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zur aktuellen Politik gegenüber Gaddafi
von polis am 23.02.2011 18:23
Neues Deutschland: zur aktuellen Politik gegenüber Gaddafi
Berlin (rdp/ots) - Gaddafi hat keine Gönner mehr - falls er je welche hatte. Verlierer, besonders politische, sind einsam, noch ehe sie Macht und Einfluss ganz verloren haben. Dieses bekannte Szenario fällt im Falle des schrillen libyschen Führers noch krasser aus. Verkracht mit den Nachbarn und verfeindet mit der westlichen Welt, besonders den USA, ist das Libyen Gaddafis schon über die Hälfte seiner vier Jahrzehnte währenden Herrschaft. Es gibt in Arabien/Afrika wohl keinen Staatsmann, der die Welt schärfer polarisierte. Muammar al-Gaddafi ist der Prototyp eines Januskopfes: auf der einen Seite der Visionär für eine Gesellschaft, die andere - nicht er - als eine Art islamischen Sozialismus bezeichneten; auf der anderen ein grausamer manischer Herrscher, dem jegliche Toleranz fremd zu sein scheint. In diesem Sinne war er ein völlig politikunfähiger Mensch und musste auf diesem Feld am Ende scheitern. Seine jüngste Rede beseitigte da letzte Zweifel. Dennoch: Die Kübel an Abscheu, die derzeit von Europa nach jenseits des Mittelmeeres gegossen werden, riechen doch erbärmlich nach Scheinheiligkeit. Gaddafis Öl bescherte ihm ja auf dieser Seite des Mittelmeeres nicht wenige Geschäftspartner. Gerade die, die sich jetzt am meisten ent-rüsten, haben ihn aber bis gerade eben noch ge-rüstet. Wieviel Minuten deren Rüstungsembargo noch vor zwölf gekommen ist, entscheidet sich in diesen Stunden. Janusköpfig dürfen sie mindestens auch genannt werden.
Staatshaushalt als Goldesel für Commerzbank & Co.
von polis am 23.02.2011 16:20
Staatshaushalt als Goldesel für Commerzbank & Co.

Wagenknecht
Berlin (rdp/ots) - "Die mit Milliardenbeträgen gestützte Commerzbank weist wieder einen kräftigen Gewinn von 1,43 Milliarden Euro aus. Auf die Stille Einlage in Höhe von 16,2 Milliarden Euro hingegen zahlt sie bislang keinen einzigen Cent Zinsen. Dass die Commerzbank im vergangenen Jahr zudem Boni in Höhe von 440 Millionen Euro ausgezahlt hat, schlägt dem Fass den Boden aus", kommentiert die wirtschaftspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, Sahra Wagenknecht, die aktuell von der Commerzbank vorgelegten Zahlen. Sahra Wagenknecht weiter:
"Insgesamt 315 Milliarden Euro an zusätzlichen Schulden wurden den öffentlichen Haushalten in den letzten zwei Jahren nur für die Bankenrettung aufgebürdet. Allein die für die Stützung der Commerzbank notwendige zusätzliche Kreditaufnahme kostet den Steuerzahler etwa 500 Millionen Euro im Jahr an Zinsen - fast so viel Geld wie das gesamte Bildungspaket für die Kinder von Hartz IV-Beziehenden kostet. Während der Sozialhaushalt immer weiter zurückgefahren wird und Hartz IV-Empfänger mit Minimalbeträgen abgespeist werden, saniert sich der Bankensektor über den öffentlichen Haushalt, scheffelt Profit und schüttet Boni aus. Das ist nur noch pervers.
Anstatt den Goldesel für die Finanzindustrie zu spielen, muss die Bundesregierung endlich die Banken angemessen an der Finanzierung der Krise beteiligen. Eine Bankenabgabe, die gerade einmal 1,3 Milliarden Euro jährlich in die Kassen spült, wie sie die Bundesregierung plant, ist dabei allerdings völlig unzulänglich. Es geht nicht an, dass die Banken weiter mit öffentlichen Mitteln subventioniert werden. Die Steuerzahler müssen endlich ihr Geld zurückbekommen."
Offizier an der Bundeswehr-Universität München nach Plagiatsfall degradiert
von polis am 23.02.2011 15:24
Affäre Guttenberg: Offizier an der Bundeswehr-Universität München nach Plagiatsfall degradiert
Halle/Berlin (rdp/ots) - Vor zwei Jahren ist ein Bundeswehr-Offizier degradiert worden, weil er an der Bundeswehr-Universität München eine plagiierte Examens-Arbeit eingereicht hat. Das teilte ein Sprecher der Hochschule der in Halle erscheinenden "Mitteldeutschen Zeitung" (Donnerstag-Ausgabe) mit. Die Anfertigung eines Plagiats gilt an Universitäten der Bundeswehr als dienstrechtliches Vergehen und kann disziplinarisch geahndet werden. "Die bei der Abgabe der Diplomarbeit vorgeschriebene Erklärung, dass die Arbeit selbstständig angefertigt wurde, ist eine dienstliche Meldung", heißt es auf der Homepage der Bundeswehr-Universität München zum Thema Plagiate. "Entspricht sie nicht den Tatsachen, kann dies entsprechende Konsequenzen haben." Der Sprecher erklärte, dass Arbeiten abgeschrieben würden, komme "immer wieder mal vor". Je nach Schwere der Fälle könne dies Geldstrafen oder Degradierungen nach sich ziehen. Werde nachgewiesen, dass eine eingereichte Arbeit von einem Ghostwriter stamme, sei "ein Offizier nicht mehr tragbar".
Re: zum Fall Guttenberg
von Erzengel am 23.02.2011 11:32Herr Gutenberg sollte mal als Chrislicher Politiker die Bibel lesen.Da gibt es 10 Gebote.Mir scheint es so,das die Bibel für manche Politiker und Priester ein Tabubuch ist
zum Fall Guttenberg
von redaktion am 23.02.2011 10:34
Der Tagesspiegel meint zum Fall Guttenberg:
Berlin (rdp/ots) - Seit Tagen liefert Guttenberg ein beschämendes Schauspiel, wie man Moral verbiegen und Begriffe umdeuten kann. Wo Täuschung vorliegt, redet der Minister von "gravierenden handwerklichen Fehlern". Er stellt sich der "Öffentlichkeit", die in Wahrheit ein Heimspiel in Kelkheim ist, nachdem er sich vor der verächtlich gemachten "Hauptstadtpresse", der er auskunftspflichtig ist, feige verdrückt hat. Am letzten Freitag löscht er demonstrativ den Titel von seiner Homepage ("ich betone vorübergehend"), am Montag, noch eine Finte, verzichtet er ganz auf den akademischen Grad. Er spricht von Demut, wo tatsächlich Anmaßung stattfindet; einen Doktortitel kann man nicht zurückgeben, er wird verliehen und aberkannt. Er sagt Entschuldigung und betreibt eigenmächtige Entschuldung. Besonders verstörend wirkt, wenn ein Verteidigungsminister die getöteten Soldaten in Afghanistan als argumentativen Schutzschild reklamiert, um von der eigenen Schande nicht ehrlich zu reden.
Bigotterie und Diplomatie
von redaktion am 23.02.2011 09:31
Bigotterie und Diplomatie
von polis-Gastautor Thomas de Torquemada
Ihr Bernie Ecclestones dieser Welt, Ihr Heuchler.
Hört hin, wie es klingelt, das Grabglöckchen Eurer Glaubwürdigkeit, Eurer Vorbildrolle, in
welcher Ihr Euch so gerne sonnt und suhlt.
Vor wenigen Tagen las man, daß in einem jener Länder, welches bis vor kurzem Traumziel,
Wolkenkuckucksheim, Paradies auf Erden war für die Reichen, die Millionäre, ach was –
Milliardäre dieser Welt gewesen, welches uns Normalsterblichen vorgehalten wurde als Land,
in dem Milch und Honig fließen, in welchem Gottvater Erfolg, Schönheit, Eleganz lebt, als
Symbol der Unerreichbarkeit für uns kriecherische Existenzen, daß also in Bahrain
geschossen wird.
Eines jener Länder, welches der postkoloniale Zufall auf die Landkarte zauberte, welches der
göttliche Wille oder geographische Zufall auf eine riesige Blase des industriellen Lebenssaftes
Öl setzte und alles zusammen in die Hände einer Herrscherfamilie spielte, die vor ein paar
Duzend Jahren noch niemanden interessierte, als selbige sich noch mit dem Züchten und
Treiben von Kamelen beschäftigte, bis eben jener Zufall Öl bekannt wurde und so aus
ärmlichen Clanchefs nomadisierender Beduinen pervers reiche Autokraten formte.
Die nicht allein ob ihres Pfandes Öl plötzlich hofiert wurden, in weltpolitische Geltung
katapultiert wurden, sondern einen ebenso absurden Reichtum anhäuften, daß es ihnen nicht
allein mehr ausreichte, mit Geld zum Selbstzwecke um sich zu schmeißen, ihren Untertanen
ein Leben in – welch geflügeltes Wort – anstrengungslosem Wohlstand zu finanzieren, nein,
es mehr als Yachten, Limousinen, Palästen bedurfte: Zentrum der Welt sollte es werden, ein
Wirklichkeit gewordenes Märchenreich, eine wahr gewordene 1001. Nacht.
So wurde sprichwörtlich an der Weltgeltung gebaut, sei es in internationalen Beziehungen, sei
es in Errichtung höherer, weiterer, schnellerer Fata Morganas, wozu – wie kann es anders sein
hier als in jedem anderen Land mit Anspruch auf Weltgeltung – auch eine Formel – 1 –
Strecke gehörte.
Doch dem regelgerechten Beginn des GP – Zirkus kam nun dummerweise eben jene Affäre in
die Quere, welche von Tunesien ihren Ausgang nehmend wie ein lästiger Floh
herumspringend den Pestvirus des Aufstandes in den Pelz Ägyptens, des Jemen, Jordaniens,
Libyens, Saudi Arabiens, Marokkos, und eben auch Bahrains pflanzte.
Sand also im Getriebe einer Rennserie, welche wie nichts anderes die Identität, das
Selbstverständnis unserer Zeit widerspiegelt: Internationalität, Jetset, Ansehen und Ruhm,
Reichtum, Luxus, Schnelligkeit, Freiheit, Leistungsprinzip – da, wo ein Grand Prix stattfindet,
da ist die Welt zu Gast und zu Haus, das ist der Weltjugendtag der westlichen Welt (warum
sonst drängelt sich alles, über den Motorsport zu werben, drängelt sich danach, ein Rennen
veranstalten zu dürfen).
Und nun wird geschossen, rollen Panzer, fließt Blut, wankt der Thron und ein stillschweigend
hingenommenes Gefüge – aus Staatsräson – gerät ins Schwimmen.
Was nun tat Bernie Ecclestone? Er taktierte. Wartete. Beschwichtigte. Seine Leute da unten
sagten, es sei alles ruhig. Das tat er so lange, bis der Veranstalter vor Ort selbst das Rennen
absagte, mit der Begründung, das Volk von Bahrain brauche nun zunächst einmal Ruhe und
Zeit, um zu geordneten Verhältnissen zurückzufinden.
Bernie Ecclestone wartete so lange, bis ihm die Entscheidung aus der Hand genommen
wurde, bis er keine Gefahr lief, Geld zu verlieren. Nur wenn der Zirkus vor Ort antritt, muß
der Veranstalter die „Starprämie“ zahlen, sagt er aber selbst ab, muß er trotzdem zahlen. Weil
also Bahrain das ganze selbst abblies, verdient der Rennzirkus trotzdem.
Daß irgendein Mitglied dieser exquisiten Gesellschaft auch nur auf den Hauch der Idee
gekommen wäre, das Rückgrat besessen hätte, ein einziges Mal den Kommerz der Moral
unterzuordnen, indem man diesen Schabernack abgesagt hätte, weil es schlicht ein Unding ist,
für einen Despoten ein vergnügliches Wochenende, in dessen Glamour er sich sonnen kann,
zu veranstalten, während auf dem Asphalt noch das Blut gemeuchelter Demonstranten
trocknet, nein, das war bei der Feigheit, die üblicherweise mit den größten Sammlern von
Reichtümern einhergeht, nicht zu erwarten. Stattdessen bedauert man die Absage, verweist
aber auf die fragliche Sicherheit der Teams, lässt sich eine Entscheidung zur Absage
sozusagen aufschwatzen, befindet dies teils sogar noch als einmaligen und peinlichen
Vorgang in der Formel – Geschichte und lässt hier und da am Rande die Bemerkung fallen, es
sei ja auch nicht gut möglich gewesen, ein Rennen auszutragen, welches von Panzern bewacht
werden muß.
Was für ein peinliches, feiges, bigottes Pack.
Nun kann man natürlich sagen, so sei sie halt, die Formel 1 samt ihrem halbseidenen
Impressario (allein schon, daß derselbe in seltsamen Verwicklungen mit der Bayern LB steht,
belegt, daß diese Jahrmarkstveranstaltung kein autarker Mikrokosmos ohne Bezug zur
Realität ist).
Daß aber, wenn auch ins fast schon Ridikulöse überzogen, dieser Rennzirkus ein Spiegelbild
unserer aller selbstgefälliger Bigotterie und deren höchster Form, der Diplomatie ist, müsste
sich doch eigentlich aufdrängen wie der Balken im eigenen Auge.
Es geht zwar weniger um Antrittsgelder, aber umso mehr und ins weltpolitische gesteigert um
Wirtschaftsbeziehungen, Stabilität, Bündnisse.
Erst jetzt, da hier und da insgesamt einige hundert Menschen (und dabei wird´s wohl nicht
bleiben) massakriert worden sind, scheint den ach so gerechten, vorbildhaften Staatenlenkern
der westlichen Welt, die bei jeder passender Gelegenheit etwas von Freiheit,
Rechtsstaatlichkeit und all den andern altbekannten Phrasen vorbeten (wobei es regelmäßig
dann passend ist, wenn es im Sinne eigener staatspolitischer Interessen nicht schaden kann)
überhaupt erstmals aufzugehen, daß die Partner ihrer Politik durch die Bank hinweg
Ursupatoren, Diktatoren, selbstgefällige, korrupte Autokraten, dekadente Potentaten, die jede
Gelegenheit zu Selbstbereicherung nutzen, sind: Wie angenehm war es, Pakte mit Tunesien
und Libyen zu schließen, die gegen Anerkennung und Bares die afrikanischen Flüchtlinge erst
gar nicht das Mittelmeer erblicken lassen (oder woran wird es wohl gelegen haben, daß man
das einstmals überfüllte Flüchtlingslager auf Lampedusa schließen konnte?). Wen hat es
interessiert, woher Mubaraks Geld stammte und wo er es in Europa bunkerte und investierte.
Und da sich nun die Partner, deren angesichtig man stets staatspolitisch, stabilitätsbequem
beide Augen zudrückte, als Bestien, wenigstens aber als Kriminelle entlarven, tut unsere
Außenpolitik, kommt sie nun als Obama oder als Westerwelle daher, nichts anderes als die
Bigotterie eines Ecclestone anzurichten wusste: Man wartet ab, scheut die eindeutige
Stellungnahme und historische Chance, bis die Fronten halbwegs klar sind, die Gefahr, aufs
falsche Pferd zu setzen, halbwegs gebannt ist, und ringt sich sodann zu einem lauen Lüftchen
durch. Man mahnt hier Gewaltlosigkeit an, erinnert dort an die Aufnahme eines friedlichen
Dialoges, findet andernorts eine Rede beängstigend und winkt einem Dritten mit der Drohung
von Sanktionen, falls er noch weiter ausflippt.
Nun gut, Moral und Politik sind zwei Dinge, die nicht stets Hand in Hand gehen. Doch wenn
man nicht selbstverlogen an der Autosuggestion der eigenen hären Phrasen festhalten möchte,
so sollte man sich entscheiden, eben zu jener Realpolitik überzugehen, die man scheinbar
betreibt, indem man an den scheinbaren Garanten politischer Stabilität schon zu lange
festhält.
Ausgerechnet Joseph Fouché, dem französischen Polizeiminister von Revolution über
Napoleon bis hin zur Restauration, jenem Zyniker und Opportunisten par excellence, sagt
man das folgende, treffende Zitat nach: „Das ist mehr als ein Verbrechen, das ist ein Fehler!“
Wir, der Westen, haben dem Rest der Welt mit einer Penetranz die heiligen Werte westlich –
liberaler Demokratien vorgebetet, daß es vielen nicht nur mehr und mehr den Eindruck
besserwisserischer Arroganz vermittelte, sondern schon wieder zu den Ohren herauskam – ein
Gefühl der Bevormundung, das unter anderem auch Grund für die Flucht in radikalen
Islamismus sein dürfte.
Und nun bietet sich plötzlich eine historische Chance zu beweisen, daß es bei diesen Worten
nicht allein um Maulheldentum geht, um das Predigen von Wasser und Saufen von Wein.
Die Völker von Ägypten, von Tunesien, von Libyen warten auf eindeutige Zeichen, sie
lechzen danach, daß sie nicht allein gelassen werden, das man sie hört und erhört, sie warten
auf Hilfe von außen, von uns. Nicht daß wir militärisch eingreifen, nein, daß wir Position
einnehmen, eindeutige, keine Halbheit, kein Herumlavieren, keine Bigotterie. Hier tut sich
eine einmalige historische Chance auf, die scheinbare Stabilität alter Autokraten aufzugeben
und einzutauschen gegen ein Worthalten, was die eigenen Ansprüche, Forderungen und
Verheißungen anbelangt, ein Position beziehen, was die revolutionären Völker nur als Hilfe,
Unterstützung, Ehrlichkeit und damit eine Art Versöhnung auffassen könnten. Eine Chance,
die, den Mut voraussetzt, den scheinbar leichteren Weg, an überkommenen Regimen
festzuhalten, aufzugeben, stattdessen den steinigeren, aber auf Dauer weit größere Chancen
öffnenden Weg einzuschlagen, sich wirklich für die Völker zu entscheiden.
Welche Reaktion kurzfristig wie langfristig würde die Courage auslösen, wenn sich Merkel,
Westerwelle oder wer auch immer, der wirklich etwas zu sagen hat, dazu durchringen
würden, zu sagen; Gaddafi verschwinde!
Ob dieses Zögern des Westens ein Verbrechen ist (wer aber so handelt, sollte tunlichst den
Mund halten, nochmals Papst Pius XII. historisches Versagen vorzuwerfen), wird die
Geschichte weisen. Eines aber, und noch schlimmer, steht – realpolitisch fest: Es ist ein
Fehler.
Die Halbheit, Wankelmütigkeit wird als das aufgefasst werden, was es ist: Feigheit, Verrat.
Die Völker im Aufstand werden sich daran erinnern, werden sich im Stich gelassen fühlen,
und auf lange, sehr lange Zeit für sich entscheiden: Auf den Westen ist, wenn es zur
Nagelprobe kommt, kein Verlaß. Baut man auf den Westen, hat man auf Sand gebaut.
Moralisch unterscheidet sich unsere Politik keinen Deut vom Geschäftsgebaren eine Bernie
Ecclestone.
Realpolitisch haben wir zu lange auf das falsche Pferd gesetzt und die historische Chance
nicht erkannt. Es erinnert manchmal an den Versuch eines Zirkuskunststückes, was die
Diplomatie da veranstaltete: auf dem Rücken zweier Pferde stehend. Daß wir uns nicht zu
einem Richtungswechsel entschieden haben, wird auf uns zurückfallen: Gewogen und für zu
leicht befunden. Der Westen hat versagt, fataler Weise moralisch und realpolitisch.
Der Irre läuft Amok - polis-Presseschau
von redaktion am 23.02.2011 09:07
Presseschau vom 23.02.2011

Er klammert sich an die Macht und lässt auf sein Volk schiessen.
Der Irre läuft Amok
Der libysche Diktator Gaddafi führt inzwischen Krieg gegen sein eigenes Volk. Hunderte Tote und Tausende Verletzte sind die bislang blutige Bilanz eines offensichtlich Wahnsinnigen. Er drohte in einer obskuren Fernsehansprache bis zum letzten Blutstropfen zu kämpfen. Währenddessen allerdings desertieren immer mehr Militäreinheiten und laufen zu den Aufständischen über.

fr-online
Lybien: Gaddafi klammert sich an die Macht
… Die Demonstranten beschimpfte er als Ratten und Drogensüchtige. Rücktritt oder Flucht ins Exil lehnte er ab. Er habe kein Amt in Libyen inne, von dem er zurücktreten könne, giftete der Machthaber und las mit theatralischer Geste aus seinem Grünbuch vor. Den Aufständischen warf er vor, sie wollten die Einheit Libyens zerstören. …

faz.net
Sicherheitsrat fordert sofortiges Ende der Gewalt
… Angesichts der blutigen Unruhen in Libyen mit hunderten Toten und noch mehr Verletzten haben die Vereinten Nationen Staatschef Gaddafi aufgefordert, die Gewalt sofort zu stoppen. Gegen Menschen, die berechtigte Forderungen vorbrächten, dürfe nicht mit Waffen vorgegangen werden, heißt es in einer Erklärung, die nach einer Sondersitzung des höchsten UN-Gremiums am Dienstagabend in New York veröffentlicht wurde. …

spiegel.de
Uno stellt Gaddafi an den Pranger
… 250 Tote bei den Protesten gegen Diktator Muammar al-Gaddafi - diese Opferzahl nennen die Vereinten Nationen (Uno). Tatsächlich sind bei den Unruhen in Libyen wahrscheinlich deutlich mehr Menschen ums Leben gekommen. Bewaffnete Milizen des Diktators ziehen durch die Städte, Demonstranten wurden offenbar aus Hubschraubern und Kampfflugzeugen beschossen. …

taz.de
Drei Säulen geschleift
… Das libysche Regime ist eines der repressivsten der Welt. Die Tatsache, dass der selbsternannte Revolutionsführer Muammar al-Gaddafi seit 42 Jahren an der Macht ist, hängt auch damit zusammen, dass er bei einem von ihm angeführten Putsch "Freier Offiziere" 1969 gleich drei tragende Pfeiler von Politik und Gesellschaft in ihrer Macht beschnitt: die Armee, die Stämme und das religiöse Establishment. ...
Foto: spiegel.de/dpa
Re: WOW ! - polis-Presseschau
von Trotzki am 23.02.2011 00:19Unwidersprochen, polis. Auch der Zeitfaktor spielt in 2011 eine Rolle. Scholz hat enormen Druck.
Kauder zu Guttenbergs Doktor-Affäre: "Das Thema ist für mich erledigt"
von redaktion am 22.02.2011 18:29
stern.de: Unions-Fraktionschef Kauder zu Guttenbergs Doktor-Affäre: "Das Thema ist für mich erledigt"
Kauder
Hamburg/Berlin (rdp/ots) - Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion steht trotz der Plagiatsaffäre voll hinter Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg. Der Fraktionsvorsitzende Volker Kauder sagte in einem Interview mit dem Online-Magazin stern.de über die Rückgabe des Doktor-Titels durch den Minister: "Karl Theodor zu Guttenberg hat mit diesem Schritt die Konsequenzen aus der aktuellen Diskussion gezogen. Damit sollte die Debatte beendet sein." Kauder fügte hinzu: "Wir werden ihn auch weiterhin mit ganzer Kraft unterstützen." "Natürlich" bleibe er im Ministeramt.
Auf Frage, ob ein Rosstäuscher als Minister tragbar sei, sagte Kauder: "Diese Wortwahl ist nicht angemessen. Ich wundere mich immer wieder, wie vorschnell in der Öffentlichkeit Urteile gefällt werden." Offenbar spielt für Kauder die noch ausstehende Entscheidung der Universität Bayreuth über die Ab- oder Anerkennung des Doktortitels keine Rolle mehr. Auf eine entsprechende Frage sagte Kauder, er habe der persönlichen Erklärung des Ministers nichts hinzuzufügen.
Der CDU-Politiker sieht darüber hinaus keinen Vertrauensverlust für die Politik insgesamt. Alle Meinungsumfragen zeigten, dass zu Guttenberg nach wie vor hohes Vertrauen genieße. Die Frage, ob der Minister den Wissenschaftlichen Dienst des Bundestags für seine Doktorarbeit missbraucht habe, ließ Kauder nicht gelten. "Jeder Abgeordnete hat das Recht, den Wissenschaftlichen Dienst in Anspruch zu nehmen, auch für Vorträge und Aufsätze, die er anfertigt. Er muss dies allerdings aus meiner Sicht kenntlich machen. In welchem Umfang Karl-Theodor zu Guttenberg dies getan hat, entzieht sich meiner Kenntnis", sagte Kauder. Der Bundestag "könnte" die Sachlage prüfen.
Guttenberg wird nach Auskunft Kauders "einige Male" im baden-württembergischen Wahlkampf auftreten. Am Mittwoch wird sich eine aktuelle Stunde im Bundestag mit der Plagiats-Affäre befassen. Am Montagabend hatte Guttenberg bei einer Veranstaltung im hessischen Kelkheim "gravierende Fehler" bei der Abfassung seiner Doktorarbeit eingestanden und erklärt, er werde den Titel dauerhaft nicht mehr führen.
PHOENIX-LIVE - Fragestunde und Aktuelle Stunde zur Promotion von Karl-Theodor zu Guttenberg
von redaktion am 22.02.2011 18:20
PHOENIX-LIVE - Fragestunde und Aktuelle Stunde zur Promotion von Karl-Theodor zu Guttenberg - Mittwoch, 23. Februar 2011, 14.05 Uhr und 15.35 Uhr
Bonn/Berlin (rdp/ots) - PHOENIX überträgt am morgigen Mittwoch, 23. Februar 2011, ab 14.05 Uhr LIVE die Fragestunde zur Promotion von Karl-Theodor zu Guttenberg aus dem Deutschen Bundestag. Ebenfalls LIVE zeigt PHOENIX ab 15.35 Uhr die Aktuelle Stunde aus dem Bundestag zum selben Thema.


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