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Wissen sie was sie tun? - polis-Presseschau

von redaktion am 07.09.2010 09:08




Presseschau vom 07.09.2010



Wirtschaftsminister Brüderle, Kanzlerin Merkel: Schwarz-gelbes Harmonieschauspiel


Wissen sie was sie tun?

An dem Atomkompromiss der Koalition hängt mehr als nur das Glück der Energiewirtschaft. Warum tut diese Regierung das? Für wen tut diese Regierung das? Warum verbaut sie in erheblichem Maße den Übergang zu erneuerbaren Energien?





fr-online.de

Der Mief der alten Republik

Deutschland wurde an diesem Wochenende noch einmal von der alten BRD-Connection regiert. Der Atombeschluss ist unklug: Er wirft das Land zurück. …
… Die Kanzlerin hat durchregiert. In einem Gewaltakt von zwölf Stunden hat sie Minister, Staatssekretäre, Parteichefs auf Linie gebracht. Die Kanzlerin wollte ein Ergebnis im leidigen Streit über die Laufzeiten der Kernkraftwerke. Sie hat es geschafft. Merkel hat bewiesen, dass sie etwas erreichen kann, wenn sie wirklich will. Sie hat ihren Umweltminister niedergekämpft, hat viele Atomkraftgegner in ihrer eigenen Partei ignoriert, sie hat den Mittelstand links liegen lassen und sich über die Stadtwerke hinweggesetzt, die unter den Bedingungen der Laufzeitverlängerung gegen die großen Energieversorger nicht mehr konkurrenzfähig sein werden. …




faz.net

Von der Atom- zur Ökowirtschaft

… Die Kernspaltung spaltet Deutschland. Quer durch alle Schichten und Parteien zieht sich ein Graben, der Gegner und Befürworter einer längeren Nutzung von Kernenergie voneinander trennt. Während Schweden den Ausstieg vom Ausstieg beschließen, Polen und Italiener neue Atommeiler planen und in Frankreich der Atomstrom ebenso selbstverständlich ist wie der kollektive Sommerurlaub am Meer, ist die Atomdebatte hierzulande ideologisch verhakt wie kaum eine andere. …




spiegel.de

Schwarz-Gelb lässt Atomfreunde strahlen

… Wie viele Menschen die Anti-Atombewegung in Deutschland zu mobilisieren in der Lage ist, konnte die Regierung schon vor einigen Monaten beobachten. Ende April verbanden 100.000 Demonstranten mit einer 120 Kilometer langen Menschenkette die Meiler Brunsbüttel und Krümmel, um gegen die Atompolitik von Schwarz-Gelb zu protestieren. Die Gewerkschaft der Polizei warnt bereits davor, der Widerstand könne sich radikalisieren. …




taz.de

"Rolle rückwärts"

Neuere Meiler werden noch Jahrzehnte laufen, meint Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin, trotzdem die Bevölkerung dagegen sei. Die Energiepolitik der Union hält er für eine Kampfansage.
Trittin im Interview ber längere AKW-Laufzeiten ...

Foto: spiegel.de/ap

Antworten Zuletzt bearbeitet am 07.09.2010 09:08.

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Quantenschlüssel mit technischen Tücken

von redaktion am 06.09.2010 20:47




Quantenschlüssel mit technischen Tücken


Auf Nummer sicher: Das SECOQC-System wechselt mehrmals pro Sekunde
die Quantenschlüssel

Berlin (rdp). Daten absolut sicher zu verschlüsseln ist möglich - im Prinzip. Die Quantenkryptografie lässt jeden heimlichen Mithörer auffliegen, der Datenleitungen anzapft. Doch Forscher des Max- Planck-Instituts für die Physik des Lichts sowie der Universitäten Trondheim und Erlangen-Nürnberg haben nachgewiesen, dass die bereits existierenden Systeme noch eine technische Schwachstelle besitzen. Sie erlaubt es einem Datenspion, den Signaldetektor des Empfängers mit handelsüblichen Geräten zu blenden, ohne dass dieser es bemerkt. So kann der unerwünschte Mithörer seine Anwesenheit verbergen. Im Rahmen einer Kooperation mit dem Hersteller ID Quantique haben die Forscher allerdings bereits Gegenmaßnahmen entwickelt. (Nature Photonics online Veröffentlichung, 29. August 2010)

Wenn Banken Kontodaten zwischen verschiedenen Speichern abgleichen, verschlüsseln sie die Datensendungen mit schwer zu knackenden Codes. Bleibt nur das Problem, den digitalen Schlüssel sicher vom Sender zum Empfänger zu bringen - oftmals transportiert ein Bote die Zahlenkolonnen persönlich. Die Quantenkryptografie erlaubt es dagegen, den Schlüssel über ein optisches Netzwerk zu verteilen. Sie arbeitet mit extrem schwachen Signalen, die den Gesetzen der Quantenphysik gehorchen. Diese verhindern, dass ein Spion die Daten unbemerkt abfangen kann. In der Quantenwelt treten Ereignisse nämlich zufällig auf. Dieser Zufall dient als Signatur. Ein Spion kann die Daten zwar abfangen, der Zufall bei der Messung sorgt aber dafür, dass er sie mit Fehlern an den Empfänger weiterleitet. Mit stichprobenartigen Vergleichen decken Sender und Empfänger jeden Abhörversuch auf.

"Die Sicherheit der Quantenkryptografie basiert an sich auf physikalischen Gesetzen, aber nicht ausschließlich", erklärt Gerd Leuchs, Professor an der Universität Erlangen-Nürnberg und Direktor am Max-Planck-Institut für die Physik des Lichts: "Die technische Umsetzung spielt auch eine wichtige Rolle, was in der Vergangenheit oft übersehen wurde." Die Geräte arbeiten nämlich oft nicht exakt so, wie im theoretischen Modell angenommen. Solche technischen Unzulänglichkeiten können aber Sicherheitslücken öffnen. Anbieter einer Verschlüsselungstechnik müssen daher nach derartigen Schwachstellen suchen und sie beheben - auch wenn ihre Technik in der Theorie absolut abhörsicher ist.

Gemeinsam mit Kollegen der Universitäten Trondheim und Erlangen haben Physiker um Gerd Leuchs am Max-Planck-Institut für die Physik des Lichts jetzt eine Technik entwickelt, mit der Datenspione eine entscheidende Komponente der meisten derzeitigen Quantengeräte manipulieren könnten: den Photodetektor. Die Forscher nutzen bei ihrem Angriff aus, dass viele Quantendetektoren nicht zwischen schwachen Quantensignalen und hellen Lichtimpulsen, die der klassischen Physik unterliegen, unterscheiden.

Der Empfänger wird mit einem starken Laserstrahl geblendet

Quantenbotschaften werden im Prinzip in Form einzelner Photonen verschickt - für jedes Bit wandert ein Lichtteilchen durch die Leitung. Um aber einzelne Photonen wahrnehmen und in ein messbares elektrisches Signal umsetzen zu können, wird das winzige Signal, das ein Photon auslöst, drastisch verstärkt. Und zwar mit Detektoren, in denen sogar ein einzelnes Photon letztlich eine Lawine von Elektronen anstößt. Dabei baut sich ein Strom auf, der ab einem gewissen Schwellenwert den Detektor anschlagen lässt.

Ob am Anfang der Lawine ein einzelnes Photon stand oder eine Million, erkennt der Empfänger nicht mehr. Allerdings hebt ein starker Photonenstrom die Schwelle, ab der ein Detektor anspricht - ohne dass es der Empfänger bemerkt. Der starke Laserstrahl bewirkt zudem, dass der Detektor unsensibel für die Quanteneigenschaften der Signale wird und sich vielmehr wie ein gewöhnlicher Lichtsensor verhält, für den die Gesetze der klassischen Physik gelten. Das kann der Datenspion ausnutzen: Er blendet den Detektor des Empfängers mit einem starken Störsignal. Damit manipuliert er den Detektor so, dass dieser nicht länger auf schwache Quantenimpulse reagiert, sondern auf klassische Signale. Das hat letztlich zur Folge, dass der Empfänger die falschen Signale gar nicht mehr erhält. Die Sicherheit der Quantenkryptografie beruht aber gerade auf der Tatsache, dass der Spion sich durch Fehler bemerkbar macht.

Nicht einmal der Verlust der Signale wird den Empfänger stutzig machen: Auf dem Weg zu ihm geht selbst in den besten Datenleitungen ein beträchtlicher Teil der Signale verloren. Im Vergleich zu diesem Schwund fallen die fehlenden falschen Daten des Spions nicht auf. Bei sehr kurzen Kommunikationswegen muss ein Datenspion mit optischen Komponenten arbeiten und die Daten mit etwas kleinerem Verlust übertragen als die Geräte seiner Abhöropfer. So kann er den Verlust der falschen Daten kompensieren, der den Empfänger stutzig machen könnte. "Wir gehen immer davon aus, dass der Spion technisch überlegen ausgestattet ist", sagt Christoffer Wittmann, einer der beteiligten Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts in Erlangen.

Lauschangriff mit handelsüblichen Geräten

"Unsere Abhörmethode funktioniert bei Geräten der beiden großen Anbieter MagiQ Technologies aus New York und ID Quantique aus Genf", erläutert Vadim Makarov, Wissenschaftler in der Quanten-Hacking-Gruppe in Trondheim, und fügt hinzu: "Im Gegensatz zu Arbeiten anderer Gruppen führen wir diese Attacke sogar mit serienmäßig produzierten Geräten aus."

Mit ihren Lauschangriffen wollen die Physiker nicht den Datenspionen helfen, sondern die Quantenkryptografie sicherer machen. Daher arbeiten sie mit dem Unternehmen ID Quantique zusammen und schlüpfen nur zu Testzwecken in die Rolle eines böswilligen Spions. Deswegen haben die Wissenschaftler dem Unternehmen ihre Entdeckung schon vor deren Veröffentlichung mitgeteilt. ID Quantique hat daraufhin mit Hilfe der Norweger Forscher bereits eine Gegenmaßnahme entwickelt und getestet.

Wissenschaftler aller drei Labore werden auch weiterhin Sicherheitsaspekte verschiedener quantenkryptografischer Systeme von ID Quantique überprüfen. "Ab einem gewissen Entwicklungsgrad sind Tests ein notwendiger Schritt bei der Überprüfung neuer Sicherheitstechniken", sagt Grégoire Ribordy, Geschäftsführer von ID Quantique. Als das Konzept der Quantenkryptografie vor rund 25 Jahren entwickelt wurde, galt diese so wie viele Entdeckungen erst einmal nur als akademische Idee. An Härtetests für die abhörsichere Praxis dachte da noch kaum einer. "Insofern belegen die derzeitigen Praxistests der Quantenkryptografie, wie weit die Technik inzwischen entwickelt ist", sagt Ribordy

Antworten Zuletzt bearbeitet am 06.09.2010 20:51.

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"Es ist Wahnsinn"

von redaktion am 06.09.2010 14:55




Diktat der Atomwirtschaft


Menzner

„Die Bundesregierung unterwirft sich dem Diktat der Atomwirtschaft und pfeift auf demokratische Prinzipien. Die Menschen in diesem Land werden sich das nicht länger gefallen lassen“, kommentiert Dorothée Menzner, energiepolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, die Entscheidung des Kabinetts zur Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken. Dorothée Menzner weiter:

Es ist Wahnsinn, der Atomwirtschaft trotz der ungelösten Endlagerfrage einen Freibrief für zusätzliche 5.000 Tonnen Atommüll auszustellen. Die Folgen dieser verheerenden Politik werden die nächsten Generationen ausbaden müssen. Kein Wort darüber, wie die Regierung gedenkt, die Atomkonzerne an den Kosten für die Gefahrenabwehr und die sichere Verwahrung ihrer radioaktiven Hinterlassenschaften zu beteiligen. Stattdessen lässt sich die Regierung von der Atomlobby diktieren, wie ihre Steuergesetze auszusehen haben. Die kritischen Stimmen innerhalb der Union sind verstummt, Umweltminister Röttgen hat sich Wirtschaftsminister Brüderle unterworfen, der offen als Handlanger des BDI fungiert. Es zeigt sich erneut, dass diese Regierung nicht gewillt ist, ihrem verfassungsmäßigen Auftrag nachzukommen. Da hilft nur noch Druck von unten. Am 18.9. werden wiederholt zehntausende Menschen in Berlin gegen Atomkraft demonstrieren. DIE LINKE nimmt ihre politische Verantwortung wahr, indem sie sich aktiv an den Protesten beteiligt.“

Antworten Zuletzt bearbeitet am 06.09.2010 14:56.

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Gabriel: Gesellschaftlicher Großkonflikt

von redaktion am 06.09.2010 11:00




SPD-Chef Gabriel: Gesellschaftlicher Großkonflikt weil Regierung Merkel Kanzleramt zur Außenstelle der Atomlobby macht


Gabriel

Leipzig/Berlin (rdp/ots) - Mit ihrem Vorhaben zur Laufzeitverlängerung deutscher Atomkraftwerke löse die schwarz-gelbe Bundesregierung "einen neuen gesellschaftlichen Großkonflikt aus", bei dem die Opposition "nicht verlieren kann", sagte SPD-Chef Sigmar Gabriel gegenüber der "Leipziger Volkszeitung" (Montag-Ausgabe). Die jetzt ins Auge gefasste Laufzeitverlängerung "ist doch erst der Anfang", so Gabriel. Die von den Grünen prophezeite These, es werde einen "heißen Herbst" geben hält der SPD-Chef jedoch für eine "überlebte Formel". Für ihn sei aber klar, "dass eine deutliche Mehrheit der Bürger nicht will, dass das Kanzleramt zu einer Außenstelle der Atomlobby verkommt", meinte Gabriel. "Die wissen gar nicht, was sie anrichten", ergänzte der SPD-Chef. Es sei "klar", dass wegen die Nichtbeteilung des Bundesrates beim Prozess der Laufzeit-Verlängerung "Verfassungsklage erhoben" werde, aber es gehe in erster Linie um eine wirtschaftliche Auseinandersetzung: "Dem Bereich der erneuerbaren Energie droht die Zerstörung und Politik entwickelt sich zum blanken Lobbyismus für die Atomwirtschaft", so Gabriel.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 06.09.2010 11:02.

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Trittin sieht Potenzial für rechts-populistische Partei

von redaktion am 06.09.2010 10:50




Trittin sieht Potenzial für rechts-populistische Partei


Trittin

Bielefeld/Berlin (rdp/ots) - Jürgen Trittin (Grüne) schließt nach der Diskussion um die Veröffentlichung von Thilo Sarrazins Buch nicht aus, dass sich auch in Deutschland neue rechtspopulistische Parteien gründen könnten. "Sarrazin und sein Promoten durch fast alle Medien haben offenbart, dass es ein Potenzial für rechten Populismus auch in Deutschland gibt", sagt der Fraktionschef der Grünen im Bundestag im Interview mit der in Bielefeld erscheinenden Neuen Westfälischen (Montagsausgabe). Jede rechts-populistische Partei habe aber in Deutschland das Problem, sich von den Neonazis abgrenzen zu müssen. "Wegen unserer besonderen Geschichte herrschen in Deutschland andere Bedingungen als in der Schweiz oder Holland", sagte Trittin. Zu möglichen Führungspersonen einer populistischen Partei wie Sarrazin, Roland Koch (CDU), Wolfgang Clement (ehemals SPD) oder dem grünen Aussteiger Oswald Metzger sagt er nur: "Nicht jeder Narziss ist gleich ein Populist. Im übrigen sind diese Herren samt und sonders ausgewiesene Sparpolitiker, die predigen, den Gürtel enger zu schnallen. Das ist weder populär noch populistisch."

Antworten Zuletzt bearbeitet am 06.09.2010 10:51.

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Gut gelaufen - polis-Presseschau

von redaktion am 06.09.2010 08:52




Presseschau vom 06.09.2010



Hunderte Atomkraftgegner protestierten am Sonntag vor dem Kanzleramt gegen den Atomgipfel
und die Verlängerung der AKW-Laufzeiten - vergeblich.


Gut gelaufen

Die Energiekonzerne können zufrieden sein. Sehr zufrieden. Deutsche Atomkraftwerke sollen bis zu 14 Jahre länger laufen. Darauf einigten sich Kanzlerin und Fachminister am gestrigen Abend. SPD-Chef Gabriel warnt die AKW-Betreiber: Bei Regierungswechsel werde die neue Vereinbarung wieder gestrichen.





fr-online.de

AKW laufen bis zu 14 Jahre länger

… Die Bundesregierung verlängert die Laufzeiten der Atomkraftwerke um bis zu 14 Jahre. Darauf habe sich Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministern für Umwelt, Wirtschaft und Finanzen sowie den Partei-und Fraktionschefs verständigt, sagte Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) am späten Sonntagabend. Die 17 Meiler sollten im Schnitt zwölf Jahre länger am Netz bleiben dürfen als geplant. Jüngere Kernkraftwerke – vom Baujahr 1980 an – dürften 14 Jahre länger laufen, ältere Meiler acht Jahre. …




faz.net

Laufzeitverlängerung von durchschnittlich zwölf Jahren

… Nach monatelangem Atom-Poker haben sich die Spitzen von Union und FDP auf längere Laufzeiten für die deutschen Atomkraftwerke verständigt. Die 17 Atommeiler sollen im Schnitt zwölf Jahre länger am Netz bleiben als bisher geplant - gestaffelt nach älteren und jüngeren Kraftwerken. Das teilten Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) und Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) am Sonntagabend nach knapp zwölfstündigen Verhandlungen im Kanzleramt mit. Im Gegenzug werden die Stromkonzerne mit Milliarden-Zahlungen auch für den Ausbau von Öko-Strom zu Kasse gebeten. …




spiegel.de

Koalition besiegelt Atomkompromiss

… Kritik am Kompromiss kam von der Opposition und den Atom-Gegnern: SPD-Chef Sigmar Gabriel wertete die Einigung als "schwarzen Tag für die Energiepolitik". Die Koalition aus Union und FDP habe sich von den großen Stromkonzernen unter Druck setzen lassen, damit diese weiter täglich Millionen an Zusatzgewinnen einstreichen könnten, kritisierte er in der ARD. Solange aber alte, abgeschriebene Atomkraftwerke nicht abgeschaltet würden, verstopften diese die Stromnetze für erneuerbare Energien. …




sueddeutsche.de

Meiler laufen im Schnitt zwölf Jahre länger

… Die Bundesregierung will die neue Regelung ohne Beteiligung des Bundesrates durchsetzen. Dies stößt in einigen Bundesländern auf Kritik. Sie sind für die Reaktorsicherheit zuständig. In einer gemeinsamen Position schätzten Bundesinnen- und Justizministerium bei dem Treffen eine Verlängerung der Laufzeiten um ungefähr ein Drittel ohne Einschaltung des Bundesrat als vertretbar ein. ...

Foto: sz.de/apn

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Der weiße Ritter - polis-Presseschau

von redaktion am 04.09.2010 10:00




Presseschau vom 04.09.2010



Nicolas Bergguen vor Filiale in Berlin: "Irrsinnig glücklich"


Der weiße Ritter

Nicolas Berggruen hat es geschafft. Die letzte Hürde zur Karstadtübernahme ist übersprungen. 120 Filialen bleiben geöffnet, 25.000 Mitarbeiter bleiben in Arbeit und Brot. Der smarte Milliardär hat sich viel vorgenommen.





fr-online.de

Nach der Rettung ist vor der  Rettung

… Ahnen die Gewerkschafter schon etwas? Die Zukunft sei noch nicht gewonnen. „Und wir werden mit Veränderungen und neuen Anforderungen konfrontiert werden ... Auch dies wird nicht konfliktfrei“, heißt es in der Erklärung. Unterschrieben haben sie Margret Mönig-Raane und Hellmut Patzelt.
Die stellvertretende Chefin der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats von Karstadt sprechen aber „von lösbaren Aufgaben, verglichen mit dem, was wir hinter uns haben.“ …




faz.net

Zu früh zum Aufatmen

Der Investor Nicolas Berggruen steigt bei Karstadt ein. Die strukturellen Probleme der Warenhauskette sind damit aber nicht gelöst. Jetzt geht die eigentliche Arbeit los. Modeexpertise allein wird nicht reichen, um Karstadt wieder zu altem Glanz zu verhelfen. Eine Analyse von Brigitte Koch. …




spiegel.de

Berggruen sagt Karstadt "aufregendes Leben" voraus

… Das Szenario einer Zerschlagung ist vom Tisch: Am Freitagmittag hat das Essener Amtsgericht den Karstadt-Insolvenzplan gebilligt. Damit sei die Übernahme der Warenhauskette durch den deutsch-amerikanischen Investor Nicolas Berggruen in letzter Instanz bestätigt, teilte das Gericht am Freitag mit. Damit kann Karstadt nun das Insolvenzverfahren abschließen und schuldenfrei weitergeführt werden. …




welt.de

Berggruen verpasst Karstadt ein neues Konzept

… Am Tag, als Karstadt ihm zufällt, packt Nicolas Berggruen die Rührung. Sie schimmert an vielen Stellen seiner kurzen Rede durch und verdichtet sich in drei Worten, die er immer wieder benutzt: „irrsinnig“, „fantastisch“, „aufregend“. Berggruen spricht im sechsten Stock des Karstadt-Hauses am Berliner Kurfürstendamm. Vor gut zwei Stunden hat auch der letzte Geldgeber des Karstadt-Vermieter-Konsortiums seine Zustimmung zur Mietminderung gegeben. „Wir stehen hier nach irrsinniger Arbeit“, sagt Berggruen. „Ich habe jetzt eine aufregende Zukunft. ...

Foto: spiegel.de/dpa

Antworten Zuletzt bearbeitet am 04.09.2010 10:08.

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Türkische Regierung erfreut über Merkels Stellungnahme zu Sarrazin

von redaktion am 03.09.2010 14:14




Türkische Regierung erfreut über Merkels Stellungnahme zu Sarrazin

Berlin (rdp/ots) - Istanbul - Die türkische Regierung hat die Klarstellung von Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Debatte über die integrationspolitischen Thesen von Thilo Sarrazin begrüßt. Ankara sei erfreut über die "rasche und klare" Stellungnahme der Kanzlerin, sagte ein hochrangiger Beamter des türkischen Außenministeriums am Freitag dem Tagesspiegel (Samstagausgabe). Es ist die erste offizielle Stellungnahme Ankaras in der Affäre Sarrazin. Merkel hatte sich in der türkischen Zeitung "Hürriyet" von Sarrazin distanziert und dessen Äußerungen als "Unsinn" bezeichnet. Die Türkei sei besorgt über "Fremdenfeindlichkeit und Rassismus in Europa", sagte der türkische Außenamtsbeamte. Äußerungen wie die von Sarrazin und anderen hohen Amtsträgern seien "beunruhigend", fügte er hinzu. "Doch so lange der gesunde Menschenverstand obsiegt, hoffen wir, dass diese negativen Aussagen eingedämmt werden und auf eine Minderheit begrenzt bleiben". Gleichwohl müsse man wachsam bleiben.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 03.09.2010 14:15.

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Politik muss Integration ermöglichen

von redaktion am 03.09.2010 14:04




Politik muss Integration ermöglichen



Berlin (rdp). „Die soziale Situation von vielen Migranten ist kein Schicksal, sondern das Ergebnis jahrzehntelanger Politik von Konservativen, Sozialdemokraten, Grünen und Liberalen. Sie haben die Gesetze beschlossen, die eine Integration in die hiesige Gesellschaft sowohl für Migranten als auch für viele Deutsche unmöglich machen", erklärt Sevim Dagdelen, migrationspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, zur aktuellen Debatte über Integration. Sevim Dagdelen weiter:

Eine Integrationspolitik, die integrieren will, muss eine gleichberechtigte soziale, politische und gesellschaftliche Teilhabe aller Menschen zum Ziel haben. Es muss Schluss sein mit einer Politik der sozialen Ausgrenzung durch Lohndumping und Leiharbeit, Sozialraub und Privatisierungen, Hartz IV, Studiengebühren, Zerstörung der gesetzlichen Rente und einem Bildungssystem, das die Armut erblich macht. Solche Rahmenbedingungen verschärfen die Situation von Migranten erheblich. Erschwerend kommen auch die rechtliche Benachteiligung und strukturelle Diskriminierung von Migranten in Deutschland hinzu.

Die Abschaffung des selektiven Schulsystems und die Einführung eines flächen- und bedarfsgerechten ganztägigen Schulangebots, eine gebührenfreie Kinderbetreuung und Kindergartenbetreuung, eine gesetzliche Ausbildungsplatzumlage, die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns und die Umwandlung von Minijobs in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse sowie erleichterte Einbürgerungsmöglichkeiten wären dringend notwendige erste Schritte, um in der Integration tatsächlich voranzukommen. Darüber hinaus brauchen wir eine schnellere und erleichterte Anerkennung von im Ausland erworbenen Qualifikationen, ein verbessertes Integrationskurssystem mit einer fairen Bezahlung der Lehrkräfte und einer hohen Qualität des Angebots sowie einen verbesserten Diskriminierungsschutz, der eine Ausgrenzung aufgrund der Herkunft wirksam verhindert."

Antworten Zuletzt bearbeitet am 03.09.2010 14:05.

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Greenpeace: Atommüllmenge würde sich verdreifachen

von redaktion am 03.09.2010 11:01




Greenpeace: Atommüllmenge würde sich verdreifachen
Selbst mit "moderater" Laufzeitverlängerung blieben Atommeiler fast 70 Jahre am Netz




Hamburg/Berlin (rdp/ots) - Selbst eine sogenannte moderate Laufzeitverlängerung von 10 Jahren könnte dazu führen, dass der letzte Atommeiler erst im Jahre 2053 abgeschaltet würde. Das Atomkraftwerk wäre dann 67 Jahre in Betrieb. Bis jetzt gehen die Atomkraftwerke weltweit mit einem durchschnittlichen Alter von 22 Jahren vom Netz. Auch die bis dahin anfallende Menge an Atommüll würde sich im Vergleich zum Rot-Grünen Atomausstieg verdreifachen. Das geht aus einer Berechnung hervor, die Greenpeace heute veröffentlicht. Die Umweltschutzorganisation hat ausgewertet, wie sich Laufzeitverlängerungen von 10 oder 15 Jahren auf das Jahr der Abschaltung, die Gesamtlaufzeit der einzelnen AKWs und die anfallenden Müllmengen auswirken würden. Greenpeace fordert eine Laufzeitverkürzung.

"10 oder 15 Jahre Laufzeitverlängerung - das klingt harmlos, ist es aber nicht. Das moderat zu nennen, ist Betrug", sagt Tobias Riedl, Atomexperte von Greenpeace. "Noch unsere Urenkel werden mit den Risiken uralter Atommeiler leben müssen, vom ungeklärten Problem mit den enormen Atommüllbergen ganz zu schweigen. Bundeskanzlerin Merkel hat bei ihrer Vereidigung geschworen, Schaden von Deutschen Volke abzuwehren. Mit der Laufzeitverlängerung bricht sie ihren Schwur und schadet Deutschland. Eine Laufzeitverlängerung ist ein reines Geldgeschenk an die Konzerne."

650 Castoren mit über 6000 Tonnen hochradioaktivem Müll

Greenpeace berechnet, dass bei einer Laufzeitverlängerung von 10 Jahren ab jetzt noch über 6000 Tonnen hochradioaktiver Atommüll anfallen würden, das entspräche 650 Castoren. Beim jetzt gültigen Atomausstieg würden noch 2000 Tonnen Atommüll anfallen, zwei Drittel weniger. Eine Laufzeitverlängerung von 15 Jahren würde zu mehr als 8000 Tonnen Atommüll führen. Der letzte Atommeiler würde dann erst im Jahr 2064 vom Netz gehen, er wäre dann 78 Jahre alt. Damit würde er doppelt so lange laufen, wie nach dem jetzigen Atomausstieg vorgesehen. Eigentlich sollte voraussichtlich 2027 der letzte Meiler abgeschaltet werden, im Alter von 39 Jahren.

Der Berechnung hat Greenpeace ein Szenario zu Grunde gelegt, demnach die sieben ältesten Atomkraftwerke plus dem Pannenmeiler Krümmel schnell vom Netz genommen werden, weil sie nicht rentabel gegen einen möglichen Flugzeugabsturz abgesichert werden können. Ihre entsprechend größeren Reststrommengen könnten dann auf andere AKWs übertragen werden.

"Anhand dieser Zahlen kann man wohl kaum behaupten, dass es sich hierbei um eine moderate Laufzeitverlängerung handelt, bei der die Bundesländer nicht zustimmungspflichtig wären", so Riedl. Greenpeace fordert, schon bis 2015 aus der riskanten Atomkraft auszusteigen. "Wir brauchen einen gemeinsamen Kraftakt von Industrie, Politik und Bevölkerung, damit Deutschland so schnell wie möglich ins regenerative Zeitalter gelangen kann. Das würde dem weltweiten Klima und der deutschen Wirtschaft helfen, und damit uns allen zu Gute kommen."

Antworten Zuletzt bearbeitet am 03.09.2010 11:01.
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