Lehrerverband greift Pisa-Studie scharf an

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polis
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Lehrerverband greift Pisa-Studie scharf an

von polis am 07.12.2010 15:59




Lehrerverband greift Pisa-Studie scharf an - Präsident Kraus: Tatsächliche Probleme werden nicht erfasst


Kraus

Berlin/ Saarbrücken. (rdp/ots) - Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Josef Kraus, hat die neue Pisa-Studie scharf kritisiert. Der OECD warf Kraus in der "Saarbrücker Zeitung" (Mittwochausgabe) vor, "nach wie vor wenig Ahnung" vom deutschen Schulwesen zu haben. So verkenne sie die Vielfalt der schulischen Möglichkeiten in Deutschland, darunter die duale Berufsausbildung und der zweite Bildungsweg. "Die tatsächlichen Probleme des deutschen Schulwesens werden durch Pisa nicht erfasst", sagte Kraus. Dazu gehöre, dass es immer noch viele Klassen mit mehr als 30 Schülern gebe. Beim Lehrernachwuchs zeichne sich ein gravierendes Problem vor allem in den naturwissenschaftlichen und technischen Fächern ab. "Die Kultusminister müssen endlich ein Konzept für die Nachwuchswerbung bei den Lehrern auf den Tisch legen". Kraus sagte weiter, die Pisa-Studie spiegele nur einen kleinen Ausschnitt der Wirklichkeit und des Wissens an den deutschen Schulen wider. Weder Allgemeinbildung, noch ethisches oder ästhetisches Grundwissen, noch Fächer wie Geographie würden gemessen. Beim Leseverständnis seien die Zahlen wegen der speziellen Probleme in Deutschland mit Migrantenkindern nicht mit anderen Ländern wie Finnland vergleichbar. "Ich sehe in den Schulen eher gewisse Kollateralschäden der Pisa-Messerei, indem nämlich die Schüler sehr auf solche Tests hingetrimmt werden".

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phantadu

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Re: Lehrerverband greift Pisa-Studie scharf an

von phantadu am 07.12.2010 16:58

Richtig Herr Kraus. Die Formulierung "getrimmt auf Pisatest" stimmt vor allem für Bayern. Aber wie viele Kinder dem massivem Leistungs-Druck nicht standhalten können, wird nicht erwähnt. Zudem ist es Tatsache: Die Allgemeinbildung bleibt immer mehr auf der Strecke. Wie könnte es auch anders sein? Eingespart wurde ja weiter. Die Lehrer blieben die gleichen, nur der Druck wurde erhöht. Toll. Und das beste ist noch, dass gerade die Länder, die auf Druck und Eliteförderung bauen, alles tun, um eine wirkliche Verbesserung für alle zu verhindern. Mit dem Argument, die SPD-Länder seien alle schlechter, sabotiert man Ganztagsschulen etc. Das kann man aber auch anders sehen, denn wenn die Kommunen pleite sind, und es der Bevölkerung schlechter geht, wird nun mal lieber wieder sozial gewählt. Beispiel Berlin. Diese Horrorschulden haben nicht die Linken zu verantworten. Dass die aber jetzt bei der Bildung nicht mitgehalten können, ist doch logisch, oder? Dieser Wettbewerbsgedanke ist der eigentliche Ursprung allen Übels, denn so ist die Solidarität, die notwendig ist für eine friedliche und gesunde Gesellschaft, schon im Vorfeld untergraben.

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