Großbritannien verschärft Terrorwarnung
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Großbritannien verschärft Terrorwarnung
von redaktion am 24.01.2010 12:34
Großbritannien verschärft Terrorwarnung
London - Wenige Tage vor zwei internationalen Konferenzen zu Jemen und Afghanistan in London hat Großbritannien die Warnung vor Terroranschlägen verschärft. Die Terrorwarnung sei auf die zweithöchste Stufe «ernst» angehoben worden, teilte Innenminister Alan Johnson am Freitagabend in London mit. Das bedeutet, dass ein terroristischer Angriff «sehr wahrscheinlich» sei.
Nach dem verhinderten und im Jemen geplanten Anschlag auf ein US- Passagierflugzeug am Weihnatstag findet in London kommenden Mittwoch eine Konferenz zum Kampf gegen das Terrornetzwerk El Kaida im Jemen statt. Einen Tag später beginnt die Afghanistan-Konferenz, zu der unter anderem US-Außenministerin Hillary Clinton, der afghanische Präsident Hamid Karsai und der deutsche Außenminister Guido Westerwelle anreisen sollen.
Der britische Innenminister betonte, dass es keine konkreten Erkenntnisse gebe, wonach ein Anschlag unmittelbar bevorstehe. Die Menschen sollten aber «wachsam» sein. Erst Mitte vergangener Woche hatte Premierminister Gordon Brown aus Sorge vor Anschlägen durch El Kaida neue Sicherheitsmaßnahmen angekündigt. Direktflüge aus dem Jemen wurden vorübergehend eingestellt. Seit Juli stand die Terror- Warnstufe auf «erheblich», der dritthöchsten von fünf Stufen. Die höchste Warnstufe «kritisch» galt in Großbritannien zuletzt im Sommer 2007. Damals hatten Attentäter Anschläge vor einem Nachtclub in London und auf dem Flughafen in Glasgow versucht.
Johnson brachte den Alarm nicht in Zusammenhang mit dem versuchten Attentat auf eine US-Maschine auf dem weg nach Detroit. Ein Nigerianer hatte Sprengstoff an Bord geschmuggelt und versucht, diesen vor der Landung zu zünden. Er soll den Sprengsatz im Jemen erhalten haben und von El Kaida dort ausgebildet worden sein. Auch hatte er eine Zeit in London gelebt. Zur Jemen-Konferenz werden Vertreter aus 21 Staaten erwartet, aus Deutschland kommt der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Werner Hoyer.
Bei einer Anhebung der Alarmstufe werden vor allem die Vorsichtsmaßnahmen zum Beispiel in Krankenhäusern oder an Flughäfen hinter den Kulissen erhöht, normale Bürger bekommen davon wenig mit. Einen konkreten Grund für die Entscheidung nannte Johnson nicht und verwies auf Informationen des Geheimdienstes. Kritiker monierten, dass die Regierung keine Informationen gebe und somit Angst verbreite.
Medien spekulierten derweil über den Hintergrund des Alarms. Die «Times» berichtete am Samstag, die höhere Warnstufe habe möglicherweise etwas mit der Afghanistan-Konferenz zu tun - es handle sich aber eher um eine «Vorsichtsmaßnahme». Der «Sunday Telegraph» berichtete, dass der Alarm mit der Befürchtung zusammenhänge, dass El Kaida nicht-arabisch-aussehende Frauen als Selbstmordattentäter ausgebildet habe. Die «Sunday Times» schrieb, dass die Regierung einen Anschlag von Islamisten aus Pakistan mit einem entführten Flugzeug aus Indien befürchte.


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