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Geheimakte Irak - Die wahre Geschichte des Krieges

von redaktion am 23.10.2010 15:36




Geheimakte Irak - Die wahre Geschichte des Krieges



Mainz/Berlin (rdp/ots) - "Sie haben uns gezwungen, uns auf den Boden zu legen. Dann haben sie unsere Köpfe mit ihren Füssen auf den Boden gedrückt. Sie haben uns pausenlos geschlagen", Kareem und Hussam waren auf dem Weg zu einem Restaurant als sie von der US Armee angehalten wurden. Einer von vielen Übergriffen auf Zivilisten in den Jahren nach dem Einmarsch von US Truppen im Irak.

Folter, Misshandlungen mit Todesfolge, Anschläge auf Kinder - was spielte sich wirklich unter der US-Besatzung im Irak ab? Die Internetplattform WikiLeaks hat nach eigenen Angaben Zugriff auf rund 400 000 geheime Dokumente des US-Militärs. Diese Berichte dokumentieren Operationen der amerikanischen Truppen in den Jahren 2004 bis 2009 im Irak.

Die Dokumentation "Geheimakte Irak - Die wahre Geschichte des Krieges" (Montag, 25. Oktober 2010, 23.30 Uhr, Mittwoch, 27. Oktober 2010, 21.00 Uhr im ZDFinfokanal) nimmt die Zahlen und Fakten der Geheimdokumente als Grundlage, um die wahre Situation im Irak während der Besatzung der Amerikaner und ihrer Alliierten zu schildern. Die erschreckende Bilanz, die mit Hilfe der geheimen Akten gezogen werden kann: 109 000 Tote, davon 66 000 Zivilisten, zahlreiche Fälle von Folter und Misshandlungen - auch nachdem die Missbrauchsfälle von Abu Ghraib publik wurden. Die Dokumente zeigen: Der Einsatz der US-Truppen im Irak hatte eine verheerende Wirkung. Ein ganzes Land zerstört - durch Gewalt und Terror, Mord und Anarchie, Korruption und Fehlentscheidungen.

Die Autoren der Reportage, Paul Woolich und Iain Overton (deutsche Bearbeitung: Michael Renz) sprachen mit Menschen, die Opfer der Gewalt wurden. Die Geschichten hinter den nackten Zahlen sind erschütternde Zeugnisse darüber, was der Einmarsch westlicher Truppen im Irak angerichtet hat.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 23.10.2010 15:38.

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Aufschwung XL? Jetzt höhere Löhne!

von redaktion am 23.10.2010 15:29




Aufschwung XL? Jetzt höhere Löhne!
Kommentar von Michael Schlecht


Schlecht

Berlin (rdp). Wirtschaftsminister Brüderle redet vom "XL-Boom" und jubelt: "Der
Aufschwung ist da, und zwar mit voller Kraft." Sicher, kaum ein
entwickeltes Industrieland hatte im ersten halben Jahr ein so hohes
Wachstum wie Deutschland. Und es wäre schön, wenn es so weiter ginge.
Jedoch ist der jetzige Aufschwung zunächst einmal nur die Erholung vom
tiefen Absturz im Jahr 2009. Wenn es gut läuft sind wir frühestens Ende
2011 wieder auf dem Stand vor der Krise.

Das Wachstum 2010 von 3,5 Prozent hängt zu einem Fünftel an der Auffüllung
der Lager. Dies wird sich jedoch nicht fortsetzen. Der größte Teil des
Aufschwungs ist vor allem Resultat der massiven Steigerung der Exporte.
Insofern ist der Aufschwung vor allem Obama und den Chinesen zu verdanken.
Nicht Herrn Brüderle! In den USA, China und auch andernorts wurden in der
Krise billionenschwere Konjunkturprogramme aufgelegt und so die
Weltwirtschaft angekurbelt. Aber auch das wird sich nicht fortsetzen. Und
in Deutschland läuft jetzt ein Konjunkturprogramm aus, das vollkommen
unterdimensioniert war. Insofern steht die Zukunft auf wackeligen Beinen.

Der Aufschwung ist vor allem ein Aufschwung der Profite. Die Unternehmer
haben im ersten Halbjahr ein Plus von rund 20 Prozent eingesackt. Die
Herren der Dax-Konzerne legen im gesamten Jahr einen Anstieg um satte 210
Prozent hin!

Den Beschäftigen steht gerade einmal ein Plus von 2,4 Prozent ins Haus.
Zieht man davon die Preissteigerung von 1,8 Prozent ab, bleiben mickrige
0,6 Prozent übrig. Und das ist wegen des Rückgangs der Kurzarbeit vor allem
ein statistischer Sondereffekt.

Wenn Brüderle behauptet, dass die Binnenkonjunktur angesprungen sei, hat
das wenig mit der Realität zu tun. Für 2010 wird im Herbstgutachten der
Forschungsinstitute ein Anstieg der preisbereinigten Konsumausgaben um
homöopathische 0,1 Prozent erwartet.

Bemerkenswert ist, dass Brüderle und Merkel scheinbar die Bedeutung der
Binnenwirtschaft und der Löhne entdeckt haben. Aber es reicht überhaupt
nicht die Gewerkschaften zu ermuntern deutliche Lohnsteigerungen durch
zusetzen. Das ist so, als wenn man einem Menschen mit einem Bein auffordert
mal richtig schnell zu laufen.

Nur noch die Hälfte der Beschäftigen stehen heute unter dem Schutz
gewerkschaftlicher Flächentarifverträge. Die Tarifbindung ist in den
letzten 15 Jahren deutlich erodiert. Besonders verheerend sind die
Auswirkungen der Agenda 2010. Immer mehr Menschen arbeiten nur noch
befristet, in Leiharbeit oder haben einen Minijob. Gleichzeitig führt das
massive Lohndumping in den ungeschützten Bereichen zu einem erheblichen
Druck auf den Tarifbereich. Zum Teil werden sogar Tariflohnsenkungen
erzwungen - auch mit der Androhung von Massenentlassungen.

Wenn Merkel und Brüderle es ernst meinten mit ihrem Plädoyer für höhere
Löhne, dann müssten sie vor allem den gesetzlichen Mindestlohn mit 10 Euro
einführen. Und bei der Leiharbeit den Grundsatz der gleichen Bezahlung
durchsetzen ebenso wie Befristungen wieder eng regulieren. Wenn die
Regierung den privaten Konsum stärken wollte, dann müsste sie das
Arbeitslosengeld II auf 500 Euro erhöhen.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 23.10.2010 15:30.

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Zur Sache, bitte - polis-Presseschau

von redaktion am 23.10.2010 10:03




Presseschau vom 23.10.2010



Hier geht es rund: Schlichtungsgespräche.


Zur Sache, bitte

Sowas hat es so noch nicht gegeben. Eine „Sach“- und „Fachschlichtung“ über ein parlamentarisch beschlossenes Großprojekt. Mit der gestern begonnenen Schlichtung wird Stuttgart21 einer öffentlichen Detailprüfung unterzogen in der sich Gegner und Befürworter gleichberechtigt gegenübersitzen. Dazwischen: Heiner Geißler.





fr-online.de

„Liebe Leute, das hat so keinen Sinn“

… Es ist schwer. Für alle. Heiner Geißler mahnt für die „Menschen an den Bildschirmen“, die Runde möge doch bitte ihre Wortwahl bedenken. „Keine Predigten, keine Glaubensbekenntnisse, kein historisches Seminar.“ Hier gelte nicht, je komplizierter die Sätze sind, desto mehr Eindruck schinden sie. „Keine Kürzel, kein Englisch und Latein, nur wenn es notwendig ist.“ …




faz.net

Konfliktlösung im Kantschen Sinne

… Es ist 10.05 Uhr, und es beginnt ein Verfahren, das, wie Geißler immer wieder hervorhebt, „innovativ“ sei und das es so noch nicht gegeben habe: Ein parlamentarisch beschlossenes Projekt, für das schon die Bauarbeiter angerückt sind, wird noch einmal einer Prüfung unterzogen. „Es bleibt alles rechtmäßig, aber in einer Mediendemokratie, in der sich Tausende Menschen in wenigen Sekunden organisieren, bleibt es Aufgabe der Politik, ein solches Projekt immer wieder zu erläutern“, sagt Geißler. …




spiegel.de

Schlichter versuchen sich in Live-Demokratie

… Nach Jahrzehnten der Planung, Beschlüssen von Gemeinderäten und noch ein paar anderen Parlamenten in Stuttgart, Berlin oder Brüssel, nach einem Polizeieinsatz mit Wasserwerfern und Pfefferspray saßen an diesem Freitag 28 Gegner und Befürworter des Projekts am Runden Tisch im Stuttgarter Rathaus, um die Sache zu klären.
Und weil den 28 im Ländle offenbar nicht weniger zugetraut wird als dem Parlamentarischen Rat anno dazumal nach der Hitler-Diktatur, geht der Info-Kanal Phoenix gute sieben Stunden live drauf. …




taz.de

Schlagabtausch um Stuttgart 21

… Das gab es noch nie: eine Schlichtung zwischen Regierenden und Bürgerinitiativen - also eine Art runder Tisch -, die direkt im Fernsehen, im Internet und auf öffentlichen Großbildleinwänden übertragen wird. Am Freitag war es so weit: Der erfahrene Schlichter in Tariffragen, Heiner Geißler (CDU), bat die Gegner und Befürworter des umstrittenen Bahnhofsprojekts Stuttgart 21 an einen Tisch - damit sie sich jeweils die Argumente der anderen Seite anhören. Anders ist der breite Graben, der in Stuttgart Gegner und Befürworter des Milliardenprojekts trennt, offenbar nicht mehr zu überwinden. Am heutigen Samstag wollen beide Seiten wieder demonstrieren. ...

Foto: taz.de/dpa

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Bei grüner Regierungsbeteiligung in Baden-Württemberg keine Umsetzung von S21

von redaktion am 22.10.2010 19:57




Palmer (B'90/Grüne): Bei grüner Regierungsbeteiligung in Baden-Württemberg keine Umsetzung von S21
Kosten einer Nicht-Realisierung wesentlich niedriger als bei Umsetzung



Palmer

Bonn/Berlin (rdp/ots) - Bonn/Stuttgart, 22. Oktober 2010 - Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer hat gegenüber PHOENIX angekündigt, S21 nicht zu realisieren, sollten die Grünen bei den kommenden Landtagswahlen in die Regierung gewählt werden. "Wenn die Grünen an der nächsten Landesregierung beteiligt sind, werden sie dieses Projekt nicht realisieren. Unter der Bedingung, dass wir dieses Projekt realisieren müssen, treten wir nicht in eine Landesregierung ein", sagte Palmer.

Die Kosten einer Nicht-Umsetzung des Projekts beliefen sich nach seiner Einschätzung auf maximal 700 Millionen Euro. "Nach unserer Auffassung ist das wesentlich billiger, als die Kostensteigerungen in Kauf zu nehmen, wenn man weitermacht."

Zum Verlauf des ersten Schlichtungstages äußerte sich Palmer positiv: "Die Schlichtung hat jetzt schon viel Entlastung gebracht. Es kommt vieles ans Licht, was bisher verborgen war." Die Frage ob gebaut werde oder nicht, ließe sich seiner Meinung nach nicht im Schlichtungsverfahren lösen. Es sei aber "ein Ventil für den aufgestauten Unmut", so Palmer.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 22.10.2010 20:00.

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Doppelt so viele Abschiebungen von Roma in den Kosovo

von redaktion am 22.10.2010 13:30




Doppelt so viele Abschiebungen von Roma in den Kosovo


Jelpke

Berlin (rdp). "Ungeachtet aller Warnungen vor Diskriminierungen und Rechtsverletzungen wird die Bundesregierung in diesem Jahr voraussichtlich doppelt so viele Roma in den Kosovo abschieben wie im Vorjahr", fasst Ulla Jelpke innenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage (17/2857) zusammen. Ulla Jelpke weiter:

Bis Ende September hat die Bundesregierung 113 Roma abgeschoben. Aufs ganze Jahr hochgerechnet wären das 151 Abschiebungen, nach 76 Abschiebungen im Jahr 2009.

Hier vollzieht sich langsam, aber stetig eine der größten Abschiebeaktionen der deutschen Geschichte. Unmittelbar davon betroffen sind nach Angaben der Bundesregierung 10.041 Personen (8.489 Roma und 1.552 Ashkali sowie Balkan-Ägypter). Diese gelten als ,vollziehbar zur Ausreise verpflichtet'. Außerdem dürften unter den rund 17.000 weiteren Personen aus dem Kosovo und aus Serbien, die derzeit nur geduldet sind, ebenfalls mehrere Tausend Minderheitenangehörige sein, die langfristig mit ihrer Abschiebung rechnen müssen.

Unter humanitären Gesichtspunkten ist diese Entwicklung katastrophal. 18 Prozent jener Menschen, die abgeschoben werden sollen, leben seit über 12 Jahren in Deutschland. Auf den Abschiebelisten stehen selbst alleinerziehende Eltern, Kinder und Pflegebedürftige.

Die Bundesregierung schlägt sämtliche Hinweise von Menschenrechts- und Flüchtlingsorganisationen in den Wind, dass die Roma und Ashkali im Kosovo ein menschenunwürdiges Dasein erwartet. Die kosovarischen Behörden sind unfähig und unwillig, sie zu integrieren. Oftmals erwartet sie nur Verarmung, Obdachlosigkeit und Diskriminierung. Auch der Europarat hat Anfang Oktober einen Abschiebestopp gefordert, genauso wie der EU-Kommissar für Menschenrechte, UNICEF und amnesty international. Die Bundesregierung verdrängt gerne, dass die meisten Flüchtlinge infolge des NATO-Angriffs auf Jugoslawien sowie der Machtübernahme der UCK im Kosovo ihr Land verlassen mussten. Mit seiner Beteiligung am Krieg von 1999 hat sich Deutschland mitverantwortlich gemacht - diese Verantwortung darf nicht einfach mitsamt den Menschen abgeschoben werden."

Antworten Zuletzt bearbeitet am 22.10.2010 13:31.

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"Stuttgart 21": Einvernehmliches Ergebnis unvorstellbar

von redaktion am 22.10.2010 10:21




Palmer zum Schlichtungsauftakt bei "Stuttgart 21": Einvernehmliches Ergebnis unvorstellbar
Keine Befriedung ohne abschließenden Volksentscheid



Palmer

Leipzig/Berlin (rdp/ots) - Der baden-württembergische Spitzen-Grüne Boris Palmer, der anstelle des verhinderten Grünen-Landtagsfraktionschef Winfried Kretschmann zu "Stuttgart 21" teilnimmt, kann sich nicht vorstellen, dass am Ende des von Heiner Geißler moderierten Abstimmungsprozess zwischen Landesregierung, Bahn und Protestbewegung ein gemeinsames Ergebnis steht. In einem Interview mit der "Leipziger Volkszeitung" (Freitag-Ausgabe) sagte Palmer, der auch Oberbürgermeister von Tübingen ist: "Dafür müssten sich sehr viele mir zugängliche Informationen als falsch erweisen. Das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Aber ich bin dann bereit, meine Meinung zu ändern, wenn sich die Faktenlage ändert. Das hoffe ich auch von der anderen Seite", so Palmer. Auf die Frage nach einem einvernehmlichen Schlichtungsergebnis ergänzte Palmer: "Es wäre schon viel erreicht, wenn es gelänge, Einigkeit über die Faktenlage zu erzielen und dann das Volk entscheiden zu lassen. Dieser Volksentscheid muss nach meiner Meinung am Ende des jetzigen Verfahrens stehen. Sonst lässt sich die Situation nicht befrieden."

Fest stehe schon jetzt, so ergänzte der Grünen-Politiker: "Schwarz-Grün in Baden-Württemberg kann man für die nächste Wahl vergessen. Wer die Polizei auf die Bürgerschaft loslässt, um sich als entschlossener Macher zu profilieren und sich dabei auch noch so verkalkuliert wie Herr Mappus, der kann nicht mit uns regieren. Und mit dem können und wollen wir nicht regieren." Stuttgart 21 sei zum Knackpunkt für eine Zusammenarbeit mit den Grünen geworden. Keine Seite werde da von ihrer Position abgehen, weder Schwarz noch Grün. "Deswegen ist 2011 Schwarz-Grün in Baden-Württemberg erledigt. Was für uns Grüne nicht so schlimm ist wie für die Union, weil Grün-Rot oder Rot-Grün erstmals in der Geschichte Baden-Württembergs eine realistische Chance hat."

Die öffentliche Moderation mit Heiner Geißler bezeichnete Palmer als "ein Experiment zur Ergänzung unserer Demokratie". Dieses Schlichtungsverfahren sei nirgendwo vorgesehen. Es könne natürlich auch schief gehen. "Wenn es dumm läuft, dann sehen wir nur die alten Power-Point-Präsentationen und hören die schon lange bekannten mehr oder weniger wichtigen Aussagen beider Seiten. Das wäre das Scheitern dieses Experimentes", so Palmer.

Aber es gebe dank Geißlers Wirken schon jetzt ein positives Zeichen. "Nach den Auseinandersetzungen mit schweren Verletzten im Schlossgarten konnte es nicht einfach so weitergehen. Wir waren drauf und dran, uns in eine gefährliche Spirale der Eskalation hineinzusteigern. Jetzt versucht man, wieder vernünftig miteinander zu reden." Wenn es jetzt noch gelänge, Klärung über die Sache herbeizuführen, also strittige Sachverhalte aufzuarbeiten und die vielen zurückgehaltenen Informationen und Unterlagen öffentlich zu machen, dann wäre wirklich viel erreicht.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 22.10.2010 11:00.

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Frankreich revoltiert weiter - polis-Presseschau

von redaktion am 22.10.2010 08:21




Presseschau vom 22.10.2010



Mehrere Millionen Beschäftigte und Studenten demonstrierten in den Städten Frankreichs
gegen die Sozialpolitik, wie hier in Marseille.


Frankreich revoltiert weiter

Die Demonstrationen gegen die Rentenreform der französischen Regierung gehen weiter, breiten sich aus und werden radikaler. Benzindepots und Autobahnen werden blockiert, Schulen und Universitäten sind ebenso von Protestaktionen betroffen. Die Auseinandersetzungen werden gewalttätiger.





fr-online

Katz- und Mausspiele mit der Polizei

… Trotz der Ankündigung von Präsident Nicolas Sarkozy, alle Blockaden von Benzindepots zu beenden, war am Donnerstag vormittag der Zugang zu mindestens 14 Lagern versperrt. Demonstranten liefern sich Katz- und Mausspiele mit der Polizei und besetzen die Depots immer so lange, bis die Sicherheitskräfte auftauchen. Aber auch wenn alle Depots wieder zugänglich sein sollten, ist das Versorgungsproblem nicht gelöst. Mittlerweile sind alle zwölf Raffinerien des Landes komplett heruntergefahren. Sie wieder in Betrieb zu setzen, braucht schon aus technischen Gründen mehrere Tage. …




faz.net

Die Revolte der Unzufriedenen

… Die Proteste der Franzosen gegen die Rentenreform sind Ausdruck des Grolls der Politikverdrossenen - und, bei vielen, der Enttäuschung über ihren Präsidenten. Sarkozy aber will sich schon bald feiern lassen - als einsamer Held, der sich gegen den Widerstand zum Wohle aller durchsetzte. …




spiegel.de

Erste französische Bezirke rationieren Benzin

… Die Gewerkschaften kündigten am Donnerstagabend weitere Aktionstage gegen die umstrittene Rentenreform am 28. Oktober und am 6. November an. Am 28. Oktober wird die endgültige Annahme der umstrittenen Rentenreform durchs Parlament erwartet. Voraussetzung dafür ist, dass der Senat bei seiner Sitzung am Freitag zustimmt. Die Regierung hatte zuvor erfolgreich ein vereinfachtes Abstimmungsverfahren beantragt. Sie hofft, dass mit den beginnenden Herbstferien die Proteste allmählich abebben. …




taz.de

Kein Ende der Demonstrationen

… Trotz zahlreicher Einsätze der Polizei ist es der französischen Regierung bisher nicht gelungen, die Situation in einem von Protesten erschütterten Land unter Kontrolle zu bekommen. Von überall wurden auch gestern wieder Störaktionen, Besetzungen, Straßensperren und Demonstrationen gemeldet. Unverändert massiv beteiligten sich die Mittelschüler und jetzt auch die Studierenden gestern wieder an den Demonstrationen. ...

Foto: fr-online

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Frostige Aussichten – Altersarmut in Deutschland

von redaktion am 21.10.2010 14:25




Frostige Aussichten – Altersarmut in Deutschland


Birkwald

Berlin (rdp). „Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer, und die Zukunftsaussichten stimmen sogar eher frostig“, kommentiert Matthias W. Birkwald, rentenpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE, die heute vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Daten, die erstmals einen Rückgang der von ‚Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung’-Betroffenen um eine halbes Prozent ausweisen. Birkwald weiter:

Seit die ‚Grundsicherung im Alter‘ in Kraft getreten ist, ist die Zahl der Rentner, die auf sie angewiesen sind, um über 55 Prozent gestiegen. Im Jahr 2003 gab es knapp 260.000 Betroffene, Ende 2009 waren es schon fast 400.000. Wenn alle Empfänger der ‚Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung‘, also sowohl die über als auch die unter 65-Jährigen gezählt werden, dann ist die Zahl sogar um über 70 Prozent gestiegen, nämlich von 440.000 in 2003 auf über 760.000 Ende 2009. Die Grundsicherung beträgt im Schnitt nur 683 Euro im Monat. Armut verhindert sie also nicht. Das zeigt die aktuelle Armutsgefährdungsschwelle. Bereits heute sind nach diesem Maßstab 13 Prozent in Westdeutschland und 23 Prozent in Ostdeutschland von Armut bedroht. Diese traurige Entwicklung wird mit der Rente erst ab 67 gewaltig vorangetrieben werden. Um einen dramatischen Anstieg der Altersarmut zu verhindern, müssen folgende Maßnahmen ergriffen werden: Alle Dämpfungsfaktoren müssen aus der Rentenformel gestrichen werden. Die Rentenbeiträge für Langzeiterwerbslose müssen deutlich erhöht statt ersatzlos gestrichen werden. Ferner muss die Rente nach Mindestentgeltpunkten entfristet werden. Nur so kann ein Anstieg der Altersarmut in Deutschland verhindert werden.“

Antworten Zuletzt bearbeitet am 21.10.2010 14:27.

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Renate will ! - polis-Presseschau

von redaktion am 21.10.2010 07:29




Pressseschau vom 21.10.2010



Grünen-Politikerin Künast: Bald Kontrahentin von Berlins Bürgermeister Wowereit?


Renate will !

Renate Künast wird Klaus Wowereit herausfordern und zur Wahl des Regierenden Bürgermeisters von Berlin antreten. Die Berliner Abgeordnetenhauswahlen finden im September nächsten Jahres statt. Da kann noch viel passieren. Renate will - kann sie auch?





fr-online.de

Künast tritt gegen Wowereit an

… Renate Künast will bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus 2011 als Grünen-Spitzenkandidatin gegen Klaus Wowereit (SPD) antreten. Wie die Berliner Zeitung aus der Partei erfuhr, möchte die Fraktionschefin der Grünen im Bundestag ihre Kandidatur am 5. November bei einem „erweiterten Mitgliederabend“ in Berlin bekanntgeben. Der Termin wurde eigens für eine Rede Künasts anberaumt. Die reguläre Landesdelegiertenkonferenz findet zwei Tage später statt. …




faz.net

Künast will offenbar in Berlin kandidieren

… Weder die Grünen im Abgeordnetenhaus noch die Bundestagsfraktion der Grünen wollten sich offiziell zu den Berichten äußern. Am 7. November folgt ein Landesparteitag der Grünen. Bisher war damit gerechnet worden, dass Künast spätestens dort ihre Spitzenkandidatur verkünden wird. Die Wahlen zum Berliner Parlament finden am 18. September 2011 statt. …




spiegel.de

Künast steht vor Kandidatur gegen Wowereit

… Laut jüngsten Meinungsumfragen können sich die Grünen gute Chancen ausrechnen, bei der Wahl 2011 stärkste Kraft zu werden und mit Künast die Regierungschefin zu stellen. Die Partei liegt derzeit mit 30 Prozent klar vor der SPD. In Berlin regiert seit Anfang 2002 eine rot-rote Koalition. …




taz.de

Renate Künast beendet Gerüchte

… Offiziell will die derzeitige Vorsitzende der Bundestagsfraktion die Nachricht am 5. November verkünden. Wie am Mittwoch bekannt wurde, lädt die Partei dafür zu einem eigens anberaumten Mitgliederabend ins Berliner Museum für Kommunikation. Dort läuft derzeit eine Ausstellung zum Thema "Gerüchte". Zwei Tage nach dem Mitgliederabend ist seit Langem ein Landesparteitag angesetzt, bei dem die Grünen ihr Programm für die Abgeordnetenhauswahl beraten wollen. ...

Foto: spiegel.de

Antworten Zuletzt bearbeitet am 18.11.2010 10:28.

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Umfrage: Bund soll Zuständigkeit für Schulpolitik übernehmen

von redaktion am 20.10.2010 18:29




Umfrage: Bund soll Zuständigkeit für Schulpolitik übernehmen

Köln/Berlin (rdp/ots) - Die Mehrheit der Deutschen ist nicht damit einverstanden, dass Schulpolitik Ländersache ist. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Berliner Meinunsforschungsinstituts "Info GmbH", über die der Kölner Stadt-Anzeiger (Donnerstagsausgabe) berichtet. 75,5 Prozent der Befragten lehnen demnach den Föderalismus bei der Bildungspolitik ab. Unter den Wählern der Partei "Die Linke" sind es sogar 91 Prozent. Eine knappe Mehrheit der Bundesbürger spricht sich für die Gemeinschaftsschule als Alternative zu Haupt- und Realschulen aus - im Osten des Landes sind sogar 64 Prozent dafür. Auch 38 Prozent der Wähler von CDU/CSU befürworten inzwischen das Modell der Gemeinschaftsschule.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 20.10.2010 18:31.
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