Kopfpauschale ist Kopfgeburt
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Kopfpauschale ist Kopfgeburt
from redaktion on 01/11/2010 10:41 AM
Kopfpauschale ist Kopfgeburt

Klaus Ernst
Der stellvertretende Vorsitzende der Linken, Klaus Ernst, bekräftigt
die ablehnende Haltung seiner Partei zu den schwarz-gelben
Gesundheitsplänen. Die Kopfpauschale sei eine Kopfgeburt ohne Substanz.
Millionen müssten Staatszuschüsse beantragen, um nicht schlechter als
vor der Reform dazustehen, so Ernst, der gleichzeitig den von
Gesundheitsminister Rösler artikulierten Vorwurf der Verbreitung von "Fantasiezahlen"
zurück weist. Er erklärt:
Rösler reitet auf einem toten Pferd und merkt es noch nicht einmal. Das
System Kopfpauschale plus Sozialausgleich ist eine Kopfgeburt, die dem
Praxistest nicht standhält. Ist die Kopfpauschale zu niedrig, dann
fehlt das Geld für eine Vollversorgung, und die Versicherten werden mit
neuen Zuzahlungen geschröpft. Ist die Kopfpauschale zu hoch, können
sich das viele Versicherte nicht mehr leisten und brauchen
Staatszuschüsse. Dann würde das halbe Land plötzlich zum Sozialfall.
Was Rösler als Fantasiezahlen bezeichnet, ist schlichte Mathematik.
Wenn die Pauschale für die Versicherten bei 150 Euro liegen würde,
dann müssten 95 Prozent aller Rentner einen Staatszuschuss beantragen,
weil sie sonst schlechter als vorher dastehen würden. Alle mit weniger
als 1.800 Euro Bruttorente zahlen heute nämlich weniger Eigenbeitrag.
Dasselbe würde für alle Arbeitnehmer gelten, die heute weniger als
1.800 Euro brutto verdienen. Dieser angebliche Sozialausgleich wäre ein
bürokratisches Monstrum. Millionen müssten entwürdigende
Bedarfsprüfungen über sich ergehen lassen. Das ist nichts anderes als
Hartz IV im Gesundheitswesen.


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