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polis
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Gegen Kriegsrhetorik

von polis am 19.03.2011 20:10




Gegen Kriegsrhetorik
von polis-Gastautor Thomas Dyhr


Thomas Dyhr

Es herrscht Bürgerkrieg in Libyen, nachdem der Machthaber Gaddhafi mit militärischer Gewalt gegen die protestierende Bevölkerung vorging. Die daraufhin verhängten internationalen Sanktionen für das völlig inakzeptable Vorgehen des Machthabers und seines Clans finden meine Billigung.

Wie heute (09.März 2011) im TAGESSPIEGEL zu lesen war, drängen Frankreich und England auf die Erlangung eines Mandates des UN-Sicherheitsrates für eine Flugverbotszone.
Ansonsten werden offensichtlich verschiedene militärische Optionen diskutiert – u.a. auch die Aufrüstung der Oppositionskräfte.

Das AVAAZ-Netzwerk versuchte heute mit durchaus ehrenwerten Überlegungen Massenemails zugunsten einer Flugverbotszone zu mobili­sieren. Das läuft zwar in meinen Augen letztlich unter der Kategorie „Propaganda“, aber ist durchaus auch ein Baustein, mit dem die öffentliche Bereitschaft zum Eingehen des Abenteuers gefördert werden könnte.

Unser Außenminister Guido Westerwelle ist zwar aktuell zurückhaltend – ich frage mich aber besorgt, wie lange noch. Sitzt Deutschland doch aktuell auch im UN Sicherheitsrat und unterliegt damit sicherlich auch gewissen Zwängen, denen man erst einmal standhalten muss.

Die aktuell immer häufiger vernehmbare Kriegsrhetorik macht mir Sorgen!

Libyen wird wohl – soweit ich Presseberichte rchtig verstanden habe – geprägt von Stämmen, die alle irgendwie eigene Interessen verfolgen.Welche Opposition letztlich welche Ziele verfolgt, ist mir nicht klar.
Opfer ist wie immer die Zivilbevölkerung. So viel ist klar, aber…„Gut“ – „Böse“… Völlig unklar, wer das ist oder nicht ist. Das Alles erinnert mich an Afghanistan.

Auch noch Waffen in diese unklare und gewalttätige Lage hinein­zugeben birgt die Gefahr in sich, damit „irgendwen“ hochzurüsten. „Irgendwen“, der damit später irgendwie gelagert Missbrauch treibt, welcher sich im weitesten Sinne gegen unsere eigenen Bürger richtet.
Waffen, die man einmal aus der Hand gegeben hat, bekommt man nicht mehr unter Kontrolle.

Das beste Beispiel für solch verfehlte, aber umso „nachhaltigere“ Aufrüstungsergebnisse sind die afghanischen Taliban, in in Zeiten der russischen Besetzung Afghanistans vom CIA hochgerüstet worden waren und heute Krieg gegen NATO-Truppen führen.

Die Einrichtung einer Flugverbotszone über Libyen setzt den Einsatz massiver militärischer Gewalt voraus, mit der überhaupt erst einmal die Grundlagen für die Durchsetzung des Flugverbotes gelegt werden müssen. Will man wirklich alle Flughäfen Libyens und vermutliche/ tatsächliche Luftabwehrstellungen – u.a. in Wohngebieten angelegt – bombardieren und hierdurch auch zahlreiche Zivilisten töten?
…Damit die Flieger der USA und/ oder NATO unbehelligt fliegen können? Wer das Eine will, muss das Andere mögen… Mir schaudert bei dem Gedanken, zumal man dann schon mittenmang im Schlamassel wäre.

Militärische Auseinandersetzungen folgen einer politisch kaum noch steuerbaren Eigendynamik, wenn sie erst mal im Gange sind. Nein – das kann und darf kein Mittel der Politik sein.

Afghanistan ist schon zuviel – schon da sollten wir schon so schnell wie möglich raus!

Auf keinen Fall noch eine Kriegsbeteiligung Deutschlands.

Aber auch keine Kompensation, indem wir uns als Preis für eine Zurückhaltung in Nordafrika tiefer in die Auseinandersetzungen in Afghanistan verstricken lassen!

Klare Kante gegen Krieg, bevor der Bundestag wieder mit der Pistole internationaler Vereinbarungen auf der Brust zu Eiltentscheidungen gedrängt wird!

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Der Autor ist Kriminalbeamter und für Bündnis90/Die Grünen im Landesverband Brandenburg aktiv und hat dort auf Kreis- und Regionalebene Vorstandsämter inne. Zu den Bundestagswahlen 2009 war Thomas Dyhr Direktkandidat seiner Partei für den Wahlkreis Barnim. Seine Themenschwerpunkte sind Landes- und Bundespolitik.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 20.03.2011 16:50.

polis
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Cohn-Bendit und Gabriel im Marschtritt

von polis am 19.03.2011 19:06



Cohn-Bendit und Gabriel im Marschtritt

Cohn-Bendit: Merkel in Libyen-Frage "arrogant"
Gabriel: Westerwelle hat Deutschland international isoliert

Berlin (rdp/ots) - Politiker von SPD und Grünen haben die deutsche Enthaltung bei der Libyen-Abstimmung im UN-Sicherheitsrat scharf kritisiert. "Wenn Westerwelle ganz prinzipiell gegen einen Militäreinsatz zur Durchsetzung einer Flugverbotszone ist, dann hätte er mit nein stimmen müssen, statt mit einer Enthaltung. So sieht es so aus, als habe Deutschland keine innere Haltung zu der Bekämpfung dieses mörderischen libyschen Diktators. Schlimmer noch: als würde Deutschland vor der Macht dieses Öl-Mafioso kuschen. Westerwelle hat Deutschland durch sein Abstimmungsverhalten international isoliert und Europa gespalten", sagte SPD-Parteichef Sigmar Gabriel dem Berliner "Tagesspiegel am Sonntag".

Auch der Fraktionschef der Grünen im Europaparlament, Daniel Cohn-Bendit, übte heftige Kritik an der Haltung Deutschlands. "Deutschland hat kein Verständnis für Menschen, die sich revolutionär befreien. Das ist der deutsche Sonderweg", sagte der Grünen-Politiker der Zeitung. Als "Arroganz, die ihresgleichen sucht", bezeichnete Cohn-Bendit die Haltung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zu einer möglichen Intervention in Libyen. Die abwartende Haltung zahlreicher deutscher Spitzenpolitiker angesichts des Vormarsches der Truppen des libyschen Machthabers Muammar al Gaddafi sei "menschlich und politisch völlig inakzeptabel", sagte Cohn-Bendit. Mit Blick auf die Argumentation des Bundesaußenministers Guido Westerwelle (FDP), der vor einer militärischen Eskalation durch einen internationalen Einsatz in Libyen gewarnt hatte, sagte der Grünen-Abgeordnete: "Er spricht nicht von den Toten, die es gibt, wenn Gaddafi Bengasi einnimmt."

Antworten Zuletzt bearbeitet am 19.03.2011 19:08.

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Die Waffen nieder!

von polis am 19.03.2011 18:57




Die Waffen nieder!


Ernst / Lötzsch

Die Vorsitzenden der LINKEN, Klaus Ernst und Gesine Lötzsch, erklären zum Beginn der internationalen Militärintervention in Libyen:

Die Militärintervention ist keine Lösung sondern eine Verschärfung des Konflikts. Aus einem Bürgerkrieg ist ein international geführter Krieg geworden. Es droht eine Eskalation mit unabsehbaren Folgen. Wir fordern die Bundesregierung auf, entschieden bei ihren NATO-Partnern Widerspruch gegen das Bombardement einzulegen. Bundeskanzlerin Merkel muss unverzüglich mit Präsident Obama sprechen und ihn von der Notwendigkeit einer friedlichen Lösung überzeugen.

Krieg schafft keinen Frieden. Demokratie kann man nicht herbeibomben. Unsere Botschaft an alle Kriegsparteien lautet: Die Waffen nieder! Wir fordern einen sofortigen Waffenstillstand. Es müssen sofort Verhandlungen auf der Grundlage eines allgemeinen Gewaltverzichts und einer Anerkennung der völkerrechtlichen Standards beginnen."

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Bundesregierung trifft vorsorglich Maßnahmen zum Strahlenschutz in Deutschland

von polis am 19.03.2011 15:14




Bundesregierung trifft vorsorglich Maßnahmen zum Strahlenschutz in Deutschland

Berlin (rdp). Durch die verheerenden Ereignisse in Japan ist mit einer gesundheitlichen Beeinträchtigung der Bevölkerung in Deutschland nicht zu rechnen. Trotzdem hat die Bundesregierung aus Vorsorgegründen folgende Maßnahmen eingeleitet:

- Da eine radioaktive Belastung der Außenhülle von Flugzeugen, die direkt aus Japan kommen, nicht ausgeschlossen werden kann, werden Vorbereitungen zur Messung und ggf. Dekontamination von Flugzeugen getroffen. Das Bundesumweltministerium bereitet derzeit eine Eilverordnung zur Festlegung von Grenzwerten für Flugzeuge vor. Diese sind dann den Messungen an aus Japan eintreffenden Flugzeugen zu Grunde zu legen.

Derzeit ist nach Einschätzung des Bundesumweltministeriums keine konkrete Gefährdung durch eine radioaktive Kontamination von Flugzeugen gegeben, die aus Japan kommen.

- Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass Passagiere, die sich in Japan in einem radioaktiv kontaminierten Gebiet aufgehalten haben und dann nach Deutschland einreisen, mit radioaktiven Stoffen belastet sind. Das Bundesumweltministerium unterstützt die Angebote einzelner Bundesländer und empfiehlt den zuständigen Landesbehörden, den aus Japan einreisenden Passagieren zu ermöglichen, sich vor Ort auf eine etwaige äußere radioaktive Strahlenbelastung durch eine Messung überprüfen zu lassen. Falls eine solche Belastung festgestellt wird, empfiehlt das Bundesumweltministerium, dass den betroffenen Personen angeboten wird, bei einer Messstelle in der Nähe untersuchen zu lassen, ob sie radioaktive Stoffe in den Körper aufgenommen haben. Die in Frage kommenden Messstellen sind auf den Internetseiten des BMU und des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) veröffentlicht.

- Die Generaldirektion Gesundheit und Verbraucherschutz der Europäischen Kommission hat empfohlen, Lebens- und Futtermittel, die aus Japan importiert werden, auf Radioaktivität zu untersuchen. Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz hat diese Empfehlung an die Länder weiter geleitet, mit der Bitte, dies zu berücksichtigen. Damit verbunden ist die Bitte, anormale Radioaktivitätsgehalte unverzüglich an die EU-Generaldirektion zu melden.

- Güter wie Fahrzeuge und Unterhaltungselektronik, die aus Japan nach Deutschland kommen, werden stichprobenartig bei der Einfuhr auf Radioaktivität überprüft. Entsprechende Anweisungen sind vom Bundesfinanzministerium an den Zoll ergangen.
- Zum Schutz von Schiffspersonal empfiehlt die Strahlenschutzkommission Schiffen, die Nähe des Standortes Fukushima zu meiden und möglichst großräumig (ca. 50 Seemeilen bzw. ca. 100 km) zu umfahren.

Hinweis: Für Fragen des Strahlenschutzes und der Strahlenschutzvorsorge ist innerhalb der Bundesregierung das Bundesumweltministerium zuständig. Für diesbezügliche Vollzugsfragen sind die Länder zuständig. Bei Überschneidungen der Ressortzuständigkeiten, z. B. für Fragen des Flugverkehrs, des Zolls oder der Lebensmittelüberwachung, werden Maßnahmen in enger Abstimmung der zuständigen Ministerien getroffen.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 19.03.2011 15:14.

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Keine Placebo-Prüfung der Atomkraftwerke

von polis am 18.03.2011 16:01




Keine Placebo-Prüfung der Atomkraftwerke


Enkelmann

Berlin (rdp). "Die Bundesregierung muss die Maßstäbe offen legen, nach denen sie die Sicherheit der AKW testet. Eine Placebo-Prüfung kommt nicht in Frage. Nach den Ereignissen in Japan kann es nur um eine drastische Verschärfung des Sicherheitsniveaus gehen. Um die Haltung der Bundesregierung dazu zu klären, hat die DIE LINKE für die kommende Sitzungswoche eine Aktuelle Stunde beantragt", erklärt Dagmar Enkelmann, 1. Parlamentarische Geschäftsführerin der Fraktion DIE LINKE. Enkelmann weiter:

Offenbar liegen im Bundesumweltministerium bereits Papiere vor, die belegen, dass ein ausreichender Schutz der AKW vor Erdbeben, Hochwasser, Stromausfällen und Flugzeugabstürze de facto nicht möglich ist. DIE LINKE will wissen, ob die Bundesregierung diese Position zur Grundlage ihrer dreimonatigen Sicherheitsüberprüfung macht und auch bereit ist, notwendige Konsequenzen zu ziehen. Wenn kein deutsches AKW diese Anforderungen erfüllen kann, müssen alle unverzüglich vom Netz gehen."

Antworten Zuletzt bearbeitet am 18.03.2011 16:02.

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Krieg ist auch in Libyen keine Lösung

von polis am 18.03.2011 15:52




Krieg ist auch in Libyen keine Lösung

Berlin (rdp). Zur Libyen-Resolution des UN-Sicherheitsrates erklären die Vorsitzenden von Partei und Fraktion DIE LINKE, Gesine Lötzsch, Gregor Gysi und Klaus Ernst:

Mit der Resolution des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen droht aus dem Bürgerkrieg in Libyen ein international geführter Krieg zu werden. So richtig es ist, Gaddafis mörderischem Treiben Einhalt zu gebieten, so falsch ist es, dies mit Krieg erreichen zu wollen. Auch Frankreich, Großbritannien und die USA wissen, welch hohes Risiko mit der Einrichtung einer Flugverbotszone und der faktischen Freigabe von militärischen Interventionen durch den Sicherheitsrat verbunden ist. Die Charta der Vereinten Nationen wird verletzt.

Deutschland hat im Weltsicherheitsrat die militärischen Entscheidungen nicht vorangetrieben. Diese Haltung wird nun aus den Reihen von SPD und Grünen kritisiert. Die Kritik ist falsch. SPD und Grüne machen sich wieder zum Vorreiter eines kriegerischen Abenteuers. Sie nutzen dafür das längst widerlegte Argument von Schröder und Fischer, Krieg wäre auch in diesem Falle die 'Ultima ratio'. Für DIE LINKE gilt: Krieg ist die Ultima irratio. Wir werden einem Krieg für Öl und einer deutschen Beteiligung daran auf keinem Fall zustimmen.

Die Bundesregierung von Union und SPD hat den libyschen Diktator mit den von ihr 2006- 2009 genehmigten Rüstungsexporten von über 83 Millionen Euro aufgerüstet und den Krieg gegen die eigene Bevölkerung für Gaddafi führbar gemacht. Sie hat zu wenig getan, um den wirtschaftlichen Druck auf die Machthaber in Libyen zu erhöhen. Öl- und Geldströme wurden nicht konsequent unterbrochen, ein weltweiter Stopp für Rüstungs- und Munitionslieferungen nicht durchgesetzt. Eine Hilfe in der Flüchtlingsfrage wurde nur nebenbei betrieben.

DIE LINKE fordert, eine Kriegsbeteiligung der NATO auszuschließen. Die Bundesregierung muss ihre Enthaltung im Sicherheitsrat nun in politisches Handeln umsetzen und auf Großbritannien, Frankreich und die USA mäßigend einwirken. Deutschland darf sich weder unmittelbar noch mittelbar an einem militärischen Eingreifen beteiligen. Deutschland muss sich dafür einsetzen, dass unter dem Dach der Vereinten Nationen ernsthaft über einen Waffenstillstand aller Konfliktparteien verhandelt wird. Eine militärische Eskalation muss verhindert werden."

Antworten Zuletzt bearbeitet am 18.03.2011 15:53.

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Tutzing darf Sarrazin kein Podium bieten

von polis am 17.03.2011 15:02




Tutzing darf Sarrazin kein Podium bieten


Gohlke

„Trotz massiver Kritik hält die Evangelische Akademie Tutzing an ihrer Sarrazin-Veranstaltung fest. Rassismus wird salonfähig. Das ist verantwortungslos“, erklärt Nicole Gohlke zur morgen beginnenden Tagung mit dem Titel "Gehört der Islam zu Deutschland?". Die hochschulpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE weiter:

„Es ist schockierend, auf welche Debatten sich die Evangelische Akademie einlässt: In der Veranstaltung soll diskutiert werden, ob sich die "Utopie des toleranten Miteinanders von Gesellschaften und Religionen heute noch vertreten lässt". Religiöse Toleranz ist Voraussetzung für ein demokratisches Miteinander und nicht infrage zu stellen. In der Überschrift des Flyers übernimmt der Veranstalter gar Sarrazins These, Deutschland schaffe sich ab, versehen mit einem Fragezeichen. Diese Aussage ist eindeutig hetzerisch und wissenschaftlich barer Unsinn. Ein Fragezeichen als Trennlinie zu rassistischen Thesen reicht nicht als Grundlage für eine demokratische Diskussion. Mit Vertretern rassistischer Thesen ist nicht zu diskutieren. Der SPD-Vorstand begründete das Ausschlussverfahren mit Sarrazins ‚Nähe zu nationalsozialistischen Theorien‘. Sarrazin selbst gab zu, viele seiner Zahlen einfach zu erfinden. Zu allem Überfluss hat der Veranstalter den Einladungsflyer noch mit einer Karikatur illustriert, die schlimmste Vorurteile gegenüber Türken aufgreift.

Sicher kann der Evangelischen Akademie oder der Bundeszentrale für politische Bildung, welche an der Förderung der Veranstaltung festhält, nicht unterstellt werden, dass sie die Thesen von Thilo Sarrazin vertreten. Sie lassen jedoch jegliches politische Gespür vermissen. Es ist nicht ihre Aufgabe, mit den Ignoranten demokratischer Grundsätze in einen gepflegten, bunten Dialog zu treten. Der demokratischen Kultur und der Glaubwürdigkeit der Veranstalter ist mit dem Sarrazin-Auftritt keinesfalls gedient. Er sollte ausgeladen werden. Ich habe mich außerdem mit der dringenden Bitte an die Bundeszentrale für politische Bildung, in deren Kuratorium ich Mitglied bin, und an die Evangelische Akademie Tutzing gewandt, die Herangehensweise an die wichtige Frage der Fremdenfeindlichkeit und der religiösen Toleranz zu überprüfen.“

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Widerstand in der FDP gegen Akw-Abschaltung

von polis am 17.03.2011 14:28




Widerstand in der FDP gegen Akw-Abschaltung


Lindner

Berlin (rdp/ots) - Einen Tag nach der energiepolitischen Wende der Bundesregierung regt sich in der FDP Kritik. Der Wirtschafts- und Finanzpolitiker der Fraktion Hermann Otto Solms nannte die Schließung der sieben ältesten Kernkraftwerke für drei Monate einen "großen Fehler". Dafür gebe es "keine objektive Notwendigkeit", sagte Solms dem Berliner "Tagesspiegel" am Mittwoch. Die regelmäßige Sicherheitsüberprüfung der Kraftwerke sei bereits im schwarz-gelben Atomgesetz festgeschrieben. Solms fürchtet, dass aus der Schließung der sieben AKW für drei Monate eine endgültige Abschaltung wird. "Das wäre ein großer Fehler" sagt er. Auch der Berliner Liberale Martin Lindner hält die Sofortabschaltung der sieben Meiler für "sicherheitstechnisch nutzlos" und "energiewirtschaftlich schädlich". Deutschland laufe Gefahr, aus dem Ausland Atomstrom dazu kaufen zu müssen, wenn sieben Meiler vom Netz gehen. "Das will ich nicht mitmachen", sagte Lindner und kündigte an, einem Entschließungsantrag der schwarz-gelben Koalition an diesem Donnerstag im Bundestag zur Atompolitik nicht zuzustimmen.

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PHOENIX darf nicht Live die Befragung Röttgens im Umweltausschuss des Bundestages übertragen

von polis am 15.03.2011 17:49




PHOENIX darf nicht Live die Befragung Röttgens im Umweltausschuss des Bundestages übertragen

Bonn/Berlin (rdp/ots) - Bonn, 15. März 2011 - Der Umweltausschuss des Bundestages hat die Live-TV-Übertragung der Befragung von Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) vor dem Gremium abgelehnt. "Die Parlamentarier haben den Fernsehzuschauern damit die Möglichkeit genommen, sich ein unverfälschtes Bild von der Diskussion im Umweltausschuss zu machen. Mit Blick auf die allgemeinen Auswirkungen der atomaren Katastrophe wäre die Übertragung sicher im breiten öffentlichen Interesse gewesen", so die PHOENIX-Programmgeschäftsführer Michael Hirz und Christoph Minhoff.

Der Ereignis- und Dokumentationskanal von ARD und ZDF wollte die Befragung des Umweltministers vor dem Umweltausschuss am 16. März 2011 ab 9.30 Uhr live übertragen.

"Die Option einer Live-Übertragung besteht für uns auch weiterhin. Wenn der Bundestag die Öffentlichkeit doch noch an diesem, durch die Dramatik der Situation in Japan für alle relevanten Teile seiner Arbeit teilhaben lassen möchte, wird PHOENIX auf jeden Fall dabei sein", erklärten die Programmgeschäftsführer.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 15.03.2011 17:49.

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Der Berliner Tagesspiegel meint zu der deutschen Atompolitik:

von polis am 14.03.2011 18:53




Der Berliner Tagesspiegel meint zu der deutschen Atompolitik:

Berlin (rdp/ots) - Das kann bei uns nicht passieren, wurde die besorgte deutsche Öffentlichkeit bei kritischen Rückfragen immer beruhigt. Auch jetzt heißt es wieder, nur eine Naturkatastrophe ungeahnten Ausmaßes habe die japanischen Kernkraftwerke so gefährden können. Dass in Deutschland die Erde bebt, 1978 auf der Schwäbischen Alp zum Beispiel mit der Stärke von 5,7 auf der Richterskala - ohne Belang? Dass es in Deutschland ebenfalls Kernkraftwerke gibt, deren Kühlsysteme nicht unabhängig geschaltet oder die überhaupt nicht redundant ausgelegt sind? All das hielt die Bundesregierung im Herbst nicht ab, die Laufzeitverlängerung zu beschließen. Es war ein Geschenk an die Energieversorger, ohne Notwendigkeit für die Versorgungssicherheit, sondern reine Klientelpolitik, sonst nichts. Die Denkpause, die sich die Regierung nun verordnet, ist der Beweis, dass sie zuvor eben nicht nachgedacht hat.

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