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Datenreport 2011: Neuer Sozialbericht für Deutschland erschienen
von redaktion am 11.10.2011 10:38
Datenreport 2011: Neuer Sozialbericht für Deutschland erschienen
Wiesbaden / Berlin (rdp) - Der neue Datenreport 2011 berichtet über Themen, die als Indikatoren für Lebensqualität und gesellschaftliche Wohlfahrt ins Blickfeld der Politik gerückt sind. Dazu gehören neben der Verteilung von materiellem Wohlstand, Erwerbsarbeit, persönlicher und wirtschaftlicher (Un)Sicherheit auch Aspekte wie Gesundheit, Bildung, Umwelt, persönliche Aktivitäten, politische Partizipation und soziale Beziehungen.
Der Datenreport 2011, der heute auf einer gemeinsamen Pressekonferenz von Vertretern des Statistischen Bundesamtes (Destatis), des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB) und der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb in Berlin vorgestellt wurde, zeichnet ein differenziertes Bild der Lebensbedingungen in Deutschland. Er greift auf Zahlen und Fakten der amtlichen Statistik zurück und führt diese mit den Ergebnissen aus der sozialwissenschaftlichen Forschung zusammen. In mehr als 40 Beiträgen wird über die objektiven Lebensverhältnisse und das subjektive Wohlbefinden der Bürgerinnen und Bürger umfassend und detailliert berichtet. Erstmals wird auch der Zusammenhang von Gesundheit und sozialer Ungleichheit dargestellt sowie über die Einstellungen zur Rolle der Frau informiert.
Der Datenreport erscheint seit 1985 regelmäßig alle zwei Jahre. Herausgeber sind das Statistische Bundesamt, die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb und das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB), in der aktuellen Ausgabe unterstützt vom Sozio-oekonomischen Panel (SOEP).
Der Datenreport steht im Internetangebot des Statistischen Bundesamtes (www.destatis.de) und des Wissenschaftszentrums Berlin (www.wzb.eu/de) kostenfrei als Download zur Verfügung. Die Buchausgabe ist bei der bpb (www.bpb.de/publikationen) gegen eine Bereitstellungspauschale erhältlich.
Grünen-Chef will Bankenhilfe an schärfere Regulierung knüpfen
von redaktion am 11.10.2011 10:19
Grünen-Chef will Bankenhilfe an schärfere Regulierung knüpfen
Özdemir
Düsseldorf / Berlin (rdp) - Der Bundesvorsitzende der Grünen, Cem Özdemir, hat weitere Verstaatlichungen von Banken und eine Regulierung der Finanzmärkte für den Fall eines europäischen Bankenrettungsprogramms gefordert. "Wenn der Staat den Banken kräftig unter die Arme greift, dann mit Mitspracherechten und staatlicher Beteiligung. Eine Bankenrettung II kann es nur begleitet mit einer wirksamen und längst überfälligen Regulierung des Banken- und Finanzsektors geben", sagte Özdemir der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post" (Dienstagausgabe). Ansonsten werde die abermalige Bankenrettung "bloß die Ouvertüre zur nächsten sein", sagte Özdemir. Auch die Einführung einer Finanztransaktionssteuer müsse von Deutschland und Frankreich im Euro-Raum forciert werden, betonte der Grünen-Politiker. "Es kann nicht sein, dass die Banken die Profite einstreichen, während die Allgemeinheit die Risiken tragen soll. Die Fehler der Bankenkrise 2008 dürfen nicht wiederholt werden."
Die Bayern warns - polis-Presseschau
von redaktion am 11.10.2011 08:57
Presseschau vom 11.10.2011
Bayerns Innenminister Herrmann: Blamiert vom CCC
Die Bayern warns
Der vom CCC identifizierte "Bundestrojaner" ist ein in Hessen programmiertes und in Bayern eingesetztes Schnüffelprogramm. Das Bundesministerium will mit der Sache nichts zu tun haben, ist jedoch um Aufklärung bemüht. Das will sogar die Kanzlerin. Das Ausmaß der schon seit Jahren stattfindenden Schnüffelpraxis des bayerischen Landeskriminalamtes beschäftigte schon im Februar Âdiesen Jahres das Landgericht Landshut. Mit dem Ergebnis der teilweisen Rechtswidrigkeit.
fr-online.de
Die Privaten hinter dem Bundestrojaner
... Die Enthüllungen des Chaos Computer Clubs über den offenbar ungesetzlichen Einsatz von Spionagesoftware durch Ermittlungsbehörden beunruhigen Datenschützer und Politik. Dokumente aus dem Bayerischen Justizministerium belegen, in welchem Ausmaß schon vor Jahren mit der Überwachung begonnen worden ist. ...
faz.net
Regierung verspricht Aufklärung
... Die Bundesregierung hat an diesem Montag umfassende und vollständige Aufklärung der Vorwürfe zugesagt, denen zufolge bei Sicherheitsbehörden des Bundes oder der Länder Spionage-Programme eingesetzt werden, deren Nutzung nicht im Einklang mit geltendemRecht und mit der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts stünden. ...
spiegel.de
Virenprogramme erkennen den Staatstrojaner
... Er kam aus Hessen, wurde in Bayern eingesetzt und taugte nicht viel - so viel ist über den am Wochenende enthüllten Staatstrojaner mittlerweile klar. Der vom Chaos Computer Club sezierte Schnüffler wird von Anti-Virus-Software längst erkannt. Doch auch andere Staatstrojaner sind im Einsatz. ...
taz.de
"Stets im rechtlichen Rahmen"
... Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und andere Politiker von Regierung und Opposition forderten unterdessen umfassende Aufklärung. Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) sprach sich für Untersuchungen auch auf Landesebene aus, um die Vorwürfe aufzuklären. In der kommenden Woche wird sich auf Antrag der SPD der Innenausschuss des Bundestages damit beschäftigen. Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar kündigte eine Überprüfung des Programms an. ...
Foto: spiegel.de/dpa
Bundestrojaner: Was ist privat?
von redaktion am 10.10.2011 11:04
Bundestrojaner: Was ist privat?
von polis-Gastautor Phlipp Freiherr von Brandenstein

von Brandenstein
"Despotisches Stückwerk" nennt selbst die kreuzkonservative FAZ den Bundestrojaner, mit dessen Einsatz die deutschen Ermittlungsbehörden wohl massiv gegen das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes verstoßen haben.
Dieses Instrument und eben auch sein Mißbrauch stellen eine traurige, aber letztlich logische Folge einer verfehlten und bürgerrechtsfeindlichen Innenpolitik unter den Ministern Schily, Schäuble und Friedrich dar. Diese Politik ist nun endgültig am Spagat zwischen Sicherheit und Freiheit gescheitert, den die erwähnten Minister wohl ohnehin nie mit Überzeugung versucht haben. Sie waren einseitig sicherheitsfixiert und haben einen geradezu beispiellosen Abbau von Freiheitsrechten vorangetrieben.
Personelle Konsequenzen zu ziehen, ist unabdingbar. Doch ein Bauernopfer wird hier nicht ausreichen. Nach 10 Jahren bedarf es eines Paradigmenwechsels in der Sicherheits-, Datenschutz- und Bürgerrechtspolitik. Als Leitmotiv kann die Einsicht von Benjamin Franklin dienen:"Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, der wird am Ende beides verlieren."
Der Fall deckt jedoch noch ein anderes Dilemma auf, wie mir ein Freund zu bedenken gab: Die PIRATEN, die sich Whistleblowing und totale Publizität auf die Fahnen geschrieben haben, werden über kurz oder lang eben den Spagat erklären müssen, warum einerseits fordern, dass jede als Mail verschickte Notiz eines Botschaftsmitarbeiters an sein Ministerium in die Öffentlichkeit gehört, private Daten "normaler" Bürger aber nicht. Die damit verbundene Frage ist daher eine philosophische, und die modernen Gesellschaften haben sie sich noch nicht einmal ansatzweise beantwortet: Was ist privat?
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Der Autor diente ab Anfang 2007 als Chief-of-Staff von Karl-Theodor zu Guttenberg in Berlin. Diesem folgte Brandenstein Ende 2008 als Leiter Strategie und Kommunikation in die Landesleitung der CSU. In dieser Funktion - verantwortlich für die Kampagnenführung der CSU - erstellte Brandenstein ein vertrauliches Strategiepapier, in welchem er gegen eine "Anti-Türkei-Kampagne" der CSU bei den Europawahlen 2009 Stellung nahm. Inzwischen ist Philipp von Brandenstein aus der CSU ausgetreten.
Ozapft is - polis-Presseschau
von redaktion am 10.10.2011 08:58
Presseschau vom 10.10.2011
Kollidiert oftmals mit Verfassungsvorgaben: das Programm zur Quellenüberwachung.
Ozapft is
Der vom ChaosComputerClub (CCC) analysierte "Bundestrojaner" ist ein durch und durch grundgesetzwidriges Spionagewerkzeug zur Ausspähung fremder Computer. Die Software wird von Ermittlern zur Überwachung von Telekommunikationsverbindungen eingesetzt. Nach den Bekanntgaben des CCC behauptet das Innenministerium den Trojaner bislang nicht eingesetzt zu haben. Politiker unterschiedlicher Parteien zeigen sich entsetzt, die Justizministerin ist "beunruhigt". Die Hacker vom CCC nennen die IT-Wanze sinnigerweise: "Ozapft is".
fr-online.de
Digitaler Lauschangriff
... Der Chaos Computer Club hat die Spionagesoftware des Bundes geknackt - und will festgestellt haben, dass sie mehr kann, als sie darf.. Der oberste Datenschützer Peter Schaar fordert ebenso wie FDP, Grüne und Piraten-Partei Aufklärung. Auch die Justizministerin ist beunruhigt. ...
faz.de
Innenministerium: Trojaner nicht eingesetzt
... Während sich Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) am Sonntag „beunruhigt" über eine angeblich von deutschen Ermittlungsbehörden eingesetzte Spionagesoftware geäußert hat, hob das Bundesinnenministerium hervor: „Das Bundeskriminalamt hat den in der heutigen Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung durch den ,Chaos Computer Club' (CCC) dargestellten sogenannten Trojaner nicht eingesetzt. Was auch immer der CCC untersucht hat oder zugespielt bekommen haben mag, es handelt sich dabei nicht um einen sogenannten Bundestrojaner", sagte ein Sprecher des Innenministeriums. ...
spiegel.de
Datenschützer prüfen staatliche Computer-Überwachung
... Der Chaos Computer Club hat staatliche Überwachungssoftware geknackt - und sorgt damit für Entsetzen. Bundesdatenschützer Peter Schaar will das Spähprogramm so schnell wie möglich untersuchen. Heftige Kritik an der IT-Wanze kommt auch von einem früheren Bundesverfassungsrichter. ...
taz.de
Offen wie ein Scheunentor
Der Chaos Computer Club (CCC) hat ein Computerprogramm analysiert, das offenbar von Ermittlungsbehörden eingesetzt wurde. Dabei haben sie erstaunliche Details entdeckt. ...
Foto: taz.de/dpa
Verfassungsbruch bei Online-Durchsuchung muss Konsequenzen haben
von polis am 09.10.2011 15:46
Verfassungsbruch bei Online-Durchsuchung muss Konsequenzen haben
Korte
„DIE LINKE fordert eine umfassende Aufklärung und unverzügliche Konsequenzen. Wenn die Analyse des Chaos Computer Clubs zutrifft, muss die Befugnis des Bundeskriminalamtes (BKA) für Online-Durchsuchungen sofort ersatzlos gestrichen werden. Von den politisch Verantwortlichen für diesen Verfassungsbruch erwarte ich, dass sie auch persönliche Konsequenzen ziehen und zurücktreten. Die staatliche Überwachungssoftware verfügt nicht nur über illegale Fundamentalfunktionen, wie den Vollzugriff auf den Rechner des Betroffenen, sie ist offenbar auch noch hochgradig dilletantisch und fahrlässig programmiert. Wenn jeder, der den Trojaner entschlüsselt hat, alle anderen gleichartigen knacken und fernsteuern kann, ist der Überwachungssupergau eingetreten" erklärt Jan Korte, Mitglied im Vorstand der Fraktion DIE LINKE, anlässlich der Enthüllung der staatlichen Überwachungssoftware durch den Chaos Computer Club (CCC). Korte weiter:
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Gemeinsamer Aufruf der wichtigsten Wirtschaftsverbände Deutschlands, Frankreichs und Italiens
von polis am 08.10.2011 15:11
Gemeinsamer Aufruf der wichtigsten Wirtschaftsverbände Deutschlands, Frankreichs und Italiens
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- Politische und wirtschaftliche Integration durch neuen EU-Vertrag vertiefen- Anstrengungen für Reformen und Haushaltkonsolidierung stärken
- Stabilitätsmechanismus zu politisch unabhängigem Fonds weiterentwickeln
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8. Oktober 2011
Berlin (rdp) - Die drei wichtigsten Unternehmensverbände der Eurozone fordern in einem gemeinsamen Aufruf einen neuen EU-Vertrag, um die politische und wirtschaftliche Integration Europas weiterzuentwickeln. "Wenn Europa seinen Anspruch, Politik auf globaler Ebene zu gestalten, wahren will, so kann dies nur auf dem Weg eines kontinuierlichen Fortschritts hin zu einer politischen Union erreicht werden." Unterzeichnet haben den Aufruf Hans-Peter Keitel, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Emma Marcegaglia, Präsidentin des italienischen Unternehmensverband Confindustria, und Laurence Parisot, Präsidentin des französischen Unternehmensverbands Mouvement des entreprises de France (Medef).
Die Präsidenten rufen die Politik dazu auf, den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) zu einem politisch unabhängigen Fonds weiterzuentwickeln. Dieser Fonds müsse als letztes Mittel ein Verfahren zur Umschuldung vorsehen. Zwingend notwendige Voraussetzung für jegliche Hilfszahlung aus dem Fonds müsse eine äußerst transparente Analyse der Schuldentragfähigkeit sein.
Zudem fordern die Spitzenverbände stärkere Reformbemühungen und Haushaltskonsolidierung in allen Mitgliedstaaten. "Mitgliedstaaten müssen ihre Reformprogramme an den Besten und nicht am Durchschnitt orientieren", heißt es in dem Aufruf. Darüber hinaus müsse die Politik für eine angemessene Kapitalausstattung der europäischen Banken zu sorgen.
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Aufruf zu einer tieferen europäischen Integration Wir, die Präsidenten der drei größten Unternehmensverbände der Eurozone und Mitglieder der B20, erklären hiermit unsere umfassende Unterstützung für eine tiefere europäische Integration. Mit ihrem Binnenmarkt und ihrer starken und stabilen Währung bildet die Europäische Union eine wesentliche Grundlage für Wohlstand und eine wirtschaftliche Führungsrolle. Die europäische Wirtschaftsintegration hat es unseren Unternehmen ermöglicht, ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern und so einen höheren Lebensstandard der Unionsbürger sowie mehr und bessere Arbeitsplätze zu schaffen. Deshalb haben europäische Unternehmen das größte Interesse daran, den Euro zu erhalten und die Fortsetzung der Bemühungen in Richtung hin zu einer weiteren politischen und wirtschaftlichen Integration zu unterstützen. 1. Wir brauchen solide öffentliche Haushalte und eine wettbewerbsfähige Wirtschaft Die tiefe Vertrauenskrise auf den internationalen Finanzmärkten hat ihre Ursachen nicht nur in Europa und der Eurozone, aber zweifellos auch dort. Vor diesem Hintergrund muss Europa jetzt entschlossen Vertrauen wiederherstellen. Das Europa von morgen muss auf den Prinzipien von Freiheit und Vielfalt, Stabilität und Zusammenhalt sowie Wettbewerb und Solidarität basieren. Sowohl durch den Entwurf eines finanziellen Sicherheitsnetzes wie durch Fortschritte hin zu einer gemeinsamen Wirtschaftspolitik muss sichergestellt werden, dass die Europäische Union ein wirksames Regelwerk für solide öffentliche Haushalte und eine wettbewerbsfähige Wirtschaft schafft. 2. Wir brauchen das Engagement der Politik Deshalb rufen wir die europäischen Institutionen, die Regierungen und die nationalen Parlamente auf, ihre Aufgaben mit Entschlossenheit und Nachdruck anzugehen. Zunächst müssen die bereits vorliegenden Vorschläge zügig umgesetzt werden:  das sogenannte Sixpack, das den Stabilitäts- und Wachstumspakt stärkt und auf die Einführung eines neuen Systems der makroökonomischen Überwachung innerhalb Europas zielt;  die Beschlüsse zur Sicherstellung der Effektivität und Effizienz der Europäischen Finanzstabilisierungsfazilität (ESFS) und des Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM), die am 21. Juli vom Rat der Europäischen Union gefasst worden sind.
Darüber hinaus müssen Länder wachstumsfördernde Strukturreformen durchführen, um die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Volkswirtschaften zu verbessern. Mitgliedstaaten müssen ihre Reformprogramme an den Besten und nicht am Durchschnitt orientieren, um mit den USA, China und anderen aufstrebenden Volkswirtschaften konkurrieren zu können. Politische Entscheidungsträger müssen als Grundvoraussetzung für die Lösung der derzeitigen Krise das Problem einer angemessenen Kapitalausstattung der europäischen Banken angehen. All diese Entscheidungen gehören zusammen. Sie setzen eine finanzielle und haushaltspolitische Anstrengung von allen voraus und erfordern Mut und politischen Willen. Der Erfolg wird von der Entschlossenheit und der Fähigkeit jedes betroffenen Landes abhängen, diese Maßnahmen unbedingt und ohne Ausnahme zu verabschieden und umzusetzen. 3. Wir brauchen ein stärkeres Europa Gleichwohl stellen die bisher vorgesehenen Maßnahmen nicht den Quantensprung dar, der notwendig ist, die derzeitigen Probleme und Mängel in der Eurozone zu überwinden. Um den Grundstein für ein prosperierendes und politisch starkes Europa des 21. Jahrhunderts zu legen, rufen wir die Europäische Union auf,  als Schritt zu einer engeren politischen und wirtschaftlichen Union die Arbeit an einem neuen Vertrag aufzunehmen;  dieser Vertrag muss den ESM zu einem unabhängigen Fonds weiterentwickeln, der auf der Grundlage klarer und transparenter Regeln arbeitet und Hilfen unter strengen Auflagen gewährt. Neben dem Ziel eines ausgeglichenen Haushalts orientiert sich das vom Fonds vorgeschlagene Reformprogramm vor allem an wachstumsfördernden Strukturreformen;  um die Effektivität des Programms zu verbessern, sollten Kommission und Europäische Investitionsbank (EIB) die Synergien zwischen den Förderprogrammen und EU-Fonds verstärken, u. a. durch eine Erhöhung der Kofinanzierungsrate;  eine absolut notwendige Voraussetzung für jegliche Hilfszahlung aus dem Fonds ist eine Schuldentragfähigkeitsanalyse, die in transparenter Weise und unter Beteiligung der EZB durchgeführt werden muss. Bei Anwendung eines Hilfsprogramms muss vor der Auszahlung jeder neuen Tranche überprüft werden, ob die vereinbarten Bedingungen eingehalten werden und ob die Fähigkeit zur Schuldenrückzahlung weiterhin gegeben ist.  dieser Fonds muss als letztes Mittel auch ein entsprechendes Verfahren zur Umschuldung beinhalten. Aus dem Blickwinkel der Realwirtschaft gibt es absolut keinen Grund für eine erneute Rückkehr in die Krise. Die globale Realwirtschaft ist intakt. Viele europäische Unternehmen sind auf ihrem Gebiet weltweit führend. Die Weltwirtschaft bietet weiterhin reichlich Chancen und Perspektiven. Die politischen und wirtschaftlichen Gewichte in der Welt verschieben sich mit ungeheurer Geschwindigkeit. Es ist wichtig, das wirtschaftliche und politische Gewicht Europas in einer Welt sicherzustellen, die sich in zunehmendem Tempo verändert. Vor allem die bevölkerungsreichen Schwellenländer werden in sehr naher Zukunft zu globalen Schwergewichten heranwachsen. Wirtschaftliche Stärke bedeutet politische Stärke. Wenn ein in zahlreiche Einzelstaaten zersplittertes Europa angesichts dieser Entwicklungen seine wirtschaftliche Position aufrechterhalten und seinen Anspruch, Politik auf globaler Ebene zu gestalten, wahren will, so kann dies nur auf dem Wege eines kontinuierlichen Fortschritts hin zu einer politischen Union erreicht werden. Die Achtung des Subsidiaritätsprinzips, das Bekenntnis zu Vielfalt und Wettbewerb ebenso wie die Anerkennung der kulturellen Eigenarten der Mitgliedstaaten und Regionen in Europa stehen diesem Ziel nicht entgegen - im Gegenteil, sie sind Bestandteil der Stärke Europas.
Satirischer Wochenrückblick
von phantadu am 08.10.2011 13:09Der satirische Wochenrückblick von Peter Zudeick im WDR 5-Radio - Das politische Wochengeschehen - respektlos, aber treffend formuliert. Fair, aber ziemlich unbarmherzig.
Ernst verlangt Bankenverstaatlichung
von redaktion am 08.10.2011 10:30
Ernst verlangt Bankenverstaatlichung
Anti-Banken-Proteste nach US-Vorbild für das Frankfurter Bankenviertel angekündigt
Ernst
Leipzig / Berlin (rdp) - Für eine radikale Verstaatlichung der deutschen Banken hat sich der Vorsitzende der Linkspartei, Klaus Ernst, eingesetzt. Gegenüber der "Leipziger Volkszeitung" (Sonnabend-Ausgabe) sagte Ernst: "Bankenrettung heißt Bankenverstaatlichung." Er sei dafür, dass der Staat die Banken, die sich mit Staatsanleihen verspekuliert hätten, "zwangsweise mit Kapital versorgt und dafür auf Dauer Eigentümerrechte erwirbt". Es könne nicht sein, dass der Staat immer nur für die Verluste gerade stehe und die Gewinne in den Taschen der Banken landeten. "Mittelfristig muss der ganze Bankensektor unter öffentlich-rechtliche Kontrolle", verlangte Ernst. Der Links-Parteichef prophezeite in Deutschland ähnliche Anti-Banken-Proteste wie momentan in den USA: "Es wird bald auch in Deutschland Anti-Banken-Proteste nach amerikanischem Vorbild geben. Die Menschen haben es satt, dass für marode Banken Milliarden da sind und für sie nichts." Seine Partei, so Ernst, werde "schon bald zu einem ersten Aktionstag im Frankfurter Bankenviertel aufrufen".
Drei Frauen - polis-Presseschau
von redaktion am 08.10.2011 09:50
Presseschau vom 08.10.2011
Ellen Johnson-Sirleaf, Leymah Gbowee, Tawakkul Karman
Drei Frauen
Den diesjährigen Friedensnobelpreis erhalten drei Frauen zu gleichen Teilen. Ellen ÂJohnson-Sirleaf, erste gewählte Präsidentin eines afrikanischen Staates aus Liberia, die Menschenrechtlerin Leymah Gbowee ebenfalls aus Liberia sowie Tawakkul aus dem Jemen. Die drei Frauen setzen sich jeweils für mehr Rechte und Gerechtigkeit für Frauen unter jeweils sehr unterschiedlichen Voraussetzungen ein. Das Nobelpreiskomitee in Oslo ehrt damit weltweit das Engagement für all diejenigen, die sich gegen sexualisierte Gewalt gegen Frauen sowie Kriegsverbrechen starkgemacht haben.
fr-online.de
Drei Frauen bekommen den Friedensnobelpreis
... Drei Frauen der Demokratiebewegung in Afrika und der arabischen Welt erhalten den Friedensnobelpreis. Es sind die liberianische Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf, die Bürgerrechtlerin Leymah Roberta Gbowee, ebenfalls aus dem ehemaligen westafrikanischen Bürgerkriegsland Liberia, sowie Tawakkul Karman aus dem Jemen. Der Chef des Nobelpreis-Komitees, Thorbjørn Jagland, erklärte am Freitag in Oslo, die beiden Liberianerinnen hätten sich erfolgreich für die Beendigung des mehr als 13 Jahre wütenden Bürgerkriegs in ihrem Land eingesetzt. ...
faz.net
Friedensnobelpreis an drei Kämpferinnen für Frauenrechte
... Mit dem Friedensnobelpreis werden in diesem Jahr die liberianische Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf, deren Landsfrau Leymah Gbowee und die jemenitische Journalistin Tawakkul Karman ausgezeichnet. Mit ihr erhält auch eine Aktivistin der Arabellion die Auszeichnung. ...
spiegel.de
Die Schattenseiten der Strahlefrau
... Zwei afrikanische Frauen erhalten den Friedensnobelpreis, ein Signal für den Kontinent? Wohl kaum. Leymah Gbowee ist zu unbekannt - und Ellen Johnson-Sirleaf zu undurchsichtig. Die Präsidentin Liberias brachte ihrem Land Frieden, Straßen und Bildung, doch ihre Karriere hat auch düstere Kapitel. ...
taz.de
Danke, Oslo!
... Die beiden Liberianerinnen und die Jemenitin setzen sich mit ungeheurer Energie dafür ein, dass Frauen in Nachkriegsgesellschaften und in kriegsähnlichen Verhältnissen mehr Gehör finden. Und das unter völlig unterschiedlichen Voraussetzungen: Die eine ist ranghohe Politikerin, die zweite kämpft als Aktivistin für die Überwindung der Leiden, die der langjährige Krieg in ihrer Heimat hervorgerufen hat, die dritte mobilisiert in einem Land für Frauenrechte, in dem gerade jetzt die Waffen sprechen. Gemeinsam sind ihnen ihr Mut, ihre Klugheit und die Stärke, sich gegen die extrem gewalttätigen patriarchalen Verhältnisse in Liberia beziehungsweise Jemen aufzulehnen. ...
Foto: faz.net/dpa


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