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Schauspielerin Maren Kroymann findet Westerwelle "tuntig"
von redaktion am 02.04.2010 17:39
Schauspielerin Maren Kroymann findet Westerwelle "tuntig"

Maren Kroymann
Berlin (rdp/ots) - Berlin - Die Schauspielerin Maren Kroymann hat
schwulen- und lesbenfeindliche Tendenzen in Politik, Medien und Sport
beklagt. "Natürlich" gebe es Homophobie, sagte die 60-Jährige im
Interview mit dem Berliner "Tagesspiegel am Sonntag". Wenn sie höre,
dass man Außenminister Guido Westerwelle (FDP) rate, seinen Partner
nicht in islamische Länder mitzunehmen, dann sei das "eine
Provokation, so etwas finde ich eine ganz rückschrittliche Position."
Westerwelle müsse "als Homosexueller schon mehr einstecken als
andere", sagte Kroymann, die nach Hella von Sinnen die zweite
prominente Frau in Deutschland war, die sich 1993 als homosexuell
outete. Westerwelle könne jedoch "für die Community keine
Galionsfigur sein", weil er "nie schwulenbewegt" gewesen sei. "Ich
habe immer das Gefühl, er benutzt das strategisch, das ist keine
Sache, die aus dem Herzen oder einer Überzeugung kommt", sagte die
Kabarettistin und Sängerin, die derzeit in Doris Dörries "Die
Friseuse" im Kino zu sehen ist. Während Berlins Regierender
Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) oder Hamburgs Bürgermeister Ole
von Beust (CDU) auf sie "souverän, lässig, humorvoll, irgendwie cool"
wirkten, habe Westerwelle etwas "Tuntiges": "Westerwelle ist ja
intelligent, nur ist da auch etwas Besserwisserisches, das ins
Arrogante lappt, und das vereint mit seiner klemmigen Art wirkt
leicht tuntig."
Kroymann kritisierte die vorgebliche Liberalität der bundesdeutschen
Gesellschaft als eine Schein-Liberalität. Nachdem TV-Moderatorin Anne
Will und die Publizistin Miriam Meckel den Satz "Ja, wir sind ein
Paar" gesagt hatten, habe sich die "Bild"-Zeitung "tagelang
überschlagen, man hätte denken können, wir sind eine extrem
lesbenfreundliche Gesellschaft. Stimmt nicht. Es ging um schöne
Frauen mit Dekolleté, die gut zu fotografieren sind. Es geht immer
ums Aussehen. Sahra Wagenknecht ist so attraktiv, die darf sogar
Stalinistin sein."
Mit Blick auf die Affäre um Fußball-Schiedsrichter-Sprecher Manfred
Amerell, dem vorgeworfen wird, jüngere Kollegen sexuell belästigt zu
haben, sagte Kroymann: "Es war ja längst überfällig, dass die Bastion
Fußball mal fällt. Es ist doch merkwürdig, dass es große Bereiche der
Gesellschaft gibt, in denen Homosexuelle gar nicht vorkommen."
Grundsätzlich sei es aber nach wie vor schwierig, homosexuelle
Neigungen öffentlich zu machen. "Ich hatte immer gedacht, hoffentlich
outet sich nicht mal ein Fußballer alleine, die müssen es kollektiv
machen wie die Frauen bei der Kampagne 'Ich habe abgetrieben'. Dann
entsteht nicht so ein wahnsinniger Druck auf einen alleine."
Das gelte auch für Schauspieler. "Bei den feuilletonfähigen Theatern,
ist da jemand schwul oder lesbisch? Null! Die halten dicht." Dahinter
verberge sich auch eine Form der Diskriminierung: "Es gibt nur die
bekannten Dirk Bach, Georg Uecker, Ralf Morgenstern, Thomas Hermanns
- alles die Abteilung Entertainment. Diese Tapferen dürfen sich im
Ghetto der guten Laune tummeln. Den Grand Prix und das Dschungelcamp
moderieren, das lässt man sie gerade noch, das gilt als kulturell
nicht hochstehend."
Olaf Scholz: Forderung des DGB ist gut und richtig
von redaktion am 02.04.2010 17:25
Olaf Scholz: Forderung des DGB ist gut und richtig

Olaf Scholz
Berlin (rdp). Zu den Forderungen von DGB-Chef Michael Sommer, einen gesetzlichen Mindestlohn in Höhe von 8,50 Euro einzuführen und der Kritik der Wirtschaftsinstitute erklärt der stellvertretende SPD-Parteivorsitzende Olaf Scholz:
Deutschland muss jetzt endlich nachziehen. Rund 70 Prozent der im Niedriglohnsektor Tätigen sind Frauen. Sie würden von der Einführung eines allgemeinen gesetzlichen Mindestlohnes besonders profitieren. Die Forderung nach existenzsichernden Mindestlöhnen ist für die SPD Ausdruck unseres sozialen Gerechtigkeitsempfindens, das von weiten Teilen der Bevölkerung geteilt wird.
Mindestens drei Bundeswehrsoldaten sterben bei Gefechten in Afghanistan
von redaktion am 02.04.2010 17:08
Mindestens drei Bundeswehrsoldaten sterben bei Gefechten in Afghanistan
Kabul/Berlin ( rdp). Bei den schweren Gefechten im nordafghanischen Distrikt Chahar Darah sind heute mehrere Bundeswehrsoldaten getötet worden. Der Sprecher des Einsatzführungskommandos bestätigte bislang drei Tote. Fünf Soldaten seien zudem schwer verletzt worden. Eine Bundeswehr-Patrouille war offenbar in der Nähe der Stadt Kundus von Talibankämpfern angegriffen worden. In der Folge sei es zu stundenlangen Feuergefechten mit den Aufständischen gekommen, auch Gebäude seien Augenzeugenberichten zufolgen zerstört worden. Die afghanische Provinz Kundus gilt als gefährlichste des Landes.
dts Nachrichtenagentur
"Die Afghanistan-Lüge"
von redaktion am 01.04.2010 18:33
"Die Afghanistan-Lüge"
ZDF-Reporter Mathis Feldhoff, Uli Gack und Andreas Huppert über die Soldaten, die Politik und den Krieg

Die Bundeswehr muss sich einer verschärften Sicherheitslage stellen
Mainz/Berlin (rdp/ots) - Höhe 431 - militärisch-nüchtern ist die Bezeichnung für den Hügel im Hinterland von Char Darra. Beinahe idyllisch wirkt die Landschaft Nordafghanistans - nur eine halbe Stunde Fahrzeit vom deutschen Feldlager in Kundus entfernt. Höhe 431 ist mehr als nur ein Hügel - der deutsche Vorposten mitten im Talibangebiet.
Für ihren Film "Die Afghanistan-Lüge - die Soldaten, die Politik und der Krieg", der im ZDF am Mittwoch, 7. April 2010, 0.35 Uhr, ausgestrahlt wird, haben die Autoren Mathis Feldhoff, Uli Gack und Andreas Huppert mit politisch Verantwortlichen geredet. Sie haben Soldaten begleitet, die sich als Kampftruppe auf ihren Einsatz vorbereiten, mit Veteranen des Afghanistan-Einsatzes über ihre Erlebnisse gesprochen und die Soldaten im Einsatzgebiet auf der Höhe 431 besucht. Entstanden ist eine Bestandsaufnahme eines Einsatzes, der mit jedem Tag fraglicher wird.
Jeden Tag, wenn die Bundeswehrsoldaten ihr Lager verlassen, um auf Patrouille zu gehen droht ihnen der Tod. Die einst ruhige Provinz im Norden Afghanistans, in der die Bundeswehr vor Jahren die Verantwortung übernommen hat, ist zum Kampfplatz zwischen Taliban und internationaler Schutztruppe geworden. Was nach offizieller Sprachregelung nicht Krieg heißen darf, fühlt sich für die betroffenen Soldaten aber so an. "Egal, wie die politische Führung in Berlin, egal wie die Politiker die Situation in Afghanistan nennen - für die Soldaten ist der Einsatz in Afghanistan Krieg", stellt der der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages, Reinhold Robbe, fest und kritisiert damit die Haltung der Bundesregierung. Für die ist der Einsatz in Afghanistan aber nur ein "bewaffneter Konflikt", wie Guido Westerwelle in seiner Regierungserklärung zur Afghanistanpolitik feststellte. Ausdrücklich kein Krieg.
Die ehemaligen Verteidigungsminister Volker Rühe und Peter Struck gehen auf Distanz. "Ich denke schon, dass wir am Anfang die Brisanz unterschätzt haben", sagt Struck. Volker Rühe geht sogar noch einen Schritt weiter und nennt den Einsatz eine "Lebenslüge der deutschen Politik". Bewusst habe die Politik der Bevölkerung nicht die Wahrheit über den Einsatz gesagt. Zu schön die Bilder vom Aufbau von Schulen und Brunnen und von leuchtenden Kinderaugen. "Doch dafür ist die Bundeswehr nicht da", so Rühe.
Spätestens seit dem 4. September 2009, seit der Bombardierung von zwei Tanklaster im Kundus-Fluss und dem Tod von bis zu 142 Menschen muss auch dem Letzten klar geworden sein, dass Deutschland sich in Afghanistan mitten in einem blutigen Krieg befindet. "So grauenvoll die Wirkungen des 4. September auch waren, so wichtig ist, dass wir die Defizite in dem Afghanistan-Einsatz erkennen. Die möglicherweise lange unter Verschluss gehalten und gedeckt wurden. Über alle Parteigrenzen hinweg", so Verteidigungsminister zu Guttenberg.
Tschetschenischer Extremist bekennt sich zu Anschlägen von Moskau
von redaktion am 01.04.2010 10:02
Tschetschenischer Extremist bekennt sich zu Anschlägen von Moskau

Doku Umarow
MoskauBerlin (rdp). Der tschetschenische Extremistenführer Doku Umarow hat sich zu den jüngsten Anschlägen in der Moskauer Metro und der russischen Teilrepublik Dagestan bekannt. Im Internet ist ein entsprechendes Video aufgetaucht, in dem Umarow zu den Anschlägen spricht. Darin stellt er sich selbst als Drahtzieher dar und rechtfertigt die Taten als Racheakt. Am 11. Februar hätten demnach Angehörige des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB auf Anweisung des Premierministers Wladimir Putin mehrere Tschetschenen und Inguscheten in dem Dorf Arshti getötet. Gleichzeitig drohte Umarow weitere Anschläge an. Ob der Extremistenführer tatsächlich hinter den jüngsten Vorfällen steht, ist nicht erwiesen. Umarow hatte sich bereits in der Vergangenheit für ein Unglück an einem russischen Staudamm verantwortlich gezeigt, bei dem 75 Menschen starben. Kurz darauf hatte sich allerdings herausgestellt, dass es sich dabei um einen Unfall und nicht um einen Anschlag gehandelt hatt
e. Zudem
hatte noch kurz vor Umarows aktuellem Bekenntnis ein anderer Extremist eine Verstrickung in die Anschläge zurückgewiesen. Am Montag hatten zwei Selbstmordattentäterinnen ihre Sprengstoffwesten in den Haltestellen "Lubjanka" und "Park Kultury" gezündet und so 39 Menschen getötet. Die Haltestelle "Lubjanka" liegt unterhalb der FSB-Zentrale und nur wenige hundert Meter vom Kreml entfernt. Bei zwei Sprengstoffanschlägen in Dagestan kamen gestern zwölf Menschen ums Leben.
dts Nachrichtenagentur
Kartellamt überprüft Ölkonzerne auf Preisabsprachen hin
von redaktion am 01.04.2010 09:47
Kartellamt überprüft Ölkonzerne auf Preisabsprachen hin
Bonn/Berlin (rdp). Angesichts der steigenden Benzinpreise vor Ostern macht das Bundeskartellamt seine bisher aufwendigste Untersuchung, um herauszufinden, ob es verbotene Preisabsprachen zwischen den Ölkonzernen gibt. "In Hamburg, Köln, München und Leipzig nehmen wir dafür jeweils 100 Tankstellen unter die Lupe, halten über drei Jahre hinweg alle Preisveränderungen tagesgenau fest und suchen nach Auffälligkeiten", so Bundeskartellamtspräsident Andreas Mundt gegenüber der "Bild"-Zeitung. Mit Ergebnissen rechnen die Wettbewerbshüter im Herbst. Mundt sagte weiter, Beweise für verbotene Preisabsprachen habe das Kartellamt bisher nicht gefunden. Scharfe Kritik an den Ölkonzernen übte der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU). Es gebe natürlich auf den internationalen Ölmärkten Preisschwankungen, aber die seien keineswegs abhängig von den deutschen Ferienzeiten, sagte Hermann und fügte hinzu: "Dass die Preiserhöhungen der deutschen Ölkonzerne trotzdem immer wieder zu den deutschen Urlaubszeiten stattfinden, ist ganz offensichtlich Missbrauch."
Sarrazin legt nach: "Sozialer Friede ist Opium fürs Volk
von redaktion am 01.04.2010 09:36
Sarrazin legt nach: "Sozialer Friede ist Opium fürs Volk"

Sarrazin
Frankfurt/Main/Berlin(rdp). Der umstrittene Bundesbank-Vorstand und frühere Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) hat sich wieder mit provokanten Äußerungen zu Wort gemeldet. Der Politik warf er vor, dringend notwendigen Debatten über Zuwanderung und Sozialsysteme auszuweichen. "Die deutsche Harmoniesucht hat doch dazu geführt, dass viele Dinge gar nicht klar genug benannt und dann aufgeschoben werden", sagte er der "Saarbrücker Zeitung" (Donnerstagsausgabe). Es müsse in einer Gesellschaft auch "eine gewisse Menge Streit, Krach und Kontroverse geben, denn es gibt ja auch unterschiedliche Interesse", sagte Sarrazin. Der soziale Friede sei ein hoher Wert. "Wenn man ihn aber in jeder Debatte als Monstranz vor sich her trägt, dann ist dies Religionsersatz, und Religion ist nach Karl Marx Opium für das Volk. " Sarrazin amüsiert sich nach eigenen Worten über den Programmentwurf der Linkspartei. "Das erfüllt mich mit allergrößter Heiterkeit", sagte er. Er wisse n icht, wer den Entwurf geschrieben habe. "Lothar Bisky ist eigentlich viel zu klug für so einen Quatsch", meine Sarrazin. Das Dokument sei "eine Ansammlung von verstaubten Asservaten aus dem ideologischen Museum. Das kommunistische Manifest hatte wenigstens mehr sprachlichen Glanz. " Linkspartei-Chef Oskar Lafontaine werde sich vermutlich bald komplett aus der Politik zurückziehen, auch aus der saarländischen Landespolitik. "Er wird im Landtag noch einige Male auftauchen, aber ich nehme an, das wird ihm dann zu langweilig, dann zieht er sich auf seine Burg zurück und macht von dort aus ein paar Ausfälle."
dts Nachrichtenagentur
Wieder aufbauen
von redaktion am 01.04.2010 09:14
Presseschau vom 01.04.2010

Hillary Clinton, Ban Ki-moon und Haitis Präsident René Preval auf der Geberkonferenz in New York
Foto: faz.de/reuters
Wieder aufbauen
Drei Monate nach dem verheerenden Erdbeben auf Haiti ermöglicht nun eine Geberkonferenz in New York den umfassenden Wiederaufbau des geschundenen Landes. Fast zehn Milliarden Dollar werden fließen.

Faz.de
Über 9,8 Milliarden Dollar für Haiti
Haiti kann mit mehr als sieben Milliarden Euro Aufbauhilfe rechnen - wenn denn alle Staaten ihre bei der Geberkonferenz in New York gemachten Versprechen halten. Dem von einem verheerenden Erdbeben zerstörten Land haben am Mittwoch 59 Staaten und Institutionen mehr als 9,8 Milliarden Dollar zugesagt. Damit wurde mehr als doppelt so viel Geld akquiriert wie von Vereinten Nationen und Vereinigten Staaten geplant. …

spiegel.de
EU und USA sagen Milliarden-Hilfen für Haiti zu
… "Sie brauchen Hilfe und wir brauchen Haiti", sagte Clinton. "Menschenschmuggel, ausufernder Drogenhandel, Tuberkulose, Aids - das betrifft zuerst die Menschen in Haiti, aber schnell uns alle." Laut Clinton wollen die USA die politischen Institutionen in Haiti stärken, die Sicherheitslage verbessern und die Entwicklung von Sektoren wie Landwirtschaft, Energie und Gesundheit vorantreiben. Clintons Ehemann, Ex-Präsident Bill Clinton, nahm eine Einladung von Haitis Präsident René Préval an, den Co-Vorsitz einer Kommission zur Überwachung der Spendengelder zu übernehmen. ..

sueddeutsche.de
Fast zehn Milliarden Dollar für die Hoffnung
...Über einen längeren Zeitraum soll Haiti den Angaben zufolge 9,9 Milliarden Dollar finanzielle Unterstützung erhalten. "Die Freunde Haitis haben unsere Erwartungen übertroffen", sagte Ban, der im Vorfeld der Konferenz 3,8 Milliarden Dollar für die kommenden 18 Monate als Hilfsziel ausgegeben hatte. Die internationale Gemeinschaft habe sich "spektakulär" an die Seite der Menschen in Haiti gestellt. "Jetzt müssen wir dafür sorgen, dass das Geld in der gewünschten Zeit in Haiti ankommt und besonnen und koordiniert ausgegeben wird", sagte der UN-Generalsekretär. …

welt.de
Fast zehn Milliarden Dollar für Wiederaufbau Haitis
...Haitis Regierung stellte in New York einen „Aktionsplan für nationalen Wiederaufbau und Entwicklung“ vor, wobei der Wiederaufbau staatlicher Institutionen und Strukturen im Mittelpunkt stehen soll. Der haitianische Präsident René Préval sprach sich auch für die Gründung einer humanitären Eingreiftruppe der UNO aus, die den Namen „Rothelme“ tragen und nach verheerenende Naturkatastrophen zum Einsatz kommen könnte. ...
Ostermärsche 2010: Ein starkes Zeichen für eine atomwaffenfreie Welt setzen!
von redaktion am 31.03.2010 15:26
Ostermärsche 2010: Ein starkes Zeichen für eine atomwaffenfreie Welt setzen!

Claudia Roth
Zu den diesjährigen Osteraktivitäten und -märschen der Friedensbewegung
erklärt Claudia Roth, Bundesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:
viel Rückenwind. Mit der wegweisenden Abrüstungsrede von Barack Obama in
Prag zu Beginn seiner Amtszeit vor einem Jahr und dem nun zwischen den
USA und Russland ausgehandelten Abkommen, die strategischen
Nuklearwaffen zu verringern, scheinen die Zeichen 50 Jahre nach den
ersten Märschen in die richtige Richtung zu weisen. Dass auch dieses
Jahr wieder Tausende Menschen an den Ostertagen für Abrüstung und
Frieden demonstrieren wollen und so den Forderungen Nachdruck verleihen,
ist eine gute und wichtige Tradition.
Mit dem neuen Start-Vertrag zur Begrenzung der Trägersysteme und der
Sprengköpfe wird die seit Jahren dahinsiechende Abrüstungspolitik und
das gefährlich löchrig gewordene Abkommen über die Nichtverbreitung von
Atomwaffen nun substanziell gestärkt. In einem nächsten Schritt müssen
die Atommächte in die Abrüstungsbemühungen einbezogen werden. Ziel muss
die weltweite Ächtung von Atomwaffen sein. Für dieses Ziel muss die im
Mai stattfindende Überprüfungskonferenz zum Atomwaffensperrvertrag
entscheidende Schritte einleiten. Eine Grundvoraussetzung ist, dass die
zivile Nutzung der Atomenergie weltweit zurückgedrängt wird, um die
Weiterverbreitung von Atomwaffen zu verhindern.
Wenn Außenminister Westerwelle bedenkenlos Hermes-Bürgschaften für den
Bau von Atomkraftwerken wieder zusagt und damit sogar Staaten wie
Brasilien bedient, die das Zusatzprotokoll zum Atomwaffensperrvertrag
nicht unterzeichnet haben, dann setzt er die globalen
Sicherheitsinteressen aufs Spiel. Die Bundesregierung flieht aus der
friedenspolitischen Verantwortung, wenn sie Exporten von
Rüstungstechnologie in Konfliktregionen zustimmt und dazu beiträgt, dass
Länder durch irrsinnige Aufrüstung mit in den finanziellen Ruin
getrieben werden. Nach dem mit großer Mehrheit getroffenen Beschluss des
deutschen Bundestages für einen Abzug der US-Atomwaffen aus Deutschland
ist die Bundesregierung nun in der Pflicht. Sie muss jetzt ohne Wenn und
Aber auf Atomwaffen in Deutschland und auf die Fähigkeit, diese mit
deutschen Flugzeugen im Rahmen der NATO einzusetzen, verzichten. Sie
muss zu einseitigen Abrüstungsschritten bereit sein. Das Ende der
nuklearen Teilhabe ist überfällig, denn sie untergräbt die
Glaubwürdigkeit der deutschen Nichtverbreitungspolitik. Wir wollen ein
atomwaffenfreies Europa und eine Absage der NATO an den Ersteinsatz von
Atomwaffen. Der Atomkonflikt mit dem Iran muss unbedingt friedlich
gelöst werden.
Wirksame Friedens- und Abrüstungspolitik braucht eine Friedensbewegung,
die etwas zu sagen hat und sich Gehör verschafft. Wir wünschen den
Ostermärschen deshalb auch in diesem Jahr viel Zuspruch und eine gute
Mobilisierung.“
Eckpunkte zur Bankenrestrukturierung
von redaktion am 31.03.2010 15:12
Eckpunkte zur Bankenrestrukturierung
Berlin (rdp). Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble erläuterten heute einen Beschluss des Bundeskabinetts über Eckpunkte für ein Gesetz zur Bankenrestrukturierung und Finanzmarktregulierung:
Die Finanzmarktkrise hat gezeigt, dass der Zusammenbruch von systemrelevanten Banken Risiken für das gesamte Finanzsystem verursachen kann. Als Lehre aus der Krise werden wir Verfahren entwickeln, die Banken entweder die Chance zur eigenverantwortlichen Restrukturierung oder aber ein geordnetes Verfahren zur Abwicklung bieten. Ziel muss es dabei sein, ungeordnete Insolvenzen wie im Falle von Lehman Brothers zu verhindern und sicherzustellen, dass der gute Teil einer in Schieflage geratenen Bank nachhaltig überlebensfähig ist und das Finanzsystem nicht gefährdet wird.
In der Marktwirtschaft sind vorrangig die Unternehmensbeteiligten für die Sanierung ihrer Unternehmen verantwortlich. Das neue Reorganisationsverfahren bietet einen Rahmen für kollektive Verhandlungslösungen und schiebt Blockademöglichkeiten einzelner Anteilsinhaber einen Riegel vor.
Die Rettung systemrelevanter Banken darf nicht allein auf Kosten der Steuerzahler gehen. Die Kreditwirtschaft muss durch die Bankenabgabe ihren Beitrag zur Bekämpfung künftiger Krisen und zur Restrukturierung von systemrelevanten Banken leisten. Durch die Bankenabgabe wird zum einen die künftige Haftung des deutschen Steuerzahlers begrenzt. Zum anderen liefert sie einen wichtigen Beitrag zur Krisenprävention, indem die Beitragsbemessung am jeweiligen systemischen Risiko eines Kreditinstituts ausgerichtet ist.
Schließlich sollen die Verjährungsfristen für die Haftung von Vorständen und Aufsichtsräten von Aktiengesellschaften von fünf auf zehn Jahre verlängert werden. Die Verlängerung der Verjährungsfrist sorgt dafür, dass für die Durchsetzung von Ersatzansprüchen bei Managementfehlern genügend Zeit bleibt, auch wenn Ansprüche erst spät bekannt werden oder sich erst personell neu aufgestellte Gesellschaftsorgane zur Durchsetzung entscheiden. Die Finanzmarktkrise kann so sorgfältig und in Ruhe aufgearbeitet werden.


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