200 Milliarden Gründe für die Atomkonzerne
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200 Milliarden Gründe für die Atomkonzerne
von redaktion am 22.06.2010 13:31
200 Milliarden Gründe für die Atomkonzerne

Roth
Zum Treffen der Bundeskanzlerin mit den Chefs der Energiekonzerne
erklärt Claudia Roth, Bundesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:
Es ist klar, warum die Chefs der vier großen Energiekonzerne die
oberste Atomlobbyistin Angela Merkel ins Gebet nehmen. Die
Atomlaufzeitverlängerung, die sie planen, würde ihnen rund 200
Milliarden Euro in die Kasse spülen, wofür sie im Gegenzug eine
Brennelementesteuer von läppischen 2,3 Milliarden Euro jährlich zahlen
sollen. Das wäre ein ungehörig dreistes Geschäft auf Kosten der
Sicherheit der gegenwärtigen und unzähliger kommender Generationen. Für
dieses Ziel mobilisieren sie beim so genannten Atomgipfel Konzernmacht
pur im Kanzleramt. Wirtschaftsminister Brüderle und Umweltminister
Röttgen müssen draußen bleiben. Die Konzernchefs drängen auf das
Kanzlerinnenwort.
Sie wollen mit Angela Merkel beraten, wie man die Verfassung am
elegantesten bricht und den Bundesrat bei der Beschlussfassung umgeht.
Mit ins Gespräch nehmen sie eine Drohkulisse aus Absurdistan. Sie wollen
sich vom Atomausstiegskonsens verabschieden und drohen gleichzeitig mit
einem Verfahren gegen eine Brennelementesteuer, weil diese im
Ausstiegskonsens angeblich ausgeschlossen worden sei, was so nicht
stimmt. Hier zeigt sich eine blinde Profitgier, die sich nicht nur die
Politik und die Verfassung, sondern auch die Gesetze der Logik
zurechtbiegen will.
Frau Merkel weiß, was die Herren erwarten. Die letzten acht Monate haben
gezeigt: Ihre Politik gründet auf schierem Klientelismus. Und sie will
die willfährige Vollstreckerin der Atomlobby sein. Dafür reißt sie den
größten, mit dem Ausstiegskonsens längst befriedeten Konflikt in der
Geschichte der Bundesrepublik wieder auf. Frau Merkel geht damit auf
Konfrontationskurs mit der großen Mehrheit der Bevölkerung. Sie riskiert
den inneren Frieden, die Sicherheit von Millionen von Menschen und immer
weiter anwachsende Berge von Atommüll – eine aberwitzige
Zukunftshypothek für eine blinde Klientelpolitik. Frau Merkel sät Wind
und wird grünen Sturm ernten.“
oberste Atomlobbyistin Angela Merkel ins Gebet nehmen. Die
Atomlaufzeitverlängerung, die sie planen, würde ihnen rund 200
Milliarden Euro in die Kasse spülen, wofür sie im Gegenzug eine
Brennelementesteuer von läppischen 2,3 Milliarden Euro jährlich zahlen
sollen. Das wäre ein ungehörig dreistes Geschäft auf Kosten der
Sicherheit der gegenwärtigen und unzähliger kommender Generationen. Für
dieses Ziel mobilisieren sie beim so genannten Atomgipfel Konzernmacht
pur im Kanzleramt. Wirtschaftsminister Brüderle und Umweltminister
Röttgen müssen draußen bleiben. Die Konzernchefs drängen auf das
Kanzlerinnenwort.
Sie wollen mit Angela Merkel beraten, wie man die Verfassung am
elegantesten bricht und den Bundesrat bei der Beschlussfassung umgeht.
Mit ins Gespräch nehmen sie eine Drohkulisse aus Absurdistan. Sie wollen
sich vom Atomausstiegskonsens verabschieden und drohen gleichzeitig mit
einem Verfahren gegen eine Brennelementesteuer, weil diese im
Ausstiegskonsens angeblich ausgeschlossen worden sei, was so nicht
stimmt. Hier zeigt sich eine blinde Profitgier, die sich nicht nur die
Politik und die Verfassung, sondern auch die Gesetze der Logik
zurechtbiegen will.
Frau Merkel weiß, was die Herren erwarten. Die letzten acht Monate haben
gezeigt: Ihre Politik gründet auf schierem Klientelismus. Und sie will
die willfährige Vollstreckerin der Atomlobby sein. Dafür reißt sie den
größten, mit dem Ausstiegskonsens längst befriedeten Konflikt in der
Geschichte der Bundesrepublik wieder auf. Frau Merkel geht damit auf
Konfrontationskurs mit der großen Mehrheit der Bevölkerung. Sie riskiert
den inneren Frieden, die Sicherheit von Millionen von Menschen und immer
weiter anwachsende Berge von Atommüll – eine aberwitzige
Zukunftshypothek für eine blinde Klientelpolitik. Frau Merkel sät Wind
und wird grünen Sturm ernten.“


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