Der Debattenmann
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Der Debattenmann
von redaktion am 22.04.2010 20:14
Der Debattenmann

von Frank Happel
Berlin. Als Chefredakteur von The European, dem „Debattenmagazin“ im Netz, weiß Dr.Dr. Alexander Görlach um die Tiefen und Gefahren des Mediendschungels an sich. Sollte man meinen. Zumal er vor seiner, noch recht frischen, jeztigen Aufgabe, einige weitere Stationen medialer Flüchtigkeit durchlaufen hat. Seine Vorletzte war die des Online-Chefredakteurs beim Politmagazin Cicero. Ganz offensichtlich hängt der promovierte Theologe und Germanist genau diesem Job doch noch mit leidender Leidenschaft nach. So vehement, dass der neue Cicero-Chefredakteur, Michael Naumann, sich fragt, warum er denn das Magazin überhaupt verlassen habe.
Und hier beginnt nun die eigentliche Story. Die Tatsache, dass der Schweizer Verleger Ringier besagten Michael Naumann als Nachfolger des zum Focus gewechselten Wolfgang Weimer bestimmte, treibt den Ex-Ciceroianer um. Dermaßen, dass er in seiner Mittwochskolumne beim The European es nicht mehr schaffte, vorm Munde schaumfrei, an sich zu halten. Sich auf ausgeschiedene ehemalige KollegInnen berufend, lässt er ein Tiradenfeuerwerk angeblich „interner“
Informationen auf dem renommierten Medienmann und ehemaligen Staatsminister für Kultur ab, auf das es einem Angst und Bange werden könnte. Um die Zukunft des Magazins, die Integrität Naumanns, den Aufrechterhalt hauptstädtischer Medienkultur und den Fortbestand des Wertkonservatismus schlechthin. Gipfelnd in der Feststellung: Der Cicero verkomme zum neuen linken Kursbuch.
Daraufhin schreibt der eher ruhige und souveräne Naumann dem Herrn Görlach einen Brief. Dort widerspricht und zerlegt er im Detail die Behauptungen Görlachs und nennt sie inzwischen verleumderisch. Diverse Behauptungen, des sich um die Debattenkultur im Netz bemühten, benennt er als „reiner Quatsch“ oder auch „völlig blöd“. Zu recht verärgert ist der ehemalige ZEIT-Herausgeber und -Chefredakteur darüber, dass Görlach es nicht für nötig befand, ihn vor seinen Anwürfen anzurufen und mit seinen Behauptungen zu konfrontieren. Eine, ob der Vehemenz der Unterstellungen dringliche, weil dadurch journalistisch übliche und notwendig-saubere Vorgehensweise. In einem Telefongespräch mit dem Mediendienst Meedia und dem Autor dieses Artikels bestätigte Naumann die Tatsache des Briefes und beschrieb den Inhalt des Briefes an Görlach.
Görlach setzt dem Ganzen nun die Krone auf. In einer Video-Besprechung seiner Cicero-Kolumne setzt er sich mit dem Brief Naumanns „auseinander“. Mit keinem Wort erwähnt er die harsche Kritik des Angegriffenen. Er rudert zurück, indem er seine Kritik plötzlich nicht mehr auf Naumann bezieht, sondern in die Schweiz an den Verleger phantasievoll umadressiert. Nichtsdestotrotz wirft er Naumann dessen Vita und SPD-Nähe vor. Ebenso behauptet er, dass Michael Naumann ihm ein Treffen angeboten hat. Das wiederum stimmt auch nicht.
Kein Wunder, dass Naumann den Herrn der Netz-Debatte als „verlogen“ bezeichnet.
Das Angebot miteinander zu telefonieren hält Naumann aufrecht. Wenn er sich traut, hätte Görlach dann die Chance Versäumtes nachzuholen.
Zum Görlach-Artikel auf The European
=23&cHash=ab52f625b2]Zum Artikel auf Meedia
Zum Video-Kommentar von Alexander Görlach
Die European-Links sind außer Funktion. Siehe hier: Der Debattenmann - aktuelle Ergänzung


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