Irisches Desaster - polis-Presseschau
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Irisches Desaster - polis-Presseschau
von redaktion am 23.11.2010 09:14
Presseschau vom 23.11.2010

Irische Kassen und Gläser sind geleert
Irisches Desaster
Die Finanzkrise Irlands hat sich zu einer ernsthaften Regierungskrise ausgeweitet. Die Bewohner der grünen Insel nehmen ihren Regierungschef samt dessen Partei in die Verantwortung. Neuwahlen im Januar sind schon beschlossene Sache.

fr-online.de
Gedemütigt und enttäuscht
… „Verräter“ – nur dieses eine Wort stand auf dem Plakat, das eine Frau im Regierungsviertel aufhängte. Am Tag, nachdem die hoch verschuldete irische Republik sich ins Unvermeidliche gefügt hatte, richteten sich Ärger und Enttäuschung weniger gegen den Internationalen Währungsfonds (IWF) und EU-Länder wie Deutschland, die das Land gegen seinen Willen unter den Schutzschirm gedrängt hatten.
Die Wucht des Zorns traf vielmehr die eigene Koalitionsregierung aus Fianna Fail und Grünen. Premier Brian Cowen, hieß es, habe die Insel um ihren Stolz und ihre Stabilität gebracht. …

faz.net
Das reiche Irland hängt nun am Tropf ärmerer Staaten
… Seit Beginn der Krise ist Irland aber rasant von seiner einstigen Wohlstandsposition zurückgefallen: Im ersten Krisenjahr 2008 schrumpfte die Wirtschaftsleistung um 3,5 Prozent, 2009 sogar um 7,6 Prozent. Und auch in diesem Jahr ist das BIP weiter gesunken, weil der zuvor aufgeblähte Immobiliensektor zusammenfiel und die Finanzbranche darniederliegt. Mit einer Arbeitslosenquote von nun knapp über 14 Prozent liegt Irland deutlich über dem EU-Durchschnitt. Wegen der Großbankenrettung ist das Staatsdefizit in diesem Jahr auf 32 Prozent gesprungen. …

spiegel.de
Irlands Finanzminister verweigert Steueraufschlag
… In Brüssel wurde derweil damit gerechnet, dass Irland bei seiner Haushaltskonsolidierung neben schmerzhaften Einsparungen auch um Steuererhöhungen nicht herum kommen wird. "Es ist wahrscheinlich, dass Irland kein Niedrigsteuerland mehr sein wird", sagte etwa ein Sprecher von Wirtschaftskommissar Olli Rehn. Über die Auflagen für die Hilfen muss Dublin mit Experten der EU-Kommission, des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Zentralbank (EZB) verhandeln. …

taz.de
Bundesregierung rettet Banken
… Die irische Regierung akzeptiert die aktuelle Finanzhilfe nur unter massivem Druck. Der kommt nicht zuletzt aus Berlin. Denn die Bundesregierung macht sich erhebliche Sorgen um die Zukunft derjenigen deutschen Banken, die irischen Finanzinstituten und dem dortigen Staat Milliarden Euro geliehen haben.
Würde sich die Regierung in Dublin nicht unter den 750-Milliarden-Euro-Rettungsschirm ducken, drohte auch deutschen Banken der Teil- oder Komplettverlust ihrer Forderungen an Irland. Weil Dublin nun aber einen Hilfsantrag stellen will, ist diese Gefahr vorerst gebannt. Deutsche-Bank-Vorstand Josef Ackermann, Martin Blessing von der Commerzbank und ihre Kollegen, aber auch die Bundesregierung haben ein Problem weniger. ...
Foto: Woyzeck / pixelio.de


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