Einigkeit beim Treffen von Guttenberg und Käßmann

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Einigkeit beim Treffen von Guttenberg und Käßmann

von redaktion am 11.01.2010 17:14




Einigkeit beim Treffen von Guttenberg und Käßmann



EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann

Berlin - Nach der Auseinandersetzung über den Bundeswehr- Einsatz in Afghanistan haben sich Bundesregierung und Evangelische Kirche aufeinander zubewegt. Ein Treffen von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) und der EKD-Ratsvorsitzenden Margot Käßmann am Montag in Berlin verlief nach Teilnehmerangaben konstruktiv und harmonisch. Einer gemeinsamen Pressemitteilung zufolge bestand Einigkeit, dass für die Soldaten der Rückhalt der Gesellschaft wichtig sei. Eine offene Debatte könne dem nur dienlich sein.

Das Treffen in Berlin war vereinbart worden, nachdem sich Käßmann mehrfach öffentlich vom Afghanistan-Einsatz distanziert hatte. Zu Weihnachten sagte die hannoversche Landesbischöfin in einem Zeitungsinterview, nach den Maßstäben der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) sei «dieser Krieg so nicht zu rechtfertigen». In ihrer Neujahrspredigt ergänzte sie: «Nichts ist gut in Afghanistan.» Nach diesen Aussage musste sich Käßmann deutliche Kritik aus der Politik gefallen lassen. Zuletzt warf ihr der Bundestags- Wehrbeauftragte Reinhold Robbe (SPD) im «Spiegel» Naivität und «populistische Fundamentalkritik» vor.

Als Konsequenz aus der erregten Debatte wollen Guttenberg und Käßmann den gegenseitigen Kontakt intensivieren. So soll die Theologin zur Führungsakademie der Bundeswehr nach Hamburg kommen, während der Minister eine Akademietagung der Evangelischen Kirche besucht. Nach Informationen der «Rheinischen Post» (Dienstag) hat Guttenberg die Bischöfin sogar zu einem gemeinsamen Truppenbesuch in Afghanistan eingeladen.

Der EKD-Militärbischof Martin Dutzmann, der ebenfalls an dem Berliner Treffen teilnahm, berichtete von der übereinstimmenden Einschätzung der Gesprächspartner, dass es bei der Afghanistan- Politik «Nachbesserungsbedarf» gebe. Alle seien sich einig gewesen, dass das zivile Engagement verstärkt und die Zielsetzung des Einsatzes genauer beschrieben werden müssten, sagte Dutzmann dem Radiosender NDR Info.

EKD-Vize Nikolaus Schneider hatte zuvor erklärt, ein Militäreinsatz sei aus Sicht der Evangelischen Kirche «nicht grundsätzlich abzulehnen». Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland forderte allerdings ein «realistisches Ausstiegsszenario» für Afghanistan. Ein Abzug der Bundeswehr «Hals über Kopf» sei unverantwortlich. Auch Käßmann hatte sich in ihrem umstrittenen Interview gegen einen überhasteten Abzug ausgesprochen.

Der Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, betonte in diesem Zusammenhang, Terrorismus und Krieg ließen sich durch soziale Gerechtigkeit und den Einsatz gegen Hunger besser bekämpfen als mit militärischen Mitteln. Beim Neujahrsempfang der Industrie- und Handelskammer (IHK) in Karlsruhe forderte der Freiburger Erzbischof: «Wir brauchen Solidarität und Gerechtigkeit - national wie global.»

Antworten Zuletzt bearbeitet am 11.01.2010 18:05.

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