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Preisschwankungen für Nahrungsmittel verschärfen den Hunger in der Welt
von redaktion am 11.10.2011 14:17
Preisschwankungen für Nahrungsmittel verschärfen den Hunger in der Welt
In 26 Ländern bleibt Hungersituation kritisch
Die Welthungerhilfe bot heute auf einem Marktstand in Berlin Lebensmittel zu besonderen Preisen an. Das Brot kostete 29,95 Euro und der Beutel Kartoffel 49,45 Euro. Diese Summen müssten die Verbraucher in Deutschland bezahlen, um die Preissteigerungen bei Nahrungsmitteln in gleichem Maße zu spüren wie die Menschen in Entwicklungsländern. Dort geben die Familien bis zu 70 Prozent ihres monatlichen Einkommens für Nahrungsmittel aus. In Deutschland sind es nur etwa 12 Prozent. Die Folgen der hohen Preisentwicklung zeigt der Welthunger-Index, der heute von der Welthungerhilfe veröffentlicht wurde. Foto: obs/Deutsche Welthungerhilfe e.V.
Berlin (rdp) - Die starken Schwankungen sowie die derzeitigen Rekordhöhen bei den Nahrungsmittelpreisen verschärfen den Hunger und die Armut weltweit. Die Menschen in den Entwicklungsländern, die rund 70 Prozent ihres Einkommens für Nahrungsmittel ausgeben, müssen mit gefährlichen Anpassungsstrategien diese Preissteigerungen ausgleichen. Darauf hat Bärbel Dieckmann, Präsidentin der Welthungerhilfe, bei der Vorstellung des Welthunger-Index 2011 hingewiesen. "Nicht nur die Familien in den Städten sondern auch die Menschen, die auf dem Land leben und Nahrungsmittel produzieren, leiden stark unter den hohen Preisen. Die Familien schicken die Kinder nicht mehr in die Schule, sparen an den Gesundheitskosten und reduzieren ihre Mahlzeiten so weit, dass die Mangelernährung bei Kindern wieder steigt", beklagt Dieckmann. Zum Vergleich: In Deutschland geben die Haushalte nur etwa zwölf Prozent des Einkommens für Nahrungsmittel aus. Um die Preissteigerungen in gleichem Maße wie die Menschen in den Entwicklungsländern zu spüren, müsste ein Brot somit fast 30 Euro und der Beutel Kartoffeln 50 Euro kosten.
Der Welthunger-Index untersucht in diesem Jahr die Ursachen und Folgen der hohen Preisentwicklung der letzten Jahre. Wichtigste Aussage: Die steigende Verwendung von Agrarprodukten zur Herstellung von Treibstoff, die Auswirkungen des Klimawandels in Form von extremen Wetterverhältnissen sowie ein Anstieg der Preisspekulation an den Agrarmärkten sind die wichtigsten Gründe dafür, dass die Preise in den letzten Jahren immer wieder neue Rekordhöhen erreichen und starken Schwankungen ausgesetzt sind.
Dieckmann fordert zu einem Umdenken bei Agrartreibstoffen und Börsenspekulationen auf. "Wir müssen die Subventionen und Beimischungsquoten überdenken, um nicht zwischen Teller oder Tank entscheiden zu müssen. Gleichzeitig müssen die Aktivitäten auf den Nahrungsmittelmärkten transparenter werden und neue Grenzen für exzessive Spekulationen gezogen werden", betont Dieckmann.
Der Welthunger-Index wird zum sechsten Mal zusammen mit dem International Food Policy Research Institute (IFPRI) in Washington zeitgleich in Washington, London, Nairobi und Dushanbe veröffentlicht. Die wichtigsten Ergebnisse zur Hungersituation:
In 26 Ländern ist die Hungersituation sehr ernst oder sogar gravierend. Der WHI-Wert ist zwar weltweit seit 1990 gesunken, aber insgesamt bleibt das Niveau ernst. Die größten Fortschritte gab es in Südostasien sowie Lateinamerika. Die Länder mit den schlechtesten Werten liegen überwiegend in Afrika: Burundi, Kongo, Eritrea und der Tschad. Insgesamt leiden immer noch 925 Millionen Menschen weltweit unter Hunger.
Der Bericht fordert den Aufbau einer Nahrungsmittelreserve sowie von aktuellen Datenbanken zu den weltweiten Nahrungsmittelmärkten. "Die Preistrends der letzten Jahre wurden auch durch einen Mangel an verlässlichen und aktuellen Informationen über Angebot und Nachfrage hervorgerufen", erklärt Klaus von Grebmer, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit von IFPRI, die wichtigsten Ergebnisse.
Zeigt her eure Socken
von redaktion am 11.10.2011 10:51
Zeigt her eure Socken
Schweizer und Franzosen tragen Socken am längsten, Deutsche besitzen am meisten

Zürich (ots) - Das tägliche Wechseln der Socken hängt stark von der Nationalität ab. Dies zeigt eine internationale Repräsentativumfrage des Socken-Abo-Erfinders BLACKSOCKS in sechs europäischen Ländern, durchgeführt von GfK Switzerland. Dabei fallen die Schweizer und die Franzosen in punkto Sockensauberkeit negativ auf. Nur 7 von 10 Männern wechseln dort ihre Socken täglich. Die Italiener zwar auch, dort aber wechselt zusätzlich noch jeder zehnte seine Socken mehrmals täglich. Und dies, obwohl die Italiener zusammen mit den Franzosen am wenigsten Socken besitzen. Die Deutschen und die Österreicher besitzen die meisten Socken.
Auch wenn Frankreich und die Schweiz berühmte Käseländer sind, kann man nur hoffen, dass der Geruch nicht allzu streng ist, der aus den Schuhen von französischen und Schweizer Männern strömt. Diese tragen ihre Socken nämlich am längsten. Eine repräsentative Umfrage bei insgesamt über 3000 Personen in der Schweiz, Deutschland, Österreich, Frankreich, Italien und Grossbritannien bringt nicht nur stinkende Tatsachen, sondern auch andere Fakten rund um die Socken ans Licht.
Befragt wurden in der Schweiz, Deutschland, Österreich, Frankreich, Italien und Grossbritannien jeweils rund 500 Männer und Frauen, welche einem repräsentativen Abbild der Landesbevölkerung entsprechen. Die Umfrage durchgeführt hat das Marktforschungsinstitut GfK Switzerland im Auftrag von BLACKSOCKS. Die Online-Befragung fand in den ersten zwei Septemberwochen 2011 statt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden unter anderem danach gefragt, wie viele Socken sie besitzen und wie häufig sie ihre Socken wechseln.
Drei Viertel wechseln Socken täglich
77 Prozent aller Befragten (Männer und Frauen) haben angegeben, ihre Socken täglich zu wechseln. Mehr als drei Viertel klingt nicht schlecht, aber was ist mit dem restlichen Viertel? Zum Glück haben immerhin 5 Prozent aller Befragten angegeben, dass sie ihre Socken mehrmals täglich wechseln. Der Rest wechselt weniger häufig: 11 Prozent wechseln alle 2 Tage, 4 Prozent gerade mal noch alle 3 Tage. Glück gehabt: Nur 1 Prozent wechselt die Socken ein Mal pro Woche oder noch weniger häufig. Samy Liechti, Geschäftsführer von BLACKSOCKS traut den Angaben der Befragten bei dieser Frage nicht so ganz: «Gut möglich, dass bei dieser Frage einige geschummelt haben und eine kürzere Tragedauer angegeben haben. Man will ja schliesslich nicht als Grüsel da stehen. Dies bedeutet wohl, dass in den Schuhen unter Umständen ein strengerer Geruch herrscht als man offiziell zugeben will.»
Deutsche und Engländer sind Socken-Saubermänner
Betrachtet man nur die Männer, ist die Zahl der Wechselmuffel deutlich höher: Nur 73 Prozent der Männer wechseln ihre Socken jeden Tag, bei den Frauen sind es deutlich mehr, nämlich 80 Prozent.
Schweizer Männer wechseln nur zu 70 Prozent ihre Socken täglich, bei den Franzosen sind es sogar nur deren 66 Prozent! Auch bei den Italienern wechseln nur 70 Prozent ihre Socken täglich. Die Zahl ist aber nicht so tief, weil die Italiener sockenwechselfaul sind - im Gegenteil: Italiener sind wechselfreudiger: 10 Prozent der italienischen Männer wechseln mehrmals täglich ihre Socken. Rekord! Deutsche und Briten zeigen Disziplin und wechseln mit je 78 Prozent am häufigsten ihre Socken jeden Tag.
Schweiz auf Platz 1 beim «Grüselindex»
BLACKSOCKS hat anhand der durchschnittlichen Sockentragedauer einen «Grüselindex» erstellt: Erster Platz und damit höchste Wahrscheinlichkeit für stinkende Socken: Schweiz, zweiter Platz Frankreich, Bronze geht an Grossbritannien. Danach folgen Deutschland, Italien und Österreich. «Offenbar reicht die sprichwörtliche Schweizer Sauberkeit nicht bis zu den Männersocken», meint Liechti lakonisch. Übrigens: Frauen ziehen generell häufiger frische Socken an als Männer.
Italiener besitzen am wenigsten Socken
Ein Grund für das weniger häufige Wechseln könnte ja sein, dass nicht genügend Socken vorhanden sind. Bei den französischen Männern stimmt diese Vermutung. Sie besitzen nämlich im Ländervergleich am zweit wenigsten Socken: Im Durchschnitt nennen die Franzosen 17 Paar ihr Eigen. Aber der Zusammenhang mit der Menge an Socken und dem Wechseln stimmt schon bei den Italienern nicht mehr: Sie besitzen nämlich mit nicht einmal ganzen 17 Paar noch weniger Socken als die Franzosen, trotzdem wechseln sie am häufigsten mehrmals täglich ihre Socken. 8 von 10 Italiener wechseln ihre Socken mindestens ein Mal täglich, bei den Franzosen und den Schweizern sind es nur jeweils 7 von 10.
Eher knapp an Socken sind die Briten: Sie besitzen im Durchschnitt 19 Paar. Bei den Deutschen dagegen stimmt der Zusammenhang von häufigem Wechsel und vielen Socken: Die deutschen Männer besitzen mit durchschnittlich 24 Paar am meisten Socken, gefolgt von den Österreichern mit 23 Paar. Zum Vergleich: Schweizer Männer besitzen 22 Paar Socken, aber die gut gefüllte Sockenschublade motiviert offensichtlich nicht gerade zum häufigeren Wechsel.
Dabei ist der Nachschub an sauberen Socken so einfach: Direkt übers Internet bei BLACKSOCKS.com bestellen und man ist die Socken-Sorgen los. Es gibt genügend Socken, um sie täglich zu wechseln und Nachschub kommt, wenn sie ihre Lebensdauer erreicht haben.
Schweizer Besonderheiten
Betrachtet man nur die Ergebnisse für die Schweiz, lassen sich ein paar interessante Details beobachten. Ein Röstigraben oder eher ein Käsegraben existiert nicht: In der Deutsch- und Westschweiz werden die Socken ungefähr gleich häufig gewechselt. Es sticht auch kein Landesteil bei der Anzahl Socken, die man sein Eigen nennt, besonders hervor. Interessant: Mit höherer Schulbildung steigt aber die Anzahl Socken, die man in der Schweiz besitzt. «Dies deckt sich mit Analysen aus den BLACKSOCKS-Kundendaten», weiss Samy Liechti: «Unsere Kunden sind in der Regel gut gebildete, gut verdienende Männer.» Die Bildung hat jedoch keinen nennenswerten Einfluss auf die Sockentragedauer bei den Schweizerinnen und Schweizern. «Ob Büezer oder Akademiker, sie alle tragen die Socken eher zu lang», konstatiert Liechti. Nach Einkommen betrachtet zeigt sich, dass Personen aus der tiefsten Einkommensklasse ihre Socken am längsten tragen.
Hingegen spielt das Alter bei der Wechselhäufigkeit beziehungsweise bei der Tragedauer eine Rolle: Jüngere Befragte wechseln ihre Socken häufiger als ältere Befragte. Die jüngste Altersgruppe (15-29 Jahre) wechselt übrigens in allen Ländern am häufigsten mehrmals täglich die Socken. «Nehmen wir uns also für einmal ein Vorbild an den Jungen. In punkto Sauberkeit gibt es nichts bei ihnen nichts zu bemängeln», so Liechti.
Datenreport 2011: Neuer Sozialbericht für Deutschland erschienen
von redaktion am 11.10.2011 10:38
Datenreport 2011: Neuer Sozialbericht für Deutschland erschienen
Wiesbaden / Berlin (rdp) - Der neue Datenreport 2011 berichtet über Themen, die als Indikatoren für Lebensqualität und gesellschaftliche Wohlfahrt ins Blickfeld der Politik gerückt sind. Dazu gehören neben der Verteilung von materiellem Wohlstand, Erwerbsarbeit, persönlicher und wirtschaftlicher (Un)Sicherheit auch Aspekte wie Gesundheit, Bildung, Umwelt, persönliche Aktivitäten, politische Partizipation und soziale Beziehungen.
Der Datenreport 2011, der heute auf einer gemeinsamen Pressekonferenz von Vertretern des Statistischen Bundesamtes (Destatis), des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB) und der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb in Berlin vorgestellt wurde, zeichnet ein differenziertes Bild der Lebensbedingungen in Deutschland. Er greift auf Zahlen und Fakten der amtlichen Statistik zurück und führt diese mit den Ergebnissen aus der sozialwissenschaftlichen Forschung zusammen. In mehr als 40 Beiträgen wird über die objektiven Lebensverhältnisse und das subjektive Wohlbefinden der Bürgerinnen und Bürger umfassend und detailliert berichtet. Erstmals wird auch der Zusammenhang von Gesundheit und sozialer Ungleichheit dargestellt sowie über die Einstellungen zur Rolle der Frau informiert.
Der Datenreport erscheint seit 1985 regelmäßig alle zwei Jahre. Herausgeber sind das Statistische Bundesamt, die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb und das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB), in der aktuellen Ausgabe unterstützt vom Sozio-oekonomischen Panel (SOEP).
Der Datenreport steht im Internetangebot des Statistischen Bundesamtes (www.destatis.de) und des Wissenschaftszentrums Berlin (www.wzb.eu/de) kostenfrei als Download zur Verfügung. Die Buchausgabe ist bei der bpb (www.bpb.de/publikationen) gegen eine Bereitstellungspauschale erhältlich.
Grünen-Chef will Bankenhilfe an schärfere Regulierung knüpfen
von redaktion am 11.10.2011 10:19
Grünen-Chef will Bankenhilfe an schärfere Regulierung knüpfen
Özdemir
Düsseldorf / Berlin (rdp) - Der Bundesvorsitzende der Grünen, Cem Özdemir, hat weitere Verstaatlichungen von Banken und eine Regulierung der Finanzmärkte für den Fall eines europäischen Bankenrettungsprogramms gefordert. "Wenn der Staat den Banken kräftig unter die Arme greift, dann mit Mitspracherechten und staatlicher Beteiligung. Eine Bankenrettung II kann es nur begleitet mit einer wirksamen und längst überfälligen Regulierung des Banken- und Finanzsektors geben", sagte Özdemir der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post" (Dienstagausgabe). Ansonsten werde die abermalige Bankenrettung "bloß die Ouvertüre zur nächsten sein", sagte Özdemir. Auch die Einführung einer Finanztransaktionssteuer müsse von Deutschland und Frankreich im Euro-Raum forciert werden, betonte der Grünen-Politiker. "Es kann nicht sein, dass die Banken die Profite einstreichen, während die Allgemeinheit die Risiken tragen soll. Die Fehler der Bankenkrise 2008 dürfen nicht wiederholt werden."
Die Bayern warns - polis-Presseschau
von redaktion am 11.10.2011 08:57
Presseschau vom 11.10.2011
Bayerns Innenminister Herrmann: Blamiert vom CCC
Die Bayern warns
Der vom CCC identifizierte "Bundestrojaner" ist ein in Hessen programmiertes und in Bayern eingesetztes Schnüffelprogramm. Das Bundesministerium will mit der Sache nichts zu tun haben, ist jedoch um Aufklärung bemüht. Das will sogar die Kanzlerin. Das Ausmaß der schon seit Jahren stattfindenden Schnüffelpraxis des bayerischen Landeskriminalamtes beschäftigte schon im Februar Âdiesen Jahres das Landgericht Landshut. Mit dem Ergebnis der teilweisen Rechtswidrigkeit.
fr-online.de
Die Privaten hinter dem Bundestrojaner
... Die Enthüllungen des Chaos Computer Clubs über den offenbar ungesetzlichen Einsatz von Spionagesoftware durch Ermittlungsbehörden beunruhigen Datenschützer und Politik. Dokumente aus dem Bayerischen Justizministerium belegen, in welchem Ausmaß schon vor Jahren mit der Überwachung begonnen worden ist. ...
faz.net
Regierung verspricht Aufklärung
... Die Bundesregierung hat an diesem Montag umfassende und vollständige Aufklärung der Vorwürfe zugesagt, denen zufolge bei Sicherheitsbehörden des Bundes oder der Länder Spionage-Programme eingesetzt werden, deren Nutzung nicht im Einklang mit geltendemRecht und mit der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts stünden. ...
spiegel.de
Virenprogramme erkennen den Staatstrojaner
... Er kam aus Hessen, wurde in Bayern eingesetzt und taugte nicht viel - so viel ist über den am Wochenende enthüllten Staatstrojaner mittlerweile klar. Der vom Chaos Computer Club sezierte Schnüffler wird von Anti-Virus-Software längst erkannt. Doch auch andere Staatstrojaner sind im Einsatz. ...
taz.de
"Stets im rechtlichen Rahmen"
... Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und andere Politiker von Regierung und Opposition forderten unterdessen umfassende Aufklärung. Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) sprach sich für Untersuchungen auch auf Landesebene aus, um die Vorwürfe aufzuklären. In der kommenden Woche wird sich auf Antrag der SPD der Innenausschuss des Bundestages damit beschäftigen. Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar kündigte eine Überprüfung des Programms an. ...
Foto: spiegel.de/dpa
Bundestrojaner: Was ist privat?
von redaktion am 10.10.2011 11:04
Bundestrojaner: Was ist privat?
von polis-Gastautor Phlipp Freiherr von Brandenstein

von Brandenstein
"Despotisches Stückwerk" nennt selbst die kreuzkonservative FAZ den Bundestrojaner, mit dessen Einsatz die deutschen Ermittlungsbehörden wohl massiv gegen das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes verstoßen haben.
Dieses Instrument und eben auch sein Mißbrauch stellen eine traurige, aber letztlich logische Folge einer verfehlten und bürgerrechtsfeindlichen Innenpolitik unter den Ministern Schily, Schäuble und Friedrich dar. Diese Politik ist nun endgültig am Spagat zwischen Sicherheit und Freiheit gescheitert, den die erwähnten Minister wohl ohnehin nie mit Überzeugung versucht haben. Sie waren einseitig sicherheitsfixiert und haben einen geradezu beispiellosen Abbau von Freiheitsrechten vorangetrieben.
Personelle Konsequenzen zu ziehen, ist unabdingbar. Doch ein Bauernopfer wird hier nicht ausreichen. Nach 10 Jahren bedarf es eines Paradigmenwechsels in der Sicherheits-, Datenschutz- und Bürgerrechtspolitik. Als Leitmotiv kann die Einsicht von Benjamin Franklin dienen:"Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, der wird am Ende beides verlieren."
Der Fall deckt jedoch noch ein anderes Dilemma auf, wie mir ein Freund zu bedenken gab: Die PIRATEN, die sich Whistleblowing und totale Publizität auf die Fahnen geschrieben haben, werden über kurz oder lang eben den Spagat erklären müssen, warum einerseits fordern, dass jede als Mail verschickte Notiz eines Botschaftsmitarbeiters an sein Ministerium in die Öffentlichkeit gehört, private Daten "normaler" Bürger aber nicht. Die damit verbundene Frage ist daher eine philosophische, und die modernen Gesellschaften haben sie sich noch nicht einmal ansatzweise beantwortet: Was ist privat?
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Der Autor diente ab Anfang 2007 als Chief-of-Staff von Karl-Theodor zu Guttenberg in Berlin. Diesem folgte Brandenstein Ende 2008 als Leiter Strategie und Kommunikation in die Landesleitung der CSU. In dieser Funktion - verantwortlich für die Kampagnenführung der CSU - erstellte Brandenstein ein vertrauliches Strategiepapier, in welchem er gegen eine "Anti-Türkei-Kampagne" der CSU bei den Europawahlen 2009 Stellung nahm. Inzwischen ist Philipp von Brandenstein aus der CSU ausgetreten.
Ozapft is - polis-Presseschau
von redaktion am 10.10.2011 08:58
Presseschau vom 10.10.2011
Kollidiert oftmals mit Verfassungsvorgaben: das Programm zur Quellenüberwachung.
Ozapft is
Der vom ChaosComputerClub (CCC) analysierte "Bundestrojaner" ist ein durch und durch grundgesetzwidriges Spionagewerkzeug zur Ausspähung fremder Computer. Die Software wird von Ermittlern zur Überwachung von Telekommunikationsverbindungen eingesetzt. Nach den Bekanntgaben des CCC behauptet das Innenministerium den Trojaner bislang nicht eingesetzt zu haben. Politiker unterschiedlicher Parteien zeigen sich entsetzt, die Justizministerin ist "beunruhigt". Die Hacker vom CCC nennen die IT-Wanze sinnigerweise: "Ozapft is".
fr-online.de
Digitaler Lauschangriff
... Der Chaos Computer Club hat die Spionagesoftware des Bundes geknackt - und will festgestellt haben, dass sie mehr kann, als sie darf.. Der oberste Datenschützer Peter Schaar fordert ebenso wie FDP, Grüne und Piraten-Partei Aufklärung. Auch die Justizministerin ist beunruhigt. ...
faz.de
Innenministerium: Trojaner nicht eingesetzt
... Während sich Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) am Sonntag „beunruhigt" über eine angeblich von deutschen Ermittlungsbehörden eingesetzte Spionagesoftware geäußert hat, hob das Bundesinnenministerium hervor: „Das Bundeskriminalamt hat den in der heutigen Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung durch den ,Chaos Computer Club' (CCC) dargestellten sogenannten Trojaner nicht eingesetzt. Was auch immer der CCC untersucht hat oder zugespielt bekommen haben mag, es handelt sich dabei nicht um einen sogenannten Bundestrojaner", sagte ein Sprecher des Innenministeriums. ...
spiegel.de
Datenschützer prüfen staatliche Computer-Überwachung
... Der Chaos Computer Club hat staatliche Überwachungssoftware geknackt - und sorgt damit für Entsetzen. Bundesdatenschützer Peter Schaar will das Spähprogramm so schnell wie möglich untersuchen. Heftige Kritik an der IT-Wanze kommt auch von einem früheren Bundesverfassungsrichter. ...
taz.de
Offen wie ein Scheunentor
Der Chaos Computer Club (CCC) hat ein Computerprogramm analysiert, das offenbar von Ermittlungsbehörden eingesetzt wurde. Dabei haben sie erstaunliche Details entdeckt. ...
Foto: taz.de/dpa
Ernst verlangt Bankenverstaatlichung
von redaktion am 08.10.2011 10:30
Ernst verlangt Bankenverstaatlichung
Anti-Banken-Proteste nach US-Vorbild für das Frankfurter Bankenviertel angekündigt
Ernst
Leipzig / Berlin (rdp) - Für eine radikale Verstaatlichung der deutschen Banken hat sich der Vorsitzende der Linkspartei, Klaus Ernst, eingesetzt. Gegenüber der "Leipziger Volkszeitung" (Sonnabend-Ausgabe) sagte Ernst: "Bankenrettung heißt Bankenverstaatlichung." Er sei dafür, dass der Staat die Banken, die sich mit Staatsanleihen verspekuliert hätten, "zwangsweise mit Kapital versorgt und dafür auf Dauer Eigentümerrechte erwirbt". Es könne nicht sein, dass der Staat immer nur für die Verluste gerade stehe und die Gewinne in den Taschen der Banken landeten. "Mittelfristig muss der ganze Bankensektor unter öffentlich-rechtliche Kontrolle", verlangte Ernst. Der Links-Parteichef prophezeite in Deutschland ähnliche Anti-Banken-Proteste wie momentan in den USA: "Es wird bald auch in Deutschland Anti-Banken-Proteste nach amerikanischem Vorbild geben. Die Menschen haben es satt, dass für marode Banken Milliarden da sind und für sie nichts." Seine Partei, so Ernst, werde "schon bald zu einem ersten Aktionstag im Frankfurter Bankenviertel aufrufen".
Drei Frauen - polis-Presseschau
von redaktion am 08.10.2011 09:50
Presseschau vom 08.10.2011
Ellen Johnson-Sirleaf, Leymah Gbowee, Tawakkul Karman
Drei Frauen
Den diesjährigen Friedensnobelpreis erhalten drei Frauen zu gleichen Teilen. Ellen ÂJohnson-Sirleaf, erste gewählte Präsidentin eines afrikanischen Staates aus Liberia, die Menschenrechtlerin Leymah Gbowee ebenfalls aus Liberia sowie Tawakkul aus dem Jemen. Die drei Frauen setzen sich jeweils für mehr Rechte und Gerechtigkeit für Frauen unter jeweils sehr unterschiedlichen Voraussetzungen ein. Das Nobelpreiskomitee in Oslo ehrt damit weltweit das Engagement für all diejenigen, die sich gegen sexualisierte Gewalt gegen Frauen sowie Kriegsverbrechen starkgemacht haben.
fr-online.de
Drei Frauen bekommen den Friedensnobelpreis
... Drei Frauen der Demokratiebewegung in Afrika und der arabischen Welt erhalten den Friedensnobelpreis. Es sind die liberianische Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf, die Bürgerrechtlerin Leymah Roberta Gbowee, ebenfalls aus dem ehemaligen westafrikanischen Bürgerkriegsland Liberia, sowie Tawakkul Karman aus dem Jemen. Der Chef des Nobelpreis-Komitees, Thorbjørn Jagland, erklärte am Freitag in Oslo, die beiden Liberianerinnen hätten sich erfolgreich für die Beendigung des mehr als 13 Jahre wütenden Bürgerkriegs in ihrem Land eingesetzt. ...
faz.net
Friedensnobelpreis an drei Kämpferinnen für Frauenrechte
... Mit dem Friedensnobelpreis werden in diesem Jahr die liberianische Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf, deren Landsfrau Leymah Gbowee und die jemenitische Journalistin Tawakkul Karman ausgezeichnet. Mit ihr erhält auch eine Aktivistin der Arabellion die Auszeichnung. ...
spiegel.de
Die Schattenseiten der Strahlefrau
... Zwei afrikanische Frauen erhalten den Friedensnobelpreis, ein Signal für den Kontinent? Wohl kaum. Leymah Gbowee ist zu unbekannt - und Ellen Johnson-Sirleaf zu undurchsichtig. Die Präsidentin Liberias brachte ihrem Land Frieden, Straßen und Bildung, doch ihre Karriere hat auch düstere Kapitel. ...
taz.de
Danke, Oslo!
... Die beiden Liberianerinnen und die Jemenitin setzen sich mit ungeheurer Energie dafür ein, dass Frauen in Nachkriegsgesellschaften und in kriegsähnlichen Verhältnissen mehr Gehör finden. Und das unter völlig unterschiedlichen Voraussetzungen: Die eine ist ranghohe Politikerin, die zweite kämpft als Aktivistin für die Überwindung der Leiden, die der langjährige Krieg in ihrer Heimat hervorgerufen hat, die dritte mobilisiert in einem Land für Frauenrechte, in dem gerade jetzt die Waffen sprechen. Gemeinsam sind ihnen ihr Mut, ihre Klugheit und die Stärke, sich gegen die extrem gewalttätigen patriarchalen Verhältnisse in Liberia beziehungsweise Jemen aufzulehnen. ...
Foto: faz.net/dpa
"Segen verkauft man nicht"
von redaktion am 07.10.2011 10:46
"Segen verkauft man nicht"
Rheinische Landeskirche leitet Disziplinarverfahren gegen Jürgen Fliege ein
Fliege
Düsseldorf (ots) - Die Evangelische Kirche im Rheinland geht juristisch gegen den als Fernsehpfarrer bekannt gewordenen Jürgen Fliege vor. Nach Informationen der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post" (Freitagausgabe) hat das Landeskirchenamt die Einleitung eines Disziplinarverfahrens beschlossen. Der 64-jährige Fliege ist Pfarrer der Landeskirche im Ruhestand. Fliege war bereits früher in Konflikt mit der rheinischen Kirche geraten. Jüngst hatte er Unmut ausgelöst, indem er eine angeblich von ihm spirituell aufgeladene "Fliege-Essenz" bewarb und vertrieb. In die Flüssigkeit hatte er nach eigenen Angaben durch Gebete "Trost und Kraft" gesendet. "Segen verkauft man nicht", hieß es dazu aus der Landeskirche. Außerdem soll Fliege im Gespräch mit einem Brautpaar über dessen Trauung gesagt haben, Gott und Kirche seien "erst mal scheißegal"; es komme auf die Seele an. Nach Informationen der "Rheinischen Post" hält die Landeskirche den Satz für geeignet, evangelische Amtshandlungen und Glaubensinhalte zu diffamieren. Bereits 1999 hatte Fliege in einem Interview Gott als "Gauner da oben" bezeichnet.


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