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polis
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Regierung muss Auskunft über Sarrazin-Deal geben

von polis am 12.09.2010 13:03




Regierung muss Auskunft über Sarrazin-Deal geben


Bartsch

Dietmar Bartsch, stellvertretender Vorsitzender der Bundestagsfraktion DIE LINKE, hat die Bundesregierung um sofortige Auskunft darüber gebeten, mit welchen finanziellen Konditionen und Zusagen das Ausscheiden von Thilo Sarrazin als Vorstandsmitglied der Bundesbank verbunden ist.

Wissen möchte ich, welche Dienstbezüge und sonstigen Leistungen ihm aus Verträgen zu seinem bisherigen Amt noch zustehen und ob mit ihm Verträge geschlossen wurden, die zusätzliche Geld- oder Leistungsansprüche begründen.

Die Öffentlichkeit hat ein Recht darauf zu erfahren, ob es zwischen Wulff, Merkel, Weber und Sarrazin Vereinbarungen gibt. Ob auf Kosten der Steuerzahler ein Deal geschlossen wurde, der den Bundespräsidenten vor einer unangenehmen Entscheidung bewahrt, der die Bundeskanzlerin und den Bundesbankchef vor einem Gesichtsverlust schützt und der für Thilo Sarrazin ein goldener Handschlag ist.

Es beschädigt Demokratie und Rechtsstaat, wenn Arbeitnehmer wegen Bagatellen Arbeit und Ehre verlieren , für die Spitzen des Establishments aber trotz schärfster Vorwürfe in Geheimverhandlungen teure Lösungen auf Steuerzahlerkosten gefunden werden. Bundesregierung und Bundesbank forderten angesichts Sarrazins unerträglichen Gen-Thesen seine Entlassung – zu Recht. Wenn sie ihn jetzt stattdessen aus dem Bundesbankvorstand rausgekauft haben, ist das ein Skandal."

Antworten Zuletzt bearbeitet am 12.09.2010 13:03.

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Wowereit will härtere Gangart gegenüber den Grünen

von polis am 11.09.2010 14:33




Wowereit will härtere Gangart gegenüber den Grünen


Wowereit

Berlin (rdp/ots) - Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hat sich für eine härtere Gangart seiner Partei gegenüber den Grünen ausgesprochen. "Es gibt keinen Anlass zur Schonung", sagte der stellvertretende SPD-Vorsitzende dem Berliner "Tagesspiegel" (Sonntagausgabe) mit Blick auf den Höhenflug der Öko-Partei in den Umfragen. In bestimmten großstädtischen Milieus mit guten Einkommen und guter Bildung habe sich die Affinität zu den Grünen bundesweit seit Jahren verstärkt. "Die SPD tut gut daran, diese Entwicklung ernst zu nehmen und die Grünen wie jeden anderen politischen Konkurrenten zu behandeln", erklärte Wowereit. Zu einer möglichen Spitzenkandidatur von Grünen-Fraktionschefin Renate Künast bei den Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus im Herbst 2011 sagte der Regierende Bürgermeister, er gehe davon aus "dass Frau Künast nun antreten muss". Zwar habe sich die Grünen-Politikerin noch nicht erklärt. "Ihre Parteifreunde im Bund reden aber von nichts anderem und stellen ihr ja sozusagen schon den Stuhl vor die Tür." Künast werde ihre Kandidatur auch daran messen lassen müssen, ob sie auf eine "Rückfahrkarte in die Bundespolitik" verzichte, fügte Wowereit hinzu. "Wer hier Regierender Bürgermeister werden will, muss sich klar für Berlin entscheiden." Den Berliner Grünen warf Wowereit vor, ihnen fehle als "Partei der arrivierten Bildungsbürger das Gespür fürs Soziale". Berlin müsse von einer Partei geführt werden, die die soziale Balance garantiere. Die Grünen konzentrierten sich bis heute "auf Teile der Gesellschaft und nicht auf das Ganze".

Antworten Zuletzt bearbeitet am 11.09.2010 15:15.

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"Das ist ein unerhörter Vorgang"

von polis am 11.09.2010 12:36




Parlamentsdebatte über neue Staatshilfen für HRE


Ernst

Berlin (rdp). Der Vorsitzende der LINKEN, Klaus Ernst, fordert eine Parlamentsdebatte über neue Staatshilfen für die angeschlagene HRE-Bank. Es sei nicht länger hinnehmbar, dass am Parlament vorbei über derartige Summen entschieden werde. Dadurch werde die Demokratie ausgehöhlt, so Ernst. Er erklärt:

Das ist ein unerhörter Vorgang. In der nächsten Woche tritt der Bundestag zusammen und berät über einen Haushalt, der für 2011 Sozialkürzungen in Milliardenhöhe vorsieht. Am Wochenende davor wird per Schaltkonferenz über die Summe von 40 Milliarden Euro verfügt, um damit eine Bank zu retten, deren Hauptzweck inzwischen ist, die deutschen Privatbanken von ihren faulen Krediten zu befreien. Das ist die Hälfte der Summe, die die Bundesregierung bis 2015 hauptsächlich bei den Bürgern abkassieren will. Die wahre Bad Bank sind die Steuerzahler. So wird die Demokratie ausgehöhlt und der Staat zur Beute der Spekulanten. Es muss eine Parlamentsdebatte über diese neuen Staatshilfen geben. Pro und Contra müssen öffentlich diskutiert werden. Wir dürfen uns nicht länger mit dem Gerede von der Alternativlosigkeit solcher Aktionen zufrieden geben. Letztes Wochenende hat die Kanzlerin mit einer Runde von Managern per Telefonkonferenz den Atomdeal auf Kosten der Bürger ausgehandelt. Diese Woche wirft ein Geheimkabinett per Telefonkonferenz einer Bank 40 Milliarden in den Rachen. Für so schwerwiegende Entscheidungen wählen die Menschen eigentlich einen Bundestag. Er muss bei solchen Aktionen künftig wieder das Letztentscheidungsrecht haben. Wir müssen die Entmündigung des Staates durch die Banken durchbrechen."

Antworten Zuletzt bearbeitet am 11.09.2010 12:45.

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Die Lobbyrepublik - polis-Presseschau

von polis am 11.09.2010 10:24




Presseschau vom 11.09.2010



AKW in Lingen: Schutzklauseln erregen Unmut bei der Opposition


Die Lobbyrepublik

Die Bundesregierung hat zu einem praktischen Regierungsstil gefunden. Demokratische Prozesse zur Willens- und Gesetzesfindung sind out. Bevorzugt werden Vereinbarungen und Verträge mit ganzen Branchen. Parlamente werden umgangen.





fr-online.de

Lobbyisten an der Macht

… Eine Empfehlung für gutes Regieren muss nicht allein deshalb falsch sein, weil sie von Otto von Bismarck, dem ersten Reichskanzler, stammt. Insbesondere sein Vergleich von Gesetzgebung und Wurstherstellung hat bis heute nichts von seiner Gültigkeit verloren: „Je weniger die Leute wissen, wie Würste und Gesetze gemacht werden, desto besser schlafen sie.“ Die schwarz-gelbe Koalition aber scheint sich um den Schlaf der Deutschen nicht zu scheren. In den vergangenen Tagen ist bekanntgeworden, welche Zutaten sie zur Herstellung ihrer Gesetze wählt, wer ihre Lieferanten sind, wer am Herd steht und wessen Geschmack bedient wird. …




faz.net

Atomkonzerne sichern sich mit Schutzklauseln ab

… Der von der Regierung mit den Betreibern der Kernkraftwerke Sonntagnacht paraphierte Vertrag über Sonderzahlungen gegen Laufzeitverlängerungen hat inzwischen zu heftiger Kritik der Opposition geführt. Dort war von einem „Geheimvertrag“ die Rede. Spekulationen über Nebenabreden wies Unions-Fraktionschef Volker Kauder (CDU) zurück. Am Donnerstagabend veröffentlichte die Regierung die Vereinbarung mit der Atomwirtschaft im Internet (zum PDF). Nach der Kritik hatte sie zwar angekündigt, das Dokument rasch vorzulegen - allerdings sollte die Vereinbarung zunächst den Fraktionen von Union und FDP zugeleitet werden. …




spiegel.de

Opposition wütet gegen schwarz-gelben Atomdeal

… Hat die Bundesregierung bei ihrem Abkommen mit den Energiegiganten getrickst? SPD und Grüne wittern ein falsches Spiel - und üben heftige Kritik an dem Verfahren. Die Anti-Korruptionsorganisation Transparency International warnt vor Schäden für die Demokratie. Der Druck auf Kanzlerin Merkel steigt. …




taz.de

SPD wirft Merkel Rechtsbruch vor

… Nach Ansicht der SPD ist die Atomvereinbarung zwischen der schwarz-gelben Regierung und den Energiekonzernen rechtlich nicht haltbar. "Ich halte das für einen klaren Rechtsbruch", sagte SPD-Chef Sigmar Gabriel am Freitag am Rande einer Fraktionsklausur in Berlin.
Das Gesetz lege fest, dass alles für die Sicherheit der Atomkraftwerke getan werden müsse, unabhängig von den Kosten. "Ein Unternehmen muss entscheiden, ob das wirtschaftlich ist und wenn nicht, muss es das Atomkraftwerk schließen", sagte Gabriel: "Niemand kann das Atomgesetz per Vertrag aushebeln." ...

Foto: spiegel.de/getty images

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Mit Rassisten kungelt man nicht

von polis am 10.09.2010 12:55




Mit Rassisten kungelt man nicht


Jelpke

Berlin (rdp). "Ein Rassist weniger macht noch keine tolerante Gesellschaft", kommentiert die innenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, Ulla Jelpke, den angeblich freiwilligen Rücktritt von Thilo Sarrazin. „Für eine Rücknahme der Vorwürfe gegen Sarrazin gibt es überhaupt keinen Grund.“ Ulla Jelpke weiter:

Dass Sarrazin nun in allen Ehren aus der Bundesbank verabschiedet wird, ist ein sehr schlechter Deal. Er hätte fristlos gefeuert werden müssen, weil nur das unmissverständlich klargestellt hätte, dass jemand, der Volksverhetzung betreibt, nicht tragbar ist.

Auch für die SPD stellt sich jetzt die Gretchenfrage. Äußerungen von SPD-Chef Sigmar Gabriel deuten darauf hin, dass er das Parteiausschlussverfahren einstellen will. Mit solchen Rassisten kungelt man nicht, man schmeißt sie raus.

Natürlich bildet Sarrazin nur die Spitze eines Eisberges. Er steht für den Extremismus der sogenannten Mitte. Sarrazins biologistischen, sozialdarwinistischen und rassistischen Parolen muss in aller Deutlichkeit widersprochen werden. Dass erhebliche Teile derer, die diese Demokratie repräsentieren, damit beginnen wollen, über Sarrazins abstruse Thesen ernsthaft zu diskutieren, ist ein Alarmsignal."

Antworten Zuletzt bearbeitet am 10.09.2010 12:56.

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Gysi sieht Linke in "schwierigem Fahrwasser"

von polis am 10.09.2010 11:26




Gysi sieht Linke in "schwierigem Fahrwasser" - Fraktion streitet um Annäherung an Rot-Grün


Gysi

Halle/Berlin (rdp/ots) - Die Linkspartei ringt um ihren politischen Kurs. Bei einer Fraktionsklausur am Scharmützelsee in Bad Saarow (Brandenburg) gerieten die Abgeordneten vor allem wegen der Strategie im Umgang mit SPD und Grünen aneinander. Das berichtet die in Halle erscheinende Mitteldeutsche Zeitung (Freitagausgabe). Fraktionschef Gregor Gysi zeichnete nach Teilnehmerangaben ein düsteres Bild der Lage seiner Partei. "Wir sind in extrem schwieriges Fahrwasser geraten", sagte er.

Gysi hatte Mitarbeiter eine Lageanalyse erstellen lassen. Demnach geht der Zuspruch für die Linke in wichtigen Bereichen zurück, etwa der sozialen Gerechtigkeit. Eine Antwort auf ihren sinkenden Stern hat die Partei noch nicht gefunden. Hitzig wurde über das Verhältnis zu SPD und Grünen debattiert. Die Reformer der Fraktion plädierten für eine Annäherung, um Schwarz-Gelb mit einem rot-rot-grünen "Gegenprojekt" zu kontern. Die Hardliner forderten eine noch schärfere Abgrenzung zu den Sozialdemokraten.

"Wir sind durchaus in einer ernsten Lage", sagte der Abgeordnete Jan Korte der Zeitung. Korte, der zu den Reformern der Partei zählt, pochte auf eine Annäherung an Rot-Grün. "Ich plädiere dafür, dass wir uns in ein Bündnis für sozialen Fortschritt einreihen." Seine Partei könne dabei gewinnen. "Die Linke muss sich für andere Mehrheiten öffnen. Wir könnten dabei als Garant für einen echten Politikwechsel sicherstellen, dass Rot-Grün nicht wieder in Richtung der Agenda 2010 marschiert", sagte er.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 10.09.2010 11:30.

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Michel Friedman: Steinbach aus der CDU ausschließen

von polis am 09.09.2010 19:03




STREIT UM VERTRIEBENEN-PRÄSIDENTIN STEINBACH: Michel Friedman: Ein politischer und historischer Skandal Union sollte über Partei-Ausschluss nachdenken


Friedmann

Berlin (rdp/ots) - Publizist und N24-Moderator Michel Friedman hat der Vertriebenen-Präsidentin Erika Steinbach vorgeworfen, sie wolle den Polen die Schuld am deutschen Angriffskrieg geben. Dem Nachrichtensender N24 sagte Friedman:

Dies ist ein politischer, aber auch historischer Skandal. Zu versuchen, die eigene historische Schuld des deutschen Angriffskrieges jetzt kausal den Polen in die Schuhe zu schieben, ist eine weitere Provokation nicht nur im deutsch-polnischen Verhältnis, sondern ein weiterer Eklat um Frau Steinbach, die seit Monaten und Jahren immer wieder versucht, revisionistische und auch hochgefährliche geschichtliche Aussagen zu verändern und zu relativieren. (...) Dies jetzt noch einmal in einer Fraktionssitzung der Union im Bundestag zu formulieren, ist eigentlich nicht hinnehmbar."


Auch über einen Parteiausschluss Steinbachs sollte sich die Union Gedanken machen, sagte Friedman, der selbst CDU-Mitglied ist:

Die Fraktionsführung der Union und die Union selbst muss sich die Frage stellen, wie lange sie in ihrer Reihe jemanden hat, der die Geschichte Deutschlands, Europas aber damit auch des Dritten Reiches und des Zweiten Weltkrieges in einer Art und Weise beschreibt, wie wir sie normalerweise nur vom rechten Rand kennen."

Antworten Zuletzt bearbeitet am 09.09.2010 19:06.

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Transparency kritisiert Vereinbarung der Bundesregierung mit Energiekonzernen

von polis am 09.09.2010 16:27




Transparency kritisiert schriftliche Geheimvereinbarung der Bundesregierung mit den Energiekonzernen

- Antikorruptionsorganisation stellt Antrag auf Akteneinsicht nach Informationsfreiheitsgesetz
- Kritik an der Aushebelung des Parlamentes


Berlin (rdp) - Die Antikorruptionsorganisation Transparency International Deutschland kritisiert das Verhalten der Bundesregierung, die nach Medienberichten eine schriftliche Vereinbarung mit den Energiekonzernen getroffen haben soll. Mit dieser Vereinbarung hätte die Bundesregierung Fakten geschaffen, die durch die Abgeordneten nicht mehr verändert werden können. Die Flucht in privatrechtliche Verträge schafft Intransparenz, und solchen Vereinbarungen fehlt die politische Legitimität.

Edda Müller, Vorsitzende von Transparency Deutschland: "Demokratie heißt, auch umstrittene Fragen öffentlich durch die Volksvertreter entscheiden zu lassen. Die Telefonate von Sonntagnacht mit den Energiekonzernen weisen auf eine Intimität im Umgang miteinander, die souveräne Politik unmöglich macht. Hinter verschlossenen Türen konnten sich nur die Vertreter bestimmter Interessen einbringen, während Mittelstand, Stadtwerke und Klimaschützer außen vor blieben."

Die rechtliche Verbindlichkeit der schriftlichen Vereinbarung ist unklar. Es ist von einer Art von Vorvereinbarung und freiwilligen Zahlungen der Energiekonzerne die Rede. Bei freiwilligen Zahlungen wäre eine schriftliche Vereinbarung aber überflüssig. Es ist sogar verboten, für Spenden, die freiwillige Zahlungen sind, Gegenleistungen zu fordern. Eine genaue Beurteilung der schriftlichen Vereinbarung ist erst mit ihrer Offenlegung möglich.

Daher hat Transparency Deutschland am heutigen Tag beim Bundeskanzleramt einen Antrag auf Akteneinsicht in die schriftliche Vereinbarung nach dem Informationsfreiheitsgesetz gestellt. Dabei soll auch offen gelegt werden, wer am Gespräch im Kanzleramt am letzten Sonntag persönlich und telefonisch teilgenommen hat. Weiterhin will Transparency das Protokoll für die Teile der Sitzung einsehen, an der Externe beteiligt waren.

Transparency Deutschland hatte im Jahr 2001 das Spitzengespräch von Kanzler Schröder mit der Pharmaindustrie als modernen Ablasshandel kritisiert. In dem Gespräch war damals vereinbart worden, dass gegen Zahlung von 300 Mio. DM die geplante Preissenkung bei patentgeschützten Arzneimittel zurückgezogen wird.

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Türkische Gemeinde in Deutschland kritisiert Merkels Preisverleihung an Westergaard

von polis am 09.09.2010 15:52




Türkische Gemeinde in Deutschland kritisiert Merkels Preisverleihung an Westergaard


Kolat

Düsseldorf/Berlin (rdp/ots) - Der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Kenan Kolat, hat Kanzlerin Angela Merkel einen Mangel an "interkultureller Kompetenz" vorgeworfen. Hintergrund ist die Verleihung des M100-Medienpreises an den umstrittenen dänischen Karikaturisten Kurt Westergaard. "Natürlich muss die Pressefreiheit verteidigt werden, aber der Zeitpunkt der Preisverleihung war mehr als unglücklich", sagte Kolat der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post". Damit werde die aktuelle, von Thilo Sarrazin angestoßene muslimfeindliche Debatte weiter befeuert. "Ziel der Politik sollte sein, Vorurteile gegen Muslime abzubauen", forderte Kolat. Er kritisierte zugleich, dass die Preisverleihung mitten im Ramadanfest stattgefunden hat: "Gerade jetzt jemanden zu ehren, der die Gefühle der Muslime derart beleidigt hat, empfinden viele Muslime als Affront", so Kolat . "Die Preisverleihung zeigt, dass es unserer Bundeskanzlerin an interkultureller Kompetenz fehlt. Zu Recht werden sich viele Muslime fragen, wie glaubwürdig die Integrationspolitik der Regierung ist. Seit Jahren versuchen wir, den interkulturellen Dialog zu stärken - ich habe mehr Verständnis von Seiten der Kanzlerin erwartet." Kolat kündigte an, der Regierungschefin seine Enttäuschung in einem Brief noch einmal schriftlich darzulegen.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 09.09.2010 15:52.

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"Aus Furz wird Bombe gemacht"

von polis am 09.09.2010 15:33




Koran-Verbrennung - Wittenberger Theologe Schorlemmer kritisiert Medien: "Aus Furz wird Bombe gemacht"


Schorlemmer

Leipzig/Berlin (rdp/ots) - Der Wittenberger Theologe Friedrich Schorlemmer hat im Zusammenhang mit der geplanten Koran-Verbrennung einer radikalen evangelikalen Splittergruppe in den USA die Berichterstattung der Medien kritisiert. "Leider ist die Empörung der Medien darüber Teil des Problems. Alle stürzen sich auf 50 Idioten in den USA. So wird aus einem Furz eine Bombe gemacht", sagte Schorlemmer der "Leipziger Volkszeitung" (Freitag-Ausgabe). Die verheerende Wirkung der Verbrennungsaktion würde nur dadurch entstehen, dass ein zügelloser Wettbewerb in der veröffentlichten Meinung ausgetragen wird. "Jeder glaubt, noch mehr als der andere über diesen Blödsinn berichten zu müssen. Leider spielen die Medien das idiotische Spiel des Terry Jones mit und blenden die fatalen Folgen aus. Eigentlich müsste man sagen: Komm, der hat 'nen Klaps, wir ignorieren ihn."

Schorlemmer fordert daher eine Art freiwillige Selbstkontrolle der Medien. "Man kann solche Aktionen nicht verbieten, aber es muss eine Übereinkunft auch in den Medien geben, darüber nicht zu berichten. Nicht jeder Blödsinn verdient ein öffentliches Podium." Zudem sei mehr sprachliche Sensibilität nötig. "Leider wird Jones immer als Pfarrer bezeichnet. Ich bin auch Pfarrer und zucke zusammen und wehre mich dagegen, mit dem in einem Topf geworfen zu werden." Schon in seiner Zeit in Köln habe Jones viel Unsinn getrieben. Sein "bescheuertes Tun" habe nichts mit christlicher Nächstenliebe und der Aufgabe eines Pfarrers zu tun.

Der Wittenberger Theologe sieht in der geplanten Koran-Verbrennung vor allem einen Angriff auf Obamas Ausgleichbemühungen mit dem Islam. "Das ist ein Frontalangriff auf den Geist der Obama-Rede von Kairo." Obama sei es darum gegangen, sich mit militanten Islamisten auseinanderzusetzen, ohne dass ein antiislamisches Feindbild aufgebaut wird. "Wir dürfen uns auch weiterhin nicht an Verteufelungsstrategien beteiligen, auf keiner Seite", so Schorlemmer.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 09.09.2010 15:34.
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