Südafrikaner zornig - Kritik an Rauball
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Südafrikaner zornig - Kritik an Rauball
von redaktion am 12.01.2010 16:35
Südafrikaner zornig - Kritik an Rauball
Von Laszlo Trankovits, dpa
Johannesburg - Die Südafrikaner sind zornig. Den Versuch, einen Zusammenhang zwischen dem Terroranschlag in Angola und der WM in Südafrika herzustellen, wiesen die WM-Organisatoren am Dienstag erneut zurück. Mit scharfen Worten kritisierte Chefplaner Danny Jordaan in Johannesburg auch den deutschen Ligapräsidenten Reinhard Rauball und nannte dessen skeptische Äußerungen vom Vortag «unlogisch und uninformiert». Rauball hatte nach dem Anschlag auf die Nationalmannschaft Togos beim Afrika-Cup Konsequenzen für die Fußball-WM gefordert. «Ich bin überrascht von seinen Kommentaren, gerade weil er ein Mitglied des Organisationskomitees ist», sagte Jordaan. «Er hätte mich anrufen können, um die Fakten zu bekommen.»
Rauball messe mit «zweierlei Maß», wenn er Angola mit Südafrika vergleiche. «Als im Kosovo Bomben fielen, hat niemand Deutschlands Fähigkeit, die WM auszurichten, infrage gestellt», sagte Jordaan. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) korrigierte den WM-Chefplaner. «Der Ligapräsident ist nicht Mitglied des WM-Organisationskomitees - weder 2006 noch 2010», sagte DFL-Mediendirektor Christian Pfennig.
Rauball hatte sich am Montag mit Blick auf die WM vom 11. Juni bis 11. Juli besorgt über die Sicherheitslage geäußert. «Wir können es nicht bei dem Satz bewenden lassen: Südafrika ist etwas anderes als Angola», hatte der 63-Jährige gesagt. «Wir müssen uns Gedanken machen, wie wir Sicherheitsfragen in den Griff bekommen.»
Jordan forderte, dass Südafrika an seiner eigenen Geschichte gemessen werden sollte. Seit 1994 habe es hier mehr als 100 Sport- Großveranstaltungen ohne jede Gewalt oder andere ernste Zwischenfälle gegeben. Das Weltturnier in Südafrika im Juni und Juli werde «effizient, professionell und sicher» über die Bühne laufen, versicherte Jordaan. Angebliche Terrorismusgefahren in Südafrika seien Ausdruck wilder Fantasie und hätten nichts mit der Realität zu tun. «Wir sind mehr als bereit in Südafrika und wir vertrauen unseren Sicherheitskräften», sagte auch der Sprecher der Regierungspartei ANC, Jackson Mthembu. Während der WM sollen mehr als 190 000 Polizisten für die Sicherheit sorgen, zudem wurden neue Überwachungssysteme sowie Hubschrauber angeschafft.
Südafrikas Medien kritisierten einhellig Angolas Führung, das die unruhige Exklave als Austragungsstätte von Spielen des Afrika Cups gewählt und dann für zu wenig Sicherheit gesorgt hätte. Als «unverantwortlich» bezeichnete es der Politologe Johan Burger vom Institut für Sicherheitsstudien (Pretoria), dass der Mannschaftsbus Togos bei der Einreise in Angola nicht ausreichend von Sicherheitskräften geschützt worden sei. Das gehöre bei solchen sportlichen Großveranstaltungen zu den Routineplänen der Polizei in aller Welt, selbst in sehr viel friedlicheren Regionen als Cabinda. «Die Menschen müssen begreifen, dass die Lage in Südafrika völlig anders ist als in Angola», betonte Burger.
Am Freitag war zwei Tage vor Beginn des Afrika Cups in der Provinz Cabinda der Mannschaftsbus Togos beschossen worden. Dabei wurden drei Menschen getötet und acht weitere verletzt.
Jordaan äußerte sich besorgt über den schleppenden Verkauf der WM- Tickets. Insgesamt wurden bisher über eine Million der 3,1 Millionen Karten verkauft. Weniger als 100 000 Tickets seien bisher aber in den sechs afrikanischen Staaten verkauft worden, die sich für die WM 2010 qualifiziert haben, berichtete der WM-Organisationschef. «Dies wird das erste Mal sein, dass die gastgebende Nation nicht an der Spitze beim Kartenverkauf steht», sagte er. «Wir wollen, dass diese WM eine afrikanische WM wird, aber bisher sieht es so aus, als ob die involvierten afrikanischen Teams nicht zu dem Fest kommen», klagte Jordaan über das mangelnde Interesse in Nigeria, Ghana, Algerien, Kamerun, der Elfenbeinküste und Südafrika. «Am meisten Sorgen machen mir die südafrikanischen Fans». Fußball gilt in Südafrika vor allem als Sport der schwarzen - aber oft bitterarmen - Mehrheit.


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