung von sicherheits-, wirtschafts- und entwicklungspolitischen Themen. Deutsche Wirtschaftsinteressen auch militärisch abzusichern ist heute klare Strategie der Bundesregierung. Dies hat erst letzte Woche die Vereinbarung zwischen der staatseigenen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GIZ und der Bundeswehr über eine engere Koordination von Entwicklungshelfern und Militär in den gemeinsamen Einsatzgebieten gezeigt.“

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Nationaler Aktionsplan enttäuschend mutlos

von polis am 15.06.2011 16:03




Nationaler Aktionsplan enttäuschend mutlos



Berlin (ots) - Zur heutigen Beratung des Bundeskabinetts über den Nationalen Aktionsplan zur UN-Behindertenrechtskonvention erklärt SoVD-Präsident Adolf Bauer:

Der Nationale Aktionsplan ist in seiner jetzigen Form enttäuschend mutlos, denn er ist nicht strategisch ausgerichtet und muss sich die Bezeichnung Plan erst noch verdienen. Es ist augenscheinlich, dass nur vereinzelte gesetzgeberische und damit tiefgreifende Maßnahmen vorgesehen sind. Reiner Aktionismus reicht aber nicht aus, um die in der Konvention festgeschriebenen Menschenrechte in Deutschland zu verwirklichen. Notwendig ist vielmehr ein starkes Signal des Aufbruchs. Dazu braucht es eine Gesamtstrategie, die verbindliche Ziele festlegt. Insbesondere in den Bereichen Bildung und Arbeit ist ein strukturelles Herangehen geboten. Der SoVD fordert die an den nun erforderlichen parlamentarischen Beratungen beteiligten Akteure dazu auf, den vorliegenden Entwurf zu überarbeiten und die Chance für eine Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention nicht zu vergeben."

Antworten Zuletzt bearbeitet am 15.06.2011 16:03.
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