Europäer gesucht
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Europäer gesucht
von polis am 09.12.2010 13:49
Europäer gesucht

Özdemir
Berlin (rdp). Zur Diskussion über den Euro-Rettungsschirm und Eurobonds erklärt Cem
Özdemir, Bundesvorsitzender von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:
Man muss sich in Brüssel inzwischen für die Bundesregierung
entschuldigen. Durch ihr langes Zaudern und lautes Schweigen hat die
Kanzlerin im Frühjahr die Krise Griechenlands verschärft. Mit dem
Vorschlag zur Einbeziehung privater Gläubiger und der brüsken Ablehnung
der bedenkenswerten Vorschläge zu Eurobonds von Jean-Claude Juncker
treibt Angela Merkel jetzt die Kosten für die Rettung der Währungsunion
nach oben. Deutschland trägt so dazu bei, dass riskante Diskussionen
über palliative Rezepte wie die Ausweitung des Rettungsschirms heiß
laufen, während die Suche nach den besten Heilmitteln abgewürgt wird. Zu
Recht muss sich die Kanzlerin die Stilkritik des weitsichtigen Europäers
Jean-Claude Juncker gefallen lassen, europafeindlich zu agieren.
Wenn einer der letzten verbliebenen Europäer wie Jean-Claude Juncker
wirklich dafür kämpft, die Währungsunion zu retten, wäre es das
mindeste, seine Vorschläge sorgfältig zu prüfen, anstatt sie unbesehen
zu verwerfen. Kaum ein Land Europas profitiert so sehr von der
Einführung des Euro wie Deutschland. Die Lösung der Krise an den Rändern
der Eurozone ist allein schon deshalb in unserem elementarsten
Interesse. Die Kapitulation vor den Finanzmärkten wäre ein fataler
Schritt in Richtung Scheitern des Friedensprojektes Europas insgesamt.
Bemerkenswert ist, dass von der Bundesregierung das Ziel, die
Finanzmärkte zu regulieren und eine Finanztransaktionssteuer
einzuführen, stillschweigend begraben wurde.
Angela Merkel ist die erste Kanzlerin, bei der die Angst vor den
innenpolitischen Nebenwirkungen stärker ist als der Mut für Europa.“
entschuldigen. Durch ihr langes Zaudern und lautes Schweigen hat die
Kanzlerin im Frühjahr die Krise Griechenlands verschärft. Mit dem
Vorschlag zur Einbeziehung privater Gläubiger und der brüsken Ablehnung
der bedenkenswerten Vorschläge zu Eurobonds von Jean-Claude Juncker
treibt Angela Merkel jetzt die Kosten für die Rettung der Währungsunion
nach oben. Deutschland trägt so dazu bei, dass riskante Diskussionen
über palliative Rezepte wie die Ausweitung des Rettungsschirms heiß
laufen, während die Suche nach den besten Heilmitteln abgewürgt wird. Zu
Recht muss sich die Kanzlerin die Stilkritik des weitsichtigen Europäers
Jean-Claude Juncker gefallen lassen, europafeindlich zu agieren.
Wenn einer der letzten verbliebenen Europäer wie Jean-Claude Juncker
wirklich dafür kämpft, die Währungsunion zu retten, wäre es das
mindeste, seine Vorschläge sorgfältig zu prüfen, anstatt sie unbesehen
zu verwerfen. Kaum ein Land Europas profitiert so sehr von der
Einführung des Euro wie Deutschland. Die Lösung der Krise an den Rändern
der Eurozone ist allein schon deshalb in unserem elementarsten
Interesse. Die Kapitulation vor den Finanzmärkten wäre ein fataler
Schritt in Richtung Scheitern des Friedensprojektes Europas insgesamt.
Bemerkenswert ist, dass von der Bundesregierung das Ziel, die
Finanzmärkte zu regulieren und eine Finanztransaktionssteuer
einzuführen, stillschweigend begraben wurde.
Angela Merkel ist die erste Kanzlerin, bei der die Angst vor den
innenpolitischen Nebenwirkungen stärker ist als der Mut für Europa.“


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