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polis
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Dresdens Polizei im Zwielicht

von polis am 20.02.2011 16:21




Dresdens Polizei im Zwielicht


Pau

Berlin (rdp). Beamte des LKA stürmten gestern das Pressebüro des Bündnisses „Dresden nazifrei“. Dazu erklärt Petra Pau, Mitglied im Vorstand der Fraktion DIE LINKE und im Innenausschuss des Bundestages:

Rund 20.000 Bürgerinnen und Bürger haben gestern verhindert, dass Dresden zur inoffiziellen Hauptstadt europäischer Nazis wird. Sie haben Courage gezeigt und die Würde von Elb-Florenz verteidigt.

Anders die Polizei. Auf Geheiß des LKA stürmten Beamte danach das Bündnisbüro „Dresden nazifrei“. Ohne erkennbare Rechtsgrundlage, mit Gewalt, beschlagnahmend und festnehmend.

Damit haben die Verantwortlichen Dresdens Polizei in ein Zwielicht gestellt, das nicht vom Recht erhellt wird. Der Beifall der Nazis, die unverrichteter Dinge abziehen mussten, dürfte ihnen Gewiss sein.“

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Soziale Sicherung ist ein Grundrecht

von polis am 20.02.2011 12:04




Soziale Sicherung ist ein Grundrecht - Weg mit den Sanktionen und
Leistungskürzungen bei den Grundsicherungen



Kipping

Zum Welttag der der sozialen Gerechtigkeit am 20. Februar 2011 erklärt
die stellvertretende Vorsitzende der Partei DIE LINKE, Katja Kipping:

Soziale Gerechtigkeit ist ohne gesicherte soziale Grundrechte nicht
denkbar. Grundrechte sind individuelle Rechte eines jeden Menschen, die
er sich nicht erst verdienen muss. Grundrechte stehen dem Menschen als
Mensch zu. Das heißt, dass eine soziale Sicherung, die die Existenz und
gesellschaftliche Teilhabe des Menschen garantieren soll, ist ohne eine
Gegenleistung oder eine Pflicht zur Arbeit dem einzelnen Menschen
zuerkannt. Eine Maxime, die die Hartz-Parteien in Deutschland erst
verinnerlichen müssen. Sie feilschen nämlich nicht nur in übelster
Krämermanier um die Regelsätze auf Armutsniveau. Nein, sie ignorieren
auch diese Minimalanforderung an soziale Sicherungssysteme. DIE LINKE
fordert die sofortige Abschaffung der Sanktionen und Leistungskürzungen
bei den Grundsicherungen."

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Re: Ein paar sehr unbequeme Fragen – was tut die Armee eigentlich wirklich in Afghanistan?

von polis am 19.02.2011 15:57

Das Miese an diesem Thema ist dieses schlimme Gefühl das mich beschleicht, ohne es, bislang, belegen zu können. Ein Gefühl das tatsächlich mit meiner Rationalität korrespondiert. Es ist für mich um so logischer, als denn die „Verantwortlichen“ dieses Thema mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln versuchen zu deckeln. Was? Jetzt muss ich spekulieren. Aber: ich behaupte, weil ich zu Wissen glaube, dass die Bundeswehr (KSK) zusammen mit der ebenso ominösen amerikanischen Task-Force 373 gemeinsame Killerspiele in Afghanistan veranstaltet. Ja! Ich würde es gerne genauer wissen. Ich würde mich genau so gerne irren. Dazu brauche ich aber Informationen. Bislang habe ich diese leider nicht. Wir, Ulrich und ich, bemühen uns seit ein paar Tagen um diesbezüglich mehr. Um festzustellen, dass die die es eigentlich wissen müssten, unsere Abgeordneten – die Bundeswehr ist nach wie vor eine Parlamentsarmee – offensichtlich nichts wissen! Sich auch nicht bemühen um „mehr Wissen“. Nichts wissen wollen! Wie sonst ist eine Mandatsverlängerung durch den Bundestag zu erklären, welche, sollte es so sein, ob der unbekannten, illegalen Aktionen der KSK, so niemals erteilt werden dürfte! Unsere Abgeordneten verlängern den Krieg der Bundeswehr in Afghanistan ohne notwendige Informationen über das tatsächliche Geschehen und Tun aller dort aktiven Truppenteile. Das ist ein Skandal! Wem ist diese Ignoranz unserer Volksvertreter geschuldet? Ihrem „Besserwissen“, ihrer komplexen Einsicht in Zusammenhänge, deren Qualität, Umfang und Konsequenzen „wir“ nicht in der Lage sind zu folgen? Lächerlich. Unsere Recherchen zeigen eines auf jeden Fall. Sie wissen nichts – oder sie wollen nichts wissen. Das! Ist keine akzeptable Grundlage Kriegseinsätze zu verlängern, überhaupt zu mandatieren!
Man kann dieses Thema nicht auf sich beruhen lassen. Es wird zu viel von dem tangiert was uns alle im Zusammenhang mit diesem Krieg beschäftigt. Es kann nicht sein, dass 70% der deutschen Bevölkerung eine Weiterführung des Krieges in Afghanistan ablehnt und unsere Abgeordneten in Berlin auf Grund von Ignoranz und intransparenten, undemokratischen Gründen, inklusive eigenem, ihrer Bequemlichkeit geschuldetem Unwissen, diesen Krieg weiterführen. Ja! Nicht „wir“ führen diesen Krieg, sondern „unsere“ parlamentarischen Vertreter. Gestern sind weitere drei Bundeswehrsoldaten in Afghanistan getötet worden.

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Zurück zu den Wurzeln der Sonnensystems

von polis am 18.02.2011 20:47

Zurück zu den Wurzeln der Sonnensystems



This image taken with the HiCIAO planet-hunter camera on SUBARU Telescope shows a bright arc of scattered light (white) from the protoplanetary disk around the young star LkCa 15 (center, masked out with a dark circle).
Credit: MPIA (C. Thalmann) & NAOJ


Planeten entstehen in Staub- und Gasscheiben, die junge Sterne umgeben. Ein Blick in diese Geburtsstätten bedeutet eine Reise in die Vergangenheit der Erde und ihrer Geschwister. Jetzt haben Astronomen mit dem Subaru-Teleskop auf Hawaii detailreiche Bilder von den protoplanetaren Scheiben zweier Sterne geliefert. Erstmals erscheinen darauf Strukturen von der Größe unseres Sonnensystems: Ringe und Aussparungen in der Scheibe, die mit der Entstehung von Riesenplaneten zusammenhängen. Die Beobachtungen sind Teil einer systematischen Durchmusterung mit einer speziellen Hochkontrast-Kamera.

Planetensysteme wie das unsere sind Nebenprodukte der Sternentstehung. Sie bilden sich, wenn die Gravitationskraft der neugeborenen Muttersonne Gas und Staub aus der näheren Umgebung zu einer dichten, abgeplatteten Scheibe sammelt. Materieklumpen in dieser Scheibe ziehen mehr und mehr Gas und Staub an und werden so über Jahrmillionen zu den Objekten, die wir Planeten nennen. In den vergangenen Jahren hat die Erforschung solcher protoplanetarer Scheiben beachtliche Fortschritte erzielt – zum einen dank (meist indirekter) Beobachtungen, zum anderen durch die Simulation dieser Objekte.

Nun haben Forscher um Christian Thalmann dem Gesamtbild wichtige neue Details hinzugefügt und Bilder von Strukturen geliefert, die noch nie zuvor direkt abgebildet worden waren. Zielobjekt der ersten Studie war der Stern LkCa 15, rund 450 Lichtjahre von der Erde entfernt im Sternbild Stier gelegen. Mit einem Alter von nur wenigen Millionen Jahren ist LKCa 15 sehr jung – unsere Sonne ist im Vergleich zu ihm rund 1000-mal älter.

Aus früheren Beobachtungen des Infrarotspektrums sowie der Millimeterstrahlung hatten Wissenschaftler geschlossen, dass im Zentrum der protoplanetaren Scheibe eine große, weitgehend materiefreie Aussparung existiert. Die neuen Bilder zeigen Sternenlicht, das an der Scheibenoberfläche so reflektiert wird, dass sich die scharfe Kante dieser Aussparung erstmals direkt zeigt. Interessanterweise ist die elliptische Form der Aussparung nicht um den Stern herum zentriert, sondern etwas verschoben.

„Die wahrscheinlichste Erklärung für die Aussparung in der Scheibe von LkCA 15 – und insbesondere für deren Asymmetrie – lautet, dass dort mehrere Planeten kreisen, die gerade erst aus dem Scheibenmaterial entstanden sind und nun das Gas und den Staub entlang ihrer Umlaufbahnen einfangen“, sagt Thalmann, der die Untersuchungen geleitet hat, damals noch als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für Astronomie.

Die Aussparung ist so groß, dass die Umlaufbahnen aller Planeten in unserem eigenen Sonnensystem bequem darin Platz fänden. Daher spekulieren die Astronomen, dass sich bei LkCa 15 in dieser Lücke ein unserem eigenen Sonnensystem vergleichbares Planetensystem bildet. „Die Planeten selbst wurden noch nicht nachgewiesen“, so Thalmann. „Aber das könnte sich bald ändern.“

Die zweite Studie unter der Leitung von Jun Hashimoto vom Nationalobservatorium Japan widmete sich dem Stern AB Aur im Sternbild Fuhrmann, 470 Lichtjahre von der Erde entfernt. Dieser Stern lebt erst seit rund einer Million Jahren. Die neuen Beobachtungen zeigen hier erstmals Strukturen, die im kosmischen Maßstab vergleichsweise klein sind, nämlich nicht größer als unser eigenes Sonnensystem. (Bei einem Abstand von den genannten 470 Lichtjahren erscheint das Sonnensystem unter demselben Winkel wie eine Ein-Euro-Münze, die man aus mehr als zehn Kilometern Entfernung betrachtet.)

Die Beobachtungen zeigen ineinander verschachtelte Ringe aus Gas und Staub, die gegenüber der Äquatorebene des Systems verkippt sind und deren Material sich wiederum nicht symmetrisch um den Stern herum anordnet – beide Eigenschaften deuten auf das Vorhandensein mindestens eines sehr massereichen Planeten hin.

Die Beobachtungen wurden jeweils mit der Kamera HiCIAO am 8,2-Meter-Subaru-Teleskop gemacht. Scheiben und Planeten in der direkten Umgebung von Sternen stellen an die Technik höchste Ansprüche, da diese lichtschwachen Objekte von den Sternen überstrahlt werden – so wie ein Glühwürmchen von einem Flutlichtstrahler. HiCIAO gelingen solche Beobachtungen, indem das Instrument zum einen den störenden Einfluss der Erdatmosphäre weitgehend ausgleicht, zum anderen einen Großteil des Sternenlichts mechanisch ausblendet.

Die Untersuchungen gehören zum SEEDS-Projekt (Strategic Explorations of Exoplanets and Disks with Subaru, also: Strategischen Erkundungen von Exoplaneten und Scheiben mit Subaru). „SEEDS ist eine auf fünf Jahre angelegte, systematische Suche nach Exoplaneten und protoplanetaren Scheiben. Bereits jetzt hat das Subaru-Teleskop dabei spektakuläre Bilder geliefert“, sagt Thomas Henning, Direktor am Heidelberger Max-Planck-Institut für Astronomie und einer der an SEEDS beteiligten Wissenschaftler. „Solche detailreichen Beobachtungen sind unverzichtbar, wenn wir verstehen wollen, wie Planetensysteme – inklusive unser eigenes Sonnensystem – entstehen.“

Antworten Zuletzt bearbeitet am 18.02.2011 20:48.

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Neoliberaler Angriff auf die Pflegeversicherung

von polis am 18.02.2011 18:38




Neoliberaler Angriff auf die Pflegeversicherung


Senger-Schäfer

Berlin (rdp). "Die FDP setzt ihren pflegepolitischen Amoklauf fort. Hand in Hand mit den Wirtschaftsverbänden fordert sie die Schleifung der sozialen Sicherungssysteme. Ernstzunehmende Lösungsvorschläge für die drängenden Probleme der Pflegebedürftigen, ihrer Angehörigen und der Pflegekräfte sind von ihr nicht zu erwarten", kommentiert Kathrin Senger-Schäfer, pflegepolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, die Ablehnung einer Beitragserhöhung zur Pflegeversicherung in dieser Legislaturperiode durch die FDP. Senger-Schäfer weiter:

Wenn die FDP kurz vor einer Wahl Beitragsstabilität für die Pflegeversicherung fordert, sollte man auch das Kleingedruckte lesen. Die Liberalen fordern vehement die Einführung einer individualisierten kapitalgedeckten Pflegzusatzversicherung, was vor allem Menschen mit geringem und mittlerem Einkommen belasten würde. Der Beitragssatz zur Pflegversicherung bliebe dann zwar stabil, die Menschen müssten aber zusätzlich eine monatliche Pauschale zahlen, an der die Arbeitgeber mit keinem Cent beteiligt wären. Und aus den bisher angepeilten 8 bis 9 Euro könnten dann schnell 15 bis 20 Euro zusätzlich im Monat werden.

Für die dringend benötigten Verbesserungen bei der Pflege würde das am Kapitalmarkt angelegte Geld nicht zur Verfügung stehen. Allenfalls die private Versicherungswirtschaft könnte sich über das 'Sofortprogramm' freuen. Die Risiken der Finanzmärkte werden dabei einfach ignoriert oder noch schlimmer, billigend in Kauf genommen. Langfristig will die FDP die umlagefinanzierte Pflegeversicherung demontieren und komplett auf Kapitaldeckung umstellen. Den Menschen soll durch stabile Beitragssätze, aber immer weniger Leistungen aus der Pflegeversicherung die Kapitaldeckung schmackhaft gemacht werden. Pflege wird dadurch immer mehr vom eigenen Geldbeutel abhängig.

DIE LINKE steht für eine solidarische Weiterentwicklung des bewährten Umlageverfahrens. Mit der solidarischen Bürgerinnen- und Bürgerversicherung in der Pflege wird die Einnahmeseite gerecht verbreitert und an die veränderten Einkommensmöglichkeiten angepasst. Die Pflegeversicherung wird so dauerhaft stabil finanziert und soziale Gerechtigkeit geschaffen."

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Frontal 21 - Keine politische Einmischung!

von polis am 17.02.2011 20:17




Frontal 21 - Keine politische Einmischung!

Berlin (rdp). Der Deutsche Journalisten-Verband hat die Einmischungsversuche von Unionspolitikern in die Programminhalte der ZDF-Sendung Frontal 21 kritisiert. DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken forderte die CDU/CSU-Mitglieder in ZDF-Gremien dazu auf, sich nicht in die journalistische Arbeit einzelner ZDF-Sendungen und deren Redaktionen einzumischen. Zuvor war bekannt geworden, dass der ZDF-Programmausschuss Chefredaktion mit der Unionsmehrheit in dem Gremium das Magazin Frontal 21 ermahnt hatte. Angeblich sei die Berichterstattung nicht ausgewogen. Die ZDF-Chefredaktion hatte diesen Vorwurf zurückgewiesen.

„Das Vorgehen einiger Unionspolitiker gegen Frontal 21 steht leider in der unseligen Tradition, Einfluss auf das ZDF nehmen zu wollen“, sagte Konken. „Nach der Causa Brender sieht die Einmischung in Frontal 21-Beiträge so aus, als wolle die Union ihre Muskeln spielen lassen.“ Hofberichterstattung im Sinne der Bundesregierung vertrage sich nicht mit kritischem Fernsehjournalismus, wie ihn Frontal 21 pflege. „Der aktuelle Fall unterstreicht die Notwendigkeit, den Einfluss der Politik auf das Zweite Deutsche Fernsehen zurückzudrängen. Das geht nur, wenn es künftig weniger Sitze für Politiker in ZDF-Gremien gibt.“

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Wowereit: Doppelte Staatsbürgerschaft fördert Integration

von polis am 17.02.2011 15:26




Wowereit: Doppelte Staatsbürgerschaft fördert Integration


Wowereit

Berlin (rdp). Anlässlich der heutigen Konferenz der für Integration zuständigen Ministerinnen und Minister, Senatorinnen und Senatoren der Länder wird die SPD einen erneuten Vorstoß unternehmen, das Recht auf die doppelte Staatsbürgerschaft durchzusetzen. Dazu erklärt der stellvertretende Parteivorsitzende, Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit:

Die Bundes-SPD unterstützt den Vorstoß anlässlich der heutigen Integrationskonferenz, eine Reform des Staatsangehörigkeits¬rechts vorzunehmen und die Möglichkeit auf Doppelte Staatsbürgerschaft auszubauen.

Seit Jahren kämpfen wir darum, an dieser Stelle endlich zu einer vernünftigen Regelung zu kommen. Die Einbürgerungszahlen in Deutschland sind seit 2000 tendenziell rückläufig. Auch und vor allem im internationalen Vergleich rangiert Deutschland bei dieser Frage weit hinten. In einem Großteil der europäischen Länder ist die Zahl der Einbürgerungen seit 2000 gestiegen. Um Deutschland als Einwanderungsland attraktiver zu machen, bedarf es hier dringend gesetzlicher Änderungen. Nicht nur aus
menschlichen Gründen und Fragen der Anerkennung gilt es, die Motivation für einen deutschen Pass zu fördern: Es ist vor allem auch eine volkswirtschaftliche und demographische Notwendigkeit, hier mehr Anreize zu schaffen. Ein solcher Anreiz ist der Ausbau der Doppelten Staatsbürgerschaft.

Neben der Frage der Einbürgerung geht es aber auch um die Abschaffung des sogenannten Optionsmodells. Es ist nicht einzusehen, dass Kinder ausländischer Eltern, die hier in Deutschland geboren wurden, mit Erwerb der Volljährigkeit entscheiden müssen, welche Nationalität sie wählen. Das bringt junge Menschen unnötig in Identitäts- und Loyalitätskonflikte. Diese Regelung wirkt integrationshemmend und ist zudem ein überflüssiger bürokratischer Aufwand.

Einbürgerung wirkt integrationsfördernd – rechtlich, politisch, gesellschaftlich. Menschen, die die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten, entwickeln eine weitaus höhere Identifikation mit dem Land, in dem sie leben. Sie erhalten Planungssicherheit.

Angesichts des vorhandenen Mangels an Fachkräften auf dem Arbeitsmarkt ist es zudem dringend notwendig, endlich zu einer Regelung der Anerkennung von im Ausland erworbenen qualifizierenden Berufsabschlüssen zu kommen.

Bei beiden Punkten bremst vor allem die Union in der Bundesregierung – entweder aus Unvermögen oder aus ideologischen Gründen: Die Bundesregierung wirkt integrationshemmend.

Die SPD fordert die Bundesregierung auf, sich endlich konsequent zur Doppelten Staatsbürgerschaft zu bekennen. Ohnehin gibt es heute bereits einen hohen Anteil von Menschen, die ein Recht auf die Doppelte Staatsbürgerschaft haben bzw. dem Optionsmodell nicht unterliegen. Für den anderen Teil werden mit großem Aufwand Regelungen aufrechterhalten, die dem Land einen großen bürokratischen Aufwand und Kosten bescheren und zudem der Integration nicht dienlich sind. Diese Ungleichbehandlung muss endlich ein
Ende haben."

Antworten Zuletzt bearbeitet am 17.02.2011 15:26.

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Existenzminimum ist kein Spieleinsatz im Polit-Poker

von polis am 17.02.2011 15:19




Existenzminimum ist kein Spieleinsatz im Polit-Poker


Kipping

"Die Verhandlungsführer der Hartz-Parteien sollten noch einmal einen intensiven Blick in das Urteil des Bundesverfassungsgerichts werfen: Das menschenwürdige Existenzminimum ist kein Spieleinsatz in einem Polit-Poker, sondern ein direkt aus dem Grundgesetz begründetes Grundrecht. Weder der Gesetzentwurf der Bundesregierung noch die Kompromisslinie der landesväterlichen Dreieinigkeit noch die nebulösen Vorstellungen von SPD und Grünen stehen auf dem Boden des Grundgesetzes. CDU/CSU, SPD, FDP und Grüne lassen jeglichen Respekt vor dem Bundesverfassungsgericht vermissen", erklärt Katja Kipping, sozialpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, zum fortgesetzten Hin und Her bei den Verhandlungen über die Hartz IV-Reform. Kipping weiter:

Der Vorstoß der Ministerpräsidenten, schnell zu einer Einigung über die Hartz IV-Reform zu gelangen, ist schon wieder verpufft. Bei dem Geschacher zwischen Union und SPD, FDP und Grünen geht es um alles Mögliche: um die Haltungsnoten von Ministerinnen, um Milliarden, die zwischen Bund und Ländern hin- und her geschoben werden, um parteitaktische Interessen und vermeintliche Geländegewinne im Wahlkampf. Nur um das, was wirklich wichtig ist, geht es nicht: die Lebenssituation von Millionen Menschen und das Grundrecht auf ein menschenwürdiges Existenzminimum."

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Gleiche soziale Rechte sind die beste Willkommenskultur

von polis am 17.02.2011 14:27




Gleiche soziale Rechte sind die beste Willkommenskultur


Dagdelen

Berlin (rdp). "In Deutschland herrscht keine Willkommenskultur wie es die Integrationsminister beschwören. Tatsächlich herrscht eine Ausgrenzungskultur. Migranten wurden und werden auf dem Bildungs-, Ausbildungs- und Arbeitsmarkt ausgegrenzt und diskriminiert. Angesichts sinkender Einbürgerungszahlen, einer überproportionalen Erwerbslosigkeit bei Migranten, der Illegalisierung von rund einer Millionen Menschen, einer rigiden Abschiebungspolitik und dem stetig steigenden Rassismus bis in die Mitte der Gesellschaft sind Debatten um die Willkommenskultur blanker Hohn", erklärt Sevim Dagdelen, migrationspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, anlässlich der Integrationsministerkonferenz der Länder. Dagdelen weiter:

Die Abschaffung der Optionspflicht im Einbürgerungsrecht, wie von der rheinland-pfälzischen Sozial- und Integrationsministerin Malu Dreyer jetzt gefordert, ist ein längst überfälliger Schritt und reicht bei Weitem nicht aus. Für 2010 droht mit etwa 80.000 Einbürgerungen erneut ein Desaster. DIE LINKE fordert daher umfassende Einbürgerungserleichterungen wie die Senkung der Gebühren auf einen symbolischen Betrag, einkommensunabhängige Einbürgerungen nach fünf Jahren, die Abschaffung des Einbürgerungstests sowie Erleichterungen bei nachzuweisenden Sprachkenntnissen. Auch das Anerkennungsgesetz für ausländische Abschlüsse ist überfällig. Die Bundesregierung hat jahrelang keinen Finger gerührt, während Millionen von Migranten auf die Anerkennung ihrer Abschlüsse warteten. Nun will sie lediglich etwas für diejenigen tun, deren Abschlüsse aktuell auf dem Arbeitsmarkt verwertbar sind.
>
Die von der Staatsministerin Böhmer angekündigte Einführung von Integrationsverträgen ab April lenkt den Blick von den wirklich wichtigen Fragen ab. Es ist höchste Zeit für einen grundlegenden Kurswechsel in der Integrationspolitik. Wir brauchen einen Ausbau der Rechte von Migranten statt immer neuer Eingriffe in Grundrechte, mehr und bessere Angebote an Migranten statt verschärfter Sanktionen und gleiche soziale und politische Teilhabechancen statt Ausgrenzung und Diskriminierung einsetzen."

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ver.di begrüßt Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur Stärkung der Arbeitnehmerrechte

von polis am 17.02.2011 13:58




ver.di begrüßt Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur Stärkung der Arbeitnehmerrechte



Berlin (rdp). Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) begrüßt die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts in Sachen Universitätskliniken Gießen und Marburg. „Öffentlich-rechtliche Arbeitgeber müssen bei Privatisierungsvorhaben Arbeitnehmerrechte stärker berücksichtigen. Dies gilt insbesondere dann, wenn die öffentliche Hand nicht nur Arbeitgeber ist, sondern zugleich die gesetzliche Grundlage für die Privatisierung selbst schafft und dabei Rechte von Beschäftigten beschränken will. Konkret muss das Recht vielmehr betroffenen Beschäftigten die Möglichkeit geben, dem Übergang des Arbeitsverhältnisses vom öffentlich-rechtlichen Arbeitgeber zum privaten Arbeitgeber zu widersprechen. Dies begrüßen wir ausdrücklich“, sagt Professor Dr. Jens Schubert, Leiter der ver.di-Rechtsabteilung.

Hintergrund war das von ver.di heftig kritisierte Vorgehen des Landes Hessen, die Universitätskliniken Gießen und Marburg in einem ersten Schritt zusammenzufassen, anschließend zu privatisieren und auf einen privaten Krankenhausbetreiber zu übertragen.

Das Bundesverfassungsgericht hat in seiner Entscheidung (16.02.2011) das entsprechende Landesgesetz für verfassungswidrig erklärt. Es verstößt gegen das Grundrecht auf freie Wahl des Arbeitsplatzes (Art. 12 Abs. 1 GG). Gleichzeitig hob das Bundesverfassungsgericht unter anderem das Urteil des Bundesarbeitsgerichts auf, welches der betroffenen Beschäftigten kein Widerspruchsrecht einräumen wollte.

Das Urteil stärke im Übrigen auch die betrieblichen und gewerkschaftlichen Interessensvertretungen, weil das Recht auf Widerspruch nur dann sinnvoll sei, wenn der Arbeitgeber zuvor die Betroffenen ordnungsgemäß unterrichtet habe und diese Unterrichtung der Überprüfbarkeit der Interessenvertretungen unterliege, betonte Schubert.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 17.02.2011 13:58.
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