Schauspieler Moritz Bleibtreu: Jud-Süß-Verbot ist ewiggestrig

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Schauspieler Moritz Bleibtreu: Jud-Süß-Verbot ist ewiggestrig

von polis am 15.09.2010 18:14




Schauspieler Moritz Bleibtreu: Jud-Süß-Verbot ist ewiggestrig


Bleibtreu

Mainz/Berlin (rdp/ots) - In der Talksendung "Leute" von SWR1 Rheinland-Pfalz,
die am Sonntag, 19. September, 10 bis 12 Uhr, ausgestrahlt wird,
fordert der Schauspieler Moritz Bleibtreu die Freigabe des
Originalfilms "Jud Süß". Der Hetzfilm der Nazis gegen Juden ist in
Deutschland immer noch verboten und darf nur unter strengen Auflagen
gezeigt werden. Bleibtreu im Gespräch mit SWR1-Moderatorin Katja
Heijnen: "Das ist für mich ewiggestrig. Das genaue Gegenteil wäre
gut." Der Film schaffe es, auf sehr subtile Art und Weise zu
manipulieren, "das hat aber in heutiger Zeit überhaupt keine
Wertigkeit mehr." Zu glauben, dass junge Leute zu Neofaschisten
würden, nachdem sie "Jud Süß" angeschaut hätten, gehe von der
Vorstellung aus, dass Faschismus im selben Gewand zurückkomme. "Wenn
Faschismus sich noch mal auf der Welt breit macht, dann sicherlich
nicht in der Form wie wir ihn kannten." Moritz Bleibtreu sieht das
berüchtigte Original eher als Lehrstück: "Ich lerne was über
Manipulation, über Propaganda, über Geschichte."

Bleibtreu ist in Oskar Roehlers aktuellem Film "Jud Süß, Film ohne
Gewissen", der nächste Woche in die Kinos kommt, als
Propagandaminister Joseph Goebbels zu sehen. Die Meinungen der
Kritiker gehen weit auseinander: Auf der Berlinale ausgebuht, hat
Moritz Bleibtreu für genau dieselbe Rolle den Preis für
Schauspielkunst bekommen.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 15.09.2010 18:16.

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