Bundesweite kollektive Abo-Kündigung am 15. Oktober

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polis
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Bundesweite kollektive Abo-Kündigung am 15. Oktober

von polis am 06.10.2010 21:42




Ärzte protestieren gegen Berichterstattung: Bundesweite kollektive Abo-Kündigung am 15. Oktober

Berlin/Hamburg (rdp/ots) - Der "Ärztliche Sachverständigenrat für eine verantwortungsvolle Medizin in Deutschland" ruft bundesweit alle Ärzte auf, am 15. Oktober ihre Zeitungs- und Zeitschriftenabos zu kündigen: "Wir sind die ständige Falschberichterstattung über Ärzte in den Medien leid und werden diese Fehlinformationen nicht mehr in die Wartezimmer lassen", erläutert Dr. Michael D. Lütgemeier, Sprecher des Sachverständigenrates.

Lütgemeier stört sich besonders an zwei Dingen: "Zum einen übernehmen die Medien größtenteils ungeprüft den Begriff der angeblichen ,Vorkasse', die Ärzte angeblich fordern. Dabei ist das Unfug, mit dem die Patienten gezielt verunsichert werden sollen und stammt aus den PR-Abteilungen der gesetzlichen Krankenkassen", sagt er: "Zum anderen nennen die Medien bei den angeblich so hohen Arzteinkommen ständig den Umsatz, aus dem aber Sach- und Personalkosten noch bestritten werden müssen. Das ist hochgradig unseriös", sagt er.

Mit dem Begriff "Vorkasse" wird seit kurzem die Kostenerstattung bezeichnet, die seit vielen Jahren im Sozialgesetzbuch vorgesehen ist und von Bundesminister Rösler jetzt gefördert werden soll. Bei der Kostenerstattung erhalten die Patienten nach der Behandlung eine Rechnung, die sie bei Ihrer Kasse einreichen.

"Mit Vorkasse hat das überhaupt nichts zu tun - in der Regel sollten die Kassen so schnell erstatten, dass ihre Mitglieder nicht in Vorleistung gehen müssen. Die Kassen fürchten die Kostenerstattung aber wie der Teufel das Weihwasser. Dadurch entstünde endlich Transparenz, - nämlich darüber, welcher mittlerweile lächerliche Bruchteil der ständig steigenden Mitgliedsbeiträge bei den Ärzten an der Basis ankommt", erklärt der Dermatologe: "Sie haben Angst vor der Frage, wo in den Glaspalästen und den weltweit einmalig üppigen Verwaltungen das Geld versackt."

Der Ärztliche Sachverständigenrat greift mit dieser Aktion eine Idee des Vorsitzenden der Kassenärztlichen Vereinigung Rheinland-Pfalz, Dr. Günther Gerhardt, auf. Dieser hatte in seinem Bundesland dazu aufgerufen, die Zeitungsabos am 15. Oktober 2010 zu kündigen, um damit gegen tendenziöse Berichterstattung zu protestieren: "Das unterstützen wir ausdrücklich", sagt Lütgemeier.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 06.10.2010 21:44.

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