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JobCenter bleiben in Funktion

von redaktion am 09.07.2010 17:26




JobCenter bleiben in Funktion



Berlin(rdp). Langzeitarbeitslose werden auch weiterhin aus einer Hand betreut. Die drohende Zerschlagung der Jobcenter ist endgültig vom Tisch. Der Bundesrat billigte am Freitag einstimmig die lange umstrittene und vom Bundestag bereits beschlossene Änderung des Grundgesetzes zur Jobcenter-Reform. Die dafür erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit wurde also weit übertroffen.

Mit dem Beschluss wurde die vom Bundesverfassungsgericht beanstandete gemeinsame Betreuung der Hartz-IV-Empfänger durch Kommunen und Arbeitsagenturen auf eine rechtlich einwandfreie Basis gestellt. Die Karlsruher Richter hatten diese Mischverwaltung im Dezember 2007 für unzulässig erklärt.

Einverstanden zeigte sich der Bundesrat auch damit, die Zahl der Optionskommunen von 69 auf bis zu 110 anzuheben. Sie kümmern sich in Eigenregie - ohne Arbeitsagentur - um die Langzeitarbeitslosen.

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) nannte den parteiübergreifenden Kompromiss einen "Sieg" für Arbeitslose und den "gestaltenden Föderalismus". Bei einem Scheitern wäre das bewährte Zusammenspiel von Kommunen und Arbeitsagenturen bei passgenauer Vermittlung, Schuldner- und Suchtberatung oder der Suche nach einem Kita-Platz nach ihren Worten "auseinandergebrochen". Nun sei es möglich, "ein besser lernendes System auf die Beine zu stellen".

Hessens scheidender Ministerpräsident Roland Koch (CDU) sprach sich erneut für die "aktivierende Unterstützung" von Hartz-IV- Empfängern aus. "Wir haben eine Struktur, mit der die Probleme der Zukunft gelöst werden können", sagte er. Koch wurde nach seiner letzten Rede im Bundesrat mit starkem Beifall verabschiedet.

Sein rheinland-pfälzischer Amtskollege Kurt Beck (SPD) zeigte sich erleichtert, dass es nach den Querelen des letzten Jahres doch noch zu einer "tragfähigen Lösung" gekommen sei. Beck warb mit Blick auf das Sparpaket der Regierung für ausreichende Finanzmittel, damit sich die Langzeitarbeitslosigkeit nicht verfestige.

Der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) lobte den "überparteilichen Kompromiss". Damit bleibe den Betroffenen erspart, "von Pontius zu Pilatus geschickt zu werden". Es gehe "um die Solidarität mit den Schwächsten".

SPD-Bundestagsfraktionsvize Hubertus Heil begrüßte die Zustimmung des Bundesrates. Er kritisierte aber die von der Regierung geplanten Kürzungen bei der aktiven Arbeitsmarktpolitik: Dies mache es schwerer, Langzeitarbeitslose wieder in Arbeit zu bringen.

Städte und Landkreise zeigten sich mit der Entscheidung zufrieden. "Es ist der richtige Weg, dass jetzt sowohl die gemeinsamen Einrichtungen von Kommunen und Arbeitsagenturen abgesichert sind als auch das Optionsmodell ausgeweitet und gesichert worden ist", sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, Stephan Articus.

Der Präsident des Deutschen Landkreistag, Hans Jörg Duppré, sagte, wichtig sei nun, "den Blick nach vorn zu richten und nicht alte Streitigkeiten zwischen Bundesagentur und Kommunen um Einzelfragen der Verwaltungsorganisation wieder aufflammen zu lassen".

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Live in a day: Internationale Filmgrößen kreieren Film aus YouTube-Videos

von redaktion am 09.07.2010 17:06




Internationale Filmgrößen kreieren Film aus YouTube-Videos


Kevin MacDonald

Berlin (rdp). Die bekannten Filmemacher Ridley Scott und Kevin MacDonald rufen die internationale YouTube-Gemeinschaft auf, einen Tag in ihrem Leben zu filmen – Premiere des Streifens beim amerikanischen Sundance Film Festival 2011.

YouTube und die weltweit bekannten Filmemacher Ridley Scott und Kevin Macdonald rufen die globale Netz-Gemeinschaft auf, sich an einem einzigartigen Filmprojekt zu beteiligen: „Life in a Day“ – der erste von Nutzern gedrehte Dokumentarfilm in Spielfilmlänge. Menschen auf der ganzen Welt sind aufgefordert, am 24. Juli ihren Tag mit der Kamera festzuhalten und ihr ganz persönliches Filmmaterial auf www.youtube.com/lifeinaday hochzuladen. Die Weltpremiere des gemeinsamen Films wird im Rahmen des Sundance Film Festivals 2011 gefeiert.

Regisseur und Oscarpreisträger Kevin Macdonald („State of Play – Stand der Dinge“, “Der letzte König von Schottland“, „Sturz ins Leere“) führt Regie und kreiert aus den gelungensten Nutzer-Aufnahmen einen abendfüllenden Dokumentarfilm. Produzent des Projekts ist Ridley Scott („Robin Hood“, „Gladiator“, „Black Hawk Down“) mit seiner Firma „Scott Free Productions“. Als Co-Regisseure fungieren alle Nutzer, auf deren Filmmaterial „Life in a Day“ basiert. 20 von ihnen können bei der Weltpremiere auf dem Sundance Film Festival 2011 in den USA live dabei sein.

„Life in a Day“ ist eines der Projekte von YouTube, die die Grenzen von Musik, Kunst und Film neu definieren. Das „YouTube Symphony Orchestra“ sowie die kürzlich verkündete Partnerschaft zwischen „YouTube Play“ und dem „Guggenheim Museum“ sind Beispiele für die Annäherung von Onlinevideos und traditionellen Künsten. „Life in a Day“ setzt diesen Trend im Bereich des Kinofilms um. Das Technologieunternehmen LG Electronics unterstützt das Projekt im Rahmen seiner langjährigen Werbekampagne „Life’s Good“ und um die Erstellung von hochwertigen Online-Inhalten zu unterstützen.

Regisseur Kevin Macdonald sagt über das Projekt: „’Life in a Day’ ist eine Zeitkapsel. Sie wird nachfolgenden Generationen berichten, wie das Leben am 24. Juli 2010 war. Es ist ein einzigartiges Experiment gemeinschaftlichen Filmschaffens. Und was ist besser geeignet als die Beteiligung der globalen Internet-Gemeinschaft, um eine unbegrenzte Menge an Filmmaterial zu sammeln.“

„In den letzten fünf Jahren hat YouTube die Art und Weise verändert, wie Medien erstellt und konsumiert werden“, meint Eric Schmidt, CEO von Google, Muttergesellschaft von YouTube. „Wir freuen uns sehr, unseren Nutzern die Gelegenheit geben zu können, mit Kevin Macdonald und Ridley Scott zusammenzuarbeiten. Und wir danken unserem langjährigen Partner, dem ‚Sundance Institute’, für die Unterstützung dieser weltweiten Initiative. Ich kann mir keine bessere Gelegenheit für die Premiere von ‚Life in a Day’ vorstellen, als sein Festival im nächsten Jahr.“

„Ein entscheidender Teil unserer Mission besteht darin, das individuelle Erzählen von Geschichten auf der ganzen Welt zu unterstützen und eine Plattform zu bieten, auf der die Menschen sich ausdrücken und experimentieren können“, sagt John Cooper, Leiter des Sundance Film Festival. „Dies ist eine fantastische Möglichkeit, die YouTube-Gemeinschaft einzubeziehen und gleichzeitig unseren Festival-Besuchern etwas Neues und Unerwartetes zu bieten.“

„LG ist überzeugt davon, dass Technologie das Leben der Menschen bereichert. Daher passt das Projekt ‚Life in a Day’ perfekt zu unseren Vorstellungen“, meint Dermot J. M. Boden, Chief Marketing Officer von LG Electronics. „Für LG ist dieses Projekt eine fantastische Gelegenheit für die Zusammenarbeit mit den YouTube-Nutzern auf einer persönlichen und emotionalen Ebene. Diese Initiative passt perfekt zu unserem Markenvesprechen ‚Life’s Good’!“

Scott Free wird mit Rick Smolan, dem Schöpfer von „A Day in the Life“ und CEO von Against All Odds Productions, zusammenarbeiten. Das in Kalifornien ansässige Unternehmen ist auf umfangreiche globale Projekte spezialisiert, die das Erzählen von Geschichten mit modernster Technologie verbinden. Sie werden Kameras an Menschen in entlegenen Gegenden der Erde verteilen. Damit ist sichergestellt, dass möglichst viele Menschen an diesem Film beteiligt sind und er dadurch so repräsentativ wie möglich wird.

Weitere Informationen gibt es unter www.youtube.com/lifeinaday. Dort können Nutzer am 24. Juli 2010 ihr persönliches Filmmaterial hochladen.

Über YouTube:

YouTube ist die weltweit beliebteste Online-Video-Community, in der Millionen von Menschen Originalvideos entdecken, betrachten und bereitstellen können. YouTube bietet ein Forum der Information und Inspiration für Menschen auf der ganzen Welt und dient als Verteilerplattform für Originalinhalte und Werbebotschaften aller Art. YouTube, LLC hat seinen Sitz in San Bruno, Kalifornien (USA), und ist eine Tochtergesellschaft von Google Inc.

Über Ridley Scott, Produzent:

Ridley Scott ist ein bekannter Filmemacher. Im Verlauf seiner erfolgreichen Karriere war er bereits dreimal für den Oscar für die beste Regie nominiert, zuletzt 2002 für seinen Film „Black Hawk Down“. Zu seinen weiteren preisgekrönten Filmen zählen „Gladiator“, der den Oscar, den Golden Globe und den BAFTA für den besten Film erhielt, sowie „Thelma & Louise“, der Scott 1991 seine erste Oscarnominierung als bester Regisseur einbrachte. Weitere seiner Filme sind „American Gangster“, „Der Mann, der niemals lebte“, „Ein gutes Jahr“ sowie der bahnbrechende Film „Blade Runner“ und der Klassiker „Alien“. Zuletzt entstand der Filmerfolg „Robin Hood“ unter seiner Regie. Ridley Scott gründete zusammen mit seinem Bruder Tony Scott Free Productions, ein Unternehmen, das eine breite Palette von Filmprojekten für Kino und Fernsehen produziert. 2003 wurde Scott in Anerkennung seines künstlerischen Leistungen zum Ritter des Order of the British Empire ernannt.

Über Kevin Macdonald, Regisseur:

Kevin Macdonald ist ein preisgekrönter Filmemacher, dessen erster Kinofilm „Ein Tag im September“ mit Unterstützung des Sundance Institute Documentary Program im Jahr 2000 einen Oscar für den besten Dokumentarfilm gewann. Sein zweiter Kinofilm „Sturz ins Leere“ hatte 2003 beim Telluride Film Festival Premiere, ehe er zum erfolgreichsten Dokumentarfilm der britischen Kinogeschichte wurde. Macdonalds erster Spielfilm „Der letzte König von Schottland“ mit Forest Whitaker hatte ebenfalls in Telluride Premiere. In Folge gewann er einen BAFTA als bester britischer Film sowie für das am besten adaptierte Drehbuch. Whitaker gewann einen Oscar sowie einen BAFTA für seine Rolle in dem Film. Kevin Macdonald arbeitet derzeit an seinem nächsten Kinofilm „Der Adler der neunten Legion“ mit Channing Tatum, Jamie Bell und Mark Strong. Neben seiner Tätigkeit als Filmemacher arbeitet Kevin Macdonald auch als Journalist. Seine Arbeiten sind in zahlreichen Publikationen
einschließlich Guardian, Observer und Telegraph erschienen.

Über das Sundance Institute

Das Sundance Institute wurde 1981 von Robert Redford gegründet. Es ist eine gemeinnützige Organisation, die das Erzählen von Geschichten in Film und Theater fördert. Das Sundance Institute ist international bekannt für seine Programme zur künstlerischen Weiterentwicklung für Regisseure, Drehbuchautoren, Produzenten, Filmkomponisten, Bühnenautoren und Theaterkünstler. Jährlich veranstaltet es das weltberühmte Sundance Film Festival und hat Projekte wie „Engel in Amerika“,“Frühlings Erwachen“, „Boys Don't Cry“ und „Born into Brothels“ gefördert.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 09.07.2010 17:13.

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DIHK fordert mehr Zuwanderung mittels Punktesystem

von redaktion am 09.07.2010 11:03




DIHK fordert mehr Zuwanderung mittels Punktesystem



Düsseldorf/Berlin (rdp/ots) - Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag fordert die Bundesregierung angesichts der schrumpfenden Bevölkerung zu einer einfacheren Zuwanderungspraxis auf. "Deutschland muss sich künftig viel stärker als attraktives Einwanderungsland positionieren", sagte DIHK-Geschäftsführer Achim Dercks der Düsseldorfer "Rheinischen Post" (Freitagausgabe).
Dazu gehöre aber, dass die Politik gezielter vorgehe und zugleich für bessere Integrationschancen sorge, so Dercks. Er schlägt die Einführung eines Punktesystems vor. "Im Rahmen eines solchen Systems nach australischem oder kanadischem Vorbild werden Punkte errechnet, deren Anzahl sich insbesondere nach Qualifikation, Berufserfahrung und Sprachkenntnissen des einzelnen Bewerbers richten", so Dercks.
So könne die Politik je nach Bedarf unterschiedliche jährliche Zuwanderungszahlen für Fachkräfte festlegen. "Das alles könnte schnell, unbürokratisch und wirtschaftsnah gehen."

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ai-Bericht: Polizeigewalt in Deutschland

von redaktion am 09.07.2010 10:45




Amnesty International: Neuer Bericht zu Fällen von Polizeigewalt in Deutschland



Berlin (rdp/ots) - "Täter unbekannt": So heißt es am Ende oft in Deutschland, wenn Polizisten wegen übermäßiger Gewaltanwendung oder Misshandlung zur Rechenschaft gezogen werden sollen. Das belegt der neue Bericht von Amnesty International "Täter unbekannt - Mangelnde Aufklärung von mutmaßlichen Misshandlungen durch die Polizei in Deutschland". Der Bericht dokumentiert Fälle übermäßiger Polizeigewalt und Todesfälle in Polizeigewahrsam. "Misshandlungsvorwürfe gegen Polizisten werden häufig nicht umgehend, unabhängig und umfassend untersucht. Am Ende verlaufen viele Ermittlungen im Sande", sagte Monika Lüke, Generalsekretärin von Amnesty International in Deutschland, in Berlin. "Nicht selten scheitern Verfahren daran, dass kein Täter ermittelt werden kann - besonders bei Einsätzen in geschlossenen Einheiten. Die Polizisten mauern, teilweise herrscht ein falsch verstandenes Wir-Gefühl unter Kollegen." Im Rahmen der neuen Kampagne "Transparenz schützt Menschenrechte - Mehr Verantwortung bei der Polizei" fordert Amnesty deswegen u. a. unabhängige Untersuchungen und eine Kennzeichnungspflicht für Polizisten.

Amnesty sieht keine systematische rechtswidrige Polizeigewalt in Deutschland, sondern strukturelle Probleme im Umgang mit Vorwürfen übermäßiger Gewaltanwendung und Misshandlungen. "Polizisten haben einen schwierigen, oft gefährlichen Job und sie sind berechtigt, im Dienst Gewalt anzuwenden", sagte David Díaz-Jogeix, Europa-Experte im Internationalen Sekretariat von Amnesty in London. "Wenn Polizisten dieses Recht aber missbrauchen, dürfen sie nicht über dem Gesetz stehen." Zu oft bleibe der Staat tatenlos. Da unterscheide sich Deutschland kaum von Frankreich, Griechenland, Österreich oder Spanien.

"In Deutschland bleiben Polizisten meistens anonym - vor allem wenn sie Helme tragen und in geschlossenen Einheiten agieren", sagte Amnesty-Generalsekretärin Lüke. Deswegen fordert Amnesty eine individuelle Kennzeichnungspflicht für Polizisten. Damit gebe es gute Erfahrungen in Großbritannien, Schweden und Spanien. Bewährt hätten sich auch Videoaufzeichnungen in Polizeistationen wie in Katalonien: Dort ist die Zahl der Misshandlungsvorwürfe deutlich zurückgegangen. Unerlässlich seien auch unabhängige Untersuchungen. "Es zeigt sich häufig, dass Polizisten nicht gründlich genug gegen Kollegen ermitteln", sagte Lüke. "Das verletzt die Menschenrechte und schadet dem Vertrauen in die Polizei."

Antworten Zuletzt bearbeitet am 09.07.2010 10:47.

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dapd startet Ressort für investigativen Journalismus

von redaktion am 09.07.2010 10:31




dapd startet Ressort für investigativen Journalismus



Berlin (rdp). Die dapd richtet zum 1. September als erste deutsche Nachrichtenagentur ein eigenes Ressort für investigativen Journalismus ein. Sechs Redakteure und zahlreiche weitere profilierte Autoren sollen täglich exklusive Themen für den neuen dapd Basisdienst liefern.

Die Leitung des Ressorts „Sources“ übernehmen Thomas Rietig (58) und Olaf Jahn (49). Die Recherche-Profis bringen fundierte und langjährige Erfahrung aus TV-Magazinen, aus nationaler und internationaler Agenturarbeit und aus dem Print-Journalismus mit.

„Das neue Ressort soll verlässlich exklusive Premium-Themenpakete schreiben, die Seiten tragend mit Bild und Grafik aufbereitet werden“, sagt Cord Dreyer, Chefredakteur und Geschäftsführer der DAPD-ddp-Gruppe. „Wir begleiten auch die aktuelle Nachrichtenlage mit fundierter Hintergrundberichterstattung, pflegen die Reportage und produzieren blattmacherisch in neuen Formaten.“

Thomas Rietig ist seit 1978 bei der deutschen AP und seit 2002 stellvertretender Chefredakteur. 1995 übernahm er die Leitung des Bonner, 2000 die des Berliner Hauptstadtbüros der AP. Seit mehr als anderthalb Jahrzehnten begleitet er Kanzler und Minister regelmäßig auf Auslandsreisen.

Olaf Jahn ist seit 2005 Leiter der Recherche bei der Nachrichtenagentur ddp. In seiner Arbeit hat er sich auf die Themen Wirtschaftskriminalität, Organisierte Kriminalität, Verkehr und Umweltschutz konzentriert. Jahn war bereits Ostdeutschland-Korrespondent des Hamburger Abendblatts, Asienkorrespondent für den Axel Springer Verlag, stellvertretender Politikchef und Chefreporter der Berliner Morgenpost sowie Autor beim RBB-Magazin Kontraste.

Vergangene Woche hatte die Agenturgruppe ihr neues Nachrichtenangebot vorgestellt. Der weltweit lückenlose dapd Basisdienst wird von September 2010 an täglich bis zu 500 Nachrichten und 2.000 Fotos versenden, die sowohl regionale als auch internationale Themen abdecken. Für den dapd Dienst werden künftig rund 200 Textredakteure und 77 feste Fotografen arbeiten, unterstützt von rund 150 freien Mitarbeitern, Fotografen und Pauschalisten. Damit ist die Agenturgruppe an rund 100 Standorten in Deutschland vertreten.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 09.07.2010 10:33.

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Matecki: Sparpaket und Schuldenbremse müssen vom Tisch

von redaktion am 09.07.2010 10:23




Matecki: Sparpaket und Schuldenbremse müssen vom Tisch


Matecki

Berlin (rdp). Zur der Vorstellung des Bundeshaushalts erklärte DGB-Vorstandsmitglied Claus Matecki am Mittwoch in Berlin:

Die radikale Kürzungspolitik der Bundesregierung wird auch durch wiederholte Rechtfertigungsreden von Finanzminister Wolfgang Schäuble nicht besser. Die Bundesregierung spart so eindeutig zu Lasten der Ärmsten in dieser Gesellschaft, dass die soziale Schieflage sogar aus den eigenen Reihen konstatiert wird. Und zu Recht erntet die Koalition harsche Kritik von amerikanischen und einigen europäischen Regierungen, weil sie mit ihrem 80-Milliarden-Sparpaket die zarten Wachstumskräfte abzuwürgen droht – hier wie dort.

Nicht einmal die zu erwartenden höheren Einnahmen führen dazu, den angekündigten sozialen Raubbau wenigstens abzumildern. Der DGB sagt klar: Das Sparpaket - und mit ihm die unsinnige Schuldenbremse – gehört vom Tisch. Um die Krise zu überwinden, braucht es mehr Ausgaben für öffentliche Investitionen in Bildung, Umwelt, soziale Infrastruktur und Daseinsvorsorge. Die krisenbedingten Mehrausgaben der Bundesagentur für Arbeit müssen durch einen Steuerzuschuss finanziert werden, ansonsten wird die Bundesagentur in die Schuldenfalle getrieben.

Und es braucht mehr Einnahmen aus verschiedenen Steuerarten. Dazu gehört eine Finanztransaktionssteuer (FTT), die allein in Deutschland jährlich mindestens 12 Milliarden Euro in die Kasse bringt. Der vom DGB geforderte Steuersatz von 0,1Prozent wird darüber hinaus eine regulierende Funktion haben: Schädliche Finanzmarktspekulationen werden eingedämmt.

Neben der FTT gehört zu den nötigen Mehreinnahmen auch die Wiederbelebung der Vermögensteuer, bzw. Vermögensabgabe mit rund 16 Milliarden Euro Aufkommen pro Jahr. Eine gerechtere Erbschaftsteuer brächte rund sechs Milliarden zusätzlich, die Besteuerung von Kapitalerträgen nach persönlicher Leistungsfähigkeit schlüge ebenfalls mit plus sechs Milliarden Euro im Jahr zu Buche. Ein höherer Spitzensteuersatz von zum Beispiel 50 Prozent für wirklich große Einkommen würde zusätzlich acht Milliarden bringen, ein offensiverer Steuervollzug rund 22 Milliarden. Käme dann noch die Gemeindewirtschaftssteuer zugunsten der Kommunen und würden einige der unsinnigsten Steuerentlastungen für Hoteliers und Unternehmen zurückgenommen, hätten Bund, Länder und Kommunen rund 70 Milliarden Euro mehr im Jahr.

Um Einnahmesteigerungen geht es jetzt. Und nur die ernsthafte Umsetzung einer solchen Politik würde die Worte ausgewogen, fair und gerecht verdienen.“

Antworten Zuletzt bearbeitet am 09.07.2010 10:24.

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Proteste bei N24 - Rote Karte für den Arbeitgeber

von redaktion am 09.07.2010 10:17




Proteste bei N24 - Rote Karte für den Arbeitgeber


Stefan Aust,
neuer N24-Chef

Mit Unterstützung des Deutschen Journalisten-Verbandes und der Gewerkschaft ver.di haben heute (07.07.2010) Mittag über 100 Mitarbeiter des Nachrichtensenders N24 am Marlene-Dietrich-Platz in Berlin ihrem Arbeitgeber in einer Protestaktion die rote Karte gezeigt. Dieser hatte angekündigt, dass bis September nochmals rund 70 Stellen abgebaut werden sollen – auf dann rund 140. Den N24-Mitarbeitern geht es jetzt um die Wiederaufnahme der Verhandlungen zu einem Rationalisierungstarifvertrag und der Fortführung des Sozialplans bis 2015.

Der Nachrichtensender N24 war erst Mitte Juni aus ProSiebenSat.1 herausgelöst und per Management-Buy-Out von Ex-Spiegel-Chef Stefan Aust und Torsten Rossmann übernommen worden. Bei der ersten Verhandlungsrunde über Beschäftigungssicherung nach dem Verkauf des Nachrichtensenders hatte N24-Geschäftsführer Torsten Rossmann am 23. Juni 2010 erklärt, dass die Forderung der Gewerkschaften nicht akzeptabel sei. Danach waren die Tarifverhandlungen unterbrochen worden.

DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken appellierte an die Geschäftsführung von N24, die Tarifverhandlungen dringend wieder aufzunehmen. „Ein weiterer Arbeitsplatzabbau führt zwangsläufig zu massiven Qualitätsverlusten.“ Andreas Köhn, ver.di-Verhandlungsführer, ergänzte: „Es kann nicht sein, dass renommierte Journalisten, die sich in der Eignerrolle sehen, den Qualitätsanspruch nicht mehr ernst nehmen und die Mitarbeiter derart behandeln.“ Die Gewerkschaften fordern die neuen N24-Eigentümer auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 09.07.2010 10:18.

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Das Proton - kleiner als gedacht

von redaktion am 09.07.2010 10:03




Das Proton - kleiner als gedacht



Berlin (rdp). Manchmal sind große Probleme ganz klein. Das Problem, mit dem sich Physiker nun beschäftigen müssen, misst gerade einmal 0,0350 Millionstel eines Millionstel Millimeters. Um genau so viel ist ein Proton, der Kern eines Wasserstoffatoms, kleiner als bislang angenommen. Statt 0,8768 Femtometer misst es nämlich nur 0,8418 Femtometer. Das hat ein internationales Forscherteam um Physiker des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik nun in Experimenten am Schweizer Paul-Scherrer-Institut gemessen, die zehnmal genauer sind als alle vorherigen: Sie bescheren der Physik damit einige knackige Probleme: Mindestens eine Naturkonstante ändert sich nun. Physiker müssen aber auch die Rechnungen der Quantenelektrodynamik überprüfen. Diese Theorie gilt als sehr gut belegt, ihre Vorhersagen stimmen aber nicht mit den aktuellen Messungen über. (Nature, 8. Juli 2008)

Jahrelang dachten Randolf Pohl und seine Kollegen, ihr Messinstrument sei nicht genau genug: Schon im Jahr 2003 hatten sie erstmals ein Experiment vorgenommen, um die Größe eines Protons zu bestimmen. Doch das Signal, das ihnen darüber Aufschluss geben sollte, haben sie nicht entdeckt. "Das lag aber nicht an der Genauigkeit unserer Methode, sondern daran, dass wir nicht mit einer so großen Abweichung gerechnet haben", sagt Randolf Pohl. So hatten die Forscher das Fenster für ihre Messungen zu klein gewählt. "Es ist trotzdem gut, dass wir unsere Methode noch einmal deutlich verfeinert haben, sonst würde man uns jetzt vielleicht nicht glauben", so Pohl.

Nun haben Randolf Pohl und seine Kollegen einer internationalen Kooperation also den Ladungsradius des Protons auf weniger als einen Tausendstel Femtometer genau gemessen. Das ist der Radius, den die Ladung des positiven Wasserstoffkerns einnimmt. Zu diesem Zweck haben sie winzige Feinheiten im atomaren Aufbau untersucht, und zwar in myonischem Wasserstoff, in dem nicht ein Elektron, sondern ein schwereres Myon um den Kern saust (siehe ‚Hintergrund: ein Lineal für ein Proton’). Demnach misst der Wasserstoffkern 0,8418 Femtometer. Ein Ergebnis, das um das Fünffache außerhalb der Fehlergrenzen liegt, mit denen Physiker die bisherigen Messungen für den Protonenradius versehen hatten.

Auch wenn die Abweichung nach alltäglichen Maßstäben vernachlässigbar ist, hat sie möglicherweise gravierende Folgen. Welche, können die Forscher jedoch noch nicht gänzlich absehen. Fest steht, dass sich damit die Rydberg-Konstante ändert. Mit ihrer Hilfe berechnen Quantenphysiker, welche Energiepäckchen Atome und Moleküle aufnehmen und abgeben, wenn sie ihre Zustände ändern. Diese Energiepäckchen entsprechen den Spektrallinien der Elemente. Die Berechnungen für die Spektrallinien verschieben sich nun merklich und passen nicht mehr zum experimentellen Befund.

Nun suchen die Theoretiker einen Rechenfehler

"Da man die Rydberg-Konstante von allen Natur-Konstanten bislang am genauesten bestimmt hat, ist sie wie ein Fels in der Brandung", sagt Randolf Pohl. Wenn Physiker ein selbstkonsistentes Bild aller Naturkonstanten zeichnen, können sich die anderen Naturkonstanten wie etwa das Planck’sche Wirkungsquantum oder die Masse des Elektrons nur um die Rydberg-Konstante herum bewegen. Dass der Fels nun leicht verrückt wurde, dürfte die anderen Naturkonstanten aber kaum beeindrucken: Sie sind bislang ganz so genau bestimmt wie die Rydberg-Konstante, sodass sie den Ruck wahrscheinlich gar nicht merken. Der Test dafür steht jedoch noch aus.

"Auch mit weitergehenden Konsequenzen müssen wir sehr vorsichtig sein", so Pohl. Allerdings rechnen viele Theoretiker weltweit nun die Vorhersagen der Quantenelektrodynamik mit dem neuen Protonenradius nach. Diese Quantentheorie beschreibt, wie sich Atome, Elektronen, Elementarteilchen und andere Akteure in der Welt des Allerkleinsten bewegen und welche elektromagnetischen Felder dabei entstehen. Sie liefert im Vergleich mit den experimentellen Daten auch einen Wert für den Protonenradius - der liegt aber deutlich über dem nun gemessenen. "Ich gehe davon aus, dass bei der Rechnung irgendwo ein Fehler gemacht wurde, weil die Theorie der Quantenelektrodynamik sehr konsistent und gut belegt ist", sagt Pohl. Wenn nicht, würde der leicht verschobene Protonenradius jedoch ein physikalisches Erdbeben auslösen, das zumindest mit beträchtlichen Verwerfungen in dieser Theorie endete.

Während Theoretiker jetzt also dem Rätsel um den falschen Protonenradius ihrer Modelle nachspüren, überprüfen die Garchinger Forscher und ihre Kollegen das neue Messergebnis mit weiteren Untersuchungen am Wasserstoffatom. Außerdem wollen sie ihre Apparatur so umbauen, dass sie auch den Ladungsradius des Heliumkerns messen können. Diese Untersuchungen sollen ihnen auch etwas darüber verraten, wie Atomkerne verzerrt werden, wenn sie mit einer negativen Ladung wechselwirken. So wollen die Physiker Schritt für Schritt den exakten Aufbau der Materie enthüllen - und hoffen natürlich, auf weitere physikalische Rätsel zu stoßen.



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Hintergrund: Ein Lineal für ein Proton

Um den Ladungsradius des Protons zu messen, nutzen die Forscher die elektronischen Wechselwirkungen in einem Wasserstoffatom aus und berücksichtigen dabei die kleinsten Feinheiten des Atomaufbaus: Der positiv geladene Kern zieht das Elektron an, das sich auf verschiedenen Schalen um den Kern tummeln kann. Die Energie des Elektrons nimmt zu, wenn es auf die nächsthöhere Schale springt. Auf der ersten Schale kann es sich dabei nur in einem Orbital aufhalten: dem s-Orbital, das sich als Kugel um den Atomkern schließt. Wenn das Elektron Schale für Schale nach oben klettert, steht ihm jeweils ein weiterer Aufenthaltsraum zur Verfügung. Auf der zweiten Schale etwa kann es zusätzlich zu dem kugelförmigen s-Orbital auch ein p-Orbital besetzen, das ein hantelförmiges Gebilde um den Atomkern formt.

Im einfachsten Modell eines Atoms besitzt das Elektron im s- und p-Orbital dieselbe Energie. Tatsächlich liegt seine Energie im p-Orbital aber ein bisschen höher als im s-Orbital. Die kleine Energielücke bezeichnen Physiker als Lamb-shift, englisch für Lamb-Verschiebung. Auf diese kleine Lücke haben es die Garchinger Physiker abgesehen. Sie tut sich nämlich unter anderem deshalb auf, weil das Proton kein unendlich kleiner Punkt, sondern eine winzige Kugel ist. Sitzt das Elektron im p-Orbital, merkt das Elektron davon nichts, weil die beiden knubbelförmigen Enden der Hantel neben dem Atomkern liegen - das Elektron hält sich also nie im Kern selbst auf. In der Kugel des s-Orbitals ist das anders: Hier weilt das Elektron immer wieder auch im Kern selbst - dann haben sich die Ladungen von Kern und Elektron gegenseitig auf. Das senkt die durchschnittliche Anziehungskraft des Kerns und damit die Energie des Elektrons.

Im herkömmlichen Wasserstoffatom ist der Effekt so klein, dass er sich selbst in den genauesten Messungen kaum bemerkbar macht. Daher haben die Garchinger Physiker am Paul-Scherrer-Institut im Schweizerischen Villigen myonischen Wasserstoff erzeugt: In ihm ersetzt ein Myon das Elektron. Das Myon trägt dieselbe negative Ladung wie ein Elektron, ist aber rund 200 Mal schwerer. Daher schrumpft der gesamte Durchmesser des Atoms, und das Myon hält sich unterm Strich länger im Kern auf, so dass sich letztlich auch die Energie des fraglichen s-Orbitals stärker verschiebt. Den Energieunterschied messen die Forscher, indem sie dem Elektron mit einem Laser einen kleinen energetischen Schubs geben, so dass es von s-Orbital der zweiten Schale ins p-Orbital hüpft.

Soweit das Prinzip. Um den Energie-Unterschied zu messen, der auch im myonischen Wasserstoff immer noch winzig ist, müssen die Physiker um Randolf Pohl einige praktische Probleme lösen. Sie brauchen nicht nur einen Laser, dessen Wellenlänge sich extrem präzise einstellen lässt. Peu à peu verändern sie seine Energie, bis sie genau zu dem Übergang zwischen den beiden Orbitalen passt. Der Laser muss auch in weniger als einer Millionstel Sekunde einen Puls abgeben, wenn er den Befehl bekommt. Der ergeht, sobald die Detektoren des Apparates ein myonisches Wasserstoffatom registrieren.

In 99 Prozent der Fälle rutscht das Myon im Wasserstoffatom gleich ins s-Orbital der energetisch günstigeren ersten Schale durch. Und so schießt der Laser meistens auf Teilchen, die für ihr eigentliches Vorhaben unbrauchbar sind. Nur sechs bis sieben Mal in der Stunde registriert der Apparat ein Atom, in dem das Myon im s-Orbital der zweiten Schale hängen bleibt. "Da sitzen Sie stundenlang vor dem Bildschirm und kaum etwas passiert", sagt Randolf Pohl. Und dann dauert es nur eine Millionstel-Sekunde, bis das Myon von der zweiten in die erste, energetisch günstigere Schale fällt. Mit verschiedenen Kunstgriffen haben die Garchinger Forscher ihrem Laser eine Reaktionszeit von 900 Milliardstel Sekunden beigebracht und so die Messung erst ermöglicht.

Nachdem die Forscher monatelang ihre Apparatur am Paul-Scherrer-Institut aufgebaut und fein justiert hatten, haben sie schließlich drei Wochen ununterbrochen gemessen. Erst dann hatten sie Myonen so oft vom s- ins p-Orbital der zweiten Schale befördert, dass sich in ihrem Spektrum ein deutlicher Peak abzeichnete. Der Rest war Rechnung. "Die Formel dafür hat es ziemlich in sich", sagt Pohl: Doch schließlich kamen sie so zu dem zehnmal genaueren Wert für den Protonenradius, der Quantentheoretiker nun vor einige neue Aufgaben stellt.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 09.07.2010 10:08.

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Let's Swift again - polis-Presseschau

von redaktion am 09.07.2010 08:31




Presseschau vom 09.07.2010



484 Stimmen dafür, 109 dagegen, 12 Enthaltungen: Ja zur Observation durch die USA


Let's Swift again

Trotz massiver Bedenken europäischer Datenschützer hat das Europaparlament das umstrittene Swiftabkommen mit den USA verabschiedet. Kosmetische Korrekturen machten es möglich. Die Regelung gilt zunächst für 5 Jahre.




fr-online.de

Europaparlament segnet Swift ab

… Damit haben die USA nun ab 1. August wieder Zugriff auf Millionen von Bankdaten europäischer Kunden. Deren Überprüfung soll im Rahmen des US-Programms zur Bekämpfung des internationalen Terrorismus erfolgen. Ein erster Entwurf des Abkommens war vom Parlament noch abgelehnt worden. …




faz.net

EU-Parlament billigt Swift-Abkommen

… EU-Kommissionspräsident Barroso sagte, das Abkommen stärke die transatlantischen Beziehungen und sei ein Schlüssel für die Terrorismusbekämpfung auf beiden Seiten des Atlantiks. Das sogenannte Swift-Abkommen wurde mit 484 gegen 109 Stimmen bei 12 Enthaltungen gebilligt. Dafür stimmten vor allem die Fraktionen der Christlichen Demokraten, der Sozialdemokraten, der Liberalen und der Konservativen (Torys); dagegen waren die Grünen, die Linke und Teile der Euroskeptiker. …




spiegel.de

Freibrief für die Datensauger aus den USA

… Im Grunde stellt der Swift-Vertrag jeden grenzüberschreitenden Geldverkehr unter Generalverdacht. Wenn Geld fließt, über die Grenzen hinweg, dann ist das ein Vorgang, der registriert und archiviert wird. Swift selbst erledigt für die Fahnder dann den Rest, betreibt eine fünfjährige Vorratsdatenspeicherung über die Überweisungen und ihre Details, gibt diese auf Anforderung weiter. Für die Sicherheit der Bürger Europas soll sorgen, dass ein Beobachter von Swift in den USA nach dem rechten Umgang mit den Daten schauen soll. Klingt nach einer Vollzeitstelle, bei der kaum Langeweile aufkommt. Es ist sehr schwer vorstellbar, dass jede Anfrage auf ihre Legitimität und Verwendung geprüft werden könnte. …




taz.de

Im Namen der Terrorbekämpfung

Das umstrittene SWIFT-Abkommen ist unter Dach und Fach. Eine parteiübergreifende Mehrheit von Konservativen, Sozialdemokraten und Liberalen hat am Donnerstag für das neue Antiterrorabkommen mit den USA gestimmt, das die Übertragung von Bankdaten in großem Stil an die US-Behörden erlaubt. Linke und Grüne sind weiterhin dagegen. "Die massenhafte Weitergabe von Daten europäischer Bankkunden ist durch EU-Recht nicht gedeckt", glaubt der grüne EU-Abgeordnete Jan Philipp Albrecht. Die grüne Fraktionsvorsitzende Rebecca Harms kündigte für den 12. Juli ein Rechtsgutachten an. Sollte es zum gleichen Ergebnis kommen, wollen die Grünen den Europäischen Gerichtshof anrufen. ...

Foto: spiele.de/reuters

Antworten Zuletzt bearbeitet am 09.07.2010 08:32.

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DJV: Selbständige nicht übermäßig belasten!

von redaktion am 08.07.2010 18:51




DJV: Selbständige nicht übermäßig belasten!



Berlin (rdp/ots) - Der Deutsche Journalisten-Verband hat sich dagegen ausgesprochen, dass die Beiträge zur freiwilligen Arbeitslosenversicherung um das Vierfache erhöht werden, wie von der Bundesregierung mit dem "Gesetz für bessere Beschäftigungschancen am Arbeitsmarkt" geplant. Gerade bei den freien Journalisten könne das dazu führen, dass viele spätestens ab 2012, wenn die zweite Stufe der Betragserhöhung greift, ihre Arbeitslosenversicherung aus Kostengründen beenden müssen.

"Die in zwei Stufen im Jahr 2011 und 2012 vorgesehene Kostensteigerung verkennt die wirtschaftlichen Realitäten von selbständigen Journalisten", betonte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken. Es sei traurige Wahrheit, dass ein Großteil der Selbständigen weniger verdiene als die Arbeitnehmer.

Konken wies gleichzeitig darauf hin, dass der DJV die grundsätzliche Bereitschaft der Bundesregierung zur Verlängerung der freiwilligen Arbeitslosenversicherung begrüße. Ebenso positiv sei, dass bereits Versicherte auch ab 2011 im System verbleiben können. Nicht zielführend sei allerdings die erhebliche Steigerung der Beiträge. Die Politik müsse Selbständige angesichts der allgemein schwierigen wirtschaftlichen Lage auch weiterhin fördern. Zumindest in einer Existenzgründungsphase von mindestens drei Jahren müssten die Beiträge niedriger ausgestaltet sein. In dem Zusammenhang erinnerte er auch daran, dass Selbständige vor dem Jahr 2006 durch die Regelungen zur Erweiterung von Rahmenfristen sogar bis zu vier Jahre lang kostenlos versichert waren. "Es ist nicht nachvollziehbar, dass die Politik Selbständige in Krisenzeiten mit massiven Kostensteigerungen konfrontiert."

Antworten Zuletzt bearbeitet am 08.07.2010 18:51.
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