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Marylin

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Mit ins Grab?

von Marylin am 05.11.2009 16:14




Schickt der Tod des NPD-Vize und Finanziers, Jürgen Rieger, die ewig klamme Partei ins finanzielle Aus? Sein Testament, zugunsten seiner Familie, lässt die braunen Glieder zittern.





"Mit seinem letzten Willen dürfte er seine Partei enttäuscht haben": Jürgen Rieger. Foto: dpa/taz.de



Riegers könnten Geld von NPD fordern

Schwerer Schlag für die NPD: Das Erbe ihres Vizechefs Rieger soll alleine an seine nicht-rechtsradikale Familie gehen. Diese könnte zudem Rückforderungen an die Partei stellen. VON ANDREAS SPEIT



Der unerwartete Tod des NPD-Vizechefs Jürgen Rieger erschüttert die rechtsradikale Szene weiter. Das Ableben des Hamburger Neonazianwalts wird die Bewegung finanziell empfindlich treffen: Das Erbe Riegers soll alleine an die Familie gehen.

In dem aufgefundenen Testament soll Rieger festgelegt habe, dass die Kinder das Vermögen erhalten, berichtete der Radiosender NDR-Info am Donnerstagmorgen. In dem Testament sei zudem festgelegt, dass das Dokument nicht einem Gericht übergeben werden soll. Ende vergangener Woche wurde das Testament gefunden.

"Mit seinem letzten Willen dürfte Rieger seine Partei enttäuscht haben", sagt der Rechtsextremismusexperte Christian Dornbusch. Denn seit Jahren half Rieger der NPD mit großen Finanzierungen aus. An die 500.000 Euro soll der 63-Jährige der Partei als Darlehen gegeben haben. Der NPD-Bundesvorsitzende Udo Voigt erklärte noch am Todestag Riegers, dem 29. Oktober, dass ihr "Kamerad" als "Unterstützer und Förderer ein Fels in der Brandung unserer stürmischen Zeit" gewesen sei.

"Der letzte Wille kann die NPD jetzt möglicherweise auch in finanzielle Bedrängnis bringen, wenn die Familie Darlehensrückforderungen stellt", betont Dornbusch. Forderungen, die die Partei mit Sorge wohl erwarten dürfte. Denn die vier Kinder von Rieger, die nun über die Hinterlassenschaft entscheiden, stehen der Szene von NPD bis Freie Kameradschaften nicht nahe. Sympathien für die Gesinnung ihres Vaters sollen sie auch nicht hegen. Manfred Murck, stellvertretender Leiter des Hamburger Landesamtes für Verfassungsschutz, sagt: "Wir gehen auch davon aus, dass das Testament zu Gunsten der Familie ist" und betont "wir schätzen ein, dass wenig dafür spricht, das die Familie die 'nationale Sache' fördern wird".

Die NPD gibt sich trotz dieses Testaments gelassen. Der Pressesprecher der NPD-Landtagsfraktion Peter Marx betont: "Von direkten Auswirkungen gehe ich nicht aus". Marx, der lange NPD-Generalsekretär war, erklärt, dass Rieger der NPD nicht nur eigenes Geld zur Verfügung gestellt habe, sondern auch von anderen Darlehensgebern die Finanzmittel treuhändlerisch verwaltet habe. Dornbusch sagt: "Die NPD redet sich die Situation schön".

Es gelang Rieger im Laufe seiner fast 40-jährigen Politikkarriere immer wieder Geld für die "nationale Bewegung" zu beschaffen. Nicht nur von Alt-Nazis besorgte Rieger Mittel, er soll auch Kredite von NPD-Sympathisanten zur Partei geregelt haben, die diese Nähe nicht bekannt werden lassen wollen. Der NPD half Rieger zudem oft mit schnellen Darlehen aus, wenn die chronisch klamme Partei von Finanzaffären und –problemen gebeutelt war.

Erleichterung kommt indes bei Stadt- und Gemeindeverwaltungen auf, wo Rieger um Immobilienkäufe oder –nutzungen stritt. Laut NDR-Info hat Rieger für seine Firma "Wilhelm Tietjen Stiftung Ltd." keinen Bevollmächtigten eingesetzt. Die Firma und damit deren Immobilien, das "Schützenhaus" im thüringischen Pößneck und der "Heisenhof" im niedersächsischen Dörverden, könnten auch den Kindern zufallen. "Über diese Nachricht würden wir uns freuen", sagt Julia Dünkel, Kulturamtsleiterin in Pößneck.

Im niedersächsischen Faßberg und im bayrischen Warmensteinach sehen die Verwaltungen den Verhandlungen mit den Besitzern eines Hotels und eines Gasthof ebenso entspannter entgegen. Über eine Million Euro hat Rieger jeweils geboten. "Der Verkaufswert wird gerade ermittelt", sagt Andreas Voit, Warmensteinachs Bürgermeister, betont aber nicht zu wissen, ob "die Rechten" nicht dennoch Interesse an dem Gasthof haben. Liegt er doch keine 30 Kilometer von Wunsiedel entfernt, wo der Adolf-Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß begraben ist. Über Jahre versuchte Rieger mit Rechtsmitteln dort wieder Gedenkmärsche für Heß durchführen zu können. Für den 14. November hat die NPD nun Rieger zu Ehren in der Stadt einen Marsch angemeldet.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 05.11.2009 16:16.

polis
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vorgeführt, verarscht …und jetzt?

von polis am 05.11.2009 08:59


polis-ffd.de


Presseschau vom 05.11.2009



Plakat eines Demonstranten (vor Bochumer Opel-Werk): Angst um die Zukunft unter GM /spiegel.de)


vorgeführt, verarscht …und jetzt?


Nach 12monatigem Geschacher mit der Entscheidung des GM-Verwaltungsrates Opel zu behalten, sehen die Opelaner rot. Die Zeichen stehen auf Streik und Kampf. Wie ohnmächtig ist die Politik?





fr-online.de

Die Zeichen stehen auf Sturm

…..Nach erstem blanken Entsetzen schreiten die Arbeitnehmer von Opel umgehend zur Gegenwehr. Mit Protesten werden sie von Donnerstag an auf die Entscheidung des Großaktionärs General Motors reagieren, den Deal mit den Investoren Magna und Sberbank doch in quasi letzter Minute platzen zu lassen und Opel wieder voll und ganz an die Mutterbrust zu drücken.

Schon jetzt geraten die Arbeitnehmer bei diesem Gedanken in Atemnot. Der Vorsitzende des Konzern- und Europabetriebsrats, Klaus Franz, ruft zu Warnstreiks an allen vier deutschen Standorten auf. Dem Verwaltungsrat von GM wirft er Verantwortungslosigkeit nach zwölfmonatigem "Geschacher" vor. Die Arbeitnehmer wollen ihre bereits erbrachten finanziellen Beiträge von GM zurück, im Wesentlichen ausgesetzte Tariferhöhungen und nicht gezahltes Urlaubsgeld…..




spiegel.de

Sparen, schließen, Stellen streichen

…..Selbst im eigenen Top-Management stößt die Kehrtwende von General Motors auf Unverständnis. GM-Europachef Carl-Peter Forster hat die Entscheidung, Opel nicht an Magna zu verkaufen, scharf kritisiert - er könne den plötzlichen Schwenk "kaum nachvollziehen", sagte er "Autobild". "Ich hätte mir gewünscht, dass es zu einem ganz anderen Ergebnis kommt."

Und nun? Auch er wisse nicht, "wie es weitergeht", sagte Forster, der sich für den Verkauf stark gemacht hatte und deshalb jetzt über seine eigene Zukunft im Konzern nachdenken will. "Ich glaube, die wichtigen Herren, die das entschieden haben, wissen es selbst nicht." Am liebsten würde er auf dem Magna-Sanierungsplan für Opel aufbauen. "Es gibt einen Restrukturierungsplan, er ist mit Magna ausgearbeitet worden. Das wäre ein Startpunkt."…..




taz.de

Obamas Jungs bei GM


Die Kehrtwende in Sachen Opel-Verkauf deutet darauf hin, dass bei General Motos ein neues Zeitalter anbricht. Offensichtlich hat dort nicht mehr Firmenchef Fritz Henderson das Sagen, sondern ein von der amerikanischen Regierung eingesetztes Managerkollektiv. Kein Wunder, sind doch mehr als 50 Milliarden Steuerzahlergeld im Spiel…..
…..Die Obama-Regierung knüpfte ihre Staatshilfen auch an personelle Bedingungen: GM-Chef Rick Wagoner musste zurücktreten, an seine Stelle trat der ehemalige GM-Europaverantwortliche Henderson. Auch der Rest des 13-köpfigen Verwaltungsrats trägt die Handschrift der Regierung: Zehn seiner Vertreter wurden von der Regierung entsandt…..




bild.de

Amis haben sogar die Kanzlerin verarscht

…..DER VERLORENE KAMPF UM OPEL IST DIE GRÖSSTE VERARSCHE IN DER DEUTSCHEN INDUSTRIEGESCHICHTE.
BILD sagt, wer wie hinters Licht geführt wurde.
1. VERARSCHE: Am 14. November 2008 beantragt der Opel-Vorstand im Kanzleramt staatliche Unterstützung, eine Bürgschaft von 1 Mrd. Euro. Ohne das Geld, sagen die Bosse, stünden 26000 Jobs in den vier deutschen Werken auf dem Spiel. Konzernmutter GM ginge es miserabel, die Autokrise sei schuld! Die ersten beiden Krisengipfel – Kanzlerin Merkel (CDU) berät mit der Opel-Spitze, Vizekanzler Steinmeier (SPD) mit den Betriebsräten. Merkel sagt hinterher: „Opel ist ein Sonderfall, für den Vorsorge getroffen werden muss!“ WAHR IST ABER: Opel und GM leiden unter den Folgen einer jahrelang verfehlten Modellpolitik, Experten sagen schon damals: Der Automarkt braucht Opel nicht……

Antworten Zuletzt bearbeitet am 05.11.2009 09:02.

polis
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... is not amused

von polis am 04.11.2009 09:21


polis-ffd.de


Presseschau vom 04.11.2009



Angela Merkel im Opel-Stammwerk in Rüsselsheim: Enormer Affront für die Kanzlerin Foto: spiegel.de



… is not amused


Bundeskanzlerin Angela Merkel ist stinkesauer. Nach monatelangem Tauziehen hat sich der Verwaltungsrat von General Motors entschlossen Opel nicht zu verkaufen. Die Bundesregierung fordert 1,5 Milliarden zurück.





fr-online.de

General Motors verkauft Opel nicht

Paukenschlag im Poker um Opel: Der US-Autobauer General Motors (GM) will seine deutsche Tochter nun doch nicht verkaufen, sondern sanieren. Dies teilte das Unternehmen nach einer Sitzung des GM-Verwaltungsrats in Detroit mit.

Der Verwaltungsrat sprach sich gegen den Verkauf von Opel aus. Nun will GM Opel und die britische Schwestermarke Vauxhall in Eigenregie sanieren. Bei der Bundesregierung und beim Opel-Betriebsrat stieß die Entscheidung in der Nacht auf Enttäuschung und Unverständnis. Der Bund forderte die bislang gezahlten 1,5 Milliarden Euro fristgerecht zurück. Die Opel-Arbeitnehmer sehen die Werke Antwerpen, Bochum und Kaiserslautern akut gefährdet….




spiegel.de

Querschlag aus Detroit brüskiert Merkel


Auf den Pomp folgte der Paukenschlag: Kaum hatte Angela Merkel nach ihrer glanzvollen Rede im Kongress Washington wieder verlassen, vermasselte ihr eine Hiobsbotschaft die schönen Schlagzeilen. Die Entscheidung von General Motors, Opel doch nicht an Magna zu verkaufen, trifft die Kanzlerin empfindlich.
Die Botschaft kam aus Detroit, der desolaten "Motown", und sie war befürchtet worden.

Trotzdem muss sie die Kanzlerin hart getroffen haben auf ihrem Rückflug nach Berlin: Der Verwaltungsrat von General Motors (GM) hatte getagt, während sie sich in Washington feiern ließ - und beschlossen, die deutsche Tochter Opel doch zu behalten, statt sie wie vereinbart mehrheitlich an ein Konsortium aus dem österreichisch-kanadischen Zulieferer Magna und der russischen Sberbank zu verkaufen……




faz.de

GM will seine Tochter doch behalten

…..Die Bundesregierung hat mit Enttäuschung auf den überraschend geplatzten Verkauf von Opel reagiert. „Die Bundesregierung bedauert die Entscheidung des Verwaltungsrates von General Motors, Opel nun in eigener Regie zu restrukturieren und im Konzern zu behalten“, erklärte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm in der Nacht. Damit sei ein Investorenprozess abgebrochen worden, der über einen Zeitraum von mehr als sechs Monaten von allen Beteiligten intensiv geführt worden sei. Das bis zuletzt auch von GM favorisierte Konzept des kanadischen Zulieferers Magna und dessen russischen Partners Sberbank habe eine überzeugende industrielle Logik gehabt……




sueddeutsche.de

General Motors will Opel doch behalten

…..Ungeklärt ist nun, wie die Sanierung unter GM-Regie laufen soll. Nach früheren Plänen des US-Konzerns sollen mindestens 11.000 Arbeitsplätze gestrichen werden. Zudem plante General Motors Werksschließungen, etwa im belgischen Antwerpen. Bedroht war demnach auch der deutsche Standort Eisenach, den GM verkaufen wollte. Magna wollte hingegen 10.500 der europaweit 50.000 Arbeitsplätze bei Opel abbauen.
Mit der Entscheidung, Opel nun doch behalten zu wollen, brüskiert GM die Bundesregierung und die vier deutschen Länder mit Opel-Standorten, Hessen, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Thüringen. Der hessische Ministerpräsident Roland Koch kritisierte die Entscheidung scharf. "Angesichts der negativen Erfahrungen" der letzten Jahre mit GM mache er sich "große Sorgen um die Zukunft des Unternehmens und seiner Arbeitsplätze", sagte Koch.
Es ist absehbar, dass GM von den Beschäftigten erhebliche Zugeständnisse einfordern wird. Kurz vor der Entscheidung hatten sich die europäischen Betriebsräte und nationalen Arbeitnehmervertreter von Opel mit Magna auf ein umfangreiches Sparpaket geeinigt. Es sollte ein Volumen von 1,6 Milliarden Euro haben und sah eine jährliche Kostensenkung von 265 Millionen Euro bis 2014 vor…..

Antworten Zuletzt bearbeitet am 04.11.2009 09:26.

qualtinger

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Westerwelle in Polen

von qualtinger am 03.11.2009 14:19


Das endgültige Interviewmagazin Pflichtblatt für Thilo Sarrazin




Laut Außenminister Guido Westerwelle ist sein Blitz-Besuch in Polen "kein Zufall", sondern eine bewußte Entscheidung. Es sei schöne Tradition der deutschen Außenpolitik, sich zuerst um Polen zu kümmern. Danach werde man sich Frankreich, Finnland, Rußland, Dänemark usw. zuwenden.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 03.11.2009 14:29.

qualtinger

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Er hat "Krieg" gesagt!

von qualtinger am 03.11.2009 14:13


Das endgültige Interviewmagazin Pflichtblatt für Thilo Sarrazin



Gutti, Gutti


Verteidigungsminister Guttenberg bleibt seiner schonungslosen Liebe zur Wahrheit treu: Jetzt spricht er erstmals vom "Krieg" in Afghanistan. Was kommt da noch?

* "... stehe ich nicht an zu sagen, meine sehr verehrten Moslems und Museldamen, daß Sie hier in Afghanistan nicht gerade mit einem wahren Superdemokraten von Gewaltherrscher gesegnet zu sein das Glück haben..."

* "... meine unverbrüchliche Meinung, daß die Einmarschgenehmigung 2002 viel nützlicher in einem an Bodenschätzen reichen Nachbarstaate wie etwa den Polengebieten, die wo schon mein Vorfahre Stauffenberg..."

* "... ein weit offenes Geheimnis, daß sich bei Ihnen in der Bundeswehr so homophile Umtriebe gerne manifestieren, wenn nachts im Sternenzelt der General mit dem kitzelnden Schnauzbart beim Gefreiten um Unterschlupf..."

Antworten Zuletzt bearbeitet am 03.11.2009 14:30.

victor

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Alle Personen sind bearbeitet

von victor am 03.11.2009 12:32


Bescheuertes Gefühl: Quelle-Mitarbeiter im Kaufhaus Frankfurt am Main. Foto: taz.de/dpa



Das Ende von Quelle
Alle Personen sind bearbeitet

"Irgendwer muss den Scheiß ja verkaufen": 2.000 Quelle-Mitarbeiter sind seit Montag ohne Arbeit. Die anderen müssen nun noch die Restposten verhökern. VON WOLF SCHMIDT


Die Lamellenvorhänge sind zugezogen, die Lüftung surrt, vorne am Tisch sitzen die Damen und Herren von der Arbeitsagentur. Sie machen einen zufriedenen Eindruck. Sie sind ein bisschen stolz. Und genau das wollen sie jetzt die Presse wissen lassen. Rainer Bomba, Chef der bayerischen Arbeitsagenturen, ergreift das Wort. "Wir haben 3.550 Personen bearbeiten können", sagt er. "Die Arbeitslosengeldzahlung ist gewährleistet."

Noch am selben Tag werden die 150 Arbeitsvermittler den dritten Stock des Quelle-Versandzentrums am Stadtrand von Nürnberg wieder räumen. Sie haben eine Woche in dem Klinkerbau gesessen und Arbeitslosenmeldungen entgegengenommen, eine Viertelstunde Zeit gab es für jeden Mitarbeiter, manchmal auch ein paar Minuten mehr. Jetzt zieht der Staat wieder ab. Die Quelle-Mitarbeiter sind bearbeitet. Das provisorische Arbeitsamt ist seit Freitagabend geschlossen.

Es klingt nach einem geordneten Ende. Doch so unwürdig wie Quelle ist wohl noch nie ein Unternehmen untergegangen. 1.900 Mitarbeiter haben erst am Freitag per Telefon erfahren, dass sie schon am Montag nicht mehr zur Arbeit zu kommen brauchen, eine von vielen Pannen, die sich der Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg in den vergangenen Wochen geleistet hat. Der Betriebsratschef nennt ihn nur den "IV". Es klingt wie eine tödliche Krankheit.

Rund 4.300 Mitarbeiter der Primondo-Gruppe dürfen noch ein paar Wochen weiterarbeiten, vielleicht bis Weihnachten, vielleicht auch noch ein paar Wochen länger. Aber "dürfen" ist wahrscheinlich das falsche Wort. Denn Freude werden die letzten Quelle-Mitarbeiter in Nürnberg und Fürth, in den Callcentern in Berlin, Cottbus und Magdeburg und im Zentrallager in Leipzig wenig haben. Sie müssen in kürzester Zeit die letzten 18 Millionen Produkte verramschen. Am Sonntag hat der größte Ausverkauf der deutschen Geschichte begonnen, mit Rabatten von bis zu 30 Prozent. Alles muss raus: von A wie Akkuschrauber bis Z wie Zitruspresse. Die Internetseite ist unter dem Ansturm gleich mehrfach zusammengebrochen.

Einer, der nun den Schlussverkauf mitorganisieren soll, ist Siegfried Gösswein, 42, seit 17 Jahren bei Quelle. Er trägt Jeans, Karohemd, gerade kommt er aus dem Personaleingang im Nürnberger Versandzentrum heraus. Dort drinnen steht ein Spruch der Firmenpatriarchin Grete Schickedanz an der Wand: "Der Pfennig ist die Seele der Milliarde." Nun sind die Milliarden futsch, und von so etwas wie einer Seele spricht bei Quelle schon lange keiner mehr.

Gösswein ist Bereichsleiter für Logistik, Produktionsplanung und Prozesssteuerung. Am Abend vorher hat ihn seine Frau gefragt, wann er denn nun arbeitslos wird. Da ist er zusammengezuckt, weil ihm klar wurde, dass es wohl wirklich bald so weit sein wird. Wann genau, weiß Gösswein aber immer noch nicht, das Feld mit dem Beginn der Arbeitslosigkeit haben die von der Agentur bei ihm noch frei gelassen.

Doch wie kann man weitermachen, wenn man täglich Mitarbeiter verabschiedet, mit denen man jahrelang zusammengearbeitet hat? Und man sich auf einmal um 100 Leute statt um 40 kümmern muss, weil eine Abteilungsleiterin auch schon gehen musste? Wenn man für sich selbst schauen muss, wie es weitergeht, weil die Arbeitsagentur Führungskräften nur den Tipp geben kann, doch mal ins Internet zu schauen oder auf einen Headhunter zu hoffen?

Gösswein sagt: "Wir hängen alle mit Herzblut an der Quelle." Er hat dabei Tränen in den Augen. Er sagt aber auch, dass er sich bescheuert fühlt, nun noch einige Wochen weiterschuften zu müssen, nur damit die Gläubiger so viel Geld wie möglich bekommen. "Masse machen", wie Gösswein sagt. Insolvenzmasse. Geld, auf das auch der Staat hofft. Der hatte dem Versandhaus vor einigen Monaten noch 50 Millionen Euro Kredit für den Herbstkatalog bewilligt, im Frühsommer hielt ihn der bayerische Ministerpräsident Seehofer stolz in die Kameras: "Tausend Wünsche - eine Quelle."

Wer ein anderes Bild für den würdelosen Niedergang eines stolzen Unternehmens sucht, muss ins Quelle-Kaufhaus gehen, das an der Fürther Straße in Nürnberg liegt. Dort läuft der Ausverkauf schon seit ein paar Tagen. Dort ist die Leiche schon ziemlich zerfleddert.

Im Erdgeschoss werden Toilettenmatten neben Espressotassen angeboten und lange Unterhosen neben Trenchcoats. Hinten gibt es Christbaumkugeln, ein paar Meter weiter Deko-Osterhasen. Auf dem Boden liegen Kartons und Plastikfolie, daneben eine Spielzeugpuppe, der ein Bein fehlt. Leere Regale und Vitrinen werden mit rot-weißem Baustellenband abgesperrt. Schilder mit der Aufschrift "Schnäppchen" und "Reduziert" baumeln von der Decke.

Ein Verkäufer mit blauem Hemd und Krawatte, um die 50, schraubt gerade ein Badeschränkchen zusammen. Kaum hat er es aufgestellt, schnappt es sich ein Kunde. Macht das noch Spaß? "Was für eine blöde Frage. Aber irgendwer muss den Scheiß ja verkaufen." Zwei Kunden an der Kasse streiten sich, wer zuerst dran war. "Schlimmer als bei Rudis Resterampe", sagt eine Frau. "Irre", eine andere. Der Pressesprecher von Quelle findet das alles einfach nur noch "widerlich".

So endet eine 82 Jahre lange Firmengeschichte.

Draußen vor dem Kaufhaus haben Kirchenleute einen Bauwagen aufgebaut. Davor steht ein Holzkreuz mit der Aufschrift "Quelle" und "Warum?". An der Seite des Wagens klebt ein Zeitungszitat des einstigen Wirtschaftsministers Karl-Theodor zu Guttenberg von Juni: "Insolvenz ist nicht das Ende." Für Quelle war sie es dann doch.

Jürgen Engelhardt, 54, ein Mann mit Schnauzer und getönter Brille, stellt sich ans Mikrofon vor dem Bauwagen. Es ist bitterkalt. Atemwölkchenwetter. 21 Jahre lang war Engelhardt Marktforscher bei Quelle. Nun spricht er von der Wut auf die Manager, die Politiker, die Unternehmensberater, all diese Typen mit ihren ganzen PowerPoint-Charts. Wenn er es sagt, in tiefem Fränkisch, klingt es wie "Bauer-Boind-Schards". "Diese Woche war grausam", sagt Engelhardt. "Die Ängste fressen mich schier auf."

Dann sagt dieser Engelhardt aber auch noch etwas anderes. Er spricht von Erleichterung. Darüber, nach Monaten des Hin und Her jetzt wenigstens zu wissen, was Sache ist. Vielleicht ist das ein bisschen so, wie wenn man jahrelang vom Partner betrogen wird und es insgeheim schon weiß. Dann ist es zwar immer noch hässlich, wenn die Beziehung in die Brüche geht. Aber es herrscht wenigstens Klarheit.

Nun ist zwischen Quelle und Engelhardt endgültig Schluss. "Aus. Geschichte. Ende." Der offizielle Scheidungstermin: Der 31. Januar. Das ist das Datum auf seiner Kündigung. Zu Hause bleiben soll er aber schon ab dieser Woche, Freitag um 11 Uhr hat er es erfahren. Es ist eine ganz hässliche Trennung.

Nach Weihnachten wird Quelle voll abgewickelt werden. Im Februar wird dann die Arbeitslosenquote in Nürnberg und Fürth auf 12 Prozent ansteigen, wegen Quelle, aber auch wegen der ganzen Zulieferer. "Nürnberg wird die erste Stadt in Bayern sein, die zweistellig laufen wird", sagt Bomba von der Agentur für Arbeit. Seine Mitarbeiter werden dann in die nächste Bearbeitungsstufe übergehen. 5 Millionen Euro sind für die Qualifizierung von 3.500 ehemaligen Quelle-Beschäftigten in der Region vorgesehen.

Auch für die Mitarbeiter in den Callcentern in Berlin, Magdeburg und Cottbus wird es spätestens nach Weihnachten eng. Im Zentrallager in Leipzig fahren sie jetzt noch mal Sonderschichten. Grete Schickedanz hat es 1991 selbst eingeweiht. "Wenn die Ostdeutschen unsere Waren bestellen sollen, müssen sie auch Arbeit haben", soll sie gesagt haben. Wenn nun die letzten Waren aus dem Lager geräumt sind, ist auch die Arbeit fort.

Die Schockwellen der Quelle-Pleite ziehen sich durch das ganze Land.

450 Kilometer nördlich von Nürnberg in Malchow am östlichen Rand von Berlin. "Ick bin noch da", ruft Uwe Kobilke, 54, ins Telefon. An der Wand hängt eine Quelle-Urkunde mit fünf goldenen Sternen, für "ausgezeichnete Leistungen". Kobilke ist ein kompakter Mann mit Karohemd. Er war hier im Einkaufszentrum "RIZ" immer nur der "Quelle-Mann", 1996 hat er sich selbstständig gemacht. Wenn jemand bei ihm eine Waschmaschine kaufte, hat er sie auch um 23 Uhr noch in die Plattenbauten geliefert. 10 Prozent Provision hat er dafür von Quelle bekommen. Und von den Kunden ein paar Buletten und Gürkchen.

Davon konnte er nie reich werden, weshalb seine Lebensgefährtin Petra Staps in dem 30 Quadratmeter großen Shop eine kleine Schneiderei eingerichtet hat. Vorne in der Ecke stehen Bügelbrett und Nähmaschine.

Beim Quelle-Shop in Malchow lief das so: Die Kunden bringen ihre Hosen zum Umnähen und bestellen noch was aus dem Katalog. Manchmal wollen sie aber auch einfach nur Quatschen. Oder sich über ihre Krebserkrankung ausweinen. Oder einfach nur jemanden anpampen, weil bei der Möbellieferung eine Schraube fehlte.

Im Fenster hängt noch der blaue Aufkleber von Quelle, aber die Neonreklame hat Kobilke schon letzte Woche abgeschraubt. "Dat is, wie wenn du jemanden zu Grabe trägst". Kobilke hat noch ein paar Produkte im Regal stehen. Einen Edelstahllangschlitztoaster der Quelle-Marke Privileg. Oder ein Handgelenkblutdruckmessgerät. Auch den 1.347 Seiten dicken Quelle-Katalog hat Kobilke noch da liegen, neben der Kasse stapelt sich ein Packen Bestellzettel. Aber ob überhaupt noch Ware kommt, ist unklar. Die Shops waren schon immer das letzte Glied in der Kette, selbstständig, auf eigenes Risiko. "Wir verkaufen jetzt voll runter, und dann is Feierabend", sagt Kobilke.

Wenn in einigen Wochen alles vorbei ist, wird er hier im Einkaufszentrum nicht mehr der Quelle-Mann sein. Wenn es gut läuft, wird er der Otto-Mann werden. Oder der Neckermann-Mann. Kobilke hat jetzt schon mal deren Kataloge ausgelegt.

Wenn es schlecht läuft, dann wird auch er bei der Agentur landen, wie die Kollegen in Nürnberg und Fürth. Aber was das bedeuten würde, weiß er auch. "In meinem Alter, da brauchste draußen nicht mehr suchen."

Antworten Zuletzt bearbeitet am 03.11.2009 12:33.

victor

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Steineschmeißer in Neukölln

von victor am 03.11.2009 12:15


--------------------- Noch nicht aufgeadelt. Foto: taz.de/photocase hugo333


Anti-Gentrifizierungs-Demo
Steineschmeißer in Neukölln

Am vergangenen Samstag demonstrierten nur ein paar hundert Menschen in Neukölln gegen Gentrifizierung. Dabei betrifft diese eigentlich alle dort lebenden Bewohner. VON SAM T. FARD


Nicht nur die Umwelt war dunkel und kalt, als die Demo sich am Halloween-Abend zu formieren begann. Auffallend uniform und düster erschien auch die Mehrheit der Teilnehmenden. Die schwarzen Kapuzenpullis, die Blechimplantate, die spazieren geführten politischen Symbole und Ikonen.

Dabei ging es thematisch bei der Demo um etwas, das die AnwohnerInnen Neuköllns unmittelbar angeht, nämlich gegen ihre Vertreibung und Bevormundung. Aber sie waren nicht anwesend, die Ansässigen mit den verschiedenen kulturellen Hintergründen, die Ausgebeuteten, die Hartz IV Empfangenden, die perspektivlosen Jugendlichen, das Prekariat. Dagegen stark vertreten waren junge politisch engagierte Menschen, die auf das alte Phänomen mit neuem Namen aufmerksam geworden sind: die Gentrifizierung.

Teilweise sind auch sie selbst mit ihren bedrohten alternativen Haus- und Wohnprojekten davon betroffen. Aber sie stellen bei Weitem nicht die Mehrheit der Betroffenen dar. Das behaupten sie auch nicht. Aber sie gehen strategisch unklug vor. Unklug, wenn das Ziel tatsächlich darin bestehen sollte, einen Zustand der massenhaften Mobilisation der Betroffenen zu schaffen, um dann auch legitim und kollektiv politisch etwas zu bewirken.

Aber das Bild, das die Anwohner von der Demo bekamen, war das einer uniformierten unzugänglichen Gruppe, die an ihnen vorbeihuschte, sich nicht zu erkennen gab und abstrakte Parolen rief. Sehr beliebt: "A - Anti - Anticapitalista" und "Li - Li - Libertad - Anarquia total" und auch "Feuer und Flamme der Repression". Aus dem Lautsprecher punkte es "Ich bin Steineschmeißer, voller Wut. Steine schmeißen, das tut gut". So werden die Anliegen aber in kontraproduktiver Art vermittelt. In einer Phase, wo es um schnelle und massenhafte Aufklärung und Bewusstmachung gehen muss, wird hier die Chance vertan, konkrete Inhalte zu vermitteln und Sympathien zu gewinnen. Die meisten Menschen verbinden mit Phrasen wie "totale Anarchie" nun mal Negatives. Durch lauten Zuruf werden sie das nicht revidieren. Im besten Fall wird man ihnen noch ein zustimmendes, aber folgenloses Nicken abgewinnen, im Regelfall ein verwundertes Fragezeichen auslösen oder auch einfach Gelächter über das merkwürdige Gehabe. Ein schlechtes Zeugnis für eine Bewegung mit einem so wichtigen Thema auf der Agenda. Die inhaltlich richtigen und klugen Redebeiträge wurden teilweise so leise übertragen, dass man sie noch im 5-Meter Umfeld des Lautsprechers kaum verstehen konnte. Auch die vielen komplizierten Formulierungen haben den sprachlich weniger versierten Menschen sicher nicht beim Verstehen geholfen. Eigentlich wäre die Vermittlung des Themas einfach, schließlich geht es um einen einleuchtenden moralischen Anspruch, nämlich um den Erhalt des eigenen historisch entstandenen Lebensraums und -umfelds, zumindest um die kollektive Selbstbestimmung über die Form seiner Gestaltung und Veränderung.

Mindestens in dem Bereich müssen andere Regeln gelten als auf dem freien Markt mit seinem Recht des Stärkeren. Das Wohnrecht wird sogar juristisch traditionell nicht rein auf Kapital- und Eigentumsbasis begründet. Mit ihrem Anspruch stehen radikale AnarchistInnen also nicht allein.

Diese Idee kann, wenn richtig vermittelt, Mehrheiten überzeugen, alles Weiterreichende kann erst aus diesem Nenner erwachsen. Um die angemessene Breite der Bewegung zu erreichen, muss man sich aber von Demo-Codes verabschieden und endlich wagen, einen Schritt auf die Noch-Nicht-Politisierten zuzugehen, so anders sie sein mögen. Es gilt, zunächst die Argumente zu vermitteln.

Wenn der Adressat aber mit der (akademischen) deutschen Sprache nicht vertraut ist, müssen die Argumente eben in seiner Sprache vermittelt werden. Kurze prägnante Redebeiträge (zur Not von Band) auf Türkisch, Arabisch, Kurdisch u. a. m. wären ein entsprechender Schritt. Multilinguale Flugblätter, die am Rande verteilt und in Briefkästen gesteckt werden, sind unerlässlich. Auch gibt es tatsächlich außer Punk durchaus politische Musik in verschiedenen Stilen und Sprachen. Den Neuköllner Jugendlichen einreden zu wollen, Punk-Rock sei cooler als HipHop und R n B, ist kulturimperialistisch und ignorant, vor allem aber kontraproduktiv.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 03.11.2009 12:17.

victor

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Zivis künftig unbrauchbar

von victor am 03.11.2009 12:02


Kein Platz für Kurzzeit-Zivis: Rettungskräfte im Einsatz. Foto: taz.de


Verkürzung auf sechs Monate
Zivis künftig unbrauchbar

Der Paritätische Wohlfahrtsverband plant den Ausstieg aus dem Zivildienst. Der Grund: Bei einer Verkürzung auf sechs Monate können die Zivildienstleistenden nicht mehr richtig ausgebildet werden.

Angesichts der von Schwarz-Gelb geplanten Verkürzung des Wehr- und des Zivildienstes von neun auf sechs Monate bereitet sich der Paritätische Wohlfahrtverband auf den Ausstieg aus dem Zivildienst vor.

"Die Kürzung des Zivildienstes auf sechs Monate heißt, den Anfang vom Ende des Zivildienstes überhaupt einzuläuten, weil wir dann nicht mehr in der Lage sein werden, Zivildienstleistende noch vernünftig einzusetzen", sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Ulrich Schneider, dem Kölner Stadt-Anzeiger.

"Unsere Mitgliedsorganisationen haben bereits signalisiert, dass sie die Stellen dann zurück geben und nicht mehr besetzen werden", sagte Schneider weiter. Unter dem Dach des Wohlfahrtsverbandes arbeiten 500.000 Menschen, 15.000 davon sind Zivildienstleistende.

Im Rettungsdienst, so Schneider, dauere die Ausbildung auf den Fahrzeugen drei Monate. "Da bringen sechs Monate dann gar nichts mehr. Bei der Pflege, in Kindergärten oder der Arbeit mit Behinderten kann man es den Menschen einfach nicht zumuten, alle halbe Jahre die Bezugsperson zu wechseln." Auch den Einsatzstellen könne man nicht zumuten, stets neue Leute einarbeiten zu müssen.

"Wenn man auf sechs Monate geht, dann ist der Zivildienst am Ende", sagte er weiter. Allerdings gebe es die Möglichkeit, den Verlust durch Freiwillige "zu kompensieren, wenn die Politik mitspielt" und mehr Geld bereitstelle, ergänzte der Hauptgeschäftsführer.

So stünden den 85.000 Zivildienstleistenden 2009 rund 35.000 junge Menschen gegenüber, die ein freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr absolvieren. Die Zahl der Bewerber auf die von Bund und Ländern finanzierten Stellen sei jedoch ungefähr doppelt so hoch.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 03.11.2009 12:03.

polis
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Also doch: "Krieg"

von polis am 03.11.2009 09:50


polis-ffd.de

Presseschau vom 3.11.2009



Bundesverteidigungsminister zu Guttenberg: "Herkömmliche Wortwahl passt nicht mehr"
(Foto: spiegel.de)



Also doch: „Krieg“


Keine Lust auf Semantik. Verteidigungsminister zu Guttenberg hat Verständnis für Bundeswehrsoldaten in Afghanistan die ihren Einsatz als Kriegseinsatz bezeichnen.




fr-online.de

"Kriegsähnliche Zustände" in Afghanistan


…..Guttenberg sagte: "Ich selbst verstehe jeden Soldaten, der sagt: In Afghanistan ist Krieg, egal, ob ich nun von ausländischen Streitkräften oder von Taliban-Terroristen angegriffen, verwundet oder getötet werde." Der Einsatz in Afghanistan sei seit Jahren auch ein Kampfeinsatz. "Wenigstens in der Empfindung nicht nur unserer Soldaten führen die Taliban einen Krieg gegen die Soldaten der internationalen Gemeinschaft."….




spiegel.de

Guttenberg spricht das K-Wort aus

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) wählt deutliche Worte: Erstmals hat er im Zusammenhang mit dem Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan von "Krieg" gesprochen und sich gegen beschönigende Bezeichnungen gewendet…...
…..Guttenberg verwies darauf, dass das Völkerrecht zwar besage, Krieg könne nur zwischen Staaten stattfinden: "Aber glauben Sie, auch nur ein Soldat hat Verständnis für notwendige juristische, akademische oder semantische Feinsinnigkeiten?" Manche herkömmliche Wortwahl passe für die Bedrohung von heute nicht mehr wirklich, sagte der Minister…..




sueddeutsche.de

Guttenberg und der Krieg

…..Die Frage ist so alt wie der Isaf-Einsatz selbst: Führt der Westen in Afghanistan einen Krieg? Besonders deutsche Verteidigungsminister zeichneten sich bislang durch strikte Vermeidung des K-Wortes aus. Rudolf Scharping, Peter Struck und Franz Josef Jung hielten sich durchweg an weniger verfängliche Formulierungen wie "Kampfeinsatz" und verwiesen darauf, dass ein Krieg im völkerrechtlichen Sinne Kampfhandlungen zwischen zwei Staaten darstellte und davon in Afghanistan nicht die Rede sein könne…..




welt.de

Jetzt redet Guttenberg von "Krieg" in Afghanistan


…..Wie es genau am Hindukusch weitergehen soll will die neue Regierung erst nach der Internationalen Afghanistan-Konferenz entscheiden. Das Mandat der Bundeswehr soll zunächst unverändert verlängert werden, über eine Anhebung der Mandatsobergrenze von jetzt 4500 Soldaten aber erst im Anschluss an die Konferenz entschieden werden. Das berichtet die in Halle erscheinende „Mitteldeutsche Zeitung“ unter Berufung auf das Bundesverteidigungsministerium…..
…..Werner Hoyer (FDP), Staatsminister im Auswärtigen Amt, sagte am Dienstag im Deutschlandfunk, vor der Entscheidung über die Truppenpräsenz in Afghanistan müsse die Frage nach der Strategie beantwortet werden. Deutschland solle sich aktiv an dieser Debatte beteiligen und erst danach entscheiden, ob eine Erhöhung von Truppenkontingenten angemessen sei…..

Antworten Zuletzt bearbeitet am 03.11.2009 09:51.

Marylin

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Denic vergibt kz.de und ss.de

von Marylin am 02.11.2009 14:41



Potenzielle Nazi-Domains
Denic vergibt kz.de und ss.de

Die Denic hat die Mini-Domains kz.de und ss.de vergeben. Die Besitzer der Internet-Adressen versichern jedoch, keine rechtsradikalen Absichten zu haben – es gehe um eine Ferienvermittlung und ein Shoppingangebot.



Die Registrierungsstelle Denic hat erstmals auch Internet-Adressen vergeben, deren Namen in der NS-Zeit als Abkürzungen verwendet wurden. Dazu zählen kz.de, ss.de oder hj.de. Die Inhaber der Domains sind nach Angaben der Frankfurter Organisation Unternehmen im schleswig-holsteinischen Holm, im thüringischen Sondershausen und im hessischen Hofheim am Taunus. Nach Recherchen des Nachrichtenmagazins "Focus" weisen die neuen Adress- Inhaber rechtsextreme Absichten von sich.

Die Denic hatte kürzlich ihre Richtlinien geändert und bisherige Einschränkungen weitgehend abgeschafft. So sind Adressen mit nur ein oder zwei Stellen wie "a.de" oder "tv.de" ebenso möglich wie reine Zifferndomains, etwa "123.de".

"Wir haben uns für eine Freigabe entschieden, da die Begriffe als solches nicht rechtswidrig sind, sondern in Kombination mit entsprechenden Inhalten durchaus der Aufklärung dienen können", sagte Denic-Vorstand Sabine Dolderer dem "Focus". Die Entscheidung sei bewusst getroffen worden. Wozu die neuen Seiten verwendet werden sollen, war zunächst unklar. Am Samstag waren noch keine Inhalte hinterlegt. Nach Angaben des "Focus" soll kz.de für eine Ferienvermittlung, ss.de für ein Shopping-Angebot verwendet werden.

Vergleichbar mit den SS-Domains sind die Autokennzeichen. Hier geht man anders vor, in vielen Kommunen hat man sich freiwillig dazu verpflichtet, bestimmte Kombinationen wie K - Z (Köln) nicht zu vergeben. Jürgen Müllenberg von der Pressestelle der Stadt Köln kennt die Hintergründe. "Da gab es mal einen Minister-Erlass in den 50ern", erzählt er. Auch die Bundesregierung rät den Kommunen, bestimmte Kombinationen, die an den Nationalsozialismus erinnern, nicht zu vergeben.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 02.11.2009 16:10.
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