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redaktion
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Sigmar Gabriel: IG Metall fällt der SPD in den Rücken

von redaktion am 24.02.2011 19:04




Sigmar Gabriel: IG Metall fällt der SPD in den Rücken


Gabriel

Essen/Berlin (rdp/ots) - Die Leiharbeit entzweit SPD und IG Metall. SPD-Chef Sigmar Gabriel hat sich nach einem Bericht der WAZ-Mediengruppe in einem Brief an IG-Metall-Vizechef Detlef Wetzel in scharfem Ton gegen Kritik aus den Reihen der Gewerkschaft verwahrt. "Wie in aller Welt kommst Du auf eine so haarsträubende Behauptung?", schreibt Gabriel in einem Brief, der der WAZ vorliegt. Wetzel hatte zuvor kritisiert, die SPD mache Politik gegen die Leiharbeit. Auf fünf Seiten beschreibt Gabriel, wie er die Verhandlungen mit der Regierung über die Leiharbeit mit DGB, Verdi und IG Metall abgestimmt habe. Die SPD habe sich "exakt" an die gemeinsame Linie gehalten, erklärt Gabriel. Er erwarte auch keinen Dank dafür. "Allerdings finde ich es befremdlich, wenn Du uns dafür anschließend in den Rücken fällst", so der SPD-Chef in seinem Brief. Wetzels Äußerungen seien "absolut inakzeptabel".

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Erzengel

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Re: Der Lügner will bleiben - polis-Presseschau

von Erzengel am 24.02.2011 17:36

Bin ich froh das es Fasching ist.Von Baron Plagiat zu Guttenberg wird bleiben,Teflon Merkel hat ein Wahljahr vor sich und kann sich jetzt keine Regierungsumbildung leisten.Dabei geht es nicht ums Volk sondern nur um Macht.Die Ehrlichkeit und der Anstand bleiben halt mal wieder auf der Stecke.Wie sagte Westerwelle so unpassend zu einem anderen Thema,"Römische Dekadens" aber diesmal in CSU/CDU reinformat. Und der dicke Dobermann von der CSU sieht darin keine Verfehlung des Barons.Wir sind ja alle Amigos.

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Pinocchio ließ sich Verwendung der Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags nicht genehmigen

von redaktion am 24.02.2011 15:43




Pinocchio ließ sich Verwendung der Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags nicht genehmigen



Berlin (rdp/ots) - Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hat sich die Verwendung von Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages für seine Doktorarbeit nicht genehmigen lassen. Das erfuhr der "Tagesspiegel" am 24. Februar aus der Bundestagsverwaltung. Auch dort geht man inzwischen davon aus, dass in die Doktorarbeit neben den vier bekannten vier Expertisen zwei weitere Ausarbeitungen des Wissenschaftlichen Dienstes zumindest teilweise von Guttenberg verwendet wurden, berichtet die in Berlin erscheinende Zeitung weiter. Die öffentliche Verwendung der Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes müssen sich Abgeordnete genehmigen lassen. Guttenberg hatte am Mittwoch im Parlament erklärt, ob eine Genehmigung zur Weiterveröffentlichung eingeholt worden sei, lasse sich heute nicht mehr nachvollziehen.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 24.02.2011 15:47.

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Guttenberg betätigte sich während seiner Doktorarbeit als Sponsor für die Uni Bayreuth

von redaktion am 24.02.2011 14:56




Guttenberg betätigte sich während seiner Doktorarbeit als Sponsor für die Uni Bayreuth

Berlin (rdp/ots) - Während der Arbeit an seiner Promotion hat sich Karl-Theodor zu Guttenberg an der Universität Bayreuth auch als Sponsor betätigt. Zwischen 1999 und 2006 seien für einen neuen Lehrstuhl an der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät insgesamt 747 764,36 Euro überwiesen worden, bestätigte die Rhön Klinikum AG dem Berliner "Tagesspiegel" am 24. Februar. Guttenberg saß von 1996 bis 2002 im Aufsichtsrat der Rhön Klinikum AG, seine Familie hielt dort ein Aktienpaket. Der CSU-Politiker studierte von 1992 bis 1999 in Bayreuth Rechtswissenschaften und promovierte dort im Jahr 2007 mit der Bestnote summa cum laude. Die Rhön Klinikum AG, an der die familieneigene Beteiligungsgesellschaft derer zu Guttenberg über ihren Aktienbesitz beteiligt war, gehörte zu den Stiftern des Lehrstuhls für Medizinmanagement, der bei der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät angesiedelt ist. Man habe an der Einrichtung des Studienganges "Diplom-Gesundheitsökonomie" Interesse gehabt, "weil der Arbeitsmarkt zu wenig qualifizierte Nachwuchskräfte für eine Aufgabe im Krankenhausmanagement anbot", sagte ein Sprecher der AG. Mit den für Guttenberg zuständigen Fakultätsprofessoren habe man nichts zu tun gehabt.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 24.02.2011 14:57.

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SPD meets Praxis

von redaktion am 24.02.2011 13:25




Sigmar Gabriel: Wir wollen mit den wirklichen Experten im Krankenhaus und in Pflegeeinrichtungen ins Gespräch kommen


Gabriel

Rund 200 SPD-Abgeordnete aus dem Bundestag und den Landtagen arbeiten vom 28.Februar bis zum 2.März 2011 in einem Krankenhaus oder in Pflegeeinrichtungen mit. Hierzu erklärt der SPD-Parteivorsitzende, Sigmar Gabriel:

Die SPD will in der kommenden Woche (28. Februar bis 2. März 2011) den Alltag in Krankenhäusern und Altenheimen, in Pflegeeinrichtungen und Sozialstationen in den Mittelpunkt ihrer Arbeit stellen. Wir wollen aber nicht einen weiteren Kongress, eine weitere Anhörung von Lobbyisten der einen oder anderen Seite veranstalten. Sondern wir wollen mit den wirklichen Experten ins Gespräch kommen: Den Menschen, die in den Bereichen Pflege und Gesundheit arbeiten, die dort betreut werden, oder die dort
Angehörige haben.

In der kommenden Woche werden rund 200 SPD-Abgeordnete aus dem Bundestag und den Landtagen sowie weitere Mandatsträger in ihrem Wahlkreis einen Tag lang in einem Krankenhaus oder einer Pflegeeinrichtung mitarbeiten. Sie tun das ohne Kamerateams und Fotografen – aber sie werden im Anschluss in öffentlichen Veranstaltungen mit Ärzten und Pflegern, Patienten und Angehörigen ihre Erfahrungen diskutieren.

Allen Beteiligten ist klar: Im Rahmen der Praxistage kann man nur einen kleinen, punktuellen Einblick in die Arbeit in den Einrichtungen gewinnen. Aber man kommt ins Gespräch. Wir wollen zuhören. Die Erfahrungen der Praxistage werden aber einfließen in das Konzept der Bürgerversicherung, das im April detailliert vorgestellt werden soll."


Die Liste mit allen Terminen und eine interaktive Landkarte sind auf www.spd.de zu finden. Dort wird auch über die Praxistage berichtet.

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Hartz IV-Koalition kürzt bei Behinderten

von redaktion am 24.02.2011 13:11




Hartz IV-Koalition kürzt bei Behinderten


Kipping

Berlin (rdp). „Im Windschatten des Bund-Länder-Geschachers über die Hartz IV-Reform wurden weitere Gemeinheiten beschlossen, die bislang ungenannt geblieben sind. Dazu gehört, dass die Hartz IV-Parteien, CDU/CSU, SPD und FDP bedürftigen erwachsenen Behinderten ein Fünftel des Regelsatzes streichen wollen“, erklärt Katja Kipping. Die sozialpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE weiter:

Die von Schwarz-Gelb neu eingeführte Regelbedarfsstufe 3 sieht vor, dass erwachsene Hilfebedürftige, die mit anderen Erwachsenen zusammenleben, auch dann nicht den vollen Regelsatz bekommen, wenn sie mit diesen keine Bedarfsgemeinschaft bilden. Konkret betroffen von der Regelung sind Menschen, die womöglich gerade aufgrund ihrer Behinderung bei ihren Eltern oder in einer Wohngemeinschaft leben. Sie bekommen nicht den vollen Regelsatz, sondern nur noch 80 Prozent. Das sind 68 Euro weniger als bisher.

Im Vermittlungsausschuss hat man sich zwar auf eine wohlklingende Protokollnotiz verständigt: ‚Der Regelsatz für die Regelbedarfsstufe 3 wird mit dem Ziel, Menschen mit Behinderungen ab dem 25. Lebensjahr den vollen Regelsatz zu ermöglichen, überprüft.‘ Diese Erklärung ist jedoch nichts wert, da es keinerlei Terminfestlegung dafür gibt. Inzwischen deutet sich an, dass die Überprüfung erst mit der nächsten Einkommens- und Verbrauchsstichprobe erfolgen soll, also erst in mehreren Jahren. Im Klartext bedeutet diese Notiz: Schwarz-Gelb und die SPD verzichten bewusst darauf, die Verschlechterung im Gesetz zu streichen. Damit bekommen bedürftige Behinderte ein Fünftel gestrichen.

Dass der gesamte Hartz IV-Kompromiss eine Farce ist, die vor dem Bundesverfassungsgericht keine Chance haben wird, zeigen im Übrigen schon Medienberichte über Berechnungen des Stromvergleichsportals check24.de, nach denen die realen Stromkosten auch nach der Regelsatzerhöhung um bis zu 35 Prozent über dem dafür vorgesehenen Satz liegen werden. Die Betroffenen werden dadurch gezwungen sein, Geld für die Begleichung ihrer Stromrechnung auszugeben, dass ihnen dann anderer Stelle schmerzlich fehlen wird. Ihre Stromkosten senken können sie nicht, weil sie sich eine stromsparende Waschmaschine oder einen stromsparenden Kühlschrank einfach nicht leisten können.“

Antworten Zuletzt bearbeitet am 24.02.2011 13:11.

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IG Metall macht im Streit um die Leiharbeit Druck - Scharfe Kritik an der SPD

von redaktion am 24.02.2011 10:32




IG Metall macht im Streit um die Leiharbeit Druck - Scharfe Kritik an der SPD

Essen/Berlin (rdp/ots) - Die IG Metall fordert Verbesserungen für die bundesweit rund 800.000 Leiharbeiter. Zugleich geht die Gewerkschaft scharf mit der SPD ins Gericht. "Die SPD muss sich entscheiden, für wen sie sich einsetzen will. Diesmal hat sie Politik gegen die Beschäftigten in der Leiharbeit gemacht", sagte Detlef Wetzel, der Zweite Vorsitzende der IG Metall, im Gespräch mit den Zeitungen der Essener WAZ-Mediengruppe (Donnerstagausgabe).

Hintergrund ist eine Einigung der SPD mit Union und FDP. Der Kompromiss sieht vor, dass die Beschäftigten der Leiharbeitsbranche ab Mai 2011 als Stundenlohn mindestens 7,60 Euro (West) oder 6,65 Euro (Ost) erhalten sollen. "Das Ergebnis ist beschämend für die beteiligten Parteien und schlimm für die Beschäftigten", sagte Wetzel und fügte hinzu: "Die Beschäftigten sollen offenbar für dumm verkauft werden. Mit den beschlossenen Lohnuntergrenzen wird lediglich abgebildet, was in den meisten Betrieben längst Realität ist. Zur wichtigsten Verbesserung konnten sich Union, FDP und SPD aber nicht durchringen: der Einführung von gleichen Löhnen für gleiche Arbeit."

Scharf kritisierte der IG Metall-Vizechef auch die schwarz-gelbe Regierung. "Kanzlerin Merkel und Arbeitsministerin von der Leyen sowie die FDP sind offensichtlich Befehlsempfänger der Leiharbeitslobby", sagte Wetzel. Für den heutigen Donnerstag plant die Gewerkschaft einen bundesweiten Aktionstag für die Gleichbehandlung von Leiharbeitern. Wetzel rechnet mit der Beteiligung von mehr als 100.000 Beschäftigten aus über 1000 Betrieben.

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Frau Dr. Berlusconi. Etwas über das Verhältnis von Macht und Moral

von redaktion am 24.02.2011 09:30




Frau Dr. Berlusconi. Etwas über das Verhältnis von Macht und Moral
Ein Kommentar von polis-Gastautor Ulrich Kasparick



Die Universität hat votiert: die Doktorwürde ist aberkannt. Was sagt die Kanzlerin? Sie sagt:

„Die Entscheidung der Uni Bayreuth liegt auf der Linie dessen, was der Verteidigungsminister vorgegeben hat. Sie macht daher Sinn“, so die Kanzlerin. Das Votum zeige, dass zu Guttenberg mit seiner Selbsteinschätzung richtig liege. Der Minister sei durch die Uni-Entscheidung daher in seinem Amt nicht geschwächt.
Ich zitiere aus der WELT.

Und halte inne.
Was bedeuten diese Worte? Sie bedeuten: Macht geht über Moral.
Denn es ist offensichtlich: die Kanzlerin hält an ihrem Minister fest, obwohl die Universität die erschlichene Doktorwürde zurückgezogen hat. Die Beweise waren erdrückend.
Sie hält aus Machtkalkül an ihm fest.
Künftig wird alles wurscht sein.
Künftig wird jeder tun und lassen können, was er will: lügen, betrügen, abschreiben, kopieren, verhamlosen, hochstapeln. Alles ist erlaubt.
Insbesondere, wenn man an der Macht ist.

Welcome in Berlusconi-Land
.

Ulrich Deppendorf hat Recht: „Frau Dr. Merkel steuert einen gefährlichen Kurs“. So hat er es heute in „Deppendorfs-Woche“, nachhörbar in der ARD-Mediathek über ihren Kurs gesagt.
Nun geht es nicht mehr um einen süddeutschen Baron, der offensichtlichen Hochstapelei überführt.
Nun geht es um den Kurs der Kanzlerin.

Wohin führt sie dieses Land?

Sie führt es in moralische Niemandsland. Nun ist alles wurscht. Wenn der Bundesminister durch die Vorgänge um seine erschlichene Doktorarbeit „nicht im Amt beschädigt“ ist, dann ist alles völlig egal.
Dann kann jeder Bundesminister sein. Hauptsache, er dient ihrem Machterhalt.
Moral, Anstand, Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit – alles in den Wind geredet.
Bürgerliche Werte – keinen Pfifferling mehr wert.
Denn alles hat sich der Macht zu beugen.

Man kann Frau Dr. Berlusconi dankbar sein für ihre Worte.
Wir wissen nun, woran wir mit ihr sind.

Stefan Zweig hat ein bemerkenswertes Buch zum Zusammenhang geschrieben: Castellio gegen Calvin. Oder ein Gewissen gegen die Gewalt.
Der scheinbar Unterlegene Castellio erweist sich gegen den mächtigen Calvin als der eigentliche Sieger.

Geist und Moral gegen Macht und Gewalt.
Das ist hier die Frage.


Und Frau Dr. Merkel hat sich offenbar entschieden: sie steht auf der Seite der Macht.
Und nicht auf der Seite der Moral.
Deshalb nenne ich sie nun Frau Dr. Berlusconi.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 24.02.2011 09:31.

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Der Lügner will bleiben - polis-Presseschau

von redaktion am 24.02.2011 08:53




Presseschau vom 24.02.2011



Der Doktortitel ist weg, der Minister bleibt.


Der Lügner will bleiben

In einer heftigen Aktuellen Stunde des Bundestages zum Skandal Guttenberg, schenkte die Opposition dem Verteidigungsminister nichts. Plagiator, Trickser, Täuscher – Lügner! Der Gescholtene wirkte angeschlagen, hält aber an der Ausführung seines Amtes fest. Am Abend entzog ihm die Uni Bayreuth den Doktortitel.





fr-online.de

Guttenberg ist seinen Doktor-Titel los: Die verlorene Ehre des KT

…   Jetzt ist er futsch, der schöne Doktortitel. Überraschend schnell hat die Universität Bayreuth am Mittwochabend nun „dem Herren Freiherr von und zu Guttenberg“ den Titel aberkannt. In seiner Dissertation habe er nicht korrekt zitiert und klar wissenschaftliche Standards verletzt.
Ob diese Täuschung aus Fährlässigkeit oder mutwillig geschehen sei, sei nicht Gegenstand des Verfahrens gewesen, sagt Uni-Präsident Rüdiger Bormann. …




faz.net

Uni Bayreuth erkennt den Doktortitel ab

… Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bezeichnnete das Aberkennen des Doktortitels als richtig und logisch. Die Universität Bayreuth folge mit dieser Entscheidung der Einschätzung des Ministers, sagte Merkel am Mittwochabend in Freiburg bei einer Veranstaltung der Stiftung Ordnungspolitik. „Die Entscheidung der Uni Bayreuth liegt auf der Linie dessen, was der Verteidigungsminister vorgegeben hat. Sie macht daher Sinn.“ Das Votum zeige, dass zu Guttenberg mit seiner Selbsteinschätzung richtig liege. Der Minister sei durch die Uni-Entscheidung daher in seinem Amt nicht geschwächt. …




spiegel.de

Doktor adé

… Aber was macht Guttenberg? Der lässt an diesem Nachmittag unter der Reichstagskuppel alle Angriffe, alle Zwischenrufe, all den Ärger einfach an sich abperlen. Er spricht leise, er lässt sich durch nichts provozieren. Ganz im Gegenteil: Er ist es, der provoziert. Zum Beispiel so: Er sei dankbar für "Hinweise auf weitere Fehler". Oder, indem er sich sogar als Vorbild zu verkaufen sucht. "Vielleicht", sagt Guttenberg, könne sein offener Umgang mit Fehlern, seine öffentliche Entschuldigung "auch ein Beispiel geben". Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin wird später von "Arroganz noch in der Geste der Demut" sprechen. …




taz.de

Guttenbergs Absturz, Merkels Fall

… Und Merkel steht vor zwei kristallklaren Alternativen: Entweder sie feuert Guttenberg sofort und beendet dessen zusehends groteske Versuche, sich zum Opfer einer Kampagne zu stilisieren. Oder sie hält an ihm, dem Schwindler, fest. Und das heißt, dass Fälschen, Betrügen und Plagiieren plus nachträgliches Schönreden künftig unter "nicht schlimm" fallen. Ein Fehler, mehr nicht. Wer populär ist, darf das. Was eigentlich noch? ...

Foto: spiegel.de/dpa

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Stopp dem Lohndumping durch Leiharbeit

von polis am 23.02.2011 19:01




Stopp dem Lohndumping durch Leiharbeit


Schlecht

Merkel jubelt über das Beschäftigungswunder. 40,8 Millionen Erwerbstätige
im Dezember; so viel wie noch nie. Schaut man hinter die Fassade, dann
sieht man fast nur noch Leiharbeit.

83 Prozent der neuen Arbeitsplätze in Baden-Württemberg sind Leihjobs. Das
hat das Statistische Landesamt für den Zeitraum Sommer 2009 bis Sommer 2010
vorgerechnet. Eine Befragung von Betriebsräten ergab, dass im Jahr 2010
bundesweit 43 Prozent aller neuen Arbeitsplätze mit Leihbeschäftigung
besetzt wurden. Und 42 Prozent waren nur befristet. Gerade einmal 15
Prozent der Arbeitsplätze haben die Unternehmer unbefristet fest vergeben.

Leiharbeit nimmt überall zu. Bundesweit dürfte die Millionenmarke bereits
überschritten sein. Das ist deutlich höher als vor der Krise. In
Baden-Württemberg sind es mehr als 100.000, in Bayern waren es im Oktober
2010 bereits 115.000.

Auch in den Vorzeigebetrieben des deutschen Industriekapitals wird
vermehrt auf Leihjobs gesetzt. Beim Daimler in Stuttgart-Untertürckheim
haben vor der Krise rund 10.000 fest Beschäftige gearbeitet, heute sind es
nur noch 9.000. Aber dafür gibt es jetzt nahezu 700 Leiharbeiter mehr.

Beim Weltmarktführer für Landmaschinen - John Deere - sind im Mannheimer
Werk Lackierarbeiten ausgelagert worden. In einen neuen Betrieb, der keine
Tarifverträge kennt, sondern nur Leiharbeit und Befristungen. Mit
abenteuerlichen Arbeitsbedingungen und Stundenlöhnen von 7,60 Euro. Und das
ist genau das, worum es geht. Lohndumping! So auch in der Tiefdruckerei von
Springer/Bertelsmann in Ahrensburg. Knapp 20 Prozent der Drucker arbeiten
als Leiharbeiter und bekommen weniger als 12 Euro die Stunde; der Tarif
liegt je nach Eingruppierung bei mindestens 17 Euro.

Wer in einem Leihjob arbeitet, bekommt deutlich weniger. Im Schnitt
verdienen Leiharbeitskräfte nur die Hälfte: rund 1400 Euro Brutto bei einem
Vollzeitjob; das hat der DGB jüngst vorgerechnet. Ein Drittel der
Leihjobber bekommt weniger als 1200 Euro.

Und diese Lohndrückerei der Unternehmer kostet den Sozialstaat richtig
Geld. Denn viele haben so wenig, dass sie Anspruch auf Arbeitslosengeld II
haben. Allein im Juni letzten Jahres hat das 40 Millionen Euro gekostet.
Für das Jahr 2011 drohen die Kosten zu explodieren. Die wahren
Sozialschmarotzer sind die Unternehmer, die ihren Beschäftigen so wenig
zahlen, dass sie mittels des Arbeitslosengeld II faktisch subventioniert
werden.

Die Leiharbeit muss gestoppt werden. Politisch, durch Gesetz. DIE LINKE
will nicht nur equal pay, also die gleiche Bezahlung wie die
Stammbelegschaft, sondern zusätzlich eine zehnprozentige Prämie. Wie in
Frankreich. Die Verleihdauer darf nur höchstens drei Monate betragen und
der Betriebsrat soll ein Vetorecht haben. Und als Streikbrecher darf
niemand missbraucht werden. Das Ziel: Leiharbeit wieder zurückdrängen,
sodass weniger als 100.000 Menschen so arbeiten.

SPD und Grüne haben im Rahmen der Agenda 2010 die Menschen der Despotie
der Leiharbeit ausgesetzt. Jetzt geht es um den Kampf, neue Schutzrechte
einzuführen. Es geht um die Auseinandersetzung im Parlament und auf der
Straße. Deshalb sind Aktionstage wie der 24. Februar, zu dem die
Gewerkschaften aufrufen, so wichtig.

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