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Ich glotz TV - Weltenwandler / Wahnsinnskunst in einer 3sat-Themenwoche
von polis am 20.09.2010 18:55
Weltenwandler / Wahnsinnskunst in einer 3sat-Themenwoche

August Walla, Grüss Gott,
Garber-Hansi Mein.!
(Detail), 1987
Berlin/ Mainz (rdp/ots) -
Freitag, 24. September, bis Freitag, 1. Oktober 2010
Erstausstrahlungen
Die 3sat-Themenwoche "Weltenwandler" widmet sich vom 24. September
bis zum 1. Oktober eine Woche lang in Spielfilmen, Dokumentationen
und Magazinbeiträgen kreativen Außenseitern. Ausgangspunkt und Anlass
ist die Ausstellung: "Weltenwandler - die Kunst der Outsider" in der
"Schirn Kunsthalle Frankfurt".
Die vier Erstausstrahlungen der 3sat-Themenwoche "Weltenwandler" im
Überblick:
Zur Eröffnung und zum Auftakt der Themenwoche berichtet das
3sat-Magazin "Kulturzeit" am Freitag, 24. September, 19.20 Uhr, von
der Ausstellung "Weltenwandler - die Kunst der Outsider". In einem
Beitrag geht 3sat auf das besondere Konzept der Ausstellung sowie die
Künstler ein, deren Werke die Kunst der Moderne vom 20. Jahrhundert
an beeinflussten.
Was macht die Einzigartigkeit der Kunst behinderter Menschen aus? Das
3sat-Servicemagazin "vivo" trifft am Samstag, 25. September, 17.00
Uhr, Künstler mit Behinderung und stellt ihre eindrucksvollen Werke
vor. Die Beiträge beschäftigen sich mit dem gehörlosen Gebärdenpoeten
Rafael-Evitan Grombelka, mit der Arbeit des Ateliers des
Heilpädagogischen Centrums Augustinum in München, das Behinderte mit
außergewöhnlichen künstlerischen Begabungen fördert, sowie der
Publikation "Ohrenkuss", die von Menschen mit Down-Syndrom
hergestellt wird.
Die 3sat-Moderatorin Tina Mendelsohn stellt einen der
faszinierendsten Künstler der Ausstellung "Weltenwandler - die Kunst
der Outsider" in der "Kulturzeit extra"-Sendung "Wahnsinnskunst -
Gespräch mit dem Autisten George Widener" am Sonntag, 26. September,
23.00 Uhr, vor. Das Gespräch, das der Film von Stefan Gagstetter
widerspiegelt, ist eine Grenzerfahrung, denn ein direktes
persönliches Verhältnis kann der Künstler nicht herstellen,
Augenkontakt ist ihm unmöglich: Der 1962 geborene Amerikaner George
Widener leidet an einer milden Form des Autismus, dem
Asperger-Syndrom, und ist besessen von den Zusammenhängen zwischen
geschichtlichen Ereignissen quer durch die Jahrtausende.
Die Idee des "Weltenwandlers" wird in dem Spielfilm "An Englishman in
New York" (USA 2009) von Richard Laxton durch einen faszinierenden,
exzentrischen Außenseiter und Selbstdarsteller verkörpert. John Hurt
spielt ihn in der Figur Quentin Crispl.
3sat ist Medienpartner der Ausstellung "Weltenwandler - die Kunst der
Outsider" in der Frankfurter Schirn.
Deutschland könnte auf 100 Prozent Ökostrom umstellen
von polis am 20.09.2010 18:39
Deutschland könnte auf 100 Prozent Ökostrom umstellen
Deutsche Umwelthilfe plädiert für Wasserkraftstrom aus Norwegen

Norwegisches Wasserkraftwerk
Mainz/Berlin (rdp/ots) - Deutschland könnte mit billigem Strom aus norwegischen Wasserkraftwerken auf Kohle- und Atomenergie verzichten. Das erläutert Peter Ahmels, Experte für erneuerbare Energien bei der Deutschen Umwelthilfe (DUH) im ARD-Politikmagazin "Report Mainz": "Das Potenzial würde allemal reichen, um den erneuerbaren Strom in Deutschland komplett zu ergänzen zu einer 100-prozentigen Versorgung aus erneuerbaren Energien." Insgesamt könnten, laut Ahmels, norwegische Wasserkraftwerke den Strom von 60 europäischen Atomkraftwerken ersetzen.
Ein norwegisch-schweizerisches Konsortium will, unter dem Projektnamen "NorGer", die beiden Länder mit einem ersten Seekabel verbinden. Das Kabel soll 2015 in Betrieb genommen werden. Die Leistung von 1.400 Megawatt entspricht der des Kernkraftwerks Unterweser. In Norwegen wird Strom derzeit mit 3 Cent pro Kilowattstunde an der Börse gehandelt, in Deutschland mit 5 Cent. Laut Peter Ahmels würden auch die Verbraucher in Deutschland von den günstigeren Preisen profitieren.
Die Stromleitung soll 600 Kilometer durch die Nordsee verlegt werden und könnte in beide Richtungen genutzt werden. So wäre es möglich, überschüssigen Strom aus deutschen Windkraftanlagen nach Norwegen zu leiten und dort mithilfe von Pumpspeicherkraftwerken zu speichern. Bei Bedarf könnte der Strom wieder von der deutschen Seite abgerufen werden.
Allerdings müsste laut NorGer die Kraftwerksnetzanschlussverordnung (KraftNAV) geändert werden. Bislang regelt die KraftNAV den Netzzugang von Kraftwerken. Die Einspeisung von Strom aus einem Seekabel ist darin nicht geregelt. Zuständig dafür ist das Bundeswirtschaftsministerium. Dort sieht man derzeit nach Informationen von "Report Mainz" "keinen Änderungsbedarf".
NorGer-Sprecher Matthias Hochstätter sieht deshalb die Realisierung gefährdet: "NorGer will 1,4 Milliarden Euro investieren in dieses Kabel und dafür muss natürlich gewährleistet sein, dass das auch sicher in Betrieb ist und nicht einfach willkürlich abgeschaltet wird, wann immer der Netzbetreiber gerade Lust hat. Das geht nicht. Sonst kann man so ein Kabel nicht ordentlich betreiben."
Herrmann Albers, Präsident des Bundesverbandes Windenergie kritisiert in "Report Mainz" das Bundeswirtschaftsministerium: "Mir drängt sich der Eindruck auf, dass es hier um eine Blockadehaltung geht, denn natürlich würde die Lieferung von norwegischem Wasserstrom dafür sorgen, dass Kraftwerke in Deutschland im Zweifelsfall abgeschaltet werden müssten, insbesondere dann, wenn erneuerbare Energien wirklich einen Vorrang hätten."
Das Bundeswirtschaftsministerium wollte zu dem Thema "Report Mainz" gegenüber bislang keine Stellungnahme abgeben.
"Report Mainz", heute, 20.09.2010, 21.45 Uhr im Ersten
25-Millionen-Zahlung an HRE-Banker hat parlamentarisches Nachspiel
von polis am 20.09.2010 18:19
25-Millionen-Zahlung an HRE-Banker hat parlamentarisches Nachspiel
SPD: Boni-Zahlung vom HRE-Aufsichtsrat dem Parlament bewusst verschwiegen

Berlin (rdp/ots) - Berlin - Die außerplanmäßige Zahlung von 25 Millionen Euro an die Banker der Hypo Real Estate (HRE) wird ein parlamentarisches Nachspiel haben. Der Vorsitzende des Bundestagsfinanzausschusses, Volker Wissing (FDP), kündigte am Montag die Befassung des Ausschusses mit dem Thema an. "Wir fordern von der Bundesregierung einen detaillierten Bericht", sagte Wissing dem Berliner "Tagesspiegel" (Dienstagsausgabe).
Der SPD-Haushaltspolitiker Carsten Schneider warf sowohl den Unternehmensgremien der verstaatlichten Bank als auch der Bundesregierung vor, die Boni-Zahlung geheim gehalten zu haben. Das für die Kontrolle der Finanzmarkt-Stabilisierung eingesetzte Gremium des Bundestages, das so genannte Finanzmarktgremium, habe vergangene Woche zwei mal getagt, sagte Schneider. "Eine Information über die Bonuszahlung von 25 Millionen Euro hat es nicht gegeben". Der SPD-Politiker warf dem Vorstand und Aufsichtsrat der HRE vor, die Zahlung "bewusst verschwiegen" zu haben. ER sei "entsetzt", da das Gremium auch in der Woche zuvor von der notwendigen 40-Milliarden-Euro-Bürgschaft zu spät unterrichtet worden war.
Bundesregierung ist kein Vorbild
von polis am 20.09.2010 13:28
Wowereit: Bundesregierung ist kein Vorbild

Wowereit
Berlin (rdp). Zu den Forderungen von Bundesinnenminister de Maizière, dass in Deutschland eine „Willkommenskultur“ entstehen müsse, erklärt der stellvertretende SPD-Parteivorsitzende, Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit:
De Maizières Äußerungen dürfen nämlich im Umkehrschluss nicht bedeuten, dass der Staat von seinen Hausaufgaben entbunden wird. Denn auch als Bundesregierung kann man Anreize schaffen, um Integration und Teilhabe zu fördern und so Willkommenskultur zu leben. Dazu gehört neben der Doppelten Staatsbürgerschaft und einem kommunalen Ausländerwahlrecht, dass die Bundesregierung die so genannten Kettenduldungen abschafft. Geduldete Migrantinnen und Migranten leben oft schon lange auf gepackten Koffern.
Diese Betroffenen werden an Integration gehindert, obwohl fast zwei Drittel länger als sechs Jahre hier leben und auf absehbare Zeit nicht ausreisen werden. Diese Menschen brauchen eine Perspektive, um Deutschland auch für sich als ihre Heimat zu verstehen.
Zudem müssen Frau Merkel, Herr de Maizière und Frau Böhmer endlich einmal Vorschläge auf den Tisch legen, wie sie sich zukünftig Zuwanderung in Deutschland vorstellen, um dem drohenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken und Arbeitsmigration zu erleichtern. Auch bei der Anerkennung von im Ausland erworbenen berufsqualifizierenden Abschlüssen kommt diese Regierung keinen Schritt weiter. Willkommenskultur heißt Perspektiven eröffnen. Die Bundesregierung muss endlich als Vorbild vorangehen."
Diese Woche – schlag den Raab. Oder doch nicht?
von polis am 19.09.2010 16:50
Diese Woche – schlag den Raab. Oder doch nicht?
von polis-Gastautor Ulrich Kasparick

3,5 Millionen Menschen haben zugesehen. Bei dieser Sendung. Ok. So war es eben.
Gleichzeitig stieg die Weltbevölkerung weiter an. Derzeit sind es knapp 7 Milliarden Menschen. Die Weltbevölkerungsuhr der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung – man kann sich diese Uhr auf die eigene Homepage laden – zeigt es sehr anschaulich an.
Das bedeutet: die Weltwirtschaft wächst weiter, der Energieverbrauch steigt weiter, die Naturzerstörung nimmt weiter zu.
Frühere Berater der US-Regierung haben in dieser Woche davon gesprochen, die Rede vom „peak oil“ sei in den USA zur Geheimsache erklärt worden. Die deutsche Armee hatte vor kurzem in einer Studie auf die Konsequenzen von „peak oil“ hingewiesen. Die Studie versank – von ein paar internationalen Reaktionen abgesehen – weitgehend ungehört im Netzrauschen.
Während ein Staatssekretär für Wirtschaft aus Indien – die Hindustan Times berichtete davon – britische Jugendliche einlädt, sich in Indien ordentlich ausbilden zu lassen, damit sie in ihrer Heimat bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt hätten, versammeln sich Zehntausende vor dem Kanzleramt, um gegen die Verlängerung von Laufzeiten in Atomkraftwerken zu demonstrieren, weitere Zehntausend stehen in Stuttgart auf der Straße, um gegen ein Infrastrukturprojekt bei der Bahn zu demonstrieren. Die nationale Öffentlichkeit ist – neben der Debatte um diverse Bücher – mit diesen Dingen beschäftigt.
Und die Uhr tickt.
Die Weltbevölkerung wächst weiter.
Starke Volkswirtschaften entstehen: China vor allem, Indien holt sehr stark auf (wer’s nicht glaubt, sollte sich mal Bangalore oder Pune ansehen) – die Energieverbräuche steigen weiter. Sie steigen übrigens stark.
Das Vor-Bild der Entwicklung in den meisten Volkswirtschaften der Welt ist der Wohlstand Europas und Nordamerikas.
Vergleichbaren Wohlstand gilt es zu erreichen.
Man kann in Südkorea besichtigen, wie stark solche Vor-Bilder sind: ein Land, das noch vor nicht allzu langer Zeit als Entwicklungsland galt, gehört mittlerweile zu den stärksten Volkswirtschaften der Welt.
Die Folgen für die Erde sind unübersehbar.
Wachsende Weltbevölkerung, wachsendes Wirtschaftsvolumen, wachsender Verkehr, sehr schnell wachsende Städte vor allem – sie führen dazu, daß die fossilen Energiequellen, von denen die Weltwirtschaft lebt, noch schneller erschöpft sein werden, als man bisher annahm.
Selbst führende Energiefachleute vom Departement of Energy weisen auf die enormen Folgen hin, die dies für die Weltbevölkerung haben wird.
Peak oil. Der Tag der höchsten Förderung.
Manche sagen, er sei bereits überschritten.
Andere sagen, er sei in diesem oder im nächsten Jahr zu erwarten.
Von diesem Tag an wird die Menge des geförderten Öls weltweit abnehmen.
Und die Weltbevölkerung wächst weiter.
Die Volkswirtschaften wachsen weiter.
Aber die Menschen schauen fern. 3,5 Millionen immerhin.
Was kann man beitragen, daß globale Zusammenhänge, weltweite Entwicklungen, Informationen, die im Netz ja durchaus verfügbar sind (man braucht bei twitter ja nur mal nach „peak oil“ oder „climate“ suchen zu lassen und sich diese Suchanfrage speichern, dann bekommt man ja wesentliche Nachrichten sehr schnell), besser Verbreitung finden und politikwirksam werden?
Der in diesen Tagen beginnende Weltarmutsgipfel wird – wie andere Gipfel auch – feststellen, daß man die gesetzten Ziele bei der Bekämpfung der weltweiten Armut nicht erreicht hat. (Ähnlich war es beim Thema Klimaschutz).
Offensichtlich gibt es ein Problem: die Schäden wachsen schneller als die Erkenntnis. Die Zerstörung wächst schneller, als neue Lösungen (beispielsweise neue Energiequellen) in den Markt eingeführt werden (aus den verschiedensten Gründen, wobei der Einfluss von Wirtschaftsverbänden und Lobbygruppen natürlich nicht übersehen wird).
Es ist ja nicht mal ein patt zwischen Zerstörung und Erneuerung. Das wär ja noch einigermaßen gut.
Nein: es ist ein deutliches Ungleichgewicht zwischen Zerstörung und Erneuerung.
Unsere Art zu leben ist an eine nicht mehr zu leugnende Grenze gekommen. Die Selbstzerstörung ist im Gang.
Am Bedrückendsten ist für mich, daß ausgerechnet die Länder, die mit den höchsten Zuwächsen an Bevölkerung zurecht kommen müssen (Asien, Afrika!) diejenigen sind, die unter den Folgen des Wohlstands in den sogenannten reichen Ländern am meisten zu leiden haben werden. In Pakistan konnte man das bei der letzten Flug dramatisch sehen.
Klaus Töpfer hat immer wieder darauf hingewiesen: die Flüchtlingsbewegungen weltweit nehmen zu, weil die Naturzerstörung so schnell voranschreitet. Der Klimawandel treibt unaufhaltsam. Die Flüchtlinge gehen in andere arme Länder (Süd-Süd-Wanderung), einige nur in die reiche Welt. Die wiederum schottet sich ab – nicht zuletzt assitiert von Büchern ehemaliger Bundesbanker -.
Während die Europäische Kommission, auch die Vereinten Nationen in dringenden Studien darauf hinweisen, daß das Klimaproblem vor allem in den Städten der Welt gelöst werden muss – über die Hälfte der Weltbevölkerung leben in den Mega-Cities – kürzt die deutsche Regierung ausgereichnet ein Programm, das wie kein anderes erfolgreich Klimaschutz und Arbeitsmarktunterstützung miteinander verbunden hatte: das Gebäudesanierungsprogramm, mit dem ein maßgeblicher Teil an Co-2-Einsparung erreicht werden konnte.
Die Politik macht das Gegenteil von dem, was nötig wäre, wenn man sich die Frage stellt, wie ein nationaler Beitrag aussehen müsste, der einigermaßen angemessen auf die globalen Trends antwortet.
Um 80% müssten unsere Energieverbräuche bis 2020 sinken (gemessen an 1990), wenn wir versuchten, die „Schuld“ wieder abzutragen, die wir mit unserem überbordenden Wohlstand bereits in die Atmosphäre geblasen haben – zum Schaden der Entwicklungsländer. Doch die Politik weitet den massiven Ausbau von Klimaschutz und Erneuerbaren Energien nicht – wie es dringend geboten wäre – weiter aus, sondern tut das glatte Gegenteil: man kürzt. Weil man das Geld braucht, um die enormen Kredite und Bürgschaften zu bedienen, die die Weltwirtschaftskrise ausgelöst hat.
Offensichtlich kommt Politik ihre Grenzen. Aus den verschiedensten Gründen kommen die politischen Mehrheiten nicht dazu, die Dinge zu tun, die eigentlich zu tun wären. Regierungen agieren „mit gebundenen Händen“.
Das erzeugt die Frage: Wie lassen sich diese sehr grob skizzierten globalen Trends einbinden in lokales Handeln der Bürgerinnen und Bürger selbst? Wie lassen sich die beschriebenen Trends verarbeiten von Journalisten beispielsweise? Oder von bloggern, twitterern, Menschen, die andere soziale Netzwerke nutzen, die sich im web auskennen?
Verantwortung endet ja nicht mit dem Ausfüllen eines Stimmzettels alle vier Jahre.
Nun, zunächst kann man sich verknüpfen und Informationen zusammentragen, das geht im Internetzeitalter sehr gut und schnell.
Dann kann man beginnen, über diese Zusammenhänge zu schreiben. Das ist ein kleiner Anfang.
Man kann diejenigen unterstützen, die sich darum bemühen, globales Denken und lokales Handeln in Übereinstimmung zu bringen, in dem man sie bekannt macht.
Das Netz hat gute Möglichkeiten für solche Arbeit.
Die zurückliegende Woche hat mir die hier skizzierten globalen Themen in besonderer Dringlichkeit deutlich werden lassen.
Ich bin neugierig, wie es in der kommenden Woche sein wird.
Wieder 3,5 Millionen vor der Glotze bei Schlag den Raab – oder doch nicht?
Linkspartei sieht im Fall Sarrazin "riesige Vertuschungsaktion"
von polis am 19.09.2010 13:56
Linkspartei sieht im Fall Sarrazin "riesige Vertuschungsaktion" unter Beteiligung der Bundesregierung
Leipzig/Berlin (rdp/ots) - Die Links-Partei hat nach dem von Bundespräsident Christian Wulff bestätigten definitiven Rückzug von Thilo Sarrazin (SPD) aus dem Vorstand der Bundesbank zum Ende dieses Monats den Vorwurf einer "riesigen Vertuschungsaktion" gegen die Bundesregierung erhoben. "Es muss jetzt Klarheit geschaffen werden. Ich verlange eine öffentliche Erklärung von Axel Weber, Manfred Schäuble und Christian Wulff zur Rolle ihrer Häuser in der Causa Sarrazin", verlangte Ulrich Maurer, stellvertretender Vorsitzender der Linksfraktion im Bundestag, gegenüber der "Leipziger Volkszeitung" (Montag-Ausgabe). Der Vorstandschef der Bundesbank, Weber, Bundesfinanzminister Schäuble (CDU) sowie das Präsidialamt hätten sich mit "ständigen widersprüchlichen Nachrichten" in der Angelegenheit zu Wort gemeldet. "Das verstärkt den Verdacht, dass nicht alles mit rechten Dingen zugegangen ist." Zuvor hatte Steffen Kampeter (CDU), Parlamentarischer Staatssekretär im Finanzministerium, schriftlich erklärt: "Die Bundesregierung hat - auch im Hinblick auf die Unabhängigkeit der Deutschen Bundesbank - in der Angelegenheit nicht mitgewirkt." Mit Blick auf die Pensions- und Abfindungsregelung für Sarrazin stützte sich Kampeter auf die offizielle Feststellung der Bundesbank, wonach Sarrazin "keine Abfindungszahlung" und ab Oktober 2010 keine Amtsbezüge mehr erhalte. Sein Ruhegehalt ab Oktober beruhe "auf der Grundlage der vertraglichen Regelungen, die sich an die versorgungsrechtlichen Vorschriften für Bundesbeamte anlehnen". Nach nicht dementierten Medienberichten handelten führende Mitarbeiter des Bundespräsidenten mit Sarrazin, dessen Juristen und in Rücksprache mit der Bundesbank eine Versorgungsregelung für Sarrazin aus, die diesen so behandelt als sei sein Arbeitsvertrag regulär ausgelaufen. "Warum musste überhaupt verhandelt werden, wenn Sarrazin angeblich gar keinen Pensionszuschlag bekommen hat", sagte Links-Parlamentarier Maurer. "Es sieht alles danach aus, als ob Merkel Wulff genauso im Regen stehen lässt wie vor ihm schon Köhler. Die Behauptung, dass die Bundesregierung überhaupt nicht involviert war, ist doch vollkommen unglaubwürdig."
Show-Time in Kabul - polis-Presseschau
von polis am 18.09.2010 09:19
Presseschau vom 18.09.2010

Wahlplakate in Jalalabad
Show-Time in Kabul
Die anstehenden Parlamentswahlen in Afghanistan sehen internationale Beobachter als betrügerische Farce. Während das offizielle Amerika den Urnengang als „Meilenstein“ einer afghanischen Demokratisierung bezeichnet, zieht im Hintergrund der amtierende Präsident Karsai seine machtpolitischen Strippen.

fr-online.de
Wahl in der Fassaden-Demokratie
… Einige hundert Wahllokale bleiben geschlossen, weil die Sicherheitskräfte sich nicht in der Lage sehen, die Wähler zu schützen. Und es mehren sich Berichte, dass auch wieder gefälscht und gemauschelt wird, was das Zeug hält. Thomas Ruttig, Ko-Direktor des Afghanistan Analyst Network, spricht bereits von einer bloßen „Fassaden-Demokratie“. …

faz.net
Wahlkampf in Geisterwahllokalen
… Auch diesmal sind bei der FEFA zahlreiche Berichte eingegangen, die auf die Vorbereitung von Manipulationen hindeuten. Unter anderem wird Polizeichefs und Gouverneuren verschiedener Provinzen und Distrikte vorgeworfen, mit Hilfe von Staatsmitteln bestimmte Kandidaten zu unterstützen. Auch der Verkauf von Stimmkarten scheint weit verbreitet zu sein – in Laufe der vergangenen Jahre sind etwa fünf Millionen mehr Karten ausgegeben worden, als es laut Schätzungen Wahlberechtigte gibt. …

spiegel.de
Taliban verschleppen Kandidaten vor Parlamentswahl
Kurz vor der Parlamentswahl in Afghanistan haben Taliban zwei Politiker und zahlreiche Wahlhelfer entführt - und die Extremisten drohen mit weiteren Angriffen. Die Gewalt überschattet die Abstimmung, viele Menschen könnten aus Angst am Samstag den Wahllokalen fernbleiben. …

taz.de
Chaotisch, umkämpft und manipuliert
… Kein Wunder, dass das Interesse der Afghanen an diesen Wahlen gering ist. Daran ändern auch die vielen bunten Plakate nichts. Die Menschen sorgen sich, was passiert, wenn der Westen seine Ankündigungen wahrmacht und seine Soldaten abzieht, bevor das Land auf einem positiven Weg ist.
Wie soll das gehen, fragt sich etwa der Karsai-Kritiker Ahmad Behsad, wenn "die Regierung in Korruption versinkt" und der Westen nur mit immer mehr Geld nach den Problemen wirft und die Wahl am Sonnabend lediglich als seine politische Abschiedsvorstellung vom Hindukusch betrachtet.
Foto: taz.de/dapd
Tiefsee-Öl: Bundesregierung macht Rückzieher
von polis am 17.09.2010 15:34
Tiefsee-Öl: Bundesregierung macht Rückzieher
Wirtschaftsministerium kippt Forderung nach Stopp neuer Öl-Bohrungen

Hamburg/Berlin (rdp/ots) - 17. 9. 2010 - Nur wenige Wochen nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko hat die Bundesregierung ihre Forderung nach einem sofortigen Moratorium für Ölbohrungen in Tiefsee-Gebieten wieder aufgegeben. Anders als von Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) angekündigt, setzt sich Deutschland nun doch nicht für einen sofortigen Stopp neuer Tiefsee-Ölbohrungen im Nordost-Atlantik ein. Nach Informationen von Greenpeace wurde ein entsprechender Antrag des Umweltministeriums für die nächste Woche beginnende Ministerkonferenz zum Schutz der Meeresumwelt des Nordost-Atlantiks (OSPAR) auf Druck des FDP-geführten Wirtschaftsministeriums praktisch wirkungslos gemacht.
"Kaum ist die Ölkatastrophe am Golf von Mexiko aus den Schlagzeilen verschwunden, hat sich auch Röttgens Forderung nach einem Stopp von Tiefsee-Ölbohrungen in Luft aufgelöst", sagt Jürgen Knirsch von Greenpeace. "Nach seinem Desaster bei der Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke ist der Umweltminister jetzt auch beim Meeresschutz vom konzernhörigen Wirtschaftsminister Brüderle über den Tisch gezogen worden."
Röttgen hatte in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner" am 22. Juli gefordert, dass es "ohne Sicherheit von Bohrungen keine neuen Bohrungen" in der Tiefsee geben dürfe. Deshalb werde sich Deutschland für "ein Moratorium, eine Pause für neue Bohrungen" einsetzen. In einem Schreiben an Greenpeace bestätigte Röttgens Staatssekretär Jürgen Becker im August, dass das Ziel der Bundesregierung "ein Moratorium für neue Tiefsee-Ölbohrungen im OSPAR-Raum" sei. Doch nach der Ressortabstimmung mit dem für Ölförderung zuständigen Wirtschaftsministerium ist davon keine Rede mehr: in dem jetzt von Deutschland eingereichten OSPAR-Antrag werden die Staaten des Nordost-Atlantiks nicht mehr aufgefordert, ein Moratorium zu beschließen. Stattdessen sollen sie nur noch "intensiv prüfen", ob ein Moratorium für neue Tiefsee-Bohrungen überhaupt nötig ist oder nicht. Selbst bei Annahme des Antrags können also Erkundungen und neue Bohrungen in Tiefseegebieten ungehindert weiter gehen.
Über 20 neue Tiefseebohrungen in Planung
"Die Ölkatastrophe von Mexiko hat gezeigt, dass Ölbohrungen in der Tiefsee technisch nicht beherrschbar sind. Eine solche Katastrophe kann sich jederzeit auch in Europas Meeren ereignen, mit unabsehbaren Folgen für das Meer und auch die deutschen Küsten", so Greenpeace Experte Jürgen Knirsch. "Doch statt der Ölindustrie Grenzen zu setzen, will der Umweltminister noch nicht einmal selbst zur Konferenz fahren."
In Nordsee und Nordost-Atlantik sind derzeit ca. 730 Offshore-Installationen in Betrieb, über 20 neue Öl- und Gasprojekte von 200 bis zu 900 Metern Tiefe sind geplant. Greenpeace fordert den Verzicht auf neue Ölbohrungen in Tiefen über 200 Metern, da im Notfall keine Taucher in diesen Tiefen eingesetzt werden können. Greenpeace wird Umweltminister Röttgen bei der heutigen Regionalkonferenz der CDU in Düsseldorf auffordern, zur OSPAR-Konferenz nach Norwegen zu fahren.
Bundeskriminalamt soll über Todesopfer durch rechte Gewalt Klarheit schaffen
von polis am 17.09.2010 15:21
Union: Bundeskriminalamt soll über Todesopfer durch rechte Gewalt Klarheit schaffen
Berlin (rdp/ots) - Die von Tagesspiegel und "Zeit" recherchierte Zahl von 137 Todesopfern rechter Gewalt seit der Wiedervereinigung beschäftigt jetzt die Politik. Er werde sich an das Bundeskriminalamt wenden, "da ich es für notwendig halte, die Diskrepanz zur offiziellen Zahl klären zu lassen", sagte der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Hans-Peter Uhl (CSU), am Donnerstag in Berlin. Die Bundesregierung meldet bislang, gestützt auf Angaben der Polizei, 47 Tote. Tagesspiegel und "Zeit" hatten am Donnerstag eine Liste mit 137 Namen von Menschen veröffentlicht, die bei Angriffen Rechter seit Oktober 1990 ihr Leben verloren haben. Bestürzt äußerten sich auch Politiker von SPD, FDP, Linkspartei und Grünen. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) betonte, die Dokumentation lasse ihn nicht unberührt. Jedes Opfer politisch motivierter Gewalt sei eines zu viel. "Nach 20 Jahren deutscher Einheit verzeichnen wir 137 Tote - das darf nicht der Preis der Wiedervereinigung sein", sagte Wolfgang Thierse (SPD), Vizepräsident des Bundestages, am Donnerstag. Das Glück der Deutschen, seit 1990 in einem gemeinsamen Staat zu leben, verpflichte "zum bedingungslosen Eintreten gegen rechtsextreme Gewalt". Die von der Linksfraktion gestellte Vizepräsidentin, Petra Pau, kündigte eine Große Anfrage zu den vielen Fällen rechter Tötungsverbrechen an, die von der Bundesregierung bislang nicht genannt werden. Kritik kam auch von der Grünen-Sprecherin für Strategien gegen Rechtsextremismus, Monika Lazar. Das "Auseinanderklaffen" der Zahlen sei "skandalös". In Teilen von Polizei und Justiz werde das ausführliche Erfassungssystem zur politisch motivierten Kriminalität "kaum wahrgenommen", sagte Lazar. Das Bundesinnenministerium teilte dagegen mit, das im Jahr 2001 eingeführte Erfassungssystem sei bei der Polizei "in der Fläche angekommen". Es gebe allerdings eine "systemimmanente Bewertungsbreite". Für die Grünen-Abgeordnete Lazar sind jedoch "derart individuelle Ermessensspielräume bei der Bewertung von Tötungsdelikten nicht hinnehmbar".
Deutsche Polizisten werden in Afghanistan für Kriegseinsatz missbraucht
von polis am 17.09.2010 13:07
Deutsche Polizisten werden in Afghanistan für Kriegseinsatz missbraucht

Jelpke
Berlin (rdp). "Der Polizeiaufbau in Afghanistan ist gescheitert. Was dort mit internationaler Hilfe faktisch aufgebaut wird, ist ein undemokratischer und korrupter Unterdrückungsapparat", kommentiert die innenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, Ulla Jelpke, die Antwort der Bundesregierung auf eine Große Anfrage zum Polizeiaufbau in Afghanistan (BT-Drs. 17/2878). Jelpke weiter:
Die Effizienz der bisherigen Bemühungen ist nicht messbar. Konkurrierende Strategien der internationalen Ausbilder, Korruption und Straftäter in höchsten afghanischen Führungsetagen sowie die Auswirkungen des Krieges vereiteln jeden Versuch, eine menschenrechtskonforme Polizei aufzubauen.
Die Basisausbildung wurde von acht auf sechs Wochen verkürzt. Es dominieren Hast und Hektik. Der Personalschwund beträgt 20 Prozent – wer ausgebildet wird, heuert dort an, wo er besser verdient. Während Streifenpolizisten 165 Dollar Grundgehalt im Monat verdienen, zahlen die Taliban mit 550 Dollar mehr als das Dreifache. Auch das bestätigt: Militärisch ist der Krieg nicht zu gewinnen.
Sinnvolle Polizeiarbeit kann ohne ein entsprechendes Justizwesen nicht funktionieren. Doch auch hier herrscht komplette Fehlanzeige: Es gibt nur 400 Anwälte für die über 30 Millionen Einwohner, und die Richter beherrschen eher die Sharia als säkulares Recht.
Die Bundesregierung zeigt sich unwillig, das Scheitern einzugestehen, und will eine Erfolgsgeschichte präsentieren. Sie ignoriert Berichte deutscher Soldaten und Polizisten, die über die Furcht der afghanischen Bevölkerung vor der eigenen Polizei, deren Beteiligung im Waffen- und Drogenschmuggel und das kriminelle Verhalten von Provinzfürsten berichten. Darüber habe sie 'keine konkreten Informationen', schreibt sie – und offenbar hat sie auch kein Interesse, derlei Berichten nachzugehen. Strafverfolgung sei 'Sache der afghanischen Behörden'. Doch diese sind dazu nicht willens. Das zeigt: Was da mit deutscher Hilfe aufgebaut wird, ist nur ein zusätzlicher Unterdrückungsapparat in den Händen korrupter Beamter, Warlords und Drogenhändler.
Die Bundesregierung suggeriert, deutsche Polizisten würden nur in 'sicheren Gebieten' eingesetzt, aber diese gibt es nicht. Die Zahl der Anschläge im Norden Afghanistan hat in diesem Jahr um 120 Prozent zugenommen – das hat die Bundesregierung vor wenigen Wochen bekanntgegeben. Dennoch werden deutsche Polizisten immer häufiger gemeinsam mit Afghanen übers Land, gleichsam 'ins Feld' geschickt und damit in unnötige Gefahr gebracht.
Deutsche Polizisten dürfen nicht in einen Krieg geschickt werden, auch nicht als Ausbilder. DIE LINKE fordert: Die deutschen Soldaten und Polizisten müssen raus aus Afghanistan!"


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