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Migranten beleben Gründungsgeschehen in Deutschland
von polis am 14.09.2010 18:23
Migranten beleben Gründungsgeschehen in Deutschland
Berlin (rdp).
- Jeder fünfte Gründer hat ausländische Wurzeln
- Menschen mit Migrationshintergrund nutzen Gründung als Chance zur wirtschaftlichen Teilhabe
- Ausländische Gründer vergleichsweise gut ausgebildet
Jeder fünfte Gründer in Deutschland war im vergangenen Jahr ausländischer Herkunft (rund 170.000 von insgesamt 870.000 Gründern). Die Gründerquote unter den Migranten lag damit bei 1,9 % und überstieg die der Deutschen um 0,3 Prozentpunkte. Dies geht aus einer Sonderauswertung des aktuellen KfW-Gründungsmonitors hervor, der jährlich erscheinenden, repräsentativen Bevölkerungserhebung zum Gründergeschehen in Deutschland. Gründer mit Migrationshintergrund, so ein weiteres Ergebnis der Studie, nutzen zudem ähnlich intensiv wie deutsche Gründer Beratungsangebote. „Migrantinnen und Migranten gründen vergleichsweise häufig und gut vorbereitet. Das zeigt, wie wichtig diese Gruppe für ein lebhaftes Gründergeschehen hierzulande ist“, sagt Dr. Norbert Irsch, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe.
Die Liste der Herkunftsländer der Gründer mit Migrationshintergrund umfasst eine breite Palette. Die traditionell größte Gründergruppe stellen türkisch stämmige Mitbürger, die 16 % aller Gründungen von Migranten unternehmen. In den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen haben Gründer aus Osteuropa, insbesondere aus Russland, Polen und den Balkanstaaten sowie Kasachstan. Aus diesen Ländern stammt inzwischen jeder dritte Gründer mit Migrationshintergrund (zusammen 35 %).
Im Vergleich zeigt sich, dass Migranten ihre Gründung häufiger im Vollerwerb betreiben als Deutsche (52 % vs. 43 %), und entsprechend seltener im Nebenerwerb. Zudem nutzt ein höherer Anteil von Gründern mit Migrationshintergrund die Selbstständigkeit als Ausweg aus der Arbeitslosigkeit (27 % aller Gründer mit Migrationshintergrund kommen aus der Arbeitslosigkeit, bei deutschen Gründern sind dies 19 %). Für arbeitslose Migranten ist eine Gründung noch häufiger als für deutsche Arbeitslose eine Chance zum Einstieg ins Erwerbsleben und damit auch zur gesellschaftlichen Integration.
Unabhängig von der Herkunft wird der größere Anteil der Gründungen durch Männer vollzogen; mit 34 % ist der Anteil der weiblichen Gründer bei Migranten allerdings noch etwas geringer als bei Deutschen (41 %). Dies liegt vor allem am niedrigen Frauenanteil unter den Gründern aus dem Nicht-EU-Ausland, denn unter den Gründern aus dem EU-Ausland liegt die Frauenquote genauso hoch wie unter den einheimischen Gründern.
Gründer mit Migrationshintergrund besitzen genauso häufig wie deutsche Gründer einen Universitätsabschluss (jeweils rund 14 %) und haben häufiger als deutsche Gründer gar keinen Berufsabschluss vorzuweisen (45 % vs. 21 %). Innerhalb der Bevölkerung mit Migrationshintergrund gehen aber gerade gut ausgebildete Personen den Schritt in die Selbstständigkeit, denn unter den nichtgründenden Migranten haben sogar 56 % keinen Berufsabschluss und nur 6 % einen Universitätsabschluss.
Vergleichsweise häufig stellen Migranten bereits zum Gründungszeitpunkt Mitarbeiter ein (51 % vs. 29 % der deutschen Gründer). Ferner starten sie häufiger im Handelssektor (23 % aller Gründungen von Migranten vs. 19 % der von Deutschen unternommenen Gründungen). Besonders hoch liegt der Anteil von Handelsgründungen in der Gruppe der Nicht-EU-Ausländer (33 %). „Einzel- und Großhandel bieten diesen Gründern gute Voraussetzungen, ihre komparativen Vorteile einzusetzen. Damit tragen Gründer mit Migrationshintergru
Auf die Schnelle gedacht
von polis am 14.09.2010 18:11
Auf die Schnelle gedacht

Großhirnrinde
Berlin (rdp). Entscheidungen sind ein Balanceakt - vor allem, wenn es schnell gehen muss. Dann müssen wir intuitiv auch abwägen, auf wie viel Genauigkeit wir verzichten können, damit unser Entschluss nicht zu spät kommt. Den goldenen Mittelweg zwischen einer schnellen und einer korrekten Entscheidung finden Menschen offenbar leichter, wenn ihre Großhirnrinde durch starke Nervenfasern mit jenen Gehirnarealen verbunden ist, die die Verarbeitung von Reizen steuern. Das haben Neurowissenschaftler und mathematische Psychologen am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig zusammen mit Kollegen von den Universitäten in Amsterdam, Bristol und Newcastle (Australien) herausgefunden. (Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America. 23.08.2010).
Die meisten von uns wissen, was es heißt, Entscheidungen unter Zeitdruck treffen zu müssen: Wir versuchen, zwischen schnellen oder möglichst genauen Lösungen abzuwägen. Dabei gibt es große individuelle Unterschiede: So finden einige Personen sehr gut die richtige Balance zwischen schnellen und akkuraten Antworten, andere sind dagegen weniger effizient. Wie Wissenschaftler nun herausgefunden haben,hängt das individuelle Entscheidungsverhalten mit strukturellen Verschiedenheiten im Gehirn zusammen. Ausschlaggebend ist die Stärke der Faserverbindungen zwischen einem Areal in der Großhirnrinde und den Basalganglien. Bei denjenigen Personen, die leicht einen Mittelweg zwischen schnellen und richtigen Entscheidungen finden, lassen sich stärkere Faserverbindungen nachweisen als bei Menschen, die sich damit schwerer tun. Die Studie liefert einen wichtigen Beitrag für das generelle Verständnis von Hirnfunktionen.
Für ihre Studie untersuchten die Forscher insgesamt neun Versuchspersonen mithilfe von ultra-hochaufgelöster Magnetresonanztomographie (MRT) und verwendeten dabei zwei verschiedene Magnetfeldstärken von sieben beziehungsweise drei Tesla. Ziel der Sieben-Tesla-MRT war es, einen winzigen Kern in den Basalganglien bildlich darzustellen, den sogenannten Subthalamischen Nucleus. Basalganglien sind Kerne beziehungsweise Kerngebiete, die in beiden Hirnhälften unterhalb der Großhirnrinde liegen. Sie sind wichtig für die Regelung motorischer, kognitiver und limbischer Funktionen. Der Subthalamische Nucleus spielt bei der Steuerung unseres Handelns eine wichtige Rolle. Die Drei-Tesla-Messungen dienten dazu, die Stärken der Verbindungsfasern zwischen dem Subthalamischen Nucleus, dem Striatum - einer wichtigen Schaltstelle im Gehirn - sowie Arealen der Hirnrinde zu berechnen.
Neben den Untersuchungen im Magnetresonanz-Tomografen nahmen die Probanden an Verhaltensexperimenten teil. Zu Beginn jedes Versuchsdurchgangs wurden sie angewiesen, entweder besonders schnell oder möglichst akkurat zu entscheiden. "Die Versuchspersonen mussten per Tastendruck beurteilen, ob sich eine Punktwolke nach rechts oder nach links bewegt", erklärt Birte Forstmann den Ablauf des Experiments.
Als nächsten Schritt planen die Forscher, Altersstudien durchzuführen. Im Allgemeinen reagieren ältere Menschen langsamer als junge. Bisher ist jedoch nicht bekannt, ob es sich hierbei um einen strategischen Prozess handelt, beispielsweise dadurch, dass ältere Menschen aufgrund von Erfahrung vorsichtiger reagieren, oder ob die längere Reaktionszeit zusätzlich durch hirnstrukturelle Veränderungen bedingt ist.
Reaktion der EU-Kommission auf Roma-Abschiebungen überfällig
von polis am 14.09.2010 18:01
Reaktion der EU-Kommission auf Roma-Abschiebungen überfällig

Hunko
Berlin (rdp). „Endlich geht die EU-Kommission gegen die Massenabschiebung der französischen Sarkozy-Regierung vor. Dies ist als überfälliger Schritt zu begrüßen“, so Andrej Hunko anlässlich des heute von der EU-Kommission angekündigten Vertragsverletzungsverfahren gegen Frankreich. Das Mitglied des EU-Ausschusses des Bundestages und der Parlamentarischen Versammlung des Europarats weiter:
Ich fordere die Kommission auf, die unverzügliche Löschung aller im Rahmen der illegalen Ausweisung erhobenen Daten aus französischen Polizeidatenbanken zu verlangen. Die Fingerabdrücke betroffener Roma dürfen keinesfalls in EU-Datensammlungen wie EURODAC integriert werden, die zu einer möglichst lückenlosen digitalen Erfassung aller Migrantinnen und Migranten beitragen und damit deren Stigmatisierung vorantreiben.
Auch die Bundesregierung ist mit den europäischen Entscheidungen aufgefordert, die angekündigten Abschiebungen tausender Roma zu stoppen. Es ist nicht hinnehmbar, dass in Deutschland gegen Roma Stimmung gemacht wird und weiter Abschiebungen angeordnet werden.“
"Stand Up - make noise against poverty"
von polis am 14.09.2010 17:35
Weltweite Aktionstage: Millionen Menschen schlagen weltweit Alarm gegen Armut
Viele Aktionen in Deutschland geplant

Bonn (ots) - Unter dem Motto "Stand Up - make noise against poverty" werden Millionen Menschen weltweit vom 17. bis 19. September ihre Regierungen lautstark zur Umsetzung der UN-Millenniumsziele auffordern. Grund ist der am 20. September beginnende Weltarmutsgipfel der Vereinten Nationen in New York. Dort bilanzieren Regierungsvertreter der UN-Mitgliedsstaaten die Umsetzung der Millenniumsziele und entscheiden, was sie in den verbleibenden fünf Jahren bis zur Zielmarke 2015 noch tun werden.
Weltweit wird es tausende unüberhörbare Aktionen geben. Darunter Konzerte in Bangladesh, Kambodscha, Kolumbien, Ghana, Indien, Indonesien, Korea, Nepal, Papua Neu Guinea, Ruanda, Senegal, und Zimbabwe, wo lokale Künstler mit ihrer Musik für die Millenniumsziele demonstrieren. In Jordanien erinnern 40.000 Kinder zeitgleich mit Trillerpfeifen an die Versprechen aus dem Jahr 2000. In Ägypten sprechen sich geistliche Führer in mehr als 50.000 Moscheen und Kirchen im ganzen Land für die Millenniumsziele aus.
In Deutschland ruft Violinist David Garrett zum Mitmachen auf und widmet allen Unterstützern "Beethovens 5te" aus seinem neuen Album Rock Symphonies. Das Stück wird bis zum 23.9. in den führenden deutschen Downloadstores kostenfrei angeboten und ist sein Beitrag zu den weltweiten Aktionstagen gegen Armut.
Stand Up-Veranstaltungen sind an zahlreichen Orten geplant: In Duisburg und Wiesbaden erwartet die Kindernothilfe mehr als 1000 Kinder, die mit selbst gebastelten Instrumenten zu hören sein werden. In der Bonner Innenstadt machen Bands und Theatergruppen auf die Millenniumsziele aufmerksam und kommen zum gemeinsamen Stand Up auf dem Marktplatz mit den Trägern des alternativen Nobelpreises Hans-Peter Dürr und Ruth Manorama zusammen. In Bielefeld schlägt ein breites Bündnis von Organisationen Alarm, in Speyer gibt es eine ganzen Aktionstag rund um die Millenniumsziele und in Bochum wird das unabhängige Radio eine Soundcollage senden. Getrommelt, gesungen und aufgestanden wird auch in Berlin, Lutherstadt, Frankfurt, Wetzlar, München und vielen anderen Städten.
Renée Ernst, die Beauftragte der UN-Millenniumkampagne in Deutschland appelliert: "Es ist wichtig, dass viele Millionen Stimmen in New York gehört werden. Deshalb ist jeder Einzelne gefragt, seine Stimme gegen Armut zu erheben und den Regierenden deutlich zu machen, dass die Zusagen eingehalten werden müssen."
Zum Stand Up rufen die UN-Millenniumkampagne und Deine Stimme gegen Armut auf. Letztes Jahr beteiligten sich mehr als 173 Millionen Menschen an der Aktion. Eine Liste der geplanten Stand Up Aktionen, Fotos und Tonaufnahmen und weitere Informationen gibt es auf www.stell-dich-gegen-armut.de
"Stimmen Sie Ihren Abgeordneten um"
von polis am 14.09.2010 17:26
Internet-Aktion von Greenpeace Energy gegen längere AKW-Laufzeiten "Stimmen Sie Ihren Abgeordneten um"

Hamburg/Berlin (rdp/ots) - Über die neue Internetseite www.restlaufzeit.de können Bürgerinnen und Bürger die Haltung ihrer Bundestagsabgeordneten zu längeren AKW-Laufzeiten überprüfen und beeinflussen. Eine interaktive Deutschlandkarte ermöglicht, die Abgeordneten des eigenen Wahlkreises anzuklicken und ihre Stellungnahmen zur weiteren Nutzung der Atomkraft zu lesen. Mit vorbereiteten E-Mails oder eigenen Texten direkt an ihre Parlamentarier, können die User diese in ihrer atomkritischen Haltung bestärken - oder auch umzustimmen versuchen, falls die Abgeordneten sich für längere AKW-Laufzeiten ausgesprochen haben sollten.
"Wir wollen Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit geben, von ihrem demokratischen Grundrecht auf Meinungsäußerung gezielt Gebrauch zu machen", erläutert Astrid Kleinkönig, Leiterin Marketing und Kommunikation bei Greenpeace Energy, warum die Energie-Genossenschaft die Internet-Aktion gestartet hat. Zwar habe sich die Bundesregierung schon auf längere AKW-Laufzeiten festgelegt, aber damit seien diese noch lange nicht Gesetz. "Das", so Kleinkönig, "entscheiden immer noch allein die gewählten Abgeordneten - im Namen des Volkes." Über www.restlaufzeit.de könnten Bürger Druck auf ihre Volksvertreter machen, in dieser wichtigen Frage nach dem Mehrheitswillen der Bevölkerung abzustimmen und nicht nach Parteiräson.
Greenpeace Energy ist eine Energie-Genossenschaft, die aus Prinzip nicht Profit maximierend arbeitet, konsequenten Ökostrom bietet, sich energiepolitisch für den Aufbau einer sauberen Energieversorgung einsetzt und in umweltfreundliche Kraftwerke investiert. Inzwischen hat Greenpeace Energy deutschlandweit gut 95.000 Privat- und Gewerbekunden und mehr als 18.000 Mitglieder. Für den Bau von Öko-Kraftwerken brachte die Energie-Genossenschaft über eine Tochterfirma bereits mehr als 70 Millionen Euro auf.
Deutsche Bank ist Systemgefahr
von polis am 13.09.2010 14:18
Deutsche Bank ist Systemgefahr

Wagenknecht
Berlin (rdp). „Mit der Übernahme der Postbank baut die Deutsche Bank ihre systemrelevante Stellung aus. Während die Bundesregierung ihr defensives Restrukturierungsgesetz durch das Parlament schleust und indirekt mit zusätzlichen Staatsgarantien an die ‚Hypo Real Zombiebank’ auch die Deutsche Bank absichert, schafft Herr Ackermann Fakten“, erklärt Sahra Wagenknecht zur Kapitalerhöhung der Deutschen Bank in Rekordhöhe. Die wirtschaftspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE weiter:
Die am Sonntag beschlossene Basel-III-Einigung hat den Banken neben den laschen inhaltlichen Vorgaben auch noch lange Übergangsfristen bis in das Jahr 2019 beschert. Finanzinvestoren bedankten sich am Montagmorgen und feierten mit Kurssprüngen bei Bankaktien.
Der Einfluss der Finanzlobby auf die Politik muss endlich gebrochen werden. Die Profiteure der Bankenrettung müssen sofort eine angemessene Bankenabgabe und Finanztransaktionssteuer bezahlen. Um künftige Krisen zu verhindern, müssen systemrelevante Banken wie die Deutsche Bank außerdem in öffentliche Hände überführt und demokratisch kontrolliert werden.“
Humanitäre Hilfe ausbauen statt kürzen
von polis am 13.09.2010 12:46
Humanitäre Hilfe ausbauen statt kürzen

Groth
Berlin (rdp). "Jedes Jahr sterben rund 1,5 Millionen Kinder an Krankheiten, die auf verschmutztes Wasser und mangelnde Hygiene zurückzuführen sind. Angesichts dieser katastrophalen Situation fordere ich die Bundesregierung auf, die angekündigten Mittelkürzungen im Bereich der humanitären Hilfe und der Entwicklungszusammenarbeit zurückzunehmen“, erklärt Annette Groth, menschenrechtspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, anlässlich der Weltwasserwoche in Stockholm. Diese beschäftigt sich mit Lösungsmöglichkeiten für das Problem der weltweiten Wasserknappheit. Groth weiter:
Auch die Menschen in den besetzten palästinensischen Gebieten leiden an schlechter Wasserversorgung. Besonders schlimm wirkt sich die mangelnde Wasserversorgung im Gazastreifen aus. Weil die israelische Seite den ausreichenden Bau von Abwasseranlagen blockiert, fließen täglich zwischen 50-80 Millionen Liter Abwasser in das Mittelmeer, in dem die Menschen baden und fischen. So verursacht die Meeresverschmutzung gehäuft Krankheiten.
Wasserknappheit ist weltweit ein wesentlicher Konfliktfaktor, so auch zwischen Israel und den Palästinensern, weil Israel die totale Kontrolle über die gemeinsamen Wasserressourcen ausübt. Den Palästinensern stehen täglich nur etwa 70 Liter Frischwasser zur Verfügung und damit 30 Liter weniger als die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt.“
Anti-Atom-Bewegung kritisiert "Feudalismus"
von polis am 13.09.2010 12:21
Anti-Atom-Bewegung kritisiert "Feudalismus"
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Hannover/Berlin (rdp/ots) - Die Anti-Atom-Bewegung im Wendland sieht in der Aufnahme von Enteignungen im Atomgesetz eine Festlegung auf eine Endlagerstätte in Gorleben. "Wenn Enteignungen eingeplant werden, zeigt das, dass die Bundesregierung den Sack zumachen will", sagte Wolfgang Ehmke Sprecher der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI), der in Hannover erscheinenden "Neuen Presse" (Montagsausgabe).
"Gorleben soll trotz der bekannten geologischen Einwände als Endlagerstandort durchgesetzt werden", sagte er. Nach seinen Angaben zieht das Bundesamt für Strahlenschutz bereits Erkundigungen ein, welche Grundeigentümer betroffen sein könnten. Es sei bekannt, dass das Bundesamt für Strahlenschutz Mitarbeiter "beauftragt hat zu recherchieren, wer betroffen sein könnte", sagte Ehmke. Ehmke warf der Bundesregierung undemokratisches Vorgehen in der Endlagerfrage vor: "Das läuft alles ohne ein atomrechtliches Genehmigungsverfahren, ohne formale Beteiligungsrechte.
Es gibt nicht eine einzige Möglichkeit der betroffenen Öffentlichkeit, dagegen zu klagen. Das ist Feudalismus." Der BI-Vertreter unterstrich, dass gegen die Pläne der Bundesregierung großer Widerstand zu erwarten seien.
"Wir werden einen der größten Anti-Atom-Proteste auf die Beine stellen, den das Wendland je gesehen hat", sagte Ehmke. "Wir haben das Maisfeld bereits ausgesucht, wo eine Kundgebung mit Zehntausenden stattfinden kann."
Bundesregierung hat Vertrags-Aufbesserung für Sarrazin als Gegengeschäft zugestimmt
von polis am 13.09.2010 12:13
Bundesregierung hat Vertrags-Aufbesserung für Sarrazin als Gegengeschäft zugestimmt
Leipzig/Berlin (rdp/ots) - Entgegen ihrer offiziellen Erklärungen, sich nicht in die Neuregelung der Vertragsbeziehungen zwischen der Bundesbank und ihrem scheidenden Vorstandsmitglied Thilo Sarrazin (SPD) eingemischt zu haben, hat die Bundesregierung, nach Information der "Leipziger Volkszeitung" (Dienstag-Ausgabe) aus zuständigen Regierungskreisen, im Eilverfahren der um rund 1000 Euro erhöhten Sonder-Pensionsregelung für Sarrazin zugestimmt. Erst damit wurde die Vertragsauflösung zum 30. September ermöglicht. Die Pensionssonderleistung, die Sarrazin so behandelt, als wäre er regulär zum Vertragsende 2014 ausgeschieden, war vom Bundespräsidialamt durch Staatssekretär Lothar Hagebölling in der vergangenen Woche vermittelt worden.
Nach Paragraph 7, Absatz 4 des Bundesbankgesetzes gilt für das öffentlich-rechtliche Amtsverhältnis der Mitglieder des Bundesbankvorstandes: "Ihre Rechtsverhältnisse gegenüber der Bank, insbesondere die Gehälter, Ruhegehälter und Hinterbliebenenbezüge, werden durch Verträge mit dem Vorstand geregelt. Die Verträge bedürfen der Zustimmung der Bundesregierung."
Linke-Bundesgeschäftsführer Werner Dreibus nannte den Pensionszuschlag für Sarrazin gegenüber der Zeitung "eine politische Instinktlosigkeit sondergleichen". Er verwies auf die Zustimmungspflicht durch die Bundesregierung. "Die Regierung hat ausdrücklich jede Einflussnahme verneint. Hat also das Bundespräsidialamt bei der Aushandlung eines Pensionszuschlags ohne rechtliche Basis mitgeholfen? Oder hat die Bundesregierung ihre Finger doch im Spiel und hat in dieser Frage bisher gelogen?" Man müsse deshalb schnell wissen, wer mit Sarrazin verhandelt habe, so Dreibus. "Die Öffentlichkeit hat ein Recht auf diese Informationen."
Vermisst: Das schwarze Element - polis-Presseschau
von polis am 13.09.2010 08:55
Presseschau vom 13.09.2010

Die Bundeskanzlerin gerät innerparteilich unter Druck von rechts
Vermisst: Das schwarze Element
Die CDU-Führungsklausur vom Wochenende war vor allem eine Suchaktion. Wo ist das nachvollziehbar Konservative der Union geblieben? Das Damoklesschwert einer neuen Partei, rechts von der Union, schwebt über Angela Merkel.

faz.net.
„Alle Stimmen können sich vertreten fühlen“
Nicht erst seit Erika Steinbach wächst in der CDU die Kritik, das Konservative werde in der Partei nicht mehr genügend vertreten. Zu Unrecht, sagt die Vorsitzende Angela Merkel. Sie halte es mit Strauß: Rechts von CDU und CSU dürfe es keine demokratische Partei mit radikalem Charakter geben. …

spiegel.de
Merkel trotzt dem Druck von rechts
… Da ist zum Beispiel die Debatte über das vermeintliche konservative Vakuum in der CDU. Die schwelt zwar schon seit langem, doch die Causa Erika Steinbach hat sie jetzt wieder mächtig angeheizt. Enttäuscht hatte die Vertriebenen-Präsidentin Mitte der Woche ihren Rückzug aus der Parteispitze verkündet, nachdem zuvor ihre umstrittenen Sätze zur deutschen Kriegsschuld während der Klausur des Unionsfraktionsvorstands für Aufregung gesorgt hatten. Sie habe in der Führung nur noch eine "Alibifunktion", mäkelte sie zur Begründung. Am Sonntag legte Steinbach noch mal nach: Merkels politischer Kurs sei falsch.

taz.de
Der Kompass der Kanzlerin
… Angela Merkel, klagen Rechte in der Union, lässt das Konservative in der Partei verkommen. Der zu Helmut Kohls Zeiten offenbar in leuchtenden Farben blühende weltanschauliche Garten ist demnach unter Merkel zu einer trostlosen Monokultur verkommen. Deshalb erhebt sich am rechten Rand der Union mächtiges Gemurmel. Und stets wird dann mit einer neuen Rechtspartei gedroht, die die gerechte Strafe für Merkels Meinungsdiktatur sein wird. …

welt.de
Angela Merkel und die Sorgenmelange der CDU
… Der CDU-Politiker Norbert Geis forderte in der „Mitteldeutschen Zeitung“: „Das konservative Element in der CDU muss zum Tragen kommen.“ Der frühere Potsdamer Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) sagte im RBB, Konservative spielten in der CDU „praktisch keine Rolle“ mehr. Viele Stammwähler seien als Nichtwähler nun das Potenzial für eine neue Partei. Wenn jemand komme, in dessen Positionen „sich die Menschen wiederfinden, dann werden sie wieder zur Wahl gehen und diese Partei wählen“. ...
Foto: spiegel.de/reuters


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