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Griechenland-Krise Topthema der Fernsehnachrichten im Mai
von polis am 15.06.2010 18:00
Griechenland-Krise Topthema der Fernsehnachrichten im Mai
Berlin (rdp/ots) - Wie das Internetportal politik-digital.de berichtet, war das Rettungspaket für Griechenland das Topthema in den Fernsehnachrichten im Mai. Die Hauptnachrichtensendungen von ARD, ZDF, RTL und Sat.1 berichteten insgesamt fast vier Stunden (230 Minuten) über dieses Thema. Die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko folgt auf Platz 2 mit 145 Minuten, knapp vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen mit 126 Minuten.
Typische Unterschiede zeigten sich in der Gewichtung einzelner Themen. Während beispielsweise bei "RTL aktuell" und den "Sat.1 Nachrichten" die Entführung einer Frau in Baden-Württemberg ein Top-10-Thema war, spielte dieses Thema bei der "Tagesschau" und "heute" keine Rolle.
Auffällig war im Mai eine außergewöhnlich hohe Zahl an Politikerauftritten in den Fernsehnachrichten. 700mal waren CDU-Politiker in einer der sechs untersuchten Nachrichtensendungen vertreten. Aber auch SPD (242 Auftritte), FDP (219), Linke (118) und Grüne (87) waren deutlich stärker präsent als im Vormonat. Bundeskanzlerin Angela Merkel führt weiterhin die Top-20-Liste der am häufigsten präsenten Politiker an (212 Auftritte). Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble konnte sich vor allem wegen der Griechenland-Krise mit 99 Auftritten auf dem zweiten Platz positionieren. Horst Köhler (62 Auftritte) und Roland Koch (46) waren aufgrund ihrer überraschenden Rücktritte in diesem Monat stark präsent.
Die intensiven innen- und außenpolitischen Debatten sorgten für hohe Anteile politischer Themen. Die "Tagesschau" erreichte erneut einen Politikanteil von 51 Prozent (entspricht 8 Minuten pro Ausgabe), "heute" 42 Prozent (8 Minuten), "RTL aktuell" 25 Prozent (6 Minuten), die "Sat.1 Nachrichten" 34 Prozent (4 Minuten), die "Tagesthemen" 47 Prozent (12 Minuten) und das "heute-journal" 49 Prozent (13 Minuten).
Kollisionen knipsen Schwarze Löcher an
von polis am 15.06.2010 17:38
Kollisionen knipsen Schwarze Löcher an

Foto: Planetarium Hamburg, Sondervortrag am 11.04.08, Schwarze Loecher
auf Kollisionskurs von Prof. Dr. Guenther Hasinger / NASA/ESA
Berlin (rdp). Im Herzen der meisten Galaxien sitzt ein massereiches Schwarzes Loch. Auch unsere Milchstraße birgt ein solches exotisches Objekt, das sich allerdings recht ruhig verhält - im Gegensatz zu den schwergewichtigen Massemonstern in anderen Galaxien. Forscher des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik in Garching und anderer Institutionen haben jetzt 199 dieser Sternsysteme beobachtet und herausgefunden, warum die Schwarzen Löcher in deren Zentren so aktiv sind: Offenbar wurden sie bei Verschmelzungen von großen Galaxien vor rund 700 Millionen Jahren "eingeschaltet". (The Astrophysical Journal, im Druck)
Während das Schwarze Loch im Zentrum unserer Milchstraße etwa 4 Millionen Sonnenmassen entspricht, haben die Schwarzen Löcher in den 199 untersuchten Galaxien eine Masse von typischerweise 300 Millionen Sonnen. Zudem sind diese Galaxien viel größer als unsere Milchstraße und ihr innerer Bereich strahlt mit einer sehr viel höheren Leuchtkraft als jener von normalen Galaxien.
Die Astronomen glauben, dass diese Strahlung beim Einfall von Materie auf das besonders schwere Schwarze Loch im Zentrum entsteht. Bisherige Studien deuten darauf hin, dass die Geburt und Entwicklung der Galaxien und ihrer zentralen Schwarzen Löcher in engem Zusammenhang stehen. Es gibt allerdings verschiedene Möglichkeiten, wie das innerhalb der Galaxie verteilte Gas zum Schwarzen Loch gelangt. Die Forscher wussten bisher noch nicht, welcher dieser Mechanismen in welchem Entwicklungsstadium einer Galaxie vorherrscht.
Die beiden wichtigsten Wege sind entweder interne Störungen, etwa Instabilitäten in der galaktischen Scheibe, oder Verschmelzungen und gravitative Wechselwirkungen zwischen engen Galaxienpaaren. In Bezug auf die räumliche Verteilung der aktiven Galaxien und ihre Massen führen Simulationen dieser Vorgänge zu unterschiedlichen Vorhersagen.
Vorangehende Studien untersuchten Sternsysteme, die man allein aufgrund ihrer optischen oder weichen Röntgenstrahlung ausgewählt hatte. Dabei wurde aber naturgemäß ein Großteil jener Strahlung außer Acht gelassen, die vom Schwarzen Loch stammt, da diese zum Teil durch Staub und andere Materie in der Galaxie "verschluckt" wird.
"Für unsere Studie beschränkten wir uns auf Galaxien, die aufgrund ihrer harten Röntgenemission in der Swift-BAT-Himmelsdurchmusterung ausgewählt wurden", sagt Nico Cappelluti vom Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik. "Dieser Katalog bietet eine einzigartige Charakterisierung der unterschiedlichen Quellen." Laut Mitautor Marco Ajello, Wissenschaftler am Kavli-Institut für Teilchenphysik und Kosmologie in Stanford (USA), liefert die Himmelsdurchmusterung ein vollständiges Bild der lokalen aktiven Galaxien. "Damit konnten wir die Messungen direkt vor unserer kosmologischen Haustür vornehmen."
So gibt die Analyse der räumlichen Verteilung von 199 ausgewählten Galaxien nun zum ersten Mal ein unverfälschtes Bild der gemeinsamen Entwicklung der Galaxien und ihrer aktiven Kerne im nahen Universum. Danach beherbergen die aktiven Galaxien in ihren Zentren Schwarze Löcher mit typischerweise rund 300 Millionen Sonnenmassen. Die Masse der Milchstraßensysteme selbst entspricht der von etwa 200 Milliarden Sonnen.
Die Galaxien wiederum befinden sich innerhalb großer Blasen aus Dunkler Materie - so massereich wie 100 Milchstraßen. Diese Eigenschaften hängen eng mit der Leuchtkraft zusammen: Die leuchtkräftigeren Quellen stammen aus massereicheren Galaxien mit größeren Schwarzen Löchern.
Beim Vergleich der Beobachtungsdaten mit Vorhersagen aus theoretischen Modellen fanden die Wissenschaftler heraus, dass das wahrscheinlichste Szenario für den Ursprung der lokalen aktiven Galaxien eine kosmische Kollision ist: "Die aktiven Galaxienkerne schalteten sich vor rund 700 Millionen Jahren nach der Verschmelzung von großen Galaxien ein und leuchteten in ihrem ersten Lebensabschnitt sehr hell", sagt Cappelluti. "Dabei gewannen sie den größten Teil ihrer Masse."
Nach etwa 200 bis 500 Millionen Jahren wurde die Massenanhäufung ("Akkretion") immer weniger effizient, da die Gasvorräte zur Neige gingen. Bis heute sind die Galaxienkerne zwar zu super-massereichen Schwarzen Löchern herangewachsen - mit 100 bis 1000 Sonnenmassen; aber sie strahlen im Vergleich zu anderen aktiven Galaxienkernen nur noch mit mäßiger Leuchtkraft, weil der Materienachschub fehlt und die Schwarzen Löcher gleichsam "hungern".
Die Ergebnisse der Gruppe um Nico Cappelluti tragen entscheidend zu einem besseren Verständnis des Ursprungs der Schwarzen Löcher in Galaxienzentren bei. In den kommenden Jahren wird die nächste Generation von Röntgenteleskopen - etwa eROSITA, das gegenwärtig am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik gebaut wird - Schwarze Löcher und Dunkle Materie weiter kartieren. Von diesen Studien erwartet man Aufschluss über die Geschichte der exotischsten Phänomene im Universum.
Zunehmendes Einkommensgefälle spaltet das Land
von polis am 15.06.2010 16:00
Zunehmendes Einkommensgefälle spaltet das Land

Ernst
Der Vorsitzende der Partei DIE LINKE, Klaus Ernst, kommentiert die Studienergebnisse des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung zur Einkommensverteilung:
Was mit Hartz IV und massiven Steuersenkungen für Reiche und Unternehmen unter Rot-Grün begann, geht unter Schwarz-Gelb mit dem Kürzungspaket unvermindert weiter: Hartz IV hat zu einer Ausweitung von Lohndumping und prekären Beschäftigungsverhältnissen geführt. Mit dem aktuellen Kürzungspaket der Bundesregierung wird dieser Kurs verschärft fortgesetzt: Die Krisenverursacher werden geschont, der Mittelschicht geschröpft und den Ärmsten noch das letzte Hemd genommen. Das ist nicht nur ein fatales Signal an die Menschen, sondern gefährdet zunehmend den sozialen Frieden in unserem Land.
Wir brauchen deshalb einen sofortigen politischen steuer- und verteilungspolitischen Kurswechsel. DIE LINKE fordert einen gesetzlichen Mindestlohn von 10 Euro, eine höhere Besteuerung der Reichen durch die Anhebung des Spitzensteuersatzes und eine Millionärssteuer, um die Einnahmen des Staates grundlegend zu verbessern. Gleichzeitig müssen die Profiteure der Krise durch eine Bankenabgabe und eine Finanztransaktionssteuer an den Kosten der Krise beteiligt werden."
Lafontaine schließt jede Unterstützung der Linken für Gauck aus
von polis am 13.06.2010 16:01
Lafontaine schließt jede Unterstützung der Linken für Gauck aus

Lafontaine
Berlin / Saarbrücken. (rdp/ots) - Der Links-Politiker Oskar Lafontaine hat jede Unterstützung seiner Partei für den rot-grünen Präsidentschaftskandidaten Joachim Gauck in der Bundesversammlung am 30. Juni ausgeschlossen. Lafontaine sagte der "Saarbrücker Zeitung" (Montagausgabe): "Herr Gauck hat die Hartz-IV-Reformen und den Afghanistan-Krieg gerade wieder gerechtfertigt. Er kann nicht für die Mehrheit der Deutschen sprechen". Lafontaine schloss einen Rückzug der eigenen Links-Kandidatin Luc Jochimsen im zweiten oder dritten Wahlgang aus. "Das läuft auf die Frage hinaus, ob wir Herrn Gauck im zweiten oder dritten Wahlgang unterstützen. Nein, das werden wir definitiv nicht". Zudem sei Frau Jochimsen die einzige Kandidatin, die "Schirmherrin für die sozial Schwachen" sein wolle". In dem Interview griff Lafontaine auch die nordrhein-westfälische SPD-Vorsitzende Hannelore Kraft scharf an. Ihre Entscheidung, CDU-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers nicht mit einer rot-rot-grünen Koalition abzulösen, mache die SPD unglaubwürdig. "Damit hat Merkel für ihren Sozialabbau im Bundesrat weiterhin eine Mehrheit. Frau Kraft handelt verantwortungslos".
Bartsch hält Verzicht der Linken auf eigenen Kandidaten für möglich
von polis am 06.06.2010 19:09
Bartsch hält Verzicht der Linken auf eigenen Kandidaten für möglich
Bartsch
Halle/Berlin (rdp/ots) - Der stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion, Dietmar Bartsch, hält den Verzicht auf die Nominierung eines eigenen Präsidentschafts-Kandidaten für möglich. "Wir müssen alle Optionen sehr ernsthaft prüfen", sagte er der in Halle erscheinenden "Mitteldeutschen Zeitung" (Montag-Ausgabe). Ob man einen eigenen Kandidaten ins Rennen schicke, sei "offen. Da gehen die Meinungen auseinander." Er plädiere "für ein geschlossenes Agieren aller 125 Wahlfrauen und -männer der Linkspartei" und eine Entscheidung bis Dienstag. Bartsch kritisierte, dass SPD und Grüne sich nicht um einen rot-rot-grünen Kandidaten bemüht hätten. Der frühere Bürgerrechtler Joachim Gauck sei für die Linkspartei jedenfalls "sehr, sehr problematisch. Er steht im Osten nicht für Versöhnung, sondern für Spaltung." Gauck sei deshalb in den neuen Bundesländern auch nicht sehr populär.
Generalsekretär des Zentralrats der Muslime erwägt Austritt aus der FDP
von polis am 06.06.2010 18:35
Generalsekretär des Zentralrats der Muslime erwägt Austritt aus der FDP
Mazyek
Berlin (rdp/ots) - Der Generalsekretär des Zentralrats der Muslime Aiman Mazyek denkt an Austritt aus der FDP. In einem Brief an FDP-Chef Guido Westerwelle, der dem Tagesspiegel (Montagausgabe) vorliegt, schreibt Mazyek, er sei eingetreten, weil er von der FDP als Bürgerrechtspartei überzeugt gewesen sei, die Freiheitsrechte hochhalte. "Zu meiner Enttäuschung ist davon bis auf wenige Ausnahmen heute kaum mehr was zu spüren oder zu sehen", schreibt Mazyek. Sicherheitsgesetze, die unter FDP-Ägide erlassen worden seien, Online-Einschränkungen und die Länder-Kopftuchgesetze, die die FDP mit verantworte, sprächen "leider eine deutliche und traurige Sprache", heißt es in dem Brief. In der Integrations- und Islampolitik gebe die FDP "in großen Teilen ein Bild von Substanzlosigkeit und mangelnder politischer Kompetenz ab". "Ich frage mich, ob ich da noch in der richtigen Partei bin." Mazyek ist seit zehn Jahren FDP-Mitglied und in der Partei vor allem kommunalpolitisch engagiert. Von 2002 bis 2008 war er Mitglied des FDP-Kreisvorstands in Aachen.
Bricht die "Klimakanzlerin" ihr Versprechen?
von polis am 06.06.2010 11:28
Klimahilfen für arme Länder: Bricht die "Klimakanzlerin" ihr Versprechen?
Umwelt- und Entwicklungsverbände fordern Einhaltung der Kopenhagen-Zusagen
Berlin (rdp/ots) - Angesichts der angespannten Haushaltslage will die Bundesregierung entgegen ihrer internationalen Zusagen im Haushalt 2011 offenbar kein zusätzliches Geld mehr für Klimaschutz und Anpassung an die Folgen des Klimawandels in Entwicklungsländern bereitstellen. Das ergaben Recherchen der Umweltverbände Germanwatch, Greenpeace, Oxfam und WWF. Die Entscheidung soll am heutigen Sonntag in einer Kabinettsklausur fallen. Bliebe es dabei, würde Bundeskanzlerin Angela Merkel damit ihr bei der Klimakonferenz in Kopenhagen im vergangenen Dezember gegebenes Versprechen brechen, mit "neuen und zusätzlichen Mitteln" ärmere Länder darin zu unterstützen, ihre CO2-Emissionen zu senken und Schutzmaßnahmen gegen die Folgen des Klimawandels zu finanzieren.
In einem gemeinsamen Appell fordern die Umwelt- und Entwicklungsverbände die Bundeskanzlerin auf, ihr Versprechen einzuhalten: "Wenn die Kanzlerin ihr Wort bricht, sendet sie ein fatales Signal an die derzeit in Bonn tagende Klimakonferenz. Deutschland muss zu seinen Zusagen stehen, anstatt sich durch Rechentricks aus der Affäre zu ziehen versuchen. Sonst wird das seit Kopenhagen ohnehin strapazierte Vertrauensverhältnis zu den armen und vom Klimawandel stark betroffenen Ländern weiter beschädigt", erklärten die Verbände in Berlin.
In der Umsetzung ihrer Zusage tat sich die Bundesregierung von Anfang an schwer. Von den im Haushalt 2010 für die Erfüllung der Kopenhagen-Zusage zunächst eingestellten 350 Mio. Euro sind nur 70 Mio. Euro tatsächlich "frisches" Geld. Der Rest wird durch Anrechnen alter Zusagen und bestehender Mittel bestritten. Sollten nun wie geplant für 2011 diese 70 Mio. Euro gestrichen werden, enthält der Haushalt 2011 keinerlei neue und zusätzliche Klimagelder mehr. Die Kopenhagen-Zusage der Kanzlerin würde dann komplett aus alten Zusagen zusammengestückelt.
"Wer sich Klimakanzlerin nennen lässt, darf nicht still und heimlich versprochene Klimahilfen streichen und sie dann durch Rechentricks wieder ausgleichen, nur damit auf dem Papier nachher die richtige Zahl steht", so die Verbände.
Die Organisationen haben drei Stellen ausfindig gemacht, an denen die Bundesregierung ihr Kopenhagen-Versprechen zu brechen droht: Erstens sollen die 70 Mio. Euro "frisches" Geld 2011 nicht mehr zur Verfügung stehen. Um diesen Schritt rechnerisch auszugleichen, sollen zweitens bei verbilligten Klima-Krediten der Weltbank nicht die deutschen Beiträge zu diesen Krediten, sondern die vollen Kreditsummen angerechnet werden. Damit würde Deutschland Geld als Klimahilfe deklarieren, das die Entwicklungsländer später aber zurückzahlen müssen. Drittens hat die Bundesregierung zwar mehrfach 350 Mio. Euro für internationalen Waldschutz zugesagt, jetzt aber soll diese Zusage nicht als konkrete Verpflichtung international festgeschrieben werden.
In Kopenhagen hatten die Industrieländer erklärt, von 2010 bis 2013 insgesamt 30 Milliarden Dollar "neue und zusätzliche Mittel" als Soforthilfe für Klimamaßnahmen in Entwicklungsländern bereit zu stellen. Die EU bezifferte ihren Anteil daran auf 7,2 Milliarden Euro, wovon Deutschland 1,26 Milliarden Euro tragen wollte.
Künast: Merkel taumelt nur noch durch die Weltkrise
von polis am 06.06.2010 11:17
Künast: Merkel taumelt nur noch durch die Weltkrise
Appell an Merkel, jetzt inne zu halten und dem Land eine klare Linie vorzulegen

Künast
Leipzig/Berlin (rdp/ots) - Die Grünen haben der Bundeskanzlerin angesichts deren "taumelnder Weltreise durch die Krise" vorgeworfen, mit "ihrer Politik ohne Wertegerüst die demokratischen Institutionen nicht nur in Frage zu stellen sondern zu zerrütten".
Im Gespräch mit der "Leipziger Volkszeitung" (Montag-Ausgabe) sagte deshalb die Grünen-Fraktionschefin im Bundestag, Renate Künast, an die Adresse der Kanzlerin gerichtet: "Ich fordere Frau Merkel auf, jetzt innezuhalten und dem Land eine klare Linie vorzulegen". Angesichts des Aufruhrs um den Bundespräsidenten, um die "mut- und konturlose Sparpolitik" räche sich nun, "dass Angela Merkel immer nur an sich, an den Erhalt ihrer Machtposition denkt und sich nicht zutraut, ihr Leitbild für die Gesellschaft und ihr Wertegerüst für ihre Politik öffentlich preis zu geben".
Ohne Mut zum Leitbild lasse Merkel "die Dinge aus reinem Machterhalt treiben", kritisierte Künast. Deshalb lohne es sich gar nicht mehr, konkrete Vorschläge dieser Regierung zur Kenntnis zu nehmen, "weil das, was heute gilt, morgen schon wieder an der Koalition selbst, am Widerstand aus der eigenen Partei heraus oder am Machtkalkül einer Länder-Riege gescheitert ist".
Mit Blick auf die Frage des Bundespräsidenten sagte Frau Künast, "spätestens da hätte es Frau Merkel klar werden müssen, wie ernst die Krise ist: Wenn ein Bundespräsident sein Amt einfach so wegwirft muss man doch mindestens den eigenen Verein zur Besinnung bringen, stattdessen wurde nur danach getrachtet, wie sich Schwarz-Gelb weiter den Staat zur Beute machen kann", kritisierte Künast. "Schon nach wenigen Stunden mit dem Präsidentschafts-Kandidaten Christian Wulff wird der aus dem eigenen Lager heraus klein gemacht. Hätte Angela Merkel den Mut zum Bürgerkandidaten Joachim Gauck gezeigt, so wäre ihr dagegen ein grandioser Coup gelungen", zeigte sich Künast überzeugt. "Ein Bundespräsident Gauck würde dem Land gut tun, das spürt jeder und es wäre von Merkel ein Befreiungsschlag und ein Zeichen des Mutes gewesen."
Allerdings hätte dies den Mut der Kanzlerin vorausgesetzt, sich selbst nicht so wichtig zu nehmen. Renate Künast erinnerte daran, dass Angela Merkel nach der Wende nur einmal in der Politik richtig Mut bei eigenem Risiko gezeigt habe, als sie als CDU-Generalsekretärin entschied, die Union müsse sich vom System Helmut Kohls lösen. "Wo bleibt dieser Merkel-Mut heute?", fragte Künast. In der Regierung angekommen handele sie nur noch "als Apparatschik". Die Folge sei, "dass dem Land das Gemeinsame abhanden gekommen ist".
Die zurück liegende große deutsche Krisenwoche "hätte für Angela Merkel eine Woche des Dienens sein müssen, statt dessen geht es ihr offenbar nur noch um sich selbst und nicht mehr um Wohl und Wehe des Landes".
Deutsche Söldnerfirma gerät immer mehr ins Zwielicht
von polis am 05.06.2010 18:32
Deutsche Söldnerfirma gerät immer mehr ins Zwielicht

Berlin (rdp/ots) - Die deutsche Sicherheitsfirma Asgaard German Security Group, die einen Einsatz mit ehemaligen Bundeswehrsoldaten in Somalia plant, gerät immer mehr ins Zwielicht.
Der Tagesspiegel berichtet in seiner Samstagsausgabe, dass Asgaard-Geschäftsführer Thomas Kaltegärtner nach Angaben der Stadt Telgte, dem Sitz des Unternehmens, dort kein ein Gewerbe angemeldet hat. Auch im Handelsregister wird das Unternehmen nicht geführt. Laut Auskunft des zuständigen Amtsgerichts in Münster wurde eine Vorgängerfirma mit dem Namen Asgaard German Security Guards 2008 aus dem Handelsregister gelöscht nachdem ein Insolvenzverfahren "mangels Masse" abgelehnt worden war.
Dem Tagesspiegel sagte Kaltegärtner, eine Anmeldung für das aktuelle Unternehmen sei in Vorbereitung. Der ehemalige Zeitsoldat hat einen Vertrag mit einem somalischen Politiker geschlossen, der sich für den rechtmäßigen Präsidenten des Bürgerkriegslandes hält. Galadid Abdinur Ahmad Darman, der bisher nur Experten bekannt war, lebt überwiegend in den USA und gilt als wohlhabend.
Zum geplanten Einsatz verstrickt sich Asgaard-Geschäftsführer Kaltegärtner zunehmend in Widersprüche. Dem Tagesspiegel sagte er, er wolle in Somalia erst aktiv werden, wenn Darman von den UN anerkannt sei und die Regierungsgeschäfte übernommen habe. Dann sollten ehemalige Bundeswehrsoldaten im "hohen dreistelligen Bereich" Darmans Regierung schützen und die somalische Armee ausbilden. Gleichzeitig legte er dem Tagesspiegel ein Dokument zur Ansicht vor, in dem "Präsident Darman" Asgaard schon im Januar autorisierte, Waffen und Ausrüstung nach Somalia einzuführen. Dies würde klar gegen UN-Sanktionen und das deutsche Außenwirtschaftsgesetz verstoßen. Darman veröffentlichte am 16. Dezember 2009 eine Pressemitteilung in der es heißt, der Vertrag mit Asgaard umfasse die "operative Umsetzung und Durchführung aller Maßnahmen, die notwendig sind, um Sicherheit und Frieden wieder herzustellen".
In einem Interview mit dem NDR sprach Darman konkret von möglichen Kampfeinsätzen. Gegen Thomas Kaltegärtner laufen inzwischen staatsanwaltschaftliche Ermittlungen. Geprüft wird ob der Straftatbestand "Anwerben für einen fremden Wehrdienst" nach Paragraf 109h Strafgesetzbuch vorliegen könnte.
Gorleben wird heute umzingelt
von polis am 05.06.2010 11:48
Gorleben wird heute umzingelt
Berlin (rdp). Protest gegen ein mögliches Atommüllendlager Gorleben: Kernkraftgegner wollen heute das Erkundungsbergwerk in Gorleben umzingeln. Mit der Aktion wollen sie gleichzeitig an die Räumung des legendären Hüttendorfes «Republik Freies Wendland» vor 30 Jahren erinnern. Damals hatten 5000 Atomkraftgegner gegen den Standort Gorleben protestiert und eine Bohrstelle besetzt. Sie bauten ein Dorf mit mehr als 100 Hütten, Ställen und einer öffentlichen Küche. Nach 33 Tagen räumte die Polizei das Dorf.


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