Ein Politjunkie entdeckt die Stille

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Ein Politjunkie entdeckt die Stille

von redaktion am 22.07.2010 15:33




Ein Politjunkie entdeckt die Stille

Berlin (Frank Happel). Aussteigen war im bundesrepublikanischen Deutschland, vor allem in den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts, ein großes Thema. Aussteigen aus den Zwängen einer kapitalistischen, konsumhörigen und menschenfeindlichen Gesellschaft. Dieses Aussteigen wurde vor allem mit dem Verlassen des Landes gleichgesetzt. Ob nun Indien, Kanada, Irland oder in die selbst gebauten Hütten an spanischen und griechischen Inselstränden ... Hauptsache weg. Weg vom Druck, weg von unmenschlicher Bevormundung - hin zu anderen, alternativen Lebensformen und Refugien.
Auswandern sagte eigentlich niemand. Inzwischen haben wir in der öffentlichen Wahrnehmung eher keine Aussteiger mehr, sondern Auswanderer. Diese suchen das Glück ihres Seins in besseren Lebens- und Arbeitschancen im Ausland. Dieses Ausland braucht keine Perspektiven zur Findung einer erhofften Befreiung von Zwängen und Einschränkungen. Dieses neue Leben soll vor allem das Streben nach wirtschaftlicher Wunschvorstellung besser befriedigen.

Und doch, so scheint es, es gibt ihn wieder: den Aussteiger. In einem völlig neuen Typus. Ungeahnt, plötzlich da. Die Häufung derer, die sich teils sehr, teils weniger spektakulär, aus einem hochprivilegierten Status selbst zurücknehmen erstaunt die Republik: Politiker.

­polis-Gastautor Ulrich ­Kasparick, viele Jahre Bundestagsabgeordneter und Staatssekretär in zwei Bundesministerien, ist ein solcher. Er ist vor allem der, der darüber spricht und schreibt. Sein Buch, "Notbremse", aktuell erschienen im Gütersloher Verlagshaus, erzählt uns über den Politjunkie, der die Stille sucht und erlebt.





Eine lesenswerte Buchrezension auf faz.net:

In der Versenkung

Der Druck im Berliner Politikbetrieb ist groß - so groß, dass er viele Politiker krank macht. Wahrhaben will das kaum einer. Nur wenige steigen freiwillig aus, weil sie den Stress und die Terminhetze nicht mehr ertragen. So wie Ulrich Kasparick.

Jeden Morgen steigt Ulrich Kasparick hinab in den Keller seines Häuschens in Berlin-Weißensee, er steigt hinab in seinen Meditationsraum, den er sich dort eingerichtet hat. Jeden Morgen begibt er sich in einen Zustand der Selbstversenkung, ein Räucherstäbchen gibt die Dauer seiner Zen-Meditation vor: eine Stunde, manchmal ein bisschen mehr. ...

Mehr: zum Artikel auf faz.net

Antworten Zuletzt bearbeitet am 11.08.2010 20:49.

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