Knobloch kritisiert KZ-Vergleich in Nockherberg-Rede
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Knobloch kritisiert KZ-Vergleich in Nockherberg-Rede
von redaktion am 04.03.2010 12:50
Knobloch kritisiert KZ-Vergleich in Nockherberg-Rede

Michael Lerchenberg als Fastenprediger
München (fhp/ddp). Die Vorsitzende des Zentralrats der Juden, Charlotte Knobloch, hat den KZ-Vergleich in der diesjährigen Nockherberg-Rede scharf kritisiert. «Bei allem Respekt für die künstlerische Freiheit des Kabarettisten Michael Lerchenberg ist eine Grenze überschritten worden, die nicht hinnehmbar ist», sagte Knobloch am Donnerstag in München. «Scherze, die das Leid der Opfer in den Konzentrationslagern verharmlosen oder gar der Lächerlichkeit preisgeben, sind eine Schande für die ansonsten gelungene Veranstaltung», monierte die Zentralratspräsidentin.
Der Redner Lerchenberg hatte in der satirischen Rede am Mittwoch fabuliert, FDP-Chef Guido Westerwelle wolle nun alle «Hartz IV»-Empfänger bei Wasser und Brot in einem Lager in Ostdeutschland sammeln - «drumrum ein Stacheldraht, das haben wir schon mal gehabt». Und über dem Eingang, «bewacht von jungliberalen Ichlingen im Gelbhemd, steht in eisernen Lettern: Leistung muss sich wieder lohnen». Beobachter sahen darin eine Anspielung auf den menschenverachtenden Spruch «Arbeit macht frei» am Tor des Konzentrationslagers Auschwitz.
Knobloch nannte diese Äußerungen «unbedacht». Einen «derartigen Ausrutscher unter der Gürtellinie» habe sie auf dem Nockherberg «bislang noch nicht erlebt». Die Zentralratspräsidentin rief deshalb zu mehr Besonnenheit bei der Auswahl kabarettistischer Inhalte auf.
Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) hatte bereits unmittelbar nach der Rede am späten Mittwochabend gesagt, man müsse sich "sehr hüten, was solche Anleihen an die Geschichte angeht. Da geht manches sehr schnell daneben.» Der Vize-Ministerpräsident sagte der Nachrichtenagentur ddp, man müsse «Ã¼berlegen, wo die Grenzen des guten Geschmacks überschritten werden». Auch Ministerpräsident und CSU-Chef Horst Seehofer hatte beklagt, manche Passagen der Rede seien «grenzwertig» gewesen.


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