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46, Männlich

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Tödlicher Protest - polis-Presseschau

von redaktion am 19.05.2011 08:53




Presseschau vom 19.05.2011



Protest vor Bundeswehr-Außenposten


Tödlicher Protest

11 Tote und 80 verletzte Menschen sind das Ergebnis von Protesten vor einem Bundeswehrstützpunkt in der afghanischen Provinzhauptstadt Talokan. Die Demonstranten protestierten gegen eine ISAF-Aktion, bei der in der Nacht zuvor zwei Männer und zwei Frauen erschossen wurden. Das Feuer auf die Demonstranten wurde von afghanischen Sicherheitskräften eröffnet. Ob auch Bundeswehrsoldaten geschossen haben, ist unklar.





fr-online.de

Blutiger Aufruhr gegen Isaf

... „Tod den USA! Tod für Karsai!“, skandierte die Menge. Dann flogen laut offiziellen Angaben ein Molotowcocktail und mindestens eine Handgranate auf das Gelände des rund 40 Bundeswehrsoldaten beherbergenden, kleinen „Provinzberatungsteams“ der deutschen Truppen. Drei Soldaten und vier afghanische Bewacher erlitten Verletzungen. ...




faz.net

Tote bei Protesten vor Bundeswehrlager

... Außenminister Westerwelle sagte in Berlin, die Nachrichten aus Afghanistan seien erschütternd. „Wir erwarten, dass die Verantwortlichen alles in ihrer Macht stehendetun, um die Lage zu beruhigen, damit Demonstrationen nicht eskalieren“, sagte er, ohne sich über Details des Vorgangs auszulassen. ...




spiegel.de

Taliban sollen Angriff auf Bundeswehr provoziert haben

Erst ein Trauermarsch, dann Schüsse und ein Sturm auf das deutsche Camp: Im nordafghanischen Talokan hat eine aufgebrachte Menge ein Bundeswehr-Lager attackiert, die Soldaten wehrten sich mit Schüssen. Der Gouverneur entlastet die Deutschen - der Angriff sei von Taliban ausgelöst worden. ...




sueddeutsche.de

Tote bei Protesten vor Bundeswehrlager

... Bei einer Demonstration gegen die Nato-Truppen sind im nordafghanischen Talokan nach Behördenangaben zwölf Menschen gestorben und mehr als 80 verletzt worden. In der Stadt, die etwa 70 Kilometer von Kundus entfernt liegt, betreibt die Bundeswehr einen kleinen Stützpunkt, der während der Proteste mit Brandsätzen angegriffen wurde. Dabei seien drei deutsche Soldaten und vier Sicherheitskräfte verletzt worden, wie die Bundeswehr mitteilte. Der Zustand der Soldaten sei stabil. ...

Foto: sz.de/reuters

Antworten Zuletzt bearbeitet am 19.05.2011 09:01.

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Der ONE DATA Bericht 2011: Deutschland vernachlässigt Afrika südlich der Sahara

von redaktion am 18.05.2011 10:37




Der ONE DATA Bericht 2011: Deutschland vernachlässigt Afrika südlich der Sahara



Das Ergebnis des DATA Berichtes 2011 von ONE ist nicht überraschend, aber deswegen nicht weniger schlimm: Die deutsche Entwicklungspolitik vernachlässigt Sub-Sahara-Afrika, die ärmste Region der Welt! Deutschland hat seit dem historischen G8-Gipfel von Gleneagles im Jahr 2005 nur 18 Prozent der seitdem zusätzlich eingesetzten Mittel Sub-Sahara-Afrika zukommen lassen. Dabei war damals mindestens die Hälfte zugesagt worden.

Dass Deutschland die in Gleneagles zugesagte Gesamtsumme um mehr als drei Viertel verfehlt hat, war bereits längere Zeit bekannt. Zusammen mit Frankreich und zu einem noch erheblicheren Ausmaß Italien trägt Deutschland damit die Hauptverantwortung dafür, dass die G7 als Gruppe ihr Versprechen an Afrika nur zu 61 Prozent erfüllt haben. „Dass das zusätzliche Geld in fünf Jahren zu einem so geringen Teil nach Afrika ging, hat uns bei der Analyse der Zahlen selbst überrascht. Denn das steht im Gegensatz zu der von der Bundesregierung häufig beteuerten Schwerpunktsetzung auf die ärmste Region der Welt“, kommentierte unser Deutschlandchef Tobias Kahler. Er begrüßte jedoch Signale des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit, dass die Zusagen für Afrika in den kommenden Jahren zu verstärkten Aufwüchsen führen sollen.

Aufgrund der aktuellen Entwicklungen in Nordafrika befürchten wir dass Sub-Sahara-Afrika weiter aus dem Fokus Deutschlands rücken könnte, obwohl diese Region trotz starken Wirtschaftswachstums nach wie vor am massivsten von Armut und Klimawandel betroffen ist.

Deutschland führend im Bereich innovativer Finanzierungsinstrumente

Es gibt aber auch positive Nachrichten in unserer diesjährigen Bewertung der deutschen Entwicklungspolitik: Die Fusion der deutschen Entwicklungsorganisationen zur Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) war nämlich ein wichtiger Schritt zu mehr Wirksamkeit der deutschen Armutsbekämpfung. Deutschland ist zudem international führend darin, innovative Finanzierungsformen für Entwicklungsarbeit zu erschließen.

Positive Entwicklungen in Sub-Sahara-Afrika

Die G7/G8 wollten ihre Versprechen an Afrika bis zum Ende des Jahres 2010 einhalten. Dieser Zeitraum ist nun abgelaufen. Obwohl nur 61 Prozent der zugesagten Erhöhungen tatsächlich geflossen sind, zieht ONE ein vorsichtig optimistisches Fazit der fünf Jahre nach dem Gipfel von Gleneagles. Mehr als zwei Drittel zusätzlicher Entwicklungsfinanzierung des letzten Jahrzehnts (68 Prozent oder 10,68 Mrd. US-Dollar) zu Gunsten der Region entfiel auf den Zeitraum 2005 bis 2010.

Ein Großteil dieser Gelder floss in intelligente Programme, die in Sub-Sahara-Afrika dazu beitrugen, dass der Malariatod von 750.000 Kindern verhindert wurde. 46,5 Millionen Kinder konnten in den letzten zehn Jahren zusätzlich eingeschult werden. Die landwirtschaftliche Produktivität stieg in 17 Ländern der Region um 50 Prozent.

Das sind tolle Erfolge. Und auch die wirtschaftliche Entwicklung des Kontinents ist ebenfalls positiv. Sie hat nach der Krise schnell wieder angezogen und wird bald wieder bei einem Wachstum von durchschnittlich 6 Prozent liegen. Die Mobilisierung nationaler Ressourcen in Sub-Sahara-Afrika zieht ebenfalls deutlich an: Sie verdoppelte sich zwischen 2004 und 2010 und liegt damit auf dem siebenfachen dessen, was die Region an Entwicklungsfinanzierung erhält.


Infos auf einen Blick
(in konstanten Preisen von 2010):

Höhe der G7-Zahlungen an Sub-Sahara-Afrika (SSA) 2004:
17,479 Mrd. US-Dollar

Versprochene Höhe der G7-Zahlungen an SSA für 2010: 35,7 Mrd. US-Dollar

Tatsächliche Höhe der G7-Zahlungen an SSA 2010:
28,676 Mrd. US-Dollar

Höhe Zahlungen Deutschlands an SSA 2004: 2,45 Mrd. US-Dollar

Versprochene Höhe der Zahlungen Deutschlands an SSA für 2010: 6,72 Mrd. US-Dollar

Tatsächliche Höhe der Zahlungen Deutschlands an SSA 2010: 3,43 Mrd. US-Dollar

Deutschland und Italien sind gemeinsam für rund 7,1 Milliarden US-Dollar des Ausfalls des G7-Versprechens verantwortlich.

- ONE Deutschland –


Mehr Infos: Der DATA Bericht 2011

Antworten Zuletzt bearbeitet am 18.05.2011 10:58.

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Stresstest aus der Ferne - polis-Presseschau

von redaktion am 18.05.2011 09:34




Presseschau vom 18.05.2011



Luftwaffen-Transall in der Nähe des AKW Brokdorf: Gegen Absturz nicht geschützt


Stresstest aus der Ferne

Die Reaktorsicherheitskommission (­RSK) hat die Ergebnisse ihres Stresstestes für deutsche Atomanlagen vorgelegt. Durchgeführt nach den Unterlagen der Betreiber. Deutsche AKWs sind demnach grundsolide, manche sind besser gesichert als andere, gegen Flugzeugabstürze ist keines wirklich gewappnet. Vor allem lässt der Test aus der Ferne viel Raum für politische Manöver.





fr-online.de

Kein AKW mit Bestnote

... Die Bestnote in allen Bereichen, die die Reaktorsicherheitskommission (RSK) in den vergangenen sechs Wochen prüfte, erreichte kein einziges der 17 deutschen Kernkraftwerke. Im Detail aber ergibt sich ein differenziertes Bild: Manches nachgerüstete Alt-AKW ist baulich robuster als jüngere Reaktoren. Anderswo, etwa in Biblis, wurde in Sachen Hochwasserschutz quasi Goldstandard erreicht, dafür gibt bei der Absicherung gegen Flugzeugabstürze die Note „unzureichend“. ...




spiegel.de

Bedingt ausstiegsbereit

... So etwas hat es noch nicht gegeben, das kann der Minister für Reaktorsicherheit gar nicht oft genug betonen. "Hier wurde etwas erstmalig geprüft, was bislang noch nie untersucht worden ist", sagt Norbert Röttgen. Sechs Wochen "harte und intensive Arbeit" habe die Reaktorsicherheitskommission (RSK) hinter sich, Tag und Nacht sei der "Sachverstand unseres Landes zusammengekommen", um so auch international eine "Vorreiterrolle" zu übernehmen. ...




taz.de

Ausstieg ab 2017

... Der sogenannte Stresstest der Reaktorsicherheitskommission macht mit seinen wenig eindeutigen Ergebnissen die rechtliche Situation nicht einfacher.

Derzeit sind acht AKWs von den Ländern vorübergehend stillgelegt. Die Länder griffen dabei die Idee eines von Kanzlerin Merkel im März verkündeten Moratoriums auf. Die von der Kanzlerin verkündete Aussetzung der Laufzeitverlängerung ist rechtlich aber irrelevant, weil die Kanzlerin nicht einfach per Pressekonferenz ein Gesetz aussetzen kann. ...




sueddeutsche.de

Eine Frage der Auslegung

Ist eine Katastrophe wie in Fukushima auch hierzulande möglich? Sechs Wochen lang haben die obersten Nuklearexperten der Republik dies untersucht. Erdbeben, Hochwasser, Terrorangriffe: Der Prüfbericht zur Sicherheit deutscher Kernkraftwerke ist in vielen Punkten vage. ...

Foto: spiegel.de/dpa

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FDP für Kinder-Grundeinkommen statt Elterngeld

von redaktion am 17.05.2011 10:12




FDP für Kinder-Grundeinkommen statt Elterngeld

Saarbrücken/Berlin (rdp/ots) - Im Streit um die Abschaffung des Elterngeldes kommt aus der FDP nun der Vorschlag, stattdessen ein Kinder-Grundeinkommen einzuführen. Die Vorsitzende des Familienausschusses des Bundestages, Sibylle Laurischk (FDP), sagte der "Saarbrücker Zeitung" (Dienstagausgabe): "Es würde Elterngeld, Kindergeld, das Ehegatten-Splitting sowie alle weiteren Kinderzuschläge ersetzen."

Mit einem Kinder-Grundeinkommen stehe jedem Kind ein bestimmter Betrag zu. "Eltern und vor allem Alleinerziehende, die kein eigenes Einkommen haben, können damit das, was ein Kind braucht, finanzieren." Zur möglichen Höhe wollte sich Laurischk noch nicht äußern.

Zugleich betonte die FDP-Politikerin, das Elterngeld löse nicht das Problem der besseren Förderung von Kindern entsprechend ihrer Fähigkeiten. Es sei auch "eine aus Steuermitteln finanzierte Sozialleistung, die nichts mit Bedürftigkeit zu tun hat und einen großen Posten im Bundeshaushalt einnimmt". Selbst das frühere Erziehungsgeld habe den Vorteil gehabt, dass es vor allem den Menschen zugute gekommen sei, "die es gebraucht haben".

Antworten Zuletzt bearbeitet am 17.05.2011 10:13.

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Umschuldung light - polis-Presseschau

von redaktion am 17.05.2011 08:46




Presseschau vom 17.05.2011



Besitzt Athen Immobilien im Werte von 278 Milliarden Euro? Welchen Erlös brächte die Akropolis?


Umschuldung light

Die EU-Finanzminister setzen den Pleitestaat Griechenland mächtig unter Druck. Die Veräußerung von Staatseigentum müsse forciert und weit mehr gespart werden als bisher. Griechenlands Forderung an die EU nach neuem Geld um seine Schulden zu bedienen, stößt weitgehend auf Kritik. Neue Ideen müssen her. Claude Junker hält eine "sanfte" Umschuldung für möglich.





faz.net

Großer Schlussverkauf gegen die Schuldenmisere?

Kann sich Athen doch am eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen? Sind fast 300 Milliarden Euro durch die Privatisierung griechischen Staatseigentums zu erlösen? Die Regierung wehrt sich gegen „Express-Privatisierungen“ und will einen „Ausverkauf“ nicht zulassen. ...




spiegel.de

Gläubiger sollen Griechenland Kredite verlängern

... Lange haben sich Europas Entscheidungsträger gesträubt, das böse U-Wort in den Mund zu nehmen. Jetzt verdichten sich die Hinweise, dass Griechenland um eine sogenannte Umschuldung nicht mehr herumkommt. Selbst der Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker schließt nicht mehr aus, dass private Gläubiger der Griechen auf einem Teil ihrer Forderungen sitzen bleiben....




sueddeutsche.de

EU setzt Pleitekandidaten Griechenland unter Druck

Dramatischer Appell an Athen: Die Euro-Finanzminister fordern von Griechenland, mehr zu sparen. Die "sanfte" Umschuldung des Landes sowie ein zweites Hilfspaket seien nicht mehr auszuschließen. Gleichzeitig genehmigten die Minister Hilfen für Portugal im Volumen von 78 Milliarden Euro. Eine Einigung gab es in Bezug auf den neuen Präsidenten der Europäischen Zentralbank. ...




handelsblatt.com

Europa setzt Griechenland unter Druck

... Der Pleitekandidat Griechenland muss nach dem Willen der Euro-Partner im laufenden Jahr mehr Tempo beim Sparen machen. Die Regierung in Athen muss unter anderem das Privatisierungsprogramm richtig ins Rollen bringen. „Die Privatisierung in Griechenland ist in Verzug, das muss sich ändern“, sagte die französische Wirtschaftsministerin Christine Lagarde am späten Montagabend nach Beratungen mit den Euro-Kassenhütern in Brüssel. ...

Foto: faz.de/dpa

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Euro-Rettungsstrategie in der Sackgasse

von redaktion am 16.05.2011 15:31




Euro-Rettungsstrategie in der Sackgasse


Troost

Berlin (rdp). "Die bisherige Euro-Rettungsstrategie steckt in der Sackgasse. Die von Griechenland geforderten Anpassungsmaßnahmen sind nicht nur sozial ungerecht, sie machen die wirtschaftliche Lage auch jeden Tag schlimmer. Wer jetzt fordert, Griechenland müsse noch mehr und schneller sparen, der hat von Ökonomie nicht viel verstanden", erklärt der finanzpolitische Sprecher der Fraktion DIE LINKE, Axel Troost, anlässlich des Treffens der EU-Finanzminister in Brüssel. Troost weiter:


Noch mehr und schneller Sparen würde vor allem den Rückgang der griechischen Wirtschaftsleistung weiter verstärken und die Staatsschuldenquote noch schneller steigern. Nicht Griechenland oder Portugal sind die Totengräber des Euro, sondern die Regierungen – wie die deutsche – die wider besseres Wissen mit falschen und unwirksamen Anpassungsprogrammen versuchen, den Teufel mit dem Beelzebub auszutreiben.

Natürlich muss Griechenland das exzessive Haushaltsdefizit bekämpfen, aber durch nachhaltige Erhöhung der Einnahmen. Dafür braucht Griechenland wirtschaftliche Entwicklung, Steuergerechtigkeit und finanzielle Luft zum Atmen statt Strangulation durch immer neue Spardiktate, kurzsichtige Privatisierungen, Lohn- und Sozialabbau, wie sie IWF und EU-Finanzminister fordern. Darüber, dass Griechenlands Milliardäre und Millionäre immer noch kaum Steuern zahlen, spricht niemand. Die Einnahmen durch wirtschaftlich und sozial ohnehin kontraproduktive Privatisierungen zu erhöhen, hat hingegen wenig Sinn: Tafelsilber lässt sich nur einmal veräußern und je höher der zeitliche Privatisierungsdruck, desto niedriger der Preis, den der griechische Staat damit einnehmen könnte.

Griechenland braucht als ersten Schritt eine Verlängerung der Beistandskredite bei Senkung der Zinsen. Parallel dazu brauchen wir einen wirtschaftpolitischen Neuanfang für Europa als Ganzes. Die Ursachen der Euro-Krise liegen in der Zunahme der Staatsschulden durch Bankenrettung, Finanz- und Wirtschaftskrise, in der Konstruktion der bedingungslos auf Konkurrenz aufgebauten EU und insbesondere in der Fehlkonstruktion der Europäischen Währungsunion. Wir brauchen zur Rettung des Euro stattdessen eine Europäische Ausgleichsunion, in der Länder mit Leistungsbilanzüberschüssen- und -defiziten durch eine verbindlich koordinierte Wirtschaftspolitik zum Ausgleich gedrängt werden. Über Euro-Bonds und eine Europäische Bank für öffentliche Anleihen kann der Druck der Finanzmärkte wesentlich zurückgedrängt werden. Um Schwung für einen solchen Neuanfang zu nehmen, braucht Europa ein groß angelegtes ökonomisches Wiederbelebungsprogramm, das ähnlich ambitioniert wie der Marshall-Plan nach dem Zweiten Weltkrieg sein muss."

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NPD-Verbot ist keine Gefühlssache

von redaktion am 16.05.2011 13:36




NPD-Verbot ist keine Gefühlssache


Jelpke

Berlin (rdp). "Ich bin nicht aus Gefühlsduselei für ein NPD-Verbot, sondern weil es gute sachliche Gründe dafür gibt", hält die innenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, Ulla Jelpke, Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) entgegen. Dieser hatte gegenüber der Leipziger Volkszeitung gesagt, er verstehe jeden, "der auch emotional begründet" ein solches Verbot fordere, hatte sich aber dagegen ausgesprochen. Jelpke weiter:

Die NPD ist Rückgrat und Hauptsponsor der gewalttätigen Neonazi-Szene. Der Verlust ihrer legalen Basis wäre auch ein Schlag gegen Freie Kameradschaften und andere Nazi-Schläger. Friedrich verharmlost das Problem, wenn er es als emotionale Angelegenheit abtut. Angesichts der Tatsache, dass Nazis immer wieder regelrechte Hetzjagden veranstalten und sogar Menschen umbringen, ist die Forderung nach einem NPD-Verbot keineswegs nur emotional begründet, sondern ein Gebot der politischen Vernunft.

Die Befürchtung, das für ein Verbotsverfahren notwendige Abschalten von V-Leuten könne zu einem Informationsverlust der Sicherheitsbehörden führen, ist lächerlich. Schon beim gescheiterten Verbotsverfahren von 2003 hatte sich gezeigt, dass die V-Leute eine bestenfalls zwielichtige Rolle spielten. Etliche von ihnen waren kaum mehr als staatliche Unterstützer des NPD-Apparats. Der Schutz vor einer neofaschistischen 'Metastasierung', wie Friedrich das Eindringen rechter Ideologien in die Gesellschaft nennt, braucht weniger staatliche Aufsicht als vielmehr starke gesellschaftliche Antikörper. Nicht zuletzt bedarf es eines scharfen Schnitts. Deswegen ist das NPD-Verbot richtig."

Antworten Zuletzt bearbeitet am 16.05.2011 13:37.

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Aufschwung der Profite

von redaktion am 16.05.2011 11:15




Aufschwung der Profite



Deutschland im Höhenflug. Aufschwung XL. Mit dem Aufschwung kamen die
Jubelmeldungen. Nach einem Absturz mit minus 4,7 Prozent im Jahre 2009 ist
die deutsche Wirtschaft 2010 mit einem Plus von 3,8 Prozent
„durgestartet“. Allerdings ist erst jetzt, nach einem Plus von 1,5
Prozent im ersten Quartal 2011 die Wirtschaftsleistung wieder auf dem Stand
von 2008 angekommen. Ob der Aufschwung nachhaltig ist, wird sich noch
erweisen.

Klar ist jedoch: Der Aufschwung ist vor allem ein Aufschwung der Profite.
Die Unternehmer haben 2010 ein Plus von rund 13 Prozent eingefahren. 2011
ist mit neuen Rekordwerten zu rechnen. Die Aktionäre der 30 Dax-Konzerne
bejubeln einen Anstieg der Profite um knapp 19 Milliarden Euro im ersten
Quartal 2011. Zu Beginn 2009 waren es nicht einmal sechs Milliarden Euro.

Seit 2000 sind die Profite der Unternehmer, der Vermögenden und Reichen um
36 Prozent angestiegen; wohlgemerkt preisbereinigt. Bei den Beschäftigen
herrscht seit zehn Jahren Ebbe in der Kasse. Nach der Rechnung des
Statistischen Bundesamtes stagnieren die preisbereinigten Löhne! Die
Internationale Arbeitsorganisation geht sogar von einem Lohnverlust von
fast fünf Prozent aus.

Aber selbst im Aufschwung verbessert sich die Lage nicht. Bei den
Beschäftigen ist weiterhin Schmalhans Küchenmeister. Die Tariferhöhungen
betragen dieses Jahr voraussichtlich 1,7 Prozent. Da die Preise jedoch um
2,4 Prozent zulegen, kommt unterm Strich eine reale Lohnsenkung heraus.

Die Forschungsinstitute und die Bundesregierung gehen davon aus, dass die
Konjunkturdynamik sich abschwächt. Besonders im nächsten Jahr. Weil die
Exportüberschüsse voraussichtlich nicht mehr so stark steigen werden. Das
ist durchaus wünschenswert. Verkauft ein Land dauerhaft mehr Waren und
Dienstleistungen an das Ausland, als es von dort einkauft, müssen sich
unsere Handelspartner zunehmend verschulden. Im März 2011 zum Beispiel um
weitere 15 Milliarden Euro. Die Euro-Krise zeigt, dass das auf Dauer nicht
gut geht.

Allerdings: Wenn die Wirtschaft nicht mehr vom Exportüberschuss
angetrieben wird, muss die Binnenwirtschaft gestärkt werden. Und das
heißt vor allem: Die Löhne müssen kräftig steigen. Das wissen auch
Merkel und der neue Wirtschaftsminister Rösler. Aber sie tun nichts,
sondern lassen den stummen Zwang des Lohndumpings wirken.

Und der hat einen Namen: Agenda 2010 mit Befristungen, Leihjobs, Minijobs
und Hartz IV. Dies hat die Beschäftigten erpressbar gemacht und die
Lohnsetzungsmacht der Gewerkschaften geschwächt. Denn wer streikt schon,
wenn man befristet beschäftigt ist oder nur einen Leihjob hat. Und die
Angst vor der Arbeitslosigkeit, vor dem Absturz in Hartz IV wirkt als
Streikbremse. So sind die Gewerkschaften systematisch von der Politik
geschwächt worden.

Deshalb benötigen wir vor allem die Einführung des gesetzlichen
Mindestlohnes mit 10 Euro. Laut einer Studie von Prognos würde er die
öffentlichen Haushalte und Sozialversicherungen um 13 Milliarden Euro
jährlich entlasten. Damit ließe sich die Erhöhung des Arbeitslosengeldes
II auf 500 Euro problemlos finanzieren.

Für fast acht Millionen Beschäftigte würden die Einkommen um mehr als 26
Milliarden Euro steigen. Dies wäre auch ein deutlicher Beitrag zur
Stärkung der privaten Binnennachfrage.

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Michael Schlecht, MdB – Chefvolkswirt Fraktion DIE LINKE –
Gewerkschaftspolitischer Sprecher im Parteivorstand DIE LINKE –

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Bundesinnenminister warnt entschieden vor neuem NPD-Verbotsverfahren

von redaktion am 16.05.2011 10:50




Bundesinnenminister warnt entschieden vor neuem NPD-Verbotsverfahren



Leipzig/Berlin (rdp/ots) - Entgegen der Stimmungslage bei zahlreichen Länderinnenministern hält Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) den Anlauf zu einem neuerlichen NPD-Verbotsverfahren für falsch und kontraproduktiv. In einem Interview mit der "Leipziger Volkszeitung" (Montag-Ausgabe) meinte Friedrich: "Die NPD ist eine Partei, die gegen unsere Verfassung und gegen unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung arbeitet. Deswegen verstehe ich jeden, der auch emotional begründet fordert, diese Partei gehört verboten", sagte der Bundesinnenminister. "Aber ein Verbotsantrag würde voraussetzen, dass wir alle unsere Informationsquellen abschalten müssen. Das ist ein sehr hohes Risiko", so Friedrich. "Und selbst bei einem Verbot dieser Partei würde man die Personen und die Ideologie, die dahinter stecken, nicht ausschalten. Selbst nach einem gelungenen Verbot bestünde die Gefahr, dass sich diese Personen und Ideologien wie Metastasen wuchernd in der Gesellschaft ausbreiten", sagte der CSU-Politiker. Und der Staat könne sie aber nicht mehr ausreichend kontrollieren. "An dem Tag, an dem man sich entschließt, Beweise für ein Verbot zu sammeln, muss man alle Informationsquellen, die der Staat im NPD-Bereich hat, abschalten. Einem solchen Abschalten könnte ich nur gegen meine Überzeugung zustimmen", stellte Friedrich klar.

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Ist der Euro noch zu retten? Oder: Von allen guten Geistern verlassen

von redaktion am 16.05.2011 10:20




Ist der Euro noch zu retten?
Oder
Von allen guten Geistern verlassen

von polis-Gastautor Thomas de Torquemada

Seit Jahr und Tag habe ich zum ersten Male wieder die Talkshow von Anne Will gesehen,
welche sich das in der Überschrift genannte Thema gegeben hatte, aber besser überschrieben
worden wäre mit dem obigen, folgenden Untertitel.

Frau Will war einmal die Sprecherin der Tagesschau, urde dann dadurch bekannter, ihre
Lebensgefährtin geheiratet zu haben. Hierbei hätte sie es schlicht belassen sollen, denn ihre
Passion für das Talkfach setzt die Welt nun wirklich unnötigen Qualen aus.

Der Kameraschnitt allein kann bei dem ein oder anderen zartbesaiteteren Zuschauer schon
epileptische Anfälle auslösen, die unsäglichen Einspieler, die Fragen der Moderatorin, die
zwischen unsäglich naiv, tumb albern und nervig unterbrechend schwanken, bei solchen, die
wirklich am Thema interessiert sind und nicht am auf bildungsbürgerliche Verhältnisse
heruntergebrochenen Krawall, zu zorngetragenen Krampfanfällen.

Punktum, eine Sendung die ich mir bisher gespart habe und mir zukünftig wieder sparen
werde, ein unausgegorener Mist einer Moderatorin, die offensichtlich stärker am
medienwirksamen Schütteln ihrer Haarpracht in die Kamera hinein stärker interessiert ist als
an der halbwegs flüssigen Ergründung eines Themas. Ein schlicht und ergreifend vollkommen
unnützes Machwerk einer Frau, die wohl hervorragend Nachrichten vorlesen mag, geht es
aber darüber hinaus, eine glatte Stümperin ist.

Erinnere man sich an jene NDR – Talkshow, die dadurch legendär wurde, daß Klaus Kinski
an jenem Abend in über einer Stunde auf keine an ihn gerichtete Frage antwortete und absolut
nichts sagte, so hatte dies noch das Reizvolle des Kuriosen, während die heutige Anne – Will
– Sendung an Erkenntnisgewinn und Informationsgehalt diesen historischen Vorgänger noch
um Längen unterboten hat.

Es liegt ja nicht allein an der Art und Weise des Moderators, Fragen zu stellen und den
Diskussionslauf in Schwung zu halten, sondern auch an der Auswahl der Gäste, für welche,
gerade dann, wenn der Moderator sich anmaßt, der Sendung den eigenen Namen zu geben, im
Zweifel auch er selbst verantwortlich zeichnet. Gelingt es dem Moderator dann auch noch,
mit seiner Auswahl der Gäste und seiner Kunst des Fragestellens der Sendung Schwung zu
geben, so heben sich selbst Mängel in der Gästeliste wie im Fragenkatalog gegenseitig auf.
Frau Will ist es am heutigen Abend gelungen, mittels ihrer Auswahl in beiden Kategorien aus
einer Sendung, die in ihrer durchaus platten Überschrift nichtsdestotrotz ein breit
interessierendes Thema ansprach eine unsägliche, alberne Narretei zu gestalten.

Von den sechs Teilnehmern, fünf Gästen, nämlich Edmund Stoiber, Jorgo Chatzimarkakis,
Annia Kohl, Max Otte, Rolf Hochhuth und einer Moderatorin, waren mindestens vier
Teilnehmer überflüssig.

Bei Herrn Hochhuth drängte sich die Frage förmlich auf, was ausgerechnet er dort verloren
habe. Vom Sender wurden seine Qualitäten als Talkgast wie folgt gepriesen: „Seine Werke
setzen sich häufig mit der NS-Vergangenheit, aber auch mit aktuellen politischen und sozialen
Fragen auseinander. Hochhuths Schaffen verursacht einige Skandale und zieht juristische
Auseinandersetzungen nach sich.“

Er mag ein bedeutender Dramatiker sein, seine bis zur Peinlichkeit grenzende
Ahnungslosigkeit von Finanz- und Wirtschaftswelt allerdings ließ dem Zuschauer den
Schreck des Fremdschämens derart in den Adern gerinnen, führte Herr Hochhuth penetrant
den Beweis an, daß auch die Intelligenzia auf ihr fremden Gebieten nichts anderes kann, als
die von ihr so oft geschmähten Stammtischparolen unters Volk zu bringen, daß unwillkürlich
die Hand an der Fernbedienung zum Wegschalten zuckte.

Nur ein Mal gelang es ihm, eine Brücke zwischen aktueller Wirtschafts- und Finanzpolitik
(wenn auch nur am Rande) und seinem dramatischen Steckenpferd, dem Nationalsozialismus,
zu schlagen. Als die Rede irgendwie natürlich dorthin trudelnd auf das Geheimtreffen der
Finanzminister in Luxemburg kam und daß Finanzminister Schäuble darüber sinniere, wie
man den Maulwurf im eigenen Hause zu Strecke bringen bzw. zukünftig verhindern könne,
zeterte Hochhuth los (nicht ganz unberechtigt, führt man sich all die Ideen jenes Schäuble als
Innenminister vor Augen): Das seien Nazimethoden und wer seine Beamten sogar
wahrscheinlich nicht allein verwanzen, sondern auch noch auf dem Scheißhaus bespitzeln
wolle, gehöre nicht in dieses Amt. Damit war das herzerfrischendste des Abends auch schon
gesagt.

An dieser Stelle schaltete sich der zweite, teils in zweifelhaften Ehren ergraute Senile der
Runde ein, um seinem Freund Schäuble beizuspringen. Selbstredend war es Edmund Stoiber,
welcher diese Anschuldigung auf seinem Parteifreund nicht sitzen lassen konnte und selbigen
mit den allseits bekannten, vielgehörten Phrasen verteidigte, zusammengefasst: „Nein, so
nicht, nicht in diesem Ton.“

Zuvor hatte er seinen Einstand gegeben, indem er, wie es für einen Konvertiten üblich ist, ein
wenig allzu heftig darauf pochte, was für ein großartiger Befürworter der europäischen Idee er
doch geworden sei. Er, ja er, und vor allem: er, ganz allein, als einziger Rufer in der Wüste
(wobei wie der lästige Duft nach dem Schälen einer Zwiebel an den Fingern der Unterton an
seiner Rede klebte, wie wenig doch der Prophet im eigenen Land gilt) habe damals davor
gewarnt, Griechenland in die Währungsunion mitaufzunehmen, ihm sei es schon klar
gewesen, daß sich dieses Land die Kriterien erschlichen habe, man habe ihn aber als
rückständigen Hinterwäldler aus Bayern abgetan. Schwamm drüber, der Fehler sei geschehen,
heute ginge es um mehr, das sei keine Eurokrise, sondern mehr eine Krise der europäischen
Idee, eine Krise der Demokratie, heraufbeschworen durch die Unverantwortlichkeit des
Schuldenmachens, eine Verschuldungskrise, wofür auch die Politik und die Banken
Verantwortung trügen.

An diesem Punkt wurde es interessant bzw. hätte es interessant werden können. Doch muß
man, wie gesagt, bedenken, daß die Fragen von Anne Will gestellt wurden – oder gerade
nicht.

Denn den unbedarften Zuschauer kribbelte es, ja hielt es kaum auf dem Sitz, dem
selbstgerechten Paulus, der sich darstellte, als sei er hierzu vom Saulus mutiert, die Frage ins
Gesicht zu schleudern, wie er es denn mit der eigenen Verantwortung für´s Finanzdebakel
halte. Ob es vielleicht mit dem hinterwäldlerischen, provinziellen Bayern doch nicht soweit
hergeholt gewesen sei, als finanzpolitische Großmannssucht dazu verleitete, in München eine
zweite Finanzmetropole installieren zu wollen durch Erwerb einer seltsamen Bank aus
Haiders Händen, die mit dem Gaul und dem Maul alles gemeinsam hatte, außer daß sie
geschenkt wurde? Und der Verantwortung für Schulden, derer man sich in einem
Untersuchungsausschuß stellen sollte, sich dann aber an nichts erinnerte, außer, daß es wohl
die Untergebenen verbockt hätten.

Herrn Stoiber wiederum sprang Herr Chatzimarkakis bei, der laut Kurzdossier des Senders
neben diversen Studien und Stationen auch Unternehmensberater und derzeit Mitglied des
europäischen Parlamentes sei.

Der Name sagt es schon, er entpuppte sich als Halbgrieche, und da sich trotz des
weitergefaßten Titels im Ergebnis der Abend doch nur um Griechenland drehte, ist es nicht
verwunderlich, daß selbiger eine gewisse Sonderstellung in der Runde einnahm: Als
Befürworter der Rettung Griechenlands und Europäer stellte er redaktionsbestimmt so etwas
wie den Buhmann, den Brunnenvergifter, den Kulminationspunkt der Aversionen des
Fernsehabends in plakativer Weise dar. Und tatsächlich war er, halb Grieche, halb
Unternehmensberater, nicht gerade der Sympathieträger der Runde. Sein etwas ölig –
gelecktes Aussehen und seine nichtssagende, phrasenhafte Geschwätzigkeit, seine gegenüber
Stoiber durchaus als kriecherisch zu beschreibende Art passten ihn der Subsumtion nach
sowohl in das Bild eines Unternehmensberaters wie in das Klischee eines schmierigen
Kellners in einem schäbigen griechischen Restaurant ein. Eigentlich war er noch viel eher als
Herr Hochhuth die Witzfigur der illustren Runde. Besonders seine Anbiederung an Stoiber,
dem er gönnerisch bis liebedienerisch bekundete, wie sehr man den Saulus gefürchtet habe,
um im ersten Gespräch dann festzustellen, was er doch für ein europäischer Paulus geworden
sei, ließ seiner Haartracht eine auf die Persönlichkeit bezogene allegorische Bildhaftigkeit
zukommen, die auch mit schlechtem griechischem Essen synonym geht: das Ölige bis hin
zum Arschkriechertum.

Was hatte er zum Thema zu sagen? Nun ja, als Unternehmensberater üblich, nichts mehr als
phrasenhafte Geschwätzigkeit, die an Erkenntnisgewinn folgendes zu Tage förderte: Wir
können, wir müssen, alternativlos, Europa, alles den Bach runter, harte Auflagen für
Griechenland.

Der vierte überflüssige Teilnehmer in der Runde war ausnahmsweise kein Gast, sondern, wer
hätte das gedacht, die Gastgeberin selbst. Vielmehr als das, was oben bereits geschrieben, ist
dazu auch nicht zu sagen.

Es bleiben zwei, die letztlich auch überflüssig waren, was allerdings nichts damit zu tun hat,
daß das, was sie zu sagen gehabt hätten, ebenso überflüssig gewesen wäre wie der Schund der
zuvor bedachten vier. Nein, hätte man sie gelassen und den übrigen vieren schlicht das Maul
verboten, hätte es eine durchaus interessante Sendung geben können. Allein – man ließ sie
nicht, nicht einmal im Ansatz. Die Gästeliste einschließlich Anne Will hätte man auf Otte und
Kohl beschränken können und beide einfach ein Gespräch unter vier Augen vor einer Kamera
(ohne das hektische hin- und her einer ersichtlich gelangweilten Bildregie) führen lassen
sollen, möglichst auch noch ohne Publikum, das im Wesentlichen dadurch störte, nicht allein
jeden verbalen Mist claqueursmäßig zu beklatschen, sondern hierdurch (neben dem
Eingreifen durch tumbe Fragen seitens Frau Will) jegliche Diskussion im Keim zu ersticken.
So verkam das wenige, was die beiden sagen durften zu den sprichwörtlichen Perlen vor die
Säue. Man merkte, daß hier zwei Positionen sich formierten, die fähig gewesen wären, etwas
zu erklären, zu erforschen, zu intensivieren und – insbesondere etwas, das man in dem eitlen,
hohlen Geschwätz der übrigen vollständig vermisste – Erklärungsversuche wie
Lösungsansätze zu unterbreiten. Allein hieran bestand offensichtlich kein Interesse.

Was bleibt an Fazit:

Zum einen, daß Stoiber zwar braungebrannt wie nach einem Griechenlandurlaub und weniger
stotternd auftrat, er dem Volk aber genauso viel zu sagen hat wie zu jener Zeit, bevor er zum
überzeugten Europäer mutierte.

Daß Klischees in personam von Europäischen Parlamentariern manchmal doppelt, ja sogar
mehr als zuträglich sich der Wahrheit annähern.

Daß ältere Dramatiker viel zu sagen haben, es aber nur auf dem Gebiet tun sollten, auf
welchem sie sich auskennen, was wiederum die Sache arg einschränkt.
Daß der Prophet im eigenen Land nichts gilt, womit Sie, Herr Stoiber allerdings am
allerweingsten gemeint sind.

Und zuletzt – ein Appell – Anne Will wieder Nachrichten vorlesen sollte, mehr nicht:
Schuster, bleib bei Deinen Leisten!

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