Forderung nach Entschädigung von Apartheidopfern auf Daimler-HV
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Forderung nach Entschädigung von Apartheidopfern auf Daimler-HV
von redaktion am 08.04.2010 11:21
Forderung nach Entschädigung von Apartheidopfern auf Daimler-HV /
Start der Kampagne "Daimler - Star of Apartheid" am 14.4.2010 in
Berlin
Frankfurt/Main/Berlin (rdp/ots) - Am 14.4.2010 startet medico international,
gemeinsam mit seiner südafrikanischen Partnerorganisation Khulumani,
anlässlich der Hauptversammlung (HV) der Daimler AG in Berlin die
Unterschriftenkampagne "Daimler - Star of Apartheid". Dem Unternehmen
wird vorgeworfen, durch die Lieferung von Fahrzeugen und Maschinen an
Polizei und Militär des südafrikanischen Apartheidregimes, Beihilfe
zu schweren Menschenrechtsverletzungen geleistet zu haben.
Forderungen der Kampagne sind die Öffnung des Daimler-Archivs und
eine angemessene Entschädigung der Apartheidopfer. Die zunehmende
Aufmerksamkeit durch die WM in Südafrika soll auch dazu genutzt
werden den Druck auf Daimler in Deutschland zu erhöhen. Daimler ist
Hauptsponsor der deutschen Fußball-Nationalmannschaft.
Den Auftakt der Kampagne bildet die Rede des Apartheidopfers und
Khulumani-Klägers Mpho Masemola aus Südafrika in der Daimler-HV. Herr
Mpho Masemola war bereits in jungen Jahren als Aktivist gegen die
Apartheid aktiv. 1984 wurde er verhaftet, gefoltert und zu fünf
Jahren Haft auf Robben Island verurteilt. Nach seiner Entlassung aus
dem Gefängnis organisierte er weiter Demonstrationen. Während eines
Aufstandes 1991 wurde er von Scharfschützen der Polizei getroffen.
Die Schrapnelle befinden sich noch immer in seinem Kopf und
beeinträchtigen seine Gesundheit. Gemeinsam mit Khulumani, dem
größten Zusammenschluss von Apartheidopfern in Südafrika, kämpft Herr
Masemola um Wiedergutmachung und klagt seit 2002 in den USA auf
Entschädigung. Im April 2009 hat ein US-Bundesbezirksgericht in New
York die entsprechende Sammelklage gegen Daimler und vier weitere
Konzerne zugelassen.
Bereits zwischen 8.30 Uhr und 10 Uhr werden am Eingang der Messe
Berlin Unterschriftenpostkarten an die Daimler-Aktionäre verteilt.
Bis Oktober sollen mehrere tausend Unterschriften gesammelt und
anschließend an Dr. Dieter Zetsche, den Vorstandsvorsitzenden der
Daimler AG, übergeben werden. Der Aufruf für eine Entschädigung kann
auch online auf www.star-of-apartheid.de unterschrieben werden.
Die Kampagnenarbeit in Deutschland wird von der Koordination
Südliches Afrika (KOSA), Kirchliche Arbeitsstelle Südliches Afrika
(KASA), medico international und dem Solidaritätsdienst-international
e.V. (SODI) gemeinsam getragen.


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