Islamhass in Deutschland

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polis
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Islamhass in Deutschland

von polis am 27.10.2009 08:26


polis-ffd.de


Presseschau vom 27.10.2009


Das Interesse der ägyptischen Medien an dem Prozess ist enorm: die Journalistin
Nashwa El Hofy am Montag im Dresdner Landgericht. Foto: taz


Mordfall Marwa al-Scharbini
Islamhass in Deutschland

Mord aus purem Hass aufs Anderssein. Mitten im Gerichtssaal – mitten in Deutschland. Wie verbreitet ist die Islamophobie in unserem Land? Wer hat Angst vorm Muselmann?





fr-online.de

Interview mit Kulturanthropologe Schiffauer
"Islamophobie ist weit verbreitet"


„…..Es gibt natürlich Spannungen zwischen diesen Gruppen. Aber es wäre eine Ausfluchtstrategie, auf die man übrigens gerne zurückgreift, wenn man jetzt ausschließlich auf Auseindersetzungen zwischen ethnischen Gruppen schaute. Denn das Problem beschränkt sich nicht auf Russlanddeutsche, sondern der Mord wirft ein Schlaglicht auf einen bisher wenig beschriebenen Rassismus in der deutschen Gesellschaft. Dafür spricht auch, dass es seit dem 11. September 2001 vermehrt Pöbeleien gegenüber Frauen mit Kopftüchern gibt.
Gerade die Islamophobie reicht bis in die Mitte der Gesellschaft. Diese ist in den 2000er Jahren deutlich nach rechts gerückt . Die bürgerliche Mitte verurteilt zwar Hass und Gewalt rechter Randgruppen gegen Ausländer, aber es gibt zunehmend Äußerungen aus dieser Mitte, die noch vor wenigen Jahren undenkbar gewesen wären. Machte jemand solche Äußerungen über Juden, würde das einen Skandal auslösen……“





faz.de

Der vermummte Schweiger


…..Wegen Mordes, versuchten Mordes und schwerer Körperverletzung wird der 28 Jahre alte Alex W. angeklagt. Vor Gericht will er nichts sagen. Er schweigt während des ersten Verhandlungstages beharrlich. Die Richterin fragt ihn nach seinen Namen. Er sagt nichts. Die Richterin bittet ihn zu nicken. Ist er Alex W., geboren 1980 im russischen Perm, ledig, keine Kinder? „Ich kann auch ihre Mutter oder Ihre Schwester hier vorladen, um zu fragen, ob Sie Kinder haben“, sagt die Richterin. Er reagiert nicht. „Gut, dann werden wir das so machen.“…..




spiegel.de

Merkel will mit Mubarak über Bluttat von Dresden sprechen

…..Eine "empörende Tat": Erstmals hat sich die Bundesregierung öffentlich zu dem Mord an einer Ägypterin geäußert. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) werde den ägyptischen Staatspräsidenten Hosni Mubarak am Rande des G-8-Gipfels in L'Aquila treffen, sagte Vize-Regierungssprecher Thomas Steg am Mittwoch in Berlin. Dabei solle über den offenbar fremdenfeindlich motivierten Mord an der Muslima gesprochen werden. Muslimische Verbände in Deutschland hatten die zurückhaltende Reaktion der Bundesregierung zuvor heftig kritisiert……
…..Nach den Worten von Vize-Regierungssprecher Steg könnten Gewalttaten dieser Art - ob mit oder ohne fremdenfeindlichem Hintergrund - "nur aufs Schärfste verurteilt werden". Es handele sich um "eine abscheuliche Tat, eine Tat, die uns alle bestürzt und betroffen gemacht hat". Dazu habe die Bundesregierung nicht geschwiegen. In Deutschland gebe es keinen Platz für Ausländer- und Fremdenfeindlichkeit und auch nicht für "Islamophobie", sagte Steg offenbar in Anspielung auf mögliche Motive der Tat……




taz.de

Aus blankem Hass gegen Muslime

…..Alex W. wird des Mordes, versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung angeklagt. Als Oberstaatsanwalt Frank Heinrich die Anklage verliest, ist es still im Zuschauerraum. Allen ist klar: Was hier in Dresden verhandelt wird, ist nicht irgendein Prozess. Verhandelt wird über einen Mord, der in diesem Gericht geschah - und bei dem erstmals bundesweit die Staatsanwaltschaft Islamfeindlichkeit als entscheidendes Motiv ansieht. W. habe "aus bloßem Hass auf Nichteuropäer und Muslime" gehandelt, "denen er kein Lebensrecht in Deutschland zugestand", liest Heinrich aus der Anklageschrift vor. Der Angeklagte wollte sie "vernichten". Alex W. droht eine lebenslange Haftstrafe……

„….."Ich glaube an die deutsche Justiz", sagt der Korrespondent der ägyptischen Tageszeitung Alwafd. "Die Lage ist klar: Hier wurde ein Mensch vor den Augen eines Richters ermordet." Doch es gebe offene Fragen, die die Ägypter geklärt wissen wollen: "Wie kann so etwas überhaupt passieren? Warum gab es damals keine Sicherheitsmaßnahmen? Und warum schießt ein Polizist auf eines der Opfer?"…..

Antworten Zuletzt bearbeitet am 29.10.2009 18:47.

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