Paulaner berät über Zukunft von Nockherberg-Redner Lerchenberg
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Paulaner berät über Zukunft von Nockherberg-Redner Lerchenberg
von polis am 04.03.2010 17:47
Paulaner berät über Zukunft von Nockherberg-Redner Lerchenberg

Michael Lerchenberg als Fastenprediger
München (fhp/ddp). Die Paulaner Brauerei will am Freitag über eine mögliche Trennung von dem unter heftiger Kritik stehenden Nockherberg-Redner Michael Lerchenberg beraten. «Aus Respekt vor dem Künstler möchten wir mögliche Konsequenzen gründlich abwägen und keine übereilten Entscheidungen treffen», sagte Paulaner-Geschäftsführer Andreas Steinfatt am Donnerstag im ddp-Interview in München. Die Entscheidung werde nach dem Treffen der Öffentlichkeit mitgeteilt.
Lerchenberg hatte in seiner satirischen Rede am Mittwochabend fabuliert, FDP-Chef Guido Westerwelle wolle nun alle «Hartz IV»-Empfänger in einem mit Stacheldraht umgebenen Lager in Ostdeutschland sammeln. Über dem Eingang, «bewacht von jungliberalen Ichlingen im Gelbhemd, steht in eisernen Lettern: Leistung muss sich wieder lohnen». Zuhörer sahen darin eine Anspielung auf den menschenverachtenden Spruch «Arbeit macht frei» am Tor des Konzentrationslagers Auschwitz.
Steinfatt räumte ein, dass damit «ein Tabu verletzt wurde». Man habe die entsprechende Passage vorher besprochen, aber offenbar falsch eingeschätzt. «Wir bedauern sehr, dass diese Grenze überschritten worden ist», sagte der Organisator des Politiker-«Derbleckens». Lerchenberg habe die Textstelle in seiner Rede aber auch noch einmal «deutlich verschärft». Diese Version sei so nicht vereinbart gewesen.
Scharfe Kritik kam unter anderem von der Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP), Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) und Landtagspräsidentin Barbara Stamm (CSU). Der Kabarettist selbst verteidigte hingegen seine Rede und verglich Westerwelle mit dem 2008 gestorbenen österreichischen Rechtspopulisten Jörg Haider.


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