Empörung bei Soldaten über Käßmann-Äußerungen

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Empörung bei Soldaten über Käßmann-Äußerungen

von redaktion am 16.01.2010 11:52




Empörung bei Soldaten über Käßmann-Äußerungen

Masar-i-Scharif - Die Worte der EKD-Ratsvorsitzenden Margot Käßmann zum Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr haben bei der evangelischen Militärseelsorge und Soldaten vor Ort Empörung ausgelöst. Der Militärdekan in Masar-i-Scharif, Hartwig von Schubert, sagte der Deutschen Presse-Agentur dpa: «Ich bin von mehreren Soldatinnen und Soldaten angesprochen worden, insbesondere von engagierten evangelischen Christen.» Diese fühlten sich persönlich sehr verletzt. «Und ich muss sagen, mir geht es auch so», sagte er. Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hatte den Militäreinsatz kritisiert und unter anderem gesagt: «Nichts ist gut in Afghanistan.»

Der Militärdekan kritisierte insbesondere Käßmanns Äußerungen, wonach sie die Beteiligung der Bundeswehr in Afghanistan noch nie nachvollziehen konnte. Damit habe sie allen Soldaten und den Militärseelsorgern im Einsatz die Solidarität gekündigt, sagte der aus Hamburg stammende Militärdekan. Erst im Sommer hätten die Militärseelsorger mit der Bischöfin im Konvent ausführlich über die Bundeswehr-Einsätze gesprochen. «Ich empfinde es als einen Skandal, dass sie uns damals verschwiegen hat, dass sie die Beteiligung in Afghanistan noch nie nachvollziehen konnte», sagte von Schubert. Er betonte, die internationale Schutztruppe ISAF führe keinen Krieg, «sie unterstützten Afghanistan bei der Errichtung eines rechtsstaatlich ausgerichteten Gewaltmonopols».

Deutliche Kritik äußerte von Schubert auch an der Politik. Die Soldaten wünschten sich «Ehrlichkeit» und «Wirklichkeitsnähe». «Es ist unerträglich, dass wir über Jahre ein System hatten, wo die Politik faktisch den Auftrag erteilt hat, wir wollen nur Gutes hören aus der Truppe.» Wirklichkeitsgetreue Nachrichten seien aber eben manchmal «schlecht». «Dinge, die man ewig unter den Teppich kehrt, fangen so an zu stinken, dass man sie irgendwann nicht mehr ignorieren kann.» Kämen sie nicht auf den Tisch, fühlten sich auch die Soldaten vor Ort im Stich gelassen.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 16.01.2010 11:56.

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