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Walfangkonferenz: Kein Konsens über Kompromiss

von redaktion am 23.06.2010 15:32




Walfangkonferenz: Kein Konsens über Kompromiss



Agadir/Berlin (rdp/ots) - Keinen Konsens fand ein über drei Jahre ausgehandeltes Kompromisspapier bei der derzeitigen Konferenz der IWC (Internationalen Walfang-Kommission).

In einer Plenumssitzung heute Morgen stellten viele der 88 Mitgliedsstaaten fest, dass es keinen Konsens für das Papier gibt und die Meinungen über die zukünftige Walfangpolitik sehr weit auseinander liegen. In den vergangenen zwei Tagen hatten die Länder hinter verschlossenen Türen noch nach einer gemeinsamen Lösung gesucht.

"Die IWC entscheidet sich so für einen sicheren Kurs, der das Walfang-Moratorium beschützt", kommentiert Dr. Ralf Sonntag, Meeresbiologe des IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds). "Einige Mitgliedsländer der IWC waren zudem mit ernst zu nehmenden Korruptionsvorwürfen konfrontiert worden. Nur ein transparenter Prozess kann jetzt den Weg zum Ende des Walfangs weisen."

Das vorgelegte Kompromisspapier sollte die konträren Interessen von Walschutz- und Walfangländern berücksichtigen. Das Papier sah vor, das bestehende Verbot des kommerziellen Walfangs für zehn Jahre außer Kraft zu setzen. Die IWC hätte zudem Island, Norwegen und Japan den jährlichen Fang von fast 1.400 Walen gestattet, teils sogar im Antarktis-Schutzgebiet und somit den Walfang dieser Länder legalisiert. Die drei Nationen haben seit Beginn des Moratoriums fast 35.000 Wale illegal gefangen.

"Die hinter geschlossenen Türen geführten Verhandlungen der letzten drei Jahre hatten sich zu sehr darauf konzentriert, die Rahmenbedingungen für den kommerziellen Walfang zu definieren, anstatt nach einem Weg zu suchen, wie der Walfang endlich beendet werden kann", so Sonntag weiter. "Zukünftige Verhandlungen sollten die Meinung der Zivilgesellschaft berücksichtigen und die Expertise der NGOs hinzuziehen."

Die Konferenz der IWC-Staaten wird noch bis Ende der Woche andauern.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 23.06.2010 15:33.

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Ich glotz TV - Die Wahl des Bundespräsidenten - Wie groß ist die Macht der Medien?

von redaktion am 23.06.2010 15:21




Donnerstag, 24. Juni 2010, 22.15 Uhr - PHOENIX RUNDE: Die Wahl des Bundespräsidenten - Wie groß ist die Macht der Medien?



Bonn/Berlin (rdp/ots) - Ob Zeitungen, Radio oder Internet - überall wird die Wahl des Bundespräsidenten thematisiert. Die Kandidaten werden bejubelt oder kritisiert und Unterstützergruppen im Internet erleben tausendfachen Zulauf. In den Medien wird immer stärker Wahlkampf betrieben.

Es stellt sich die Frage, wie sehr sich die Wahlmänner und Wahlfrauen von dem medialen Wahlkampf beeinflussen lassen. Ob der von den Medien als "Präsident der Herzen" gekürte Gauck, der aber keine Mehrheit hat, tatsächlich auch zum Bundespräsidenten gewählt wird, zeigt sich am 30. Juni.

Wie groß ist die Macht der Medien bei der Bundespräsidentenwahl?

Alexander Kähler diskutiert in der PHOENIX RUNDE mit Prof. Karl-Rudolf Korte (Politikwissenschaftler, Uni Duisburg-Essen), Tissy Bruns (Der Tagesspiegel), Prof. Jo Groebel (Medienpsychologe) und Günter Bannas (FAZ).

Wiederholung um 0.00 Uhr und am Freitag, 09.15 Uhr

Antworten Zuletzt bearbeitet am 23.06.2010 15:22.

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Deutsche sehen in zu Guttenberg geeigneten Kanzler-Nachfolger

von redaktion am 23.06.2010 12:27




Deutsche sehen in zu Guttenberg geeigneten Kanzler-Nachfolger


zu Guttenberg

Hamburg/Berlin (rdp/ots) - Im hypothetischen Fall eines Rücktritts von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wäre aus Sicht der Bundesbürger Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg der am besten geeignete Nachfolger. In einer Umfrage für das Hamburger Magazin stern bezeichneten ihn 34 Prozent der Befragten als den besten Kandidaten. Mit 19 Prozent Nennungen liegt Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) auf dem zweiten Platz. Rang drei belegt Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), in dem 10 Prozent der Bürger einen geeigneten Merkel-Nachfolger sehen. Auf den hinteren Plätzen folgen Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer, CSU (7 Prozent), Nordrhein-Westfalens Regierungschef Jürgen Rüttgers, CDU (5 Prozent) und als Schlusslicht der baden-württembergische Ministerpräsident Stefan Mappus, CDU (2 Prozent).

Anlass der Umfrage war die am kommenden Mittwoch bevorstehende Wahl des neuen Bundespräsidenten. Zwar hat Christian Wulff, der Kandidat von Union und FDP, in der Bundesversammlung rechnerisch einen Vorsprung von 21 Stimmen. Doch im konservativ-liberalen Lager gibt es viel Sympathie für Joachim Gauck, den Kandidaten von SPD und Grünen. Scheitert Wulff, wäre nach Ansicht von Beobachtern auch Merkels Kanzlerschaft gefährdet.

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Gauck: "Ich wäre eine gute Ergänzung zur Kanzlerin"

von redaktion am 23.06.2010 12:14




Joachim Gauck im stern-Interview: "Ich wäre eine gute Ergänzung zur Kanzlerin"


Gauck

Hamburg/Berlin (rdp/ots) - Der parteilose Kandidat von SPD und Grünen für das Amt des Bundespräsidenten, Joachim Gauck, glaubt, dass er im Falle eines Wahlsiegs eine gute Ergänzung zu Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wäre. In einem Gespräch mit dem Hamburger Magazin stern antwortete Gauck auf eine entsprechende Frage: "Ja, warum nicht!?" Gauck äußerte zwar Verständnis für die Entscheidung Merkels, den niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff (CDU) ins Rennen zu schicken - "Ihr Handeln wird sehr stark von Überlegungen zum Machterwerb und Machterhalt bestimmt." Gleichzeitig kritisierte er aber auch die taktischen Erwägungen, die hinter der Nominierung Wulffs stehen. "Ist es in einer Krisensituation wie der jetzigen angemessen, das übliche Nominierungsverfahren durch die Parteien fortzusetzen? Oder besteht mit einem parteiunabhängigen Präsidenten nicht eine besondere Chance, dem Denken für das Ganze einen größeren Stellenwert zukommen zu lassen?" fragte Gauck im stern.

Gauck kritisierte das Erscheinungsbild, das die Politik in Berlin derzeit abgibt heftig: "Sie wirkt gerade wie eine Mannschaft, die krampfhaft gegen den Abstieg spielt." Er wisse allerdings auch, so Gauck, dass Politik nicht immer dazu da sein könne, Begeisterung auszulösen. Das positive Echo, das seine Kandidatur auslöse, liege womöglich im "Bedürfnis nach Vertrauen und Glaubwürdigkeit", so Gauck. Er sei aber auch alt und erfahren genug, "um zu erkennen, dass mit meiner Kandidatur auch ein taktisches Kalkül von SPD und Grünen verbunden ist".

Antworten Zuletzt bearbeitet am 23.06.2010 12:16.

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Grundsätzlich Gauck - polis-Presseschau

von redaktion am 23.06.2010 08:48




Presseschau vom 23.06.2010



Der Kandidat Gauck wird grundsätzlich.


Grundsätzlich Gauck

Deutsches Theater Berlin, Gestern 11Uhr. 35.000-Facebook-Freunde machens möglich. Der Kandidat hält eine Grundsatzrede. Joachim Gauck will Bundespräsident werden und stellt sich vor. Grundsätzlich.






spiegel.de

Pathos, Jubel und ein paar Tränen

… So nehmen Gabriel, Özdemir und Co. gelassen hin, dass ihr Kandidat Gauck auch außenpolitisch längst nicht auf Linie ist: Den Afghanistan-Einsatz lobt er ohne Wenn und Aber. Oder das Thema Finanzmärkte: Ja, sagt Gauck, die Regeln müsse man sich ganz genau anschauen. Aber im Großen und Ganzen sei das System doch ganz passabel. "Wer ausgerechnet der Wirtschaft die Freiheit nehmen will, wird immer mehr verlieren als gewinnen", sagt er - da klatschen nur ganz wenige im Publikum. Kein Wunder, FDP-Chef Guido Westerwelle hätte es nicht schöner sagen können. Die pflichtschuldigen Sätze, die Gauck zum Thema Umweltschutz verliert, lassen erkennen, wie wenig ihm dieses Thema am Herzen liegt. …





fr-online.de

Gauck wird grundsätzlich

… Allzu grundsätzlich aber mag Joachim Gauck auch an diesem Tag nicht werden. Politische Ziele sollen andere thesenhaft formulieren, er wolle lieber aus seinem Erfahrungsschatz berichten. Womit er in gewisser Weise variiert, was SPD-Chef Gabriel bereits über den anderen Kandidaten Christian Wulff verlauten ließ: Dieser habe eine Karriere – Gauck ein Leben. Er selbst, so Gauck, sehe sich eher als Vermittler im politischen Kräftemessen. Als Präsident werde er ein "Ständiger Vertreter" der Demokratie gegenüber "dem Volk" sein. …




taz.de

Der Agenda-Bürgerrechtler

… Gauck selbst genoss nach der Rede den stehenden Applaus. "Lampenfieber" hatte er vor der Rede, sagte er der taz, "viele Gedanken" habe er sich darum gemacht, was er sagen wolle. Denn eines sei ihm ja klar gewesen: "Es durfte nicht wie eine Regierungserklärung klingen". …




sueddeutsche.de

Gauck spricht wie ein Präsident

Präsidentschaftskandidat Joachim Gauck hält im Deutschen Theater eine anrührende Rede. Mit jedem seiner Sätze wird unverständlicher, warum die schwarz-gelbe Koalition unbedingt an einem eigenen Kandidaten festhält. ...

Foto: spiegel.de/ap

Antworten Zuletzt bearbeitet am 23.06.2010 08:50.

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De Maizière: unkonkret, weichgespült und beliebig

von redaktion am 22.06.2010 16:21




De Maizière: unkonkret, weichgespült und beliebig


Wawzyniak

Zur heutigen Grundsatzrede zur Netzpolitik von Bundesinnenminister
Thomas de Maizière erklärt die stellvertretende Parteivorsitzende der
LINKEN und Obfrau der Linksfraktion in der Enquete-Kommission "Internet
und digitale Gesellschaft" des Deutschen Bundestages, Halina Wawzyniak:

Mit seiner Grundsatzrede zur Netzpolitik hat Innenminister de Maizière
nicht enttäuscht. Sie war so unkonkret, weichgespült und beliebig wie
erwartet. Das Aufzählen interpretationsfähiger Stichworte wird den
Herausforderungen einer digitalen Welt und allen voran den Bedürfnissen
der Nutzerinnen und Nutzer nicht gerecht. So ist etwa die Debatte um
eine festgeschriebene Netzneutralität hierzulande in vollem Gange. Ich
hätte mir von Thomas de Maizière ein klares Bekenntnis zu einer
umfassenden Netzneutralität gewünscht. Sie ist eine wichtige Bedingung
für die Entwicklung innovativer Anwendungen und Dienste im Netz und
Grundlage für ein offenes und freies Internet. Mit der Einsetzung der
Enquete-Kommission "Internet und digitale Gesellschaft" hat der
Bundestag die Weichen gestellt um eine langfristige Perspektive der
deutschen Netzpolitik zu erarbeiten. Ich fordere den Bundesinnenminister
und die gesamte Bundesregierung auf, die Arbeit der Kommission ernst zu
nehmen und nicht auf eigene Faust in blinden Aktionismus zu verfallen.
Wenn die heutige Vorstellung des Bundesinnenministers wirklich eine
Grundsatzrede sein sollte, bin ich froh, dass es die Internet-Enquete
gibt, die sich im Gegensatz dazu tatsächlich mit den grundlegenden
Belangen der Netzpolitik beschäftigt."

Antworten Zuletzt bearbeitet am 22.06.2010 16:24.

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Verdacht der Untreue - Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Bundesagentur für Arbeit

von redaktion am 22.06.2010 15:24




Verdacht der Untreue - Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Bundesagentur für Arbeit



Essen/Berlin (rdp/ots) - Die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth hat gegen die Bundesagentur für Arbeit (BA) ein Vorermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Untreue eingeleitet. Das sagte ein Sprecher der Behörde der in Essen erscheinenden Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung (Mittwochausgabe). Die Staatsanwaltschaft habe das Verfahren aufgrund von Presseberichten über ein internes BA-System zur außertariflichen Vergütung von Amts wegen angestoßen, so der Sprecher. An diesem sogenannten AT-Konzept hatte bereits der Bundesrechnungshof Anstoß genommen und der BA diverse Rechtsverstöße bescheinigt.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 22.06.2010 15:26.

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200 Milliarden Gründe für die Atomkonzerne

von redaktion am 22.06.2010 13:31




200 Milliarden Gründe für die Atomkonzerne


Roth

Zum Treffen der Bundeskanzlerin mit den Chefs der Energiekonzerne
erklärt Claudia Roth, Bundesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:

Es ist klar, warum die Chefs der vier großen Energiekonzerne die
oberste Atomlobbyistin Angela Merkel ins Gebet nehmen. Die
Atomlaufzeitverlängerung, die sie planen, würde ihnen rund 200
Milliarden Euro in die Kasse spülen, wofür sie im Gegenzug eine
Brennelementesteuer von läppischen 2,3 Milliarden Euro jährlich zahlen
sollen. Das wäre ein ungehörig dreistes Geschäft auf Kosten der
Sicherheit der gegenwärtigen und unzähliger kommender Generationen. Für
dieses Ziel mobilisieren sie beim so genannten Atomgipfel Konzernmacht
pur im Kanzleramt. Wirtschaftsminister Brüderle und Umweltminister
Röttgen müssen draußen bleiben. Die Konzernchefs drängen auf das
Kanzlerinnenwort.

Sie wollen mit Angela Merkel beraten, wie man die Verfassung am
elegantesten bricht und den Bundesrat bei der Beschlussfassung umgeht.
Mit ins Gespräch nehmen sie eine Drohkulisse aus Absurdistan. Sie wollen
sich vom Atomausstiegskonsens verabschieden und drohen gleichzeitig mit
einem Verfahren gegen eine Brennelementesteuer, weil diese im
Ausstiegskonsens angeblich ausgeschlossen worden sei, was so nicht
stimmt. Hier zeigt sich eine blinde Profitgier, die sich nicht nur die
Politik und die Verfassung, sondern auch die Gesetze der Logik
zurechtbiegen will.

Frau Merkel weiß, was die Herren erwarten. Die letzten acht Monate haben
gezeigt: Ihre Politik gründet auf schierem Klientelismus. Und sie will
die willfährige Vollstreckerin der Atomlobby sein. Dafür reißt sie den
größten, mit dem Ausstiegskonsens längst befriedeten Konflikt in der
Geschichte der Bundesrepublik wieder auf. Frau Merkel geht damit auf
Konfrontationskurs mit der großen Mehrheit der Bevölkerung. Sie riskiert
den inneren Frieden, die Sicherheit von Millionen von Menschen und immer
weiter anwachsende Berge von Atommüll – eine aberwitzige
Zukunftshypothek für eine blinde Klientelpolitik. Frau Merkel sät Wind
und wird grünen Sturm ernten.“

Antworten Zuletzt bearbeitet am 22.06.2010 13:32.

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Thesen des Bundesinnenministers für eine gemeinsame Netzpolitik der Zukunft

von redaktion am 22.06.2010 12:43




Thesen des Bundesinnenministers für eine gemeinsame Netzpolitik der Zukunft


de Maizière

Berlin (rdp). Mit einer Grundsatzrede hat Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière heute im Deutschen Technikmuseum Berlin 14 Thesen zur Netzpolitik vorgestellt. Die zukunftsgerichteten Thesen sind das Ergebnis seiner netzpolitischen Dialogreihe. De Maizière formuliert damit die Grundlagen für die Rolle des Staates bei der weiteren Ausgestaltung des Internets. "Die Politik hat das Phänomen Internet erst ignoriert, dann bestaunt und teils zu zögernd, teils zu forsch gehandelt", stellte de Maizière fest. Übersicht und sachliche Gelassenheit seien jetzt ebenso gefragt wie die nötige Entschlossenheit, klaren Risiken und Fehlentwicklungen entgegenzutreten.

In seiner Rede rückte der Bundesinnenminister die Chancen des Internets und die Freiheitsausübung des Einzelnen in den Mittelpunkt. Zur freien Entfaltung der Persönlichkeit gehöre auch das Recht, Informationen über sich und andere zu verarbeiten. Ein solches "Recht auf persönliche Datenverarbeitung" könne aber mit den Freiheiten anderer kollidieren und müsse dann zu einem Interessenausgleich gebracht werden. Der Staat sollte hierfür in erster Linie zivilrechtliche Regeln zur Verfügung stellen und das Gebot der Rücksichtnahme stärken.

De Maizière hob außerdem den Schutz der informationellen Selbstbestimmung gegenüber Unternehmen und dem Staat hervor: Der Einzelne müsse die Kontrolle über seine Daten behalten. Hierzu seien sichere elektronische Identitäten ebenso wichtig wie mehr Möglichkeiten, die bestehenden Datenschutzrechte "per Mausklick" ausüben zu können. Zudem brauche der Einzelne eine echte Verfügungsmacht über seinen "virtuellen Hausrat"; er müsse z.B. seine Daten in einem sozialen Netzwerk mitnehmen können, wenn er einen Anbieter wechselt.

Die Verantwortung für die Sicherheit des Internets sieht der Bundesinnenminister nicht allein beim Staat. Auch Nutzer und Unternehmen müssten hierzu ihren Beitrag leisten. Für Provider schloss de Maizière eine Haftung für die "Verkehrssicherheit" ihrer Angebote nicht aus. Eine inhaltliche Kontrolle durch die Anbieter lehnte er ab.

Eine starke und innovative nationale IT-Wirtschaft ist für die Schaffung von Arbeitsplätzen ebenso wichtig wie für die technologische Souveränität und Sicherheit unseres Landes, sagte de Maizière. Der Staat werde seine Angebote im Internet systematisch ausbauen. Im Mittelpunkt müsse der Nutzen für möglichst viele Bürger stehen. Kernaufgaben des Staates wie der Kultur- und Bildungsauftrag müssten dabei ebenso angemessen berücksichtigt werden wie die Möglichkeiten politischer Willensbildung über das Internet.

Der Bundesinnenminister geht mit gutem Beispiel voran: Seine Thesen für eine gemeinsame Netzpolitik der Zukunft können ab sofort online erörtert werden. Auf www.e-konsultation.de/netzpolitik haben interessierte Bürgerinnen und Bürger vier Wochen lang die Möglichkeit, sich in die Diskussion einzubringen und eigene Vorschläge zu machen.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 22.06.2010 12:44.

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3,6 Millionen Jahre alter Verwandter von 'Lucy' entdeckt

von redaktion am 22.06.2010 09:34




Wissenschaftler geben die Entdeckung eines 3,6 Millionen Jahre alten Verwandten von 'Lucy' bekannt


"Kadanuumuu"

Cleveland/Berlin (rdp/ots/PRNewswire) - Treffen Sie "Lucys" Urgrossvater. Wissenschaftler aus dem Cleveland Museum of Natural History, der Kent State University, Case Western Reserve University, Addis Abeba University und des Berkeley Geochronology Centers waren Teil eines internationalen Teams, dass ein 3,6 Millionen Jahre altes, unvollständiges Skelett entdeckt und analysiert hat, das in Äthiopien gefunden wurde. Der frühe Hominide ist 400.000 Jahre älter als das berühmte "Lucy" Skelett. Forschungen an diesem neuen Exemplar weisen darauf hin, dass fortgeschrittenes, menschenähnliches, aufrechtes Laufen viel früher aufgetreten ist als ursprünglich angenommen. Die Entdeckung und die Ergebnisse aus dieser ersten Analyse werden diese Woche in der frühen Onlineausgabe von National Academy of Sciences veröffentlicht werden und Fortschritte bekanntgegeben.

Das unvollständige Skelett gehört zu den Spezies von "Lucy", den Australopithecus afarensis. Es wurde im Gebiet der Woranso-Mille, der Afar-Region in Äthiopien, von einem Team gefunden, das vom ersten Autoren, Dr. Yohannes Haile-Selassie, geleitet wurde, Kurator und Leiter der physikalischen Anthropologie beim Cleveland Museum of Natural History. Das unvollständige Skelett wurde über fünf Jahre lang ausgegraben, nachdem 2005 ein Fragment des Unterarmknochens entdeckt wurde. Die Ausgrabung konnte das vollständigste Schlüsselbein und eines der vollständigsten Schulterblätter wiederherstellen, die jemals bei menschlichen Fossilien gefunden wurden.

Das Exemplar wurde von den Entdeckern mit dem Spitznamen "Kadanuumuu" (kah-dah-nuu-muu) versehen. "Kadanuumuu" bedeutet "grosser Mann" in der Afar-Sprache und sagt etwas über seine beachtliche Grösse aus. Die männlichen Hominiden wurden etwa 5 bis 5 1/2 Fuss (1,52-1,68 m) gross, während "Lucy" etwa 3 1/2 Fuss (1,07 m) erreichte.

"Dieses Individuum war vollkommen zweifüssig und konnte fast wie der moderne Mensch laufen", so Haile-Selassie. "Als Ergebnis dieser Entdeckung können wir nun zuversichtlich sagen, dass 'Lucy' und ihre Verwandten fast so geübt waren auf zwei Beinen zu laufen wie wir es sind und dass die Verlängerung unserer Beine früher in der Entwicklung stattgefunden hat, als ursprünglich angenommen."

Mitverfasser Dr. C. Owen Lovejoy, von der Kent State University und Professor für Anthropologie, erklärte: "Das neue Exemplar sagt uns nun viel mehr über das Becken, Thorax und die Schenkelproportionen als 'Lucy' das allein konnte."

Die Verfasser des Forschungsberichtes sind zum Beispiel Dr. Bruce Latimer, Leiter des Center for Human Origins (Zentrum für menschlichen Ursprung) bei der Case Western Reserve University; und Dr. Beverly Saylor, ausserordentliche Professorin für geologische Wissenschaften an der Case Western Reserve University.

Hintergrundinformationen und Bilder finden Sie auf http://www.cmnh.org/site/Kadanuumuu.aspx.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 22.06.2010 09:36.
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